Lektürekurs Inklusion

Präsenzveranstaltung mit bis 25 % Online-Anteil

Macht schon Sinn, in diesem Studiengang die wichtigen Aufsätze und Bücher zum Thema Inklusion gelesen zu haben. Nach einer Einführung in die Datenbankrecherche wendet sich das Seminar einschlägigen Texten aus Integrationspädagogik und Inklusionspädagogik zu.  Der Schwerpunkt Inklusion ist exemplarischer Schwerpunkt der Veranstaltung. Dies bedeutet: Festgelegt auf dieses Thema bei der modulabschließenden Hausarbeit sind Sie nicht.

Dieses Seminar richtet sich an Studierende der Heilpädagogik (Modul 4, LV1)

Erste Sitzung

In der ersten Sitzung stelle ich mich und die Veranstaltungsplanung vor. Sie erfahren von mir, welche Standards gelten, wenn Sie sich für eine modulabschließende Prüfung bei mir entscheiden wollen. Und dann geht es gleich zur Sache. Das Konzept der Veranstaltung sieht ja vor, dass ich Ihnen am Beispiel Inklusion erkläre, wie man sich einen Überblick zu einer Fragestellung verschafft. Das macht es ziemlich sinnvoll, den Begriff Inklusion zu bestimmen, zu untersuchen, ob und in welcher Hinsicht sich dieser Begriff vom Vorgängerbegriff Integration unterscheidet und welche Fragestellung in der exemplarischen Recherche untersucht werden soll.

Der Podcast der ersten Sitzung informiert über den Integrationsbegriff und die Anfänge der deutschen Debatte zum Thema Inklusion.

Integration und Inklusion


Tab 1:
 Feuser (1999) : Integrative Pädagogik ist eine Allgemeine Pädagogik, in der
alle Kinder 
in Kooperation miteinander 
auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau 
mittels ihrer momentanen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen 
an und mit einem gemeinsamen Gegenstand 
spielen lernen und arbeiten 

Praxis der Inklusion und Integration Tab 18: Hinz, A.: Entwicklungswege zu einer Schule für alle mit Hilfe des Index für Inklusion. In: Z.f.H. 5/2004, 245-250
Praxis der IntegrationPraxis der Inklusion
Eingliederung von Kindern mit best. Bedarfen in die Allg.SchuleLeben und Lernen in der Allgemeinen Schule
Diff. System je nach SchädigungUmfassendes System für alle
Zwei Gruppen Theorie (mit / ohne sonderpäd. Förderbedarf)Theorie einer heterogenen Gruppe
Aufnahme von beh. KindernVeränd. d. Selbstverst. Schule
Individuumzentrierter AnsatzSystemischer Ansatz
Fixierung auf die inst. EbeneBeacht. d. em. soz. & unter. E. 
Ressourcen für K. mit Etikett.Ressourcen für Systeme
Individuelle Curricula f. EinzelneGem. & indivi. Lernen für alle
Förderpläne für beh. Kinderein individ. Curriculum für alle
Anliegen und Auftrag der Sonderpädagogik und SonderpädagoginnenGem. Planung & Reflexion aller Beteiligter, Anliegen & Auftrag der Schulp. & Schulpädagogen
Sonderpädagogik als Unterstützung für besondere KinderSonderpädagogik als Unterstützung von Klassen- lehrer, Klassen und Schulen
Ausweitung von Sonderpädagogik in die Schulen hineinVeränderung von Sonderpädagogik und Schulpädagogik
Kombination von (unveränd.) Schul- und SonderpädagogikSynthese von (veränderter) Schul- und Sonderpädagogik
Kontrolle durch ExpertinnenKoll. Problemlösen im Team
Abbildung 2: Behinderte Kinder in Regel und Förderschulen (Zahlen aus: STATISTISCHE VERÖFFENTLICHUNGEN DER KULTUSMINISTERKONFERENZ Dokumentation Nr. 217 – Januar 2019)
Regelschule
2000/2001
Förderschule
2000/2001
Förderschule
20016/2017
Regelschule
20016/17
Deutschland0,7 %4,6 %4.3 %2,8 %
NRW0,4 %4,6 %4,6 %3,0 %
Bremen2,6 %4,1 %1,2 %5,9 %
Hamburg0,9 %4,9 %3,1 %5,7 %
Berlin1,6 %4,2%2,8 %4,8 %

Zweite Sitzung

In der zweiten Sitzung haben wir gespielt. Ich hatte die Teilnehmer*innen gebeten sich vorzustellen, Annalena Baerbock hätte darum gebeten, 5 Sofortmaßnahmen für die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention zu entwickeln. Denn den Vereinten Nationen ist aufgefallen, dass es in Deutschland Umsetzungsprobleme gibt. Und deshalb gibt es keinen Kaffee mehr für die Deutschen – so lange, bis Deutschland ernsthafte Schritte unternimmt, die UN Behindertenrechtskonvention umzusetzen.

Kaffee ist Menschenrecht. Und deshalb hat sich das Seminar entschlossen, der Bitte zu entsprechen. Hier kommen die Vorschläge:

Dritte Sitzung

Die zweite Sitzung des Seminars erklärt, wie man nicht recherchieren sollte. Googeln ist z. B. eine schlechte Idee. Denn Google informiert nicht darüber, was zu einem Thema veröffentlicht ist. Sondern Google informiert auf Basis Ihrer Kaufgeschichte und auf Basis von Informationen über Ihr Sufverhalten Hypothesen darüber, was Sie vielleicht interessieren könnte und zeigt ihnen nur dies an. Sie werden also systematisch einseitig informiert. Denn Google kümmert es nicht, ob Sie sich Unsinn herunterladen. Auch Weg, in eine Bibliothek zu gehen und dort auszuleihen, was Sie zu Ihrem Thema finden, ist keine gute Idee. Denn Bibliotheken sammeln (mit wenigen Ausnahmen) nur einen kleinen Ausschnitt der zu einem Thema veröffentlichten Literatur. Es ist also wahrscheinlich, dass Sie eine unvollständige Übersicht zu Ihrem Thema erstellen können. Und in Bibliotheken finden Sie häufig das, was Studierende prima finden. Auch hier ist der Anteil unseriöser Publikationen erschreckend hoch.

Hinzu kommt: Es gibt einige Verlage, die davon leben, gegen Geld wirklich alles zu veröffentlichen. Manchmal tun sich Vertreter einer Außenseitermeinung zusammen und gründen eine Zeitschrift, um ihre Positionen besser zu vermarkten. Manchmal sind das Interessengruppen, die Zeitschriften veröffentlichen, in denen nur eine Seite von offensichtlich kontroversen Meinungen veröffentlicht werden. Es gibt Zeitschriften, die alles gegen Geld veröffentlichen (sogenannte Predatory Journals). Und es gibt Tagungen, deren Geschäftsmodell darin besteht, gegen Geld jedem Verrückten anzubieten, auf ihrer Tagung aufzutreten und im Tagungsband zu veröffentlichen.

In Teilen finden Sie die Probleme auch im Bereich Inklusion. In der Zeitschrift für Heilpädagogik werden Sie nur wenig Veröffentlichungen finden, die sich klar und explizit gegen Sondereinrichtungen aussprechen. Der Grund: Es handelt sich um die Vereinszeitschrift des VDS – also des Fachverbands der Förderschullehrer*innen. Die tun zwar so, als seien Sie unabhängig. Aber am Ast sägen, auf dem sie sitzen, wollen die sicher nicht. Oder, um einmal die Anhänger*innen der Inklusionspädagogik zu betrachten. Sie werden in bidok eher wenig Beiträge finden, die belegen, dass das mit der gemeinsamen Erziehung von Menschen mit und ohne Behinderung eine ziemlich dumme Idee war. Man muss also wirklich höllisch aufpassen, wenn man nicht aufs Kreuz gelegt werden will.

Falsch recherchieren

Vierte Sitzung

In der dritten Sitzung wird erklärt, wie man in der Fachdatenbankrecherche vorgeht. Diese Sitzung greift – wie die nächsten Sitzungen – umfangreich auf die Forschungsmethoden Materialsammlung dieser Homepage zurück.

Im Grundsatz ist das so: Benötigt wird ein Werkzeug, das anzeigt, was zum gesuchten Thema veröffentlicht ist – also bibliotheksübergreifend und unabhängig von Algorithmen und Interventionen von multinationalen Konzernen. Und das Werkzeug ist die Fachdatenbankrecherche.

Es ist wichtig, Fachdatenbankrecherche von Katalalogrecherchen zu unterscheiden. Fachdatenbanken sagen, was in einigermaßen seriösen Quellen veröffentlicht ist. Ein Katalog informiert darüber, welche Bücher oder Zeitschriften Bibliotheken haben. Das sollte man nicht vermischen.

Hier kommt nun ein passender Podcast zum Thema Datenbankrecherche.

Datenbankrecherche

Fünfte Sitzung

Wer in Datenbanken recherchiert, erhält normalerweise eine Vielzahl von Treffern. U.a. muss man sich entscheiden, ob es sich lohnt, den Beitrag zu beschaffen. Denn nicht alle Treffer sind online verfügbar, und dies gilt normalerweise insbesondere für die attraktiven Beiträge. Es lohnt in jedem Fall, sich anhand des Abstracts Gedanken über den Beitrag zu machen, der dort beworben wird. Um welches Genre handelt es sich? Hat der Beitrag inhaltlich mit der Frage zu tun, die untersucht werden soll? Was kann man über die Zeitschrift bzw. was kann man über den Verlag sagen, die den Beitrag veröffentlicht? Nicht alle Informationen sind so bedeutend, dass schlechte Beiträge ausgeschlossen sind. Aber wenn der Verlag, in dem ein Buch erscheint, auf seiner Homepage darum wirbt, Autor*innen zu suchen (gegen Druckkostenzuschuss, versteht sich), dann weiß man immerhin, dass hier ein Buch gegen Geld publiziert wurde. Kann zwar sein, dass dies die ersten Versuche einer später berühmten Autor*in sind. Aber normalerweise ist das kein gutes Zeichen, wenn ein Buch in einem solchen Verlag erscheint.

Hier ein passender Podcast aus dem letzten Semester:

Wie man Beiträge aus der Trefferliste auswählt

Sechste Sitzung

Die sechste Sitzung befasst sich mit der Frage, wie man herausfindet, welche Bibliothek der Region die gesuchten Bücher oder Zeitschriften hält.

Bücher und Zeitschriften in den Bibliotheken der Region lokalisieren

Übergänge von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen aus Sonder- und Integrationsschulen in Ausbildung und Erwerbsleben

Siebte Sitzung

Mit der siebten Sitzung beginnt der zweite Teil dieser Veranstaltung. Das Seminar befasst sich mit wichtigen Studien der vergleichenden schulischen Inklusionsforschung, um die exemplarische Frage zu beantworten, ob Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen eher von inklusiven Angeboten oder von Förderschulen profitieren.

Hierzu ist es zunächst wichtig, zu wissen, nach welchen Standards empirische Untersuchungen bewertet werden. Denn mit der exemplarischen Fragestellung dieser Veranstaltung befassen sich einige Studien. Und diese Studien kommen zu entgegengesetzten Ergebnissen. Anders formuliert: Es gibt Studien, die für eine Überlegenheit inklusiver Beschulung sprechen. Und es gibt auch Studien, die Förderschulen als vergleichbar effektiv wie inklusive Schulen erscheinen lassen. Um die Frage zu entscheiden, ist also eine vergleichende Analyse von Standards wie Design, Stichprobenumfang und Stichprobengewinnung erforderlich.

Empirische Studien bewerten

Die in den Podcasts angesprochenen Tabellen finden Sie in der Forschungsmethoden-Materialsammlung.

In den nächsten Sitzungen werden nun einige wichtige Studien vorgestellt. Den Anfang macht die Ginnold-Studie (Ginnold,A.: Übergänge von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen aus Sonder- und Integrationsschulen in Ausbildung und Erwerbsleben. 2008). Ginnold befasst sich mit der Frage, in welchem Ausmaß Schüler*innen mit Lernbehinderungen gelingt, nach der Schule in eine Berufsausbildung zu kommen und vergleicht dabei Integrationsschüler*innen und Förderschüler*innen.

Die Ginnold-Studie

Achte Sitzung

Die achte Sitzung stellt eine Studie von Hans Wocken vor (Andere Länder andere Schüler). Bekannt geworden ist diese Studie u.a. deshalb, weil sie einen negativen Zusammenhang zwischen Förderschulbesuchsjahren und IQ ermittelt: Je länger Kinder eine Förderschule besuchen, desto niedriger ist ihr IQ. Das Problem ist allerdings, dass dieser Befund auf unterschiedliche Weise interpretiert werden kann.

Hier ein passender Podcast:

Die Wocken-Studie

Neunte Sitzung

Die neunte Sitzung hat sich mit der Bella-Studie befasst. Die Bella-Studie ist eine Studie von Förderschulbefürworter*innen. Und methodisch macht sie ziemlich viel richtig. Die Stichprobe ist groß und auch – zumindest auf den ersten Blick – angemessen gewonnen. Sie verwendet angemessene Erhebungsinstrumente. Und das Ergebnis ist bemerkenswert: Förderschüler*innen schneiden hier zumindest genau so gut ab wie Inklusionsschüler*innen. Der Systemvergleich zwischen Inklusions- und Förderschulen ist also keineswegs leicht zu entscheiden.

Hier ein passender Podcast:

Die Bella-Studie (Lehmann & Hoffmann 2009)


nach Tabelle 3.1.2 Vergleich der Fachleistungen Deutsch-Leseverständnis nach Schulformen (Lehmann & Hoffmann 2009, 51)
MittelwertStandard-abweichungFallzahlEffektstärke d
Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen99,0524,13058
Schulen mit gemeinsamen Unterricht97,1822,80592

Zehnte Sitzung

Die zehnte Sitzung befasst sich mit der Bielefelder Längsschnittstudie. Sie finden den 3. Zwischenbericht, indem Sie z. B. in DuckDuckGo die Suchbegriffe Bielefelder Längsschnittstudie und Dritter Zwischenbericht eingeben. Die Entwicklung der Kinder im Längsschnitt zu untersuchen, ist ja schon einmal eine gute Idee. Deshalb wird diese Studie von Inklusionsbefürworter*innen gern zitiert.

Bielefelder Längsschnittstudie

Elfte Sitzung (20.12.)

Die elfte und zwölfte Sitzung finden – wie lange angekündigt – ausschließlich als Online-Sitzung statt.

Die Studie von Kocaj et al ist vermutlich die beste Studie, die Inklusionsbefürworter*innen vorweisen können. Die Stichprobe ist vergleichsweise gut. Und die Autor*innen machen auch in anderer Hinsicht vieles richtig. Wären da nicht die Studien der Inklusionsskeptiker*innen (vor allem die BELLA-Studie), könnte man wirklich denken, die exemplarische Frage dieser Lehrveranstaltung sei beantwortet und im Vergleich von Förderschulen und Inklusionsschulen klar Inklusion als besseres Setting für Kinder mit Lernbehinderungen halten.

Die Studie von Kocaj et al (2014)

Zwölfte Sitzung (3.1.)

Die zwölfte Sitzung befasst sich nun mit einer vergleichsweise aktuellen Studie, auf die sich Inklusionsskeptiker*innen berufen. Wichtig zum Verständnis des Podcasts sind hier noch weitere Unterlagen, die ich Ihnen dann sende, wenn Sie mir per Mail zu verstehen geben, dass Sie diese Unterlagen zugesandt erhalten wollen.

Die Ahrbeckstudie (Teil 1)
Die Ahrbeckstudie (Teil 2)

Dreizehnte Sitzung

Die dreizehnte Sitzung versucht eine Antwort auf die hier exemplarisch bearbeitete Frage. In welcher Schulform sind Kinder und Jugendliche also besser aufgehoben – in den Förderschulen oder in der Inklusion? In zusammenfassender Betrachtung der analysierten Studien ist es kaum möglich, eine klare Antwort zu finden. Fast alle Studien weisen beträchtliche Methodenprobleme auf. Das Hauptproblem besteht darin, dass Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen, die in Förderschulen unterrichtet werden sich ganz erheblich von Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen unterscheiden, die in inklusiven Zusammenhängen unterrichtet werden. Den deutlichsten Beleg für diese Vermutung finden Sie in der Studie von Kocaj et al. (2014). Die IQB Studie findet nämlich erhebliche und hoch signifikante Unterschiede u.a. in den Variablen: verbaler IQ, kognitive Grundfertigkeiten räumlich, Sozialer Status, Höchster Bildungsabschluss in der Familie oder Bücher zu Hause. Versucht man die Unterschiede kurz zu charakterisieren, so kann man vielleicht sagen: Kinder mit Lernbehinderungen in der Förderschule, das sind die Kinder mit Lernproblemen der Unterschicht, die Kinder der Migranten und Arbeitslosen, um den Titel eines älteren Zeitschriftenbeitrags von mir aufzugreifen. Und die Kinder mit Lernbehinderung in inklusiven Verhältnissen, das sind die Kinder mit Lernproblemen der Mittelschicht. Dass einige Studien nun bessere Leistungen in inklusiven Schulen finden, hat also vermutlich vor allem damit zu tun, dass diese Kinder von vornherein bessere Startchancen hatten. Und man kann vermutlich auch unterstellen, dass sie Eltern haben, die in der Lage sind, ihre Kinder effektiv zu unterstützen.

Ein Verzicht auf eine Kontrolle dieser Variable findet man in fast allen Studien der vergleichenden Inklusionsforschung. Und dass – bis auf wenige Ausnahmen – die meisten Studien kein Längsschnittdesign haben, führt zu irreführenden Ergebnissen. Wer also naiv voraussetzt, dass bessere Schulleistungen in der Inklusion direkt darauf verweisen, dass Kinder und Jugendliche dort besser gefördert werden, der liegt ganz sicher falsch. Am besten geeignet für einen Systemvergleich sind vor allem die Studien von Kocaj et al. (2014) und die Bielefelder Längsschnittstudie. Die Studie von Kocaj matcht zwar, kontrolliert also wichtige Variablen, die den Systemvergleich verfälschen. Aber es liegen lediglich Querschnittdaten zugrunde. Hinweise auf eine bessere Förderung in inklusiven Verhältnissen stehen also auf einem eher trügerischen Fundament. Bei der Bielefelder Längsschnittstudie ist es umgekehrt. Hier liegen Längsschnittdaten vor. Es fehlt aber das Matching. Und die Befunde sprechen hier eher dafür, dass die Förderung in beiden Systemen mit in etwa vergleichbaren Effekten verbunden ist.

Was heißt dies alles für die aufgeworfene Frage? Der in diesem Seminar vorgenommene Systemvergleich zwischen Förderschule und Inklusion endet – aufgrund erheblicher Methoden-Probleme der einschlägigen Forschung mit einem Patt. Man kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach nicht sagen, ob Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen in der Inklusion besser aufgehoben sind oder doch in den Förderschulen. Das ist unbefriedigend. Aber vielleicht bringt die Zukunft ja eine belastbare Antwort auf die hier diskutierte Frage.

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