Forschen über Migration (SoSe 2021) / Recherchieren zum Thema Migration

Achtung: Dies ist eine Unterseite eines Seminars, das ich im Sommersemester 2021 angeboten habe. Aktuelle Seminarunterlagen finden Sie hier also nicht. Die Seite bleibt lediglich zu Dokumentationszwecken online.

Dies ist die Homepage von zwei Seminaren: Einerseits bedient diese Homepage das Seminar Forschen über Migration im Studiengang Soziale Arbeit (Modul 1.1 LV4) . Andererseits nehmen auch Studierende des neuen Studiengangs Heilpädagogik / Inklusive Pädagogik teil (Modul 4, LV 1).

Sozialarbeiter/*innen und Heilpädagogik*innen haben häufig mit Menschen zu tun, die Migrationsgeschichte haben. Entsprechend ist es nicht verkehrt, sich einen Überblick über die Forschung zu diesem Thema zu verschaffen. Kenntnisse über Forschungsmethoden werden in Auseinandersetzung mit Studien zu diesem Thema erworben. Für den Fall, dass Sie eine modulabschließende Prüfung planen, sollten Sie wissen, dass der inhaltliche Schwerpunkt dieses Seminars keineswegs die Inhalte Ihrer Hausarbeiten festlegt.  

Das Thema Migration ist ein wichtiger Schwerpunkt für Studierende der Sozialen Arbeit und für Studierende der Heilpädagogik. Hierfür gibt es viele Gründe: Im Ruhrgebiet ist die Wahrscheinlichkeit mit Adressat*innen zu tun zu haben, die Migrationsgeschichte vorweisen können, z. B. allein deshalb ziemlich hoch, weil dieses Merkmal inzwischen bei einem beachtlichen Anteil von Menschen vorliegt. Armut ist ein wichtiges Thema für die Soziale Arbeit. Und Menschen mit Migrationsgeschichte leben ziemlich häufig in von Armut betroffenen Familien. In Schule und in Beruf finden sich vielfältige benachteiligende Bedingungen, die dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte häufiger Klienten von Sozialarbeiter*innen bzw. Heilpädagog*innen werden. Und natürlich können belastende oder sogar traumatisierende Erfahrungen aus Flucht und Vertreibung in die gleiche Richtung wirken.

Lehrziel des Seminars ist es, Basiswissen in Sachen empirischer Forschung zu vermitteln. Das könnte man natürlich machen, indem man Lehrbücher der empirischen Sozialforschung Schritt für Schritt durchgeht. Ich glaube aber, dass es besser ist, sich diese Methoden exemplarisch anzueignen, also zu lernen, wie Studien funktionieren, indem man den Forschungsstand zu einem Thema zusammenstellt, Studien liest und Studien bewertet.

Erste Sitzung

In der ersten Sitzung dieses Seminars geht es zunächst einmal um eher allgemeine Dinge. Sie wollen vermutlich wissen, wie das mit den modulabschließenden Prüfungen funktioniert. Sie wollen möglicherweise wissen, mit wem Sie es in den nächsten Wochen zu tun haben. Und vielleicht haben Sie auch schon erste inhaltliche Interessen.

Das Seminar beginnt mit einer Begrüßung. Es folgt eine persönliche Vorstellung, Podcasts zu den Fragen wie das Seminar funktioniert bzw. was bei Hausarbeiten zu beachten ist. Und wenn Sie die Aufgaben aus dem Begrüßungspodcast angehen wollen, ist es vermutlich sinnvoll, auch den Podcast anzuhören, der erklärt, wie das funktioniert: Eine Fragestellung zu entwickeln.

Begrüßung

Vorstellung

Wie das Seminar funktioniert

Anforderungen für Hausarbeiten

Wie man eine Fragestellung entwickelt

Powersocke: Welche Besonderheiten gibt es bei der Betreuung von männlichen Gefüchteten in der vollstationären Kinder- und Jugendhilfe?

Anmerkung Mand: Die Fragestellung ist etwas allgemein. Sie müssen vielleicht etwas spezifischer werden: Auswirkungen traumatisierenden Erfahrungen, Schulerfolg, Berufsbildung o.ä..

Alpaka2000: Welche Bildungschancen erfahren Kinder mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu Kindern mit deutscher Herkunft?“

Anmerkung Mand: Bildungschancen könnte vielleicht zu unspezifisch sein. Vermutlich ist es sinnvoller, auf Schulabschlüsse, Abitur oder Förderschule zu gehen. Auch das Label Migrationshintergrund ist ggf. zu allgemein. Denn Migrationshintergrund haben derzeit einfach sehr viele. ggf. ist es sinnvoller Staatsbürgerschaft oder Bilingualität zum Kriterium zu machen.

ErnaBerta17: Benötigt eine nachhaltige Integration, die Anerkennung von gegebenen Rechtsregeln und Grundwerten der jeweiligen Gesellschaft?

Anmerkung Mand: Ich vermute, Sie sind hier eher in der politikwissenschaftlichen Debatte. Parteien haben ja in dieser Hinsicht sehr unterschiedliche Positionen. Das Problem ist vermutlich, dass schwer zu entscheiden ist, wie man nachhaltige Integration definiert. Rechte Parteien sehen das sehr wahrscheinlich anders als linke Parteien. Vermutlich ist es sinnvoller, sich auf die Einstellungen von Menschen mit Migrationsgeschichte zu konzentrieren.

Jeremy: Die Fragestellung zum Thema Forschen über Migration, die ich mir überlegt habe ist: „‘Das Boot ist voll‘?! Ist es wirklich nötig mit einem autokratischen Staat wie der Türkei zu paktieren?“ Ich könnte mir allerdings vorstellen dass diese zu politisch ist, allerdings könnte man dort gut auf die AfD und verschiedene Forschungen bezüglich der Menge an Flüchtlingen eingehen.

Ich vermute, Sie beziehen sich auf das Flüchtlingsabkommen zwischen EU und der Türkei. Politikwissenschaftliche Hausarbeiten sind in diesem Modul sicher möglich. Sich einen ersten Überblick über die Publikationslage zu verschaffen, ist sicher sinnvoll.

Agent P :  Welche psychischen Auffälligkeiten kann eine traumatisierende Flucht auslösen?

Anmerkung Mand: Dass Flucht häufig mit traumatisierenden Erlebnissen verbunden ist, kann man vermutlich gut nachweisen. Hieraus entwickeln sich unter Umständen poltraumatische Belastungsstörungen. Das Problem an Ihrer Frage ist allerdings, dass die Antwort auf eine Aufzählung hinausläuft. Vielleicht ist es sinnvoller, therapeutische Konzepte auf ihre Eignung für Menschen mit traumatisierenden Fluchterfahrungen zu untersuchen ?

Candace: Fragestellung:Wie hat sich die Gesellschaft in den letzten Jahren im Bezug auf die Migration entwickelt?

Anmerkung Mand: Das ist eine sehr allgemeine Frage. Vielleicht ist es sinnvoller, sich auf Teilaspekte zu konzentrieren (z. B. Veränderungen in den Einstellungen gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte).

MajorMonogram: Meine Fragestellung wäre:
Welche Rolle spielt die Migration in der heutigen Gesellschaft?

Anmerkung Mand: Das sehe ich ähnlich, wie die Frage von Candace: Das ist eine zu allgemeine Frage. Es ist besser, sich auf einen Bereich zu konzentrieren.

Catdog: Wie hoch ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund die das Abitur bestehen und wie groß ist der prozentuale Unterschied zu Menschen ohne Migrationshintergrund? Weiter würde ich mich damit beschäftigen wie dieser Anteil und eventuelle Unterschiede zustande kommen.

Anmerkung Mand: Man kann Abiturquoten untersuchen. Richtig interessant wird es aber, wenn man unterschiedliche Herkunftsregionen in einen Vergleich einbezieht.

MuPa45: Fragestellung: Inwiefern unterstützen pädagogische Angebote die Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrug dabei, ihre Probleme aufzuarbeiten und im besten Falle zu lösen?

Anmerkung Mand: Vermutlich ist das zu allgemein formuliert. Denn es wichtig, wer welchen Erfahrungen ausgesetzt war. Und eine Methode für alle Probleme gibt es vermutlich nicht. In welche Richtung könnte man sich spezialisieren? Migration und Flucht können mit traumatischen Erfahrungen verbunden sein. Diese wiederum können zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen. Ich denke deshalb, es wäre klug, in Richtung pädagogisch-therapeutische Konzepte für posttraumatische Belastungsstörungen bei Menschen mit Fluchterfahrungen zu suchen.

Rose0409:  Mein Vorschlag für ein mögliches Thema einer Hausarbeit wäre:
“ Welche Auswirkungen hat das Erleben von zwei verschiedenen Kulturkreisen auf die Identitätsbildung von Migranten im Jugendalter? “ 

Anmerkung Mand: Kann durchaus sein, dass Sie da richtig liegen. Die entscheidende Frage wird sein: Wie sieht es mit aktueller Literatur zum Thema aus?

Heinz Doofenshmirtz: Ich bin nicht rassistisch, aber ..“ Welche Wahrnehmung haben verschiedene Menschen von ihrer Einstellung gegenüber Migranten/Flüchtlingen?

Anmerkung Mand: Ich vermute: Zu Einstellungen über Migranten/Flüchtlingen wird man sicher etwas finden.

Lollipop: Fragestellung: Welche alternativen/ergänzenden Aufarbeitungsmöglichkeiten (zur Psychotherapie) gibt es für traumatisierte Geflüchtete? (z.B. Theater(pädagogik),Kunst, mediale Darstellung, etc.) bzw. sind diese ebenfalls förderlich im Heilungsprozess?

Anmerkung Mand: Ich verstehe, dass Sie sich für das Thema interessieren. Die künstlerische Arbeit kann allerdings auch mit Gefahren verbunden sein, z. B. dann, wenn posttraumatische Belastungsstörungen vorliegen. Und problematisch wird die Angelegenheit, wenn die entsprechenden Angebote anstelle einer Psychotherapie treten wollen. Man könnte allerdings untersuchen, ob belastbare Studien zur Effektivität von Theaterpädagogik, Kunst vorliegen – am besten solche, die einen Vergleich zur Psychotherapie erlauben oder die Psychotherapie mit z. B. Kunsttherapie und ohne vergleichen.

LeoLausemaus: Eine mögliche Fragestellung für meine Hausarbeit lautet: 
“ Wie kann Soziale Arbeit die Integration minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge unterstützen?“

Anmerkung Mand: Das könnte eine etwas zu allgemeine Frage sein. Und die Antwort läuft auf eine Aufzählung hinaus. Sie sollen aber ja analysieren und interpretieren. Vermutlich ist es sinnvoll, zunächst zum Thema Flüchtlinge undSoziale Arbeit zu suchen. Vielleicht finden Sie hier eine Debatte. Oder Sie können einen Vergleich angehen (z. B. Vergleich von Wohnkonzepten, Vergleich von Berufsorientierungsprojekten o.ä.).

Hausarbeitsthemen ohne Bezug zum Seminarthema:

Johanniskräutchen: Inwiefern hat die tiergestützte Therapie Einfluss auf das Leben und Verhalten von Kinder mit Asperger Autismus?

Anmerkung Mand: Die Frage ist grundsätzlich in Ordnung. Ich weiß aber nicht, ob Sie nicht noch präzisieren müssen (Leben und Verhalten ist sehr allgemein). Und Sie müssen noch herausfinden, ob die Datenbanken ausreichend Literatur für das Asperger-Syndrom bereit stellen. Hier müssten Sie vielleicht ausweiten (z. B. auf Autismus Spektrum Störung). 

Totoro:  Welche Faktoren beeinflussen die Ursachen für delinquentes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren? 

Anmerkung Mand: Delinquentes Verhalten ist als Hausarbeitsthema sicher gut geeignet. Die Frage läuft allerdings ein wenig auf eine Aufzählung hinaus. Vielleicht hilft ein Vergleich?

Elli1604: Welche Auswirkungen hat der Autoritäre Erziehungsstil bei Kindern und Erwachsenen?

Anmerkung Mand: Erziehungsstilforschung könnte auf ein etwas älteres Forschungsfeld verweisen. Ist aber kein Problem. Denn man kann sich auch auf einen vergangenen Zeitraum konzentrieren. Auch hier gilt: Vielleicht muss die Frage etwas anders formuliert werden. Derzeit läuft die Frage auf eine Aufzählung hinaus.

einhorn47: Kinder narzisstischer Eltern – Welche Folgen kann die narzisstische Persönlichkeitsstörung eines Elternteils für das Kind haben?“

Anmerkung Mand: Es gibt zumindest einige Literatur zum Thema Kinder psychisch kranker Eltern. Ob die Forschungslage zu Kindern von Eltern mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung ausreicht, weiß ich nicht. Können Sie aber sicher prüfen. Auch hier gilt: Es ist wichtig, eine Frage so zu formulieren, dass die Arbeit nicht nur auf Zusammenfassung und Aufzählung hinausläuft.

Oskar: Ist die Entwicklung einer eigenen Identität und Kulturzugehörigkeit für Geflüchtete Kinder eine größere Herausforderung als für Kinder, die in ihrem Herkunftsland aufwachsen?

Anmerkung Mand: Ich glaube, ich verstehe, was Sie meinen. Schauen Sie doch einmal in den Fachdatenbanken nach .

Pinkpower: Ich finde das Thema Migration wirklich sehr spannend um würde mich zu diesem Thema im Bereich der Schule weiter Forschen, ob und mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen haben und ob sogar die benotung schlechter ausfällt, als bei Kindern ohne Migrationshintergrund. Vielleicht haben sie auch noch eine Idee wie man die Frage villeicht besser Formulieren kann.
Werden Kinder mit Migrationshintergrund in der Schule, trotz gleicher Leistung schlechter benotet?

Anmerkung Mand: Der von Ihnen formulierte Verdacht ist zumindest in einigen Fällen nahe liegend. Empirisch ist derlei allerdings schwer zu belegen. Dagegen, dass Sie die für das Thema einschlägigen Publikationen in den Datenbanken prüfen, spricht das allerdings nicht.

Calle10: Mein Thema is die „Pferdegestützte Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit Bindunsgtraumata“.Die Fragestellung Lautet : “ Welche Methoden gibt es in der Pferdegestützten Therapie zur Verbesserung der Sozialenkompetenz bei Kindern und Jugendlichen mit Bindungstraumata?“.

Mand: Ich verstehe, dass Sie sich für das Thema interessieren. Für die Suche in den Fachdatenbanken ist es aber vermutlich sinnvoll, sich entweder für Bindungsstörungen oder für das Konzept der posttraumatischen Belastungsstörung zu entscheiden. Das sind zwei unterschiedliche Störungen. Kann auch sein, dass die Konzentration auf Pferdegestützte Therapie zu eng ist. Denn das Problem wird vermutlich sein, belastbare Studien zu Ihrem Thema zu finden. Der Bereich tiergestützte Therapie ist dabei ganz allgemein ein Thema, in dem Sie vergleichsweise viele pseudowissenschaftliche Veröffentlichungen finden. Das ist deshalb kein einfacher Schwerpunkt für eine der ersten Hausarbeiten im Studium. Vielleicht ist es für Sie ebenso interessant, etabliertere Methoden oder Präventionsprogamme im Bereich Bindungsstörungen bzw. PTBS zu untersuchen? Schauen Sie sich doch einmal die Datenbanktreffer an und entscheiden dann (zweite Sitzung).

Zweite Sitzung

In der zweiten Sitzung geht es darum, zu prüfen, wie gut die Forschungslage zum vorgeschlagenen Thema ist. Denn im Laufe der nächsten Sitzungen soll es darum gehen, sich gemeinsam auf ein Thema in Sachen Migration zu einigen, an dem gemeinsam exemplarisch die Recherche geübt werden soll. Natürlich ist es parallel sinnvoll, auch ein wenig in Sachen Hausarbeiten zu recherchieren. Denn diese muss sich ja nicht zwingend mit dem Thema Migration befassen.


Einen Überblick über den Publikation- bzw. Forschungsstand erstellt man über eine Fachdatenbankrecherche. Denn Fachdatenbanken werten alle wichtigen Fachzeitschriften und (manche auch) Verlagskataloge aus, und stellen kurze Zusammenfassungen zur Verfügung (sogenannte Abstracts). Dabei ist es wichtig, die Ergebnisse der Fachdatenbankrecherche nicht durch weitere Quellen zu ergänzen (z. B. Materialien aus der Google-Recherche, Bücher/Zeitschriftenbeiträge aus dem Privatbesitz, Bücher/Zeitschriftenbeiträge, die in der Bibliothek vor Ort ausleihbar sind). Denn dies führt dazu, dass die Ergebnisse der Recherche nicht mehr nachvollziehbar sind. Es entsteht die Gefahr, dass man sich einseitig informiert. Und der Anteil fakewissenschaftlicher Publikationen steigt. Natürlich gilt: Nicht jede Fachdatenbank ist gleich wertvoll. Gute Fachdatenbanken haben normalerweise ein breites Sammlungsgebiet (Pädagogik, Psychologie, Medizin). Und es darf für Autor*innen nicht zu einfach sein, eigene, nicht veröffentliche Arbeiten hochzuladen (also z. B.: Studentische Hausarbeiten, Studentische Abschlussarbeiten, Buch/Zeitschriftenpublikationen, die keinen Verlag finden).

Die ursprüngliche Fragestellung wird dabei ziemlich häufig überarbeitet. Man hat eine Idee. Man schaut in die Datenbank. Man sieht: Die Forschungslage ist nicht angemessen (zu viele oder zu wenig Treffer). Entsprechend wird die Frage überarbeitet, also ausgeweitet oder eingeschränkt. Manchmal ist es auch sinnvoll, eine Frage zu verwerfen. Wer zu wenig Treffer hat, kann darüber nachdenken, auch englischsprachige Publikationen einzubeziehen (also auch englischsprachige Datenbanken zu nutzen). Wer zu viele Treffer hat, kann z. B. den Publikationszeitraum einschränken (die letzten 5 Jahre, die letzten drei Jahre, die letzten 12 Monate) oder sich auf spezifische Merkmale der Literatur einschränken (z. B.: In die Literaturauswahl gehen nur empirische Arbeiten ein, die mit einem Stichprobenumfang von mindestens 50 arbeiten, mindestens zwei Erhebungszeitpunkte haben und die Probanden per Zufallszahlen auf Versuchs- und Kontrollgruppe aufteilen).

Falsch recherchieren

Fachdatenbankrecherche

Einhorn47: Ich habe zu meinem Themenvorschlag „Kinder narzisstischer Eltern – Welche Folgen kann die narzisstische Persönlichkeitsstörung eines Elternteils für das Kind haben?“  recherchiert und musste leider feststellen, dass die Forschungslage zu diesem Thema für eine Hausarbeit nicht ausreichend zu sein scheint.Aus diesem Grund ist es vermutlich sinnvoll, die Fragestellung für die Hausarbeit noch einmal zu überarbeiten. Ich denke darüber nach, stattdessen in Richtung Trauma und Resilienzforschung zu gehen. Ich würde gerne darüber recherchieren, warum ein Ereignis bei manchen Menschen eine PTBS auslöst und bei anderen nicht. Des Weiteren würde ich in der Hausarbeit gerne darauf eingehen,wie die Soziale Arbeit im Bereich Resilienzförderung konkret unterstützen kann.

Mand: Das Thema können Sie gerne überarbeiten. Vielleicht ist es aber einfacher, das Thema auf Kinder psychisch kranker Eltern zu erweitern.

Johanniskräutchen: Inwiefern hat die tiergestütze Therapie Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus Spektrums Störung? 
So könnte ich in meiner Hausarbeit zunächst die verschiedenen Bereiche und Auswirkungen des Autismus erklären und anschließend die Bereiche der tiergestützen Therapie erläutern. 

Ich habe bei der Datenbank Pubmed die Begriffe „autism“, „animal assisted therapy“ und „effect“ eingegeben und 22 Ergebnisse für „free full text“ erhalten. Diese sind aber alle sehr positiv und Sie sagten in Ihrem Podcast, dass immer beide Seiten betrachtet werden sollen. Deshalb werde ich weiter suchen und hoffentlich kontroverse Berichterstattungen finden.

Mand: Die Bedeutung der Animal assited therapy für ASS können Sie besser einschätzen, wenn Sie einen Vergleich mit etablierten Methoden angehen (z. B.: Verhaltenstherapie). Ach ja: Und in Pubpsych sollten Sie deutsche Suchbegriffe verwenden. Sonst landen Sie im ERIC oder in medline.

Lollipop: Ergebnisse der Fachdatenbankrecherche;
Pubmed: Refugees/Theater/Therapy = 2 ErgebnisseFIS Bildung: Flüchtlinge/Theater = 45 ErgebnissePubPsych: Flüchtlinge/ Theater = 4 Ergebnisse
Ich denke es ist schwierig aus den wenigen Veröffentlichungen einen umfassenden Überblick bzw. eine Antwort zu meiner Fragestellung zu erarbeiten.

Mand: Ja, das sieht nicht gut aus. Neue Fragestellung?

LeoLausemaus: Durch die Thematik in der zweiten Sitzung habe ich mich bezüglich meiner Themenwahl noch einmal umentschieden. Ich würde mich in meiner Hausarbeit gerne dieser Fragestellung widmen: 
„ADHS-Therapie ohne Ritalin- Kann eine Familientherapie den Einsatz von Ritalin bei der Behandlung von Kindern mit ADHS ersetzen?“
Zu diesem Thema habe ich auch schon in PubPsych und PubMed recherchiert und viele Artikel mit unterschiedlichen Standpunkten gefunden.

Mand: Das geht auch, wenn Sie ausreichend Literatur finden.

gambit:

Welchen positiven Einfluss hat Sport bei der Integration?  Folgende Ergebnisse habe ich am 25.4. um 13:30 Uhr erhalten:  Bei FIS= 4 Suchergebnisseund bei Pub Psych = 0 Treffer

Bei Pub Psych  findet man empirische Studien zur sozialen Integration durch Sport, aber nur wenn man Schlagwörter eingibt. 343 Treffer habe ich erhalten bei der Sucheingabe Sport und Integration.

Mand: Gegen eine Schlagwortsuche ist nichts einzuwenden.
Kann auch sein, dass Sie in Ihren Suchbegriffen noch ein wenig variieren müssen. Integration und Sport (beides Freitext) führt bei FIS zu 1314 Treffern. Das Problem: Da sind einige integrationspädagogische Treffern in Richtung Menschen mit Behinderung dabei. Ich vermute: Das meinen Sie nicht? Das zusätzliche Schlagwort Ausländer führt aber immerhin noch zu 86 Treffern. Hört sich machbar an, finde ich.

powersocke: Da ich bei Ihnen gerne eine diagnostische Hausarbeit schreiben möchte, habe ich meine Fragestellung verändert. Sie scheint mir noch nicht richtig ausgefeilt, aber vorerst lautet diese: Wie kann eine gute Betreuung von Jugendlichen mit FAS in der vollstationären Kinder- und Jugendhilfe gelingen? FIS Bildung hat unter dem Suchbegriff „FAS“ mit der Einstellung „online verfügbare Dokumente“ 2 Treffer angezeigt. Pub Med hat unter den Schlagworten (foetal alcohol spectrum disorder) AND (childrens home) unter free full text in den letzten 5 Jahren 10 Treffer angezeigt. 

Mand: Sie können gerne eine diagnostische Arbeit bei mir schreiben. Ich denke, Sie sollten auch pubpsych einbeziehen (FAS und Therapie: 96 Treffer, darunter auch einige deutschsprachige Beiträge).

Billy 95

2. Sitzung:

Pubpsych: Staatsbürgerschaft ergab 44 Treffer, Bildungschancen ergab 131 Treffer. 

Die Kombination dieser beiden Begriffe ergab bei Pubpsych jedoch keine Treffer.

FisBildung: Staatsbürgerschaft ergab 4573 Treffer. Die Ergebnisse habe ich auf deutschsprachige Publikationen eingeschränkt und so 191 Treffer erhalten.

Bildungschance ergab 15851 Treffer, nach Eingrenzung auf deutschsprachige Ergebnisse ergab 3579 Treffer.

Die Kombination dieser beiden Begriffe ergab allerdings auch bei FIS-Bildung keine Treffer.

Die Fragestellung der ersten Sitzung habe ich daher verworfen und mich für ein komplett anderes Forschungsthema entschieden. Ich würde gerne über „Resilienz“ oder „Vorbeugung psychischer Erkrankungen“ recherchieren.

Ich habe also zunächst geschaut, wie die Forschungslage zu diesem Thema ist, damit ich die Thematik etwas eingrenzen und hieraus eine Fragestellung entwickeln kann.

Ich habe dazu bei der Fachdatenbank Pubpsych zunächst den Begriff „Resilienz“ eingegeben, was 1924 Treffer ergab. Um dies einzugrenzen, habe ich den Begriff erweitert. „Resilienzförderung“ ergab 137 Treffer und „Resilienz psychische Erkrankungen“ hat 87 Treffer ergeben.

Bei der Fachdatenbank FIS-Bildung habe ich zum Begriff „Resilienz“ 719 Treffer, zu „Resilienzförderung“ 77 Treffer und zu „Resilienz psychische Erkrankungen“ 8 Treffer erhalten.

Anhand dieser Treffer habe ich mir dann einen Überblick über die Forschungslage verschafft und mich so auf eine erste mögliche Fragestellung festlegen können.

„Inwieweit kann durch Resilienzförderung die Entstehung psychischer Erkrankungen gehemmt werden?“

Anmerkung Mand: Ich vermute, dass Sie das ein wenig spezifizieren müssen. Resilienz bei Depression ist vermutlich etwas anderen als Resilienz gegenüber PTBS oder Suchterkrankungen. Das würde ich von der Forschungslage abhängt. Optimal wäre der Vergleich von zwei Präventionsprogrammen, die sich auf eine Erkrankung oder Störung beziehen.

FIS ist übrigens eher nicht die richtige Datenbank. Ich Thema ist klar in der Psychologie beheimatet. Und die FIS-Treffer haben vergleichsweise häufig ein Seriösitätsproblem. Besser wäre es, Pubpsych durch Pubmed zu ergänzen.

Dritte Sitzung

Eine weitere Möglichkeit, die Trefferzahl einzuschränken, ist die Auswahl nach Genre. Denn man kann zwischen voraussichtlich interessanten Veröffentlichungen unterscheiden (Handbuchaufsätze, Reviews, Metaanalysen, Dissertationen, Habilschriften) und vermutlich weniger bedeutsamen (z. B. Festschriften, Kongressbeiträgen).

Auswahl nach Genre

Bitte beachten Sie, dass meine Antworten in diesem Fall per Mail erfolgen.

Vierte Sitzung

In der vierten Sitzung geht es darum, wie Sie an die gesuchte Literatur herankommen.

Dabei erkläre ich zunächst, wie man vorgeht, wenn die Bibliotheken der Region wieder geöffnet haben. Denn wer einigermaßen professionell recherchiert ist fast immer darauf angewiesen, mehrere Bibliotheken zu nutzen. Relativ häufig stehen die gesuchten Beiträge z. B. in der UB Dortmund, manchmal auch in Essen/Duisburg. Wer im Bereich Medizin recherchiert,muss vielleicht einen Ausflug nach Köln einplanen (in die Zentralbibliothek Medizin). Hilfreich sind hier vor allem zwei Kataloge: Mit dem HBZ-Verbundkatalog kann man feststellen, welche Hochschulbibliothek in NRW das gesuchte Buch in seinem Bestand hat. Die Zeitschriftendatenbank informiert deutschlandweit darüber, welche Bibliothek die gesuchte Zeitschrift bietet. Die Bibliothek der EvH ist allerdings in diesen Datenbanken nicht gelistet. Dies bedeutet: Wenn man sowieso vor Ort ist, kann man auch im Katalog der EvH prüfen, ob die gesuchte Literatur nicht auch in Bochum steht.

Unter Pandemie-Bedingungen funktioniert das leider anders. Sie können die Dienste anderer Bibliotheken nur noch begrenzt nutzen, z. B. in dem Sie sich die benötigten Bücher über Fernleihe beschaffen. Das Problem ist: Dafür benötigen Sie etwas Zeit. Deshalb gilt auch für das Sommersemester 2021: Es ist in Ordnung, sich auf Datenbanktreffer zu beschränken, die frei verfügbar sind. Dies kann allerdings bedeuten, dass Sie Ihr Wunschthema nicht untersuchen können (z. B. weil nicht genügend frei verfügbare Literatur veröffentlich ist). Und man muss auch mit größerer Vorsicht an die Literatur herangehen. Denn Politik und Interessenverbände geben ihr Geld ja an die Wissenschaftler*innen, von denen Sie annehmen, dass die Befunde liefern, die sich die Geldgeber wünschen. Frei verfügbar heißt also ziemlich häufig: Da steht ein Finanzier im Hintergrund der eigene Interessen verfolgt.

Wie man herausfindet, wo die gesuchten Bücher und Zeitschriften stehen

Alpaka2000:

HBZ-Verbundkatalog:Schastak, Martin (2020): Bilinguale Interaktion beim Peer-Learning in der Grundschule. Eine Mixed-Methods Studie mit bilingual türkisch-deutschsprachig aufwachsenden Schüler*innen. Band 4 (Mehrsprachigkeit und Bildung), Opladen: Verlag Barbara Budrich. = UB Wuppertal, ULB Bonn, Erziehungswiss. Münster                           (Online-Ressource) = UB Dortmund, UB Bochum, HSB Düsseldorf, TH Köln

Zeitschriftendatenbank:  Ottersbach, Markus (2020): Arbeitsintegration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In: Migration und soziale Arbeit, 42. Jg., Heft 3, S. 214-221. = HS Düsseldorf, FH Münster, Köln Kath. HS, UB Wuppertal 

Totoro: Meine Ergebnisse

Titel Bestand 
Devianz und Delinquenz im Kindes- und Jugendalter. Ungleichheitsdimensionen und Risikofaktoren – Hrsg. Jost Reinecke, Mark Stemmler, Jochen Wittenberg – ISBN 978-3-658-08134-8 DO: UB BO: UB UDE: UB 
Persönlichkeitsstörungen – Theorie und Therapie, 2009, 13 (4), 219-226, ISSN: 1433-6308 Köln ZB MED (bis 2019 in Papierform) Dortmund FH (von 2000 bis heute in Papierform) Bielefeld UB (von 1997 bis heute in Papierform) 

 

Powersocke: Titel: Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) – Prävention, Diagnostik, Behandlung und Betreuung. Quelle: Unsere Jugend, 2010, 62 (6), 279-284. Zeitschriftendatenbank: Dortmund FH, Dortmund UB, Düsseldorf HS, Düsseldorf ULB, Duisburg StB, Essen, Duisburg-Essen UB, Köln Kath. HS, Köln TH, Köln USB, Osnabrück UB, Wuppertal UB
Titel: Fetale Alkoholspektrumstörungen. S3-Leitlinie zur Diagnostik. Autoren: Landgraf, Miriam N., Heinen, Florian. HBZ-Verbundkatalog: Kath. Hochschule NRW, UB Bielefeld, HSB Niederrhein, FHB Bielefeld, FHB Dortmund, HSB Düsseldorf

Killjoy:

HBZ Verbundkatalog: Gahleiter, Silke Birgitta; Hahn, Gernot (Ed.), Gefährdete Kindheit – Risiko, Resilienz und Hilfen. Bonn: Psychatrie-Verlag, 2010, [Klinische Sozialarbeit, Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Band 3] ISBN: 978-3-88414-509-8 / Bestand 2. Auflage: Kath. Hochschule NRW, DO: UB, BI: UB Bielefeld, K: USB, UDE: UB Campus Essen

Zeitschriftendatenbank: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung = Discourse: journal of childhood adolescence research. Leverkusen: Budrich. ISSN: 1862-500/ Bestand: Dortmund FH (2006 bis heute, nur Papierform), Dortmund UB (2006-2019 Papierform, seit 2019 nur Digital)

Koala97 HBZ-Verbundkatalog: Becker, Katja; Remschmidt, Helmut (2020): Kinder und Jugendpsychatrie und Psychotherapie, 7.Aufl., Stuttgart: Georg Thieme Verlag.ISBN: 978-3-13-241122-7Stadtbibliothek Köln, RUB, HSB Düsseldorf, UDE, FH Münster(Digital und Papierform)
Zeitschriftendatenbank: Rampp, Gertrud; Roesler, Christian; Peter, Jessica (2020): Bindungsrepräsentationen, belastende Lebensereignisse und ADHS bei Jungen im Alter von 6 bis 10 Jahren. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 69 (1), S.40 – 59.= Bochum HSG, Dortmund FH, Düsseldorf HS, Köln Kath. HS

Billy95: Anhand Ihrer letzten Anmerkungen habe ich versucht, mein Forschungsthema entsprechend anzupassen. Gesucht habe ich nach den Begriffen „Resilienz Prävention(sprogramme)“ , „Resilienz Depression“ sowie Kombinationen daraus. In Bezug auf den Vergleich verschiedener Präventionsprogramme bezogen auf psychische Erkrankungen vor allem Literatur für den Bereich der Kindertageseinrichtungen.

Im Verlauf dieser Suchen habe ich dann eventuell in Frage kommende Literatur notiert und mit Hilfe der Kataloge die Verfügbarkeit geprüft. 

HZB-Verbundkatalog: 

Kolic, Petra (1994): Depressive und destruktive Tendenzen bei Jugendlichen aus dem Blickwinkel der Präventivforschung: Soziale Schutzfaktoren in der Entwicklung gefährdeter Jugendlicher. In: Mauthe, J.-H. (1994): Despression und Destruktion. Tagungsband zu den 11. Psychiatrie-Tagen Königslutter 1993 (S. 162-175). Königslutter: Verein zur Hilfe Seelisch Behinderter = Köln ZB Med 

Zeitschriftendatenbank: 

Von Hagen, Cornelia; Vogt, Friedrich (2013): Resilienz – Positive Entwicklung trotz belastender Lebensumstände? In: Psychotherapie im Dialog, 2013, 14 (1), 16-20. = Köln ZB Med

Pechmann, Christina u.a. (2015): Führt niedrige Resilienz zu einer stärkeren psychischen Belastung? In: Psychiatrische Praxis, 2015, 42 (4), 197-201. = Düsseldorf HS, Köln ZB Med, Köln Kath. HS

Da die Verfügbarkeit der Literatur oft eher eingeschränkt ist, überlege ich nun in die Richtung von Resilienz psychisch erkrankter Eltern zu gehen. Ich tu mich aktuell noch sehr schwer mit der Themenauswahl. 

Anmerkung Mand: Das ist kein untypischer Weg der Themenfindung. Man hat eine Idee, prüft den Stand der Publikation, verändert die Frage usw.

Fünfte Sitzung

In der fünften Sitzung geht es um Quellenbewertung. Einige Teilaspekte dieses Themas waren ja schon Gegenstand des Seminars: Es ist sinnvoll, sich anzuschauen, mit welchen Genre man es zu tun hat, um eine Entscheidung zu treffen, ob das jeweilige Buch bzw. ob der jeweilige Zeitschriftenbeitrag es lohnt, beschafft zu werden. Der zweite Teil der Quellenbewertung beginnt, wenn Sie die Veröffentlichungen vorliegen haben. Wichtig ist z. B., in welchem Ausmaß andere Veröffentlichungen diskutiert werden. Denn wirklich fast jedes Thema ist Gegenstand von umfänglicher Publikationstätigkeit. Und Veröffentlichungen, die die Positionen anderer nicht oder nur spärlich wahrnehmen, haben normalerweise ein Problem. Entweder, die Autor*innen haben nicht bemerkt, dass es bereits andere Veröffentlichungen zu ihrem Thema gibt. Das wäre schlecht. Oder die Autor*innen sind so sehr von ihrer Position überzeugt, dass sie andere Meinungen nicht zulassen wollen. Das wäre noch schlechter. Es ist auch wichtig, zu sehen, wie die Autor*innen mit anderen Meinungen umgehen. Auch wenn Verrisse durchaus unterhaltsam sein können gilt: Wer mit Schaum vorm Mund auf nicht genehme Position reagiert disqualifiziert sich selbst.

Ein zweites Problem sind die fakewissenschaöftlichen Veröffentlichungen. Es gibt inzwischen einen beachtlichen Anteil von Publikationen (auch) in den Fachdatenbanken, die nicht herausfinden wollen, ob eine Methode funktioniert bzw. ob eine Position zutrifft. Sondern den Autor*innen ist bereits vor der Veröffentlichung vollkommen klar, was gut und richtig ist. Wissenschaftliche Arbeit wird nur noch als Weg betrachtet, die eigene Position zu promoten. Derlei Legitimationsforschung wird manchmal von Parteien, Interessengruppen, Stiftungen oder auch von Ministerien finanziert. Und es geht gelegentlich auch gar nicht so sehr darum, in der wissenschaftlichen Diskussion überzeugende Argumente zu finden. Sondern es geht darum, in Sachen Forschungsmethoden weniger informierte Zeitgenossen*innen zu überzeugen: Journalist*innen, Student*innen, Lehrer*innen usw. Manchmal sind die manipulativen Absichten sogar ziemlich klar zu erkennen. Ihre Aufgabe ist also auch, darüber nachzudenken, wer da mit welchem Geld und mit welcher Absicht veröffentlicht. Ministerien wollen die Politik der Minister*in gut aussehen lassen. Parteien sind an Wähler*innen interessiert. Förderschulverbände wollen verhindern, dass Förderschulen geschlossen werden. Gewerkschaftsnahe Stiftungen neigen zur Dramatisierung von Armut. Und Pharmakonzerne wollen ihre Produkte verkaufen. Und Anhänger*innen von zweifelhaften Methoden sind auf der Suche nach Jünger*innen. Nicht, dass Sie sich da reinlegen lassen.

Über die Bewertung von wissenschaftlicher Literatur

Vorbemerkungen:

Das Bewerten von wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Kann man nur lernen, indem man dies immer wieder tut. Und häufig ist das so: Als Anfänger*in liegt man häufig daneben. Und dies gilt insbesondere dann, wenn man sich mit politisierten Inhalten befasst.

Alpaka2000: Ich habe mir Ihren Podcast zu der fünften Sitzung angehört. 
Ich habe in der Datenbank „FIS Bildung“ unter den Schlagwörtern „Migration“ und „Studie“ mit den Kriterien „freier Zugriff“ und „deutsch“ folgende Studie gefunden: (Treffer 86)Brücker, H. / Rother, N. / Schupp, J. (2017): IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016.
Studiendesign, Feldergebnisse sowie Analysen zu schulischer wie beruflicher Qualifikation, Sprachkenntnissen sowie kognitiven Potenzialen. Politikberatung kompakt 123 XIII, DIW Berlin.
Die Studie setzt sich aus einer Längsschnittbefragung zusammen und umfasst ein große Stichprobe. In der Studie wird zum Beispiel die Schulbildung von Geflüchteten, sowie die berufliche Qualifikation untersucht. 

Des Weiteren habe ich in der Datenbank „PubPsych“ unter dem Schlagwort „Migration“ mit den Kriterien „freier Zugang“, „deutsch“, „2019“ folgende Studie gefunden:Ulusoy, N. / Wirth, T. / Lincke, H.-J. / Nienhaus, A. / Schablon, A. (2019): Psychosoziale Belastungen und Beanspruchungen in der Altenpflege: Vergleich zwischen Pflegekräften mit und ohne Migrationshintergrund. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 52. Jg., Heft 6, S. 589-597.
Ich finde die Studie interessant, da sie die psychosozialen Belastungen und Anforderungen von Pflegefachkräften mit und ohne Migrationshintergrund untersucht und somit informativ für die Soziale Arbeit ist. In der Datenerhebung der Stichprobe werden unterschiedliche Kriterien wie „Alter“, „Geschlecht“, „Familienstand“, „Einrichtungsart“, „Beruf“ etc. berücksichtigt. Die Studie beschränkt sich jedoch nur auf die Einrichtungen in Hamburg. 

Anmerkung Mand: Zum Thema Flüchtlingsintegration werden viele, frei verfügbare Studien veröffentlicht. Diese Studien stammen ziemlich häufig aus dem Umfeld von Wirtschaftsverbänden, aus dem Umfeld der Agentur für Arbeit oder aus dem Umfeld einschlägiger Ministerien. Deshalb gibt es hier auch so viele frei verfügbare Online-Publikationen. Das Problem: Das sind nicht in jeder Hinsicht unabhängige Akteure. Und in diesem Fall geben sich die Akteure normalerweise alle Mühe, zu kommunizieren: Alles ist in bester Ordnung mit der Integration von Flüchtlingen. Es ist deshalb sinnvoll, etwas genauer hinzuschauen. Brücker zeichnet für einige dieser Studien verantwortlich. Und die von Ihnen ausgewählte Studie (Brücker et al 2016) weist z. B. Besonderheiten in der Stichprobe auf, die ein wenig ungewöhnlich sind. Z. B. schreiben die Autor*innen auf Seite 21, dass überproportional viele Personen in die Stichprobe gezogen wurden, die bereits einen positiv beschiedenen Asylantrag aufweisen oder eine günstige Bleibeperspektive in Deutschland haben. Und etwas später kommt der Hinweis, dass überproportional viele Frauen einbezogen wurden. Dieses Vorgehen schließt ziemlich gezielt einschlägige Problemgruppen aus (junge Männer mit schlechter Bleibeperspektive), und ich vermute, das passiert hier – auch wenn dies anders begründet wird – mit Bedacht. Ein verallgemeinerungsfähiges Bild kann man so nicht erreichen. Die Befunde sehen vermutlich deutlich besser aus als die Wirklichkeit.

Bei der Studie von Ulusoy et al (2019) weisen die Formulierungen zur Stichprobe eher darauf hin, dass die Ergebnisse nicht verallgemeinerungsfähig sind. Die Autoren berichten, dass an mehreren Standorten zweier großer Einrichtungen der Altenpflege (ambulant und stationär) in Hamburg eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt wurde. Das ist ziemlich sicher keine Totalerhebung. Denn es gibt sicher mehr als diese zwei Träger und offenbar wurden auch nicht alle Einrichtungen befragt. Kann man u.a. verwenden. Ist aber nicht allzu überzeugend.

Lola99: In der Fachdatenbank „FIS Bildung“ habe ich unter den Schlagwörtern „Migration“ und „Studie“  und der erweiterten Suche mit „freier Zugang“ und „2017“ 56 Tretter erzielen können. Folgende Studie finde ich gut: Morris- Lange, Simon (2017): Allein durch den Hochschuldschungel.
Hürden zum Studienerfolg für internationale Studierende und Studierende mit Migrationshintergrund.
 Studie des SVR-Forschungsbereichs. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um eine gut gelungene Studie, da alles sehr gut struktiert und der Verlauf und das Vorgehen der Studie auf den ersten Blick gut erkennbar und nachvollziehbar ist. Die Unterscheidung der Personengruppen und die anschließende Auswertung finde ich gut gewählt und interessant zu lesen.

Einschätzung Mand: Zunächst einmal ist es wichtig, auf die Finanziers dieser Studie zu schauen. Das Bundesministerium für Migration und Forschung vertritt möglicherweise eine besondere Sicht auf die Dinge. Typisch könnte der mahnende Blick auf strukturelle Benachteiligungen sein und die positive Sicht auf Vielfalt. Das ist sicher nicht falsch. Kann aber sein, dass so andere Erklärungsmodelle nicht oder nicht hinreichend in den Blick geraten. Es handelt sich auch nicht um eine empirische Studie, sondern um eine Systematisierung und Zusammenfassung der bisherigen Befunde, also um ein Review. Kann man verwenden, ist aber etwas anderes, als selbst Daten zu erheben.

Totoro: Mein Ergebnis vom 11.05.21: Fachdatenbank: FIS-Bildung Suchbegriffe: Gender, Delinquenz (dritter Treffer bei deutscher Sprache). Studie: Verbreitung, Entwicklung und Erklärung von Delinquenz im Jugendalter. Ergebnisse einer aktuellen Längsschnittstudie. (2009) ISSN: 1866-6671 

Einschätzung Mand: Längsschnittstudie heißt ja: Die gleichen Menschen werden mehrfach befragt. Das ist schon einmal gut. Denn nur so lassen sich kausale Beziehungen erheben. Die Studie von Wittenberg et al (2009) befragt wohl Schüler aus Berufsschulen in Münster und hält dann Kontakt zu diesen Schülern, um sie später noch einmal zu befragen (alle ? Klassen: 7 ,9 und 11 sowie die Eingangsklassender Berufsschulen). Hinzu kommen Schüler in Duisburg. Die Angaben zur Stichprobe sind m. E. nicht ganz präzise. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen besteht die 4 Jahres Stichprobe aus 814 Befragten – die Grundgesamtheit in den jeweiligen Jahren liegt aber viel höher ( je nach Jahr ca 2100 Schüler*innen). Auch die Angaben zur Rücklaufquote (88 %) helfen nicht weiter. Die Autoren sprechen auch von „ausgewählten Schulen“. Ich vermute deshalb: Die haben nicht alle Schulen und nicht alle Schüler befragt, sondern nur einige. Dass die Auswahl nach Zufallszahlen erfolgte, habe ich in der Kürze der Zeit nicht gesehen. Dies alles bedeutet: Die Münsteraner Längsschnittstudie ist vermutlich nicht einmal für Münster repräsentativ.

Kann man die Studie für eine Hausarbeit verwenden? Na klar kann man das. Das Problem ist allerdings, man muss sehr vorsichtig formulieren und darauf hinweisen, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ sind. Und jede Studie mit repräsentativen Zahlen ist um Längen bedeutsamer.

Killjoy: Ich hatte etwas Probleme unter verschiedenen Schlagwörtern und in freier Verfügbarkeit eine geeignete quantitative Studie zu finden. In PubPsych habe ich unter den Schlagwörtern „Psychische Krankheit“, „Kinder“ und „Studie“ einen kleinen Artikel zu den Forschungsergebnissen der BELLA-Studie gefunden.
Reiss, F./Meyrose, A./Otto, C./Lampert, T./Klasen, F./ Ravens-Sieberer, U. (2019) Socioeconomic status, stressful life situations and mental health problems in children and adolescents: Results of the German BELLA cohort-study. PLoS ONE 14(3)
Außerdem habe ich zusätzlich in der Datenbank „FIS Bildung“ eine qualitative Studie (in diesem Fall eine Dissertation) unter den Schlagwörtern „Psychische Krankheit“ und „Studie“ im freien Zugriff gefunden, die ich sehr interessant fand:
Brockmann, Eva (2014) Kinder psychisch erkrankter Eltern in der Schule. Bedingungen und Konsequenzen der elterlichen psychischen Erkrankung im schulischen Kontext auf die Beziehung zwischen Eltern, Schülern und Lehrern – eine qualitative Studie. Dresden: Technische Universität Dresden.

Einschätzung Mand: Die Studie von Reiss et al (2019) basiert auf der KiGGS-Studie. Und das heißt: Längsschnittstudie (3 Erhebungszeitpunkte), repräsentative & große Stichprobe. Also eine gute, bekannte, belastbare Studie. Kann man auf jeden Fall verwenden.

Bei der Diss von Brockmann (2014) handelt es sich – wie ja im Untertitel zu lesen ist – um eine qualitative Studie. Das bedeutet: Die Stichprobe ist klein (11 Lehrer, 10 Kinde, 12 Eltern). Die Autorin berichtet von massiven Rücklaufproblemen. Und dies ist auch in der Qualitativen Forschung ein Malus. Man kann festhalten: Die Befunde sind nicht verallgemeinerungsfähig. Interessant wird die Diss aber ja auch dadurch, dass sie eine Übersicht über Theoriediskussion und Forschung enthält. Und das ist ja schon einmal was.

 Lollipop: Ich habe in der Datenbank PubPsych nach den Schlagworten; Quantitative Studie/ Migration gesucht. Bei diesen Schlagworten kamen 10 Ergebnisse raus. Folgende Studie habe ich als gelungen empfunden: Grupp, Freyja; Moro, Marie Rose; Nater, Urs M.; Skandrani, Sara; Mewes, Ricarda. 2019 – Quelle: European Journal of Psychotraumatology, 2019. Die Studie setzt sich aus einem quantitativen sowie einem qualitativen Teil zusammen um einen umfangenden Überblick zu generieren. Der quantitative Teil wurde mit einer Vergleichsgruppe durchgeführt. Die Auswertung scheint mir objektiv zu sein, und eine gute Handlungsorientierung für eine methodische Weiterentwicklung für die Behandlung von ptbs betroffenen Geflüchteten.

Einschätzung Mand: Die Studie hat eine mittlere Stichprobe, vermutlich nicht nach Zufallszahlen ausgewählt und auch keine Totalerhebung. Die Ergebnisse der Studie kann man also nicht verallgemeinern. Der wesentliche Befund: dass Flüchtlinge mit PTBS andere Vorstellungen davon haben, was ihnen helfen kann, als Deutsche ohne Migrationshintergrund ist allerdings auch nicht sehr überraschend. Dass die befragten Flüchtlinge aus Afrika z. B. unangemessenes Vertrauen in Heilpraktiker oder vielleicht auch Pfarrer, Priester bzw. Imame haben, empfinde ich allerdings nicht als tragfähiges Argument, diese Personengruppe in die therapeutische Arbeit einzubeziehen. Denn erstens ist nicht bekannt, ob die genannten Vorlieben nur für die Befragten oder auch für andere Flüchtlinge aus Afrika gelten (keine repräsentative Stichprobe – und hieran ändert auch der qualitative Teil nichts). Und zweitens: Ohne diesen Berufsständen zu nahe treten zu wollen – PTBS ist eine ernste Störung. Die Therapie sollte ausschließlich durch Psychotherapeuten mit Krankenkassenzulassung oder Psychiater durchgeführt werden. Und es gibt nachweislich wirksame Behandlungsmethoden, auch solche, die für Flüchtlinge aus Afrika geeignet sind. Ist ja nicht so, dass Flüchtlinge aus Afrika grundsätzlich psychotherapeutische Hilfe ablehnen, noch nicht einmal in der untersuchten Stichprobe. Ich erkenne keinen Anlass, Berufsgruppen einzubeziehen, die hierfür keine angemessenen fachlichen Qualifikationen haben.

Die Studie kann man dennoch in einer Forschungsübersicht verwenden, insbesondere dann, wenn die Forschungslage schlecht ist.

Bärli
Gesucht habe ich am 13.05.2021 um 20:30
Sitzung 5 Pubpsych Ich habe gesucht: Gewalt gegen Mütter66 Ergebnisse Seite: 2 Nr.12 Häusliche Gewalt: ein wichtiger Risikofaktor für Kindesmisshandlungen ISSN: 1661 4747Es ist nie repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung Duch Zufallsprinzip wurden aus ausgewählten Haushalten 2531 Personen ausgewählt, die an der Studie teilgenommen haben.Die Studie arbeitet überwiegend mit standardisierten  Fragebögen. Sie werden anonymisiert ausgewertet damit spezifische Gegebenheiten nicht beeinflussen können.die Studie wurde außerdem von der Ethik Kommision der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig genehmigt. 

Pubpsych Gesucht habe ich am 13.05.2021 um 20:35Ich habe gesucht: Migration -> Deutsch-> frei zugänglich ->2019Ich habe 8 Ergebnisse bekommen Nr.2 Pisa 2018Grundbildung im internationalem Bereich (129.ff)Pisa Studien sind für die meisten bekannte Studien. Die Studie ist international vergleichend, ausführlich gestaltet und sachlich geschrieben. Es werden verschiedene Aspeke mit eingebunden, welche die Auswertung beeinflussen. 

Einschätzung Mand: Richtig, es handelt sich in beiden Fällen um belastbare und aussagefähige Studien. Sie können uneingeschränkt verwendet werden.

Einhorn 47: Ich habe mir den Podcast zur fünften Sitzung des Seminars 1.1 LV3 ,,Forschen über Migration“ angehört und in der Fachdatenbank PubPsych nach einer quantitativen Studie zum Thema Migration gesucht.Am 14.05.21 um 10:28 Uhr habe ich unter dem Suchbegriff ,,Migration empirische Studie“ und der Eingrenzung ,,freie Verfügbarkeit“ zwei Treffer erhalten.Ich habe mich für die folgende Studie entschieden:Hahn, E. / Richter, D. / Schupp, J. / Back, M. D. ,,Predictors of refugee adjustment: The importance of cognitive skills and personality“Ich denke, dass dies eine gute Studie ist, da viele Personen für die Stichprobe in die Befragung mit einbezogen wurden und die Studie soziodemographische Faktoren, kognitive Merkmale und auch Persönlichkeitsmerkmale in die Studie mit einbezieht.Ich habe den Eindruck, dass diese Studie repräsentativ und professionell ist.

Einschätzung Mand: Richtig, die Studie ist repräsentativ und die Befunde sind belastbar.

 3.14159265358979323846: Dies sind die Publikationen, die ich zu meinem Thema, Sprachbarriere durch Migration. Auswirkungen auf Kinder- und Jugendlichen in Schulen, gefunden habe:Andreas Hinz: Heterogenität in der Schule. Integration – interkulturelle Erziehung – Koedukation (über bidok)

Einschätzung Mand: Ich denke nicht, dass bidok die richtige Datenbank für dieses Thema ist. Bidok bezieht sich auf die Integration/Inklusion von Menschen mit Behinderung. Ihr Thema befasst sich mit Migration. Hinzu kommt: Der Beitrag von Hinz ist wirklich antik.  

Dass die schlechten Schullleistungen allein auf Sprachbarrieren zurückgehen, ist auch keineswegs so eindeutig, wie manchmal vermutet wird. Denn in den Förderschulen und Hauptschulen Deutschlands finden sich z. B. nicht allzu viele Kinder mit vietnamesischen, japanischen oder kalifornischen Migrationshintergrund. Ich empfehle hierzu den ERIC (Sie erreichen diese Datenbank, wenn Sie pubpsych mit englischen Suchbegriffen verwenden).  

3.14159265358979323846: Ausgabe 02|2019 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Einschätzung Mand: Die BAMF Studie hat das Problem, dass die Studie von einer Behörde in Auftrag gegeben wurde, die für eine besondere Politik steht. Klare Hinweise auf Probleme oder auch nur eine unabhängige Einschätzung der Lage werden Sie dort eher nicht finden.

3.14159265358979323846: Zu meiner gefunden Studie habe ich am 15.05.2021 um 13.04 Uhr auf Pubpsych „Studie“, „Migration“ und „Kind“ gesucht. Zudem habe die Suche auf deutsche Ergebnisse eingegrenzt. Des Weiteren beschränkte ich die Resultate zunächst auf das Jahr „2015“, da 2015 die sogenannte „Migrationskrise“ war. Das erste Ergebnis sah in meinen Augen interessant aus.Danach erweiterte ich die Suche auf die Jahre „2013“ und „2016“ und fand eine Studie, die die Grundlage für die Studie aus dem Jahr 2015 bildete.Somit habe ich beide Male das erste Ergebnis genommen.

2013: „Mayer, Daniela; Beckh, Kathrin; Berkic, Julia; Becker-Stoll, Fabienne.
2013 – Quelle: Zeitschrift für Pädagogik, 2013″
2015: „Mayer, Daniela; Beckh, Kathrin; Berkic, Julia; Becker-Stoll, Fabienne.

Einschätzung Mand: Ich denke nicht, dass dies das richtige Vorgehen ist. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Sie sich ausgerechnet auf die Jahre 2013 und 2016 beziehen. Sie sollten von den aktuellen zu den weniger aktuellen Studien vorgehen. Lücken sind da nicht besonders sinnvoll. Die Studien von Mayer et al liegen mir nicht vor. Der Stichprobenumfang ist eigentlich in Ordnung. Entscheidend wird hier sein, ob die Stichprobe repräsenatitiv ist. Dass in irgendwelchen Einrichtungen ein Zusammenhang zwischen Wortschatz und Bindungsvariablen (Mutter-Kind / Erzieher*innen-Kind) besteht, heißt nicht zwingend, dass derlei ein belastbares Erklärungsmodell für Sprachprobleme ist.

Mathilda12: 
Im Folgenden beschreibe ich mein Ergebnis, der Suche nach einer frei zugänglichen und quantitativen Studie.In der Fachdatenbank PubPsych habe ich am 15.05.21 unter dem Begriff „Asylbewerber“, freier Zugang den dritten Treffer: „Psychische Symptombelastung bei Asylsuchenden in Abhängigkeit vom Aufenthaltsstatus“ (Winkler, Brandl, Bretz,..) gefunden. Dies ist eine quantitative Studie, die 650 Migrant*innen befragt. Die Fragebögen sind standardisiert und der Befragungszeitraum geht knapp über 8 Monate. Ich schätze die Studie als seriös ein, da sich sehr sachlich geschrieben ist und ihr Vorgehen ausführlich beschrieben wird.

Einschätzung Mand: Ja, ich denke, da liegen Sie richtig. Allerdings muss man beachten, dass die Studie repräsentativ nur für die besondere Situation in Berliner Flüchtlingsunterkünften im Jahr 2015/2016 ist. Kann man vermutlich nicht mit heute vergleichen – allein schon von der Zusammensetzung der Flüchtlinge her. Ist allerdings plausibel, dass ein ungeklärter Aufenthaltsstatus unerfreuliche Auswirkungen haben kann.

Billy95:

Ich habe am 24.05. bei Pubpsych die Begriffe „Migration Studie“ gesucht. Die 583 Treffer habe ich zunächst auf deutschsprachige und dann auf frei zugängliche Ergebnisse eingeschränkt sind und so 8 Treffer erhalten.

Daraus habe ich folgende Studie ausgewählt, weil es sich hierbei um eine sehr große Stichprobe handelt, die international erhoben wurde und so als repräsentativ gewertet werden kann. Außerdem ist die Pisa-Studie eine ohnehin sehr bekannte und oftmals zugrunde gelegte Studie.

Ø  Reiss, K. / Weiss, M. / Klieme, E. / Köller, O. (Hg.) (2018): Pisa 2018. Grundbildung im internationalen Vergleich.

Am selben Tag habe ich bei Fis-Bildung die Begriffe „Migration empirische Studie“ gesucht. Die 510 Treffer habe ich auch hier auf deutschsprachige und frei zugängliche Ergebnisse eingeschränkt und so 126 Ergebnisse erhalten. Daraus habe ich Nr. 2 ausgewählt.

In dieser Studie wird die Vorgehensweise ausführlich beschrieben und die Befragten füllen zur besseren internationalen Vergleichbarkeit standardisierte Fragebögen aus. Es haben alle 16 Bundesländer im Rahmen einer geschichteten Zufallsstichprobe an der Studie teilgenommen, daher halte ich diese Studie für geeignet und repräsentativ.

Ø  Schwippert, K. / Kasper, D. / Köller, O. / McElvany, N. / Selter, C. / Steffensky, M. / Wendt, H. (Hg.) (2020): TIMSS 2019. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich.

Mand: Richtig PISA und TIMMS sind belastbare Studien

Sechste Sitzung

Die sechste Sitzung befasst sich noch einmal mit der Quellenbewertung. Es ist ja bereits klar geworden: Die Stichprobe ist wichtig. Gut sind Totalerhebung und Zufallsstichprobe. Eine Klumpenstichprobe ist ok, aber normalerweise nicht so genau wie die beiden erst genannten. Wo steht das alles? Angaben zur Stichprobe finden Sie normalerweise in einem Kapitel, das „Methode“ oder ähnlich heißt. Die Fragestellung finden Sie in der Einleitung und die Antwort in dem Schlussteil (normalerweise: Diskussion). Der Ergebnisteil besteht normalerweise aus einem Haufen Tabellen. Da kann man reinschauen, wenn die Einleitung zeigt: Das ist eine Frage, die mich interessiert, wenn der Diskussionsteil interessante Antworten vorstellt und wenn der Methodenteil sagt: Stichprobe ok. Man liest also nicht von der ersten bis zur letzten Seite, sondern springt hin und her. Und manchmal merkt man schon im Methodenteil: Taugt nichts, diese Studie.

Aufbau und Bewertung wissenschaftlicher Studien

Lola 99: In der Studie wird zwar beschrieben, wie man vorgegangen ist und welche Personen in der Studie untersucht worden sind, jedoch fehlen Angaben zum Rücklauf und welche Art Stichprobe durchgeführt wurde.
Aus diesem Grund würde ich die Studie als nicht so gut ansehen, da Angaben zu den o.g. Punkten vorhanden sein sollten. Ich würde diese Studie nutzen wollen.

Alpaka2000: Zu Beginn wird in der Studie ein Forschungsüberblick geschaffen. Anschließend werden vier Forschungsfragen formuliert und kurz beschrieben, wie die Fragen beantwortet werden. Die Daten wurden aus der Hamburger Längsschnittstudie SPRABILON verwendet, was darauf schließen kann, dass die Daten nicht repräsentativ sind. Außerdem ist zu beachten, dass die Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Jedoch stellt die Längsschnittstudie SPRABILON „Sprachentwicklung bilingualer Kinder in longitudinaler Perspektive“ Daten über einen Zeitraum von zwei Schuljahren mit drei Messzeitpunkten dar. Ich kann nicht erkennen, um welche Art von Stichprobe es sich handelt. Des Weiteren kann ich keine präzisen Angaben zu dem Rücklauf erfassen und schätze die Studie somit als nicht repräsentativ und aussagefähig ein. 

Einhorn47: Ich habe mir die von Ihnen genannte Studie angesehen und versucht, etwas über die Qualität der Stichprobe herauszufinden.Die Studie basiert auf der Längsschnittstudie SPRABILON, welche mit einer Ad-hoc Stichprobe gearbeitet hat. Da die Ad-hoc Stichprobe eine willkürliche Stichprobe ist, halte ich diese nicht für repräsentativ. Laut der Autoren liegen Daten von 437 Schüler*innen vor, allerdings haben nur 299 dieser Schüler*innen an allen drei Messzeitpunkten teilgenommen, sodass davon ausgegangen werden kann, dass es einen großen Rücklauf in der Stichprobe gibt.Aus diesen Gründen halte ich die Studie nicht für sehr aussagekräftig und repräsentativ.

Koala97: Ich habe mir die von Ihnen genannte Studie angeschaut. Am Anfang dieser Studie wird erst einmal ein grober Überblick verschafft. Es wird zwar beschrieben, mit welchen Personen die Studie durchgeführt wurde bzw. welche Personen daran teilgenommen haben. Allerdings liegen die Ergebnisse nur von 299 Schüler*innen aus allen drei Erhebungswellen vor. Laut der Autorin aber liegen die Daten von 437 Schüler*innen vor. Außerdem ist für mich nicht wirklich erkennbar, um welche Art von Stichprobe es sich handelt. 

Billy95: Ich habe mir die von Ihnen genannte Studie angesehen und bin der Meinung, dass diese aus den folgenden Gründen nicht als repräsentativ und gut bewertet werden kann:

– Längsschnittstudie über 2 Jahre mit 3 Messzeitpunkten

– es handelt sich um eine „Ad-hoc-Stichprobe“

– die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und könnte daher in eine bestimmte Richtung gelenkt worden sein -> ausgewählt wurden “eher leistungsschwache Schüler*innen aus sozial benachteiligten Familien“ (S.16)

– obwohl die Daten von 437 Schüler*innen vorliegen, gibt es lediglich von 299 Schüler*innen Daten aus alles drei Messzeitpunkten, was auf den Rücklauf der Studie schließen lässt

Killjoy: Meiner Meinung nach sollte man die genannte Studie nicht als „gut“ bzw. repräsentativ ansehen. Bei den benutzen Daten handelt sich um die Längsschnittstudie STRABILON, welche über 2 Jahre und mit 3 Messzeitpunkten geführt wurde. Es werden willkürlich Stichproben entnommen, weshalb Ich die Studie nicht repräsentativ und aussagekräftig ist.Ein weiterer Punkt ist der Rücklauf der Studie, es liegen Daten von 437 Schülern vor, aber nur 299 Schüler haben an allen drei Messzeitpunkten teilgenommen.

Siebte Sitzung

Wie geht das Seminar weiter? Der Studiengang HP/IP steht ja nun – anders als der Studiengang Soziale Arbeit – bald vor der Abgabe der Hausarbeiten (14.6.). Das sind von dem Tag an, an dem dieser Teil der Homepage hochgeladen wurde, noch gerade einmal drei Wochen. Um Forschungsbefunde beurteilen zu können, fehlen noch wichtige Kenntnisse – z. B. im Bereich Statistik. Sie haben zwar das Wichtigste schon in der sechsten Sitzung kennen gelernt: die Stichprobenbewertung. Aber die meisten Ergebnisse können Sie vermutlich nicht verstehen. Also wird ein wesentlicher Teil der letzten Wochen des Seminars darin bestehen, Ihnen einige wichtige Kennwerte vorzustellen. Ich will es andererseits aber nicht versäumen, Ihnen den Zitationsstandard der American Psychiatric Association vorzustellen. Und dies soll in der siebten Sitzung stattfinden.

Warum tue ich das? Der Grund dafür ist ganz einfach. Der Zitationsstandard der APA ist weit verbreitet, hat inzwischen sogar eine dominante Position eingenommen. Der Zitationsstandard der EvH, wie Sie ihn vermutlich aus den Handreichungen zum wissenschaftlichen Arbeiten kennen, ist außerhalb der EvH weitgehend unbekannt. Hieraus folgt u.a. : Im Zitationsstandard der APA ist fast alles geregelt. Beim Zitationsstandard der EvH gibt es einige Lücken. Müssen Sie zwingend den APA Standard verwenden? Nein, wenn Sie unbedingt wollen, können Sie auch die Regeln der Handreichung einsetzen. Wichtiger als die Frage, wo im Literaturverzeichnis die Jahreszahl steht und welche Satzzeichen im Literaturverzeichnis an welcher Stelle verwendet werden, ist die Aufgabe, sehr präzise zwischen eigenen Gedanken und den Gedanken anderer zu unterscheiden. Was heißt das nun alles für Sie? Wenn Sie wollen, können Sie nach den Regeln der wissenschaftlichen Handreichungen arbeiten. Wenn Sie wollen, können Sie auch andere etablierte Zitationsstandards zugrunde legen. Bitte machen Sie dies einheitlich. Und bitte beachten Sie auch: Fragen zu den wissenschaftlichen Handreichungen beantworte ich nicht. Ist nicht mein Ding, und – auch wenn das einige Kolleg*innen dieser Hochschule anders sehen – ich halte es auch nicht für besonders sinnvoll, mit in der Fachliteratur kaum verwendeten Standards zu arbeiten.

Letztlich geht es aber bei Zitationsstandards um vergleichsweise einfache Dinge. Wie verweist man im Text auf Literatur (Name, Jahr). Verwendet man Fußnoten (nein)? Welche Informationen gehören in welcher Reihenfolge in das Literaturverzeichnis? Das ist nun wirklich nicht kompliziert.

Der Zitationsstandard der APA

Achte Sitzung

In der achten Sitzung stelle ich nun einige wichtige Statistische Kennwerte vor, die Ihnen helfen sollen, den Ergebnisteil von empirischen Untersuchungen besser zu verstehen. Einiges kennen Sie vermutlich schon. Alles wird so erklärt, dass man auch ohne besonders belastbare Kenntnisse in Mathematik in die Lage versetzt wird, die Kennwerte zu verstehen und zu interpretieren.

Statistische Kennwerte verstehen

Alpaka2000: Ich würde die erste Methode einsetzen, da diese eine geringere Standardabweichung, als die zweite Methode aufweist. Die Streubreite wäre somit geringer und näher am Arithmetischen Mittelwert. Die hohe Standardabweichung weist auf eine größere Streuung und Abweichung der Ergebnisse hin

Billy95: Meinem Verständnis nach ist die Standardabweichung eine Art der Streuung und gibt Aufschluss darauf, wie viel Abweichung vom arithmetischen Mittel es durchschnittlich gibt. 

Demnach würde ich mich in dem genannten Beispiel für die erste Methode mit der geringeren Standardabweichung entscheiden. Diese weist eine geringere Streubreite auf und liegt demnach näher am arithmetischen Mittel.

Die zweite Methode mit der sehr hohen Standardabweichung deutet darauf hin, dass es in dieser Stichprobe Ausreißer gegeben hat, für die das arithmetische Mittel sehr anfällig ist. Die Streuung ist also deutlich breiter.

Koala97: Ich persönlich würde mich bei dem Beispiel für die erste Methode entscheiden, da diese im Gegensatz zu der zweiten Methode eine geringere Standardabweichung aufweist. Ich bin der Meinung, dass die Streubreite bei der ersten Methode geringer ist und somit auch näher am Arithmetischen Mittelwert liegt.
Bei der zweiten Methode, welche eine hohe Standardabweichung besitzt, gibt es sogenannte Ausreißer, sodass die Streuung größer/breiter ist.

Killjoy: Ich würde mich in diesem Fall für die erste Methode entscheiden, da hier eine geringere Standardabweichung existiert. Die Streubreite ist geringer und liegt näher am arithmetischen Mittelwert. Bei der zweiten Methode gibt es eine höhere Standardabweichung und eine größere Streuung.

Neunte Sitzung

In der Migrationsforschung finden Sie ziemlich häufig Studien, die mit Korrelationskoeffizienten arbeiten. Man kann z. B. den Wortschatz von bilingualen Kindern mit schulischen Leistungen korrelieren (z. B.: Je schlechter der Wortschatz in der zweiten Sprache, desto schlechter die schulischen Leistungen in der Schule). Es macht also Sinn, zumindest die Basics in Sachen Korrelation zu kennen. Bei der Interpretation von Korrelationskoeffizienten muss man allerdings immer im Hinterkopf haben, dass korrelative Zusammenhänge keineswegs auf kausale Zusammenhänge verweisen müssen. Wer z. B. glaubt, dass man durch das Verschenken von Büchern die Leseleistungen von Kindern aus armen Familien verbessern kann (Kinder aus Familien mir wenigen Büchern haben häufig Leseprobleme) hat genau dies übersehen. Denn es ist offenbar nicht die physische Präsenz von Büchern, die entscheidend für die Leseleistungen der Kinder ist. Man muss sich also immer überlegen, welche anderen Kausalbeziehungen zu den gefundenen Zusammenhängen führen können. In diesem Beispiel muss man z. B. darüber nachdenken, welche Eltern wenig Bücher haben. Sind das vielleicht Eltern, die nicht lesen können? Und könnte es einen negativen Einfluss auf die Leseentwicklung der Kinder haben, wenn man Eltern hat, die nicht lesen können?

Lola99: Ich habe folgende Studie gefunden: Egbert, Susanne (2005):Aspekte der Sozialisation zum Arzt: Eine empirische Studie über Auswirkungen der praktischen Makroanatomie auf Medizinstudierende und deren Einstellung zu Sterben und Tod. Gießen.
Auf Seite 137 habe ich dann eine Tabelle zu den Korrelationen gefunden. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich das passend gefunden habe. Ist das der Aufgabe nach richtig?

Antwort Mand: Ja, da sind einige Korrelationen. Die werden eifrig interpretiert und zwar im Sinne eines Kausalzusammenhangs. Und zumindest im näheren Umfeld gibt es keine Hinweise auf einen besonders umsichtigen Umgang mit den Korrelationen. Etwas unvorsichtig, so vorzugehen.

 Koala97: Folgende Studie habe ich zu der 9. Aufgabe gefunden:
Dölitzsch, Claudia; Fegert, Jörg, M; Fischer, Sophia u.a. (2016): Der Zusammenhang zwischen Burnout-Symptomatik und Arbeitszufriedenheit bei pädagogischen Mitarbeitenden in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, Zürich.
Auf der Seite 12 (Tabelle 2) habe ich eine Tabelle mit Korrelationen zwischen Burnout- Gesamtwerten und traumapädagogischer Arbeitszufriedenheit gefunden.

Anmerkung Mand: Ja, das stimmt. Das sind Befunde aus der Korrelationsanalyse. Die Autor*innen weisen ausdrücklich darauf hin, dass Kausalbeziehungen aus den Korrelationsbefunden einer Querschnittstudie nicht abzuleiten sind (176). Das ist so in Ordnung. Weiter kann man sagen, dass die Studie ein ziemliches Rücklaufproblem hat.

Billy95: Ich habe zur 9. Sitzung folgende Studie gefunden, die sich mit dem Korrelationseffizienten beschäftigt (Hogrefe).

Mand: Ja, richtig. Es geht um die Eignung eines diagnostischen Instruments. Und da erhebt man Korrelationskoeffizienten.

Korrelationen

Zehnte Sitzung

Die zehnte Sitzung erklärt den Kennwert Effektstärke (genauer: Cohen´s d). Die Effektstärke hilft dabei festzustellen, wir wirksam eine Intervention ist. In der Migrationsforschung war z. B. lange strittig, ob der Unterricht in der ersten Sprache bei bilingualen Kindern auch einen positiven Effekt auf die Entwicklung der zweiten Sprache hat, also z. B. ob sich das Deutsch von türkisch-deutschsprachigen Kindern bessert, wenn wesentliche Anteile des Unterrichts in Türkisch erteilt werden. Diese Debatte ist übrigens weitgehend entschieden. Überraschenderweise fördert bilingualer Unterricht Bilingualität – die Sprachkenntnisse in der zweiten Sprache hängen vor allem davon ab, wie früh und wie umfangreich Kinder mit der zweiten Sprache in Kontakt kommen.

Nun haben die vorliegenden Studien sehr unterschiedliche Qualität. Einige sind Wir-sind-Schule-XY-und-wir sind super-Studien. Andere arbeiten mit Versuchs-und Kontrollgruppe (vergleichen also Schulen mit bilingualen Zweigen und Schulen ohne bilingualen Zweigen) und achten sogar darauf, dass die Schüler*innen vergleichbar sind (also sich z. B. in der sozialen Herkunft oder IQ nicht unterscheiden).Hat man eine Studie mit Versuchsgruppe und Kontrollgruppe kann man mit Cohen´s Effektstärke herausfinden, wie effektiv die Förderung ist. Und weil die Formel wirklich nicht kompliziert ist, kann man das als Leser*in sogar dann berechnen, wenn die Autor*innen dies versäumen.

Effektstärken: Cohen´s d

Alpaka2000: Ich habe mir Ihren Podcast zu der zehnten Sitzung angehört. 
Nun habe ich eine Studie gefunden und versucht die Effektstärke (Cohens d) zu berechnen. Bei der Berechnung bin ich mir jedoch unsicher, ob diese richtig ist.

Birgit Mampe – Keller (2013): Auswirkungen der pränatalen Sprachumgebung auf die Schreimelodie – Ein Vergleich zwischen Neugeborenen mono- und bilingualer Mütter. Inaugural-Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. München

Zur exemplarischen Berechnung habe ich die Daten aus der Tabelle 9 auf Seite 93 verwendet. 

Mittwelwert (monolingual): 459,26Mittelwert (bilingual): 440, 72Standardabweichung (bilingual): 49,83
Rechnung:
 459,26 – 440,72
—————— = 0,372 (kleine Effektstärke)
49,83

Antwort Mand: Ja genau, so funktioniert das.

Powersocke: Die akzeptierte Manuskriptfassung des folgenden Artikels: 
A. Wirth, T. Reichelt, C. Gawrilow & W.A. Rauch (2015). Selbstkontrolle in der Schule: Der Zusammenhang von geringer Selbstkontrolle und schlechten Schulleistungen bei Kindern mit ADHS. Lernen und Lernstörungen. 
beinhaltet einen tabellarischen Vergleich des IQs zwischen der ADHS- und der Kontrollgruppe. Die ADHS-Gruppe hat einen durchschnittlichen IQ von 104,70 und eine Standardabweichung von 14,41. Die Kontrollgruppe hat einen durchschnittlichen IQ von 112,49 und eine Standardabweichung von 13,79. Daraus ergibt sich eine moderate Effektstärke von 0,56. 

Lola99: Bei der Aufgabe zur Sitzung 10 habe ich keine Studie finden können, wo ich den Mittelwert passend entnehmen konnte um somit den Cohen´s d ausrechnen zu können. Das Prinzip habe ich verstanden aber wie suche ich am besten nach einer Studie, wo dies passend aufgeführt wird? 

Antwort Mand: Sie suchen in den Fachdatenbanken eine Studie, die mit Versuchs- und Kontrollgruppe arbeitet (Suchbegriff: Studie, Kontrollgruppe). Derlei findet man z. B., wenn Fördermethoden verglichen werden. Die schauen Sie sich an und prüfen, ob im Ergebnisteil Tabellen zu finden sind, die das Arithmetische Mittel und Standardabweichung in Versuchs- und Kontrollgruppe verwenden.

Killjoy: Für die Aufgaben aus Sitzungen 9 und 10 habe Ich mir folgende Studie herausgesucht: Ehrig, Britta-Katharina/Marx, Nicole/Neumann, Lena (2020) Förderung bildungssprachlicher Lexik im Jahrgang 5. Empirische Evaluation eines integrativen Förderkonzepts. Z Erziehungswiss 23, 613-631 (2020) – (hierbei geht es vor allem um die Abb. 1, also die Ergebnisse zum Gesamteffekt auf den getesteten Bildungswortschatz). Zu Aufgabe 10 habe Ich jedoch nicht ganz verstanden, was genau in diesem Fall die Standardabweichung der Rechnung ist und wie die Effektstärke 1.92 ausgerechnet wird. Ist die Standardabweichung in diesem Beispiel einfach die Verbesserung der Kontrollgruppe? Bei dieser Rechnung würde Ich auf eine Effektstärke von 0.7 kommen.

Weil es sich hier um eine Studie im Pretest-Posttest-Design handelt, muss man wie im Beispiel des podcasts (Strandkorbtherapie) die Veränderungen berechnen (also Mittelwert Posttest minus Mittelwert Pretrest). Die Standardabweichung wird mit SD abgekürzt. Hier liegen im Pretest in der Kontrollgruppe zwei Standardabweichungen vor. In einem solchen Fall kann man den Mittelwert zwischen den beiden Werten errechnen. Zu berechnen ist also (54,1 – 36,5 = 17,6) – (46,4-41,1 = 5,3) : Mittelwert Standardabweichung Kontrollgruppe (also: 13,2 + 11,2 dividiert durch 2 = 12,2). Cohen´s d beträgt also also 1.001. Die Autoren berechnen übrigens nicht Cohen´s d, Haupteffekt und Effektstärke sind zwei unterschiedliche Dinge.

Koala97 Ich habe folgende Studie gefunden:
Berking, Matthias; Orth, Ulrich; Lutz, Wolfgang (2006): Wie effektiv sind systematische Rückmeldungen des Therapieverlaufs an den Therapeuten? Eine empirische Studie in einem stationär-verhaltenstherapeutischen Setting. In: Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität Bern.
Für die Berechnung habe ich die Daten aus der Tabelle 1. Stichprobenkennwerte auf der Seite 24 genommen.
Mittelwert EG (Anzahl F-Diagnosen nach ICD-10): 1,59 Mittelwert;  KG (Anzahl F-Diagnosen nach ICD-10): 1,66 Mittelwert; 0,89 Standardabweichung
1,59 -1,66
________      = – 0,078
0,89
Die Effektstärke beträgt laut meiner Rechnung – 0,078.? Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das so richtig ist, da bei der Berechnung eine Minuszahl rausgekommen ist.

Antwort Mand: Negative Effektstärken bedeuten normalerweise, dass der Wert der Kontrollgruppe höher ist als der der Versuchsgruppe. Das ist durchaus möglich, und das sieht man ja auch bei den oben genannten Werten.

Billy95: Zur 10. Sitzung habe ich folgende Studie gefunden:

Lange, A., van de Ven, J. P., Schrieken, B., & Smit, M. (2004): ‚Interapy‘ Burn-out: Prävention und Behandlung von Burn-out über das Internet. Verhaltenstherapie, 14, S. 190-199.

Auf Seite 7 in Tab. 1 habe ich zur Berechnung das Merkmal Erschöpfung gewählt, bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob dies so richtig ist.

Mittelwert EG (Vortest-Nachtest) – Mittelwert KG (Vortest-Nachtest)

Standardabweichung KG

   (3,3-2,5) – (3,4-3,3) 

______________________________ = 0,709 (große Effektstärke)

 1,1

Anmerkung Mand: Ja, ok. Große Effekte beginnen allerdings erst bei 0,8.

Elfte Sitzung

In der elften Sitzung geht es um den Nachweis von Kausalität. Das ist insbesondere wichtig für Studien aus dem Bereich der Migrationsforschung. Wenn Sie z. B. die Schulleistungen von Kindern mit Migrationsgeschichte und Kindern ohne Migrationsgeschichte vergleichen, schneiden Kinder mit Migrationsgeschichte ziemlich häufig schlecht ab. Hieraus auf Benachteiligungsprozesse oder gar auf Rassismus zu schließen, ist jedoch nicht zulässig. Denn Schulleistungen werden von vielen Dingen beeinflusst. Eine gewichtige Rolle spielt z. B. die soziale Herkunft. Auch die Bildung der Eltern ist sehr wichtig. Weil Kinder mit Migrationsgeschichte häufig aus von Armut betroffenen Familien mit eher ungebildeten Eltern stammen, können Schulleistungsprobleme ziemlich gut allein dadurch erklärt werden, dass deutsche Schulen ziemlich häufig nicht besonders gut darin sind, mit Kindern aus der sozialen Unterschicht umzugehen. Es braucht also mehr als Korrelationen, um kausale Beziehungen nachzuweisen.

Über den Nachweis von Kausalbeziehungen

Holly: Ich bin mir nicht sicher ob ich Ihre Aufgabe richtig verstanden habe, aber ich habe es versucht zu bearbeiten. 

Signifikante Unterschiede / Korrelative Zusammenhänge bei:

fehlende Bildungschancen x Migration

hohe Arbeitslosigkeit x Migration

politische und soziale Konflikte x Migration

schlechte Regierungsführung x Migration

Vorhersage über einen längeren Zeitraum bei:

fehlende Bildungschancen x Migration

hohe Arbeitslosigkeit x Migration

Effekt von Interventionen bei keinem genau? 

Antwort Mand: Dass z. B. viele Menschen mit Migrationsgeschichte in deutschen Schule nicht gut abschneiden (Bildungschancen x Migration), kann ja unterschiedlich erklärt werden. Eine monokausale Erklärung könnte z. B. behaupten: Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte haben deshalb Probleme in der Schule, weil sie migrationsspezifischen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Nun kann man Schulleistungsprobleme aber nicht bei allen Kindern mit Migrationsgeschichte beobachten. Kinder mit vietnamesischer oder sagen wir kalifornischer Migrationsgeschichte fallen z. B. in Deutschland nicht unbedingt durch massive Bildungsprobleme auf. An dem Merkmal „hat Migrationsgeschichte“ allein kann es also nicht liegen. Nicht alle Kinder mit Migrationsgeschichte haben ein Bildungsproblem. Sondern eben nur einige.

Was könnte noch wichtig sein, um Bildungsprobleme zu erklären? Wenn man versucht, zu verstehen, wie in Deutschland Schulleistungen erworben werden, ist es demnach wichtig, soziale Variablen im Auge zu behalten. Kann es z. B. sein, dass vor allem Kinder mit MIgrationsgeschichte aus armen Familien Probleme in deutschen Schulen haben? Und wenn ja: Unterscheiden Sie sich in dieser Hinsicht von Kindern ohne Migrationsgeschichte aus armen Familien? Kausale Beziehungen lassen sich also keineswegs einfach belegen.

Nun kann man ja auf die Idee kommen, durch Programme etwas an den Bildungsproblemen zu ändern. Sagen wir: Man vermutet z. B. , dass es eher ungünstig für bilinguale Kinder ist, in Familien aufzuwachsen, in der die erste (also nicht deutsche) Sprache Verkehrssprache ist. Also könnte man versuchen, durch Sprachkurse, sagen wir für die Mutter, intervenieren. Dies kann man auf der Ebene der Effekte prüfen. Die Aufgabe besteht in diesem Fall darin, nach Studien zu suchen, die die Auswirkungen von Sprachkursen für Mütter auf die Schulleistungen der Kinder betrachten. Dies wäre die Ebene der Effekte.

Ähnlich kann man bei den anderen, von Ihnen beschriebenen Bereichen vorgehen: Welche Menschen mit Migrationsgeschichte haben Probleme auf dem Arbeitsmarkt? Was kennzeichnet die erfolgreichen und was kennzeichnet die weniger erfolgreichen? Gibt es Förderprogramme, die erfolgreich Menschen mit Migrationsgeschichte in Lohn und Brot bringen? Wie machen die das?

12. Sitzung

Die 12. Sitzung hat zwei Schwerpunkte. Zum einen möchte ich kurz zusammenfassen, was zum Thema Kreuztabellen zu sagen ist. Zum anderen steht noch ein Referat an, das exemplarisch eine Recherche zum Thema Migration vorstellt.

Kreuztabellen

Referat: Recherche zum Thema Migration

13. Sitzung

Die 13. Sitzung ist für Fragen zum Thema Hausarbeiten reserviert. Wenn Sie eine Hausarbeit schreiben und noch Fragen an mich haben sollten , wenden Sie sich bitte per E-Mail an mich.

26 Gedanken zu „Forschen über Migration (SoSe 2021) / Recherchieren zum Thema Migration“

    • Sie sind hier thematisch in der Armutsforschung. Das Problem an der Frage ist vermutlich das Wort „direkt“. Denn Armut wirkt sicher multikausal und manchmal auch indirekt auf die Bildung von Kindern. Es kann z. B. Geld fehlen, um Nachhilfe zu bezahlen. Das wäre vielleicht eine direkte Wirkung. Allerdings wird Armut nur noch selten allein über Geld definiert. Wichtiger Armutsindikator ist z. B. die Frage, wie viele Bücher im elterlichen Haushalt stehen. Damit kann man z. B. die spätere Lesekompetenz von Kitakindern vorhersagen. Die Wirkungen sind allerdings hier eher indirekt. Denn es ist nicht die physische Präsenz von Büchern, die entscheidend ist. Vermutlich ist es sinnvoll, sich auf einen Teilaspekt des Problems zu konzentrieren.

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  1. Meine Fragestellung wäre: Wie viele Personen mit einem Migrationshintergrund haben keinen allgemeinen Schulabschluss oder keinen berufsqualifizierenden Abschluss?

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    • Anmerkung Mand: Das ist eine präzise Frage. Das Problem ist aber, dass Sie hierfür nicht zwingend in die Fachliteratur schauen müssen. Das wäre aber sinnvoll.

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    • Richtig, Bilingualität ist eine erfreuliche Kompetenz. Könnte also sein, dass dies sich positiv auswirkt. Dass bilinguale Kinder in Deutschland in Schulen eher die unteren Rangplätze belegen, hat wohl vor allem mit der Sozialstruktur der Familien mit Migrationsgeschichte zu tun. Kinder aus armen Familien haben oft Probleme in deutschen Schulen. Was also erforderlich wäre sind Studien, die soziale Variablen kontrollieren oder solche, die sich auf Sprachen beziehen, bei denen man keine sozialen Probleme unterstellen kann (z. B.: japanisch-deutschsprachige Kinder). Ihre Frage ist aber in sofern etwas unglücklich, als dass man sie mit ja/nein beantworten kann. Besser wäre nach den Auswirkungen von Bilingualität z. B. auf Abiturquoten o.ä. zu fragen.

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    • Ja, das kann durchaus sein, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die sich für eine deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden, besser im deutschen Bildungssystem abschneiden. Man kann dies z. B. herausfinden, indem man die Zahlen mit dem Kriterium Staatsbürgerschaft und Migrationshintergrund vergleicht. Dies sollten Sie aber gesondert für bestimmte Staatsbürgerschaften bzw. Migrationsgeschichten untersuchen. Denn es macht etwas aus, ob ein serbischer oder vietnamesischer MIgrationshintergrund vorliegt. Auch diese Frage ist nicht ganz optimal formuliert, weil sie eine ja/nein Antwort ermöglicht.

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    • Stress könnte einen Einfluss auf die Noten haben, das ist richtig. Die Forschungslage übersehe ich derzeit nicht. Aber es lohnt sich zumindest, sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

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    • Dass Alltagsrassismus Auswirkungen auch auf die psychische Gesundheit haben kann, ist eine nachvollziehbare Vermutung. Empirisch könnte es allerdings schwierig werden, den Faktor Alltagsrassismus von anderen Faktoren zu trennen (z. B.: belastende Lebensbedingungen aufgrund von Armut/Perspektivlosigkeit, Spätfolgen von traumatisierenden Erfahrungen). Vermutlich ist es einfacher, nach Studien zu Suchen, die sich mit der psychischen Gesundheit von Geflüchteten befassen und dann zu schauen, welche Erklärungsmodelle für die Befunde vorgestellt werden.

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  2. Auf das Thema bezogen wäre meine Fragestellung: Wie wird in Deutschland die Geflüchtetendebatte medial beeinflusst/geframet?

    Unabhängig des Thema wäre eine Fragestellung: Was kann Soziale Arbeit in der offenen Jugenarbeit für trans*idente Jugendliche (Alter 13-17) leisten?

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    • Anmerkung Mand: Es ist sicher auch möglich, die mediale Darstellung der Geflüchtetendebatte zu untersuchen. Dass dabei Framing eine Rolle spielt, ist durchaus wahrscheinlich.

      Die zweite Frage muss vielleicht umformuliert werden. Denn sie läuft auf eine Aufzählung hinaus. Also erst einmal in die Datenbanken schauen, was diskutiert wird und dann entscheiden, in welche Richtung eine Hausarbeit gehen sollte.

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  3. Wird die Kriminalitätsrate durch den Faktor der Migration beeinflusst?
    oder:
    Ist die Kriminalitätsrate bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund höher als die der Kinder und Jugendlichen die keinen Migrationshintergrund besitzen ?

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    • Hört sich zunächst einmal nach einer soliden Fragestellung an. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass auf das Ausländerrecht bezogene Delikte nicht in den Vergleich eingehen. Ggf. gibt es auch Unterschiede in der Sozialstruktur, die man kontrollieren muss. Denn wenn Armut und Bildungsprobleme zu Kriminalität führen und Migrationsgeschichte mit Armut und Bildungsproblemen korreliert, dann wäre eine höhere Kriminalitätsrate nicht ganz verwunderlich. Nicht, dass Sie da bestens geförderte Mittelschicht-Jugendliche in den Gymnasien mit Förderschülern vergleichen, die Migrationshintergrund haben.

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  4. Ich finde die Idee mit der Tiergeschützen Arbeit sehr gut und ich habe mir dazu auch eine Fragestellung überlegt, da meine vorherige Fragestellung nicht passend war.
    Bei FIS Bildung habe ich dazu 56 Ergebnisse gefunden. Die Fragestellung wäre:
    Was für eine Auswirkung hat die Tiergeschütze Arbeit auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit einer Verhaltensauffälligkeiten.

    Antworten
    • Ich möchte nicht den Sitzungen vorgreifen, die sich auf die Quellenbewertung beziehen bzw. auf die Bewertung empirischer Studien. Aber das Problem an den auf tiergestützte Arbeit bezogenen Treffern in FIS-Bildung ist: Sie finden aufgrund der niedrigen Zugangsschwelle hohe Anteile von nicht in Büchern oder Zeitschriften erschienen studentischen Arbeiten und auch einige offensichtlich fakewissenschaftliche Beiträge. D.h.: Sie können das Thema bearbeiten. Aber ich denke, Sie sollten in diesem Fall nicht oder nur sehr zurückhaltend FIS-Bildung verwenden.

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      • Wäre es sonst besser sich nicht nur auf die Tiergeschütze Arbeit zu fokussieren, sondern die Fragestellung allgemeiner zu halten ?
        Zum Beispiel: Nehmen Tiere auf die menschliche Psyche Einfluss ?

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        • Ob der Einfluss von Tieren auf die menschliche Psyche besser untersucht ist und weniger problematische Studien vorliegen, könnten Sie ja in einer Datenbankrecherche prüfen. So aufwendig ist das nicht.

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  5. Ich habe zu meiner vorherigen Fragestellung nicht so viel gefunden. Deshalb habe ich mir eine neue Fragestellung überlegt:

    Was für eine Auswirkung hat das Therapeutische Reiten auf die persönliche Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen mit einer Verhaltensauffälligkeit?

    Bei FIS Bildung habe ich dazu 89 und bei der PubPsych 22 Ergebnisse gefunden.

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    • Die Formulierung „persönliche Entwicklung“ könnte ein Problem sein. Und auch für therapeutisches Reiten gibt es – ähnlich wie bei der tiergestützten Therapie – ziemlich häufig ein Problem mit den Quellen. Das macht das Thema zu einem schwierigen Thema. Aber wenn Sie wollen und ausreichend belastbare Studien vorliegen, können Sie das untersuchen.

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  6. HBZ-Verbundkatalog: Baader, Meike Sophia; Freytag, Tatjana (2017): Bildung und Ungleichheit in Deutschland, Springer VS: Wiesbaden.
    Vorhanden: Köln Kath. HS, Hagen FernUB, Dortmund FH
    (Online-Ressource) = Aachen RWTH UB, Hochschulbibliothek Niederrhein, Mönchengladbach HS Niederrhein, Köln TH, WH, Gelsenkirchen Westfälische HS, etc.

    Zeitschriftendatenbank: Palentien, Christian 2005): Aufwachsen in Armut – Aufwachsen in Bildungsarmut. Über den Zusammenhang von Armut und Schulerfolg
    Originalveröffentlichung in: Zeitschrift für Pädagogik 51. Jg., Heft 2, S. 154-169 :
    Bielefeld UB, Dortmund FH, Dortmund UB, Duisburg-Essen UB etc..

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  7. Guten Tag Herr Mand,
    ich habe mich in den letzten Tage noch einmal genauer mit meiner Themenwahl beschäftigt und wollte ihnen nun meine gewählten Themen nennen und sie darum bitten, wenn möglich mir mitzuteilen, ob diese passend sind.
    „Beeinflusst Armut die Kriminalitätsrate von Kindern und Jugendlichen?“
    „Führt Armut zu einer höheren Kriminalitätsrate von Kindern und Jugendlichen?“
    Mit freundlichen Grüßen
    Carina Lichters

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    • Sie können über den Zusammenhang von Armut und Kriminalität schrieb, kein Problem. Es könnte allerdings sein, dass Ihre Frage zu offensichtlich ist (na klar gibt es einen Zusammenhang). Vielleicht sollten Sie deshalb überlegen in einen Vergleich zu gehen (Gendereffekte, Vergleich heute und vor 20 Jahren, Vergleich Deutschland USA o.ä.).

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  8. Hallo Herr Mand,
    Ich wollte mich, wie ich es ihnen schon geschrieben habe mit dem Thema Jugendkriminalität beschäftigen. In der Fachdatenbank FIS Bildung konnte ich einige geeignete frei zur Verfügung gestellten Texte finden ,die zu der Thematik passen. Eine gezielte Fragestellung habe ich noch nicht, da ich meistens das Gefühl habe diese im Laufe der Hausarbeit und der Beschäftigung der Materialien zu finden.
    Trotzdem wollte ich fragen, ob das Thema an sich sinnig erscheint. Ich möchte mich mit den Folgen Chancen und Ursachen von Jugendkriminalität beschäftigen und untersuchen, ob diese zu vergleichen sind mit den Folgen und Ursachen von Armut oder Migration ganz genau weiß ich es aber noch nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Carina Lichters

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