Schreibwerkstatt Heilpädagogik / Inklusive Pädagogik WS 21 / 22

Dieses Seminar richtet sich an die Studierenden des Moduls 4 im Studiengang Heilpädagogik / Inklusive Pädagogik.

In dieser Veranstaltung geht es darum, wie man eine Hausarbeit schreibt. Das geht z. B. so: Fragestellung finden, Veröffentlichungen auswählen, Wunschliteratur beschaffen, lesen und zusammenfassen, Einleitung schreiben, Zusammenfassungen montieren, Diskussionsteil schreiben. Wer das geschickt anstellt, kann parallel zu der Veranstaltung Stück für Stück seine Hausarbeit schreiben oder zumindest doch wesentliche Schritte in diese Richtung tun. Natürlich werden wir uns in diesem Seminar auch mit Präsentationen befassen.

Erste Sitzung

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Zweite Sitzung

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Datenbankrecherche


Dritte Sitzung

Wissenschaftlich arbeiten, heißt auf eine besondere Art Antworten auf Fragen finden. Und zu den Besonderheiten gehört u.a., dass man bisherige Versuche, eine Antwort auf die aufgeworfene Frage zu finden, immer zur Kenntnis nehmen muss. Eine einschlägige Studie oder einen wichtigen Aufsatz übersehen zu haben, ist ein ziemlich vernichtender Vorwurf. Und deshalb ist es so wichtig, nachvollziehbar zu machen, wie man gesucht hat. Denn man kann dann ja sagen: Diesen Beitrag / diesen Aufsatz habe ich in den Fachdatenbanken nicht gefunden. Vielleicht ist er ja doch nicht allzu bedeutend?

Die Veröffentlichungen anderer zur Kenntnis nehmen, das macht man normalerweise im Hauptteil einer Hausarbeit. Dieser Hauptteil nennt sich manchmal Stand der Forschung oder Stand der Theoriediskussion. Und dieser Teil besteht zu wesentlichen Anteilen aus Inhaltsangaben. Man schreibt also: Müller (2019) sagt dies … Und Meyer(2021) entgegnet jenes. Solche Zusammenfassungen sind normalerweise zunächst weitgehend frei von interpretativen und wertenden Angaben.

Weil ja das Verfassen einer Hausarbeit zwingend solche Anteile enthält, kann man auch Stück für Stück, also Aufsatz für Aufsatz daran arbeiten und später die Zusammenfassungen montieren. Dabei empfiehlt es sich, immer wieder die Seitenangaben zu notieren. Und es macht auch Sinn, sich Ideen und kritische Anmerkungen in einem gesonderten Teil zu speichern. Denn solche Ideen vergisst man möglicherweise, wenn man Wochen oder sogar Monate später zur Montage schreitet.

Veröffentlichungen zusammenfassen

Sushi2110: Laßmann: Einstellungen zur Inklusion bei Kindern und Jugendlichen- Studie zwischen Deutschland und Norwegen

Insgesamt lässt sich sagen, dass norwegische Schülerinnen und Schüler eine insgesamt positivere Einstellung zur inklusiven Unterrichtspraxen vorweisen. In Norwegen zeigt sich, dass der Kontakt mit Menschen mit Behinderung und in dem Zuge auch der Umgang mit inklusiven Unterrichtsinhalten zunehmend positiver waren als die in Deutschland. Die Begründung ließe sich möglicherweise in der tief verwurzelten Tradition von Teilhabe und Umhang mit Behinderung in Norwegen finden und die weniger selektive Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung, da auch diese eher integriert und nicht auf ihre Diagnose reduziert würden. In Deutschland hat zudem das Alter der Studienteilnehmer*innen einen höheren Einfluss auf die Einstellungen als in Deutschland.

Zudem muss gesagt werden, dass norwegische Schüler*innen in dieser Studie einen höheren sozioökonomischen Status aufwiesen, häufiger in inklusiven Klassen unterrichtet, einen niedrigeren Gesamtproblemwert aufwiesen und auch ohne einen diagnostizierten Förderbedarf, zusätzliche Förderungen erhielten.

Insgesamt, unter Berücksichtigung aller oben genannter Faktoren, lässt sich demnach feststellen, dass norwegische Schüler*innen derzeit positivere Einstellungen aufwiesen, als die untersuchten deutschen Schüler*innen.

Mand: Ihre Zusammenfassung ist gut gelungen. Es ist allerdings wichtig, dass Sie deutlich machen, wer diese Position vertritt. Denn Sie müssen ja genau unterscheiden, und wann Sie die Meinung von anderen zusammenfassen und wann es sich um Ihre eigene Meinung handelt. Sie verwenden also auch Sätze wie: In ihrer Untersuchung vergleicht Laßmann (2020, Seite) …, Laßmann (2020, Seite) untersucht …, Zusammenfassend stellt (2020, Seite bis Seite) Laßmann fest … berichtet … o.ä.

Was genau in eine solche Zusammenfassung gehört, wenn man empirische Studien zusammenfasst, ist Gegenstand einer weiteren Sitzung.

lapa2912: Nathan et al 2016 From social exclusion to supported inclusion: Adults with Intellectual Disability discuss their lived experiences of a structured social Group (online library Wiley com).

Der oben genannte Tex befasst sich mit der sozialen Ausgrenzung intelligenzgeminderter Menschen und den Folgen ebendessen, sowie einer Möglichkeit, gegen dieses Phänomen vorzugehen.

Laut den Autoren leiden intelligenzverminderte Menschen an den Folgen der gesellschaftlichen Abgrenzung, da ihnen Sozialkontakte, Aktivitäten und Erfahrungsmöglichkeiten verwehrt werden. Dies wirkt sich sowohl psychisch als auch physisch stark negativ auf ihre Gesundheit aus.

Es wird deutlich gemacht, dass intelligenzgeminderte Menschen neben dem Abbau der physischen Barrieren in der Gesellschaft auch Unterstützung durch verschiedene Instanzen, wie soziale Netzwerke und Freundschaften, die über die Familie hinausgehen benötigen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Im Rahmen einer Studie wurden zudem zehn erwachsene Menschen mit Intelligenzverminderung interviewt, die an einem Forschungsprojekt namens The social Group teilgenommen haben, einem Projekt, dass ihnen ermöglicht hat, unter Anleitung und ggf. mit Hilfestellungen am öffentlichen Sozial- und Kulturleben teilzunehmen, was sie zuvor selten bis nie getan haben. Die Interviews wurden nach einem bestimmten Schema analysiert und ergaben, dass das Projekt die Sozialisation und das mentale Wohlbefinden der Teilnehmer gesteigert und ihre Fähigkeiten, soziale Kontakte außerhalb der Social Group zu gründen, enorm gesteigert hat.

Die Autoren kommen zu den Ergebnis, dass Menschen mit Intelligenzverminderung oft von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen werden, mit der richtigen Anleitung und Training jedoch durchaus dazu in der Lage sind, am sozialen Leben teilnehmen zu können. Nicht alle können die gewonnen Fähigkeiten genauso in ihr Privatleben übernehmen, aber vielen gelingt es, ein besseres soziales Umfeld aufzubauen, als sie es zuvor hatten.

Mand: Ich glaube, dass Sie den Beitrag gut zusammengefasst haben. Das eigentlich zentrale Anliegen des Beitrags wird allerdings nicht ganz deutlich. Eigentlich handelt es sich um eine Evaluationsstudie. Wilson et al (2016) wollen vor allem belegen, dass eine besondere Form von betreuten Arbeitsgruppen für Menschen mit Behinderung hilfreich ist. Das sollten Sie in einer Zusammenfassung deutlich machen – vielleicht so: In einer qualitativen Evaluationsstudie … untersuchen Wilson et al (2016) …

Dabei fallen allerdings durchaus auch Positionen an, die für Ihr Thema relevant sind. Die können Sie auch so verwenden, wie Sie das getan haben.

Auch hier gilt: Sie sollten die Autor*innen mehrfach namentlich erwähnen. Für diese Zwecke reicht es aus, den ersten Namen des ersten Autors zu nennen (Wilson) und darauf hinzuweisen, dass es mehr als zwei Autor*innen gibt (et al). In Hausarbeiten funktioniert das – je nach Zitationssystem – anders. Dies wird noch Gegenstand einer eigenen Sitzung sein.

Rose: Gewalt an Schulen 
In dem Aufsatz “ Relevanz der Persönlichkeitsfaktoren für die Schulische Gewaltprävention für die Schulische Gewaltprävention“wurde untersucht in wie weit nicht pädagogisches Personal, Erziehungsberechtigte sowie Lehrpersonal aufgrund ihrer Erfahrungen und Einschätzungen der Gewalt an schulen auskennen. Mit dem Ziel Präventionsarbeit zu leisten. S. 7

1220 Personen wurden befragt Das Lehrpersonal sprach von Persönlichkeitsfaktoren z.B Emotionale Erschöpfung, Leistungsverlust, Selbstwirksamkeit, Handlungsorientierung und viele mehr. S182
= Lehrpersonal hat eine bedeutsame Funktion
Katja Iseli 2014

Anmerkung Mand: Ja, die Studie kann man so zusammenfassen. Ich denke, Sie sollten aber auch noch hinzufügen, was Iseli als zentrale Erkenntnis formuliert. „Als zentrale Erkenntnis stellt sich heraus, dass Lehrpersonen mit positiven persönlichen Ressourcen eine erhöhte Wachsamkeit und Handlungsbereitschaft im Zusammenhang mit erlebter und beobachteter Gewalt aufweisen“. Zitieren würde ich das nicht. Aber in indirekter Rede passt das durchaus (z. B. so: Iseli (2014) ermittelt als zentrale Erkenntnis, dass … ).

Aloha – Manassis & Avery (2013): SSRIs in a case of selective mutism

Der oben genannte Text befasst sich mit den Vorteilen und Nachteilen bei der Einsetzung des Medikamentes SSRIs im Fall von selektivem Mutismus.

Der Autor erklärt dies anhand von dem Beispiel eines Mädchens, welches nach einem Umzug in ein anderes Land, fast nicht mehr reden möchte. Die Eltern entschieden sich zunächst gegen eine Medikation, da sie zunächst dachten, dass es sich um Soziale Ängste handeln würde, da dass Kind die Sprache nicht gut sprach. Als es immer schlimmer wurde, entschieden sich die Eltern dann doch für eine Medikation, womit der Zustands des Mädchens sich verbesserte und sie nach ein paar Monaten wieder normal sprach. Die Kernaussage des Autors bezieht sich darauf, dass es durchaus sinnvoll ist dieses Medikament im Fall von selektivem Mutismus einzusetzen, wenn diese denn auch vorliegt, aber dabei gibt es natürlich auch Risiken, die er anführt.

Mand: Sie fassen den Text gut zusammen. Vermutlich ist das aber zu ausführlich. Wichtig ist, bei dieser Zusammenfassung Autor*innen und Jahreszahl zu erwähnen (das sollte man immer und ggf. bei längeren Texten auch mehrfach tun). Und in diesem besonderen Fall sollten Sie auch erwähnen, dass es sich um eine Kolumne handelt. Ein wissenschaftlicher Text ist das eher nicht.

Steinbock – Bosse et al (2018): Die Sicht von Kindern auf Inklusion in der Schule. Die Entwicklung eines Messinstruments zur Erhebung der Einstellung zum gemeinsamen Lernen im Grundschulalter. Empirische Sonderpädagogik 10 (über FIS)

In der Studie „Die Sicht von Kindern auf Inklusion in der Schule.Die Entwicklung eines Messinstruments zur Erhebung der Einstellung zum gemeinsamen Lernen im Grundschulalter.“  geschrieben von  Stefanie Bosse, Jessica Jaeuthe, Katja Bogda, Helvi Koch, und Nadine Spörer zu finden in Band 4 Empirische Sonderpädagogik 10 von 2018 auf den Seiten 329-345 befasst sich mit der Thematik  Kinder  sozial und kognitiv zu stärken. Die Leitfrage auf der die Studie aufbaut ist, besteht darin wie gemeinsames lernen geschaffen werden kann. 
Angeführt wir auch, dass es in diesem Entwicklungsbereich im deutschsprachigen Raum an empirischen Untersuchungen mangelt. 
Die Studie teilt sich in 3 teil Studien auf, in dem die Kinder zu unterschiedlicher Thematik interviewt wurden. 
Die Auswertungen zeigen,dass die Kinder durch Inklusion Akzeptanz erlernen. Nennesswert ist auch das angeführt wird,dass Unterschiede nicht mehr wahrzunehmen seien sollen sondern auf die Probleme einzugehen. Damit meine  die Autoren das Kinder mit Förderbedarf  Bei genauerer Betrachtung der Auswertung der dritten Studie wird deutlich das die Skala bei Veralten niedriger ausfällt als Lernen und Sprache. Anhand dessen weisen die Autoren darauf hin, dass Kinder mit Förderbedarf weniger Probleme haben in  eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden als jene die ein aggressives Verhalten  aufweisen. 

Mand: Ich denke, Sie haben wichtige Inhalte des Textes angemessen zusammengefasst.

In die Zusammenfassung gehört allerdings normalerweise nicht der Titel und nicht die Quelle. Die Autor*innen erwähnt man zwar (bei mehreren Autor*innen nennt man alle Namen bei der ersten Erwähnung, danach kürzt man dies ab: Name des ersten Autors et al). Diese Informationen gehören in das Literaturverzeichnis am Ende des Textes. Vornamen werden in den allermeisten Zitationssystemen nicht erwähnt. Zitation im Text und Aufbau des Literaturverzeichnis wird Gegenstand einer späteren Sitzung sein.

Wichtig ist in diesem Fall auch darauf hinzuweisen, dass es in dem Text eigentlich um etwas anderes geht, als Befunde über Kinder zu ermitteln. Die Autor*innen wollen herausfinden, ob ein Erhebungsinstrument (die SEGEL-Skalen) so eingesetzt werden darf. Sie probieren die SEGEL-Skalen deshalb aus und schauen sich einige statistische Kennwerte an, um festzustellen, ob diese in einem vorgegebenen Rahmen liegen. Die dabei anfallenden inhaltlichen Befunde kann man natürlich in einer Hausarbeit verwenden. Aber man sollte darauf hinweisen, dass es eigentlich darum geht, herauszufinden, ob SEGEL als ein zuverlässiges Instrument zur Erhebung des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Förderbedarf Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache eingestuft werden darf.

Krümelmonster: Im  Anhang finden Sie meine Inhaltsangabe. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Text den ich ausgesucht habe zu meiner Frage der Hausarbeit passt.

Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt?

Engruber et al (2021). Übergang zwischen Schule und Beruf neu denken. Expertise im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbands

Die Autor*innen haben die relevanten Konventionen der Kriterien der Bewertung des derzeitigen allgemeinen Schulbesuches und anschließende Bildungssysteme herausgearbeitet und stellen Unterstützungssysteme für ein inklusives Ausbildungssystem auf. Es bedarf über ein inklusives Bildungssystem als auch über einen inklusiven Arbeitsmarkt. Ein inklusives Ausbildungssystem garantiert jedoch nicht den Zugang auf den Arbeitsmarkt. Es entwickeln sich nach einer inklusiven Ausbildung, auch nicht automatisch ein inklusiver Arbeitsmarkt, sondern müssen gleichzeitig durch sozialpolitische Strategien gestaltet werden. Um die Übergänge in die Erwerbsarbeit zu erleichtern, sind weitere Unterstützungsangebote nötig. 

Mand: Ich denke, Sie haben wesentliche Ideen der Broschüre gut zusammengefasst.

Um zu entscheiden, ob dies mit Ihrer Frage zu tun hat, muss man darüber nachdenken, um was für einen Text es sich handelt. Der dpa ist ein Verband u.a. für Träger, die mit Kursen Geld verdienen, die Menschen ohne Schulabschluss besser auf den Start ins Berufsleben vorbereiten sollen (Menschen mit Förderschulabschluss gelten als Menschen ohne Schulabschluss, es gibt aber auch andere Gründe keinen Schulabschluss zu haben). Sie haben hier eine Auftragsarbeit gefunden, die Forderungen an die Politik formuliert, damit diese Arbeit (aus Sicht der Träger) besser gemacht werden kann. Dabei greifen die Autor*innen auch auf Positionen der Inklusionsdebatte zurück. Die Angebote der Träger richten sich u.a. auch an Jugendliche mit Behinderung. Über die Effektivität dieser Angebote kann man allerdings unterschiedlicher Meinung sein. Und zum gegenwärtigen Zeitpunkt richten sich diese Angebote in ihrem Kern nicht unbedingt an Menschen, die dann später in der WfBM arbeiten sollen. Hinzu kommt: Die Forderungen sind natürlich nicht ganz uneigennützig. Was bedeutet dies für Ihre Hausarbeit? Derlei Expertisen kann man sicher u.a. in einer Hausarbeit Ihres Themas verwenden. Die Frage ist allerdings, auf welche Menschen mit Behinderung Sie sich spezialisieren wollen.

Lola21:

ADHS und hochfunktionale Autismus-Spektrum-Störungen

In dem Zeitungsartikel von Daniel Schöttle, Benno G. Schimmelmann und Ludger 

Tebartz van Elst geht es um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Diagnostik und Behandlung von ADHS und hochfunktionaler Autismus-Spektrums-Störung. 

Schöttle ordnet sowohl die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung als auch die Autismus-Spektrum-Störung den neuronalen Entwicklungsstörungen zu, die sich bereits im frühen Alter abzeichnen und häufiger bei Jungen als bei Mädchen vorkommen.  

Beide Erkrankungen teilen laut Schöttle eine gemeinsame Varianz, welche das gehäufte gemeinsame Vorkommen erklärt. Anhand verschiedener Studien aus unterschiedlichen Ländern führt Schöttle diverse Ähnlichkeiten auf. 

Näher beschreibt er die Differenzialdiagnostischen Unterschiede von ADHS und ASS. Beide Erkrankungen verbessern sich laut Schöttle im Laufe des Lebens durch optimierte Kompensationsleistungen. Die Betroffenen hätten dennoch starke Einschränkungen der Lebensqualität, sowie Schwierigkeiten in diversen Lebensbereichen.

Schöttle kommt zu dem Fazit, dass Kliniker gerade bei uneindeutigen Diagnosen die Komorbidität von ADHS und ASS in Erwägung ziehen sollten. 

Mand: Ja, das ist genau die Sorte von Text, die in Hausarbeiten erwartet wird. Lediglich bei der Zitation im Text sollten Sie anders vorgehen. Die Vornamen werden selbst im Literaturverzeichnis in den meisten Zitationsformaten nur selten vollständig genannt. Und wenn die Autor*innen ein zweites Mal im Text erwähnt werden (das ist sinnvoll), dann nennt man nicht nur den Erstautor, sondern fügt je nach Zitationssystem ein et al oder ein u.a. hinzu, um zu kennzeichnen, dass nicht ein/e Autor/*in oder zwei Autor*innen (in einem solchen Fall werden normalerweise immer auch beide genannt), sondern mindestens drei Autor*innen für den Beitrag verantwortlich zeichnen.

Anym79: Gabriele Hiller und Ulrich  Voderholzer 20121: Nebenwirkungen von Antidepressiva

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Verordnung von Antidepressiva in den letzten Jahren gestiegen ist. Dies lässt sich auf die zunehmende Diagnostik von psychischen Störungen mit depressiven Symptomen, die eine Medikation mit Antidepressiva benötigen, erklären.
Die Nebenwirkungen von Antidepressiva wird daher kritisch beobachtet. Es wurden ,,erhebliche Unterschiede in der Wirksamkeit und Unverträglichkeit verschiedener Antidepressiva“ gezeigt. Antidepressiva werden ebenfalls bei erfolgreichen Pharmakotherapien, durch u.a. vermuteten empfundenen Nebenwirkungen, frühzeitig abgesetzt.

Häufig sind diese Nebenwirkung, subjektiv wahrgenommene Nebenwirkungen und als Nebenwirkungen empfundene Phänomene. Hierbei ist es unklar, ob es tatsächlich Nebenwirkungen oder Symptome der Depression sind.

Mand: Ja, Sie haben wesentliche Anteile des Beitrags zusammengefasst. Sie sollten allerdings im Text auf die Autor*innen verweisen – etwa so: Hiller & Vorderholzer (2021) weisen darauf hin, dass die Nebenwirkungen von Antidepressiva … Letztlich ist das eine Frage, worauf Sie in Ihrer Arbeit hinauswollen. Aber inhaltlich finde ich es wichtig, auch darauf hinzuweisen, dass auch suizidale Gedanken eine Nebenwirkung von Antidepressiva sind und Miktionsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen und Gewichtszunahme besonders oft zum Absetzen führen.

Regenbogen: Die folgende Studie „Imagery rescripting and eye movement desensitisation and reprocessing for treatment of adults with childhood trauma-related post-traumatic stress disorder: IREM study design“ von Katrina L. Boterhoven de Haan, Christopher W. Lee, Eva Fassbinder, Marisol J. Voncken, Mariel Meewisse, Saskia M. Van Es, Simone Menninga, Margriet Kousemaker, Arnoud Arntz beschäftigt sich mit Erwachsenen die bereits in ihrer Kindheit schwere traumatische Erfahrungen erlebt haben (CH- PTBSD). Diese Art der Traumatisierung gilt als besonders komplex und schwer in der Behandlung, erklären die Autoren. Im Artikel wird sich auf Studien bezogen, die einer Abbrecherquote der Therapie von 42% ergaben. In der Studie wird sich mit der Wirksamkeit der EMDR und der imR Therapie auf die Symptome der CH- PTBSD auseinandergesetzt. Bei diesen Therapieformen soll ein längeres Wiederbeleben der Traumata verhindert werden. Die Studie ergab, dass die Therapieformen einen Einfluss auf die Symptome der CH- PTBSD haben. Die Autoren erklären, dass diese Erkenntnis die Notwendigkeit der weiteren Erforschung von Therapieansätzen aufzeigt.

Mand: Ja, Sie haben wesentliche Inhalte der Studie angemessen zusammengefasst. Ich denke aber, Sie sollten den eigentlichen Anlass der Studie (Vergleich von zwei Methoden) und auch die Ergebnisse deutlicher mitteilen.

Sonne4:

Im Folgenden wird der Artikel „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Genforschung bei Borderline- Persönlichkeitsstörungen“ verfasst von Anahtia Bassir Nia et al., zusammengefasst (DOI 10.1016/j.copsyc.2017.09.002) 

Einer der häufigsten Persönlichkeitsstörungen ist die Boderline Persönlichkeitsstörung, auch BPS abgekürzt. BPS ist eine psychische Erkrankung und durch Impulsivität und Instabilität von Emotionen und Stimmung, der Identität sowie zwischenmenschlichen Beziehungen charakterisiert.

Der Artikel weist neben weiteren Untersuchungen die „Genomweite Assoziationsstudien, die Epigenetik und die Bildgebende Genetik“ auf, welche ausführlich erläutert werden. Dem Artikel zu entnehmen, herrscht eine komplexe Ätiologie. Bislang sind noch wenige Studien über die BPS Forschung veröffentlicht worden. Im Gegensatz zu anderen psychischen Erkrankungen, steht sie noch ziemlich am Anfang, da es bisher noch an Aufmerksamkeit fehlte. 

Dennoch besagen Studien, dass eine hohe Vererbbarkeit vorherrscht und die Erkrankung, sowohl genetisch als auch umweltbedingt ist. Doch auch hier gibt es bislang nur wenige Studien zur Gen-Umwelt. 

Mand: Ich empfehle vielleicht mehr indirekte Rede , z. B. so: Nia et al (2017) stellen fest … Aber ansonsten angemessen zusammengefasst.

Verhaltenstherapie 

Linderkamp/Lauth 

Wirksamkeit Pharmakologischer und Psychotherapeutischer Therapien bei ADHS im Erwachsenenalter 

Laut Linderkamp und Lauth lässt sich insgesamt sagen, dass Erwachsene mit ADHS ihre Alltagsbeeinträchtigungen nicht gut kompensieren können oder nur teils eingeschränkt praktizieren. Daher erforscht man regulierende Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Speziell für ADHS-Betroffene fehlen jedoch wirksame nachweise. Einige Wirkstoffe werden nur bedingt empfohlen, da eine geringe Wirksamkeit besteht oder diese auch zum Teil starke Nebenwirkungen hervorrufen. 

Neben Atomoxetin und Bupropion gibt es noch anderen Wirkstoffe die in Deutschland nicht zugelassen werden.

Neben der Medikamentösen Wirkstoffen beziehen sich Linderkamp und Lauth auch auf eine Psychoedukation, welche die spezifischen Kompetenzen übt und somit eine bessere Selbstorganisation garantiert. Außerdem werden ihnen Techniken gezeigt, welche die Betroffenen besser mit ihren Störungen umgehen lassen. 

In einer vorliegenden Metaanalyse wurden Wirksamkeitsstudien über psychotherapeutische Interventionen aufgestellt. Das Ergebnis zeigt die Interventionen verringern demnach, sowohl die ADHS Symptomatik, als auch die Alltagsbeeinträchtigungen.

Zusammenfassend kann man davon ausgehen, dass Psychotherapeutische Interventionen den pharmazeutischen Interventionen nicht nachstehe und diese sogar eine höhere Wirksamkeit erziele. 

Erwachsene mit ADHS sind in der Lage neue Verhaltensstrategien zu erlernen, welche einfacher (Selbst-) Organisationskompetenzen aufzeigen, die mit einer Medikation nicht erreicht werden kann. 

Schlussendlich wird deutlich, dass Interventionen bei ADHS im Erwachsenenalter noch nicht tiefgründig evaluiert wurden sind, wie zum Beispiel bei entsprechende Maßnahmen von Kindern und daher besteht ein  noch dringender Nachholbedarf.

MO25: Verhaltenstherapie 

Linderkamp/Lauth (2011). Wirksamkeit Pharmakologischer und Psychotherapeutischer Therapien bei ADHS im Erwachsenenalter 

Laut Linderkamp und Lauth lässt sich insgesamt sagen, dass Erwachsene mit ADHS ihre Alltagsbeeinträchtigungen nicht gut kompensieren können oder nur teils eingeschränkt praktizieren. Daher erforscht man regulierende Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Speziell für ADHS-Betroffene fehlen jedoch wirksame nachweise. Einige Wirkstoffe werden nur bedingt empfohlen, da eine geringe Wirksamkeit besteht oder diese auch zum Teil starke Nebenwirkungen hervorrufen. 

Neben Atomoxetin und Bupropion gibt es noch anderen Wirkstoffe die in Deutschland nicht zugelassen werden.

Neben der Medikamentösen Wirkstoffen beziehen sich Linderkamp und Lauth auch auf eine Psychoedukation, welche die spezifischen Kompetenzen übt und somit eine bessere Selbstorganisation garantiert. Außerdem werden ihnen Techniken gezeigt, welche die Betroffenen besser mit ihren Störungen umgehen lassen. 

In einer vorliegenden Metaanalyse wurden Wirksamkeitsstudien über psychotherapeutische Interventionen aufgestellt. Das Ergebnis zeigt die Interventionen verringern demnach, sowohl die ADHS Symptomatik, als auch die Alltagsbeeinträchtigungen.

Zusammenfassend kann man davon ausgehen, dass Psychotherapeutische Interventionen den pharmazeutischen Interventionen nicht nachstehe und diese sogar eine höhere Wirksamkeit erziele. 

Erwachsene mit ADHS sind in der Lage neue Verhaltensstrategien zu erlernen, welche einfacher (Selbst-) Organisationskompetenzen aufzeigen, die mit einer Medikation nicht erreicht werden kann. 

Schlussendlich wird deutlich, dass Interventionen bei ADHS im Erwachsenenalter noch nicht tiefgründig evaluiert wurden sind, wie zum Beispiel bei entsprechende Maßnahmen von Kindern und daher besteht ein  noch dringender Nachholbedarf.

Mand: Sie fassen den Beitrag gut zusammen. Für Meta-Analysen gelten allerdings besondere Regeln, Das ist nicht falsch, was Sie gemacht haben. Aber da fehlt noch etwas (z. B. die Auswahlkritierien und exemplarisch auch die Effektstärken). Ich würde sagen: Meta-Analysen sind besonders schwer zusammenzufassen. Deshalb widme ich diesem Thema eine eigene Sitzung (siebte Sitzung der Schreibwerkstatt). Und im Lektürseminar Inklusion werde ich auch noch einige Kennwerte erklären (u.a.: Cohens Effektstärke).

Haribo: In dem Zeitungsartikel „Hinschauen und Handeln kann Leben retten“ von Remo Ryser geht es darum ,was Lehrbetriebe und Schulen machen können , Schüler und Schülerinnen in einer gefährdeten Lebenslage frühzeitig zu erkennen und eine Eskalation zu verhindern. Die Berner Gesundheit („Berner Gesundheit unterstützt Schulen mit Präventionsberatung, Schulungen und Infoveranstalltungen und begleitet sie in der Umsetzung von konkreten Maßnahmen im Schulalltag“.) hat zusammen mit Pilotschulen Unterstützungsangebote entwickelt. Viele Jugendliche haben mit psychischen Problemen ,Depressionen  und suizidalen Gedanken zu kämpfen. Sie können sogar eine Gefahr für andere werden und im schlimmsten Fall ein Massaker anrichten. Lehrpersonen werden somit aufgefordert mit den Schülern und Schülerinnen frühzeitig zu sprechen .Wenn eine Suizidgefahr nach einem Gespräch nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Lehrer  sich sofort Hilfe von Fachpersonen suchen. Denn als Therapeut sollten sie nicht fungierten.Je früher die Lernenden Unterstützung bekommen und nicht mit ihren Problemen alleine gelassen werden, kann eine Eskalation verhindert werden.

Mand: Ja, Sie haben Sie haben wesentliche Positionen zutreffend zusammengefasst. Vielleicht noch zur Terminologie: Ein Zeitungsartikel bezieht sich auf Tageszeitungen, wie sagen wir die WAZ oder die SZ oder Wochenzeitungen (z. B. Die Zeit). Ein Zeitschriftenbeitrag bezieht sich auf Fachzeitschriften. Berufsbildung Schweiz ist eher eine Fachzeitschrift. Ggf. sollte man auch anders auf den Autor verweisen (d. h. z. B. ohne Nennung des Vornamens, Angabe der Jahreszahl). Aber dies wird noch Gegenstand einer gesonderten Sitzung sein.

Krümelmonster:

Wie ausgeprägt ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt?

Der Autor Thomas Eckert untersucht die mathematischen Beziehungen der gängigen Indikatoren zur Inklusion in den Schulen. Außerdem gliedert er auf, welche normativen Forderungen zu ihren Relationen möglich bzw. realistisch sind. In dem Zusammenhang fordert Wrase, dass man erst von einem tatsächlichen Trend zugunsten der Inklusion reden kann, wenn trotz steigender Inklusionsquoten die Exklusionsquoten sinken. Es stellt sich heraus, dass über die Förderquote hinaus einer der vier Indikatoren, also der Integrationsanteil, die Integrationsquote, der Separationsanteil und die Seperationsquote bekannt sein muss, um die anderen drei ermitteln zu können. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Analyse einen Beitrag zur Verbesserung der Nachvollziehbarkeit der Indikatoren zur Inklusion leistet.

Beide Analysen ergänzen sich ziemlich gut, denn für eine Inklusion auf dem Arbeitsmarkt ist ein Schulabschluss essentiell. Ebenso sagen beide aus, dass man mit dem Wort Inklusion vorsichtig umgehen müsse und kritisch betrachten sollte, wann man von einer guten Inklusion sprechen kann. 

Mand: Sie haben einige für den Beitrag wesentliche Informationen zusammengefasst. Kann sein, dass das vielleicht etwas zu knapp ist. Denn Eckert (2021) beschreibt ja, mit welchen Indikatoren man schulische Inklusion beurteilen kann. Diese Indikatoren sollten Sie in die Zusammenfassung aufnehmen, sonst müssten Sie später noch einmal nachsehen. Und man sollte vielleicht auch sagen, dass sich Eckert dagegen ausspricht, vor allem auf die Seperationsquoten (also der Anteil der Förderschüler*innen an allen Schüler*innen) zu schauen, wie dies Klemm vorschlägt. Man muss sich dann überlegen, ob das überzeugend ist, was Eckert sagt. Die anderen Kennwerte stiften ja einige Verwirrung. Und möglicherweise geschieht dies ja nicht ohne Hintergedanken. Wer irreführende Indikatoren verteidigt, ist vielleicht daran interessiert, die Verhältnisse etwas inklusiver aussehen zu lassen, als sie sind. Das wäre also ein möglicher Kritikpunkt an Eckert.

Eckert (2021) bezieht sich ja ziemlich deutlich auf den Schulbereich. Man kann ggf. überlegen, dass man die dort üblichen Kennwerte auch auf den Berufsbereich übertragen kann. Folgt man Klemm, so sind Aussagen über Inklusion auf dem Arbeitsmarkt entsprechend nur möglich, wenn man z. B. auch weiß, wie viele Menschen mit Behinderungen in den WfbM arbeiten. Das wäre vielleicht tatsächlich ein interessanter Ansatz.

Formal möchte ich auch bei dieser Zusammenfassung noch einmal darauf hinweisen, dass es wichtig ist, die Jahreszahl und auch Seitenzahlen in die Zusammenfassung einzubauen. Der Vorname ist dagegen in den meisten Zitationsformaten entbehrlich.

Vierte Sitzung

Nun besteht eine Hausarbeit ja nicht allein aus der Zusammenfassung eines Beitrags. Sondern man fasst viele Beiträge zusammen. Der podcast der heutigen Sitzung geht der Frage nach, wie man in solche Übersichten eine vernünftige Struktur hineinbringt. Dabei gibt es unterschiedliche Optionen.

Aufbau von Uebersichtskapiteln

Sushi 2011: Da ich in meiner Hausarbeit den Integrationsbegriff und seine Umsetzung von Deutschland und Norwegen vergleichen möchte, habe ich jetzt keine andere Perspektive gewählt(beim letzten Mal hab ich bereits einen Vergleich zusammengefasst) sondern einen Teil einer Studie über die Integration in Deutschlandzusammengefasst. Deswegen lies sich für mich jetzt erstmal keine Bewertung erschließen, da ich mich bislang unzureichend mit dem alleinigenBegriff der Inklusion in Norwegen befasst habe.

www.pedocs de/volltexte/2021/22194/pdf/Bengel_2021_Schulentwicklung_Inklusion pdf

Schulentwicklung Inklusion. Empirische Einzelfallstudie eines Schulentwicklungsprozesses (2019)

Seit den Ergebnissen der UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion als solches auch für das Schulsystem als verpflichtend anzusehen. Bengel bringt an, dass erst seit 2009 inklusive Anteile der Schulpädagogik den inklusiven Anteil als Pflichtbestandteil ansehen, und nicht wie in anderen Ländern seit Generationen von selbst praktizieren. Das Ziel der Inklusion wird hier als mehr Zugangsmöglichkeiten zum Besuch von Regelschulen formuliert und in diesem Zuge wird erläutert, dass die Entwicklung in diesem Bereich nur langsam voranschreitet. Bengel sieht hier nur einen schleichenden Anstieg von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen. Auch ist hier zu erwähnen, dass dieser Anstieg nicht mit der Reduzierung von Förderschulen in Deutschland einhergeht. Auch ist zu erwähnen, dass erst seit 2009 Inklusion als menschenrechtsbasierter Anspruch in Deutschland zu formulieren ist und Deutschland bei dieser Entwicklung zu den langsameren Ländern gehört. Bengel sieht auch die Schulorganisation als ein Problem der Inklusion an, denn viele Organisationen verlangen eine strikte Trennung von Behinderten und Nicht behinderten Kindern oder dem Grad von Behinderung.

Mand: Ja, ok. Kann man so machen. Ich würde vielleicht noch darauf hinweisen, dass diese Analyse Bestandteil einer qualitativen Studie ist. In ihrer Einzelfallstudie stellt Bengel (2021) fest …

Haubenhuhn: Doris Gebhard, Eva Mir Hrsg.( „Gesundheit und Prävention für Menschen mit Demenz, Grundlagen und Interventionen“, Kapitel 11, (Seite 169-179)-„ Bewegung und Demenz“, Springer 2019

In dem Buch „Gesundheit und Prävention für Menschen mit Demenz, Grundlagen und Interventionen“, beschreibt Doris Gebhard im Kapitel 11 „ Bewegung und Demenz“ die Mobilitässituation von Menschen mit Demenz, Konzepte der Bewegungsförderung, die Evaluation von Förderprogrammen und ein Praxisbeispiel für ein Bewegungsangebot.

Gebhard sieht in Bewegung nicht nur das Potenzial dem Demenzsyndrom vorzubeugen, sondern auch die Krankeit zu verzögern oder zu verlangsamen. Gleichzeitig sieht sie aber in Demenzkranken Menschen auch eine Hochrisikogruppe für Mobilitätseinschränkungen und Sturzgeschehen. (Seite 170). So beschreibt Gebhard anhand von Studien, dass Menschen mit Demenz eine schlechtere Gehfähigkeit, ein geringeres Aktivitätslevel und eine höhere Sturzhäufigkeit als gesunde alternde Menschen aufweisen. ( Seite171). 

Trotzdem stellt sie ein höheres Interesse an dem Thema Bewegung und Demenz fest. ( Seite 172) So werden inzwischen viele Interventionsprogramme zur Bewegungsförderung eingesetzt und auch die Effekte von Bewegung auf die Demenzerkrankung erforscht. Dabei konnten zwar in Einzelstudien positive Effekte belegt werden, die sich aber in der Gesamtbetrachtung wieder relativierten (Seite 172)

In ihrem Fazit bestätigt Gebhard noch einmal, dass es zur Zeit keine wissenschaftlich gesicherten Aussagen gibt, wie und unter welchen Rahmenbedungen Bewegung mit Menschen mit Demenz wirkt. Weisst aber darauf hin, dass es in der Literatur viele Anknüpfungspunkte zur Ausgestaltung von Bewegungsprogrammen gäbe, nicht zuletzt, das von Ihr beschriebene Praxisbeispiel, welches sich als praxistauglich erwiesen hätte.(Seite 179)

Mand: Ja, so sollte eine Zusammenfassung aussehen.

Mihja: Ich habe bisher keinen Aufsatz bezüglich meines Themas gefunden, der gegenteilige Auffassung zu den Auswirkungen des Suchtverhalten beschreibt. Allerdings Anhaltspunkte zu Kindern, welche offenbar unbeschadet solchen Voraussetzungen entgehen. 

  • Henning Mielke; BAJ, Dossier 1/2017
  • Kinder suchtkranker Eltern
  • Mielke beschreibt unter anderem einen bis zu 6fach erhöhten Risikofaktor zur Suchterkrankung bei Kindern aus Familien mit suchtkranken Eltern gegenüber Familien ohne Suchtbelastung (S.1, Abs. 4)
  • Hierbei seien genetische Dispositionen (erhöhte Alkoholverträglichkeit), als auch Vorbild/Nachahmung/Lernen ausschlaggebend (S.1, Abs.4)

Mielke schreibt, Kinder suchtkranker Eltern seien als größte Sucht-Risikogruppe zu sehen (S.1, Abs.4)

  • Mielke sagt auch, dass ca. 1/3 der betroffenen Kinder der Situation unbeschadet entgehen (Resilienzfaktoren) 
  1. Tragende Beziehung zu Person außerhalb der Kernfamilie/verlässliches gegenüber
  2. Einsicht über Krankheitsbestand der Eltern

(S.2, Abs. Pädagogische Aspekte)

Mand: Sie fassen den Beitrag angemessen zusammen. Allerdings müssten Sie diese noch umformulieren, wenn Sie diesen Beitrag in Ihre Hausarbeit einarbeiten wollen. In Hausarbeiten müssten Sie sparsamer mit Spiegelstrichen umgehen.

Dass Sie keinen Beiträge finden, die suchtkranke Eltern nicht als Risikofaktor einschätzen, selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln, könnte darauf verweisen, dass dieser Punkt unstrittig ist. Das gibt es durchaus. Für Ihre Hausarbeit ist das aber ein Problem. Denn Sie sollen ja irgendwie analysieren und interpretieren. Sie sollten also Ihre Fragestellung überarbeiten. Es wäre z. B. denkbar, dass Sie Fragestellungen in Richtung Resilienz finden. Durchaus denkbar, dass es unterschiedliche Präventionsprogramme gibt, die man vergleichen könnte – wenn nicht zum Thema Suchterkrankungen, dann zumindest doch zum Thema Kinder psychisch kranker Eltern.

Aloha: Da ich leider keine andere Studie oder Artikel über den Gebrauch des Medikamentes SSRIS im Hinblick auf selektiven Mutismus gefunden habe, die auch frei zugänglich war, habe ich nun eine andere Studie zusammengefasst, die für das Thema selektiver Mutismus bei Kinder aber durchaus auch relevant ist, wo es aber keine Position zu vergleichen gibt im Hinblick auf die erste Veröffentlichung die ich zusammengefasst habe.

Beate Oerbeck, Kristin Romvig Overgaard1, R. Lindsey Bergman2, Are Hugo Pripp3

and Hanne Kristensen4

The Selective Mutism Questionnaire: Data from typically developing children and children with selective mutism

Die oben genannte Studie befasst sich mit der Messung des Grades von selektivem Mutismus. Dabei wurden einmal eine Gruppe Eltern befragt, deren Kinder selektiven Mutismus aufweisen und Eltern deren Kinder dies nicht tun. Die Gruppen wurden einmal zu Beginn der Studie befragt, nach sechs Wochen und einmal nach einem Jahr. Dabei wurden die Kinder mit selektivem Mutismus nicht medikamentös behandelt, befanden sich aber in therapeutischer Behandlung. Die Befragung hatte drei Schwerpunkte: einmal das Sprechverhalten zuhause, in der Schule und in der Öffentlichkeit. Dabei wurden die Lehrer der jeweiligen Kinder ebenfalls befragt. Abschließend sagt die Studie aus, dass man die Daten der Kinder mit und ohne Mutismus gut vergleichen kannpage1image8224320page1image8222592

und dass man somit den Grad des selektiven Mutismus sehr gut einschätzen kann. Außerdem sah man bei den Kindern mit selektiven Mutismus, die sich in therapeutischer Behandlung befanden einen großen Fortschritt im Hinblick auf ihr Sprechverhalten.

Mand: Sie fassen wesentliche Inhalte der Studie korrekt zusammen. Was man genau beachten muss, wenn man empirische Studien vorstellt, wird Gegenstand der nächsten Sitzungen sein.

Mir sind noch zwei Dinge aufgefallen: Die Studie soll ja dem Zweck dienen, Daten nicht mutistischer Kinder bereit zu stellen, um Daten für einen Vergleich zu haben. Dies sollten sie erwähnen. Und sie nennen in der Zusammenfassung nicht die Autor*innen. Wenn Sie diese Zusammenfassungen in einer Hausarbeit verwenden wollen, müssen Sie entsprechend einige Sätze umformulieren – Overbeck et al (2020) untersuchen …

Mo25: Eine Gegenposition zu meiner ersten Studie habe ich leider nicht gefunden. Aber eine andere Sichtweise des ganzen jedoch schon.

Ergebnisse der RAABE-Studie 

Von Johannes Thome; Kerstin Behnke; Markus Gleitz; Lydia Steer; Martina Weiher; Joerg Hasford Qualität und Struktur der ambulanten Versorgung von erwachsenen Patienten mit ADHS 

Laut den genannten Autoren möchte die Studie zeigen, welchen Einfluss die psychopharmakologischen und psychotherapeutischen Behandlungsoptionen auf die erwachsenen hat. Betroffene einer psychopharmakologischen Behandlung berichten von negativen psychosozialen Auswirkungen, welche meist durch Suchterkrankungen noch verschlimmert werden.

Die deskriptiven Analysen lassen daher Rückschlüsse auf mögliche Versorgungsdefizite und Schlussfolgerungen für eine Verbesserung der Versorgungssituation zu. 

In anonymisierten Daten der kassenärztlichen Vereinigungen können wesentliche Informationen über das Zustandsbild der Versorgungssituation in Deutschland geben. Es zeigt welchen Stellenwert das Erkrankungsbild mittlerweile in der Fachwelt hat und gibt Auskunft darüber, wie evidenzbasiert die Patienten jedes alters versorgt werden können. Auch die Pharmakotherapie soll in den Vordergrund rücken und schon bei einer leichten Symptomausprägung zum Einsatz kommen, damit die Symptome der Betroffenen bei vorhandenem Leidensdruck behandelt werden können. 

Die Studie zeigte auch, dass die Hausärzte bei einer Erstdiagnose als „Anlaufstelle“ fungieren. Jedoch suchen nur etwa ein drittel der Betroffenen, innerhalb eines Jahres einen zusätzlichen Facharzt auf. Die Fachärzte stellen jedoch dann weitere psychiatrische Störungen des Patienten fest. Dies unterstreicht die Notwendigkeit zusätzlicher Fortbildungsangebote und die Kooperation zwischen Haus- und Fachärzten. Die Einführung neuer diagnostischer Instrumente könnte sich ebenfalls als sehr nützlich gestalten. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die intensive Aufklärung der Patienten sowie die regelmäßige Beratung während der Therapie, anhand dieser Befunde, sich als notwendig erweist. 

Außerdem ist positiv zu bewerten, dass ADHS-Patienten zusätzlich neben einer Pharmakotherapie häufig auch eine Psychotherapie erhalten. Es scheint als sei das „multimediale“ Therapiekonzept weitgehend in die Versorgungsrealität übertragen worden zu sein. 

Abschließend kann man sagen, dass offensichtlich erhebliche Defizite in der Versorgungssituation erwachsener Patienten mit ADHS besteht.

Mand: Den Beitrag haben Sie angemessen zusammengefasst.

Es ist m. E. aber sinnvoll, zumindest bei einer späteren Aufnahme in eine Hausarbeit auch im Text einige Male auf die Autor*innen zu verweisen. Thome et al (2019) möchten in ihrer Studie zeigen … Dies hat den Zweck, eindeutig zu klären, welche Positionen von den zusammengefassten Autor*innen stammen und welche nicht. Wenn Sie hier nicht sehr sauber arbeiten, könnte man Ihnen Plagiatsabsichten unterstellen. Es fehlen auch die Seitenangaben. Die kann man zwar noch später einfügen. Aber m. E. sparen Sie sich Arbeit, wenn Sie das gleich in der Zusammenfassung erledigen.

Regenbogen: Ich habe leider keine Gegenpositionen zu der EMDR und DBT Therapie gefunden.Ich würde das Thema gerne für die Hausarbeit bearbeiten und benötige vielleicht nochmal Hilfe bei der Ausarbeitung der Fragestellung.Bisher habe ich sie relativ offen gelassen wollte aber die Wirksamkeit der Therapieansätze ausarbeiten.Vielleicht könnten Sie mir hier nochmal helfen.Ich habe jetzt erstmal eine Studie der DBT Therapie rausgesucht, in der letzten Woche hatte ich mich eher mit der EMDR Therapie befasst.

Studie

Dialectical behaviour therapy for posttraumatic stress disorder related to childhood sexual abuse: a pilot study in an outpatient treatment setting”

Autoren: Regina SteilClara DittmannMeike Müller-EngelmannAnne DyerAnne-Marie Maasch, and Kathlen Priebe

Die Studie befasste sich mit 21 Teilnehmer die unter einer CSA PTBS litten und somit traumatische Erfahrungen in ihrer Kindheit erlebten und vier Kriterien einer Borderline Störung diagnostiziert haben. Die Teilnehmer mussten das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Die Studie untersuchte die die Akzeptanz, Sicherheit und die Behandlungseffekte der ambulanten DBT- PTBS bei Frauen die an einer CSA- bedingten PTBS und Symptomen von Emotionsregulationschwierigkeiten litten. Die Patientinnen wurden zu Angang der Studie nach ihren Verhaltensweisen der letzten vier Wochen im Zusammenhang mit ihrer PTBS befragt (Selbstmordgedanken, Selbstverletzendes Verhalten). Im Laufe der Behandlung wurden neue Befragungen durchgeführt und somit die Wirksamkeit der Behandlung und die Auswirkungen auf die Symptome der PTSB beobachtet und besprochen.

Während der Therapie zeigte sich eine große Akzeptanz der Patienten, vier Patienten brachen die Therapie ab (Umzug, Auschluss wegen Drogen- Alkoholmissbrauch, zwei Patientinnen brachen aus Motivationsgründen ab). Die Studie ergab, dass im Anschluss der Nachbehandlung 97% der Patienten eine Abschwächung der PTBS, 67% der Stichproben ergaben, dass die Kriterien einer Borderlineerkrankung nicht mehr erfüllt wurden.

Die Studie zeigt, dass eine DBT Therapie sich positiv auf einer PTBS sowie auf den Kriterien einer Borderlineerkrankung haben kann. Allerdings sit dies eine kleine Studie mit wenigen Teilnehmer und zeigt den Erfolg der Therapie nur Stichprobenartig.

Mand: Sie fassen den Inhalt der Studie angemessen zusammen. Kann sein, dass Sie noch etwas an der Terminologie arbeiten müssen (z. B. Gebrauch des Begriffs „Stichprobe“). Aber dies wird noch Gegenstand beider Seminare sein.

Dass Sie in Ihrer Datenbankrecherche keine Gegenpositionen gefunden haben, zeigt zunächst, dass der Einsatz von DBT und EMDR nicht Gegenstand einer Fachkontroverse ist. Das Problem liegt eher auf einer anderen Ebene. Es gibt inzwischen einige Angebote offenkundig nicht angemessen qualifizierter Traumatherapeut*innen, die sich z. B. an Menschen richten, bei denen retrospektiv, also nach vielen Jahren Missbraucherlebnisse „aufgedeckt“ werden. Diese „Therapie“ wird dann privat abgerechnet. Oder die betreffenden Personen arbeiten z. B. in vom Jugendamt finanzierten Einrichtungen, die traumtherapeutische bzw. traumapädagogische Angebote machen. Das Problem an diesen Angeboten: Man kann hier wirklich einiges falsch machen. Und diese „Behandlungen“ erfolgen ohne oder z. T. sogar gegen ärztlichen Rat. Die Behandlung von PTBS ist Aufgabe von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen mit Kassenzulassung. Die unseriösen haben andere Qualifikationen (z. B. Studium der Psychologie ohne Psychotherapieausbildung, z. T. Soziale Arbeit und Fort- oder Weiterbildungen).

Was bedeutet dies für eine Hausarbeit? Sie haben hier mehrere Optionen: Sie könnten z. B. also in Ihrer Hausarbeit seriöse mit unseriösen Methoden vergleichen. Die unseriösen finden Sie u.a. in FIS. Oder Sie könnten versuchen herauszufinden, ob eine Behandlung mit DBT oder PTBS erfolgen sollte. Vielleicht gibt es sogar Studien, in denen beides kombiniert wird. In diesem Fall könnte man auch untersuchen, ob die Kombination sinnvoll ist.

Vocke 2000: 1656-62. doi: 10.1016/j.ridd.2013.02.005. Epub 2013 Mar 15. Rianne J Zaal 1Annemieke D M van der KaaijHeleen M EvenhuisPatricia M L A van den Bemt (2013). Prescription errors in older individuals with an intellectual disability: prevalence and risk factors in the Healthy Ageing and Intellectual Disability Study.

Die Studie befasst sich mit Verschreibungsfehlern von Medikamenten für ältere Menschen mit intellektuellen Behinderungen und welche Risiken dabei auftreten können. 

Es wurden 600 Teilnehmer die ungefähr 50 Jahre alt sind, eine ID (Intellectual Disability) haben und Medikamente nutzen die von der Healthy Ageing and Intellectual Disability (HA-ID) Study ausgewählt wurden. Es wurden Teilnehmer mit- und ohne Verschreibungsfehlern miteinander verglichen um mögliche Risikofaktoren zu identifizieren. 

Die Ergebnisse lauten wie folgt (1:1 kopiert):

„The prevalence of individuals with one or more prescription errors was 47.5% (285 of 600 individuals; 95% confidence interval (CI) 43-52%). Relevant errors, defined as errors that actually do require a change of pharmacotherapy, were identified in 26.8% of the individuals (161 of 600 individuals; 95% CI 23-30%). Higher age (adjusted odds ratio (OR adj) 1.03; 95% CI 1.01-1.06), less severe intellectual disability (moderate: OR adj 0.48; 95% CI 0.31-0.74 and severe: OR adj 0.56; 95% CI 0.32-0.98), higher BMI (OR adj 1.04; 95% CI 1.01-1.08), higher frailty index (0.39-0.54: OR adj 2.4; 95% CI 1.21-4.77 and ≥ 0.55: OR adj 3.4; 95% CI 1.03-11.02), polypharmacy (OR adj 8.06; 95% CI 5.59-11.62) and use of medicines acting on the central nervous system (OR adj 3.34; 95% CI 2.35-4.73)”

Jedoch wurde all das unabhängig mit dem Auftreten von Verschreibungsfehlern in Verbindung gebracht.

Anmerkung Mand: Leider kann ich von hier aus den Volltextlink nicht öffnen. Deshalb muss ich die Zusammenfassung auf Basis des Abstracts betrachten (Ich nehme an, das haben Sie auch getan?). Der erste Teil der Zusammenfassung ist vollkommen in Ordnung. Das längere Zitat ist allerdings ungewöhnlich. Ich vermute, das hängt auch damit zusammen, dass Sie unsicher sind, wie die Kennwerte zu interpretieren sind. Ein Weg, zu verstehen, was gemeint ist, besteht darin, sich den Diskussionsteil anzusehen. Sie können dann zumindest zusammenfassen, wie die Autor*innen die Kennwerte interpretieren. Ich vermute, das läuft darauf hinaus, dass Verschreibungsfehler z. B. insbesondere dann wahrscheinlich sind, wenn viele Medikamente verschrieben werden, bzw. wenn Medikamente verschrieben werden, die auf das zentrale Nervensystem wirken (vielleicht geht es hier um Psychopharmaka).




Fünfte Sitzung

Einige Studierende der Schreibwerkstatt haben das ja schon getan: Eine empirische Studie zusammenfassen. Das ist gar nicht so einfach. Denn hier gibt es besondere Regeln, was in eine solche Zusammenfassung gehört. Wichtig ist z. B., dass man angibt, mit wie viel Befragten die Studie arbeitet (Fachbegriff: Stichprobenumfang). Man muss sagen, wie die Untersuchung an die Befragten bzw. Beobachteten herangekommen ist (Stichprobengewinnung). Und man muss auch festhalten, wie viele der ursprünglich um eine Mitwirkung gebetenen Personen sich an der Untersuchung beteiligt haben (Rücklauf) oder (das ist dann ganz schlecht), ob die Autor*innen etwa keine Angaben zum Rücklauf machen.

Empirische Studien zusammenfassen

Haubenhuhn: Hier mein Link zur Aufgabe:

Kezia Scales, PhD,1 Sheryl Zimmerman, PhD,2,3 and Stephanie J Miller, MSW3 (2012)_ Evidence-Based Nonpharmacological Practices to Address Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia

Leider ist diese Meta-Analyse aus 2012, ist das zu alt? Dann hätte ich noch ein Review von 2018:

Henry Brodaty, Caroline Arasaratnam, B. (2018). Meta-Analysis of Nonpharmacological Interventions for Neuropsychiatric Symptoms of Dementia

Ich habe aber noch einige Fragen:
1. Publikationen zu einem Vergleich von nichtpharmakologischen Therapien und pharmakologischen Therapien habe ich bisher nicht gefunden.Kann ich auch eine Fragestellung formulieren, die nach der Wirksamkeit von nichtpharmakologischen Therapien fragt ?
Also zum Beispiel: Welche Formen von nichtpharmakologischen Therapien bei der Demenz gibt es und welche Art hat sich als effektivste erwiesen? 
2. Nun ist ja diese  Meta-Analyse aus dem American journal of psychiatry, wie finde ich denn die issn ?
3. Wie hättten Sie denn die Publikation aus der letzten Woche beurteilt?

Mand:

Ob eine Publikation aus dem Jahr 2012 zu alt ist, hängt davon ab, was Sie sonst noch so finden. Grundsätzlich gilt aber: In der Medizin sind neun Jahre eine Menge. Wie man Review und Meta-analysen zusammenfasst wird noch Gegenstand einer weiteren Sitzung sein.

ad 1. Die Idee ist ja, dass Sie den Vergleich machen. Sie schauen sich die nicht-pharmakologischen Therapien an. Und Sie schauen sich die pharmakologischen Therapien an. Sie vergleichen und entscheiden dann, wie Sie die pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Therapien einschätzen. Die Effekte könnten sich unterscheiden. Die Effekte können sich gleichen. Oder sie können sehr unterschiedlich ausfallen. Ohne einen Vergleich fehlt Ihnen vermutlich der Maßstab, um zu entscheiden, wie Sie die vorgeschlagenen therapeutischen Methoden einschätzen. Und vermutlich besteht die Gefahr, dass Analyse und Interpretation eine nur untergeordnete Rolle spielen.

ad2 Die issn bezieht sich auf deutschsprachige Publikationen. Englischsprachige Zeitschriften finden Sie in der Zeitschriftendatenbank über den Titel.

ad3: Mir fehlt leider die Zeit, um die Beiträge ausführlich zu bewerten. Das schaffe ich einfach nicht, insbesondere, wenn es sich um längere Texte handelt. Hört sich eher an wie eine freundliche Einführung ins Thema.

sushi2110: Auf dem Weg zur schulischen Inklusion in Nordrhein-Westfalen (Klemm, Preuss-Lausik 2011) über Schulministerium NRW

Bei dieser Studie handelt es sich um eine Bestandsanalyse aus Nordrhein-Westfalen, es wurden Daten aus allen Bundesländern gesammelt und basierend auf den Forschungsergebnissen formulieren Klemm und Preuss einige Empfehlungen für die Realisierung von Inklusion in Deutschland. Die Forschungsergebnisse gaben an, dass die Förderquote in Deutschland bei 6,2% liegt. Das bedeutet, dass es 485.000 Menschen mit Förderbedarf gibt und davon 388.000 Menschen an einer Förderschule unterrichtet werden. Somit ist der Anteil an SchülerInnen, der an Regelschulen unterrichtet wird schwindend gering. Auch halten Klemm und Preuss fest, dass es gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt, so liegt die allgemeine Förderquote im Rheinland bei 4,7% und in Niedersachsen bei 7,2%. Zudem ließ sich feststellen, dass 56,9% der SchülerInnen die Förderschule im Jahr 2011 ohne Abschluss verlassen haben. Auch die Exklusionsrate stieg von 4,6% auf 5,0%.

Klemm und Preuss formulieren in diesem Zuge, dass eine Schule ohne Diskriminierung, aktive Partizipation orientierend an den Ergebnissen der UN-Behindertenrechtskonvention, schulische Vernetzung untereinander, eine gemeinsame Planung der Förderziele und ein Verzicht auf Feststellungsdiagnosen beziehungsweise eine Einführung von schulinternen Prozessdiagnosen unbedingt nötig sei, um eine schulische Integration zu schaffen. Die oben aufgeführten Punkte bilden allerdings nur die Basis, weitere Ziele und Änderungen auf dem Weg zur Inklusion sind unverzichtbar.

Mand: Ja, würde ich auch so sehen. Man muss allerdings beachten:Es handelt sich um ein Gutachten von erklärten und prominenten Inklusionsanhängern.

Rose:

Bericht (Kurzfassung) zur Evaluation des Projekts

Papilio®Ein Programm für Kindergärten
zur Primärprävention von Verhaltensproblemen und
zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenz im Kindergarten. Ein Beitrag zur Sucht- und Gewaltprävention.

Ein Programm für Kindergärten zur Primärprevention von Verhaltensproblemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Kindergarten. Ein Beitrag zur Sucht und Gewaltprävention.Papilio ist ein Kindergartenprogramm, mit dessen Hilfe Verhaltensprobleme vermindert werden sollen. (S.3)Einzelne Maßnahmen werden innerhalb des Kindergarten Alltages integriert.

 Die Stichpunktartige Studie wurde im Landkreis Augsburg sowie in den Langkreisen Aichach-Friedberg durchgeführt. 25 Kindergärten mit 716 Teilnehmern. Die Umfrage wurde per Elternfragebogen ausgefüllt und von den Erzieherinnen ausgewertet. Diese wurden nach sozioökonomischen und Bevölkerungsstruckturen-Merkmalen ausgewählt. Die Auswertung ergab, dass sich das Gesamtproblem hinsichtlich der Verhaltensaufalligkeiten der Kinder verringerte. Bei den Kindern der Interventionsgruppe deutlich stärker als bei den Kindern aus dem KG.(S.15)

Mand: Ja, eine sicher interessante Studie. Mein Eindruck ist allerdings nicht ganz so positiv. Was wir hier sehen ist ein Evaluationsbericht über ein Programm, das wohl von den teilnehmenden Eltern und Erzieher*innen positiv bewertet wurde. Wichtig ist: Es gibt 3 Erhebungszeitpunkte. Es handelt sich also um eine Längsschnittstudie. Dies ist positiv und gehört in jedem Fall in die Zusammenfassung. Auch die randomisierte Zuteilung der Probanden in Versuchs- und (Warte-)Kontrollgruppe ist sicher ein Pluspunkt, der ebenfalls erwähnt werden sollte. Der Stichprobenumfang ist völlig in Ordnung. Allerdings ist mir die Angabe: in Kindertagesstätten im Raum Augsburg – zu ungenau, um Aussagen darüber machen zu können, ob es sich um eine Totalerhebung handelt. Und ich habe auf die Schnelle auch keine Angaben zum Rücklauf gefunden. Es handelt sich zumindest nicht um eine Publikation in einer Fachzeitschrift. Wenig Literatur, ein paar nicht ganz klare Abbildungen und wenig statistische Kennwerte. Vielleicht ist es das, was Sie mit stichpunktartige Studie meinen? Wenn ich das richtig verstanden habe, evaluieren die Teilnehmer*innen des Programms den Erfolg des Programms. Das ist nicht ganz ungewöhnlich. Das Fazit, dass die PAPILIO-Maßnahmen dazu beitragen können, Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern erheblich zu reduzieren und ihr prosoziales Verhalten zu erhöhen, halte ich deshalb für etwas gewagt. Man muss die Frage stellen, ob Nicht-Beteiligte Personen dies ggf. anders sehen könnten. Mal sehen, was die Lehrer*innen sagen.

Rose: Ich habe noch einmal geschaut, ich hoffe sie finden diese beiden Dissertationen zufriedenstellend.

Iseli (2014). Gewalt an Schulen. Relevanz der Persönlichkeitsfaktoren von Lehrpersonen für die schulische Gewaltprävention.

Pohl (2015). Wann kann frühe Gewaltprävention gelingen?

Mand: Ja, das sehe ich auch so. Beides sind solide Dissertationen, die sicher einschlägig für Ihr Thema sind. Fachliteratur wird umfänglich rezipiert. Der empirische Teil entspricht zumindest den wichtigsten Standards. Können Sie uneingeschränkt verwerten. Dass ich den Papillo-Evaluationsbericht kritisch sehe, heißt übrigens nicht zwingend, dass Sie diesen nicht in eine Hausarbeit einbeziehen können. Ist wohl eher eine Fassung für statistische Laien. Man könnte prüfen, ob inzwischen auch ein wissenschaftlicher Beitrag erschienen ist.

Mo25:

Mein Thema ist noch nicht genauestens konkretisiert. Ich möchte gerne über die Therapie von ADHS im Kindes-und Jugendalter, bis hin zum Erwachsenenalter, schreiben. Abweichungen und Änderungen meiner Idee können aber noch auftreten. 
Aus der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendaltersder Universität zu KölnDirektor: Universitätsprofessor Dr. Gerd Lehmkuhl
Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)im Kindes- und Jugendalter:Veränderungen unter Therapie und im Langzeitverlauf mit besonderer Berücksichtigung der Effekte auf die intellektuelle Leistungsfähigkeit

Mand: Die Diss von Schürmann 2012 ist in jedem Fall eine interessante Quelle für den avisierten Themenbereich.

Mihja: Roth 2011, Langzeitevaluation eines psychologischen Trainings für adipöse Kinder und ihre Eltern (TAKE), Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 2011,60,4,S.304-321

Bei der Studie handelt es sich um eine randomisierte, quantitative Studie des Kinder- und Jungendpsychiatrischen Dienst Bruderholz und dem Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Basel. Es wurde eine Auswertung zur Effektivität von reinem Elterntraining zu parallel geführtem Eltern- und Kind- Training des Schulungsprogrammes TAKE, in Beug auf psychische Effekte und BMI-Veränderungen, in zwei Parallelgruppen gemacht. 

59 übergewichtige und adipöse Kinder u. ihre Mütter zur Studie aufgenommen über Pädiaterzuweisung, Inserate und Vorträge. Grundlage stellt eine telefonbasierte psychologische und somatische Untersuchung dar, folglich randomisierte Zuordnung zur Parallelgruppe,6- Monatsfollow- up und Nachbefragung. Zugrundeliegend sind Katamnesedaten der Teilnehmer von 64 Monaten. 

(Seite 307-308)

Ergebnis untermalt die Wichtigkeit der Mittherapie der Mutter, wobei gleichermaßen große Therapieerfolge beider Parallelgruppen vorliegen unter Berücksichtigung der Studieneinschränkung durch hohe Abbruchquoten und geringe Teilnahme.  

(S.317/318)

Mand: Ja, sie fassen entscheidende Kennwerte zusammen. Was m. E. noch fehlt, ist die Frage, wie die Stichprobe gewonnen wurde. Das hört sich nach einer klinischen Studie an (also: die nehmen Patienten, die bei ihnen vorgestellt wurde). Aber das sagen Sie nicht. Es fehlen auch Angaben zum Rücklauf (Wie viele haben nicht mitgemacht, obwohl sie gebeten wurden). Und – das habe ich glaube ich noch nicht erwähnt: Es fehlen in ihrer Zusammenfassung auch Angaben zur Drop-out-Rate, also Angaben darüber, wie viele Personen die Studie zu welchem Zeitpunkt verlassen haben.

Vielleicht noch eine stilistische Anmerkung: Sie können die Untersuchung vielleicht auch einfacher zusammenfassen. Beispiel. Anstelle: Es wurde eine Auswertung zur Effektivität gemacht … Die randomisierte Studie untersucht die Effektivität von … in drei Erhebungszeitpunkten (Pretest, Posttest, Follow up). Sie erhebt psychische Effekte, BMI-Veränderungen … Sofern ich Ihre Zusammenfassung richtig verstanden habe.

Haubenhuhn: Anbei die Zusammenfassung einer wissentschaftlichen Studie.
Ich bin mir noch sehr unsicher, ob alles so richtig ist. Muss ich  alle Fakten, die ich jetzt in der Einleitung erwähnt habe, wirklich erwähnen? 
Ist es wirklich eine Längsstudie? Es wurden zwar mehrere Messungen vorgenommen, aber der Zeitraum war nur 3 Monate.Ist es wirklich eine quantitative Studie? Es waren ja nur 61 Teilnehmende. Könnte ich den 4. Absatz auch weglassen, oder versteht man dann die Methode nicht mehr, so ist es halt sehr lang.

Das Ziel der Studie „ The utilization of robotic Pets in dementia care“ von 2016, veröffentlicht im Journal of Alzheimer Desease von Sandra Petersen, Susan Houston, Huanying Qin, Corey Tague und Jill Studey von der University of Texas war die Überprüfung der Wirksamkeit der PARO-Roboter-Tiertherapie zur Behandlung von demenzbedingten Symptomen wie Angst und Depression.

Insgesamt wurde die Stichprobe von 61 Patienten (23 % Männer, 77 % Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 83,4 Jahren und einer leichten bis mittelschweren Demenz nach dem Zufallsprinzip in die Kontroll- und die Behandlungsgruppe eingeteilt. Die Längsschnittstudie fand über einen Zeitraum von 3 Monaten statt. Die Teilnahme der Senioren aus zwei Seniorenresidenzen war freiwillig. 

Die Studie wurde in einem randomisierten Blockdesign mit wiederholten Messungen durchgeführt. Vor und nach den 3 Monaten, sowie vor und nach jeder Behandlung. Zu den Vorher-Nachher-Messungen gehörten: Rating for Anxiety in Dementia (RAID), Cornell Scale for Depression in Dementia (CSDD), Global Deterioration Scale (GDS), Pulsfrequenz, Pulsoximetrie, galvanische Hautreaktion (GSR) und Medikamentenverbrauch.

Die Interventionsgruppe wurde dreimal wöchentlich 20 Minuten lang mit dem PARO-Roboter-Haustier behandelt, d. h. Sie haben an einem Tisch gesessen, auf dem der Roboter saß und wurden aufgefordert mit diesem zu interagieren. Die Kontrollgruppe erhielt eine Standardbehandlung, die Musik, körperliche Aktivität und geistige Stimulation in ebenfalls 20-minütigen Abschnitten umfasst. 

Anhand der Daten aus der dreimonatigen Studie fanden die Forscher heraus, dass die Intervention mit dem PARO-Roboter eine praktikable Alternative zur Kontrolle von Angst- und Depressionssymptomen bei älteren Patienten mit Demenz darstellt, die häufig anstelle von pharmakologischen Mitteln eingesetzt wird. Sauerstoffsättigung, Pulsfrequenz, GSV, RAID und CSDD sowie der Medikamentenverbrauch wurden bei den Patienten in der Interventionsgruppe positiv beeinflusst, was auf eine Verbesserung der Symptomkontrolle hindeutet.

Für meine Fragestellung ist diese Studie interessant, da ich die Wirksamkeit von Therapien mit und ohne Medikamente bei Demenz vergleichen möchte. Leider ist es mir noch nicht möglich die vorhandenen Tabellen zu verstehen und auszuwerten, um mir ein Urteil bilden zu können, ob diese Studie wirklich so bedeutsam ist, wie in der Diskussion beschrieben.

Mand: Eine randomisierte Studie ist normalerweise auch dann quantitativ, wenn sie mit einer kleinen Stichprobe arbeitet. Sie haben Recht. Eine wirklich wichtige Studie liegt nicht vor. Zu kleine Stichprobe, zu kurzer Interventionszeitraum. Kann aber sein, dass Sie nicht allzu viel Auswahl haben.

Man kann Ihre Zusammenfassung bei Bedarf aber noch kürzen. Sie packen die Informationen einfach in weniger Sätze.

Z. B. so: Petersen et al (2016, Seite) untersuchen in einer randomisierten Längsschnittstudie den Einsatz von Parat-Roboter-Haustieren bei 61 dementiell erkrankten Männern und Frauen im Alter von durchschnittlich 83,4 Jahren. Die Kontrollgruppe erhielt eine Standardbehandlung mit Musik und Bewegungsangeboten. Petersen et al (2016, Seite) stellen fest, dass die Intervention mit dem PARO-Roboter eine praktikable Alternative zur Kontrolle von Angst- und Depressionssymptomen bei älteren Patienten mit Demenz darstellt, die häufig anstelle von pharmakologischen Mitteln eingesetzt wird.

Vocke2000:

Prescription errors in older individuals with an intellectual disability: prevalence and risk factors in the Healthy Ageing and Intellectual Disability Study

Die Studie befasst sich mit Verschreibungsfehlern von Medikamenten für ältere Menschen mit intellektuellen Behinderungen und welche Risiken dabei auftreten können. 

Es wurden 600 Teilnehmer die ungefähr 50 Jahre alt sind, eine ID (Intellectual Disability) haben und Medikamente nutzen die von der Healthy Ageing and Intellectual Disability (HA-ID) Study ausgewählt wurden. Es wurden Teilnehmer mit- und ohne Verschreibungsfehlern miteinander verglichen um mögliche Risikofaktoren zu identifizieren. 

Die Ergebnisse lauten wie folgt (1:1 kopiert):

„The prevalence of individuals with one or more prescription errors was 47.5% (285 of 600 individuals; 95% confidence interval (CI) 43-52%). Relevant errors, defined as errors that actually do require a change of pharmacotherapy, were identified in 26.8% of the individuals (161 of 600 individuals; 95% CI 23-30%). Higher age (adjusted odds ratio (OR adj) 1.03; 95% CI 1.01-1.06), less severe intellectual disability (moderate: OR adj 0.48; 95% CI 0.31-0.74 and severe: OR adj 0.56; 95% CI 0.32-0.98), higher BMI (OR adj 1.04; 95% CI 1.01-1.08), higher frailty index (0.39-0.54: OR adj 2.4; 95% CI 1.21-4.77 and ≥ 0.55: OR adj 3.4; 95% CI 1.03-11.02), polypharmacy (OR adj 8.06; 95% CI 5.59-11.62) and use of medicines acting on the central nervous system (OR adj 3.34; 95% CI 2.35-4.73)”

Jedoch wurde all das unabhängig mit dem Auftreten von Verschreibungsfehlern in Verbindung gebracht.

Regenbogen: Kognitive Verhaltenstherapie versus Desensibilisierung und Wiederaufbereitung von Augenbewegungen bei Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung: Systematische Überprüfung und Metaanalyse randomisierter klinischer Studien. Autoren: Ali M KhanSabrina Dar,Rizwan AhmedRamya BachuMahwish Adnan, und Vijaya Padma Kotapati

Bei der Studie handelt es sich um eine randomisierte Qualitative Studie, die die Wirksamkeit von EMDR und CBT bei der Linderung von posttraumatischen Symptomen, Angstzuständen und Depressionen aufzeigen soll. Es fand eine Metaanalyse von 714 randomisierte Studien die in embASE, Medline und Cochrane Central Register of Controlled Trials im Zeitraum 1999 – 2017 veröffentlicht wurden. Folgende Kriterien mussten die Studien erfüllen:

  • Teilnehmer: Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • Englischsprachige Studien
  • Vergleichsergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien mit CBT- und EMDR-Gruppen berichteten
  • Studien, in denen eine PTBS-Diagnose gemäß DSM-V oder DSM-IV oder DSM-III vorwies
  • die ausreichende Daten für die Berechnung der Konstruktionswirkung ergaben

Ausgeschlossen wurden Studien, die weitere Psychische Erkrankungen behandelten oder andere Therapieformen untersuchten.

Das Ergebnis der Metaanalyse zeigt eine höhere Wirksamkeit von einer EMDR Therapie bei der Verringerung von posttraumatischen Symptomen, bei der Therapie von Depressionen zeigten sich keine Unterschiede in der Wirksamkeit beider Therapieformen.

Die Autoren der Studien setzen sich kritisch mit ihrer eigenen Studie auseinander und erklären entsprechende kritische Bereiche (nur drei Datenbanken wurden berücksichtigt, wenig Teilnehmer bei untersuchten Studien), sie weisen auf mögliche Verzerrungen hin.

Mand: Eigentlich sind Sie Ihrer Zeit zwei Wochen voraus. Denn erst in der achten Sitzung steht auf dem Programm, Meta-Analysen zu vergleichen. Meta-Analysen sind Zusammenfassungen von vielen empirischen Studien, die sich mehr oder weniger auf ein Thema beziehen. Dabei werden gemeinsame Kennwerte berechnet, um z. B. Aussagen über die Wirksamkeit einer Methode zu machen. Und genau dies liegt hier vor. Und Sie fassen dies angemessen zusammen. Allerdings wird sich die siebte Sitzung auch noch damit befassen, wie man Meta-Analysen kritisiert. Und das ist wirklich ziemlich kompliziert. Es bleibt also durchaus noch etwas zu tun für Sie.

Krümelmonster:

Berufliche Integration von Menschen mit besonderem Förderbedarf

Eine Qualitative Befragung „…sonst bist dein lebtaglang ein Dodel“

AutorIn: Karin Norz

Die qualitative Querschnittsstudie ist in Form eines Leitfadeninterviews und wurde in dem Zeitraum von September 2005 bis Mai 2006 durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 70 Menschen aus unterschiedlichen Leistungsniveaus befragt (S.8). Hierbei wurden drei Hauptkriterien festgelegt, diese sind die berufliche Situation, das Geschlecht und der Kulturkreis (S.11). Zu Beginn wurde den interviewten Personen, Fragen zu ihrer aktuellen beruflichen und persönlichen Lebenssituation gestellt (S.9). Die Studie zeigt, dass bei allen Befragten der Wunsch nach Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sehr hoch ist. Jedoch zeigt sie auch, dass Menschen mit besonderen Förderungsbedarf die gleichen Ängste und Befürchtungen haben, wie jeder andere Mensch auch. Der Größte Teil wünscht sich aus diesem Grund mehr Unterstützung, dass heißt eine Vertraute Person die sie unterstützt bei dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Arbeit das Gefühl ermöglicht nicht mehr ausgegrenzt zu sein. Vor allem ist der Wunsch nach Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung bei jedem Menschen egal mit oder ohne besonderen Förderungsbedarf da (S.17).

Mand: Ja, Sie haben wesentliche Elemente der Studie gut zusammengefasst. Vielleicht noch als Anmerkung. Das sollten Sie vielleicht gleich so formulieren, dass Sie die Zusammenfassung in Ihrer Hausarbeit einfügen können. Z. B. so: Norz(2006) befragt in Ihrer qualitativen Querschnittstudie insgesamt … Als Erhebungsinstrument verwendet sie …

Sechste Sitzung

Die sechste Sitzung befasst sich mit der Frage, wie man empirische Studien kritisiert. Warum sollten Sie wissen, wie das geht? Nun erstens enthalten viele Studie Fehler oder weisen zumindest methodische Schwachstellen auf. Das, was Autor*innen aus ihren Studien ableiten wollen, kann man leider ziemlich häufig aus diesen Studien nicht ableiten. Die Stichprobe ist zu klein, die Kontrollgruppe fehlt, die Aussagekraft der Befunde wird überbewertet. Es gibt also leider einigen Anlass mit einer gewissen Skepsis an die Studien heranzugehen. Dabei gibt es Bereiche, die Sie als Studienanfänger*in vermutlich überfordern. Aber die wichtigsten Schwachstellen findet man normalerweise mit ein wenig Nachdenken.

Empirische Studien kritisieren

Empirische Studien kritisieren 
1. Design
keine Längsschnittstudie
zu kurze Abstände zwischen Pretest und Posttest
keine Follow-up-Erhebung
keine Kontrollgruppe

2. Stichprobe 
zu klein
keine Zufallszahlen bei der Auswahl der Stichprobe
Stichprobe verzerrt
Kontrollgruppe nicht vergleichbar / keine Randomisierung / kein bzw. ungeeignetes Matching
Ort der Totalerhebung untypisch 
Rücklauf schlecht/nicht benannt/nicht erhoben

3. Erhebungsinstrumente
sozial erwünschtes Verhalten & falsche Angaben der Befragten als Problem von Befragungen
keine Beobachtungsdaten
schlechte/irreführende/fehlerhafte/unfaire Testverfahren

4. Auswertungsverfahren 
Datenvoraussetzungen falsch eingeschätzt
erforderliche Kennwerte nicht berechnet

5. Diskussion
Befunde falsch/einseitig interpretiert
korrelative Zusammenhänge mit kausalen Zusammenhängen verwechselt
Befunde unzulässig verallgemeinert

Rose: Faustlos Evaluation eines Curriculums zur Förderung von sozial-emotional-Kompetenzen und zur Gewaltprävention in der Grundschule
Fragebogen an die Eltern ( Stichprobe verzehrt)
Lehrer kontroliert 
Querchnittstudie
Keine Beobachtunsdaten
Studie bezieht sich auf das Verhalten zuhause das die Eltern beobachten sollen (befunde einseitig interpretiert)

Mand: Ich denke, dass man dies vorsichtiger formulieren sollte. Denn dass die Stichprobe verzerrt ist und Befunde einseitig interpretiert sind, ist ein ziemlich harter Vorwurf, den Sie ggf. auch belegen müssen. Sie müssen also z. B. sagen, in wiefern eine Verzerrung der Stichprobe vorliegt und in wiefern die Befunde eigentlich auch anders interpretiert werden können. Es ist also wichtiger, etwas ausführlicher zu werden.

Lola21: Stephan Rösselet und Markus P. Neuenschwander (2017). Akzeptanz und Ablehnung beim Übertritt in die Sekundarstufe I

In der Studie „Akzeptanz und Ablehnung beim Übertritt in die Sekundarstufe I“ untersuchen Stephan Rösselet und Markus P. Neuenschwander in vier Bundesländern der Schweiz die Akzeptanz und Ablehnung von Kindern im 5., 6. und 7. Schuljahr mit soziometrischen Verfahren.

Die Versuchsgruppen aus Aargau und Basel-Landschaft werden zusammengefasst aufgeführt, sodass es keine Kontrollgruppe gibt. Dasselbe gilt für die Versuchsgruppen aus Bern und Luzern. Die Ergebnisse der beiden Versuchsgruppen werden gegenübergestellt, aber von Rösselet und Neuenschwander nicht verglichen, weil es sich einmal um den Übertritt nach dem fünften Schuljahr und einmal um den Übertritt nach dem sechsten Schuljahr handelt. 

Die Versuchsgruppen werden in beiden Untersuchungen statt in einem, in zwei Kantonen der Schweiz durchgeführt. Es ist nicht herauszulesen, in wie vielen Schulen die Studie durchgeführt wurde und wie sich die Anzahl der analysierten Schüler*innen auf die einzelnen Schulen verteilt. 

Es finden sich zudem keine Angaben zum Rücklauf. 

Bei dem Erhebungsinstrument handelt es sich um einen Fragebogen mit zum Teil unfairen Fragen wie z.B. „Neben welchen Schüler*innen willst du am wenigsten gern sitzen?“ Es wird zudem nicht deutlich, wieso in den einzelnen Schuljahren unterschiedliche Fragen gestellt werden.

Mand: Ja, so kann man Kritik formulieren. Dass man in einer soziometrischen Studie auch nach Ablehnung fragt, ist allerdings nicht ungewöhnlich. Und auch die Frage danach, neben wem man nicht sitzen möchte, ist weit verbreitet. Das ist ein üblicher Bestandteil eines Soziogramms. Ich kann zwar verstehen, dass Sie dies als kritikwürdig empfinden. Aber dass in sozialen Gruppen einzelne Menschen abgelehnt werden, kann man nicht dadurch verhindern, dass man dies nicht untersucht. Ein Soziogramm macht diese Prozesse sichtbar.

sushi2110: Jessica M. Löser & Rolf Werning: Inklusion aus internationaler Perspektive – ein Forschungsüberblick

Die Forschungsarbeit von Löser und Werning untersucht die Grundschulforschung mit Hinblick auf aktive Inklusion im Kontext Grundschule.Die Forschungsarbeit bringt keine eigenen Ergebnisse mit ein, sondern bezieht sich ausschließlich auf bereits vorliegendeErgebnisse. Es werde über 300 Studien verglichen, zu denen man mangelnde Informationen findet. Es werden nahezu keine genauen Angaben gemacht. Es werden zwar unterschiedliche Ergebnisse festgehalten und verglichen, allerdings werden diese Ergebnisse teilweise gar nicht interpretiert.Es werden auch keine genauen Zahlen genannt. Zum Rücklauf und den Gestaltungen der einzelnen Studien wird auch keine Anhabe gemacht.

Mand: Es handelt sich um einen Forschungsüberblick, nicht um eine empirische Studie. Die url sieht ein wenig danach aus, als handelte es sich um einen Vortrag im Rahmen eines Forschungstags. Ich greife ein wenig vor. Bei Überblicksarbeiten muss man anders verfahren. Man muss sich überlegen, ob die Auswahl der Studien angemessen war und ob diese angemessen interpretiert wurden. D.h.: Eigentlich muss man selbst einen Überblick haben, um feststellen zu können, ob die da etwas rausgekickt haben, das sie nicht rauskicken sollten. Ohne nun allzu sehr ins Detail gehen zu wollen. Ich denke, dass Löser & Werning da ein wenig positiv an die Forschungslage herangehen. Sie erwähnen zwar z. B. die Hattie-Studie, eine sehr wichtige Meta-Analyse in Sachen Schulische Methodenforschung. Aber dass die Hattie-Studie in vielerlei Hinsicht inklusonspädagogische Mantra (dass Heterogenität gut ist, dass Individualisierung gut ist, dass Reformpädagogisches Gedankengut gut ist) ziemlich überzeugend und mit beeindruckender Datenbasis widerlegt, das erfährt man hier nicht.

Mo25: du Bois, Reinmar. Psychoanalytische Modelle zur Entstehung, Verarbeitung und Behandlung des ADHS. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 56 (2007) 4, S. 300-309

Die Studie von du Bois verwendet keine Zufallszahlen bei seiner Auswahl der Stichproben, er Verallgemeinert die Betroffenen in seiner Studie. Außerdem benutzt er keine Beobachtungsdaten.Seine Befunde sind verallgemeinert, einseitig formuliert. Es gibt nur eine Sicht in der Thematik. Es gibt keine Kontrollgruppen, die Versuchsgruppen werden zusammengewürfelt. Ich glaube du Bois arbeitet mit einem einseitigen Verfahren, er bezieht nur positive Aspekte auf die medizinische Behandlung und bezieht sich keinesfalls auf die positiven Aspekte einer psychologischen Behandlung. Dazu kommt, dass seine testverfahren teils irreführend sind und keine logische Schlussfolgerung ermöglicht.

Mand: Auch Sie sind dem Seminar ein wenig voraus. Sie beschreiben keine empirische Studie, sondern einen Theoriebeitrag. Der stellt keine eigenen Befunde aus Beobachtung oder Befragung vor. Sondern er beschreibt, wie man ADHS aus psychoanalytischer Sicht verstehen kann. Hier gelten etwas andere Regeln. Na klar spielt auch die empirische Fundierung eine Rolle. Aber man muss klar festhalten: Die Psychoanalyse gehört zu den etablierten psychotherapeutischen Schulen. Es liegen überzeugende Wirksamkeitsnachweise vor. Deshalb wird psychoanalytische Psychotherapie auch von den Krankenkassen finanziert. Wie man mit Theoriebeiträgen umgeht, wird Gegenstand einer späteren Sitzung sein. Nur so viel: Es ist schwierig, Psychoanalytiker vorzuwerfen, dass sie psychoanalytisch argumentieren. Und Sie haben Recht: Mit logischen Schlussfolgerungen im eigentlichen Sinn hat dies manchmal wenig zu tun.

Ravioli

Alcohol Use by Pregnant Women: Partners, Knowledge, and Other Predictors; 
 
Chang, McNamara, Orav, Wilkins-Haug; Journal of Studies on Alcohol, 2006.

Die vorliegende Studie befasst sich damit, wie das Wissen von Paaren über gesunde Angewohnheiten während der Schwangerschaft sich auf die Sichtweise und das Verhalten bezüglich des Konsums von Alkohol auswirken kann. Hierbei wurde jedoch keine Angabe zum Rücklauf gemacht. Es wurde lediglich genannt, wie viele der 304 befragten Paare tatsächlich für die Auswertung der Studie in Betracht gezogen wurden. Deshalb ist die Stichprobengröße auf 254 minimiert worden, bei denen der Partner der Schwangeren in der Befragung auch der Vater des Kindes war. Leider gab es ebenfalls zu diesen Paaren keine Kontrollgruppe, mit welcher die erlangten Ergebnisse hätten besser verglichen und in Relation gesetzt werden können.

Mand: Ja, Sie haben wichtige Bestandteile der Studie zusammengefasst. Sie sollten allerdings auch auf die von den Autor*innen als wesentliche Befunde gekennzeichneten Ergebnisse eingehen: Wesentlich ist der in den Zeiten der Schwangerschaft vorangehende Alkoholmissbrauch.

Haubenhuhn:

Für die Kritik an den Auswertungsverfahren und der Diskussion fühle ich mich noch nicht in der Lage. Die Daten kann ich noch nicht verstehen.
An welcher Stelle der Hausarbeit kommt denn die Kritik? Kommt sie in die Zusammenfassung oder in die Interpretation? Wenn ich eine Studie unglaubwürdig finde, sollte ich sie überhaupt in die Hausarbeit aufnehmen?


In der Studie „Dementia And Physical Activity (DAPA) trial of moderate to high intensity exercise training for people with dementia von Sarah E.Lamb und anderen, nahmen 494 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz aus 15 Regionen Englands teil, die nicht in Altersheimen lebten.

Ziel der Studie war herauszufinden, wie sich regelmäßig durchgeführte Trainingseinheiten auf die kognitiven Fähigkeiten von Demenzkranken Menschen auswirkt. 

Die Studie war multizentrisch, pragmatisch, maskiert, randomisiert und kontrolliert. Es handelt sich um eine quantitative Längsstudie.

Für die Übungsgruppe wurden leichte bis intensive Trainingseinheiten ganz individuell erarbeitet. Über vier Monate kam die Übungsgruppe 2 x wöchentlich in Fitnessstudio, wo das Training, welches 60-90 Minuten dauerte, angeleitet wurde und sie sollten weitere 60 Minuten wöchentlich allein zu Hause üben. Danach wurde der Übungsgruppe ein häufigeres Programm für zu Hause für 2 Monate mit einem Ziel von 150 Minuten unbeaufsichtigter körperlicher Aktivität oder Bewegung pro Woche verordnet. Messungen wurden mit Hilfe des ADAS-cog System durchgeführt.

Teilnahmeberechtigt waren Senioren, wenn sie eine Demenzdiagnose hatten und in der Lage waren, auf einem Stuhl zu sitzen und drei Meter (3,05 m) ohne Hilfe zu gehen.

Die Studie ergab, dass regelmäßig durchgeführte Trainingseinheiten den kognitiven Verfall nicht verlangsamen, sondern die kognitive Beeinträchtigung bei Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz sogar verschlimmern können.

Das eine Studie ihre Ergebnisse unter anderem daraus ableitet, dass demenzkranke Menschen Trainingseinheiten von 150 Minuten in der Woche unangeleitet allein durch führen, finde ich unglaubwürdig, besonders, wenn ich bedenke, dass Menschen zur Studie zugelassen wurden, die gerade mal sitzen und 3 Meter am Stück gehen konnten. Auch gesteht Lamb selbst ein, dass die Teilnahme an der Studie von vielen Menschen abgelehnt wurde, weil sie eventuell unattraktiv sei. Es wird zudem berichtet, dass selbst bei den angeleiteten Übungen nur 65 % adäquat durchgeführt wurden. 

Obwohl die Anzahl der sogenannten unerwünschten Ereignisse, wie z. B. Stürze und Krankenhausaufenthalte, aufgeführt wurden, wird nicht erwähnt, ob diese Patienten weiterhin an der Studie teilgenommen haben, oder ausfielen. Diese Ereignisse gab es ausschließlich in der Intervetionsgruppe. Übergaupt gibt es keine Angaben über den Ausstieg aus der Studie mit Ausnahme der Todefallquote . Über die Kontrollgruppe gibt es so gut wie keine Angaben mit Ausnahme der Messungen.

Mand:

Ich kann Ihre Bedenken gut nachvollziehen. Das Problem ist allerdings, dass in diesem Modul die Zeit fehlt, alle möglichen statistischen Verfahren und Kennwerte zu erklären. Ich werde wichtige Kennwerte (Signifikanztests am Beispiel von Chi-Quadrat, Korrelationen, Cohen´s Effektstärke) anhand von Tabellen aus wichtigen Inklusionsstudien erklären. Aber natürlich weiß ich, dass das nicht ausreicht. An der Entwicklung des Studiengangs habe ich mich nicht beteiligt. M. E. ist es bedauerlich, dass Methoden der Quantitativen Sozialforschung in dem Studiengang HP nur eine untergeordnete Rolle spielen. Und dies gilt leider auch für die meisten anderen Studiengänge der EvH.

Wie soll man sich einen Überblick über den Stand der Forschung machen, wenn man nur geringe Kenntnisse in Sachen Statistik hat? Nach meiner Erfahrung liegen die Hauptprobleme empirischer Studie im Design (keine Kontrollgruppe, keine Randomisierung bzw. kein Matching, kein Längsschnitt) und in der Stichprobe (keine Zufallszahlen bei der Gewinnung der Stichprobe, zu geringer Stichprobenumfang, keine Angaben zum Rücklauf bzw. schlechter Rücklauf). Und diese Dinge kann man ja durchaus beurteilen, ohne mehrere Statistikseminare belegt zu haben.

Was können Sie also tun? Sie erfassen die wesentlichen Merkmale (in diesem Fall: Stichprobenumfang, Stichprobengewinnung, Randomisierung, Längsschnitt) und halten fest, was die Autor*innen aus der Studie ableiten (dass ein Fitnesstraining nicht in der Lage ist, dementielle Entwicklungen aufzuhalten und nicht auszuschließen ist, dass es die kognitive Beeinträchtigung sogar verschlimmert). Ob Sie die Studie überhaupt in Ihre Hausarbeit aufnehmen, hängt von Ihren Auswahlkriterien ab. Aber ich vermute mal, dass die Studie den meisten Standards entspricht. Denn dass Sie eine randomisierte Längsschnittstudie mittlerer Stichprobe zu Ihrem Thema ausschließen können, ist eher unwahrscheinlich.

Ihre Kritik an der Studie notieren Sie zunächst in der Datei, die Sie zu dieser Studie erstellen. Ob und in welchem Ausmaß diese Kritikpunkte in die Hausarbeit eingehen, hängt ein wenig davon ab, was Sie in anderen Studien finden. Wenn alle Studien der Meinung sind, dass Fitnesstrainings dementielle Entwicklungen nicht aufhalten können, würde ich die Zusammenfassung dieser Studie einfach hinzufügen. Das ändert ja dann das Gesamtbild nicht. Handelt es sich aber um die einzige Studie, die dieses Ergebnis ermittelt, oder handelt es sich um eine von wenigen Studien, die zu diesem Befund kommen, kann man sagen: Die Studie von Lamb et al (2018) hat allerdings Schwächen … . In welchem Teil Ihrer Hausarbeit tun Sie das? Das kommt ein wenig darauf an, wie viele Studien in die Hausarbeit eingehen. Sind es sehr viele, kann man darüber nachdenken, die Studie zusammenzufassen und gleich auch die Kritik anfügen. Ggf. kann man auch ein Unterkapitel für Studien mit methodischen Schwächen einfügen. Ist die Lage einigermaßen übersichtlich, gehört die Kritik eigentlich in den Diskussionsteil. Dies entspricht dann der Forderung, Ergebnisse und Interpretation zu trennen.

Krümelmonster: Fromme 2011. Inklusion in der Lehrerbildung. Eine explorative Studie an nordrhein-westfälischen Universitäten zum Kontakt angehender GrundschullehrerInnen mit Inklusion (über bidok)

Es ist eine quantitative Studie, da es sich bei dem Erhebungsinstrument um eine Onlinebefragung handelt. Dadurch hat die Studie ein Rücklaufproblem. Ebenso ist die Stichprobe sehr groß, denn es wurden insgesamt 369 Schüler*innen befragt. 

Mand: Das ist vielleicht etwas knapp, aber man könnte sogar in Frage stellen, ob es überhaupt sinnvoll ist, Master-Thesen zu verwenden. Ich möchte den Treffer zum Anlass nehmen, auch noch den Begriff „Explorative Studie “ zu erklären, der ja im Untertitel fällt. Explorative Studien haben den Sinn, ein Forschungsfeld zu erkunden, also z. B. ein Erhebungsinstrument zu entwickeln, Fragen auszuprobieren usw. Sie haben nicht den Zweck, repräsentative Befunde zusammenzutragen. Man kann also darauf hinweisen, dass es ein Rücklaufproblem gibt. Aber den Autor*innen kann man dies nur dann zum Vorwurf machen, wenn sie versuchen, verallgemeinerungsfähige Aussagen zu machen. Und vielleicht noch: 369 Studierende sind keine sehr große, sondern eher eine mittlere Stichprobe.

Regenbogen:

Studie: Psychologische und Gehirnkonnektivitätsänderungen nach traumafokussierter CBT- und EMDR-Behandlung bei EINZELEPISOD-PTBS-Patienten

Autor*innen: Emiliano Santarnecchi,1,2,* Letizia Bossini,3 Giampaolo Vatti,1 Andrea Fagiolini,3 Patrizia La Porta,4 Giorgio Di Lorenzo,5,6 Alberto Siracusano,5,6 Simone Rossi,1 und Alessandro Rossi7

Veröffentlichung: 25.02.2019

Die Studie untersucht die unterschiedliche Wirkungsweise von EMDR und der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstheorie bei Menschen die 2002 in Italien ein großes Erdbeben miterlebten und unter Symptomen einer Traumatisierung litten. Es wurden 31 Personen aus diesen Ereigniss gewählt, hiervon nahmen 14 Teilnehmer an der CBT Behandlung teil und 17 an der EMD Behandlung.

Die Studie befasst sich nur mit einer bestimmten Personengruppe die unter Folgen eines bestimmten Ereignissen litten. Ebenfalls wurde nicht konkret beschrieben unter welchen Voraussetzungen die Personen an der Studie Teilnehmen konnten, lediglich wurde erklärt, dass bisher keiner Psychotherapie zur Behandlung der Symptome stattgefunden hat. Wir halten Informationen über Alter, Geschlecht, Alter bei Entstehung des Traumas. Die Studie scheint auch nur über einen kurzen Zeitraum stattgefunden zu haben, so hat die CBT Behandlung über ca. 10 Wochen angedauert und die EMDR Behandlung hat über ca. 4 Wochen angedauert. Vorab wurden über 2 Tage klinische- und neuroimaginin Bewertungen durchgeführt. Ebenfalls mussten 2 Fragebögen selbstverwaltet von den Patient*innen durchgeführt werden, auch hierzu gibt es keine genauen Informationen über die ordnungsgemäßen Durchführung der Patient*innen.

Generell werden viele Ergebnisse erklärt und ausgewertet, aber über die Abläufe der verschiedenen Untersuchungen werden wenig Informationen mitgeteilt.

Mand: Sehe ich in vielen Punkten ähnlich. Ein Problem ist die kleine Stichprobe. Und die Studie enthält Hinweise auf einige Ungenauigkeiten. Verwerten kann man sie dennoch – zumindest dann, wenn die Forschungslage nicht schärfere Kriterien für die Auswahl von Studien erlaubt (z. B. Mindestumfang Stichprobe 50).

Rose: Fromme, T. Inklusion in der Lehrerbildung. Eine explorative Studie an nordrhein-westfälischen Universitäten zum Kontakt angehender GrundschullehrerInnen mit Inklusion (über bidok)

Diese Studie handelt von angehenden Grundschullehrern und Lehrerinnen, die zu ihrem Standpunkt der Inklusion befragt wurden. In Nordrhein westfahlen wurden insgesamt 369 angehende Lehrer und Lehrerinnen befragt per Fragebogen befragt. Man wollte herausfinden in wie weit angehende Lehrer und Lehrerinnen mit dem Thema Inklusion konfrontiert wurden. Das Ergebnis der Querschnitt Studie war erschreckend. Über die Hälfte der Befragten haben noch keine Vorlesung zum Thema Inklusion besucht und sind demnach schlecht vorbereitet. Die Zufallsstichprobe wurde in verschiedenen Städten durchgeführt: Köln, Münster, Duisburg-Essen, Paderborn, Düsseldorf und auch in Siegen. Leider gibt es keine genauen Angaben zum Rücklauf der Studie. 

Mand: Ich würde auch erwähnen, dass es sich um eine Online-Befragung handelt, bei der die Studierenden sehr unsystematischem eine Mitwirkung gebeten wurden. Fromme kann deshalb keine Aussagen darüber machen, wie viele Studierende erreicht wurden. Man kann also sagen, dass einige Studierende wenig über Inklusion wissen. Na ja. Und: Es ist eine Masterthesis. 

Siebte Sitzung

Ich möchte zu Beginn der Veranstaltungen auf zwei Dinge hinweisen:

Erstens dürften Sie bereits Post von der Evaluationsarbeitsgruppe der EvH erhalten haben. Sie haben die Möglichkeit, die Veranstaltung Schreibwerkstatt Heilpädagogik in einer Online-Befragung zu bewerten. Auf diese Befragung habe ich keinen Einfluss. Und ich kann auch nicht einsehen, wie Sie persönlich antworten. Ich erhalte aber nach einigen Wochen eine anonymisierte Rückmeldung. Die Evaluatiosbefragung läuft über Ihre EvH-E-Mailadresse.

Zweitens möchte ich darauf hinweisen, dass aufgrund der Blockwoche die Unterlagen für die achte Sitzung dieses Seminars erst am 20.11. hochgeladen werden. Auch wenn ich mich darüber freuen würde, wenn Sie die Aufgaben rasch bearbeiten, haben Sie dieses Mal also länger Zeit, sich den Podcast anzuhören und die Aufgabe anzugehen.

Die Bewertung von Reviews ist eine wirkliche anspruchsvolle Aufgabe. Eigentlich kann man das nur machen, wenn man sich gut in einem Forschungsfeld auskennt. Was ist das Problem? Nun, es gibt manchmal Interessengruppen, die besonders an einem bestimmten Ausgang eines Reviews oder eine Meta-Analyse interessiert sind. Da soll die Methode gehypt werden, die man selbst vorgestellt hat oder die von den besten Kumpels stammen. Pharmakonzerne wollen Geld verdienen mit Medikamenten, die sie selbst entwickelt haben. Ministerien möchten ihre Arbeit im besten Lichte dastehen sehen. Oder Interessengruppen möchten erreichen, dass die Forschungslage so aussieht, dass ihre Klienten davon interessieren. Wer mit der Armutsbekämpfung sein Geld verdient, der ist z. B. daran interessiert, dass von möglichst schlechten Verhältnissen in von Armut betroffenen Familien die Rede ist. Und Interessengruppen, die sich für den Erhalt von Förderschulen einsetzen, freuen sich, wenn Inklusionsschulen in einer Übersichtsarbeit nicht so richtig strahlend rüberkommen.

Manchmal ist man allerdings auch in einem Forschungsfeld unterwegs, in der es solche Debatten nicht gibt. Gelegentlich gibt es nicht einmal ein Review oder eine Meta-Analyse. Wenn Sie in solchen Bereichen eine Hausarbeit schreiben, haben Sie vermutlich ein Problem, die Aufgabe anzugehen. Mein Vorschlag wäre in einem solchen Fall: Schreiben Sie dann eben über eine weitere empirische Studie.

Reviews und Meta-Analysen bewerten

Sushi2010:

da ich ja keine Reviews oder dergleichen zu meinem Thema gefunden habe, habe ich mir eine weitere empirische Studie angesehen.

Randall: Inklusion subjektiv- Eine empirische Studie zum subjektiven Erleben von Inklusion bei SchülerInnen einer inklusiven Außenklasse. In: Ursula Horsch & Sascha Bischoff (Hrsg.) Inklusion konkret.

Ich habe diese Studie ausgewählt, um vergleichend zu gucken, wie die persönlichen Empfindungen der Schülerinnen und Schüler bezüglich aktiver Inklusion sind. Fänden sich beispielsweise große Unterschiede zwischen Deutschland und Norwegen, könnte man einen Ansatz finden, um die nur langsam fortschreitende Entwicklung von Inklusion in Deutschland zu erklären. Um einen Vergleich zu ermöglichen, wird nun erstmal das Augenmerk auf Deutschland gelegt.

Die empirische Studie von Johanna Randall beschäftigt sich mit der Frage nach dem persönlichen Inklusionserleben von Schülerinnen und Schülern einer achten Klasse. Diese setzt sich aus 16 SchülerInnen zusammen, zehn davon auf Hauptschulniveau, sieben gehören dem der „Sonderschule“ an. Alle SchülerInnen wurden mit einem Fragebogen nach ihrem persönlichen Gefühl in der Klasse gefragt.

Es ließ sich festhalten, dass kein großer Unterschied zwischen beiden Gruppen vorlag. Niemand fühlte sich „nicht inkludiert oder ausgeschlossen“. Allgemein ließ sich eine positive Klassengemeinschaft mit normalem oder großem Zugehörigkeitsgefühl feststellen. Es kann also gesagt werden, dass eine allgemein positive Sicht auf Inklusion vorhanden ist und niemand aufgrund seiner „Besonderheiten“ ausgeschlossen wird.

Allerdings muss gesagt werden, dass diese Studie mit einer Klasse eine wirklich kleine Stichprobengröße aufweist und sie somit nicht als allgemeingültig gelten kann. Auch muss beachtet werden, dass es sich „lediglich“ um Hörgeschädigte Kinder handelt und die Befragung bei anderen Behinderungsbildern dementsprechend auch abweichen könnte.

Trotzdem kann die Studie als ein Beispiel für funktionierende Inklusionsarbeit in Deutschland gesehen werden und kann beweisen, dass gute Inklusion demnach auch möglich ist.

Mand: Man könnte diese Studie exemplarisch in eine Forschungsübersicht zum Thema soziale Inklusion einbauen, so sie als Treffer in einer Datenbankrecherche auftaucht. Sie sehen das richtig: Die Befunde können nicht verallgemeinert werden. Ich weiß auch nicht, ob das Konzept wirklich als Inklusion durchgehen kann. Dass es sich um Schüler*innen mit Hörschädigungen handelt, könnte ebenfalls ein Problem sein. Das ist durchaus so eine Art Spezialthema in der Inklusionsdebatte. D.h.: Das was für diese Gruppe gilt, muss nicht für Schüler*innen mit anderen Behinderungen gelten.

Mo25: Ich habe einen Übersichtsbeitrag zu meinem Thema gefunden, mir ist sofort aufgefallen dass die Studie aus dem Jahre 2007 stammt. Ich habe gesehen, dass dort einige Thematiken zusammengeschlossen werden und meines Erachtens, viele unterschiedliche Meinungen hinzugezogen wurden. 
Thema: Der Stellenwert biologischer Erklärungsmuster in der Debatte über ADHS.Eine Analyse pädagogischer ZeitschriftenAutor*innen: Mietzner, Ulrike [Hrsg.]; Tenorth, Heinz-Elmar [Hrsg.]; Welter, Nicole [Hrsg.]: Pädagogische Anthropologie – Mechanismus einer Praxis. Weinheim u.a. : Beltz 2007, S. 186-201. – (Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft; 52)

Mand: Der Übersichtsbeitrag ist nicht nur – mit medizinischen Maßstäben gemessen – ziemlich alt. Sondern er konzentriert sich auf pädagogische Autor*innen – und dies auch noch mit einem deutlichen Anteil anthroposophischer Autor*innen. Es ist vermutlich nicht möglich, das Thema auf die deutschsprachige pädagogische Literatur zu begrenzen. Und man darf die sehr viel umfangreichere medizinische Forschung der letzten Jahre eigentlich ebenfalls nicht ignorieren. Kann man in einer Hausarbeit vermutlich deshalb nur eingeschränkt verwenden.

Haubenhuhn: Zunächst habe ich diese Meta-analyse gefunden. Kam aber nach sehr langer Zeit erst darauf, dass es noch gar keine Ergebnisse gibt, oder habe ich da etwas übersehen?

Comparative safety and efficacy of pharmacological and non-pharmacological interventions for the behavioral and psychological symptoms of dementia: protocol for a systematic review and network meta-analysis. Jennifer Watt , Zahra Goodarzi , Andrea C. Tricco , Areti-Angeliki Veroniki and Sharon E. Straus 

Damit bin ich wieder bei Bewegung und Demenz gelandet. Dazu würde ich auch einige Studien finden.Muss ich eigentlich nachher in der Hausarbeit zu jeder gefundenen Studie angeben wann ich sie gefunden habe mit Datenbank,  Schlagwörtern, Treffern usw.

Physical Activity and Exercise in Mild Cognitive Impairment and Dementia: An Umbrella Review of Intervention and Observational Studies. Jacopo Demurtas, MD Daniel Schoene, PhD Gabriel Torbahn, MPH Lee Smith PhDNicola Veronese, MD 

Mand: Das sehen Sie richtig, der erste Treffer ist ein Bericht darüber, wie die Autor*innen vorgehen wollen. Der zweite berichtet von Befunden bei Menschen mit leichter geistiger Behinderung. Und: Ja, Sie sollten die Suchstrategie immer speichern und auch in der Hausarbeit angeben. Sonst muss ich annehmen, dass Sie die Studie gegoogelt haben.

Krümelmonster: Achievement of Developmental Milestones in Emerging and Young Adults With and Without Pediatric Chronic Illness—A Meta-Analysis. Martin Pinquart, PHD, Journal of Pediatric Psychology 39(6) pp. 577–587, 2014

Fragestellung: Wie ausgeprägt ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt?

Es gibt leider nicht viele Meta-Analysen, die zu meiner Fragestellung passen. Jedoch denke ich, dass die Meta-Analyse, die ich gefunden habe ziemlich passend ist. Dabei handelt es sich um das Erreichen von Meilensteinen bei chronisch kranken Kindern und jungen Erwachsenen. 

Mand: Richtig, es handelt sich um eine Meta-Analyse. Allerdings sehe ich keinen engen Zusammenhang zu Ihrem Thema. Es geht vor allem, ob pädiatrische Untersuchungsbefunde (Meilensteine) bedeutsam sind. Die Antwort der Meta-Analyse lautet: Ja, sind sie. Das wird auch Kinder mit Behinderungen betreffen. Und ja, auch Schulabschluss und Beruf sind betroffen.

Regenbogen:

Die Studie „Die Rolle der EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) in der Medizin: Behandlung der psychischen und physischen Symptome, die sich aus ungünstigen Lebenserfahrungen ergeben“ von Dr. Francine Shapiro analysiert 29 randomisierte Studien die sich mit der Wirksamkeit von der EMDR Behandlung bei psychischen Symptomen. Als Ergebnis der Analyse wurde herausgearbeitet, dass die EMDR Therapie eine Verbesserung der Symptome ergeben kann.

In der Studie geht nicht hervor, woher der Autor die Studien entnommen hat und auch die Bedingungen der durchgeführten Studien werden nicht benannt. Der Autor gibt keine Informationen über die Auswahlkriterien der Studien für seine eigene Analyse. Als Quellenangaben wurden mehrfach Links aus Google Scholar angegeben, diese müssten näher betrachtet werden.

Mand: Ja, sehe ich auch so. Die sagen zwar, dass alle Studien dieses Schwerpunkts in das Review eingehen, aber erklären nicht, wie sie vorgegangen sind, um „alle“ Studien zu finden. Das ist ziemlich ungewöhnlich. Und: Ja: Auch die Google Scholar Links sind eher verdächtig. Man muss aber sagen, dass dies ein Problem des Reviews und nicht der Methode ist. Die ist seriös und in ihrer Wirkung gut erforscht.

Achte Sitzung

Die achte Sitzung der Schreibwerkstatt befasst sich mit Abbildungen. Abbildungen können sehr instruktiv sein. Und manchmal ist es sinnvoll, Abbildungen in eine Hausarbeit einzubauen bzw. sogar selbst zu erstellen. Es gibt allerdings auch einige Gefahren. Es ist z. B. nicht sinnvoll, Abbildungen zu verwenden, damit die Hausarbeit bunter aussieht oder um eine Meinung zu illustrieren. Mir als Leser braucht man ganz sicher nicht in einer Hausarbeit die angeblichen Unterschiede zwischen Integration und Inklusion mit den bunten Bildchen der Aktion Mensch erklären. Abbildungen können eingesetzt werden, um falsche Schlussfolgerungen bei den Leser*innen zu erreichen. Und natürlich ist es auch wichtig, korrekt zu zitieren und – im Falle einer Veröffentlichung in Büchern, Zeitschriften oder im Internet – die Urheberrechte zu wahren. Das sind ziemlich gute Gründe, sich im Rahmen zumindest einer Sitzung etwas ausführlicher mit dem Thema Abbildungen zu befassen.

Worauf man achten sollte, wenn man Abbildungen erstellt

Sushi2110: Im Folgenden werden die Abbildungen 3.1.4 und 3.2.8 aus der oben genannten Studie besprochen.

Die Abbildungen 3.1.4 zeigt ein Diagramm, dass die Förderschulbesuchsjahre und die Intelligenz der SchülerInnen in Zusammenhang bringen soll. Dabei beschreibt die Y-Achse den Mittelwert der getesteten Intelligenz und die X-Achse die Förderschulbesuchsjahre. Die X-Achse schließt beim Mittelwert 88 und die Y-Achse bei 7 Jahren. Der Zusammenhang wird durch einen Grafen deutlich. Dieser ist bei einem Besuchsjahr am höchstens und beträgt da den Mittelwert 87,3. Am niedrigsten ist der Graf bei 6 Besuchsjahren, dort liegt der Mittelwert bei einem Tiefstwert von 77,2.  Die Standartabweichung beträgt im ersten Jahr 12,7 und im 6 Jahr 12,1. Nach dem 6 Jahr lässt sich eine Steigung des Grafen erkennen. 

Die Abbildung zeigt einen Zusammenhang zwischen der Länge des Förderschulbesuchs und der Intelligenz der getesteten Person auf. So wird deutlich, dass der Mittelwert der gemessenen Intelligenz geringer wird, je länger ein Besuch der Förderschule andauert.

Zu kritisieren ist, dass kein Stichprobenumfang deutlich wird. Es ist also nicht ersichtlich, wie viele SchülerInnen an der Stichprobe beteiligt sind. Auch suggeriert die Abbildung, dass 7 Messungen stattgefunden haben, jedoch wurde nur eine Messung durchgeführt und die SchülerInnen wurden nur aus verschiedenen Klassen befragt. Dieser Unterschied wird nicht deutlich. Zudem sind die Achsen der Diagramme nicht beschriftet, den Zusammenhang muss man sich aus anderen Abbildungen und Tabellen erschließen. Lediglich die Überschrift gibt Auskunft über das Thema. Des Weiteren wird nicht deutlich, aus welchem Förderschwerpunkt die SchülerInnen der Stichprobe stammen, jedoch könnte es einen erheblichen Unterschied machen (auch bezüglich der gemessenen Intelligenz) ob die Förderschule einen Schwerpunkt auf geistige oder körperliche Entwicklung hat, auch könnten Krankheitsbilder für eine Abweichung des Mittelwerts einzelner SchülerInnen sorgen.

Regenbogen: Die erste Abbildung zeigt ein Diagramm in den die Ergebnisse der Inteligenztestungen im Zusammenhang mit den Förderschulbesuchsjahren gebracht wird. Die Grafik wurde nicht genau benannt oder beschriftet, lediglich die Überschrift gibt Auskunft über den Inhalt und hinterlässt eigene Interpretationsmöglichkeiten. 

Die darunterliegende Tablette zeigt ebenfalls den Mittelwert der Intelligenztestergebnisse in den Förderschulbesuchsjahren 1.7 dar und vergleicht diese mit der Standartabweichung. Der Mittelwert und die Werte der Standartabweichung zeigen eine Abweichung von 10-12 Punkten.  

Die Abbildungen zeigen einen Zusammenhang zwischen der Förderschulbesuchsjahren und der Intelligenz von Schüler*innen die eine Förderschule besuchen. Laut der abgebildeten Grafiken sinkt der gemessene Mittelwerk in laufe der besuchten Förderschulbesuchsjahren.

Weder die Tabelle noch die Grafik zeigen Informationen über die Beschaffung der Stichproben, der Anzahl der Stichproben oder in welchen Förderschulschwerpunkt die Stichproben durchgeführt wurden und auch die Anzahl der untersuchten Schulen wird nicht aufgeführt. Ebenfalls wird keine Auskunft darüber gegeben, wie hoch die Bereitschaft war an der Studie teilzunehmen. 

Lola21:

Die Abbildung 3.14 in Hans Wockens Studie „Andere Länder, andere Schüler?“ stellt die Intelligenztestergebnisse von Schülern mit unterschiedlichen Förderschulbesuchsjahren in einem Kurvendiagramm dar. 

Die graphische Darstellung alleine bietet dem Leser lediglich die Möglichkeit zur Interpretation, da Angaben fehlen, die erst im Zusammenhang mit anderen Teilen der Studie ersichtlich werden oder ganz fehlen. 

Der Graph des Diagramms sinkt bis zum 6. Schuljahr von einem Mittelwert von 87,3 auf 75,8. Er steigt anschließend bis zum 7. Schuljahr wieder auf den Wert von 77,2. Diese Angaben, sowie die Standardabweichung lassen sich erst durch die folgende Tabelle 3.28 ablesen. Wocken macht in dieser leider keine Angaben zum Stichprobenumfang, obwohl die Anzahl der Messungen bedeutsamen Einfluss auf das Ergebnis hat.  

Durch die abfallende Kurve entsteht der Eindruck, dass es sich um eine Zeitreihe handelt. Allerdings gibt es lediglich eine Messung in jedem der Schuljahre, welches sich daraus erkennen lässt, dass die Zahlen auf der x-Achse nicht mit „t“ (tempus) gekennzeichnet sind. Es handelt sich folglich um eine Querschnittstudie. Es lässt sich auch hier nicht entnehmen, wie viele Schüler*innen für die Messung herangezogen wurden. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Abbildung einer Analyse, sowie zusätzlicher Informationen bedarf, um Irreführungen zu vermeiden. 

Anym79 Zusammenfassung der Abbildung 3.14 der Studie ,,Andere Länder, andere Schüler?“ von Hans Wockens 

Die Abbildung 3.14 in der Studie ,,Andere Länder, andere Schüler?“ von Hans Wockens beschreibt die Intelligenztestergebnisse von Schülern mit unterschiedlichen Förderschulbesuchsjahren in einem Kurvendiagramm . 

Die X-Achse des Diagramms stellt die Förderschulbesuchsjahre der Schüler dar und die Y-Achse die Mittelwerte der im Test gemessenen Intelligenz der Schüler. 
Auf der X-Axhse beginnt die Intelligenzmessung der Schüler bei einem Förderschulbesuchsjahr und endet mit 7 Jahren. Auf der Y-Achse beginnt die durchschnittlich gemessene Intelligenz bei ca. 75 und der durchschnittliche höchste Wert beträgt 88. 

Der Anfangsintelligenzwert in dem ersten Förderschulbesuchsjahr beträgt 87,3 und sinkt bis zum 6. Jahr, wo der niedrigste Wert mit 75,8 gemessen wird. Von dem 6. bis zum 7. Jahr steigt der Graph bis zu dem Wert 77,2, wo die Messung endet. 

Laut der Abbildung wird der gemessene Mittelwert der Intelligenz der Schüler geringer je länger sie eine Förderschule besuchen. 

Bei dieser Abbildung sind einige Aspekte zu kritisieren. Durch die fehlende Beschriftung der Achsen ist eine Fehlinterpretation des Graphen hoch. Nur durch die Überschrift der Abbildung und den Informationen aus der Tabelle 3.28 ist es möglich die Inhalte des Graphen richtig zu interpretieren. 
Außerdem ist kein Stichprobenumfang der Abbildung vorhanden, wodurch nicht klar ist wie viele Schüler bei dieser Stichprobe teilgenommen haben. 
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass in der Studie nicht der Förderschwerpunkt der Schüler genannt wird was die Ergebnisse der Stichprobe beeinflussen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Beschriftung der Achsen, Angaben zum Stichprobenumfang und das nennen der Förderschwerpunkte der Schüler die eventuelle Fehlinterpretation minimiert und die Abbildung verständlicher macht. 

Mand: Ich denke, dass Sie da einige wichtige Punkte genannt haben. Wie auch schon in E-Mails an einige Studierende erwähnt möchte ich abschließend noch auf ein Problem hinweisen, das vor allem dadurch entsteht, dass die Studie eine Querschnittstudie ist. Die Abbildung legt eigentlich nahe, dass hier eine Entwicklung betrachtet wird und die beiden Variablen in einer kausalen Beziehung stehen. Dies ist aber nicht zwingend der Fall. Der IQ wurde nur zu einem Zeitpunkt gemessen. Und die Schüler*innen wurden bei dieser Gelegenheit befragt, wie lange sie die Förderschule besuchen. Es ist zwar durchaus denkbar, dass der Förderschulbesuch die Ursache „sinkender“ IQ-Werte ist. Aber ebenso ist es z. B. möglich, dass sehr schwache Schüler*innen einfach früher in die Förderschulen wechseln müssen. Ihre Lehrer*innen merken einfach schon früh, dass die sehr schwachen Schüler*innen nicht mitkommen und veranlassen deshalb einen Wechsel in die Förderschule. Schüler*innen, die eher am oberen Rand des Leistungsspektrums der Förderschule stehen, schaffen es etwas länger in der Grundschule zu bleiben. Auch in diesem Fall würden Schüler, die etwas länger in der Förderschule sind, einen schlechteren IQ haben.

Krümelmonster: Im folgenden Text möchte ich mich mit der Abbildung aus der Querschnittstudie von Hans Wocken „Andere Länder, andere Schüler?“ befassen.

Die Abbildung 3.14 zeigt ein Diagramm, welches Intelligenztestergebnisse von Schülern mit unterschiedlichen Förderschulbesuchsjahren darstellt. Auf der y-Achse sind die Intelligenztestergebnisse und auf der x-Achse sind die Förderschulbesuchsjahre angegeben.

Dieses Diagramm ist leider etwas irreführend, denn diese Abbildung kann man so verstehen, dass die Intelligenz sinkt desto länger die Schüler in die Förderschule gehen. Die Schüler wurden jedoch nur einmal befragt, nämlich wie lange sie schon in die Förderschule gehen. Um dieses Missverständnis nicht entstehen zu lassen, könnte man die Schüler öfter befragen. Also eine Längsschnittstudie durchführen, um den Erfolg von Förderschulen besser darstellen zu können.   

Mand: Richtig, sehe ich auch so.

Neunte Sitzung

Ich möchte zunächst darauf hinweisen, dass ich mich entschieden habe, die letzte Sitzung dieses Seminars als Zoom-Konferenz anzubieten (also 17.1.22, 16.00 Uhr). Die letzte Seminarsitzung dient häufig dem Zweck, dass man Fragen zur modulabschließenden Prüfung beantwortet. Und dies will ich auch für dieses Seminar anbieten. Ich lade hierzu die Studierenden ein, die sich bei mir zur Prüfung angemeldet haben und mit mir über E-Mail kommuniziert haben. Sie erhalten dann vermutlich im Verlauf des Vormittags des 15.1. eine E-Mail mit der Einladung zu dieser Zoom-Konferenz.

Wer Hausarbeiten schreibt, kommt manchmal nicht umhin, wichtige Befunde aus Tabellen zu interpretieren. Die Tabellen befinden sich dann irgendwo im untersuchten Beitrag. Manchmal sind sie so wichtig, dass sie sogar (unter Angabe der Quelle!) in die Hausarbeit eingefügt werden. Tabellen sprechen aber nicht für sich. Sondern man muss sie in aller Regel mit einigen Sätzen erläutern. Dies soll nun am Beispiel der Kreuztabelle geübt werden. Sie werden merken: Das ist gar nicht so einfach. Da sind einige Fachbegriffe. Und die muss man auch in der richtigen Form verwenden.

Kreuztabellen beschreiben

Haubenhuhn: Ich habe den Ihren  Zeitschriftenaufsatz über FIS-Bildung gefunden. Jedoch ist er nicht frei verfügbar. Er kostet 39,- Euro.Der Online-Katalog unserer Uni gab auch nichts her. Ich könnte ihn auch in Dortmund in der Bibliothek kopieren. Bin mir aber unsicher, ob Sie diesen Aufwand in diesem Zusammenhang von uns erwarten. Könnten Sie ihn uns zur Verfügung stellen. 

Mand: Vielen Dank für den Hinweis. Leider kann ich Ihnen meinen Beitrag nicht so ohne weiteres zur Verfügung stellen. Die Rechte liegen nun beim European-Journal for Special Education. Ich habe aber durch Ihre Anfrage gemerkt, dass ich für die neunte Sitzung der Schreibwerkstatt die falsche Abbildung hochgeladen habe. Dies ist nun korrigiert (s.o.).

Haubenhuhn:

Kreuztabelle links:

In der Förderschule unterscheiden sich Kinder mit Verhaltensstörungen und Kinder ohne Verhaltensstörung nicht in der Frage, ob sie von Ihren Mitschülern abgelehnt werden. 

Mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 0,9% und 0,7 % wurde diese Hypothese verworfen.

Mand ermittelte in seiner Untersuchung von SchülerInnen mit und ohne Verhaltensstörung in der Frage der Ablehnung durch Mitschüler hochsignifikante Unterschiede. Gut 25% aller SchülerInnen mit Verhaltensstörung erfahren von ihre Mitschülern Ablehnung, während es bei der SchülerInnen ohne Verhaltensstörung nur gut 5% waren.

Kreuztabelle rechts:

In der Integrativen Schule unterscheiden sich Kinder mit Verhaltensstörungen und Kinder ohne Verhaltensstörung nicht in der Frage, ob sie von Ihren Mitschülern abgelehnt werden. 

Mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 0% wurde diese Hypothese verworfen.

Mand ermittelte in seiner Untersuchung von SchülerInnen mit und ohne Verhaltensstörung in der Frage der Ablehnung durch Mitschüler hochsignifikante Unterschiede. Gut 30% aller SchülerInnen mit Verhaltensstörung erfahren von ihre Mitschülern Ablehnung, während es bei der SchülerInnen ohne Verhaltensstörung nur knapp 3 % waren.

Zehnte Sitzung

Nun bestehen wissenschaftliche Publikationen ja nicht allein aus empirischen Untersuchungen, sondern sie setzen sich ja auch mit Theorien auseinander. Entsprechend können Hausarbeiten nicht nur den Forschungsstand beschreiben. Sondern sie können sich auch mit Theorien befassen, also z. B. Theorien vergleichen. Ob dies möglich oder sinnvoll im Rahmen einer Hausarbeit geschehen soll, und was dabei zu beachten ist, erklärt dieser Podcast. Verraten sei an dieser Stelle schon einmal, dass Sie die Hausarbeit ja nicht für sich schreiben und dass Sie bei Ihrem Leser (vermutlich bin das ja ich) nicht den Kenntnisstand unterstellen dürfen, den Sie bei Beginn Ihrer Hausarbeit hatten. D.h. ein Teil Ihrer Arbeit besteht darin, Bücher und Zeitschriftenbeiträge zu lesen, die Sie benötigen, um zu verstehen, worum es in dem für Sie interessanten Forschungsfeld geht. Aber diese Inhalte sind für die meisten Leser*innen leidlich bekannt. Für die müssen Sie nicht bei Adam und Eva anfangen, oder um ein Beispiel zu verwenden bei einer Hausarbeit zum Thema Autismus nicht zwingend bei Kanner und Asperger anfangen – zumindest dann nicht, wenn Sie nicht gerade die Geschichte der Autismus-Spektrum-Störung untersuchen. Und dies ist auch der Grund, warum die meisten Zeitschriftenbeiträge direkt und ohne lange Vorrede in die Fragestellung einsteigen. In Ihrer Hausarbeit sollten Sie genau so verfahren. Sie schreiben also eigentlich zwei Hausarbeiten: eine für sich selbst und eine für die Leser*innen.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Mihja: Die angestrebte Hausarbeit soll sich mit dem Thema der Wirksamkeit von Gewaltprävention befassen. 

Hierzu sollen zwei Elterntrainingsprogramme zur Gewaltprävention (TripleP (Sanders): Neue Autorität (Omer)) bei aggressiven Veralten bei Kindern und Jugendlichen verglichen werden. 

Wen ich Sie richtig verstanden habe, würde sich ein Theorieteil im Zusammenhang Aggression mit den Theorien (Triebtheorien, Lerntheorien, Soziologische Theorien) befassen? Ist aber nach Sitzung 10  nicht zwingend zu erarbeiten bzw. nicht notwendig/zielführend in dieser Hausarbeit?

Mand: Richtig, Sie müssen nicht einen Theorieteil über unterschiedliche Theorien zum Thema Aggression in Ihre Arbeit einbauen.

Sushi2010: Ich hatte in meiner Hausarbeit lediglich zur Einführung eine kurze Definition und einen kurzen Theorieteil zum Thema Inklusionangedacht. Hierzu würde ich gerne auf die Basics von Parsons eingehen und dann übergehen zu den Ergebnissen, die Andreas Hinz formuliert hat. 

Mand: Ok, das kann man so machen.

Ravioli: Da sich meine Hausarbeit mit dem Vergleich einiger Präventionsmaßnahmen für das fetale Alkoholsyndrom beschäftigt, erachte ich den Einbau eines Theoriekapitels als nicht sinnvoll. Denn wenn ich davon ausgehe, dass mein Leser Expertise besitzt, sollte der Fokus mehr auf den Präventionsmaßnahmen selbst liegen und nicht auf einem Theoriekapitel zum fetalen Alkoholsyndrom, welches durch diese Maßnahmen verhindert/vorgebeugt werden soll.

Mand: Das sehe ich auch so.

Haubenhuhn: Die Trefferquote bei den Suchwörtern Demtia und Therapy ist über 88.000. Damit bin ich maßlos überfordert. Deshalb dachte ich, dass ich gerne nur über die Wirksamkeit von Musiktherapie und Bewegungstherapie bei Demenz schreiben möchte. Ich habe aber dazu bisher keine Studie gefunden, in der beide miteinander verglichen werden. Kann ich dann auch Studien nehmen, die nur das eine und dann nur das andere untersuchen und das dann miteinander vergleichen? 
Zum Thema dieser Sitzung: Da ich über die Wirksamkeit von Therapien bei demenz schreiben möchte, glaube ich nicht, dass ich viel über Demenz schreiben muss. Aber wenn ich zwei Therapieformen vergleiche, sollte ich vielleicht doch auf diese speziellen Therapien eingehen, oder ?

Mand: Sie können die Fragestellung natürlich ändern. Sie sollten aber bedenken, dass hohe Trefferzahlen eigentlich nur bedeuten, dass eine Sache gut erforscht ist. Man kann die Trefferzahlen sehr deutlich eingrenzen, wenn man sich auf aktuelle Meta-Analysen (1 Jahr) konzentriert, die frei verfügbar sind (derzeit 34 Treffer). Sie könnten also Ihre Arbeit vor allem über Bewegungstherapie schreiben und die Meta-Analysen verwenden, um die Effekte dieser Therapie besser einordnen zu können. Mit etwas Glück widersprechen sich diese Meta-Analysen ja nicht allzu sehr.

Das Problem bei der von Ihnen zur Diskussion gestellten Lösung, Musiktherapie und Bewegungstherapie zu untersuchen, besteht darin, dass Sie zwei mutmaßlich – wenn überhaupt – schwach wirksame Methoden vergleichen. Vermutlich kommt heraus: Die spielen in etwa in der gleichen Liga. Der entscheidende Punkt ist aber, ob es sich überhaupt lohnt, diese Wege einzuschlagen. M. E. ist dies keineswegs von vorn herein klar. Denn allzu wirksam ist auch die medikamentöse Behandlung dementieller Erkrankungen nach meiner Erinnerung nicht. Ihre Frage ist also offen.

Rose: Ich habe das Thema Gewaltprävention. Glauben sie, das ein Theorie Anteil nötig sei ?Wenn ja hätte ich mir überlegt Literatur von Heitmeyer oder Bandura zu beschaffen.

Mand: M. E. sollten Sie vielleicht eine verbreitete Gewaltdefinition zugrundelegen. Die könnten Sie vielleicht bei Heitmeyer finden. Bandura müssen Sie sich nicht beschaffen.

Krümelmonster: Meine Frage beschäftigt sich mit der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt. 

Ich habe vor, in meiner Hausarbeit einen kleinen Theorieteil von Andreas Hinz einzubauen. Jedoch denke ich, sollte der Theorieteil nicht zu lang sein. Da meiner Meinung nach, in Hinblick auf die Fragestellung, es nicht von großer Relevanz ist.

Mand: Ich denke, dass ein solcher Theorieteil nicht unbedingt erforderlich ist. Hinz bezieht sich ja auch eher auf den Bereich Schule. Wichtiger ist bei Ihrem Thema die Frage, wer als „behindert“ eingestuft wird. Die wunderschönen Zahlen, die Sie an allen Ecken und Enden finden, haben nämlich den Nachtteil, dass es sich meistens um Menschen handelt, die keineswegs eine Förderschule absolviert haben oder z. B. einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung vorweisen konnten. Und das hat keineswegs mit Erfolgen in Sachen schulischer Inklusion zu tun. Sondern da werden offenbar einige Menschen mit der Diagnose „Behinderung“ versehen, um die Inklusionsbilanz zu schönen. Wichtig ist auch zu wissen, dass Menschen in der WfbM nicht als Arbeitnehmer verstanden werden und folgerichtig auch nicht arbeitslos werden können.

Elfte Sitzung

Die elfte Sitzung der Schreibwerkstatt befasst sich mit Gutachten. Sie können ja anstelle einer klassischen Hausarbeit in diesem Modul auch ein Gutachten abgeben. Und es ist durchaus möglich, dass Sie im Verlauf Ihres Berufslebens auch Gutachten schreiben müssen. Entsprechend ist es sinnvoll, sich auch mit diesem Genre wissenschaftlichen Schreibens zu befassen.

Grundsätzlich sollte man dabei zunächst im Blick behalten, dass es neben den qualitativen Methoden in der Diagnostik (standardisierte Fragebogen, Interviews und Beobachtungsverfahren, Testverfahren) auch qualitative Methoden gibt. Für den ersten Bereich hat sich in der diagnostischen Diskussion der Erziehungswissenschaften der Begriff Förderdiagnostik durchgesetzt. Wenn Pädagog*innen über standardisierte Methoden sprechen, verwenden sie häufig den Begriff „Testdiagnostik“.

Gutachten schreiben Teil 1

Gutachten schreiben Teil 2

Gutachten schreiben Teil 3

Vorgehen bei Testdiagnostischen Gutachten

  1. Rechtsgrundlage prüfen 
  2. Sich über Fragestellung des Gutachtens klar werden (Mittelverteilung, Zuweisung zu Institutionen, Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts usw.) 
  3. Hypothesen über Interessen der Beteiligten formulieren 
  4. Stand der diagnostischen Diskussion prüfen (Literaturrecherche in Pubpsych) 
  5. Auf Basis der diagnostischen Diskussion geeignete standardisierte Verfahren auswählen (dabei beachten: Größe & Alter der Eichstichprobe) 
  6. Diagnostisch relevante Daten erheben, auswerten und interpretieren 
  7. Zuverlässige und am Stand der Methodendiskussion orientierte Antwort auf diagnostische Frage entwickeln 
  8. Entscheidung darüber treffen, was Kernaussage des Gutachtens sein soll 
  • Stand der Forschung beachten 
  • Auswirkungen der Kernaussage auf die Beteiligten bedenken, d.h.: darüber nachdenken, welche Entscheidung man sich wünschen würde, wenn man selbst der Betroffene wäre 
  • darüber nachdenken, welche Entscheidung sich die beteiligten Institutionen wünschen und welche Auswirkungen die Entscheidung haben könnte 
  • darüber nachdenken, welche Entscheidung aus Perspektive des Gemeinwesens wünschenswert ist 


    Abschießende abwägende Entscheidung treffen, dabei Verfahren so einsetzen, dass sie die getroffene Entscheidung stützen

Sushi2010: Ich hab mich für folgende mögliche Testverfahren entschieden:

OLFA 3-9: Analyse Fehlerschwerpunkte Rechtschreibung aus frei formulierten Texten bei den Klassen 3-9.

FDRA: Fehleranalyse für freie TexteSMB: Texte für das Feststellen von morphematischem Bewusstsein

DRT 4: Lückentext für das Feststellen von Rechtschreibdefiziten.

Haubenhuhn:

Die Recherche zur Auswahl eines Testverfahrens zu Ermittlung der Rechtschreibkompetenz bei Kindern der 4 Klasse ergab am 13.12.2021 mit den Suchwörtern: „Testverfahren-Rechtschreibung-4.Klasse“- bei PubPsych/Psyndex 5 Treffer und bei Testzentrale.de 16 Treffer. Mit den Suchwörtern „Diagnose-Rechtschreibung-4.Klasse“ ergab sie am selben Tag bei Pubpsych/Psyndex 4 Treffer, bei Testzentrale,de 9 Treffer. Aus diesen Treffer fanden sich 4 Testverfahren, die explizit die Rechtschreibkompetenz bei Kindern der 4. Klasse testen kann. 

Das sind : 

1. DRT 4 (2017) – Diagnostischer Rechtschreibtest für 4. Klassen. Grund, Leonhart, Naumann

2. DRP – Diagnostische Rechtschreibprobe (Diagnostische Rechtschreibproben). Biglmaier, F..

3. DERET 3-4+, Deutscher Rechtschreibtest für das dritte und vierte Schuljahr

4. Hamburger Schreib-Probe 1–10, Ausgabe ab 2018. Peter May, Volkmar Malitzky, Ulrich Vieluf

Daraus würde ich Nr.1 DRT 4 oder Nr. 3 DERET 3-4 empfehlen, da es zur Nr.2 DRP fast keine Angaben zu den Gütekriterien und zu Nr. 4 nur wenige Informationen zu der Methode gibt.

Lola21:

WRT 4+ (2007) Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test für vierte und fünfte Klassen. Birkel

DRT 4 (2017) – Diagnostischer Rechtschreibtest für 4. Klassen. Grund, Leonhart, Naumann

SLRT-II – Weiterentwicklung des Salzburger Lese- und Rechtschreibtests (SLRT). Moll, Landerl

Zwölfte Sitzung

Die 12. Sitzung befasst sich mit der Frage, was zum Thema Präsentationen wichtig ist. Was sind die wichtigsten Fehler? Ich habe ziemlich häufig mit studentischen Präsentationen zu tun, in denen nicht sonnenklar zwischen den eigenen Gedanken und denen von anderen Autor*innen unterschieden wird. Die betreffenden Studierenden haben dann z. B. ein Quellenverzeichnis, aber sie machen in den Folien und auch im Vortrag nicht hinreichend klar, wann sie selbst reden und wann sie die Positionen anderer zusammenfassen. Dies kann zu (berechtigten) Plagiatsvorwürfen führen. Nicht unbedingt selten denken die Studierenden auch nicht darüber nach, was ihre Zuhörer*innen wissen und was sie nicht wissen. Dies kann durchaus in beide Richtungen gehen: Man kann Zuhörer*innen überfordern und man kann sie unterfordern. Problematisch werden Präsentationen auch, wenn sie ganz oder teilweise vorgelesen werden. Das ist ein Problem. Denn dann schalten die Zuhörer*innen schnell ab. Und dieses Problem kann man auch nicht dadurch angehen, dass man den Text aufschreibt und dann auswendig lernt. Auch dies wird in der Regel sofort bemerkt. Denn die meisten Vortragenden, die diese Strategie einsetzen, wissen nicht, das sich ihr schriftlicher Ausdruck sehr von einem freien Vortrag unterscheidet. Und normalerweise färbt das auch auf die Intonation ab, wenn man einen Vortrag immer und immer wieder hält, um das Gesagte sicher präsentieren zu können.

Präsentationen Teil 1

Präsentationen Teil 2

Präsentationen Teil 3

Dreizehnte Sitzung

So langsam wird es Zeit, die Hausarbeit zu schreiben. Wenn bislang alles gut gelaufen ist, müsste es Teilnehmer*innen dieses Seminars gelungen sein, einige wichtige Teile ihrer Hausarbeit zu schreiben. Sie sollten eine Fragestellung formuliert haben. Sie sollten zu Ihrem Thema recherchiert haben und dies auch angemessen dokumentiert haben. Sie sollten wichtige Literatur zu Ihrem Thema beschafft haben. Und im Optimalfall sollten Sie diese auch schon gelesen und zusammengefasst haben. Wenn Sie noch nicht so weit sind, bleibt aber durchaus noch Zeit dies zu tun. Der nächste Schritt wäre: Überlegen, was die Antwort auf Ihre Frage ist. Und dann können Sie sich ans Schreiben machen. Der Hauptteil Ihrer Arbeit besteht normalerweise aus Texten, die Sie schon geschrieben haben: aus den Zusammenfassungen der gelesenen Literatur. Die müssen Sie in nächster Zeit montieren. Die zwölfte Sitzung befasst sich nun mit der Frage, wie man die Einleitung und den Diskussionsteil schreibt. Geht vernünftigerweise nur, wenn Sie eine Fragestellung haben, wenn Sie die dazu passende Literatur gelesen haben und auch wissen, was die Antwort ist.

Einleitung und Diskussion

Einleitung
Warum Thema wichtig ist
Frage
Angaben zur Datenbankrecherche
manchmal: kurzer Verweis auf Stand der Forschung, Stand der Theoriediskussion
Aufbau der Arbeit

nicht: Wie ich auf die Idee gekommen bin, diese Arbeit zu schreiben
Diskussion
Frage noch einmal aufgreifen
Antwort formulieren
Darauf hinweisen, ob und in welchem Ausmaß Unsicherheiten in der Antwort bestehen
Diskutieren, was Antwort für die Forschung / für die Theoriediskussion / für die Praxis bedeutet

Fazit halte ich für entbehrlich
nicht: Es hat mir total was gebracht, diese Arbeit zu schreiben

Vierzehnte Sitzung

Die 14. Sitzung befasst sich mit der Frage, wie man im Text auf Literatur verweist und wie ein Literaturverzeichnis aufgebaut wird. Ich stelle Ihnen dabei den Standard der APA vor. Das mache ich deshalb, weil dieser Zitationsstandard – anders als das in der EvH vorgeschlagene Modell sehr weit verbreitet ist. Es gibt eine Vielzahl von Publikationen zum APA Standard. Und es ist wirklich alles geregelt. Sie können natürlich auch den EvH Standard zugrunde legen. Bitte achten Sie aber darauf, dass ich Fragen zu den Handreichungen nicht beantworte.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch darauf hinweisen, dass die fünfzehnte Sitzung als Zoom-Konferenz stattfinden wird (zum ursprünglich im Vorlesungsverzeichnis ausgewiesenen Zeitpunkt, also am 17.1., 16.00 Uhr). Sie erhalten voraussichtlich im Laufe des 15.1. eine Einladung, so Sie sich bei mir zur Prüfung angemeldet haben und auch mit mir korrespondiert haben.

Der Zitationsstandard der APA – Teil 1

Der Zitationsstandard der APA – Teil 2
Der Zitationsstandard der APA – Teil 3

2 Gedanken zu „Schreibwerkstatt Heilpädagogik / Inklusive Pädagogik WS 21 / 22“

  1. Fragestellung für eine Hausarbeit
    1. Selektiver mutismus bei vorschulkindern. Inwieweit sind die Auswirkungen im Erwachsenenleben?
    2. Anerkennung psychischer Krankheiten und therapie Möglichkeiten, inwieweit gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und Kanada(oder einem anderen Land wo es Literatur zu gibt)

    Antworten
    • Ihre erste Fragestellung ist interessant. Aber ich weiß wirklich nicht, ob Sie hierzu Literatur finden. Sie brauchen ja dann entweder eine über Jahrzehnte währende Längsschnittstudie oder zumindest eine retrospektive Studie, die dies erfragt. Sie können aber durchaus prüfen, ob Sie hierzu ausreichend Literatur finden. Bei der zweiten Frage müssen Sie vermutlich noch präzisieren. Die Anerkennung könnte einiges mit dem Krankenversicherungssystem zu tun haben. Aber ein Vergleich von Therapiemethoden könnte funktionieren.

      Antworten

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