Forschen über Armut

Erste und zweite Sitzung

In der ersten Sitzung stelle ich mich und die Veranstaltungsplanung vor. Sie erfahren von mir, welche Standards gelten, wenn Sie sich für eine modulabschließende Prüfung bei mir entscheiden wollen. Und dann geht es gleich zur Sache. Das Konzept der Veranstaltung sieht ja vor, dass ich Ihnen am Beispiel Armut erkläre, wie man sich einen Überblick zu einer Fragestellung verschafft. Das macht es ziemlich sinnvoll, den Begriff Armut zu bestimmen und festzulegen welche Fragestellung in der exemplarischen Recherche im Verlauf des Semesters untersucht werden soll.

Zweiter Schwerpunkt sind mögliche Fragestellungen von Hausarbeiten.

Fragestellungen

Bitte beachten Sie, dass ich während der Blockwoche leider keine regelmäßigen Veranstaltungen anbieten kann. Ich unterrichte ganztägig in einem Blockseminar. Die Sitzung vom 23.4. entfällt deshalb.

Dritte Sitzung (Online-Sitzung 30.4.)

Bitte beachten Sie: Wie mehrfach angekündigt biete ich die Sitzung vom 30.4. ausschließlich als Online-Sitzung an. Sie finden hier einen Podcast und eine Aufgabe. Bitte hören Sie sich den Podcast an und bearbeiten die Aufgabe.

Wenn Sie mögen, senden Sie mir die Ergebnisse zu. Wenn Sie mir hierbei einen Nickname nennen, kann ich Ihren Beitrag anonym auf meiner Homepage hochladen. Grundsätzlich können Sie das erledigen, wann immer Sie das wollen (bis zum 4.5.). Aber am 30.4. bin ich während der Seminarzeiten ständig erreichbar (also von 10.15-11.45 Uhr).

Inhaltlicher Schwerpunkt der dritten Sitzung sind Armutsbegriffe. Armut hat viel mit Geld zu tun. Allerdings greift die alleinige Betrachtung der ökonomischen Verhältnisse zu kurz. Wenn man untersuchen würde, wie die finanziellen Verhältnisse von Studierenden der EvH sind, würde man feststellen, dass viele Studierenden nach diesem Kriterium als arm einzustufen wären. Allein auf das Geld zu schauen, reicht also nicht aus. Aussagekräftiger ist hier die Kapitalien-Theorie von Bourdieu. Denn hier zählt nicht allein das Geld, oder das, was man sich leistet. Sondern es ist auch wichtig, welche Bücher man liest und welche kulturellen Aktivitäten man unternimmt (kulturelles Kapital). Und es ist wichtig, auf welches Netzwerk man zurückgreifen kann (soziales Kapital).

Armutsbegriffe


Was ist Ihre Aufgabe für die erste Online-Sitzung? Das Seminar befasst sich ja exemplarisch mit der Frage, warum so viele Kinder aus Unterschichtsfamilien die Förderschule Lernen besuchen. Wenn diese Hypothese stimmt, müssten ja in Städten mit viel Armut viele Schüler in den Förderschulen Lernen sein. Das kann man online überprüfen. Bitte versuchen Sie für das Schuljahr 2021/22 für Ihren Wohnort herauszufinden

  1. Wie viele Schüler in der Stadt / im Landkreis besuchen eine Förderschule Lernen?
  2. Wie viele Schüler der Klasse 1-10 hat Ihre Stadt / Ihr Landkreis?
  3. Wie hoch ist die Arbeitslosenquote im Oktober 2021?

Bitte teilen Sie mir das Ergebnis Ihrer Recherche per E-Mail mit . Wenn Sie mir auch einen Nickname nennen, kann ich das Ihr Rechercheergebnis auch auf dieser Homepage hochladen. Stellen Sie fest, dass die Informationen für Ihren Wohnort bereits vorliegen, recherchieren Sie bitte für einen noch nicht bearbeiteten benachbarten Wohnort.

Tab 29: Bedeutung des gesellschaftstheoretischen Paradigmas
Phase 1: Rezeption des Modells in der deutschsprachigen Sonderpädagogik zunächst durch Begeman (1970)
Phase 2: Einbeziehung von Stigmatisierungs- & Etikettierungsansatz
Phase 3: Dominanz des sozialisations- bzw. interaktionstheoretischen Ansatzes
Phase 4: Bedeutungsverlust
Phase 5: Renaissance

Tab 30: Modell der schichtenspezifischen Sozialisation nach Geulen (1991)
Das Modell der schichtenspezifischen Sozialisation geht davon aus, dass „ aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen der Väter am Arbeitsplatz,die familiale Sozialisation in der sozialen Unterschicht in mehrfacher Hinsicht (…) anders verlaufe und zu anderen Ergebnissen führe als in der Mittelschicht,daß daher die Kinder aus der Unterschicht in dem durch Mittelschichtskultur dominierten Schul- und Bildungssystem auf größere Schwierigkeiten stoßen und stärker ausselegiert würden,daß sie später wieder nur in der Unterschicht zugänglichen Berufspositionen einrücken könnten .“

Tab 31: Lernbehinderung als soziokulturelle Benachteiligung (Begemann 1970)
zumindest partielle Gleichsetzung von Lernbehinderung und Schichtzugehörigkeit bei Begemann als These, daß Hilfsschüler bis auf eine Minderheit der armen, proletarischen, sozial rückständigen Unterschicht entstammen.
Schulversagen als Versagen an Mittelschichtsstandards: Hilfsschüler sind unterdurchschnittlich gemessen an den Normen der Mittelschicht. Sie sind soziokulturell benachteiligt.
Mittelschichtslastigkeit von IntelligenztestverfahrenResümee: Hilfsschulbedürftigkeit kann nicht mit psychologischen, soziologischen oder medizinischen Kategorien beschrieben werden, sondern nur als pädagogische Aufgabe.
Die Sozialisationsbedingungen von Hilfsschülern: Gefühle der Unterlegenheit, Ausgeliefertheit, Benachteiligung, geringe Bildungsmotivation, Unterschichtsmatriarchat, Familismus (Verkehrskreis beschränkt auf Verwandte und Nachbarn), niedriger Wohnkomfort in unzureichenden Wohnungen, viele Kinder, autoritärer Erziehungsstil, wenig Gelegenheiten zum produktiven Tun, Schülercliquen, die die Schichtgrenzen kaum überschreiten
Sprachliche Benachteiligung (in Anlehnung an Bernstein)

Tab 32: Theorie des sozialen und kulturellen Kapitals (Bourdieu 1979)
Klassen werden weder über ein Merkmal oder die Summe von Merkmalen definiert (Alter, Geschlecht, soziale Herkunft, Einkommen, Ausbildungsniveau) noch durch eine Kette von Merkmalen, die von einem Hauptmerkmal (z. B. von der Stellung im Produktionsprozess) abgeleitet sind. Definition sozialer Klassen als Struktur der Beziehungen zwischen allen relevanten Merkmalen, die jeder derselben … verleiht.

Klassenzugehörigkeit ist mit einem Bündel ungefähr gleich wahrscheinlicher ungefähr gleichwertiger Lebensläufe verbunden.

Wichtig sind: ökonomisches Kapital (neben Durchschnittseinkommen auch Konsum-Indices wie Auto und Bootsbesitz oder Urlaub im Hotel), kulturelles Kapital (mit Indikatoren wie: Häufigkeit der Lektüre nicht berufsbezogener Literatur, Häufigkeit von Theaterbesuch, Nicht-Besitz eines Fernsehers usw.) und soziales Kapital. Der Konsum vor allem solcher Güter, die ein der bürgerliche Lebensart konformes Verhalten symbolisieren lässt, garantiert ein soziales Kapital, ein Kapital an ´mondänen Beziehungen´, die bei Bedarf einen nützlichen Rückhalt bieten, ein Kapital an Ehrbarkeit und Ansehen verleihen.

Kyra93 leitet eine Antwortmail vom Schulbverwaltungsamt Bochum weiter:
Die jährliche Schüler*innenstatistik wird bisher nicht extern veröffentlicht. Nachfolgend stelle ich Ihnen aber gerne die Daten aus der diesjährigen Statistik 2023/2024 zur Verfügung. Nachfolgend die Schüler*innenzahlen der städtischen Schulen für die Klassen 1-10:
Grundschulen:                 12.330
                Hauptschulen:                       768
                Realschulen:                        3.265
                Gymnasien:                         6.828
                Gesamtschulen:               4.704
                Sekundarschulen:                704
                Förderschulen:                  1.037 (exklusive Einführungsphase mit 12 S*S (Lernanfänger aus Kindergarten) und Berufspraxis-Klassen mit 90 S*S (vergleichbar mit Sek II))
Sollten Sie auch Daten der nicht städtischen Schulen benötigen, kann ich Ihnen gerne auch hierzu einige Daten zusammenstellen, allerdings liegen nicht für alle Schulen Daten vor.

RaVi schreibt:
 Ich wollte Ihnen meine Ergebnisse zur Elearningaufgabe mitteilen:

• Wie viele Schüler in der Stadt / im Landkreis besuchen eine Förderschule Lernen?
–> 260 Schüler in Recklinghausen 

• Wie viele Schüler der Klasse 1-10 hat Ihre Stadt / Ihr Landkreis?
–> 12.635 Schüler in Recklinghausen 

• Wie hoch ist die Arbeitslosenquote im Oktober 2021?
–> 8,8 % in der Stadt Recklinghausen 

Sonne 25 schreibt: wollte Ihnen hier meine Ergebnisse für die Elearning-Aufgabe senden.

1.    Wie viele Schüler in der Stadt / im Landkreis besuchen eine Förderschule? 

1016 (2020/2021) in Duisburg

https://opendata-duisburg de/dataset/anzahl-schülerinnen-duisburg/resource/7929454e-d9da-45dc-94f6-dbf4a64fb22c#{view-graph:{graphOptions:{hooks:{processOffset:{},bindEvents:{}}}},graphOptions:{hooks:{processOffset:{},bindEvents:{}}}}

2.    Wie viele Schüler der Klasse 1-10 hat Ihre Stadt / Ihr Landkreis?

Insgesamt: 66135 (das sind die Schüler der Klassen 1-12, die anderen Zahlen habe ich leider nicht gefunden) in Duisburg

3.    Wie hoch ist die Arbeitslosenquote im Oktober 2021?

12,3 Prozent in Duisburg

https://de.statista com/statistik/daten/studie/1120746/umfrage/entwicklung-der-arbeitslosenquote-in-duisburg/

Anmerkung Mand: Die Zahlen von statista sind manchmal nicht belastbar. Eine wissenschaftliche Quelle ist das nicht,

Hier eine Abbilfung zum Zusammenhang zwischen Arbeitslosenquote und Förderschulquote in NRW:


Vierte Sitzung

Die vierte Sitzung untersucht, was passiert, wenn man Google nutzt, um sich einen Überblick über den Stand der Forschung zu machen. Dabei passiert folgendes: Google verwendet die Informationen über die Nutzer*innen, um Inhalte anzuzeigen, von dem Google meint, dass diese für den Nutzer relevant sein könnten. Das ist etwas vollkommen anderes, als alle relevanten Publikationen anzuzeigen.

Wenn man den Stand der Forschung kennt, ist es also möglich, zu verstehen, was für ein Bild sich Google von seinem Nutzer macht, warum es die eine Information, die eine Studie bereit stellt und die andere eher nicht. Ich verwende für diese Sitzung gerne das Thema Autismustherapie. Denn hier gibt es jede Menge unseriöse Publikationen. Die Treffer werden konfrontiert mit dem Stand der Forschung.

Hier ein passender Podcast aus den vergangenen Semestern:

Falsch recherchieren

5. Sitzung

Nicht Google, nicht den Katalog einer Bibliothek nutzen, um sich einen Überblick über ein bestimmte Frage zu verschaffen. Das sind die Lehren aus der vierten Sitzung gewesen. Was soll man stattdessen tun: Die wissenschaftliche Arbeit funktioniert in den meisten Disziplinen längst über Fachdatenbanken. D.h. man muss also nicht mehr per Hand die einschlägigen Zeitschriften und Verlagsprogramme der letzten Jahre durchforsten. Sondern die Datenbanken stellen die Abstracts und Schlagworte aller einschlägigen Publikationsorte der letzten Jahrzehnte für eine Mehrfeldsuche zur Verfügung.

Wichtig ist es hier, die richtige Datenbank und die richtigen Suchbegriffe auszuwählen. Denn auch in Fachdatenbanken finden sich unseriöse Studien. Dabei gilt als Orientierung: Je einfacher es für Autor*innen ist, ihre Beiträge unterzubringen, desto höher der Fake-Wissenschaft-Anteil. Aber auch die seriösesten Datenbanken können nicht verhindern, dass fakewissenschaftliche Arbeiten eingehen. Denn die Fälscher gehen inzwischen sehr geschickt vor.

Fachdatenbankrecherche

Sechste Sitzung

Viele Datenbanktreffer sind nicht frei verfügbar. Also ist es sinnvoll, Zeitschriftenbeiträge oder Bücher in den Bibliotheken der Region auszuleihen. Auch hier ist ein bibliotheksübergreifendes Vorgehen sinnvoll. Denn , dass eine Bibliothek wirklich alle benötigten Zeitschriften oder Bücher hat, ist doch ziemlich unwahrscheinlich.

Hier der passende Podcast aus dem letzten Semester. Bitte beachten Sie, dass Sie hier beim Nachvollziehen der Recherche zu anderen Ergebnissen kommen werden. Denn in den letzten sechs Monaten hat sich durchaus einiges getan. Die Werkzeuge sind aber immer noch dieselben: Bücher findet man mit überregionalen Bibliothekskatalogen. In NRW empfehle ich den HBZ Verbundkatalog. Und Zeitschriften findet man mit der (deutschlandweit arbeitenden) Zeitschriftendatenbank. Und auch das Vorgehen bei der Suche hat sich nicht geändert. Einige Bibliotheken haben sich aber neue Bücher gekauft oder Zeitschriften abbestellt.

Bücher und Zeitschriften in Bibliotheken der Region finden

Siebte Sitzung

Die siebte Sitzung befasst sich zunächst noch einmal mit der Quellenbewertung. Einige Dinge kann man nur tun, wenn man die Publikation vorliegen hat. Es ist also sinnvoll, wenn Sie eine frei verfügbare Veröffentlichung nennen können, die Sie in Ihrer Hausarbeit verwenden wollen.

Die siebte Sitz ung erklärt in einem zweiten Schritt an einem Beispiel, wie man empirische Studien bewertet. Wichtig ist zunächst die Stichprobe.

Hier ein passender Podcast aus dem vergangenen Semester.

Achte Sitzung (Onlinesitzung, 11.6.2024)

Die achte Sitzung dieses Seminars findet noch einmal als Online-Sitzung statt. Dies bedeutet: Sie finden hier einen Podcast und Aufgaben. Ich bin während der eigentlich vorgesehenen Präsenzzeit (Di 10.00-11.45) per Mail erreichbar und kann Ihre Fragen beantworten (per Mail, Telefon oder Zoom). Sie können aber selbst entscheiden, wann Sie Ihre Aufgaben bearbeiten (bis zum 14.6.). Die Ergebnisse Ihrer Arbeit können Sie mir per Mail zukommen lassen. Wenn Sie diese auf meiner Homepage veröffentlicht sehen wollen, nennen Sie mir bitte einen Nickname. Auch wenn Sie die Kommentarfunktion dieser Homepage verwenden wollen, ist ein Nickname eine gute Sache. Bitte beachten Sie: Ich schalte Ihre Kommentare nur dann frei, wenn Sie eine EvH E-Mail-Adresse angeben.

Inhaltlich befasst sich diese Sitzung noch einmal mit der Bewertung empirischer Studien. Das Seminar möchte ja exemplarisch herausfinden, ob Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen besser in Förderschulen oder in Inklusionsschulen aufgehoben werden. Und dies ist nun eine erste Studie, die ich in diesem Zusammenhang betrachten möchte. Die Ginnold-Studie ist ein Beitrag zur vergleichenden Inklusionsforschung und versucht herauszufinden, ob Inklusionsschulen oder Förderschulen ihre Schüler besser auf den Berufseinstieg vorbereiten:

Ginnold, A. (2009). Übergänge von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen aus Sonder- und Integrationsschulen in Ausbildung und Erwerbsleben. Zeitschrift für Inklusion.

Sie finden diese Studie u. a. bei bidok. Sie dürften aber auch rasch auf die Studie stoßen, wenn Sie „Ginnold “ und „Übergänge“ in die Suchmaschine Ihres Vertrauens eingeben.

Kreuztabellen

Aufwendige statistische Verfahren verwendet diese Studie nicht. Aber sie erwähnt signifikante Unterschiede zwischen Förderschülern und Integrationsschülern. Tabellarisch dargestellt dürften die Befunde so aussehen:

Übergänge in die Berufsausbildung nach Sonderschule & Integration. Kreuztabelle rekonstruiert nach den Befunden von Ginnold (2009)
IntegrationSonderschule
Berufsausbildung direkt nach Schule46 %11%
keine Berufsaus-bildung direkt nach Schule54 %91 %
N = 96
Irrtumswahrscheinlichkeit< 5 %

Ihre Aufgaben:

(1) Bitte bewerten Sie zunächst die Stichproben der Ginnold Studie. Um die Probleme zu verstehen, ist es vermutlich sinnvoll, dass Sie ein wenig zum Berliner Bezirk Pankow recherchieren.

(2) Bitte versuchen Sie eine kurze Interpretation der oben dargestellten Tabelle.

(3) Bitte versuchen Sie in den einschlägigen Fachdatenbanken eine Studie zu finden, in der signifikante Unterschiede z. B. zwischen Versuchsgruppe und Kontrollgruppe veröffentlicht werden, die aber Ihrer Meinung nicht allzu beeindruckend ausfallen.

Neunte Sitzung

Die neunte Sitzung stellt eine Studie von Hans Wocken vor (Andere Länder andere Schüler). Bekannt geworden ist diese Studie u.a. deshalb, weil sie einen negativen Zusammenhang zwischen Förderschulbesuchsjahren und IQ ermittelt: Je länger Kinder eine Förderschule besuchen, desto niedriger ist ihr IQ. Das Problem ist allerdings, dass dieser Befund auf unterschiedliche Weise interpretiert werden kann.

Für das Seminar Forschen über Armut ist die Studie auch interessant, weil sie Befunde zum Thema Buchbesitz, Fernsehkonsum und IQ in Abhängigkeit vom besuchten Schultyp bereit stellt.

Hier ein passender Podcast:

Die Wocken-Studie

Zehnte Sitzung

In der zehnten Sitzung erkläre ich zunächst, was ein Korrelationskoeffizient ist. In einem zweiten Schritt schauen wir uns eine Studie an, die mit Korrelationskoeffizienten arbeitet.

Wie Korrelationskoeffizienten funktionieren

Ein erstes Beispiel für Korrelationsstudien finden Sie auf dieser Homepage. Unter Online-Publikationen habe ich eine kleine Studie veröffentlicht, die ich mit Studierenden dieser Hochschule angefertigt habe, um festzustellen, ob Kinder mit nicht deutscher Staatsbürgerschaft häufiger in Förderschulen NRWs anzufinden sind (Je mehr ausländische Schüler desto mehr Förderschüler).

Das ist nicht das erste Mal, das ich der Frage nachgegangen bin, ob kommunale Daten wie Arbeitslosenquote oder Anteil von Bürgern nicht deutscher Staatsbürgerschaft Auswirkungen auf Förderschulquoten haben. Den Anfang macht eine Studie, die ich 2006 in der Zeitschrift für Heilpädagogik veröffentlich habe (Mand, J.: Integration für die Kinder der Mittelschicht – Förderschulen für die Kinder der Arbeitslosen und Ausländer). Und Anfang des Jahres 2023 lassen sich noch immer solche Zusammenhänge finden.

Bevor Sie aber auf die Idee kommen, dass es hier wirklich allein um Staatsbürgerschaft geht, habe ich hier für Sie noch eine Tabelle, die ich für eine Fortbildung in Gelsenkirchen im Mai dieses Jahres berechnet habe. Kinder mit nicht deutscher Staatsbürgerschaft schneiden sehr unterschiedlich in Schulen NRWs ab. Am schlechtesten der hier untersuchten Nationen schneiden Kinder mit serbischer Staatsbürgerschaft ab. Besser als die Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft sind die Schüler mit vietnamesischer Staatsbürgerschaft. Staatsbürgerschaft steht also für irgend etwas anderes. Haben Sie eine Idee, was das sein könnte?

1 Gedanke zu „Forschen über Armut“

  1. 1. Wie viele Schüler in der Stadt / im Landkreis besuchen eine Förderschule Lernen?
    – Stand 15.10.2021: 633 Schüler_innen
    – Quelle: https://lwl.org/lja-download/pdfschulen/Bochum_gesamt_2021.pdf
    2. Wie viele Schüler der Klasse 1-10 hat Ihre Stadt / Ihr Landkreis?

    3. Wie hoch ist die Arbeitslosenquote im Oktober 2021?
    – Bochum Oktober 2021: 8,6%
    – Quelle: https://www.rvr.ruhr/daten-digitales/regionalstatistik/news-detail-regionalstatistik/news/arbeitslosigkeit-im-oktober-2021-quote-sinkt-auf-91-prozent/

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