Institutionen für Menschen mit Behinderungen (SoSe 2021)

Dieses Seminar richtet sich an Studierende der Sozialen Arbeit (Modul 4.4).

Hört sich erst einmal komisch an, wenn man ein Seminar über Institutionen für Menschen mit Behinderungen besuchen soll. War da nicht was mit Inklusion? Die Erfahren der letzten Jahre lehrt: Es gibt zwar einige wenige inklusive Vorzeige-Einrichtungen. Aber für die meisten Dinge im Leben gibt es Sondereinrichtungen. Es gibt so viele Förderschulen wie eh und je. Es gibt immer mehr Werkstätten für behinderte Menschen. Die meisten Erwachsenen mit Behinderungen leben in Wohnheimen. Und ich fürchte: Das wird so bleiben in den nächsten Jahrzehnten. Macht durchaus Sinn, diese Sondereinrichtung ein wenig genauer anzuschauen.

Dieses Seminar analysiert die Situation in diesen Einrichtungen aus einer besonderen Perspektive vor dem Hintergrund der Vermutung, dass die entsprechenden Institutionen noch längere Zeit bestehen werden und vor dem Hintergrund, dass in der Behindertenindustrie keineswegs die Absicht besteht, Sondereinrichtungen durch inklusive Einrichtungen zu ersetzen. Und man muss leider feststellen, dass auch in den meisten Regeleinrichtungen, keineswegs die Absicht besteht, dafür zu sorgen, dass wirklich alle Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben, lernen und arbeiten. Politische Mehrheiten für eine inklusive Umgestaltung der Lebensverhältnisse sind auch nicht in Sicht.

Ad personam: Vorstellung

Es ist wichtig, Missstände zu benennen. Es ist wichtig, deutlich zu machen, unter welchen Bedingungen Menschen mit Behinderungen leben, lernen und arbeiten müssen. Und es ist wichtig möglichst präzise zu beschreiben, dass die Verhältnisse für die meisten Menschen mit Behinderungen keineswegs inklusiv sind. Es ist wichtig, Fehlentwicklungen wahrzunehmen und öffentlich anzusprechen. Und es ist wichtig, zu zeigen, welche Wege andere Länder gehen, die weit weniger Menschen mit Behinderungen an den Rand der Gesellschaft drängen.

Informationen zum Seminar

Dieses Seminar ist eine asynchrone Lehrveranstaltung. Das heißt: Sie finden hier wöchentlich spätestens zu dem Zeitpunkt an dem das Seminar hätte stattfinden sollen Podcasts. Nach einigen einleitenden Sitzungen übernimmt das Lebensalter der Adressat*innen strukturierende Funktion. D.h. den Anfang machen Angebote für die Kleinen. Dann folgt der Schulbereich. Am Ende des Seminars stehen die Bereiche Arbeit und Wohnen. Die Podcasts enthalten Aufgaben für die Teilnehmer*innen des Seminars. Die Lösungen, Kommentare und Fragen senden Sie mir bitte per E-Mail zu. Ich veröffentliche dies dann auf dieser Unterseite, so Sie mir einen Nickname nennen. Bitte beachten Sie, dass ich mit sehr vielen Studierenden korrespondiere und insgesamt acht Veranstaltungen anbiete. Dies führt unter den gegebenen Rahmenbedingungen dazu, dass ich mehrere Stunden täglich auf die Beantwortungen von E-Mails bzw. auf die Überarbeitung meiner Homepage verwenden muss. Es ist also hilfreich, wenn Sie bei jedem Kontakt noch einmal Ihren Nickname wiederholen und das Seminar, auf das Sie sich beziehen.

Wenn Sie sich aktiv an meinem Seminar beteiligen, können Sie auch Ihre Modulabschließende Prüfung bei mir anmelden. Die Prüfungsform ist entweder Referat oder Hausarbeit. Referate müssen sich auf das Thema des Seminars beziehen und auch zeitlich zu der Seminarstruktur passen. Es macht also z. B. keinen Sinn, am Anfang des Semesters ein Referat über hoch betagte Menschen mit Behinderung halten zu wollen. Bitte sprechen Sie mögliche Referate mit mir per E-Mail ab.

Referate

Hausarbeiten müssen lediglich einen Bezug zu Inhalten des Moduls aufweisen. D.h. neben Behinderung bzw. Inklusion können sich die Hausarbeiten auch auf Diversity oder den Gesundheitsbereich beziehen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, auch die Themen der Hausarbeiten mit mir abzusprechen. Bitte lassen Sie mit Ihre Hausarbeiten als E-Mail-Anhang zukommen. Bitte verwenden Sie eine Datei pro Anlass und benennen diese mit Ihrem Nachnamen. Dabei ist es mir wirklich gleichgültig, auf welcher Seite die Pagnierung beginnt. Denn ich drucke die Arbeiten mit 4 Seite pro A4 aus, um sie dann per dhl an das Prüfungsamt zu schicken.

Hausarbeiten müssen in diesem Modul spätestens am 16.8.2021 um 23.59 Uhr bei mir eingegangen sein.

Hausarbeiten

Der Umfang Ihrer Hausarbeit ist in der für Sie jeweils gültigen Fassung des Modulhandbuchs verbindlich festgelegt. Dabei zählen alle Zeichen und auch alle Teile der Arbeit (also z. B. auch der Anhang). Die vorgegebene Zeichenzahl dürfen Sie nicht unterschreiten. Überschreiten ist nicht erwünscht, aber notfalls möglich (bis zu 10 %). Bitte achten Sie darauf, dass Sie präzise zwischen eigenen Gedanken und den Gedanken anderer unterscheiden, auch dann, wenn sie keine wörtlichen Zitate verwenden. Dabei ist es zwingend erforderlich, dass Sie die verwendeten Quellen angeben. Ihre Hausarbeit sollte auf einem Zitationssystem beruhen. Ich persönlich bevorzuge das Zitationssystem der APA, weil es das mit Abstand bedeutendste Zitationssystem in meinem Metier ist. Das Zitationssystem der EvH ist außerhalb der Hochschule nicht sehr bekannt. Wenn das Ihnen zu viel Mühe macht, sich mit einem anderen Zitationssystem vertraut zu machen, können Sie dieses Zitationssystem auch verwenden.

Das Zitationssystem der APA

Erster Teil des Seminars: Einleitung

Erste Sitzung

Die erste Sitzung des Institutionenseminars beginnt mit einer Art Planspiel. D. h. in diesem Fall: Ich erzähle Ihnen eine Geschichte, die sofortiges Handeln erfordert, um Schaden von Deutschland abzuwenden. Sie mailen mir Ihre Vorschläge. Ich veröffentliche diese auf dieser Seite, so Sie mir einen Nickname nennen.

5 Maßnahmen zur Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention

Pflanze 25Aufgabe: Entwickeln Sie 5 Sofortmaßnahmen wie man in Deutschland Inklusion nachhaltig umsetzen kann.
5 Sofortmaßnahmen:
1. Armut in Deutschland in jeder Form und überall beenden, Menschen mit Behinderungen sollen in den ersten Arbeitsmarkt eingesetzt werden
2. Aufklärungskampagnen zu sexuell übertragbaren Krankheiten werden zum Pflichtprogramm
3. Inklusive Bildungskonzepte in Schulen für alle SchülerInnen (kleinere Klassen, geschulte Lehrkräfte, Geld für Lehrpersonal an Schulen unbegrenzt)
4. Infrastruktur barrierefrei gestalten
5. zugängliche Informationen über Mobilitätshilfen, Technologien, Formen von Hilfen, Unterstützungen und Einrichtungen 

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