Richtig Recherchieren (SoSe 2021)

Dieses Seminar richtet sich an Studierende des Studiengangs BA Sozialer Arbeit (Modul Propädeutik, LV2).

Ist nicht kompliziert: Google & co meiden, Fachdatenbanken nutzen, Standort der Bücher & Zeitschriften lokalisieren, ausleihen & lesen. Man sollte wissen, wie man herausfindet, ob es sich um wichtige Zeitschriften bzw. Verlage handelt. Man braucht einige Methodenkenntnisse, um die Aussagekraft wissenschaftlicher Studien bewerten zu können. Hilfreich sind vielleicht auch Kenntnisse darüber, was in Veröffentlichungen wo steht, damit man nicht alles von vorn bis hinten lesen muss. Aber das war´s dann auch. Die Veranstaltung führt ein in die Datenbankrecherche.

Es ist ziemlich wichtig, ein bisschen Arbeit in die Recherche zu stecken. Wenn man z. B. googelt erhält man keinen Forschungsüberblick, sondern ein Algorithmus stellt die Forschungsbefunde zusammen. Der Algorithmus wurde dabei seit Jahren mit dem gefüttert, was bei Ihnen so angefallen ist: Ihre Suchen, Ihre Käufe, wo Sie sich aufgehalten haben, mit wem Sie in Kontakt stehen usw. Das was außerhalb dieser Vermutungen liegt, von dem erfahren Sie nichts. Das ist ein ernstes Problem für die wissenschaftliche Arbeit. Denn es gibt fast keinen Punkt in der wissenschaftlichen Diskussion, der nicht kontrovers diskutiert wird. Und wenn Google ihnen nur den Teil vorschlägt, der sie interessieren könnte, werden Sie einseitig informiert.

Dieses Seminar erklärt ihnen, wie Sie vorgehen müssen, wenn Sie den gesamten Stand der Forschung kennenlernen wollen – zu welchem Thema auch immer. Das ist nicht kompliziert. Das macht nur ein bisschen Arbeit. Denn natürlich reicht es auch nicht aus, bei der Recherche auf die Bücher und die Zeitschriftenbeiträge zurückzugreifen, die bei Ihnen im Regal stehen (so viel Regalplatz haben Sie nicht). Und es reicht auch nicht aus, das auszuleihen, was unsere Bibliothek so hergibt (auch die EvH Bibliothek ist viel zu klein, um alles zu jedem Thema anzubieten). Na klar ist es möglich, sich auf Online-verfügbare Literatur einzuschränken, wenn die Pandemie den Zugang zu Bibliotheken der Region einschränkt. Und Sie können sich auch darauf verlassen, dass Sie bei mir Ihre Hausarbeit schreiben können, wenn Sie sich regelmäßig an meinem Seminar beteiligen.

Was steht auf dem Programm? Wir befassen uns mit guten und schlechten Fragestellungen. (Mindestens) Eine Sitzung befasst sich mit den Folgen schlechter Recherche. Sie lernen einige Fachdatenbanken kennen. Und ich erkläre ihnen, welche Genres in der wissenschaftlichen Literatur wichtig sind, wenn man sich einen ersten Überblick verschaffen will, und welche Genres nicht die Mühe einer Lektüre lohnen. Sie sollen lernen, wie wissenschaftliche Arbeiten aufgebaut sind – u.a. deshalb, weil Sie ja selbst eine kleine wissenschaftliche Arbeit schreiben lernen sollen (zunächst Ihre Hausarbeit. Interessant ist der Aufbau wissenschaftlicher Arbeit auch deshalb, weil man so lernt, welche Teile einer wissenschaftlichen Arbeit man genau lesen muss und welche vielleicht überhaupt nicht. Sie sollen lernen, wie man wissenschaftliche Studien bewertet. Und ja: Auch einige Kennwerte stehen auf dem Programm. Aber diese werden sicher so erklärt, dass wirklich jede/r Teilnehmende das nachvollziehen kann, was gemeint ist.

Erste Sitzung

In der ersten Sitzung finden Sie den Begrüßungspodcast zu dieser Veranstaltung. Sie können sich meinen Vorstellungspodcast anhören, so Sie interessiert, mit wem Sie es zu tun haben und bislang noch keine anderen Online-Veranstaltungen von mir belegt haben. Es empfiehlt sich, den Podcast über die Anforderungen in Sachen Hausarbeiten anzuhören, wenn Sie zumindest nicht ausschließen können, bei mir die Hausarbeit schreiben zu wollen. Und einen inhaltlichen Einstieg bietet der podcast zur Entwicklung einer Fragestellung.

Begruessung

Vorstellung

Wie das Seminar funktioniert

Anforderungen für Hausarbeiten

Wie man eine Fragestellung entwickelt

Die Aufgabe für heute: Bitte formulieren Sie eine Fragestellung. Diese sollte vom Umfang her so gestaltet sein, dass sie im Rahmen einer Hausarbeit behandelt werden kann. Natürlich ist das so, dass Sie keinesfalls in irgendeiner Hinsicht durch Ihre Vorschläge festgelegt werden. Und ich habe ganz sicher auch nicht die Absicht, mir zu merken, wer wann was vorgeschlagen hat. Sie stehen noch am Anfang Ihres Studiums. Dass Sie nicht sofort mit nobelpreiswürdigen Fragestellungen beginnen, ist geradezu unvermeidlich – insbesondere deshalb, weil es keinen Nobelpreis für irgendwelche Veröffentlichungen der Sozialen Arbeit gibt. Und: Das sind sowieso viel zu viele Studierende, die an meinen Seminaren teilnehmen, als dass ich eine Chance hätte mir das zu merken – wohlmöglich noch über mehrere Semester hinweg. Nur, dass Sie eine Größenordnung haben: Im letzten Semester habe ich mehr als 90 Hausarbeiten betreut.

Also: Hören Sie sich den podcast an und schreiben mir eine Mail mit Ihrer Fragestellung. Bitte nennen Sie in jeder Mail an mich einen Nickname. Dann veröffentliche ich, was Sie zu sagen haben an der richtigen Stelle dieser Homepage. Und verwenden Sie kein urheberrechtlich geschütztes Material (Abbildungen, Texte, Tabellen usw.) und verzichten Sie auf Links. Dann gibt es auch keine Probleme.

koros : Fear Of Missing Out, kurz FOMO – so nennt man die Angst, etwas zu verpassen. Inwiefern machen uns die sozialen Medien abhängig, dass es zur einer Internetsucht und sozialer Ausgrenzung hinführt?

Anmerkung Mand: Kann sein, dass Sie hierzu etwas finden. Mal sehen.

Jeff Starkmann: ´´Welche Auswirkungen haben Kontaktbeschränkungen auf Jugendliche ?´´

Anmerkung Mand: Die wissenschaftliche Aufarbeitung dauert immer einige Monate. Keine Ahnung, ob hier schon ausreichend Literatur vorliegt. Aber ein Versuch ist das wert.

Rebellio: Welche Auswirkung hat die Einrichtung von Häusern des Jugendrechtes auf die Arbeit der Jugendhilfe im Strafverfahren?

Anmerkung Mand: Mal sehen, was die Datenbanken sagen. Auch hier gilt: Letztlich entscheidet der Stand der Forschung darüber, ob die Frage in einer Hausarbeit untersucht werden kann.

Juko9037: Würde die Kriminalitätsrate sinken, wenn Menschen mit einer Suchterkrankung, freien und legalen Zugang zu der Substanz haben, nach der sie abhängig sind?

Anmerkung Mand: Das ist eine klare Frage, kann aber vielleicht zu eng formuliert sein. Voraussetzung für eine Antwort wäre ja, dass man Regionen mit und ohne legalen Zugang zu Heroin o.ä. vergleichen kann. Ggf. könnte man aber auch Substitution untersuchen.

Fred: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie in Deutschland auf die psychische Gesundheit?

Anmerkung Mand: Könnte sein, dass Sie da jetzt schon Studien finden (s.o.). Aber sicher bin ich mir nicht.

Bailey: Warum ist die Schulsozialarbeit heutzutage so wichtig?

Anmerkung Mand: Das ist eine eher eine zu allgemeine Frage. Aber Schulsozialarbeit können Sie durchaus zum Thema machen. Sie müssen nur darüber nachdenken, welchen Schwerpunkt Sie legen wollen.

Gino: Die Cannabis-Debatte: Warum ist Alkohol legal und Cannabis nicht? 

Anmerkung Mand: Die Canabisdebatte ist eher Gegenstand der Politikwissenschaft. Sie können natürlich auch eine politikwissenschaftliche Arbeit schreiben. Vielleicht interessieren Sie aber auch die medizinisch-psychiatrische Auswirkungen (also: Vergleich Gesundheitsgefahren durch Alkohol bzw. Cannabis).

Gromit: Werden Schulkinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt? Anmerkung Mand: Vermutlich müssen Sie präzisieren. Es macht etwas aus, ob Sie Migrationshintergrund oder Staatsbürgerschaft bzw. Bilingualität zum Gegenstand machen. Und Benachteiligung im Bildungssystem könnte ggf. auch zu allgemein sein (präzisere Kriterien: Förderschulquoten, Schulabschlüsse, Studium).

ErnaBerta17: Kann Klienten in stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe, eine individuell angepasste Förderung, trotz der gegebenen arbeitstechnischen Rahmenbedingungen, garantiert werden?

Anmerkung Mand: Es gibt vermutlich jede Menge Anlass, die arbeitstechnischen Rahmenbedingungen in der Eingliederungshilfe zu kritisieren. Allerdings variieren diese vermutlich beträchtlich von Träger zu Träger. Genau genommen kann man zudem Ihre Antwort mit ja oder nein beantworten. Und eigentlich reicht ein Beispiel irgendwo in Deutschland aus, um zu einem Ja zu kommen. Das ist beides nicht günstig. Vermutlich haben Sie bestimmte Missstände im Kopf. Vielleicht ist es besser diese zum Gegenstand zu machen.

fi3445: Dies ist meine Fragestellung zur ersten Seminareinheit : „Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Digitalisierung der Arbeitswelt?“

Anmerkung Mand: Im Prinzip gilt das gleiche wie bei den anderen Corona-Themen. Kann sein, dass hier noch nicht ausreichend Studien veröffentlich sind, weil es immer dauert, bis eine Studie durchgeführt und dann auch publiziert ist (s.o.). Und ein bisschen ist auch das Problem, dass die Antwort eigentlich ziemlich klar ist: Corona ist mit einem Digitalisierungsschub verbunden – zumindest in Deutschland.

vinb0_: Gibt es Drogenkonsum bei Jugendlichen? Wenn ja, welche Präventionsmaßnahmen gibt es und wie wird damit gesellschaftlich umgegangen?

Anmerkung Mand: Das sind eigentlich drei Fragen. Frage Nr. 1 ist klar zu offensichtlich. Na klar gibt es Drogenkonsum. Frage zwei kann vielleicht mit geringen Änderungen umformulieren: Welche Maßnahmen eignen sich zur Prävention von … (Nikotin, Cannabis, Opiate usw.). Eventuell ist es auch sinnvoll, sich nicht nur auf einen Wirkstoff, sondern auch auf den exemplarischen Vergleich von zwei, drei Maßnahmen zu beschränken. Frage drei (gesellschaftlicher Umgang) ist wieder sehr allgemein.

Rorschach: Leider lässt mein Mail Programm nicht zu das ich mit meiner Hochschule Mail Adresse schreibe.  Dennoch wollte ich ihnen meine Frage stellen “ Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit von Antidepressiva“.

Anmerkung Mand: Das könnte funktionieren. Vor einigen Jahren gab es in Sachen Antidepressiva eine Debatte. Das ist normalerweise hilfreich für Hausarbeiten.

Ave: Welche Faktoren und Einflüsse spielen bei der Entwicklung der Technikaffinität von Jugendlichen im Alter von 8 bis 12 Jahren eine Rolle? 

Anmerkung Mand: Hier übersehe ich die Forschung nicht. Könnte sein, dass Gendereffekte (Frauenanteil in MINT-Fächern) oder Berufswahltheorien einen Zugang bieten.

Barbara: Welche Auswirkung hat eine FASD-Erkrankung eines Elternteils auf ein Kind?

Anmerkung Mand: Ich übersehe die Forschung nicht. Aber Auswirkung ist vermutlich zu allgemein.

alap: Welche Bedeutungen haben interaktive Freundschaften für eine gesunde Kindesentwicklung?“ 

Anmerkung Mand: Kann sein, dass der Forschungsgegenstand noch etwas jung ist. Lohnt aber sicher eine Recherche.

Lumi: Was sind die Sozialen Auswirkung auf Jugendlichen, wenn Sie keinen Präsenz Unterricht mehr haben ?

Anmerkung Mand: Es gelten auch bei dieser Frage die Probleme für die Corona-Themen (zu früh, s.o.).

Fuchs: Wie beeinflusst die Musik Jugendliche zu heutiger Zeit?

Anmerkung Mand: Die Frage ist vermutlich doch etwas allgemein formuliert. In der sozialen Arbeit könnte das Thema zumindest dann eine Rolle spielen, wenn ein subkultureller Bezug besteht. Lohnt sicher eine Recherche.

Hypochondria: Ich habe mich auf Ihrer Hompage umgesehen und mir die Audiodateien angehört. Eine konkrete Fragestellung habe ich noch nicht ausgearbeitet, habe aber ein paar Ansätze, die auf ein konkretes Thema hinauslaufen könnten. 
– Wie lassen sich allgemein angewandte Methoden der Sozialen Arbeit auf die Lebensweise und die Bedürfnisse des Einzelnen anwenden?
– Sollte ein Beratungs- und Betreuungsangebot in Hinblick auf junge Erwachsene weiter ausgebaut bzw. optimiert werden?
– Wie lassen sich alternative Methoden in der routinemäßigen Sozialarbeit unterbringen?
Dies sind in etwa meine momentanen Gedankengänge, ich denke aber mal, dass diese sich im Laufe der Studienzeit weiter konkretisieren werden, immerhin fange ich ja jetzt erst an.

Anmerkung Mand: Das sind sehr allgemein formulierte Themen. Umsetzbar für eine Hausarbeit könnte ggf. das Thema Beratung sein (z. B. wenn Sie exemplarisch Beratungskonzepte in ihrer Eignung für bestimmte Gruppen untersuchen).

lala: Wie hat sich das Suchtverhalten von Drogenabhängigen in der Corona Pandemie verändert?

Anmerkung Mand: Hier gilt wieder, was für alle Corona Themen gilt: Ein Jahr ist für die Durchführung und Publikation von Forschungsprojekten sehr wenig. Vermutlich reicht der Forschungsstand nicht aus.

gina01: „Welche Auswirkungen hätte die Einführung der Gebärdensprache als Schulfach an weiterführenden Schulen für die Gesellschaft, im Hinblick auf die Integration der Gehörlosen?“

Anmerkung Mand: Wäre natürlich schön, wenn die Gebärdensprache Unterrichtsfach an weiterführenden Schulen würde. Allerdings gibt es ein Problem für Hausarbeiten: Themen, die sich auf Gehörlosen beziehen, sind ein besonderer Fall. Das Forschungsfeld wird hauptsächlich aus der Perspektive von Förderschullehrern bespielt. Die Gehörlosengemeinschaft publiziert zumindest eher selten in Fachzeitschriften. Wenn ich das richtig erinnere, gibt es aber Bilinguale Konzepte. Die könnten ggf. zumindest wenn man englischsprachige Publikationen hinzuzieht, auch erforscht worden sein. Vielleicht kann man hier ansetzen?

nox: Welche Folgen hat das Aufwachsen eines Kindes in einer ALG 2 beziehenden Familie für seine Zukunft?Bitte nutzen Sie bei der Veröffentlichung den Nicknamen Nox.

Anmerkung Mand: Der Begriff „Auswirkung“ könnte ggf. zu allgemein sein. Vielleicht ist es sinnvoll, hier einige einschlägige Felder zu untersuchen (Schule, Gesundheit, Berufsausbildung, Studium usw.) ALG 2 ist dagegen sehr spezifisch. Kann sein, dass auch andere Armutsvariablen eine vergleichbare Rolle spielen.

Jaso: Welche Möglichkeiten und Beratungen stehen Müttern und Vätern in der Situation einer ungeplanten Schwangerschaft zur Verfügung?“

Anmerkung Mand: Das klingt ein wenig nach einer beschreibenden Hausarbeit. Denn die Antwort könnte eine Aufzählung sein. Sie sollten aber in einer Hausarbeit analysieren und interpretieren. Vielleicht ist es möglich, Beratungskonzepte einem Vergleich zu unterziehen?

Dragonslayer69: Wie finde ich einen geeigneten pädagogischen Umgang mit suizidalem Verhalten in einer stationären Jugendwohngruppe?

Anmerkung Mand: Ich bin mir nicht sicher, aber ein wenig klingt das danach, als wäre dies eine Frage aus Ihrer beruflichen Praxis? In diesem Fall bietet sich ggf. eine diagnostische HA (Frage also: Was braucht Person XY …). Suizides Verhalten ist gut untersucht. Wie der Bezug zur Wohngruppe aussieht, überblicke ist nicht. Lohnt in jedem Fall eine Recherche.

Behi Niki: Woher kommt die Angst vor dem Alleinsein?

Anmerkung Mand: Kann sein, dass Sie hier in Richtung Psychologie suchen müssen. Ggf. gibt es auch biologische Aspekte Ihrer Frage. Den Forschungsstand überblicke ich nicht. Vielleicht ist das ja strittig? Lohnt also eine Recherche.

Balu: Entsteht bei Vorschulkindern ein Defizit in der Entwicklung ihrer Sozialkompetenzen, durch die tägliche Konfrontation mit verschleierten/vermummten Personen zb. Maskenträger? Wie wichtig ist die nonverbale Kommunikation durch Mimik für die Entwicklung von Vorschulkindern? 

Anmerkung Mand: Ich vermute, Sie sind hier in Richtung Corona unterwegs. Und das könnte bedeuten, dass die Forschungslage noch nicht befriedigend ist. „Wie-Wichtig“-Fragen lassen auch nicht besonders viele Antworten zu (Sehr wichtig?). Können Sie aber zumindest anrecherchieren.

Galxyhead:  Inwiefern können Kinder und Jugendliche mit Autismus im Rahmen der Sozialen Arbeit unterstützt und gefördert werden?

Anmerkung Mand: Das Thema Autismus ist gut untersucht. Wie das mit dem Bezug zur Sozialen Arbeit in der Forschung aussieht, weiß ich nicht. Aber dass Sozialarbeiter*innen mit Menschen im Spektrum zu tun haben, ist klar. Vermutlich ist ein Bezug auf ein konkretes Arbeitsfeld hilfreich. Eine Recherche ist sicher lohnenswert.

Milli:  Wie weit kann Erziehung die „Entwicklung“ der Sexualität und die eigene Geschlechtsidentität beeinflussen?

Anmerkung Mand: Sie sind hier in einem ziemlich kontroversen Thema unterwegs. Unterschiedliche Fraktionen vertreten hier sehr unterschiedliche Meinungen. Und nicht alle Beteiligten sind seriös und friedliebend. Letztlich könnten aber kulturvergleichende Studien hier weiterhelfen. Vermutlich gibt es gesellschaftsübergreifende Konstanten? Lohnt sicher der Recherche, aber gehen Sie an das Thema bitte mit der gebotenen Vorsicht heran.

Snail: Wie stark beeinträchtigt eine psychische Erkrankung der Eltern den psychischen Zustand der Kinder ? 

Anmerkung Mand: Das Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ ist durchaus Gegenstand einiger Publikationen. Der Begriff „psychischer Zustand“ ist vielleicht etwas schwierig. Mein Vorschlag: Schauen Sie doch einmal nach, welche Schwerpunkte die Debatte hat und entscheiden in einem zweiten Schritt, was Sie interessiert?

Holly: Werden Menschen mit Unterstützungsbedarf heutzutage immer noch von der „Außenwelt“ abgegrenzt? 

Anmerkung Mand: Ich weiß nicht, in welche Richtung der Begriff „Menschen mit Unterstützungsbedarf“ gehen soll. Sie meinen: Menschen mit Behinderung? In diesem Fall interessieren Sie sich vielleicht für die soziale Integration/Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Ggf. ist es wichtig, sich weiter zu spezialisieren. Im Schulbereich gibt es nach meiner Erinnerung zumindest einige Veröffentlichungen.

Asil44: Wie erleben Kinder die Folgen der elterlichen Trennung im Hinblick auf geschlechtsspezifische Symptome und langfristige Folgen und Traumata.

Anmerkung Mand: Trennung- oder Scheidungsfolgen sind ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der Psychologie. Vermutlich gibt es auch Gendereffekte. Ob Traumatisierungen in diesem Umfeld gut erforscht sind, weiß ich nicht. Vermutlich ist es sinnvoll, in beide Richtungen zu suchen und sich dann auf einen dieser Schwerpunkte zu konzentrieren.

firid: Drang nach Perfektionismus – Wie wirkt sich die Selbstdarstellung mit Filtern im Internet auf die Jugend von Heute aus? (Vielleicht dann noch auf ein Geschlecht fokussieren).

Anmerkung Mand: Sie sind hier in der Filter-Bubble- bzw. Social Media-Debatte. Wie der Forschungsstand hier aussieht, überblicke ich nicht. Hat ggf. auch medizinische Aspekte (Anorexia nervosa). Einfach mal anschauen.

Tuktuk:  Steigt das Risiko für Kinder von abhängigen Eltern alkohol- oder drogenabhängig zu werden oder eine psychische Störung zu entwickeln?

Anmerkung Mand: Die Frage muss vielleicht noch etwas umformuliert werden. Denn Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann, sind meistens ein Problem. Denn Sie sollen ja in einer HA analysieren und interpretieren.

Flixo: Wie kann sich der regelmäßige Drogenkonsum auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen auswirken?“

Anmerkung Mand: Vermutlich ist es sinnvoll, zu präzisieren. Denn unterschiedliche Substanzen haben unterschiedliche Wirkungen. Interessant wird es vor allem dann, wenn eine Debatte in Sicht ist (Z. B.: Folgen von Cannabis-Konsum).

ScaryTary: Ist es möglich eine suizidgefährdete Person von ihrem Plan, sich umzubringen, abzuwenden, wenn es für sie nichts mehr auf der Welt gibt, wofür es sich zu leben lohnt?

Anmerkung Mand: Suzidalität ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt in Psychologie und Medizin. Ihre Frage geht das Problem allerdings von einem ungewöhnlichen Gesichtspunkt her an. Zweites Problem: Man kann sie ggf. mit ja oder nein beantworten. Und das ist eher ungünstig für analytische Passagen in Ihrer Hausarbeit. Ich denke, es könnte sinnvoll sein, das Forschungsfeld einmal genauer anzuschauen und dann über die Frage zu entscheiden.

nage28: Leitfrage: “Hilfeplanung – Das Handwerkszeug der Jugendhilfe?”

Anmerkung Mand: Hilfeplanung ist Gegenstand einiger Studien. Das Problem liegt vermutlich darin, dass die Akteure unterschiedlich mächtig sind und das manchmal ökonomische Fragen eine unausgesprochene Rolle spielen. Vermutlich ist es sinnvoll, sich zunächst einmal einen Überblick zu verschalen und dann zu entscheiden, welcher Schwerpunkt sinnvoll sein könnte.


olfj2011: Was macht die Ökonomisierung mit der Sozialen Arbeit ?

Anmerkung Mand: Letztlich verbirgt sich hinter Ihrer Frage vermutlich vor allem Kritik. Und die Frage ist ein wenig so formuliert, als wäre sie mit einer Aufzählung zu beantworten. Vielleicht lohnt ein Vergleich unterschiedlicher sozialpolitischer Positionen?

pennyblomquist: Trauma und Sucht – Wie weit begünstigen traumatische Erlebnisse eine Suchterkrankung?

Anmerkung Mand: Es ist wahrscheinlich, dass Posttraumatische Belastungsstörungen als Risikofaktor für die Entwicklung von Suchterkrankungen eingestuft werden müssen. Traumatische Erlebnisse allein vermutlich eher nicht oder zumindest deutlich schwächer. Ich schlage auch hier vor: Versuchen Sie sich einen Überblick zu verschaffen, was im Themenfeld „Trauma und Sucht“ diskutiert wird und entscheiden dann.

elli246: Rechtsradikalismus: Wieso sind bestimmte Menschen besonders anfällig für radikales Gedankengut und wie kann man der Radikalisierung junger Menschen in der heutigen Zeit entgegen wirken?

Anmerkung Mand: Das Thema Rechtsradikalismus ist Gegenstand einer umfangreichen Publikationstätigkeit. Vielleicht könnte ein Weg zu einem Thema darin bestehen, zwei exemplarische Erklärungsmodelle zu vergleichen und anhand der Forschung zu prüfen, welches Modell plausibler ist?

JJ2701: Gibt es genetische Unterschiede, auf die das geschlechtsspezifische Zuschreiben von Kompetenzbereichen zurückzuführen ist oder ist dies erlerntes Verhalten innerhalb einer Gesellschaft?

Anmerkung Mand: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe: Dass Menschen typisch weibliche oder typisch männliche Verhaltensweisen zu erkennen glauben, könnte selbst wiederum genetische Ursachen haben? Hört sich ungewöhnlich an, aber Sie können ja durchaus recherchieren, wie hier die Forschungslage ist.

Dr.Drilli: Meine Fragestellung ist: „Wirken sich die finanziellen Mittel der Eltern auf die Bildungsmöglichkeiten und den schulischen Erfolg des Kindes aus ?“

Anmerkung Mand: Sie finden sicher einige Studien, die sich mit den Auswirkungen von Armut auf Bildung befassen. Armut wirkt ja nicht monokausal. Und u.a. spielen auch Einkommen und Vermögen eine Rolle. Ggf. sollten Sie Ihre Frage etwas anders formulieren. Denn derzeit kann man sie mit ja oder nein beantworten. Und das ist ein Problem, wenn man analysieren und interpretieren soll.

Brownie: Ist die Rate der Opfer häuslicher Gewalt durch die Corona-Zeit gestiegen?

Anmerkung Mand: Ich weiß, es gibt entsprechende Vermutungen in der Presse. Überzeugende (d.h. in diesem Fall: repräsentative) Zahlen habe ich allerdings noch nicht gesehen. Wie bei den meisten Fragen zum Thema Corona gibt es zunächst das Problem, dass man für ein Forschungsprojekt von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung normalerweise mehrere Jahre kalkulieren muss. Und auch diese Frage ist so formuliert, dass man sie mit ja oder nein beantworten kann. Sie können aber trotzdem gerne recherchieren.

Honey: Auswirkungen und Begleiterkrankungen im Erwachsenenalter hinsichtlich pornographischem Missbrauchs im Kindesalter – insbesondere bezüglich der Digitalisierung der Taten.

Anmerkung Mand: Dass es für Kinder nicht gut ist, wenn sie mit pornografischen Materialien konfrontiert werden oder bei der Herstellung solcher Materialien sogar mitwirken müssen, ist sehr wahrscheinlich. Ich überblicke aber nicht, in wiefern hier die Forschungslage ausreicht. Ich denke: Sie sollten sich einen ersten Überblick über die Forschungslage verschaffen.

Lu311: Welche Entwicklungsunterschiede können bei Kindern in einem Leben mit an Borderline erkrankten Eltern entstehen?

Anmerkung Mand: Das ist ein Unterthema aus dem Bereich Kinder psychisch kranker Eltern. Kann sein, dass die Forschungslage für Borderline-Eltern nicht ausreicht. Schauen Sie sich das einmal an. Ggf. müssen Sie das Thema noch ausweiten.

MiaWallace99 „Zwangseinweisungen in der Psychiatrie (ab wann notwendig? wer ist unter welchen Umständen zu was berechtigt?)“- dazu gibt es auch schon einiges zu finden, mich würden da sowohl die rechtlichen als auch ethischen Aspekte interessieren.

Anmerkung Mand: Ja, man kann zu dem Thema sicher eine Hausarbeit schreiben. Vielleicht müssen Sie Ihre Frage aber noch etwas überarbeiten – zumindest dann, wenn die Rechtsgrundlagen ziemlich eindeutig sind. Denn dann dürfte die Hausarbeit auf eine Beschreibung hinauslaufen. Und Sie sollten ja analysieren und interpretieren. Vielleicht hilft ein internationaler Vergleich? Vielleicht finden Sie ja ein Land, in dem Sie erfreulichere Regelungen finden?

Blümchen: Wie definierte man im 13 Jahrhundert den Begriff Armut und wie definieren wir den Begriff aus der heutigen Perspektive- Spielt eine gewollte oder ungewollte Unterordnung der Gesellschaft bzw. des betroffenen dabei eine Rolle?

Anmerkung Mand: Ein Vergleich ist immer gut. Wie das aber nun mit den Quellen des 13. JH aussieht, weiß ich nicht. Und man sollte auch begründen können, warum gerade diese Epoche in einen Vergleich einbezogen werden sollte. Und Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten sind vermutlich schwer zu interpretieren.

Bandicoot Fragestellung: Sexuelle Prävention – Wie sehen die heutigen Präventionsmaßnahmen aus, wie gut werden sie umgesetzt und wie kann ich als Sozialarbeiter*in Aufklärungsarbeit leisten, um Schützlinge bestmöglich zu schützen?

Anmerkung Mand: Meinen Sie Prävention sexuellen Missbrauchs. In diesem Fall könnten Sie Präventionsprogramme vergleichen – z. B. hinsichtlich ihrer Effektivität oder ihrer Eignung für besondere Zielgruppen. Ob der Forschungsstand ausreicht, um einen spezifischen Bezug zur Sozialen Arbeit herzustellen, weiß ich nicht.

zondromer: ,Soziale Beziehungen- Inwiefern verändern Alter und Gesundheit soziale Beziehungen? „

Anmerkung Mand: Dass Alter und Gesundheit auf soziale Beziehungen wirken, ist erst einmal eine vernünftige Hypothese. Das Problem besteht eher darin, eine solche Hausarbeit so zu gestalten, dass Sie nicht nur beschreiben (So wirken Alter und Gesundheit …), sondern auch analysieren und interpretieren. Ich schlage vor, Sie verschaffen sich zunächst einmal einen ersten Überblick über den Forschungsstand und sehen dann weiter.

mrspavarotti: „Wie unterscheidet sich der Konsum illegaler Substanzen von Jugendlichen und Erwachsenen?“

Anmerkung Mand: Kann durchaus sein, dass Sie hier bedeutsame Unterschiede finden, z. B. in Sachen bevorzugte Substanzen, vielleicht auch in Sachen Wirkungen. Mal sehen, was der Forschungsstand so hergibt.

May30: Inwiefern beeinflusst soziale Ausgrenzung die psychische Gesundheit eines gesunden Menschen?“

Anmerkung Mand: Ich meine mich zumindest zu erinnern, dass es einige Studien über die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit gibt. Wäre das ein Weg?

Wilson: In wie weit beeinflusst eine Fremdplatzierung, außerhalb des elterlichen Haushaltes, das Bindungsverhalten von Kindern im Alter von 12-18 Monaten? 
 

Anmerkung Mand: Die Schwierigkeit wird vermutlich sein, die Auswirkung der Fremdunterbringung auf das Bindungsverhalten von anderen in solchen Situationen nicht unbedingt erfreulichen Variablen zu unterscheiden. Eigentlich wären hierfür gematchte Längsschnittstudien mit Versuchs- (also: Kinder mit Fremdunterbringung) und Kontrollgruppe (Kinder aus vergleichbaren Verhältnissen ohne Fremdunterbringung) der richtige Weg. Keine Ahnung, ob derlei schon angegangen ist. Vielleicht ist es einfacher, die Pflegefamilien mit Heimen zu vergleichen?


AngelaAnaconda: Inwiefern ist die allgemeine Hochschulreife geeignet, die Qualifizierung von Jugendlichen für Studiengänge zu beurteilen?
Wie wirkt sich pränatale Früherkennung in der Schwangerschaft auf die spätere Beziehung zwischen Mutter und Kind aus?

Anmerkung Mand: Das sind beides nicht ganz einfache Fragen. Ggf. könnten Studienabbrecherquoten Auskunft über die erste Frage geben. Keine Ahnung, ob die unterschiedliche Schulabschlüsse berücksichtigen. Für die zweite Frage benötigen Sie eigentlich wieder Studien mit Versuchsgruppe (also Mütter, die spezifische Vorsorgeuntersuchungen während ihrer Schwangerschaft gemacht haben) und Kontrollgruppe (Mütter, die diese Untersuchung nicht gemacht haben). Mal sehen, was der Forschungsstand so sagt.

Karuzo: Welche Chancen haben Menschen mit Behinderung auf Integration in die Berufswelt ? 

Anmerkung Mand: Das ist ein schwieriges Thema, weil hier vergleichsweise mächtige Akteure versuchen, eine spezifische Sicht der Dinge durchzusetzen. Bundesagentur für Arbeit und die einschlägigen Ministerien versuchen das Bild zu verbreiten, dass sich die Verhältnisse (auch) in Sachen beruflicher Inklusion wunderbar entwickeln. Tatsächlich sind die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen allerdings voll wie eh und je. Kann man untersuchen. Aber hier muss man besonders vorsichtig sein.

Fero: Worin unterscheiden sich Gymnasien und Hauptschulen in Bezug auf Gewalt und Mobbing?

Anmerkung Mand: Den Forschungsstand übersehe ich nicht. Könnte aber durchaus sein, dass Sie ausreichend Literatur  für eine Hausarbeit finden. Vergleiche sind meistens eine gute Idee.

ErnaBerta17: Ich bin mir nicht sicher ob ein „zweiter Versuch“ bezüglich der Fragestellung gestattet ist. Ich habe mich nun nochmal etwas intensiver mit der Fragestellung beschäftigt.

Frage:
Bindungsgestörte Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen – fördert ein kontinuierlich wechselnder Betreuungsschlüssel Bindungsstörungen bei Kindern bzw. Jugendlichen?

Anmerkung Mand: Na klar ist das möglich. Meinen Sie wechselnde Betreuungsschlüssel oder wechselnde Betreuer? Im letzteren Fall wären Sie bei der Wirkung von Bezugsbetreuern. Kann sein, dass Sie hier etwas finden.

Nero: Wie wichtig ist es, Präventionsarbeit bei Kinder und Jugendlichen zu leisten?

Anmerkung Mand: Vermutlich ist es sinnvoll, sich auf einen thematischen Bereich zu konzentrieren (also z. B. Prävention von Ernährungsstörungen, Prävention von Suchterkrankungen usw.). Die Frage sollte vielleicht auch etwas anders formuliert werden. Denn allzu viele Autor*innen, die der Meinung sind, dass Prävention nicht wichtig ist, werden Sie vermutlich nicht finden. Vielleicht finden Sie ja zwei Präventionsprogramme, die einen Vergleich lohnen?

Agent P:  Ist eine frühe Fremdbetreuung ein Indikator für eine Bindungsstörung bei Kindern?

Anmerkung Mand: Das ist eine ziemlich klare Frage. Das Problem ist allerdings: Sie benötigen als Kontrollgruppe Kinder, die nicht früh fremd betreut werden. Und Sie benötigen einen Zeitraum von mehreren Jahren, denn so schnell entwickelt sich auch eine Bindungsstörung nicht. Schauen Sie doch einmal nach, wie der Forschungsstand in dieser Hinsicht ist.

Mini: 1. Gibt es ADS/ADHS wirklich? 2. Ab wann wird man als ADS/ADHS Patient eingestuft?

Anmerkung Mand: Es ist durchaus möglich, auch grundsätzliche Kritik am Konzept ADS/ADHS zu formulieren. Allerdings ist es vermutlich sinnvoll, die Fragen noch etwas zu überarbeiten. Denn man kann sie vergleichsweise einfach beantworten (Ja, steht in der ICD X bzw. DSM V). Vermutlich ist es sinnvoll, sich auf Teilaspekte der Kritik am Konzept zu konzentrieren (z. B. Ritalinkritik: Führt eine Behandlung mit Methylphenidat zur Verbesserung der Schulleistungen?).

ToniPaul: Wie ist der Zusammenhang zwischen Diskriminierung, gesellschaftlichen Rollenbildern und Jugendkriminalität von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte?

Anmerkung Mand: Das sind vermutlich etwas viele Fragen auf einmal. Und genau genommen unterstellt bereits die Frage, dass es einen solchen Zusammenhang gibt. Kriminalität ist sicher ein multikausales Geschehen. Und ich will auch nicht ausschließen, dass Diskriminierung und Rollenbilder einen Einfluss haben. Besser ist es wahrscheinlich, sich zunächst einmal einen Überblick zu verschaffen, was in Sachen Jugendkriminalität von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte veröffentlicht wurde und dann zu entscheiden, was Sie untersuchen möchten.

Biene 123: Ich hätte eine allgemeine Frage zu der Fragestellung einer Wissenschaftlichen arbeit.Ist es möglich die Fragestellung von jemanden anderen zu übernehmen und dazu selber einer Recherche vorzunehmen oder ist es nicht erlaubt ? 

Anmerkung Mand: Bitte entwickeln Sie eine eigene Fragestellung. In der Forschung gibt es zwar sogenannte Replikationsstudien, die feststellen wollen, ob sich ein früher festgestellter Befund wiederholen lässt. Aber Sie sollen hier ja nicht eigenständig forschen. Das ist eine Nummer zu groß für den Beginn des Studiums. Bitte prüfen Sie auch, ob Ihr Postfach vielleicht zugespamt ist. Ich habe den Eindruck, Sie haben meine Antwort nicht erhalten.

Zweite Sitzung

Die zweite Sitzung erklärt, warum es falsch ist, mit Google zu arbeiten und warum man die Auswahl von Literatur nicht nur vom Buchbestand einer Bibliothek abhängig machen sollte.

Es gibt mindestens zwei Probleme mit Google. Das erste Problem ist die Personalisierung. D. h. Google zeigt nicht an, welche Studien veröffentlicht sind. Sondern Google zeigt an, was der Algorithmus glaubt, was dem/der Google-Nutzer*in interessieren könnte. Dabei werden u.a. vorhergehende Suchen und Daten aus Internetkäufen analysiert. Dies führt dazu, dass die Literaturauswahl nicht mehr nachvollziehbar ist. Und Google-Nutzer*innen merken irgendwann gar nicht mehr, dass andere Studien andere Ergebnisse haben. Sie werden in ihren (einseitigen) Meinungen bestärkt.

Es ist auch nicht sinnvoll, in eine Bibliothek zu gehen, und die Bücher auszuleihen, die zum Thema passen. Denn Bibliotheken haben – es sei denn es handelt sich um die Deutsche Bibliothek in Frankfurt oder Leipzig – niemals einen vollständigen Satz aller erschienenen Bücher zum Thema, sondern nur eine kleine Auswahl. Und diese Auswahl ist sehr häufig repräsentativ nur für das, was die Nutzer*innen der Bibliothek gut finden – nicht aber für den Forschungsstand. Die Auswirkungen sind also ähnlich wie bei der Google-Recherche: Die Recherche wird nicht mehr nachvollziehbar. Und Meinungen, die in der betreffenden Hochschule/Bibliothek momentan keine Konjunktur haben, spielen eine untergeordnete Rolle. Die Katalogrecherche sollte also nur für einen Zweck verwendet werden: Herausfinden, ob die gesuchte Bibliothek ein Buch ausleiht, das auf der Liste der Publikationen steht, die man beschaffen will.

Wie funktioniert also wissenschaftliche Literaturrecherche? Wer recherchieren will, braucht Fachdatenbanken. Das sind Organisationen, die z. B. die Abstracts (kurze Zusammenfassungen von Zeitschriftenbeiträgen) aller wichtigen Fachzeitschriften der letzten Jahrzehnte sammeln und für die Datenbank zur Verfügung stellen. Dabei gilt: Fachdatenbanken sollten ein breites Publikationsgebiet abdecken (z. B. Erziehungswissenschaft, Psychologie, Medizin, Recht) und nicht nur einen kleinen Forschungsschwerpunkt. Es darf nicht zu viele Veröffentlichungen geben, die außerhalb von Fachzeitschriften oder Buchverlagen erschienen sind (also z. B.: Studentische Hausarbeiten, Studentische Abschlussarbeiten, Buch/Zeitschriftenpublikationen, die keinen Verlag finden). Und es darf für Autor*innen nicht zu einfach sein, eigene Papiere hochzuladen. Die Datenbankrecherche sollte dokumentiert werden (Suchbegriffe, Suchdatum, Trefferzahlen, nachvollziehbare Auswahlkriterien). Und sie sollte nicht mit anderen Quellen gemischt werden (z. B. Bücher aus dem Privatbesitz, Bücher, die in der Bibliothek ausleihbar sind) .

Falsch Recherchieren

Recherche in Fachdatenbanken

Asil44: Meine Fragestellung lautete wie folgt: Wie erleben Kinder die Folgen der elterlichen Trennung im Hinblick auf geschlechtsspezifische Symptome und langfristige Folgen ?
Ich habe zunächst einmal in allen 3 Datenbanken nach Scheidung und geschlechtsspezifische Symptome gesucht, dies habe ich am 19.04 um 12:15 Uhr gemacht.Sowohl bei FIS Bildung, als auch bei PubPsych und auch bei PubMed gab es 0 Treffer zu diesen beiden Wörtern. Dementsprechend muss ich den Teil aus meiner Fragestellung entfernen.
Dann habe ich noch am 19.04. um 12:30 in allen 3 Datenbanken nach Scheidung und langfristige Folge gesucht, hierbei habe ich folgende Treffer bekommen.Bei FIS Bildung: 1 TrefferBei PubPsych: 11 TrefferBei PubMed: 0 Treffer
Ich vermute jedoch das eine andere Fragestellung mit mehr verfügbarer Literatur besser wäre.

Anmerkung Mand: Ich verstehe, dass Sie dies vermuten. Aber bei der Datenbankrecherche ist es wichtig, dass Sie verschiedene Formulierungen ausprobieren. In Pubpsych habe ich gerade bei Verwendung von „Scheidung“ und „Gender“ 75 Treffer erzielt. Nur zum Thema Scheidung finden Sie 1653 Veröffentlichungen. Das Thema Scheidung ist also nicht schlecht untersucht. Englische Suchbegriffe in Pubpsych de (Treffer vor allem in den Datenbanken Medline und ERIC) führen bei den Suchbegriffen „Divorce“ und „Gender“ 586 Treffern. Bei Pubmed sind es sogar bei diesen Suchbegriffen 7802 Open-Access-Artikel. Es ist also vermutlich leicht möglich, Veröffentlichungen zu Ihrem ursprünglichen Thema zu finden.

Otter: M eine Fragestellung lautete „Wie beeinflusst Musik Jugendliche zu heutiger Zeit?“. Bei meiner Recherche in Fachdatenbanken hat sich Folgendes ergeben:
Bei fis-bildung habe ich unter den Begriffen „Jugendliche“ und „Musik“ keinen Treffer erhalten. Zu dem Stichpunkt „Jugendliche“ alleine zwar über 5.000, aber da war mir die Suche zu unspezifisch.
Bei pubpsych habe ich unter den Stichpunkten „Jugendliche“, „Musik“ und „beeinflusst“ 4 Ergebnisse erhalten. Bei gleicher Recherche ohen das Stichwort „beeinflusst“ 212.
Medpsych gab mir bei „youth“, „music“, „influence“ und „today“ 6 Suchergebnisse. Bei weglassen von „today“ waren es 584 und bei weglassen von „today“ und „influence“ 4.167 Ergebnisse.
In wie fern sich die einzelnen Artikel für eine gute Recherche verwenden lassen, habe ich nicht genau nachgelesen, aber anhand der Anzahl der Suchergebnisse würde ich sagen, damit lässt sich erstmal was anfangen.

Mand: OK, würde ich aus so sehen

olfj2011: Frage : Wie früh muss man bei einem verhaltensgestörtem Kind eingreifen, damit es im jungen- oder auch erwachsenenalter, nicht kriminell wird und keine weiter Folgen davon trägt ?
Ich habe bei allen drei Fachdatenbanken nach dem Begriff „Verhaltensstörungen” gesucht und das kam dabei raus : FIS – 5053, PubPsych – 19080, Pubmeth – 132. Außerdem habe ich noch „ verhaltensgestörte Kinder” eingeben und bei PubPsych 2584 erhalten. 

Mand: Das sind noch sehr allgemeine Suchbegriffe. Vielleicht sollten Sie auch Delinquenz oder Kriminalität hinzufügen.

Gromit: Werden Schulkinder mit Migrationshintergrund im deuschen Bildungssystem benachteiligt?
Mein erster Versuch zu recherchieren war gar nicht so einfach.Ich habe es mit den Begriffen Bildungssystem, Migration und Benachteiligung in den drei im Podcast vorstellten Datenbanken probiert.Fis-Bildung: 125 Treffer, 35 Treffer mit freiem ZugriffPubmed: 3 TrefferPubpsych: 6 Treffer via Pubsyndex
Beim Durchschauen der Treffer bin ich mir sicher, dass meine Fragestellung nicht präzise genug ist und ich mit dieser Fragestellung keine gute Recherche betreiben kann.
Vielleicht macht es Sinn, die Fragestellung umzuformulieren:
Hat Migrationshintergrund einen Einfluß auf den Schulabschluß in Deutschland?Zu den Oberbegriffen Migrationshintergrund und Schulabschluß habe ich in Fis-Bildung 212 Treffer (davon 108 mit freiem Zugriff), in PubPsych 12 Treffer und in Pubmed 19 Treffer. Die Pubmed Recherche ist allerdings schwierig. Da müßte ich noch Deutschland hinzufügen.
Auch bei dieser Fragestellung kann ich mir vorstellen, dass eine weitere Präzisierung sinnvoll ist. Bei Durchsicht der Treffer sehe ich mehr Potential zu recherchieren als bei meiner ersten Fragestellung.

Mand: Wesentlich ist, dass Sie zwischen unterschiedlichen Staatsbürgerschaften unterscheiden. Denn es macht wirklich etwas aus, ob jemand z. B. japanischer oder serbischer Herkunft ist. Pubmed ist vermutlich nicht die richtige Datenbank für Ihr Thema (eher medizinische Themen).

Sena: Wie stark beeinträchtigt eine psychische Erkrankung der Eltern den psychischen Zustand der Kinder ? Hier meine Ergebnisse von der Literaturrecherche: 
PubPsych 117 Treffer 
FIS Bildung 41 Treffer 
PubMed 8291 Treffer. 
Meiner Meinung nach sind die Treffer ausreichend um sich mit meiner Fragestellung auseinanderzusetzen. Jedoch könnten bei PubMed auch viele nicht relevante Texte dabei sein. 

Mand: Das sehe ich auch so.


nox: Welche Folgen hat das Aufwachsen eines Kindes in einer ALG 2 beziehenden Familie für seine Zukunft? Hier die Ergebnisse meiner Recherche:fisbildung: 50 Einträge, davon 3 brauchbarpubpsych: 12 Einträge, davon 4 brauchbarpubmed: 71 Einträge, davon 2 brauchbar
Ich denke nicht, dass diese Menge an Literatur ausreichend ist, um eine Hausarbeit zu schreiben.

Mand: OK

mrspavarotti:
Datenbankrecherche 1:
Pubpsych, „Konsum illegaler Substanzen“, 19.04.2021 (15:00 Uhr), 45 Treffer, Auswahlkriterien: 1. Sprache (deutsch) 40 Treffer 2. Erscheinungsjahr (2018) 2 Treffer. 
Datenbankrecherche 2:
FIS Bildung, „Konsum illegaler Substanzen“, 19.04.2021 (15:20 Uhr), 6 Treffer, keine weitere Eingrenzung der Ergebnisse. 
Datenbankrecherche 3:
Pubmed, „consumption of illegal substances“, 19.04.2021 (15:30 Uhr), 440 Treffer, folgende Auswahlkriterien habe ich gewählt: 1. Article Type (Review) 57 Treffer 2. Publication Date (1 year) 2 Treffer. 
Die Trefferzahlen sind übersichtlich und ausreichend. 

Mand: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Sie nicht andere Suchbegriffe ausprobieren sollen. Das ist nicht Google. Die Suche sucht nur wörtlich das, was sie eingeben. Und es gibt möglicherweise viel Literatur, die thematisch relevant sind, aber die Wortfolge „Konsum illegaler Substanzen“ nicht enthalten.

ErnaBerta17: Meine Fragestellung lautete: Fördern kontinuierlich wechselnde Betreuer Bindungsstörung bei Kinder und Jugendlichen in vollstationären Einrichtungen?
Zu den Begriffen „Bindungsstörung“ und „Heim“, habe ich fast keine Ergebnisse bekommen. Zu den Begriffen „Heim“ und „Bindung“ habe ich mehr Ergebnisse bekommen.
PubPsych= 23 Ergebnisse, 5 davon kann ich für meine Fragestellung nutzenFIS= 8 Ergebnisse, 6 davon kann ich für meine Fragestellung nutzenPubMed= (übersetzt in. „Childrens home“ und „Binding“) hat mir 103 Ergebnisse angezeigt
Zusammengefasst muss ich vermutlich meine Fragestellung etwas abändern, da zu dem Hauptthema Bindungsstörung und stationäre Unterbringung kaum etwas zu finden ist.

Mand: Sehe ich auch so.

Brownie ,,Häusliche Gewalt während Corona / in Isolation“ habe ich folgende Ergebnisse in den Fachdatenbanken erhalten: Bei PubMed  gab es 255 Ergebnisse zu der SucheBei PubPsych gab es 22 Ergebnisse zu der Suche Und bei FIS Bildung gab es nur 1 Ergebnis

Mand: Das sieht erst einmal nicht schlecht aus.

JJ2701: Über PubPsych wurden mir 7 Treffer angezeigt (ab 2019, bei dem Stichwort Geschlechterforschung), über PubMed (ab 2020, Stichwort Geschlechterforschung) erhielt ich 2 Treffer und über FIS Bildung gab es 150 Treffer ( ab 2019, Stichwort Geschlechtsidentität).

Mand: Sie wollten ja herausfinden, ob es genetische Ursachen für geschlechtsspezifische Zuschreibenden gibt. Ich glaube, Sie sollten Ihre Suchbegriffe variieren. Pubmed ist eigentlich einschlägig. Hier benötigen Sie allerdings englische Suchbegriffe.

Dr.Drilli“.Meine Fragestellung bezog sich darauf, inwiefern sich die finanziellen Mittel der Eltern auf die Bildungsmöglichkeiten der Kinder auswirken ?Mir fiel es schwer präzise Schlagwörter für die Fragestellung zu finden. Bei den Begriffen „Bildungsmöglichkeiten“ und „Soziale Ungleichheit“, sowie „Finanzieller Wohlstand“ fielen die Suchergebnisse spärlich aus. Bei FIS Bildung hatte ich mit diesen Schlagwörtern 11 Suchergebnisse. Bei Pub Psych konnte mir keine Literatur vorgeschlagen werden und bei Pub Med 6922, die aber größtenteils in die medizinische und nicht in die soziologische Richtung gehen. Für Pub Med, verwendete ich die Suchbegriffe „educational opportunities“ und „social inequality“.
Mein Fazit ist also, dass ich Schwierigkeiten habe präzise Schlagworte für mein Themengebiet zu finden. Ich würde mir wünschen, dass Sie dahingehend, möglicherweise einige Methoden erklären könnten.

Mand: Methoden passende Schlagwörter zu finden, gibt es eigentlich nicht. Sie beginnen normalerweise mit allgemeinen Schlagwörtern (Bildung und Armut, z. B.) und grenzen Schritt für Schritt ein. Die Frage verweist auch eher auf Pädagogik als auf Psychologie und Medizin. Vielleicht sollten Sie auch englische Suchbegriffe (z. B. „Poverty“ und „School“) in Pubpsych suchen. Dann müssten Sie im ERIC landen.

vinb0: Ich habe leider zu der Frage von letzter Woche ( Präventionsmaßnahmen bei Drogenkonsum von Jugendlichen) nicht all Zuviel gefunden.Vielleicht liegt es auch daran das ich noch nicht wirklich mit diesen Plattformen vertraut bin.Ich habe aber trotzdem noch eine frage.Geben uns diese Suchergebnisse auf zb. PubPsych Quellen an wo wir Wissen zu unserer frage finden oder ist der kleine Text der dort angegeben wird schon die Literatur?

Mand: Ich denke, Sie müssen versuchen, an den Suchbegriffen zu arbeiten. Ich würde vermutlich in deutschen Datenbanken mit Drogen und Prävention arbeiten. In pubmed wäre es adiction und prevention. Die Fachdatenbanken unterscheiden sich in der Frage, ob die Texte direkt heruntergeladen werden können. In Pubmed finden Sie viele frei verfügbare Texte. Die sind dann allerdings in Englisch publiziert. In Pubpsych gibt es weniger frei verfügbare Texte. Wie Sie die finden erkläre ich in der 4. Sitzung.

ScaryTary
Fragestellung: Ist es möglich eine suizidgefährdete Person von ihrem Plan, sich umzubringen, abzuwenden, wenn es für sie nichts mehr auf der Welt gibt, wofür es sich zu leben lohnt? 
Bei PubPsych wurden unter dem Suchbegriff „Suizid“ 21.728 Ergebnisse gefunden. Um die Suche einzugrenzen, fügte ich den Begriff „Prävention“ hinzu. Das schränkte die Suchergebnisse auf 450 Treffer ein. Wenn man „Suizid verhindern“ eingab, wurden 41 Treffer angezeigt.Bei FIS Bildung nutzte ich die gleichen Suchbegriffe. „Suizid“ gab 110 Treffer, „Suizid Prävention“ gab 27 Treffer und „Suizid verhindern gab nur einen Treffer.Bei PubMed nutzte ich zuerst den Suchbegriff „suicide“. Dazu wurden mir 126.147 Treffer angezeigt. Ich fügte „prevention“ hinzu und es wurden mir 49.658 Treffer angezeigt. 
Bei der Recherche ist mir aufgefallen, dass vor Allem bei PubPsych viel Literatur angezeigt wurde, die auch wirklich zu meiner Fragestellung passt. Das liegt vermutlicherweise daran, dass der Suizid viel in der Psychologie behandelt und in der Pädagogik beispielsweise weniger. 

Mand: Immerhin haben Sie nicht das Problem, dass es zu wenig Literatur gibt.

Holly: Meine Frage war: Werden Menschen mit Unterstützungsbedarf heutzutage immer noch von der „Außenwelt“ abgegrenzt?  
Bei der Datenbank PubPsych gibt es 8 Ergebnisse zu „Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen“, wo ich jedoch nicht alle Ergebnisse unbedingt passend bzw., hilfreich finde.

Bei der Datenbank PubMed gibt es 2 Ergebnisse zu „Menschen mit Behinderungen“, wo es um die Integration von Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt geht, jedoch zum Suchbegriff „Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen“ gibt es dort keine Ergebnisse.
Bei der Datenbank fis-bildung (Fachportal Pädagogik) gibt es 27 Ergebnisse zu dem Suchbegriff „Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen“.  Dort finde ich alleine schon das 1. Ergebnis sehr hilfreich und auch sehr passend zu meinem ausgewählten Thema. Es ist auch alles auf Deutsch, was es etwas leichter macht. Ich persönlich finde diese Datenbank (von den jetzt genannten Datenbanken) für meine Fragestellung am Besten, da ich dort mehr Auswahl als auf den anderen beiden Datenbanken habe und die Texte dort sehr gut zum Thema passen und mir sicherlich gut helfen würden, bei einer Hausarbeit.

Ich habe nur noch nicht ganz verstanden, wie ich die Texte als Volltext bekomme, bzw. ob die etwas kosten oder ob man diese einfach herunterladen kann.

Mand: Ich denke, Sie müssen vielleicht auch noch andere Suchbegriffe ausprobieren. Die Suche in den Fachdatenbanken funktioniert nur wörtlich. Wenn Sie Menschen mit Behinderungen in die Freitextsuche eingeben, dann erhalten Sie wirklich nur die Treffer, die in Abstract oder Titel diese Wörter enthalten. Besser wäre „Behinderung“ und „Arbeit“ für den Bereich Arbeit zu verwenden, „Behinderung“ und „Schule“ für den Bereich Schule usw.
Vielleicht ist auch die Datenbank bidok uibk ac at gut für Ihr Thema. Hier handelt es sich um eine Volltextdatenbank. D.h.: Sie erhalten alle Texte kostenfrei. In anderen Datenbanken müssen Sie nach Links Ausschau halten, die Ihnen einen freien Download versprechen. Wie das funktioniert, wenn Sie solche Links nicht finden, erklärt die 4. Sitzung.

 Barbara: Welche Auswirkung hat die Erkrankung eines Elternteils an FASD auf die Entwicklung eines Kindes?

Zunächst habe ich in der Datenbank FIS Bildung nach passender Literatur geschaut. Dort habe ich unter dem Suchbegriff „FASD“ 20 Treffer gefunden, die sich aber hauptsächlich auf das Kinder- und Jugendalter an FASD erkrankter Personen beziehen. Durch die weitere Suche mit der Ergänzung „Erwachsen“ oder „Eltern“ gab es keine Treffer mehr. (14:40)Die Datenbank PubMed lieferte mithilfe der Schlagworte „FASD“, „Adult“ und „Parents“ fünf Ergebnisse, wovon zwei Publikationen auch hilfreich sein könnten. (15:17)
Unter den Schlagwörtern „FASD“ und „Adult“ fand ich in der Datenbank PubPsych 42 Treffer (15:35). Ähnlich wie die Publikationen, die ich in FIS Bildung fand, beziehen sich die meisten nur auf Kinder und Jugendliche, jedoch habe ich einen sehr passenden Artikel gefunden. Dieser befasst sich mit den Verhaltensauffälligkeiten, die an FASD erkrankte Erwachsene aufweisen. Daraus könnte man möglicherweise ableiten, wie diese Personen ihren Alltag leben und dies im familiären Kontext auf das Aufwachsen des Kindes beziehen.
Möglicherweise könnte ich auch nach Behandlungsmethoden recherchieren und daraus die Ausprägungen einer FASD-Erkrankung im Erwachsenenalter ableiten.
Ich denke, dass das Thema FASD grundsätzlich viel Literatur bietet, in Hinblick auf das Erwachsenenalter jedoch deutlich weniger. Trotzdem denke ich, dass eine Hausarbeit zu diesem Thema möglich ist.

Mand: Das Thema ist gut erforscht. Mich haben aber die geringen Trefferzahlen in pubmed irritiert. Ich erziele bei fetal alkohole syndrome und Eltern 8463 open source Treffer. Sie merken, wie dumm Suchmaschinen ohne Personalisierung sein können. Die suchen nur wörtlich, was Sie eingeben. Und die (korrekte) Abkürzung führt offenbar zu anderen Trefferzahlen als Teile hiervon auszuschreiben.

Rebello:

Bei meiner Recherche zur Fragestellung habe ich Folgende Ergebnissen erhalten:

SuchbegriffZeitErgebnisseDatenbank
Haus des Jugendrechts19.04.2021; 14:45 Uhr1pubpsych.de
Haus des Jugendrechts19.04.2021; 14:47 Uhr6FIS Bildung
Haus des Jugendrechts19.04.2021; 14:55 Uhr11DZI SoLit
Haus des Jugendrechts19.04.2021; 15:02 Uhr1SocINDEX
Jugendhilfe im Strafverfahren19.04.2021; 15:06 Uhr15Pubpsych.de
Jugendhilfe im Strafverfahren19.04.2021; 15:08 Uhr39FIS Bildung
Jugendhilfe im Strafverfahren19.04.2021; 15:10 Uhr77DZI SoLit
Jugendhilfe im Strafverfahren19.04.2021; 15:25 Uhr44SocINDEX

Zu der Frage nach den Häusern der Jugendhilfe gibt es nach meiner Erstsichtung zu wenige Publikationen, allerdings würde die Verknüpfung mit der Jugendhilfe im Strafverfahren schon einen größeren „Spielraum“ bieten. Leider kann ich nicht klar sagen ob die Ergebnisse, bei einer rein deutschen Datenbankabfrage, für eine Hausarbeit ausreichend sind. Gerne möchte ich die Suche weiter betreiben. 

Mand: Sie machen das richtig: Sie weiten ihre Suche aus. Es ist vollkommen in Ordnung, sich auf deutsche Publikationen zu beziehen, wenn die Literatur ausreichend ist und keine medizinische Frage untersucht werden soll.

Blümchen: „ Wie definierte man im 13Jahrhundert den Begriff Armut und wie definieren wir den Begriff aus der heutigen Perspektive- Spielt eine gewollte oder ungewollte Unterordnung der Gesellschaft eine Rolle?“
1. Auf der Datenbank Fis Bildung gab ich folgende Begriffe im Freitext an: Armut; 13 Jahrhundert; Armut; 21 Jahrhundert an- fand leider keine dazugehörige Literatur
– Ich versuchte es mit den Begriffen im Freitext: Armut; 13Jahrhundert und erzielte gerade einmal einen Literaturvorschlag
2. Auf der Datenbank Pubpsych gab ich zunächst die gleichen Begriffe wie unter Punkt 1 genannt ein und fand nicht einen Literaturvorschlag.
– Ich versuchte es mit den Begriff: Armut; Mittelalter(statt 13Jahrhundert) und bekam zwei Vorschläge
3. Auf der Datenbank Pubmed   gab ich folgende Begriffe im Suchtext ein: poverty; 13thCentury und bekam keine Literaturvorschläge

Leider muss ich feststellen, dass ich über die von mir gestellte Fragestellung nicht vernünftig recherchieren kann. Um weiter zu recherchieren fehlt mir leider die Zeit.

Mand: Ich wundere mich nicht sehr über die geringen Trefferzahlen. Sie haben ein historisches Thema und verwenden Datenbanken, die mit Geschichtswissenschaften wenig zu tun haben. Nun sind meine Kenntnisse in Geschichtswissenschaften nicht besonders ausgeprägt. Meine Idee wäre: Sie schauen sich das Datenbankangebot von Hochschulbibliotheken an, an denen man Geschichte studieren kann. Vielleicht kommen Sie da weiter. Ansonsten sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, das Thema zu wechseln.


Firid: ich habe mich nochmal lange daran gesetzt und geschaut. Ich hab mich dazu entschieden meine Fragestellung etwas umzuformulieren. 
Meine neue Fragestellung: Drang nach Perfektionismus- Welche Auswirkungen haben Soziale Medien
auf die psychische Gesundheit und dem Selbstwertgefühl der Jugendlichen? 
Dazu habe ich deutlich mehr nutzvolle Ergebnisse gefunden. Ich vermute, dass genügend Literatur vorhanden ist um eine Hausarbeit zu schreiben.

Mand: Ja, das sehe ich auch so. Sieht danach aus, als würden Sie ausreichend Literatur für Ihr Thema finden.

Satte22: Meine Frage lautete: Welche Auswirkungen haben kulturelle sowie soziale Hintergründe auf eine autarke Anteilnahme an der Gesellschaft von Jugendlichen im Alter von 14 – 17?
Recherche:
Im Fis Bildung Portal habe ich unter den Punkten der Definition von Kultur einige Artikel gefunden wobei aber 4 von denen in Fachzeitschriften publiziert wurden was mich positiv stimmt.Ebenso habe ich unter dem Punkt des sozialen Unterschiedes in der Gesellschaft insgesamt 367 Artikel gefunden wobei 3 im Bereich der Forschung und Lehre waren auf die ich mich dann beziehen würde. 
Mit der Frage nach Jugendlichen mit Behinderungen in sozialen Gruppen habe ich mich auf das Portal von Pubpsych bezogen. Der Suchbegriff hat mir einen sehr interessanten Artikel über Pubertätsprobleme von Jugendlichen mit Behinderung in der Gesellschaft geliefert der sehr interessant war. Außerdem darf ich natürlich nicht eingleisig in den Bereich fahren.Zudem habe ich im Portal des PubPsych noch die Frage nach Definitionsfrage nach Kultur und Gesellschaft gesucht wobei ich jeweils 6 und 4 Artikel aus dem neusten Jahr gefunden habe. Außerdem konnte ich unter dem Bereich der sozialen Unterschiede in der Gesellschaft habe ich 10 gefunden. Zudem ist der neuste Beitrag aus 2014. 
Zusammenfassung: 
Da ich leider noch keine Bewertung von meiner Frage auf ihrer Webseite gefunden habe würde ich jetzt meine Frage weiter präzisieren und mich auf kulturelle Hintergründe spezialisieren.
Abschließend bedanke ich mich und würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

Anmerkung Mand: So ganz genau kann ich mir nicht vorstellen, was Sie herausfinden wollen. Ich weiß nicht genau, was Sie mit dem Begriff „Autarke Anteilnahme an Gesellschaft“ meinen. Geht das in Richtung Partizipation? Kulturelle und soziale Hintergründe klingt ein bisschen so, als würden Sie zwei Dinge untersuchen wollen: Die Auswirkungen sozialer Ungleichheit und die Auswirkungen von Migration. Es ist vielleicht sinnvoll, sich auf einen Bereich zu konzentrieren. Allerdings gehen viele Partizipationshindernisse für Menschen mit Migrationsgeschichte darauf zurück, dass sie auch von Armut betroffen sind. In sofern kann eine Recherche z. B. mit den Suchbegriffen Armut und Migration und Partizipation durchaus Sinn machen.

Fero: Ich habe auf den englischen Webseiten, wie ERIC & Pubmed keine Ergebnisse gefunden.
Liegt evtl. auch daran, dass man das Gymnasium und die Hauptschule in der Form nicht vorfindet in Amerika/England etc.
Auf der Seite Psyndex wurden mir 8-12 Seiten angezeigt und auf der Seite Fisbildung 1-2 Seiten. 
Besonders bei dem Begriff Gewalt wurde mir mehr angezeigt, als wie bei dem Begriff Mobbing.
Jedoch konnte ich einige Seiten nicht öffnen, da diese nicht mehr existieren.

Anmerkung Mand: Es ist vielleicht sinnvoll, die Suchbegriffe etwas zu variieren und vielleicht auch an der Frage etwas zu arbeiten. In Fis-Bildung finden Sie z. B. 823 Treffer, wenn Sie „Gewalt“ (Freitext) und „Bildung“ (Schlagwort) suchen. Denn ihre These läuft ja letztlich darauf hinaus, dass Sie annehmen, dass Schüler mit schlechten Bildungschancen gewalttätiger sind.

Gino Meine Fragestellung habe ich nochmal angepasst und diese lautet jetzt: Legalisierung von Cannabis sinnvoll?Der vergleich der Gesundheitsgefahren von Alkohol und Cannabis. Zu dieser Fragestellung habe ich mit folgenden Schlagwörtern gesucht: Gesundheitsgefahren Alkohol, Gesundheitsgefahren Cannabis, Vergleich Alkohol und CannabisFIS Bildung: Gesundheitsgefahren Alkohol = 1 Treffer, Gesundheitsgefahren Cannabis = 0 Treffer, Vergleich Alkohol und Cannabis = 7 TrefferPubpsych:  Gesundheitsgefahren Alkohol = 2 Treffer, Gesundheitsgefahren Cannabis = 0 Treffer, Vergleich Alkohol und Cannabis= 58 Treffer Pubmed: Gesundheitsgefahren Alkohol = 0 Treffe, Gesundheitsgefahren Cannabis = 0 Treffe, Vergleich Alkohol und Cannabis = 1 Treffer 

Anmerkung Mand: Pubmed ist eine englischsprachige Datenbank. Entsprechend ist es notwendig, englische Suchbegriffe zu verwenden. Der Begriff alcohol addiction führt zu 8127 frei verfügbaren Treffern, der Suchbegriff Cannabis zu 4545 frei verfügbaren Treffern (und das allein in den letzten fünf Jahren). Pubpsych wäre auch möglich, weil Suchterkrankungen auch Gegenstand der Psychologie sind. Hier gibt es allerdings deutlich weniger frei verfügbare Treffer, wenn man sich auf deutschsprachige Veröffentlichungen bezieht ( 19). Beim Suchbegriff Alkohol sieht es etwas besser aus ( 51 frei verfügbare deutschsprachige Treffer). Es ist also sehr wichtig, die richtigen Suchbegriffe in der richtigen Sprache zu verwenden.

Kann man eine klar medizinische Frage (Gesundheitsgefahren) ohne pubmed entscheiden? Eigentlich nicht. Denn Pubmed ist die mit Abstand wichtigste medizinische Datenbank. Und auch deutsche Mediziner publizieren längst überwiegend auf Englisch – übrigens mit dem klaren Wunsch in einem der Journals zu landen, das in Pubmed ausgewertet wird. Man könnte Ihre Frage ggf. etwas in Richtung Psychologie umformulieren (z. B. Schwerpunkt: Cannabis und Psychosen). Das würde auch in deutscher Sprache funktionieren, aber das geht nur, wenn man auch die nicht frei verfügbaren Veröffentlichungen einbezieht (650 Treffer). Das geht – auch unter Pandemie-Bedingungen. Sie müssen aber viel mehr Zeit einplanen (Beschaffung über Fernleihe).

Ein weiteres Problem ist, dass es inzwischen einen sehr starken wirtschaftlichen Druck in Richtung Legalisierung gibt. Inzwischen wird Cannabis auch von börsennotierten Konzernen produziert. Und die wollen Absatzmärkte erschließen. Die Folge: Es gibt eine vergleichsweise intensive pro-Cannabis Kampagne. Die wollen die vielen Cananbis-Psychosen am liebsten vergessen machen. Nicht, dass Sie denen auf den Leim gehen? Hier muss man also sehr vorsichtig agieren und sich z. B. auch die Finanzierung der wichtigen Studien anschauen.

Balu: Wie wirkt sich eine fehlende Mimik (zb. Masken tragen oder religiöse Verschleierung) auf die Entwicklung von Kinder aus? 

Bei pubPsych habe ich mit den Schlagwörtern „Mimik Kinder“ 52 Treffer erzielt 

Und mit „Nonverbaler Kommunikation Kinder“ 152 Treffer erzielt 

Bei FIS Bildung „Mimik Kinder“ 31 Treffer 

Und mit „Nonverbaler Kommunikation Kinder“ 2 Treffer 

PubMed „mimic children“ 6381 Treffer 

Und mit „nonverbal communication children“ 8304 Treffer

„Missing nonverbal communication children“ 40 Treffer 

Es scheint mir schon Literatur vorhanden zu sein, aber ich könnte mir vorstellen das es doch ein wenig schwierig werden könnte genau auf diese Fragestellung etwas zu finden. Eventuell muss ich sie nochmal leicht abändern.

Anmerkung Mand: Sieht aber erst einmal nicht schlecht aus. Das sind mehr Treffer als ich erwartet hatte.

Rorschach: ch habe am 21. April auf Pub Psyh um 18:35, der erweiterten Suche Antidepressiva und Wirksamkeit eingegeben. Bei nach Datum werden mir 10 von 271 angezeigt. Bei Nach Relevanz andere 10 von 271 wie kann ich alle einsehen? 
PubMed vier Artikel einer mit Link zum Vollständigen Text auf Springer Link (der Text behandelte aber eher die Diskussion und ihre Folgen). Bei den letzten beiden scheint irgendein Head-Shake-Verhalten der Ratte Teil der Forschung zu sein vielleicht ist es auch zweimal der gleiche Text. 
FIS Bildung: Drei Vorschläge aktuellster aus 2010, zwei davon passen zumindest teilweise zur Fragestellung, allerdings bezieht sich der eine auf Borderline Patienten der andere auf Kinder/Jugendliche.
Die Daten aller drei Datenbanken sind nicht sonderlich zufriedenstellend. Nur bei PubPsych scheinen ein paar gute Texte zu sein. Vlt muss ich meine Fragestellung spezifizieren. Oder die Datenbanken besser kennenlernen.

Mand: Unten am Bildschirmrand sind die Seiten mit den Treffern aufgeführt. Sie müssen dann auf Seite zwei, drei usw. klicken. Die wenigen Treffer bei Pubmed kann ich nicht nachvollziehen. Bei den Suchbegriffen „Antidepressiva“ und „Effects“ komme ich auf 7215 frei verfügbare Treffer innerhalb der letzten 5 Jahre. Das ist also ziemlich gut untersucht. Dass ein Teil der Studien auch auf Tierversuche verweist, sollte Sie nicht irritieren. Sie können sich ja auf die Studien mit menschlichen Probanden konzentrieren.

Jaso: Welche Möglichkeiten und Beratungen stehen Müttern und Vätern in der Situation einer ungeplanten Schwangerschaft zur Verfügung
In den Fachdatenbanken habe ich folgende Ergebniszahlen zum Thema „Schwangerschftsberatung“ erhalten:PubMed 13,033
PubPsych 726FIS Bildung 6

Mand: Das sieht ja gut aus für Ihr Thema. Sie müssen allerdings darauf achten, dass Sie nicht allein zusammenfassen, sondern auch interpretieren und analysieren. Vielleicht kann man exemplarisch zwei Beratungskonzepte vergleichen?

Fred Fragestellung: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie in Deutschland auf die psychische Gesundheit? Suche am 22.04., 12 Uhr
– PubMed: (mit den Filtern free full text, 1 year range, review)
  – corona pschology: 177 results  – (corona) AND (psychology): 20 results / (covid) AND (psychology): 482 results- FIS:  – covid-19 „psychische Gesundheit“ bzw. covid-19 Psychologie: 2 Treffer, aber unbrauchbar
– PubPsych:   – covid-19 and psychology: 65 results, mit Filter (Open Access, journal article) 30 resultsDie Ergebnisse wirken bis auf FIS sehr brauchbar und vielseitig. Ich denke, das könnte funktionieren.

Mand: Ja, sehe ich auch so.

MiaWallace99
Neue Idee der neuen Fragestellung: (noch nicht ordentlich ausformuliert)  
Selbstoptimierung durch Selbstmedikation (Aderall, Ritalin…): Inwiefern beeinflusst das Hirndoping den Selbstwert/Selbstwahrnehmung, auch im Bezug auf die Wahrnehmung der eigenen Erbrachten Leistung. (der Konsum von Leistungssteigernden Mitteln ist ein bekanntes Phänomen unter Schülern/ Studierenden/ Arbeitenden in der Leistungsgesellschaft)
eventuell würde ich mich auf Studierende der USA spezifizieren, da es dort ein bekannteres Phänomen ist und ich im Hinblick darauf mehr Ergebnisse der Recherche erwarte.
Mich würde da Ihre Ansicht interessieren, ist dieses Thema geeignet für eine Hausarbeit in dem Rahmen?
Ich habe das Gefühl das ich bei der Recherche in den Fachdatenbanken zu unkonkret mit den Stichworten verblieben bin und habe vor meine Stichwort Formulierung noch einmal zu überdenken. Bislang waren die Ergebnisse meiner Fachdatenbank Recherche folgende:

SuchbegriffZeitFachdatenbankErgebnisse
Selbstoptimierung Studierende22.04.2021; 13:11 UhrPubpsych.de21
Studenten Ritalin22.04.2021; 13:15 UhrPubpsych.de9
Studenten Methylphenidat22.04.2021; 13:19 UhrPubpsych.de18
Leistungsgesellschaft22.04.2021; 13:24 UhrPubpsych.de77
Leistung Selbstwert22.04.2021; 13:29 UhrPubpsych.de73
Selbstmedikation22.04.2021; 13:32 UhrFIS Bildung14
Leistungsgesellschaft 22.04.2021; 13:37 UhrFis Bildung286
Studenten Methylphenidat 22.04.2021; 13:48 UhrFis Bildung1
Leistung Selbstwert 22.04.2021; 13:51 UhrFis Bildung3

 Ich kann noch nicht einschätzen wie weit diese Ergebnisse schon für eine Hausarbeit ausreichen und werde mich in die Ergebnisse weiter reinlesen und weiter recherchieren.

Mand: Ja, so richtig überzeugend sieht das erst einmal nicht aus. Vielleicht sollten Sie auch darüber nachdenken, pubmed mit einzubeziehen. Immerhin gibt es zumindest auch medizinische Anteile Ihrer Frage.

Juko: Meine Datenbankrecherchen zum Thema Substitution:PubMed: 422 222 ErgebnissePubPsych: 3444 ErgebnisseFISBildung: 1859 Ergebnisse

Mand: Sieht nicht schlecht aus. Sie müssen also eingrenzen.

elli246: Meine Fragestellung war: Rechtsradikalismus: Wieso sind bestimmte Menschen besonders anfällig für radikales Gedankengut und wie kann man der Radikalisierung junger Menschen in der heutigen Zeit entgegen wirken? 
Gesucht habe ich am 22.02.2021 um 18 Uhr
In den verschiedenen Datenbanken habe ich folgende Ergebnisse gefunden
Begriff „Radikalismus“ PubPsych: 803, FIS Bildung: 596, WISO-Net: 5610, SocINDEX: 2942(Bei SocINDEX wurde zur Suche der Begriff „radicalization“ benutzt.
Begriff „Radikalismus Prävention“ PubPsych: 78, FIS Bildung: 143, WISO-Net: 424, SocINDEX: 13 (Bei SocINDEX wurde zur Suche der Begriff „radicalization prevention“ verwendet)

Mand: Das scheint ausreichend zu sein.

Alpaka2000:

ich habe mir die Podcasts von Ihnen zu der zweiten Sitzung in dem Modul 1.1 LV 3 „Forschen über Migration“ angehört und zu meiner Fragestellung in der Fachdatenbank recherchiert. 
Fragestellung: „Welche Bildungschancen erfahren Kinder mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu Kindern mit deutscher Herkunft?“
In den Fachdatenbanken habe ich die Suchbegriffe „Bildungschancen“, „Migrationshintergrund“ und „Kinder“ genutzt. 
FIS Bildung: 54 TrefferPubPsych: 6 TrefferPubMed: 25 Treffer
Die Literaturrecherche ergab eine erhöhte Anzahl von Treffern zu der Fragestellung. Folglich müsste ich meine Fragestellung präzisieren, indem ich beispielsweise das Kriterium „Bilingualität“ und „Grundschule“ durch die oben genannten Suchbegriffe ersetze. Dies führte zu folgenden Ergebnissen: 
FIS Bildung: 8 TrefferPubPsych: 1 TrefferPubMed: 573 Treffer PubMed: 22 Treffer (Kriterium: frei zugänglicher Text, Erscheinungsdatum 1 Jahr) 

Mand: Ich bin mir nicht sicher, ob Sie in Pubmed deutsche Suchbegriffe verwendet haben. Das funktioniert nicht. Pubmed ist ja eine englischsprachige Datenbank. Und eine Übersetzungsfunktion ist nicht enthalten. Ich kann auch nicht richtig nachvollziehen, wie Sie präzisiert haben. Weniger geeignete Suchbegriffe zu wählen, die zu weniger Treffer führen, wäre nicht der richtige Weg. Besser wäre es, einheitliche formale Kriterien zu definieren (z. B. über das Publikationsdatum). Und dies müssen Sie dann in allen Datenbanken durchziehen, nicht nur in einer (wenn ich Sie richtig verstanden habe, verwenden Sie nur bei pubmed das Kriterium: Erscheinungsdatum 1 Jahr).

koros10

Meine Frage:

Fear Of Missing Out, kurz FOMO – so nennt man die Angst, etwas zu verpassen. Inwiefern machen uns die sozialen Medien abhängig, dass es zur einer Internetsucht und sozialer Ausgrenzung hinführt?

Recherche: 

FachdatenbankSuchbegriff Treffer  
Pubpsych FOMO19 
FIS BildungFOMO20 
PubmedFOMO81 
PubpsychInternetsucht554 
FIS BildungInternetsucht33 
PubmedInternetsucht16 
PubpsychSoziale Medien1514 
FIS BildungSoziale Medien8291 
PubmedSoziale Medien21 
PubpsychAngst etwas zu verpassen9 
FIS BildungAngst etwas zu verpassen4 
PubmedAngst etwas zu verpassen0 
PubpsychSoziale Ausgrenzung 565 
FIS BildungSoziale Ausgrenzung985 
PubmedSoziale Ausgrenzung0 

Meine Frage ist vielseitig und man kann vieles darauf beziehen und untersuchen. Man könnte verschiedene Studien und Interviews durchführen. Es gibt so viele Themen dazu und jeden Tag entwickeln sich die Trends in sozialer Medien. Was ich aber bemerkt habe, wenn ich den Begriff „FOMO“ eingebe, liegt viele englische Literatur zur Auswahl vor. Ich glaub es liegt daran, dass der Begriff in Amerika zurzeit sehr verbreitet ist. Ich finde, dass meine Frage ein umfangreiches sozialer Feld hat, somit kann man damit arbeiten.

Mand: Wenn Sie zu FOMO recherchieren sollen, müssten Sie also englischsprachige Veröffentlichungen verwenden. Internetsucht und Soziale Medien scheinen auch zu gehen.

Ihre Feststellung, dass man verschiedene Studien und Interviews durchführen könnte, ist sicher richtig. Aber das sollte nicht heißen, dass Sie das Thema mit Interviews angehen. Das ist einfach zu dicke für eine Hausarbeit und ersetzt nicht eine saubere Recherche, sondern kommt noch oben drauf. Das ist also deutlich aufwendiger und nicht ohne Risiken. Ihre Tabelle sieht zudem so aus, als hätten Sie in pubmed deutsche Suchbegriffe verwendet. Das sollten Sie nicht tun. Das ist eine englischsprachige Datenbank und es gibt keine Übersetzungsfunktion.

pennyblomquist: Das mit der Fachdatenbank war sehr hilfreich und mir noch nicht bekannt! Ich habe einige interessante Artikel gefunden. Mit nur zwei Suchbegriffen habe ich die Suche eher weiträumig gehalten, um überhaupt erstmal einen Überblick über diesen Bereich zu bekommen. 
pubmed: addiction AND trauma, free full text, 1 year ergab 125 Ergebnissepubpsych: sucht „trauma“, 353 Ergebnisse, davon 30 frei zugänglich fisbildung: sucht trauma, 10 Ergebnisse, davon 2 mit freiem Zugang
Nach einem groben Überblick über den Bestand der Fachdatenbanken, denke ich schon dass es möglich wäre, damit eine kleine Hausarbeit zum Thema Trauma/Sucht  zu verfassen.

Mand: Ja, sehe ich auch so.

Totoro: Da meine vorherige Fragestellung auf eine Aufzählung hinauslief, habe ich mich entschieden sie etwas abzuändern: Wie unterscheiden sich die Faktoren der Ursachen für delinquentes Verhalten von Mädchen und Jungen im Jugendalter? Meine Suchergebnisse: 

Suchbegriff Zeit Aufrufe Seite 
Delinquenz / Ursache 22.04.21 20:06 95 FIS Bildung 
Delinquenz / Ursache  22.04.21 20:08 24 PubPsych 
Delinquenz / Ursache/ Jugendliche 22.04.21 20:10  20 PubPsych 
Delinquenz 22.04.21 20:13 3537 PubPsych 
Kriminalität/ Jugendliche 22.04.21 20:16  274 PubPsych 
Adolescent delinquency 22.04.21 20:19  PubMed 
Delinquenz/ Jugendliche 22.04.21 20:21  460 FIS Bildung  
Delinquenz/ Geschlechtsunterschied 22.04.21 20:24  362 FIS Bildung 
Delinquenz/ Geschlechtsunterschied 22.04.21 20:25  PubPsych 
Jugendkriminalität / Ursachen 22.04.21 20:27  21 PubPsych 
Jugendkriminalität ab 2017 22.04.21 20:29  130 PubPsych 

Meiner Meinung nach ist die Fragestellung immer noch schwierig, da sich die meisten Publikationen allgemein auf delinquentes Verhalten bei Jugendlichen beziehen und der Geschlechtsunterschied weniger vorkommt. 

Mand: Dass die Abstracts nicht auf Gendereffekte eingehen, heißt nicht zwingend, dass die Beiträge nicht auf Gendereffekte eingehen. Kann auch sein, dass die Suchbegriffe das Problem sind. Ich hab mal mit „Gender“ und „delinquent“ in Pubpsych gesucht – Ergebnis: 255 Treffer. Bei FIS kommen Gender (Freitext) und Delinquenz (Schlagwort) auf 1212 Treffer.

Mathilda12: Auf Grund technischer Probleme kam meine erste Idee zu einem Hausarbeitsthema: Deutschland und Spanien als Einwanderungsland – Ein Vergleich der beiden Länder mit dem Fokus auf die Integration, nicht bei Ihnen an.Bei der Fachdatenbankrecherche musste ich feststellen, dass die Auswahl an Literatur über Spanien sehr gering ist, weshalb ich nun zu einem anderen Thema die Recherche betrieben habe.
Zu folgendem Thema habe ich recherchiert: Ein Vergleich der Integration von Migranten in den Jahren 2015 und 2020. Mit dem Blick auf zu erwartende Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren.Hierzu die Fachdatenbankrecherche:FIS: Integration, 2015, Migration -> 168 Treffer (freier Zugang)PubPsych: Integration, 2015, Migration -> 24 Treffer (freier Zugang)
Ich denke es wäre nicht schlecht, wenn ich das Thema und somit auch die Recherche noch weiter einschränke, beispielsweise mit dem Fokus auf die Integration in den Arbeitsmarkt.FIS: Integration, Flüchtlinge, Arbeitsmarkt, 2015 -> 33 Treffer (freier Zugang)

Mand: Ja, das sehe ich auch so.

Karuzo: Meine Fragestellung lautete “Welche Chancen haben Menschen mit Behinderung auf Integration in die Berufswelt ?“. Bei meiner Recherche habe ich dazu folgende Ergebnisse gefunden:


pubMed : 2066 Treffer
pubPsych : 180 TrefferfisBildung : 308 Treffer
Als grober Überblick über die verfügbare Literatur halte ich die Ergebnisse für ausreichend. Welche Artikel nun im einzelnen wirklich hilfreich zur Beantwortung meiner Fragestellung sind konnte ich noch nicht Überblicken, ich gehe jedoch davon aus dass ich genug nützliche Literatur zu diesem Thema finden würde. 

Mand: Ja, denke ich auch. Das könnte funktionieren.

 Bandicoot

FachdatenbankSuchbegriff Treffer 
Pubpsych Sexueller Missbrauch1273
FIS BildungSexueller Missbrauch1253
PubmedSexueller Missbrauch41.492
PubpsychPräventionskonzepte92
FIS BildungPräventionskonzepte48
PubmedPräventionskonzepte3.427
PubpsychSexuelle Prävention1066
FIS BildungSexuelle Prävention829
PubmedSexuelle Prävention11.676
PubpsychSexuelle Prävention Soziale Arbeit45
FIS BildungSexuelle Prävention Soziale Arbeit24
PubmedSexuelle Prävention Soziale Arbeit2.429

Meine Frage war: Sexuelle Prävention – Wie sehen die heutigen Präventionsmaßnahmen aus, wie gut werden sie umgesetzt und wie kann ich als Sozialarbeiter*in Aufklärungsarbeit leisten, um Schützlinge bestmöglich zu schützen?

Es ist durchaus möglich verschiedene Präventionskonzepte zu vergleichen und sie in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der Sozialen Arbeit zu bringen. Die Treffer wären ausreichend dieses Thema fortgehend zu vertiefen und zu behandeln, wie verschiedene Präventionskonzepte aussehen, wie sie in der Sozialen Arbeit behandelt werden und wie sexuelle Prävention geleistet werden kann, um Schützlinge zu schützen.

Anmerkung Mand: Ja, ein Vergleich verschiedener Präventionskonzepte könnte funktionieren.

zondromer: Meine Frage war ,,Soziale Beziehungen- Inwiefern verändern Alter und Gesundheit soziale Beziehungen?“
Meine Ergebnisse aus den Datenbanken:
Pubmed: 6 Ergebnisse zu ,,Soziale Beziehungen“Ich denke dort ist interessante Literatur bei. Unter ,,Ähnliche Artikel“ erscheinen ebenfalls interessant klingende BeiträgePubpsych: 1259 Ergebnisse zu ,,Soziale Beziehungen im Alter“Hier gibt es sogar Studien zu meiner FrageFIS: 203 Ergebnisse (197x Literatur, 6x Forschungsdaten) zu ,,Soziale Beziehungen im Alter“Fokus liegt mehr auf Kinder und Jugendliche
Ich denke, dass es zu dem Thema sehr viele Informationen gibt.

Mand: Ja, es gibt wohl einige Treffer. Aber mir macht die eher auf eine Beschreibung hinauslaufende Fragestellung noch etwas Sorgen. Vielleicht kommt ihnen ja eine Präzisierungsidee, wenn Sie sich die Veröffentlichungen genauer anschauen.

Bailey: Meine Fragestellung lautet: „Warum ist die Schulsozialarbeit heutzutage so wichtig?“ Die Recherche „Schulsozialarbeit„ ergab in der FIS-Bildung Datenbank 1336 Treffer, von daher habe ich mich auf Schulsozialarbeit und Elternarbeit spezialisiert. Diese Suche ergab 39 Treffer. Ich denke damit kann man gut recherchieren. 
Nickname: Bailey 

Anmerkung Mand: Die Idee in Richtung Elternarbeit zu gehen, ist vielleicht nicht schlecht. Vielleicht können Sie hier zwei Konzepte vergleichen? Allerdings sind 39 Treffer nicht allzu viel. Möglicherweise sollten Sie Ihre Suche auf pubpsych ausweiten (695 Treffer für  Elternarbeit). Eine andere Option besteht, sich nicht allein auf Soziale Arbeit zu beschränken.

AmandaAnaconda: Mein Thema ist „Wie wirkt sich pränatale Diagnostik in der Schwangerschaft auf die spätere Mutter-Kind-Beziehung aus?“.Meine Recherche bei Fisbildung ergab unter dem Suchbegriff „pränatale Diagnostik“ 150 Treffer und unter dem Suchbegriff „pränatale Diagnostik Mutter Kind Beziehung“ 3 Treffer.Bei PubMed habe ich unter dem Begriff „prenatal diagnose AND mother Child relationship“ 15949 Treffer erhalten und unter dem Begriff „prenatal diagnose AND mother Child relationship AND effects“ 13424 Treffer erhalten.Bei PubPsych gab es unter dem Suchbegriff „pränatale Diagnostik Mutter Kind  Beziehung“ 7 Ergebnisse und eins mit freiem Zugang.
Ich denke, dass ich auf jeden Fall viel Literatur dazu finden werde, tatsächlich auch mehr als gedacht. Die meisten Quellen gibt es allerdings im englischsprachigem Raum. Auch die Titel der einzelnen Literaturen war ziemlich spezifisch und gut auf mein Thema ausgerichtet. 
Ich habe am 26.04.21 um 13:30 Uhr recherchiert.

Mand: Das läuft dann offenbar auf eher englischsprachige Literatur hinaus. Aber insgesamt sieht das gut aus.

„Oskar“: In der Recherche zu meiner Fragestellung „Ist die Entwicklung einer eigenen Identität und Kulturzugehörigkeit für Geflüchtete Kinder eine größere Herausforderung als für Kinder, die in ihrem Herkunftsland aufwachsen?“ bin ich in den Fachdatenbanken auf eine geringe Anzahl an Treffern gestoßen.
PubPsych: Suchbegriffe: Identity formation and Minor refugeesTrefferzahl: 3
PubMed:Suchbegriffe: Identity formation and minor refugeesTrefferzahl: 2 
FissBildung: Suchbegriffe: Akkulturationsstrategien und Minderjährige Flüchtlinge / Identitätsbildung und Minderjährige FlüchtlingeTrefferzahl: 1
Ich gehe davon aus, dass die Trefferanzahl für eine vernünftige Recherche nicht ausreicht, aber mit Sicherheit die Möglichkeit besteht weitere Recherche mit anderen Suchbegriffen zu betreiben.

Mand: Ja, genau. Das sieht etwas dünn aus. Sie sollten Ihre Fragestellung etwas erweitern oder vielleicht einen neuen Versuch starten.

Dritte Sitzung

Wenn ein Abstrakt vorliegt , muss man eine Entscheidung treffen, ob es lohnt, sich die Veröffentlichung zu besorgen. Ein Auswahlkriterium ist ja nun schon bekannt: Die Auswahl nach Publikationsdatum. Aber man kann auch eine Auswahl nach Genre vornehmen, zumindest dann, wenn die Publikationslage gut ist. Was sich meistens lohnt, sind Handbuchbeiträge, Reviews oder Metanalysen bei den Zeitschriften- und Buchbeiträgen und Dissertationen bzw. Habilschriften bei den Monografien. Ungeeignet sind normalerweise Festschriften und Tagungsbände (letzteres hängt allerdings ein wenig vom Fach ab). Und da gibt es noch die Predatory Journals – Zeitschriften, die gegen Geld alles drucken.

Trefferbewertung

Die Rückmeldungen zu den Aufgaben der dritten Sitzung erfolgt per E-Mail.

Vierte Sitzung

Wenn klar ist, welche Zeitschriften-, Buchbeiträge oder Bücher aus den Fachdatenbanken auf den Wunschzettel kommen sollen, muss man die Literatur beschaffen. Weil – mit Ausnahme vielleicht der Deutschen Bibliothek in Frankfurt bzw. Leipzig keine Bibliothek alle Bücher besitzt und keine Bibliothek alle Zeitschriften abonniert hat, bedeutet dies normalerweise: Man sucht sich seine Literatur in mehreren Bibliotheken zusammen. Das hat nur begrenzt mit Digitalisierungsrückständen zu tun. Denn das Urheberrecht sorgt dafür, dass der Zugang zu digitalen Büchern oder Zeitschriften begrenzt ist.

Dieser Podcast erklärt zunächst, wie man vorgeht, wenn die Bibliotheken der Region ihre Dienste wieder uneingeschränkt anbieten. Mit etwas Glück steht das ja vielleicht im Wintersemester wieder an. Und dann sollten Sie in der Lage sein, Ihre Literatur in der Region zu beschaffen. Bei Buchpublikationen hilft Ihnen der HBZ-Verbundkatalog herauszufinden, in welcher Bibliothek Ihr Buch steht. Im HBZ-Verbundkatalog finden Sie alle Hochschulbibliotheken NRWs – allerdings nicht den Bestand der EvH RWL. Wenn Sie also vor Ort sind, sollten Sie im Katalog nachschauen, ob das gesuchte Buch oder die gesuchte Zeitschrift nicht auch in der EvH Bib zu finden ist. Die Zeitschriftendatenbank informiert bundesweit darüber, welche Bibliothek welche Zeitschrift abonniert hat. Auch der Zeitschriftenbestand der EvH RWL ist hier leider nicht zu entnehmen. Also sollten Sie im Katalog nachschauen, wenn Sie vor Ort sind. Vielleicht gibt es die gesuchte Zeitschrift ja auch in der EvH?

Unter Pandemie-Bedingungen ist die Nutzung anderer Bibliotheken zur Zeit leider nur selten möglich. Sie könnten sich vielleicht noch mit Fernleihe behelfen. Das benötigt aber erfahrungsgemäß viel Zeit. Es ist deshalb ok, sich auf die Datenbanktreffer zu beschränken, die frei verfügbar sind. Das Problem ist allerdings, dass diese Einschränkung dazu führen kann, dass Sie Ihr Wunschthema nicht bearbeiten können – z. B. dann, wenn die Publikationslage in Deutschland dürftig ist und Sie z. B. keine englischsprachige Literatur verwenden wollen.

Die Beschränkung auf frei verfügbare Literatur hat einen zweiten Nachteil: Der Anteil von durch Politik, Verbänden oder Interessengruppen gesponserten Veröffentlichungen steigt. Und die finanzieren mit Bedacht vor allem die Wissenschaftler*innen, die das belegen, was die Auftraggeber herausgefunden haben wollen. Man muss also mit größerer Vorsicht an die Literatur herangehen.

Literatur lokalisieren

Barbara: Hier die Ergebnisse meiner Recherche zur heutigen Sitzung:

TitelBestand
Fetale Alkoholspektrumstörungen – Tanja Hoff und Mirjam N. Landgraf(ISBN: 9783170243217)Dortmund UBBielefeld UBKath. HS Köln
„Wie schön muss ich sein?“ – Körperliche Attraktivität und psychische Gesundheit bei Jugendlichen (67 (2018) 1, S. 18-30) – Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie(ISSN: 0032-7034)Bochum HSGDüsseldorf HSDortmund FH

 Nox: Das von mir gewählte Buch „Entwicklungsverläufe verstehen – Kinder mit Bildungsrisiken wirksam fördern“ mit der ISBN 978-3-17-029855-2  befindet sich laut HBZ-NRW in gedruckter Form unter anderem in der ULB Münster sowie der FHB und UB in Dortmund.
Die Zeitschrift „Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation“ mit der ISSN 1436-1957 habe ich in gedruckter Fassung in der UB und FHB Dortmund und in der ULB Münster gefunden. Bei der Suche habe ich den ZBD-Katalog genutzt.

olfj2011
Buch: Titel – Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen Autor – Norbert Myschker ISBN – 9783170186415 Bestand – UB Bielefeld, Köln USB, Wuppertal UB 
Zeitschriftenaufsatz: Zuerst habe ich bei FIS-Bildung nach einem geeigneten Zeitschriftenaufsatz rum recherchier und kam mit den Schlagwörtern „Verhaltensstörungen” und „Kinder” (1090 Treffer, gesucht am 03.05.2021) zum folgenden Zeitschriftenaufsatz:  Titel – Kindheit und Entwicklung ( Zeitschrift für klinische Kinderpsychologie) ISSN – 0942-5403Bestand – Bochum HSG, Köln DLR Bibliothek, Köln Kath. Hs 

Gromit
Folgendes Buch habe ich mir ausgesucht:
Osthoff, Ralf „Schwanger werde ich nicht allein. Eine Analyse der Entstehungsbedingungen ungeplanter Schwangerschaften im Jugendalter“.ISBN: 3-930927-03-9Landau: Knecht (1995), 104 S
UB Dortmund: ISIL DE-290, DBS ID-AA290UB Wuppertal: ISIL DE-468, DBS ID AC468Stadt- und Landesbibliothek DO: ISIL DE-60, DBSID AA381

Folgenden Zeitschriftenaufsatz habe ich ausgewählt:
Sowa, Eva „Mädchen in Not“ aus „Unsere Jugend“ISSN: 0342-5258 (2011)2 , 74-77

UB Dortmund, Standort: Emil-Figge-Bibliothek, Bestand: 1. 1949- , Fernleihe: ja, Kopie und AusleiheUB Essen, Signatur 45Z34, Standort: E10, Bestand: 42. 1990-, Fernleihe: ja, nur Papierkopie

Jaso: Meine Lokalisierung zu folgenden Publikationen:
Titel: Schwangerschaftsberatung und frühe Hilfen – ein konstruktives Spannungsfeld 
Autor: Back, Ruth
ISSN: 0022-5940Ist zu finden in der Universitätsbibliothek Bochum und in der Universitätsbibliotheken Essen/Duisburg 
Titel: Frühe Mutterschaft. Junge Frauen im Klammergriff von Normen, Mythen und Strukturen
Autor: Spies, AnkeISSN: 0931-279XIst zu finden in der Stadtbibliothek Duisburg
Titel: Schwangerschaftskonflikte – Beratung in der PraxisAutor: Koschorke, MartinISBN: 978-3-608-89253-6Ist per Fernleihe bestellbar Bibliotheksverband NRW/RLP

„Dr.Drilli“. Titel:Die feinen Unterschiede, Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft – Pierre Bourdieu (ISBN: 3518282581)Bestand: FHB Bielefeld Campus Essen FHB Münster

Titel:“Reproduktionsagenten“ oder „Transformationsakteure“? – ZSE Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation (ISSN 1436-1957), Ausgabe 04, Jahr 2015, Seite 344-359
Bestand:Leider nur Ausgaben bis 2014 in Bibliotheken erhältlich, zur Not Eigenbeschaffung

Das von mir gewählte Buch „Wege zu sicheren Bindungen in Familie und Gesellschaft“ mit der ISBN: 978-3-608-94509-6 befindet sich laut HBZ NRW unter anderem in der FHB Dortmund wie der TH in Köln.

Die Zeitschrift „Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychatrie/ Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychatrie mit der ISSN: 0301-6811 befindet sich laut ZDB Katalog unter anderem in Bochum UB sowie der Dortmund UB und der Düsseldorf ULB.

mrspavarotti: Buch lokalisieren
„Michael Galuske, Methoden der Sozialen Arbeit“
ISBN: 978-3-7799-1447-1
Treffer: 9
Ausgewählte: Dortmund, Köln und Hamm

Zeitschriftenaufsatz lokalisieren:
„Blickpunkt Jugendhilfe, VPK“ 
ISSN: 1613-4230
Treffer: 2
Ausgewählt: Osnabrück 

Holly: hbz- Verbundkatalog

Buch von Simon / Wendt : Lehrbuch Soziale Arbeit (2019)Ergebnisse aus der Umgebung:
Kath. Hochschule NRWCampus Essen 

Zeitschriftendatenbank

Zeitschriftenaufsatz von Uwe Becker: Inklusion in den Arbeitsmarkt von Menschen mit Behinderung. Ein TrilemmaErgebnisse aus der Umgebung:

Bochum HSG

Dortmund FH

Dortmund UB

Essen, Duisburg- Essen UB
(Manche Bücher wurden auf der hbz Seite nicht gefunden, die mich interessiert hätten. Dafür fand ich einen Zeitschriftenaufsatz auf der Seite der Zeitschriftendatenbanken.)

Panda: Meine Recherche bezüglich der Verfügbarkeit von Fachliteratur im Umkreis hat Folgendes ergeben:

ISBN: 3-89967-245-3

Autor: Klaus Boehnke

Titel: Jugendsozialisation und Medien

Verfügbarkeit: Universitätsbibliothek Duisburg Essen, Campus Essen; Universitätsbibliothek Dortmund; Hochschulbibliothek der Hochschule Düsseldorf

Bei den Fachzeitschriften habe ich zunächst keinen Artikel in der Umgebung gefunden. Ich habe mit mit mehreren ISSN Nummern nach mehreren Zeitungsartikeln gesucht. Leider waren diese nur in Bern, Göttingen, Berlin oder Heidelberg verfügbar.

fi3445: Ich habe mir für die Aufgabe das Buch“ Zukunftsfähig im Job. Chancen erkennen und gelassen in die neue Arbeitswelt starten“ von Katrin Busch-Holfelder (ISBN 978-3-96739-004-9) ausgesucht und dies findet man in der Hochschul- und Kreisbibliothek Bonn-Rhein-Sieg. Als Zeitschrift habe ich mir die „Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie“ ausgesucht. Diese findet man in der Bochumer Verbundbibliothek, an der UB Duisburg-Essen, an der Düsseldorfer HS und ULB und in Dortmund und Köln

Satte22: Mein Buch ist Gesellschaftliche Spaltung: Zur Wahrnehmung von Ungerechtigkeit und Ungleichheit in Politik und Gesellschaft. ISBN: 978-3-8379-2771-9
Wo: Fachhochschule Bielefeld 
Meine Zeitschrift:
Zeitschrift der Sozialisation & Erziehung ISSN: 1436-1957Wo: In Bochum Institut für Erziehungswissenschaften 

Lola 99: HBZ- Verbundskatalog: Hendrich; Andrea (2016): Kinder mit Flucht- und Migrationserfahrung in der Kita. München Basel: Ernst Reinhardt Verlag.:1032 K: Kath. Hochschule NRW
1116 LU: HWG Ludwigshafen
290 DO: UB
38 K: USB
385 TR: UB
 Weitere Bibliotheken Online: 1032 K: Kath. Hochschule NRW
1105 Remagen: HSB Koblenz
467 SI: UB 
Zeitschriftendatenbank: Inklusion in der Schule: der Vielfalt gerecht werden: so gelingt Inklusion und Migration im Schulalltag. In: Verlag PRO Schule. Bonn 2018. Heft 12.: Frankfurt/M DNBLeipzig DNB Vechta UB 

Einhorn47: Das zweite Suchergebnis lautete „Kinder psychisch kranker Eltern. Zusammenhänge zwischen der Krankheitsbewältigung einer elterlichen psychischen Erkrankung und der Gesundheit der Kinder“. Dies ist ein Artikel aus der Zeitschrift für klinische Psychologie und Psychotherapie aus dem Jahr 2010 und klang sehr vielversprechend, weshalb ich im ZDB-Katalog danach gesucht habe.
Der Zeitschriftenartikel aus dem Jahr 2010 ist in den folgenden Bibliotheken der Umgebung im Bestand:Bielefeld FHDortmund FHDortmund UBDuisburg Essen UB

AngelaAnaconda: Hier meine lokalisierte Literatur: „Zeitschrift für evangelische Ethik: Kommentare, studieren, Berichte, Dokumentationen, Diskussionen, Rezensionen, Bibliographie“ in Bochum UB. Bestand: ja, nur Papierkopie. (Zeitschriftendatenbank)

Und: „pränatal Medizin“ von Florian Steger, Marcin Orzechowski, Maximilian Schochow (Hg.) in der Bibliothek der Hochschule Ludwigshafen als E-Book verfügbar. (HBZ-Katalog)


Rorschach: Ich habe das Buch „Rassismussensible Beratung und Therapie von geflüchteten Menschen: Handlungs und Interventionsmöglichkeiten in der FH Dortmund“ ISBN: 978-3-525-45023-9 in der HBZ Datenbank gefunden. Vorrätig in der FH Dortmund.
In der Zeitschriftendatenbank habe ich die „Zeitschrift für klinische Psychologie,Psychiatrie und Psychotherapie“ gefunden. ISSN:1661-4747. einsehbar in der Dortmund UB.

Fünfte Sitzung

Wenn Sie nun nach einigen Stunden bis Tagen die Literatur in den Händen halten, die Ihren Auswahlkriterien entspricht, kommt der nächste Schritt: Die Quellenbewertung. Denn es ist keineswegs gleichgültig, in welcher Zeitschrift oder in welchem Verlag der ausgewählte Beitrag erschienen ist. Der Publikationsort ist dabei – sieht man einmal von den Predatory Journals ab – kein Kill-Kriterium. D. h. Sie können einen Aufsatz bzw. ein Buch nicht allein deshalb aussortieren, weil der Verlag (gegen Zahlung eines üppigen „Druckkostenzuschusses“) alles veröffentlicht, was angeboten wird. Aber darüber nachdenken, was der Publikationsort über die Bedeutung einer Veröffentlichung aussagt, das sollten Sie schon.

Wichtig ist auch die Literaturliste. Wird der Stand der Theoriediskussion bzw. der Stand der Forschung umfangreich wahrgenommen und nachvollziehbar und auch fair diskutiert? Manchmal muss man auch darüber nachdenken, ob die Autor*innen lediglich eine bestimmte Position promoten wollen. Denn Sie finden (auch) in den Fachdatenbanken durchaus Veröffentlichungen von Zeitgenossen*innen, die eine besondere politische Agenda durchsetzen wollen (z. B., weil Sie von Parteien, Ministerien, Firmen oder Interessengruppen finanziert werden). Oder erwarten Sie wirklich, dass z. B. ein Verband, der die Interessen von Förderschullehrer*innen vertritt, wirklich vor allem Studien veröffentlicht, die an der Arbeit von Förderschulen zweifeln lässt? Manchmal finden Sie auch Autor*innen, die vor allem auf der Suche nach Anhänger*innen für Außenseitenpositionen sind. Dies alles zu erkennen, ist manchmal wirklich nicht einfach. Denn natürlich funktionieren solche Manipulationsversuche nur, wenn sie nicht allzu offensichtlich sind.

Wie man wissenschaftliche Publikationen bewertet

Mand: Vorbemerkungen

Das Bewerten von wissenschaftlichen Publikationen ist ein schwieriges Geschäft. Das erlernt man eigentlich nur durch jahrelange Praxis. Ich weiß genau, auf was ich achten muss. Ihnen fehlt möglicherweise der Vergleichsmaßstab. Und so dürfte ein häufiges Ergebnis Ihrer Bemühungen sein: Sie schlagen eine Studie vor und ich sage Ihnen, was die Studie alles falsch macht. Ist nicht persönlich gemeint. Sondern das zeigt nur, wie genau man hinschauen muss und auf welche Tricks man sich gefasst machen muss, wenn man versucht, den Forschungsstand in irgendeinem Bereich der Sozialen Arbeit zu erheben.

Asil44: Ich habe am heutigen Datum in der Fachdatenbank PubPsych mit folgendem Suchwort „Scheidung“ 13 frei verfügbare Treffer erzielt. Darunter  war meiner Meinung nach, auch eine ganz gut gelungene quantitative Studie. Kurt Hahlweg: Prävention von Scheidung: Ergebnisse einer 25-Jahres Follow-up Studie (Jahrbuch 2018, Uni Braunschweig).

Mand: Das war möglicherweise eine wirklich schwere Aufgabe. Aber Studien bewerten lernt man über Studien bewerten. Also seien Sie nicht frustriert, wenn ich Dinge sehe, die Sie vielleicht noch nicht beachtet haben.
Ich finde zunächst, dass die Publikation einen etwas missverständlichen Titel trägt. Denn es handelt sich nicht um eine Studie, sondern offenbar um eine Art Übersichtsarbeit bezogen auf die Wirksamkeit eines Präventionsprogramms in Sachen Scheidung. Der Mann fasst zusammen, was andere geschrieben haben, und wenn ich das richtig sehe, informiert er nicht über verwendete Datenbanken und Auswahlkriterien und solche Dinge. Er legt also nicht vor, was man eigentlich aufgrund des Titels erwarten müsste: Eine erneute Befragung von Teilnehmer/*innen einer Studie, die er vor 25 Jahren durchgeführt hat. Das ist schon einmal merkwürdig. Auch scheint mir die Publikation in einem Jahrbuch einer Hochschule nicht der allerbeste Publikationsort zu sein. Ohne nun der Hochschule bzw. dem Autor zu nahe treten zu wollen: Das ist vermutlich nicht vergleichbar zu einer Veröffentlichung in einer angesehenen Fachzeitschrift. An der EvH ist z. B. , wenn ich das richtig erinnere, Bedingung für die Publikation, das irgendein/e Kolleg*in dies befürwortet. Das sind keine sehr hohen Zugangsschranken.

Känguru: Ich habe bei pubPsych unter den Suchbegriffen „soziale“ „ungleichheit“ „armut“ eine quantitative Studie gefunden.  Der Titel lautet : „Mediendebatten über soziale Ungleichheit, Armut und soziale Gerechtigkeit seit 1946 und wie sie mit Einkommensungleichheit zusammenhängen“. Erscheinen ist die Studie 2015 von Martin Schröder und Florian Vietze in der Zeitschrift für Soziologie. Die ISSN lautet 0340-1804. Die Zeitschrift ist in vielen Bibliotheken hinterlegt, auch an Universitätsbibliotheken, was für eine zuverlässige Quelle spricht. Ebenfalls spricht die Erwähnung mehrerer Quellen für die Studie. Es passt zwar nicht zu meiner in diesem Kurs zuvor gewählten Fragestellung, lässt sich aber bestimmt gut für andere Fragestellungen verwenden.

Mand: Der Beitrag analysiert Presseveröffentlichungen zum Thema Armut (Zeit, Spiegel, FAZ) und bedient sich dabei vermutlich aus den jeweiligen Archiven und untersucht Zusammenhänge zwischen diesen Publikationen und Korrelationen mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Sachen Armut (die es offenbar gibt). Das kann man so machen. Die Studie kann man verwenden, wenn man sich für den Bereich Medienwirkungsforschung in Tages- und Wochenzeitungen der BRD interessiert.

Satte24: Folgende quantitative Studie habe ich ausgewählt: Technische Bildung im Sachunterricht der Grundschulen (Gläser & Krummbacher 2021 über FIS).

Diese befasst sich mit der Ausstattung an 12 Schulen Grundschulen im Kreis Osnabrück. Hier zeigt sich zuerst das Merkmal der großen Stichproben um es an den Merkmalen ihrer Tabelle (14) zu vergleichen.Das Erhebungsinstrument ist der Fragebogen welches ein weiteres Merkmal ist.Im weiteren wird die Auswertung zunächst per Text und weiteren Statistiken gewonnen. Die Objektivität ist ebenfalls dadurch gewonnen, dass mehrere Prüfer an der quantitativen Erhebung teilgenommen haben ( 3).Abschließend ist zu sagen, dass ich diese Studie in Fis Bildung gefunden habe mit den Stichpunkten “ quantitative Erhebung Schulsystem“ .

Mand: Die Studie könnten Sie verwerten, wenn Sie sich in einer Hausarbeit mit dieser Frage befassen. 
Es handelt sich allerdings um eine Pilotstudie. D.h.: Dies ist eine Studie, die ein bestimmtes Vorgehen zunächst einmal ausprobiert. Der Stichprobenumfang ist weniger beeindruckend, wenn man die Zahl der Schulen betrachtet (N = 12). Und wenn ich das richtig sehe, haben die Studierenden die Raumausstattung von 119 Klassenräumen und 89 Fachräumen bewertet. Beim Überfliegen des Methodenteils habe ich auch keine Hinweise darauf gefunden, dass die gleichen Räume mehrfach durch von einander unabhängige Studierende untersucht wurden und die Übereinstimmung gemessen wurde. Informationen darüber, ob das alle Schulen im Raum Osnabrück sind, habe ich nicht gefunden.  Bei der Gewinnung der Stichprobe bleibt also ein Fragezeichen.

Holly: Hier sende ich Ihnen die Aufgabe zur Sitzung 5. Quantitative Studie

Fachdatenbank: fis-bildung /Suchbegriffe: „Studie“ „Pandemie“ / Studie: Covid-19-Pflegestudie der Diakonie.
Eine Ad-hoc-Studie zu den Erfahrungen von Diakonie-Mitarbeitenden in der Altenhilfe/-pflege während der Covid-19-Pandemie. 1. Auflage.
Was ich gut an der Studie finde, ist das sie sehr Strukturiert und dadurch übersichtlich ist. Es gibt sehr viele Veranschaulichungen, wie z.B. Statistiken.  Außerdem wird der Fragebogen, den die Mitarbeiter zur Auswertung der Studie ausfüllen sollten, dargelegt. Man erhält viele Informationen rund um die Studie.

Mand: Hier kommt meine Bewertung: Dreh- und Angelpunkt der Bewertung einer Studie ist immer die Stichprobe. Wenn ich das richtig verstehe, wurden über die 16 Landesreferent*innen der Diakonie auf digitalem Weg (E-Mails mit Links?) eine unbekannte Zahl von Diakonie-Mitarbeiter*innen der Altenpflege zur Mitwirkung an der Befragung eingeladen. 1735 haben wohl auf den Link geklickt. Von diesen 1735 Mitarbeiter*innen 1552 haben offenbar den Fragebogen so bearbeitet, dass er irgendwie ausgewertet werden konnte. Hörsch wertet dies als Response. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind 2019 bundesweit 609 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitskräfte im Bereich der Altenpflege tätig (Bundesagentur für Arbeit 2020: Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich). Die Diakonie gehört zu den größeren Akteuren und sicher sind nicht nur 1735 Beschäftigte dort tätig. Die entscheidende Frage ist also: Wie viele E-Mails wurden versandt? Wie viel Prozent derjenigen, an die die E-Mail ging, hat auf den Link geklickt? Die Studie trickst also mit dem Rücklauf. Hinzu kommt: Die Diakonie hat möglicherweise einen besonderen Blick auf die Verhältnisse im Bereich Altenpflege.

olfj2011: Schlagwörter waren „Kinder“ und „Verhaltensstörungen“. Ich habe auf FIS-Bildung recherchiert, am 10.05.2021,  und habe die Suche verfeinert, indem ich den freiern Zugriff eingestellt habe. Mit diesen Einstellung kamen 81 Literaturen raus, wo ich den dritten Treffer ausgewählt habe. 
Quelle : Empirische Sonderpädagogik 
Titel : Bewältigung schwieriger Schul- und Lernsituation bei Kindern mit LernschwierigkeitenAutor : Julia Koenig, Kirsten Schuchardt, Sophie Rosa, Claudia Mähler 
ISSN: 1869-4845 ; 1869-4934Dies ist eine gute Studie, da mehrere Kinder, aus unterschiedlichen Klassen, befragt wurden. Außerdem wurden nicht nur Kinder mit Lernschwierigkeiten befragt, sondern auch Kinder ohne Lernschwierigkeiten.

Mand: Hier kommt meine Bewertung der Studie
Wichtig ist wieder die Stichprobe: Untersucht wurden 77 Viertklässler, die in einer Hochschulambulanz vorgestellt wurden. Das ist sicher keine repräsentative Stichprobe. Und besonders groß ist die Stichprobe auch nicht. Die Befunde lassen sich also nicht verallgemeinern. Kann man verwenden, wenn man nichts besseres findet. Aber man muss immer klar darauf hinweisen, dass es sich um nicht verallgemeinerungsfähige Befunde handelt. Und so richtig überraschend ist der Befund übrigens auch nicht, dass sich Kinder mit Lenschwierigkeiten in ihren Bewältigungsstrategien von Kindern ohne Lernschwierigkeiten unterscheiden.

Gromit:

Ich habe in FIS-Bildung am 11.5.2021 um 14.45 Uhr mit folgenden Suchbegriffen gesucht Schwangerschaft, quantitative Forschungnachdem ich vorher mehrfach mit den Suchbegriffen Jugendliche, junge Mütter und Schwangerschaft ausschließlich qualitative Forschungsergebnisse finden konnte. Folgende frei verfügbare Studie habe ich ausgewählt:

Neumann, Anna / Renner, Ilona (2016)Barrieren für die Inanspruchnahme Früher Hilfen. Die Rolle der elterlichen Steuerungskompetenz. in Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz 59 (2016) 10, S. 1281-1291 

Die Forschungsarbeit ist meiner Meinung nach aussagekräftig, da eine Vielzahl von statistischen Methoden genutzt wurden (Stichprobe, quantitative Befragung, Tiefeninterview). Zudem wurden standardisierte Fragebögen benutzt. Die Stichprobe mit 273 teilnehmenden Eltern ist außerdem recht groß.Die Autorin macht am Ende der Studie auf die Einschränkung der Studie aufgrund einer recht kleinen Anzahl von 49 Teilnehmern in der Gruppe der niedrigeren Steuerungskompetenz aufmerksam. In wiefern das die Studie beeinflußt, kann ich leider nicht sagen bzw. beurteilen.

Mand: Die Idee ist ja, dass Sie durch Ausprobieren lernen. Das wird in der nächsten Sitzung noch etwas genauer erklärt. Aber so viel kann ich schon einmal sagen: Kleine Stichprobe heißt in der quantitativen Forschung zunächst: Die Befunde sind ungenau. 273 ist keine kleine Stichprobe. Aber groß ist sie sicher nicht. Und in Verbindung mit einem Verzicht auf eine angemessene Auswahl (also
z. B. Verzicht auf Zufallsstichprobe), bedeutet dies: Man kann die Ergebnisse nicht verallgemeinern. Allzu lange habe ich mir das nicht angeschaut. Aber wenn ich das richtig sehe, gehen die Fragebogen an irgendwelche Eltern. Und einige von denen werden auch noch interviewt. Das hört sich nicht nach einem Verfahren an, das für Repräsentativität sorgt. Kann man verwenden diese Studie. Aber das Problem ist: Es ist nicht klar, ob die Befunde für irgendjemand anderen gelten, als für diejenigen, die befragt wurden.

fi3445: Ich habe mich für folgende Studie entschieden: Soziale Arbeit in der Corona-Pandemie: Zwischen Überforderung und MarginalisierungEmpirische Trends und professionstheoretische Analysen zur Arbeitssituation im Lockdown

Bei fis-Bildung habe ich diese unter den Suchbegriffen „Studie“, “ Arbeit“, und “ Corona“ gefunden. Durch diese Suchbegriffe erhielt ich 4 Studien, wovon ich meine am passenden fand.
Ich finde die Studie gut, um einen ersten Einblick auf die Auswirkungen der Corona- Pandemie auf die Soziale Arbeit zu bekommen. Dennoch, und das sagt die Studie auch, sind die Ergebnisse nur kurzfristig gültig, weil sie vom Pandemie Geschehen abhängig sind. Allerdings bieten die drei Ausgangsfragen erstmal einen guten Rahmen, um die Auswirkungen greifbar zu machen. Leider konnten sich viele in der Online-Umfrage keinem angegebenen Berufsfeld zuordnen, weswegen die Frage offen bleibt von welchen Bereichen wir da wirklich sprechen.

Einschätzung Mand: Es handelt sich um eine nicht repräsentative Online-Befragung. Dies bedeutet: In einer Forschungsübersicht kann man u.a. auch auf diese Studie verweisen. Aber die Befunde lassen sich nicht verallgemeinern. D.h. Wir kennen die Einschätzung derjenigen, die sich auf die Befragung eingelassen haben. Aber wir wissen nichts darüber, was die vielen anderen Menschen zu den Corona-Folgen denken. Das ist nicht viel. Und das reicht möglicherweise auch nicht. Wenn Sie also lediglich ein paar solcher Studien haben, haben Sie bei einer Hausarbeit dieses Themas ein echtes Problem.

Rorschach: Ich habe auf PubMed (17.05. 20:30) unter den Suchbegriffen „effects“, „antidepressive“  und den Text availabilit   “ clinical trail“ , „Randomized controlled trieal“ mit einer mindestes Aktualität von 5 Jahren als zweiten Eintrag folgende Studie gefunden. „Efficacy and Saftey of Fixed-Dose Esketamine Nasal Spray Combined With a New Oral Antidepressant in Treatment-Resistant Depression: Results of a Randomized, Double-Blind, Active-Controlled Study „.  Erste Autorin:Fedghin . Veröffentlicht in “ International Journal of Neuropsychopharmacology, Band 22, Ausgabe 10, Oktober 2019, Seiten 616–630,  Online ISSN: 1469-5111, print ISSN:1461-1457. 
Die Studie wirkt auf mich recht vertrauenswürdig, da es eine Doppelt-Blind Studie ist, die mit Zufall Verteilung arbeitet. Kritisch bei der Quelle ist, dass ich unter der Print ISSN eine andere Ausgabe der Zeitschrift gefunden habe. Diese war aber ganz gut vertreten (nur nicht in meiner direkten Umgebung). Daher halte ich sie schon für vertrauenswürdig. Wie man mithilfe der Online ISSN Zugriff auf die Ausgabe hält habe ich noch nicht verstanden. 
Auch habe ich noch ein paar Fragen zur Themenfindung. Bei einen Thema wie „Wirksamkeit von Antidepressiva“ muss ich da, die Wirksamkeit eines jeden Antidepressivums beleuchten? Und sollte das Thema daher lieber „Wirksamkeit z.b von Eskatmin als Antidepressiva bei Zielgruppe X“ heißen?  Oder ist es bei der Hausarbeit in Ordnung, dass ich mir ein paar verschiedene Antidepressivums anschaue, bei vielleicht leicht wechselnde Zielgruppen?

Antwort Mand: Richtig, es handelt sich um eine belastbare Studie nach medizinischem Standard (doppelblind & randomisiert). Interessant und selten ist auch, dass keine signifikante Belege der Wirksamkeit von Esketamin gefunden wurden. Dass der Link nicht stimmt, halte ich eher für ein Versehen als für einen Anlass, an der Studie zu zweifeln.

Wie genau Sie vorgehen, hängt von der Forschungslage ab. Wenn es ausreichend Forschung für die Wirksamkeit von Esketamin geben sollte, kann man auch eine Hausarbeit zu diesem Wirkstoff angehen. Das sind bei mir 85 Treffer (Suchbegriffe: „effects“, „antidepressive“ und „Esketamine“). Vielleicht reicht das. Ob eine weitere Eingrenzung von eine bestimmte Personengruppe noch möglich ist, glaube ich eher nicht.

Sechste Sitzung

Die sechste Sitzung erklärt, wie wissenschaftliche Veröffentlichungen aufgebaut sind und berichtet, wie man die Stichproben bewertet. Der Aufbau ist eigentlich ganz simpel. In der Einleitung finden Sie die Frage. Im Methodenteil (bei empirischen Untersuchungen) wird erklärt, wie die Studie vorgeht. Im Ergebnisteil sind die Tabellen. und im Diskussionsteil wird versucht, die Frage zu beantworten.

Die Stichprobenbewertung ist – zumindest in der quantitativen Forschung vergleichsweise einfach. Der Stichprobenumfang sollte nicht zu klein sein. Gut ist, wenn man alle befragt (Totalerhebung). Gut ist, wenn jede/r in Frage kommende Befragte, die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, in der Stichprobe zu sein (Zufallsstichprobe). Gut ist, wenn möglichst wenige sagen: Ich will nicht an der Studie teilnehmen (Rücklauf).

Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten und: Stichprobe bewerten

Holly: Sowie ich das verstanden habe wurde in der Studie die Ad-hoc- Stichprobe durchgeführt, die schon mal, laut Ihrer Erklärung, nicht zu den Stichproben zählt die gut geeignet sind. 
Außerdem wurden nur überwiegend Schulen ausgewählt, die schon einmal an der FÖRMING(Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) teilgenommen hatten.
Es wurden also nur die vollständigen Klassen der Kinder aus der FÖRMING-Stichprobe befragt.
So würde ich sagen das in der Studie keine Totalerhebung genutzt wurde, da die SPRABILON Stichprobe nur aus insgesamt eher leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern, die aus benachteiligten Familien sind, zusammensetzt ist.

Gromit: Ich finde es sehr schwierig die Studie zu beurteilen. Zuerst wollte ich genau so vorgehen, wie Sie es im Podcast erklärt haben. Allerdings fehlt mir direkt die Aufteilung (Stichprobe, Methodenteil, Bewertung, Ergebnisteil). Ich konnte keine genauen Informationen zu den angewandten Methoden finden. Mich würde interessieren, wie die Stichprobe, die ja mit wenigen Hundert Teilnehmern arbeitet, ausgewählt wurde. Dazu kann ich nicht sagen, ob es sich um eine Totalerhebung handelt. Vermutlich eher um eine Zufallsstichprobe. Zum Rücklauf habe ich gar nichts lesen können. 403 Stichproben sind relativ wenig um ein repräsentatives Ergebnis haben zu können.
Dass es sich um eine quantitative Forschung handelt, würde ich daran festlegen, dass z.B. eine Hamburger Längsschnittstudie genutzt wurde. Da aber auch nicht ersichtlich ist, ob die Daten über standardisierte Interviewbögen oder einen bestimmten Kriterienkatalog durchgeführt wurden, bin ich mir auch da einfach sehr unsicher.

Biene 123: Ich habe die Studie , die wir auf fis-bildung. de lesen sollten , versucht nach den richtigen Kriterien zu Bewerten.Leider konnte ich mir nicht ganz sicher weden, ob es nun eine qualitative oder quantitative Studie sei.Es sollte eine quantitative Studie sein, da die Fragestellung …soweit ich es richtig rauslesen konnte, sehr allgemein gestellt wurde und eine allgemeine Antwort nicht hinderte.Destotrotz werden in der Studie jedoch nicht weitgegliedert untersucht und ich konnte bei den Ergebnisangabe ( soweit ich diese richtig zuordnen konnte, und es hoffentlich der Diskussionsteil war)  Antworten finden, die soweit ich es richtig verstanden habe, nur eine schulische Einrichtung betreffen. Schwierig war es für mich auch den Rücklauf zu verfolgen. 

Anmerkung Mand: Stellt eine Studie nicht die Informationen zur Verfügung, die für die Bewertung dieser Studie wesentlich sind (Stichprobenumfang, Einsatz von Zufallszahlen bei der Auswahl der Teilnehmer*innen, Rücklauf), muss man davon ausgehen, dass die Studie die entsprechenden Vorgaben nicht berücksichtigt – entweder weil die betreffenden Regeln den Autor*innen nicht bekannt ist (Keine Ahnung, ob es wirklich Forschende gibt, die nicht einmal die basalen Regeln der empirischen Sozialforschung kennen) oder weil sich die Autor*innen bewusst für eine Studie mit anfallender Stichprobe entschieden haben (das gibt es sogar ziemlich häufig) und der Rücklauf so schlecht ist, dass er verheimlicht wird (auch dies ist keine Seltenheit) .

fi3445: Ich habe mir die Studie auf  fis-Bildung durchgelesen und fand es schwierig diese zu beurteilen. Zum einen fehlten mir die Anhaltspunkte zum Aufbau einer Studie, wie sie sie in ihrem Podcast beschrieben haben. Außerdem wurden nur wenige Schüler*innen befragt, weswegen man auf eine Zufalls-Stichprobe schließen kann, die nach ihrer Aussage nicht sonderlich sicher ist. Außerdem sagt die Studie am Anfang auch, dass zu den Fragenstellung es kaum empirische Studien gibt und sie die Lücke füllen wollen und deswegen sind die Fragen sehr weit und groß gefasst, wie ich finde, aber die abschließend nicht eindeutig beurteilt werden, sondern nur diskutiert werden.

Anmerkung Mand: Wie gesagt: Was nicht explizit gesagt wird, liegt auch nicht vor. Wenn Sie also zentrale Angaben nicht finden, stimmt etwas nicht mit der Studie.

Zur Terminologie: Eine Zufallsstichprobe ist eine Stichprobe, deren Teilnehmer*innen nach Berechnung von Zufallszahlen ausgewählt wurden. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Herstellung von Repräsentativität. Der Stichprobenumfang ist ein zweites Merkmal empirischer Studien. Je größer die Stichprobe, desto genauer die Ergebnisse. Erst beide Merkmale zusammen führen – bei einem akzeptablen Rücklauf zur Repräsentativität.

Es gibt also kleine und große Stichproben, deren Teilnehmer*innen nach Zufallszahlen ausgewählt wurden. Es gibt weiter kleine und große Stichproben, deren Teilnehmer*innen nicht nach Zufallszahlen ausgewählt wurden (anfallende Stichproben, klinische Stichproben usw.). Stichprobenumfang und Stichprobengewinnung sind zwei unterschiedliche Dinge. Man kann also nicht von der Größe der Stichprobe auf die Gewinnung schließen.

Ist es OK, erste Schritte in einem Forschungsfeld ohne angemessene Stichprobe durchzuführen? Das kann man machen, z. B. um einen Fragebogen auszuprobieren. Das nennt man dann z. B. „Erkundungsstudie“ oder „Pilotstudie“. Aber wenn solche Studien keine Zufallsstichproben bzw. keine Klumpenstichproben verwenden oder keine Totalerhebungen einsetzen, dann darf man die Befunde auch nicht verallgemeinern.

Powersocke: Wie meine VorgängerInnen kann ich nicht erkennen, um welche Art von Stichprobe es sich handelt. Womöglich steht das in der eigentlichen Studie SPRABILON. Allerdings habe ich mich nicht um Einsicht bemüht. Des Weiteren finde ich es fraglich, ob die Ergebnisse einer Umfrage zur „Sprachentwicklung bilingualer Kinder in longitudinaler Perspektive“ einfach für andere Fragestellungen anders ausgewertet werden können. Da keine eigenen Daten erhoben wurden, würde ich diese Studie nicht für eine Hausarbeit verwenden. 

Anmerkung Mand: Sie müssen den Methodenteil aufmerksam lesen und genau darauf achten, was da steht und was da nicht steht. Unter 6.: Daten finden Sie alle Angaben, die Sie benötigen. Wenn Sie Begriffe nicht verstehen, schauen Sie doch einmal bei Startpage nach, was gemeint ist.

Satte22: Die Größe der Untersuchung erstreckt sich über eine Totalerhebung 437 Schüler und Schülerinnen der 7. und 8. Klasse. Diese quantitative Umfrage die dann  jeweils am  Anfang und am Ende der 7. und der 8. Klasse eine Ad-Hoc Stichprobe zeigt die Entwicklung der Schüler und Schülerinnen. Hier zeigt sich das die Erhebung der Sprachstandsdaten  zu einem festen Zeitpunkt von zwei Schuljahren erfolgt. Ich bin mir nicht sicher ob die drei Messzeitpunkten  als geschichtete Zufallsprobe  bezeichnet werden aber ich denke da die Zeitpunkte festgehalten waren ist es keine Zufallprobe.Die Gewinnung erfolgt dann in den Ergebnissen von Grafiken und Tabellen dargestellt wie in den Ergebnissen des Forschungsprojekts dargestellt.

Anmerkung Mand: Totalerhebung bedeutet: Alle aus einer Region. Bitte ganz genau: Steht das da? Eine geschichtete Zufallsstichprobe liegt vor, wenn man erstens Zufallszahlen verwendet und zweitens darauf achtet, dass Teilgruppen angemessen repräsentiert sind – hier vielleicht, dass man sicherstellt, dass Kinder türkischer Erstsprache und Kinder arabischer Erstsprachen gleich vertreten sind. Längsschnitt bedeutet einfach nur: Die gleichen Kinder werden in bestimmten Abständen mehrfach befragt. Das kann man mit per Zufallszahlen ausgewählten Kindern machen. Aber das ist auch mit Kindern möglich, die z. B. eine Schule besuchen, zu der man guten Kontakt pflegt (anfallende Stichprobe).

remu1004: Bei der Studie handelt es sich um eine quantitive Studie, da insgesamt 437 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben.Es wurden überwiegend Schulen ausgewählt, welche an FÖRMIG teilgenommen hatten,was in Frage stellt, ob die Studie allgemein repräsentativ ist. Bei der STRABILON Stichprobe, handelt es sich um eine Ad hoc Stichprobe, auch bekannt als Gelegenheitsstichprobe,was suboptimal für die Gesamtbewertung ist. Für 299 Schülerinnen und Schüler, also 74,2% der Eingangsstichprobe, liegenAngaben aus allen drei vorgenommenen Erhebungswellen vor. Der Rücklauf beträgt somit 25,8%. 

Siebte Sitzung

In der siebten Sitzung geht es nun um die Fragen, wie man in der Hausarbeit kennzeichnet, dass man Inhalte und Gedanken aus anderen Veröffentlichungen entnimmt, zusammenfasst oder irgendwie anderweitig verwendet bzw. , wie man das Literaturverzeichnis aufbaut. Ich weiß, Sie haben dies ein erstes Malt in der Auseinandersetzung mit den Handreichungen zum wissenschaftlichen Arbeiten gelernt. Ich bevorzuge aber den APA-Standard. Und hierfür gibt es gute Gründe.

Das wichtigste Motiv für diese Entscheidung ist vollkommen simpel. Es gibt ja nicht nur einen Zitationsstandard, sondern viele. Wenn Sie irgendetwas irgendwo veröffentlichen wollen, haben Sie nur dann eine Wahl, sich für einen Zitationsstandard zu entscheiden, wenn Sie ein eigenes Buch schreiben, und dies auch nur, wenn Sie Glück haben. Ansonsten gilt: Die Redaktion, die Redaktion oder manchmal auch der Verlag entscheidet, welcher Zitationsstandard zu berücksichtigen ist. Seien Sie sich versichert: Ich habe zwar einige zig Zeitschriftenbeiträge und je nach Zählung auch acht Bücher veröffentlicht. Aber keiner dieser Beiträge und kein Buch orientiert sich an den Zitationsstandard der EvH. Das ist keine böse Absicht, sondern schlicht und einfach die Folge davon, dass der Zitationsstandard der EvH weitgehend unbekannt ist. Kennt keine/r, macht keine/r, warum sollte ich also Sie dazu bewegen so zu arbeiten.

Warum APA? Der Zitationsstandard der American Psychiatric Association ist sehr weit verbreitet. Jede/r, der in Pädagogik, Psychologie, Medizin, Soziale Arbeit in den behindertenpädagogischen Disziplinen nur ein wenig veröffentlichen will, muss sich an diesem Standard orientieren. Und das gilt selbstverständlich auch für mich. Die mit Abstand größte Zeitschrift in meinem Metier arbeitet z. B. mit APA. Und das gilt auch für viele andere attraktive Publikationsorte. Hinzu kommt: Im Zitationsstandard der APA ist wirklich fast alles geregelt.

Der Zitationsstandard der APA

Achte Sitzung

Sie haben ja nun begonnen, empirische Studien zu lesen. Vermutlich haben Sie dabei festgestellt, dass da einige Tabellen in den Ergebnisteilen sind, die Sie nicht so ohne weiteres verstehen. Ihnen fehlen hierzu einfach statistische Kenntnisse. Diese Veranstaltung versucht nun, die wichtigsten Kennwerte so zu erklären, dass man auch ohne größere mathematische Vorkenntnisse verstehen kann, was da berechnet wird und wie man die Werte interpretieren kann.

Statistische Kennwerte verstehen

bedo6838: Meines Verständnis nach wäre es sinnvoller die Studie mit der kleineren Standardabweichung anzuwenden. Also Studie 1.

fi3445 : Ich glaube, ich würde mich für die niedrige Standardabweichung entscheiden, weil diese einen stabilen Wert anzeigt.

Lola99: Ich würde die erste Methode nehmen, da hier eine geringere Standardabweichung ist und ich diese Methode für die Art passender finde.

Holly: Ich würde die Methode 1 mit der niedrigen Standardabweichung einsetzten, da diese fundierter, also einen genaueren Wert angibt. Bei der Methode 2 also bei einer hohen Standardabweichung muss immer genau geschaut werden, denn dort könnte ein Ausreißer drin sein der den Durchschnitt zu stark verändert.

Totoro: Ich würde die erste Methode benutzen, da sie eine geringere Standardabweichung aufweist als die andere. Bei der anderen Methode könnten somit ein Ausreißer vorhanden sein.

Anmerkung Mand: Hohe Standardabweichung bedeutet ja nicht allein, dass einige Probanden sehr schlecht abschneiden. Sondern hohe Standardabweichung bedeutet hier auch: Einige Probanden profitieren sehr stark. Wollen Sie wirklich in diesem Fall eine hoch wirksame Methode verweigern?

Timmi2: Ich denke die Methode mit der niedrigeren Standardabweichung ist besser, da Sie meiner Meinung nach, weniger Kinder die vom Mittelwert aus, schlechtere Noten haben, beinhaltet.Meiner Theorie zufolge ist die Methode mit der höheren Standardabweichung weniger effektiv, da sie mehr Schüler beinhaltet, die nach der Methode gefördert wurden, und dennoch schlechter abgeschnitten haben, als der Mittelwert.

Anmerkung Mand: Die Abweichung vom Mittelwert ist zwingend in beiden Richtungen größer. D.h.: Es ist zwar richtig, dass die zweite Methode zu mehr Schüler*innen führt, die schlechter abschneiden. Aber sie führt gleichzeitig auch zu mehr Schüler*innen, die besser abschneiden als die mit Methode 1 geförderten Kindern.

Einhorn47: Ich beziehe mich auf die achte Sitzung Ihres Seminars 1.1 LV3 ,,Forschen über Migration“ zum Thema Kennzahlen.Statistik ist nicht meine Stärke, aber wenn ich es richtig verstanden habe, wäre es sinnvoller die Methode mit der niedrigen Standardabweichung einzusetzen, da eine kleinere Standardabweichung angibt, dass die gemessenen Ausprägungen eines Merkmals eher enger um den Mittelwert liegen als bei einer hohen Standardabweichung.

Satte22: Ich würde mich für die erste Studie entscheiden. Wenn es wenige Abweichungen gibt dann scheint die Art und Weise wie gelehrt wird bei jedem der Teilnehmer*innen auf eine ähnliche Weise ankommen. Mit großen Abweichungen kann es positive wie auch negative geben was ja nicht erwähnt wurde , trotzdem würde ich mich für Studie 1 entscheiden da dort das Gruppenziel ohne größere Ausreißer erreicht wird.

Gromit: Ich würde mich bei der gestellten Frage nach der richten Leseförderungsaufgabe für Methode 1 entscheiden, da diese Methode eine sehr niedrige Standardabweichung hat. Sie hatten uns im Podcast darauf hingewiesen, dass man eine hohe Standardabweichung immer genau hinterfragen muß. Da wir anhand der uns zur Verfügung gestellten Informationen nur spekulieren können was ggf. der Grund dafür sein könnte, dass es bei Methode 2 eine so hohe Standardabweichung gibt (Ausreißer o.ä.), würde ich mit der Methode 1 arbeiten.

Neunte Sitzung

Dass zwei Dinge zusammenhängen, ist ziemlich häufig eine wichtige Information aus empirischen Studien. In der Armutsforschung gibt es z. B. Studien, die einen positiven Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung errechnen (je mehr Einkommen, desto höher die Lebenserwartung). In der Inklusionsforschung wird z. B. in der über bidok downloadbaren Studie „andere Länder – andere Schulen“ von Wocken ein negativer Zusammenhang zwischen Förderschulbesuchsjahren und IQ errechnet (je länger in der Förderschule, desto niedriger der IQ).

Bei der Interpretation von Korrelationen sind allerdings einige Vorsichtsmaßnahmen wichtig. Z. B. gilt: Korrelative Zusammenhänge müssen keineswegs kausale Zusammenhänge sein. Dass in Landkreisen mit vielen Störchen viele Kinder geboren werden, bedeutet z. B. keineswegs, dass der Storch die Kinder bringt. Und es gibt signifikante Korrelationen, die schwach sind.

Korrelationen

Holly: Ich habe eine empirische Studie gefunden, die mit Korrelationskoeffizienten gearbeitet hat. Und zwar ist es diese Studie: Meyer, N.: Einstellungen von Lehrerinnen und Lehrer an Berliner Grundschulen zur Inklusion. (über bidok)

So wie ich es verstanden habe, sind in der Studie drei Korrelationen verwendet worden.

-Korrelationen zur Inklusion und Variablen der Vorkenntnisse

-Korrelation der Bereitschaft, Kinder mit einem bestimmten Förderschwerpunkt zu unterrichten, und der Vorkenntnisse

– Korrelation der Bereitschaft, Kinder mit einem bestimmten Förderschwerpunkt zu unterrichten und der Zufriedenheit mit den derzeitigen Arbeitsbedingungen

Jedoch kann ich leider nicht genau sagen ob diese Studie die gefundenen Korrelationen mit gebotener Zurückhaltung bewertet hat, da ich es nicht so nachvollziehen kann woran man dies nun erkennt.

Antwort Mand: Einen zurückhaltenden Umgang mit Korrelationen erkennt man z. B. daran, dass die Autor*innen ausdrücklich darauf hinweisen, dass lediglich korrelative Zusammenhänge gefunden wurden und dass diese nicht zwingend auf einen kausalen Zusammenhang verweisen. Meyer formuliert z. B. in der Diskussion:“Ungeklärt bleibt, ob man sich über Inklusion informiert, weil man sich dafür interessiert und ihr offen gegenüber steht oder die Auseinandersetzung zu einer positiven Einstellung geführt hat.“ D.h. sie weist darauf hin, dass keineswegs klar ist, wie man die gefundenen Zusammenhang zwischen Vorkenntnissen in Sachen Inklusion und positiven Einstellungen interpretieren kann.

Allerdings gibt es wohl ein Stichprobenproblem (Totalerhebung in Berlin Hellersdorf, nach Rücklaufproblemen: Erweiterung der Stichprobe um weitere Schulen – dies allerdings offenbar nicht mit einem angemessenen Auswahlverfahren). Und man könnte diskutieren, ob unter diesen Bedingungen überhaupt das Signifikanznivau veröffentlicht werden sollte. Auch scheint mir die Verwendung eines mittelwertbasierten Korrelationskoeffzienten (Pearson) gewagt, weil die verwendeten Fragen nicht wirklich als Messwerte gelten können (kein Intervallniveau).

Satte22: Ich habe mir die Studie namens „Andere Länder, andere Schüler“ angeschaut von Prof. Doc. Hans Wocken aus dem Jahr 2005. Vor allem habe ich mir da den Unterpunkt 3.3.4 . Hierbei wird auf den Zusammenhang zwischen dem Rechtschreibverhalten als eine Variante und der Förderschulverweildauer als zweite Variable geschaut  und dabei gefragt ob sich die Verweildauer auch auf die Intelligenz der Schüler*innen auswirkt.  Dabei zeigt sich durch Stichproben an Förderschulen im Bezirk Hamburg der gleiche negative Bedingungszusammenhang im Bereich Rechtschreibung sowie Intelligenz. Durch die Erstellung von zwei Grafen wurde ebenfalls eine korrelationsstatistische Tabelle erstellt. Hierbei wird sichtbar, dass der Zusammenhang zwischen Förderschuljahren bei Rechtschreibung -0,32 und bei Intelligenz bei -0,31 liegt. Hier zeigt sich eine fast gleicher negativer Zusammenhang. Dabei ist das Ergebnis im Bereich der  moderaten Korrelation nach Cohen. Die Korrelation zwischen Intelligenz und Rechtschreibung an der Förderschule liegt bei +0,27  und dabei an einem oberen Ende der schwachen Korrelation.

Mand: Die Studie finden Sie u.a. bei bidok. Und – auch wenn die Studie sehr bekannt ist, kann man einen nicht besonders zurückhaltenden Umgang mit Korrelationsbefunden feststellen. Der negative Zusammenhang zwischen Förderschuljahren und IQ bzw. zwischen Förderschuljahren und Intelligenz wird ja von Wocken als Hinweis auf eine wenig erfolgreiche Förderung gewertet. Dies ist zwar eine mögliche Interpretation. Aber es gibt auch Interpretationsalternativen. Die Studie von Wocken ist ja eine Längsschnittstudie. D. h.: Die IQ-Testungen erfolgen nicht etwa jährlich über einen längeren Zeitraum. Die Testung erfolgt nur einmal. Und man fragt dann nach, seit wie vielen Jahren der/die betreffende Schüler*in in der Förderschule ist. Dass nun die schwachen Schüler eher einen längeren Zeitraum in der Förderschule verbrachten, kann also auch darauf zurückgehen, dass schwache Schüler*innen einfach früher an den Anforderungen der Regelschule scheitern und deshalb auch in eher jungen Jahren in die Förderschule wechseln.

Gromit: Ich habe mich auf die Suche nach einer empirischen Studie begeben und auf pubpschch am 8.6.2021 um 15:30 Uhr mit den Begriffen Schule, Migrationshintergrund gesucht. Dazu habe ich bei Verfügbarkeit „freien Zugang“ ausgewählt.Folgende Studie habe ich mir nun angesehen:
Elternliche Geschlechterrollenvorstellungen, familiärer Hintergrund und SchulleistungenLühe, Josefine, Becker, Michael & Maaz, Kai (2018), Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 2018, 32 (3), S. 155-169.
Nachdem ich mir große Teile der Studie durchgelesen habe und auch einen Blick auf die Auswertungen geworfen habe, finde ich einige Dinge aus dem Podcast wieder.Es werden verschiedene Korrelationen analysiert. Bei der 1. Forschungsfrage geht es um die Beziehung zwischen den traditionellen Geschlechterrollenvorstellungen der Eltern mit ihrem sozioökonomischem Status bzw. Migrationshintergrund. 
Die 2. Forschungsfrage beschäftigt sich mit traditionellen Geschlechterrollenvorstellungen und Schulleistungen.
Es fällt mir aber momentan noch sehr schwer, alles, was ich gehört habe, anzuwenden und vernünftig zu nutzen. Ich finde z.B.  „r“, die Irrtumswahrscheinlichkeit, Mittelwerte und auch Standardfehler. Viele im Text aufgeführte Ergebnisse sind durchaus verständlich, ich hoffe allerdings, dass ich mit der Zeit lerne, solche Studien zu lesen und richtig auswerten kann.

Anmerkung Mand: Kann ich verstehen, dass das nicht einfach ist. Aber das lernt man wirklich nur übers Tun. In der von Ihnen ausgewählte Studie spielt die Korrelation auch nur am Rande eine Rolle. Im Mittelpunkt steht das Verfahren der Multiplen Regression. Das ist ein Verfahren, mit dem man die Auswirkungen vieler Variablen (hier aus dem Bereich Geschlechtsrollenerwartungen) auf eine abhängige Variable untersuchen kann (hier: Schulleistungen). Das ist wirklich eher anspruchsvoll. Kann man verstehen, dass Sie da Probleme haben.

Die Studie stellt übrigens fest, dass traditionelle Geschlechtsrollenerwartungen negative Auswirkungen auf Schulleistungen haben – allerdings sowohl bei Jungen wie auch bei Mädchen. Ich würde dies – anders als die Autor*innen – als Hinweis darauf werten, dass die Geschlechtsrollenerwartungen eher für eine andere Einflussgröße stehen. Vielleicht so: In armen und ungebildeten Familien sind traditionelle Geschlechtsrollenerwartungen weit verbreitet und andere in diesen Familien vorherrschenden Bedingungen (z. B. Verkehrssprache, Buchbesitz usw.) sind nicht förderlich für die schulische Leistungsentwicklung. Die Autor*innen weisen übrigens ausdrücklich darauf hin, keine Aussagen über kausale Beziehungen machen zu können. Also kann man nicht sagen, dass ein unreflektierter Umgang mit Korrelationskoeffizienten vorliegt.

fi3445 : Ich habe mir folgende Studie angeschaut “ Aufwachsen in Deutschland 2019″ und diese Forschungsfragen gefunden:
1. Deprivation und die Auswirkungen in verschiedenen Auswirkungen
2. Erwachsen werden und die Auswirkungen auf die Arbeitswelt, Familie und Freunde
3. Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf das Familienleben
4. Mutter – und Vaterrolle
Ich finde, dass die Studie nicht zurückhaltend die Fragen bewertet, weil gesagt wird, dass es eine sehr große Studie ist, auf die sich viele wiederum beziehen.Allerdings sagt die Studie in ihren jeweiligen Fazits auch, dass es oft noch Diskussionen und Fragen gibt die offen bleiben.

Anmerkung Mand: Was kann man über die Studie sagen? Zunächst einmal kann man festhalten, dass es sich um eine Studie mit großer Stichprobe und einem angemessenen Vorgehen bei der Gewinnung der Stichprobe handelt. Die Studie hat aber ein beachtliches Rücklaufproblem. Um präzise zu sein: Es handelt sich um eine Klumpenstichprobe mit vergleichsweise großen Einheiten (Städte). Bei größeren Gemeinden wurden nochmals kleinere Einheiten gezogen (Samplepoints). Hier wurden jeweils 200 Adressen per Zufallszahlen ermittelt, deren Haushalts-Adressen über das Meldeamt ermittelt wurden. Dabei wurde u.a. die zu erwartende Teilnahmequote berücksichtigt. Das gewählte Vorgehen führt – wie die Autor*innen mitteilen zu ungleichen Auswahlwahrscheinlichkeiten. Insgesamt 6355 Interviews in den ausgewählten Haushalten durchgeführt werden. Der Rücklauf beträgt dabei allerdings nur 11 %.

Entscheidend für die Bewertung des Umgangs mit den ermittelten Daten ist dabei weniger, wie sehr die Autor*innen von der Bedeutung ihrer Studie beeindruckt sind. Entscheidend ist, in welchem Ausmaß die Unsicherheiten bei der Interpretation der Befunde kommuniziert werden. In der Studie werden nur selten korrelative Zusammenhänge mitgeteilt (z. B. in den Fußnoten der Seiten 101 und 105). Hier wird lediglich mitgeteilt, dass ein Zusammenhang vorliegt und der Korrelationskoeffizient mitgeteilt. Eine ausführliche Interpretation fehlt. Also kann man auch nicht sagen, wie die Autor*innen mit Korrelationen umgehen.

Bärli: Ich habe mir eine Studie ausgesucht, die man über die Evh Bib öffnen kann. 
gesucht habe ich auf Pubpsych Unter dem Suchbegriff „gewalt gegen Mütter“ um 23.30 am 13.06.21->Deutsch ->Seite 4 -> Nr. 34-> Einfluss von Partnergewalt auf die kindliche kognitive Entwicklung. Die Studie zielt auf die Frage ab ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen Gewalterfahrungen der Mutter und der frühkindlichen kognitiven Entwicklung des Kindes gibt. Die aussagen über die Befunde sind neutral. Es wird darauf hingewiesen das methodische Probleme die Ergebnisse ungenauer werden lassen. Außerdem wird kritisch hinterfragt ob die repräsentavität der Ergebnisse und deren Belastbarkeit wegen der hohen , nicht selektiven Ausfallquote gegeben ist.

Zehnte Sitzung

In der zehnten Sitzung geht es um einen Kennwert namens Effektstärke (Cohen´s d). Studien befassen sich ziemlich häufig mit der Frage, ob eine Intervention sinnvoll ist. Das kann z. B. eine Lesefördermethode sein, die in einer Versuchsgruppen-Kontrollgruppenstudie untersucht wird (Versuchsgruppe erhält die Leseförderung, Kontrollgruppe nicht oder erst nach der Studie). Oder man hat es mit Studien zu tun, die die Effekte eines Medikaments untersuchen (z. B. die Effekte von Ritalin). Weil die meisten Studien Mittelwerte und Standardabweichung mitteilen, ist Cohen´s d hier wirklich sehr hilfreich. Denn man kann auch im Nachhinein berechnen, ob die Intervention nicht effektiv, schwache Effekte, moderate Effekte oder auch starke Effekte hat.

Effektstärke

Holly: Leider habe ich mich etwas schwer getan mit der Aufgabe. Ich bin mir tatsächlich nicht sicher ob die Studie geeignet ist, aber ich habe in dem Bereich leider nicht viel gefunden und diese Studie hat zu mindestens mit Versuchs- und Kontrollgruppen gearbeitet : Emine Erdem, Çağla Çiftçi mit Işık Erdoğan: Der Einfluss von Versuchen in Naturkunde- und Technologie Unterrichten auf den Erfolg und das Verhalten der Lernenden. Bei der Berechnung : (40-40)-(42-42): 41 = 0 kam bei mir 0 heraus, was wahrscheinlich nicht richtig sein kann. Ich vermute ich habe falsche Zahlen verwendet aus der Tabelle? 

Mand: Die Studie hat eine kleine Stichprobe und ist wohl auch nicht sehr belastbar. Aber dennoch: Es gibt durchaus den Wert Null bei der Berechnung von Cohne´s d. Und er bedeutet: Kein Effekt. Was auch immer die Versuchsgruppe erhalten hat, das hat nicht funktioniert. Das ist auch übrigens der wesentliche Befund des t-Tests, der feststellen soll, ob es mehr als zufällige Mittelwert-Unterschiede gibt.

Gromit: Ich habe auf fis-Bildung am 16.6. um 15.15 Uhr mit den Suchbegriffen „Studie“ und „Kontrollgruppe“ und freier Zugriff gesucht und folgende Studie angeschaut:
Chadach, Christiane (2016), Zusammenleben und Lebenszufriedenheit in Familien mit einem Kind im Zustand des Coma vigile. Eine empirische Studie über Familien am Rande der Kraft und ihre Ressourcen, Dissertation, Universität zu Köln 

Die Autorin stellt in Ihrer Forschungsarbeit folgende Hypothese auf:Wenn Eltern mit einem Kind im Zustand des Coma vigile gemeinsam zu-hause leben, besteht im Vergleich zur Kontrollgruppe, Eltern mit Kindernohne Coma vigile, ein Unterschied in ihrer Lebenszufriedenheit. 
Wenn ich nun die Effektstärke der Aussage über die allgemeine Lebenszufriedenheit berechne4,23-3,15=1,081,08/1,782= 0,6060ergibt sich mit 0,6060 eine moderate Effektstärke.

Elfte Sitzung

Die elfte Sitzung führt ein in den Nachweis von Kausalbeziehungen. Statistische Zusammenhänge können auf kausale Zusammenhänge verweisen. Sie müssen es aber nicht. Monokausale Zusammenhänge sind nämlich nicht sehr häufig. Und wenn ein multikausales Geschehen eher die Regel als die Ausnahme ist, dann wird der Nachweis kausaler Beziehungen schwierig.

Entsprechend ist es nicht ganz verwunderlich, dass die empirische Sozialforschung voll von Beispielen für Fehlinterpretationen statistischer Zusammenhänge ist. Beispiel hierfür ist die Gleichsetzung von Lernbehinderung und soziokultureller Benachteiligung in den 70er Jahren (Begemann 1970). Das Problem: Die Kolleg*innen haben damals übersehen, dass zwar in der Förderschule Kinder aus der Sozialen Unterschicht dominieren, aber keineswegs alle Unterschichtskinder in die Förderschule gehen. Oder um ein anderes Beispiel zu nennen: Es ist zwar richtig, dass man bei Kindern mit Lese/Schreibproblemen viele Kinder mit motorischen Auffälligkeiten findet. Aber keineswegs alle Kinder mit motorischen Auffälligkeiten haben Lese-/Schreibprobleme. Man kann mit Motorik-Tests in der Kita auch keineswegs spätere Lese-/Schreibprobleme vorhersagen. Und psychomotorische oder graphomotorische Trainings haben ein Effektivitätsproblem in Sachen Lese-/Schreibentwicklung.

Es ist also sinnvoll, sich ausführlicher mit dem Nachweis von kausalen Beziehungen zu befassen.

Über den Nachweis von Kausalbeziehungen

Gromit: Nachdem ich nun recht lang durch die Datenbanken nach einer passenden Forschungsarbeit gesucht habe und dann auch tatsächlich etwas gefunden habe, bin ich leider überfordert die Studie zu beurteilen.Ich habe recht lang auf diversen Datenbanken gesucht und nichts auf den ersten Blick Passendes finden können und dann am Ende auf fis-Bildung am 24.6. mit dem Stichwort „Kausalanalyse“ gesucht und  deutschsprachige Titel und „freier Zugriff“ eingegrenzt. Folgende Studie habe ich versucht zu verstehen:

Schröder, Jette (2005), Der Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit und Fertilität.
Ein Überblick über den Forschungsstand, Mannheim, Arbeitspapiere / Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung. 89 

Da die Arbeit sehr umfangreich und ausführlich ist und sich auch auf diverse andere Quellen bezieht, finde ich, dass die Kausalbeziehungen angemessen belegt sind. Zudem ist die Kausalanalyse sehr ausführlich und wird sowohl auf der Makro- als auf der Mikroebene durchgeführt. Die Autorin kritisiert in Ihren Ergebnissen, dass die Anzahl von Längsschnittstudien zum Thema begrenzt ist. Zudem beziehen sich die meisten Studien auf die USA und einige wenige europäische Länder.Mich erschlägt die Anzahl an Analysen und Auswertungen und ich würde sehr gern verstehen, woran ich denn nun in dieser Studie ausmachen kann, ob die Ursache-Wirkungsbeziehung angemessen belegt ist.

Antwort Mand: Das Problem bei derlei Übersichtsarbeiten ist: Es ist meistens nicht klar, was Ursache und was Wirkung ist. Und manchmal gibt es auch weitere Variablen, die einen Einfluss nehmen können. Die von Ihnen vorgestellte Übersichtsarbeit ist sich des Problems durchaus bewusst. Frauen die erwerbstätig sind, haben weniger Kinder. Aber es ist unklar, ob die Erwerbstätigkeit die Ursache ist (28. f.) – geschweige denn, die alleinige Ursache. Denn es könnte ja sein, dass Frauen, die keine Kinder haben wollen, mehr arbeiten. Spontan würde mir einfallen, dass auch Bildungsvariablen eine Rolle spielen könnten (je mehr Bildung desto weniger Kinder), oder vielleicht auch Stadt-Land-Unterschiede (je ländlicher das Umfeld, desto mehr Kinder) oder vielleicht sogar die Breitengrade (je näher am Äquator, desto mehr Kinder). Selbst Religionssoziologische Variablen könnten eine Rolle spielen (je fundamentalistischer die religiösen Überzeugen, desto mehr Kinder). Folgerichtig ist eine Übersichtsarbeit um so überzeugender, je mehr Variablen in die Überlegungen einbezogen werden und je klarer die Befundlage.

12. Sitzung

In der 12. Sitzung geht es um Kreuztabellen. Solche Tabellen findet man ziemlich häufig in empirischen Studien, z. B. dann wenn Methoden in einer Versuchs- und einer Kontrollgruppe verglichen werden. Kreuztabellen sind beliebt, weil sie nicht allzu viele Voraussetzungen in Sachen Datenqualität haben. Ja-/Nein-Daten reichen aus. Etwas anspruchsvoller sind allerdings die häufig bei Kreuztabellen zusätzlich durchgeführten Signifikantestes. Zwar wollen die meisten Forscher*innen gerne darauf hinweisen, dass sie signifikante Befunde ermittelt haben. Aber das Problem ist: Das funktioniert nicht bei Mini-Stichproben, die ohne Zufallszahlen ausgewählt wurden. Da sind also ziemlich viele Studien, die etwas falsch machen. Und Sie als Leser*in sollten das wissen.

Kreuztabellen

Alpaka2000: Ich habe mir Ihren Podcast zu der zwölften Sitzung angehört. 
Ich habe folgende Studie gefunden: 
Wolfsperger, J. (2017): Vorsprachliche und frühe sprachliche Fähigkeiten bei reif und unreif geborenen Kindern. In: Forschung Sprache, 5. Jg., Heft 2, S. 84-95

An der Studie nahmen 27 monolingual deutsche Mutter-Kind-Paare teil. Bei den unreif geborenen Kindern waren 13 Mutter-Kind-Paare (Versuchsgruppe) und bei der anderen Gruppe 14 Mutter-Kind-Paare (Kontrollgruppe) vertreten. 
Der Stichprobenumfang ist somit relativ klein. 
Bei dem Ergebnisteil ab Seite 90 und Abbildung 4 (Seite 90) lassen sich signifikante Unterschiede bei den sprachlichen Fähigkeiten von reif und unreif geborenen Kindern erkennen. So lässt sich zum Beispiel, der signifikante Unterschied festmachen, dass die unreif geborenen Kindern im Symbolspiel mehr Situationen von geteilter Aufmerksamkeit zeigten. 
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede und Zusammenhänge der sprachlichen Fähigkeiten von reif und unreif geborenen Kindern. 

Anmerkung Mand: Richtig, ziemlich kleine Stichprobe. Macht eigentlich nicht wirklich Sinn, mit Signifikanztests zu arbeiten.

Holly: Hier sende ich Ihnen die Aufgabe zur 12. Sitzung. Meyer – Einstellungen von Lehrerinnen und Lehrern an Berliner Grundschulen zur Inklusion

Diese Studie habe ich schon einmal verwendet, wo es um die Korrelationskoeffizienten ging.Die Studie hat sich in Tabelle 16 auch mit den signifikanten Unterschieden beschäftigt, jedoch denke ich, dass die Stichprobe relativ groß ist. 

Anmerkung Mand: Entscheidend ist eigentlich vor allem, wie die Stichprobe gewonnen wurde. D. h.: Man muss schauen, ob Zufallszahlen der Ausgangspunkt sind oder nicht. Denn eigentlich geht es darum, zu berechnen, ob das, was man in der Stichprobe sieht (hier: die Lehrer*innen, die an der Befragung teilgenommen haben), auch für die Grundgesamtheit gilt (hier: Berliner Grundschulen). Wenn die Stichproben sehr klein sind, kann man nicht auf die Grundgesamtheit schließen. Und wenn keine Zufallszahlen verwendet wurden auch nicht. Hier ist die Stichprobe eher klein und es wurden keine Zufallszahlen verwendet, um die Lehrer*innen auszuwählen. Macht also eigentlich keinen Sinn, einen Signifikanztest zu verwenden.

Gromit: Ich habe folgende Studie ausgewählt (gesucht auf Fis-Bildung, am 29.6. um 19 Uhr mit den Stichworten „Studie“ „kleine Stichprobe“)
Obidzinski, Piotr (2007), Berufsbezogene Ängste bei Lehrerinnen und Lehrern.
Eine explorative Studie mit Lehrerinnen und Lehrern an Berufsschulen und Gymnasien im Kreis Tübingen, Tübingen, Univ., Diss., 2007 

Diese Studie nutzt eine relativ kleine Stichprobe und bezieht sich nur auf den Tübinger Raum. Somit kann keinerlei Schlußfolgerung für Gesamt-Deutschland gezogen werden. Die Anzahl an Erhebungen, Daten und Berechnungen ist erschlagend. Ich bin noch immer nicht in der Lage eine Studie in dieser Form kritisch zu bewerten.

Mand: Studien bewerten lernt man durch das aufmerksame Lesen von Studien. Und auch, wenn Sie vielleicht vieles nicht verstehen, was da berechnet wurde, sind Sie offenbar in der Lage, die Stichprobe zu bewerten. Und das ist genau der Bereich, in der sich die Aussagefähigkeit der Studie entscheidet.

Die Studie von Obidzinski (2007) ist eine Tübinger Totalerhebung. Und dies haben Sie richtig gesehen: Repräsentativ ist die Studie – sieht man einmal von den doch erheblichen Rücklaufproblemen ab – eben nur für den Raum Tübingen. Hinzu kommt: Bei Totalerhebungen macht es eigentlich keinen Sinn, Signifikanztests einzusetzen. Denn das, was der Signifikantest liefern soll: Eine Einschätzung darüber, bei welcher Irrtumswahrscheinlichkeit die Befunde auf die Grundgesamtheit verallgemeinert werden können, macht hier keinen Sinn. Denn es sind ja schon alle befragt worden. Kann ich Übriges verstehen, dass Obidzinski dies dennoch macht. Denn viele Leser*innen schauen vor allem auf die p-Werte und verwenden wenig Gedanken darauf, ob es Sinn macht, derlei überhaupt zu berechnen.

13. Sitzung

Die 13. Sitzung ist traditionell den letzten Fragen vor der modulabschließenden Prüfung gewidmet. Wenn Sie noch Fragen zum Thema Hausarbeiten haben, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail.

8 Gedanken zu „Richtig Recherchieren (SoSe 2021)“

    • Ich bin mir nicht sicher, in wiefern Sportvereine im Ruhrgebiet Gegenstand von wissenschaftlichen Studien sind. Die Kombination mit Corona könnte die Auswahlnoch weiter einschränken. Das dauert ein paar Monate, bis Forschungsbeiträge fertig sind. Und dann kommen noch einige Monate hinzu, die man nach Einreichung kalkulieren muss

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  1. Welchen Einfluss hat ein nicht diskriminierender Sprachgebrauch auf unser sozial Verhalten gegenüber benachteiligten Personengruppen (bpoc, Menschen mit Behinderung, Frauen, etc.)?

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    • Ihr Thema ist Gegenstand einer heftig geführten in Teilen sicher identitätspolitischen Debatte.
      Ich bin mir nicht sicher, wie die Forschungslage in dieser Hinsicht aussieht, weil allzu lange tobt diese Debatte noch nicht. Hinzu kommt: Positionen aus der Stigmatheorie lassen nicht unbedingt erwarten, dass der Sprachgebrauch das entscheidende Problem ist. Wichtig ist weniger, was die Menschen sagen, als das, was sie denken (könnten) und was sie tun. Vermutlich ist es einfacher, den Nachweis zu führen, dass diskriminiert wird und zu analysieren wie diskriminiert wird, als zu untersuchen, welche Auswirkungen Begriffe haben.

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    • Dass die U3 Betreuung ggf. unerfreuliche Auswirkungen auf die Bindung haben könnte, war ein wichtiger Vorwurf der Psychologie West an die Verhältnisse in den Kinderkrippen der DDR. Inzwischen sind die Bedenkenträger*innen etwas ruhiger geworden. Ein Vergleich der betreffenden Positionen könnte interessant werden.

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  2. Meine Fragestellung lautet: Welche Auswirkungen hat Sport auf den Charakter von Jugendlichen?
    Unter PubMed, habe ich lediglich zu den Begriffen “Jugendliche und Charakter“, “Jugendliche und Sport“ und “Sport und Charakter“ entsprechende Literatur gefunden. Eine zusammenhängende Literatur, wurde nicht gefunden. Jedoch wurde zusammenhängende Literatur gefunden, als ich das Wort “Jugendliche“, durch “Teenager“ ersetzt habe.
    Unter PubPsych, habe ich, wie bei PubMed unter den selben Suchbegriffen entsprechende Literatur gefunden. Allerdings, wurde hier auch unter dem Begriff “Teenager“ keine zusammenhängende Literatur gefunden.
    Unter FisBildung wurde unter den einzelnen Suchbegriffen deutlich mehr Literatur gefunden, jedoch auch hier gab es keine zusammenhängende Literatur.

    Somit komme ich nach meiner Recherche zu dem Schluss, dass ich mir ein anderes Thema für eine Hausarbeit suchen würde.

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