Recherchieren zum Thema Migration (SoSe 2021)

Dieses Seminar richtet sich an Studierende der Heilpädagogik/Inklusive Pädagogik (Modul: Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit) .

Heilpädagog*innen haben vergleichsweise häufig mit Menschen zu tun, die Migrationsgeschichte haben. Wenn man sich zu Beginn eines Studiums in ein Thema einlesen will – und das legt ja das Modulhandbuch nahe, warum soll es dann nicht das Thema Migration sein? Die Veranstaltung erklärt, wie man das macht, sich einen Literaturüberblick zu verschaffen. Sie stellt exemplarisch die wichtigsten Fachdatenbanken vor und erläutert, wie man von den Datenbanktreffern zu den Texten gelangt. Die Teilnehmer/*innen lernen, wie man Genres der wissenschaftlichen Literatur unterscheidet und was zu beachten ist, wenn man Studien oder andere wissenschaftliche Veröffentlichungen bewertet. 

Dass Mineschen mit Migrationsgeschichte so häufig zu den Adressat*innen von Heilpädagogik*innen gehören, hat mehrere Gründe. Zunächst kann man festhalten, dass sich Studierende der EvH bereits deshalb mit dem Thema befassen sollte, weil die EvH im Ruhrgebiet liegt. Das Ruhrgebiet ist seit vielen Jahrzehnten Ziel von Einwanderern*innen. Man kann zwar nicht sagen, dass alle Menschen im Ruhrgebiet Migrationsgeschichte haben. Es sind aber wirklich viele Menschen. Der zweite Grund hierfür liegt darin, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund von Armut betroffen sind. In den Bereichen Bildung, Wohnungsmarkt und Arbeitsmarkt gibt es viele Hürden für Menschen z. B. mit nicht-deutscher erster Sprache. Und dies führt häufig dazu, dass Familien mit Migrationsgeschichte häufig von Armut sind. Nun arbeiten ja Heilpädagogik*innen nicht primär mit von Armut betroffenen Menschen, sondern sie arbeiten mit behinderten Menschen. Das Problem: Auch behinderte Menschen haben keine besonders guten Aussichten in den Bereichen Bildung, Wohnungsmarkt und Arbeitsmarkt. Entsprechend ist nicht ganz verwunderlich, dass Heilpädagogik*innen auch mit behinderten Menschen zu tun haben, die aus einer Familie mit Migrationsgeschichte kommen.

Alles in allem gibt es also ziemlich gute Gründe, das Thema Migration in den Mittelpunkt eines Rechercheseminars zu stellen. Dieses Seminar funktioniert wie folgt: In einem ersten Schritt werden – noch eher allgemein die Grundkenntnisse vermittelt, die man für jegliches wissenschaftliches Arbeiten benötigt: Wie man eine Frage entwickelt, wie man besser nicht recherchieren sollte, wie Fachdatenbanken funktionieren, welche Genres wissenschaftlicher Literatur besonders interessant für einen ersten Überblick sind, wie wissenschaftliche Studien aufgebaut sind und wie man empirische Studien bewertet. In einem zweiten Schritt wird das Gelernte auf das Thema Migration angewendet, oder genauer: auf eine Fragestellung aus dem Bereich Migration.

  1. Sitzung

In der ersten Sitzung wird erklärt, wie das Seminar funktioniert. In der Begrüßung finden Sie auch eine erste begriffliche Einführung. Ich stelle mich kurz vor, damit Sie wissen, mit wem Sie es in den nächsten Wochen zu tun haben. Sie erfahren, wie das mit den Hausarbeiten funktioniert. Und abschließend geht es darum, Fragestellungen zu entwickeln.

Wie das Seminar funktioniert

Begrüßung und Einleitung

Ad personam

Infos zu den Hausarbeiten

Eine Fragestellung entwickeln

samt:

Arbeitsauftrag 1

Diagnostische Kriterien von ADHS

  • Unaufmerksamkeit: Hierunter lässt sich eine kurzweilige Aufmerksamkeitsspanne während der Bearbeitung von Aufgaben verstehen. Desweiteren lässt sich eine ablehnende Haltung gegenüber Anforderungen feststellen. Reize von außen dienen einer leichten Ablenkung.
  • Hyperaktivität: Unter diesem Kriterium lässt sich unruhiges Verhalten verstehen, welches insbesondere in Situationen auffällt, in denen eben dieses Verhalten nicht erwartet wird (Schulunterricht).
  • Impulsivität: Oftmals kann ein Bedürfnis nicht zurückgestellt werden und soll umgehend Beachtung finden.

(vgl. Brandau u.a. 2014, S. 13f.)

Wichtigste therapeutische Intervention bei ADHS

Folgende Strategien erweisen sich bei Kleinkindern als geeignet:

  • Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion: Schaffung eines geschützten Spielraumes (Atmosphäre)
  • Kindzentrierte Lernprogramme: Erwerb von Strategien, um das eigene Verhalten zu steuern.
  • Erziehungsberatung: Äußere Impulse werden an die Familien herangetragen. Die Familienmitglieder werden aufgefordert eigenständig Lösungswege zu entwickeln.
  • Umweltorientierte Intervention: Informationen über die Umwelt des Kindes (KiTa, Schule, Freizeit, Familie).
  • Medizinische Intervention
  • Alternative, teils komplementärmedizinische Strategien.

Interventionsstrategien im Einzelnen

  • Interaktionstherapeutische Ansätze
  • Spieltherapeutische Intervention
  • Elternberatung (systemisch)
  • Coaching
  • Systemische Intervention
  • Gruppenorientierte Intervention
  • Bewegungstherapeutische und motopädagogische Maßnahmen
  • Medikamentöse Strategie
  • Alternative Behandlungskonzepte

(vgl. Brandau u.a. 2014, S. 106–137)

Literaturverzeichnis

Literatur: BRANDAU, Hannes; PRETIS, Manfred; KASCHNITZ, Wolfgang (2014): ADHS bei Klein- und Vorschulkindern. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt.

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