Kreativität und Kontrolle WS 21 / 22

Dieses Seminar richtet sich an Studierende des Studiengangs MA SIGB

Qualitätsentwicklung und Evaluation sind wichtig für Leitungsaufgaben in den Arbeitsfeldern Soziales, Inklusion, Gesundheit und Bildung. Wird etwas zu Unrecht vorrangig mit Planerfüllung, Überwachung und Kontrolle in Verbindung gebracht. Kann wirklich hilfreich sein. Die Arbeit beschäftigt sich dabei mit den einschlägigen theoretischen Vorgaben und untersucht die Praxis in verschiedenen Berufsfeldern. 

Dieses Seminar wird asynchron angeboten. D. h. : Es bleibt Ihnen überlassen, wann Sie sich die podcasts anhören und die Aufgaben bearbeiten. Ihre Mitarbeit ist dabei allerdings ziemlich wichtig. Zwar sind meine podcasts mit einiger Sicherheit besondere Höhepunkte der Wissenschaftsgeschichte des Abendlands. Aber Sie lernen meiner Meinung nach hauptsächlich dadurch, dass Sie die Studien lesen, die Aufgaben bearbeiten und mit anderen Studierenden bzw. mit mir diskutieren. Damit Sie sich auch untereinander austauschen können, wäre es sinnvoll, die Bearbeitung der Aufgaben jede Woche anzugehen. Nur wirklich sehr interessierte Zeitgenossen*innen durchforsten täglich meine Homepage nach neuen Beiträgen, die sich auf Inhalte beziehen, die vor vielen Wochen hochgeladen wurden.

  1. Sitzung

In der ersten Sitzung erkläre ich zunächst, wie das Seminar funktioniert und wie es aufgebaut ist. In einem zweiten Teil finden Sie einen ersten Einstieg ins Thema. Strukturgebend sind dabei die Evaluationsstandards der Deutschen Gesellschaft für Evaluation. Die angesprochenen Tabellen finden Sie in der Forschungsmethodenmaterialsammlung dieser Homepage (unter Materialien für die Lehre).

Begrüssung und Informationen zum Seminar

Ueber die Evaluationsstandards der DGFE

Evaluationsstandards der Deutschen Gesellschaft für Evaluation nach Bortz/Döring (2009)
1. Nützlichkeit, d.h. an den Interessen der Evaluationsnutzer ausgerichtet, Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen, vertrauenswürdige & kompetene Evaluatoren, klare & verständliche Berichte
2. Durchführbarkeit, d.h.: realistisch, gut durchdacht, diplomatisch & kostenbewusst arbeiten / Störungen minimieren / Interessenkonflikte vermeiden
3. Korrektheit: ethisch & fachlich korrekt vorgehen / dem Wohlergehen der betroffenen Personen ausreichend Raum geben / Stärken & Schwächen fair beschreiben / alle beteiligten Personen über Ergebnisse informieren
4. Genauigkeit: fachlich angemessene Informationen ermitteln / Programm korrekt dokumentieren / zuverlässige Informationsquellen nutzen / qualitative und quantitative Informationen verwenden / unparteilich & fair berichten
Sander 2006: Evaluationsstandard Nützlichkeit
1. Betroffene und beteiligte Personen sollen ermittelt und beteiligt werden
2. Evaluierende sollen vertrauenswürdig & kopetent sein
3. Die Informationen sollen so umfangreich sein und so ausgewählt werden, dass sie die Behandlung von sachdienlichen Fragen zum Programm ermöglichen und gleichzeitig auf die Interessen & Bedürfnisse des Auftraggebers und anderer Beteiligter und Betroffener eingehen
4. Perspektiven, Verfahren und Gedankengänge, auf denen die Interpretationen der Ergebnisse beruhen, sollen sorgfältig beschrieben werden, damit die Grundlagen der Werturteile klar sind.
5. Evaluationsberichte sollen das evaluierte Programm einschließlich seines Kontextes ebenso beschreiben wie die Ziele, die Verfahren und Befunde der Evaluation, damit die wesentlichen Informationen zur Verfügung stehen und leicht verstanden werden können
6. Wichtige Zwischenerkenntnisse und Schlussberichte sollen so zur Kenntnis gebracht werden, dass diese rechtzeitig verwendet werden können. 
7. Evaluationen sollen so geplant, durchgeführt und dargestellt werden, dass die Beteiligten und Betroffenen ermutigt werden, dem Evluationsprozess zu folgen (47 ff) 
Sander 2006: Evaluationsstandard Durchführbarkeit:
Die Durchführbarkeitsstandards sollen sicherstellen, dass eine Evaluation realistisch, gut durchdacht, diplomatisch und kostenbewusst ausgeführt wird
1. Das Evaluationsverfahren sollten so praktisch sein, dass Störungen minimiert und benötigte Informationen beschafft werden können.2. Evaluationen sollten mit Voraussicht auf die unterschiedlichen Interessengruppen geplant und durchgeführt werden3. Die Evaluation sollte effizient sein und Informationen mit einem Wert hervorbringen, der die eingesetzten Mittel rechtfertigt. (87 ff.)
Sander 2006: Evaluationsstandard Korrektheit
1. Die Evaluation sollte so gestaltet werden, dass Organisationen dabei unterstützt werden, die Ineteressen und Bedürfnisse des ganzen Zielgruppenspektrums zu berücksichtigen.
2. Die Pflichten der Vertragsparteien sollten schriftlich festgehalten werden
3. Evaluationen sollen so geplant & durchgeführt werden, dass die Rechte und ds Wohlergehen der Menschen respektiert und geschützt sind.
4. Evaluatorinnen sollten in ihrem Kontakten die Würde und den Wert der Menschen respektieren.
5. Evaluationen sollen in der Überprüfung und in der Präsentation der Stärken und Schwächen eines Programms vollständig und fair sein.
6.Offenlegung der Ergebnisse
7. Interessenkonflikte sollten offen und aufrichtig behandelt werden.
8. Die Zuweisung und Ausgabe von Ressourcen sollte durch sorgfältige Rechnungsführung nachgewiesen werden und auch anderweitig klug & ethisch verantwortlich erfolgen (107 f.) 
Sander 2006: Evaluationsstandard Genauigkeit: Die Evaluation muss angemessene Informationen hervorbringen und umfassend sein
1. Programmdokumentation: Das Evaluationsprogramm sollte klar und genau beschrieben und dokumentiert werden.
2.Kontextanalyse: Der Kontext, in dem das Programm angesiedelt ist, sollte ausreichend detailliert untersucht werden, damit mögliche Beeinflussungen des Programms identifiziert werden können.
3. Beschreibung von Zielen & Vorgehen: Die Zwecksetzungen und das Vorgehen der Evaluation sollten ausreichend genau dokumentiert und beschrieben werden.
4. Verlässliche Informationsquellen: Die in einer Programmevaluation benutzten Informationsquellen sollten hinreichend genau beschrieben werden.
5. Valide Informationen: Die Gültigkeit der gewonnenen Informationen für die eingesetzten Zwecke sollte sichergestellt sein. 
6. Reliable Informationen: Die Zuverlässigkeit der gewonnenen Informationen für die eingesetzten Zwecke sollte sichergestellt sein. 
7. Systematische Informationsüberprüfung Die im Rahmen einer Evaluation gesammelten & Präsentierten Informationen sollten systemtisch überorüft & korrigiert werden.
8. Analyse quantativer Informationen
9. Analyse Quantitativer Informationen
10. Begründete Schlussfolgerungen: Die Folgerungen sollten ausdrücklich begründet werden, damit die Betroffenen diese einschätzen können.
11. Unparteiische Berichterstattung: Die Verfahren der Berichterstattung sollten über Vorkehrungen gegen Verzerrungen durch persönliche Gefühle und Vorlieben irgendeiner Evaluationspartei geschützt werden.
12. Meta-Evaluation: Die Evaluation selbst sollte evaluiert werden (154 ff).

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