Über die Arbeit in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Zu diesem Seminar

Dieses Seminar richtet sich an Studierende der Sozialen Arbeit (Modul 4.4). Es führt ein in die Arbeit mit behinderten Menschen. Das mag vor dem Hintergrund der umfangreichen inklusive Rhetorik an dieser Hochschule und auch an anderen Orten vielleicht merkwürdig klingen. Aber das Seminarkonzept ist durchaus durchdacht. Ausgangspunkt des Seminarkonzepts ist folgende Analyse: Man muss wohl davon ausgehen, dass Deutschland auch auf Dauer ein Staat ist, in dem Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen leben, lernen und arbeiten. Sieht man einmal vom Elementarbereich ab, so gilt vermutlich noch für Jahrzehnte: Inklusion, Integration oder andere Formen des angeblich gemeinsamen Lernens und Arbeitens richten sich nicht an alle Menschen mit Behinderungen, sondern nur an eine kleine, Nicht-Behinderten besonders angenehme Gruppe als behindert eingestufter Menschen. Man könnte sagen: Das sind die Inklusion-Behinderten. Die anderen Menschen mit Behinderungen besuchen in ihrer Schulzeit Förderschulen. Sie arbeiten nicht im ersten Arbeitsmarkt. Und sie leben in Heimen.

Das ist kein Zufall. Sondern diese Verhältnisse sind das Ergebnis von intensiver Lobbyarbeit und entsprechen offenbar den Interessen von bedeutsamen Gruppierungen in dieser Gesellschaft. Sie entsprechen zunächst offenbar sehr weitgehend den Interessen von Personen, die in und mit Sondereinrichtungen Geld verdienen. Sie entsprechen den Wünschen vieler Eltern nicht behinderter Kinder, die letztlich nicht wollen, dass ihre Kinder mit behinderten Kindern zu tun haben. Sie entsprechen den Wünschen vieler Mitarbeiter/innen in Regelinstitutionen, die auf keinen Fall darauf verzichten wollen, behinderte oder schwierige Kinder und Jugendliche aus ihrer Einrichtung entfernen lassen zu können. Sondereinrichtungen entsprechen den Wünschen von weiten Teilen der Wirtschaft, die Menschen mit Behinderungen oder anderen Auffälligkeiten nicht gerne einstellen.

So würde das natürlich keiner sagen. Die Beteiligten sagen lieber, dass sie leider nicht ausgebildet wurden für die Arbeit mit solchen, angeblich schwierigen Menschen. Sie sagen, es gibt wunderbare Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Sie sagen, die Verhältnisse in den Regeleinrichtungen sind so schlecht. Es gibt so viele andere Probleme, um die wir uns noch kümmern müssen. Das überfordert uns. Und sie reden von Inklusion. Das Reden über Inklusion soll davon ablenken, dass der eigentliche Sinn von Sondereinrichtung darin besteht, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen nicht oder nur ein wenig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Die Situation von Menschen mit Behinderung ist also alles andere als einfach. Die meisten von ihnen leben, lernen und arbeiten in Sondereinrichtungen. Wer wissen will, wie Menschen mit Behinderung leben, muss sich dem entsprechend für die Verhältnisse in Sondereinrichtungen interessieren. Wer die Situation von Menschen mit Behinderungen nachhaltig verbessern will, muss die Situation von Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen verbessern. Balkonreden über Inklusion oder nette Projekte, in denen wenige „inklusionsfähige“ Menschen mit Behinderungen vielleicht auch ein wenig mit Nicht-Behinderten zu tun haben, helfen hier nicht weiter.

Nun ist es für Studierende der Sozialen Arbeit natürlich sinnvoll, über Inklusion schön reden zu können. In der täglichen Arbeit in diesen Einrichtungen hilft das Über-Inklusion-Reden-Können allerdings nicht sehr viel weiter. Es ist wichtiger, die Verhältnisse in Einrichtungen realistisch einschätzen können, die für Menschen mit Behinderungen bereit gestellt werden. Es ist wichtiger zu verstehen, wie es Menschen mit Behinderungen geht und wie man ihre Situation verbessern kann. Es ist wichtiger, die Wünsche und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu verstehen und sie wirkungsvoll bei der Wahrung ihrer Interessen zu unterstützen. In dieser Veranstaltungen geht es deshalb weniger um Rhetorik, weniger über ferne Utopien. Sondern in dieser Veranstaltung geht es um die Wirklichkeit in pädagogischen Einrichtungen.

Modulabschließende Prüfungen

In diesem Seminar sind zwei Prüfungsformen möglich.

(1) Sie können ein Referat halten. Das bedeutet unter den Bedingungen eines Online-Seminars: Sie nehmen z. B. mit Ihrem Handy oder mit Ihrem PC den Vortragsteil auf. Am besten ist es, Sie bearbeiten diese Datei noch mit einem Audio-Programm, um Versprecher, Pausen, Nebengeräusche o.ä. herauszuschneiden und speichern diese Datei als mp3 ab. Zusätzlich sollten Sie vielleicht eine Präsentation erstellen, die dann neben der Audio-Datei auf meiner Homepage hochgeladen wird. Am wenigsten Probleme entstehen, wenn Sie diese Präsentation als pdf abspeichern. Beide Dateien senden Sie mir dann bitte als E-Mail-Anhang zu. Das Thema Ihres Referats sollten Sie mit mir absprechen. Inhaltlich sollte das Referat zu dem passen, was Gegenstand des Seminars ist. Der Zeitpunkt hängt von den Inhalten ab. Dieses Seminar folgt den Institutionen von der Wiege bis zur Bahre. Das bedeutet, wenn Sie ein Referat über Kinder halten wollen, müssen Sie mir die Dateien am Anfang des Semesters zusenden. Wenn es um Erwachsene oder sogar alte Menschen geht, dann findet das Referat am Ende des Semesters statt.

(2) Sie können eine Hausarbeit schreiben. Das Thema sollte einen Zusammenhang zum Thema des Moduls haben. Sie können also auch zum Thema Gesundheit oder Diversion schreiben.

Sie haben hier mindestens zwei Optionen:

Eine klassische Hausarbeit untersucht eine nicht allzu offensichtliche Frage in Auseinandersetzung mit dem Stand der Theoriediskussion und Forschung. Bitte sprechen Sie diese Fragestellung in jedem Fall mit mir ab. Wichtig ist, dass Sie im Rahmen Ihrer Hausarbeit nicht nur beschreiben und zusammenfassen, sondern auch analysieren und interpretieren. Eine gute Möglichkeit bieten hierzu Vergleiche (Vergleiche von Methoden, Vergleiche von Institutionen, Ländervergleiche, Vergleiche von Positionen in wissenschaftlichen Debatten).

Eine förderdiagnostische Hausarbeit versucht herauszufinden, welche Angebote einer Ihrer Klienten benötigt, um in seiner/ihrer Entwicklung einen gewichtigen Schritt zu tun. Solche Hausarbeiten kann man für fast alle Klienten fast jeden Alters schreiben. Bitte anonymisieren Sie die Arbeit, wenn Sie über Klienten oder Institutionen schreiben (in diagnostischen Hausarbeiten). D. h.: Alle Namen von Personen, Orten oder Instsitutionen müssen verändert werden.

Die Literatur sollten Sie nicht über Google finden oder sich an dem Bestand in einer Bibliothek Ihrer Wahl auswählen. Sondern Sie sollen auf eine nachvollziehbare Art und Weise die Literatur in Fachdatenbanken auswählen und erst in einem zweiten Schritt ermitteln, in welchen Bibliotheken Sie die betreffenden Zeitschriftenbeiträge oder Bücher finden können. Das ist nicht sehr kompliziert. Und wir werden das vielfach im Rahmen dieses Seminars üben. Es ist möglich, dass Sie sich aufgrund der Corona-Pandemie in der Beschaffung der Literatur noch in der Auswahl auf wenige Bibliotheken der Region beschränken müssen oder mehr Zeit für Fernleihe oder eine Ausleihe über subito einplanen müssen. Für die Gestaltung des Literaturverzeichnisses bzw. für der Zitation im Text ziehe ich die Vorgaben des Zitationssystems der American Psychiatric Association vor. Sie können aber auch andere Zitationssysteme verwenden.

Die Hausarbeiten des Wintersemesters senden Sie mir bitte bis zum 15. Februar.
Bitte versehen Sie Ihre schriftlichen Arbeiten auf der Titelseite mit Ihrem Namen, Ihren Kontaktdaten (u. a. mit Ihrer Handy-Nummer, damit ich notfalls eine Bitte-melden-Sie-sich SMS versenden kann) und mit Ihrem Nickname (so Sie die Noten ab Anfang September bzw.  Anfang März auf meiner Homepage einsehen wollen). 

Die mir zugesandte Datei sollte mit Ihrem Namen benannt sein am besten als pdf abgespeichert sein. Bitte verwenden Sie als Dateinamen Ihren Nachnamen (z. B. Mueller.pdf, wenn Sie Müller heißen. Bitte verwenden Sie immer nur eine Datei pro Anlass (also  z. B. keine gesonderte Titel-Datei, keine gesonderte Literaturdatei, keine gesonderte Datei für einen Wunschzettel). Bitte vergessen Sie auch nicht die eidesstattliche Versicherung (ausdrucken, unterschreiben, einscannen/abfotografieren, einfügen). Bitte vergessen Sie auch nicht die eidesstattliche Versicherung (ausdrucken, unterschreiben, einscannen/abfotografieren, einfügen). Der Umfang der schriftlichen Arbeiten ist abhängig von den Vorgaben des Modulhandbuchs. Dabei ist es möglich, den Umfang geringfügig zu überschreiten (5%). Unterschreiten dürfen Sie aber nicht. Es zählen dabei alle Zeichen, also auch Leerzeichen.  

Teil 1: Einleitung

(01) In der ersten Sitzung stelle ich mich vor. Denn Sie sollen zumindest wissen, aus welcher Perspektive dieses Seminar entwickelt wurde. Darauf folgt ein podcast, in dem erklärt wird, wie das Seminar funktioniert. Den Abschluss bildet ein (kurzes) Planspiel, in dem es um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht.

Vorstellung
Wie das Seminar funktioniert
Planspiel UN Behindertenrechtskonvention

Ramona schreibt: Inklusion ist längst keine Sache der Freiwilligkeit mehr, denn die UN – Behindertenrechtskonvention (kurz: UN – BRK) soll für mehr Inklusion sorgen.
Sofortmaßnahmen, wie man in der Bundesrepublik Deutschland Inklusion nachhaltig umsetzen kann…
– eine gute personelle Ausstattung der Schulen: um Inklusion in den Schulen nachhaltig umsetzen zu können, bedarf es einer ausreichenden Personalstruktur. Dabei ist es sehr wichtig, dass Lehrkräfte und andere pädagogische Helfer im Team zusammenarbeiten. Es muss klar sein, dass Inklusion in den Händen aller liegt und nicht nur eine Aufgabe von Sonderpädagogen und Sozialarbeitern ist, sondern die Verantwortlichkeit auch bei Lehrern, Erziehern, etc. liegt. Diesbezüglich sind Aus- und Weiterbildungen des Fachpersonals enorm wichtig.
– Inklusive Schule bedeutet alle sind in allen Teilen gleich: „behinderte“ und „nicht behinderte“ Schüler sollen keine inhaltlich unterschiedlichen Unterrichtsplanungen haben. Es muss ein gemeinsamer Unterricht gestaltet werden. Kinder lernen von und mit Kindern.
– Inklusion fängt beim Weg zum Bäcker an: als Mensch ohne Behinderung fällt selten auf, mit welchen Situationen Menschen mit Behinderung kämpfen müssen. Es muss sozialraumorientiert mehr gearbeitet / verändert werden. Eine einfache Treppenstufe sorgt bei Rollstuhlfahrern zu Problemen, eine defekte oder nicht vorhandene Ampel mit Tonsignal sorgt bei Blinden zu gefährlichen Situationen. Dies sind nur zwei kleine Beispiele, es gibt zahlreiche weitere Punkte bezüglich sozialraumorientierer Sozialen Arbeit – mehr Personal diesbezüglich ist elementar wichtig für die Bewohner der einzelnen Stadtteile.
– mehr Sensibilät der Büger gegenüber Menschen mit Behinderung – mehr Aufklärung, mehr Offentlichkeitsarbeit, mehr Verständnis, mehr Hilfsangebote
– mehr Projekte: noch ist oft eine gewisse Scheu sichtbar, Projekte müssen mehr gefördert werden (durch finanzielle Mittel & Sachmittel) – Kooperationen müssen stattfinden – Kindertagestätten mit Altenheimen – verschiedene Schulen – Grundschulen mit Kindertageststätten – etc.
– finanzielle Anreize / Subventionen für Inklusion in verschiedenensten Institutionen

Erdbeerkuchen schreibt: Fünf Sofortmaßnahmen, wie man in Deutschland Inklusion nachhaltig umsetzen kann.
1) Mehr Integrationshelfer ausbilden (und  Thematik auch mehr in Ausbildungen – z.B. als Erzieher – o. Studium – z.B. Soziale Arbeit – einbringen)
2) Mehr auf die Thematik aufmerksam machen (sollte im Schulunterricht anfangen)
3) Netzwerk aufbauen
4) Inklusionspläne in Schulen und Kindergärten aktuell halten
5) Inklusion mit Projekten und Veranstaltungen umsetzen

Minnie Mouse schreibt: Aufgabe: 5 Sofortmaßnahmen, wie man in Deutschland Inklusion nachhaltig umsetzen kann
1.    Immer wiederkehrende Veranstaltungen, um auf den Themenbereich aufmerksam zu machen und den Leuten die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Veranstaltungen sollten in Schulen, Kitas           und anderen Bildungseinrichtungen ein fester Bestandteil werden. Ebenso sollten sie in größeren Settings stattfinden. 
2.    Offener Umgang und Thematisierung in den Schulen, um das Thema schon früh aufzugreifen. Somit haben die Kinder schon früh keine Berührungsängste mehr und sind im späteren Leben offener.
3.    Stetige, intensive Förderung und Weiterbildung von Inklusionshelfern.
4.    Menschen die durch ihren Beruf oft Kontakt mit behinderten Menschen haben sollten gerade in der Ausbildung (bsw. Erzieher) mehr und intensiver auf das Thema vorbereitet werden.
5.    Ein Netzwerk aufbauen (mit Anlaufstellen, Informationsstellen, möglichen Arbeitgebern etc.)

Glauca schreibt: 5 Sofortmaßnahmen zur Förderung der Inklusion:

  1. Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt schulen und bilden, um Vorurteile auszuräumen und Anstöße zur Gestaltung barrierefreier Arbeitsplätze zu bieten.
  2. Menschen mit Behinderung als Experten in die Planung von Maßnahmen zur Inklusion einbeziehen.
  3. Politische Teilhabe fördern. Während meiner Tätigkeit in einer Werkstatt für angepasstes Arbeiten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Behinderung häufig kaum etwas über politische Vorgänge wissen und nur schwer Zugang zu den Informationen haben. Durch gezielten Unterricht in Schulen und Informationsveranstaltungen in Wohneinrichtungen und Arbeitsstellen soll ein politisches Verständnis gefördert werden.
  4. Nicht nur Fachkräfte in leichter Sprache schulen. Personen im Kundenkontakt, z.B. beim Arbeitsamt, dazu befähigen komplexe Sachverhalte auch in leichter Sprache zu vermitteln.
  5. Höhere Personaldichte und bessere Ausbildung an Schulen.

 

Erdbeerminze schreibt: 5 Sofortmaßnahmen, um Inklusion nachhaltig umzusetzen:

  • Inklusion fängt in den Köpfen der Gesellschaft an. Somit spielt die Sensibilisierung der einzelnen Mitglieder der Gesellschaft eine große Rolle. Mit beispielsweise Plakataktionen könnten auf Themen wie „Barrieren“ und „Barrierefreiheit“ auf witzige und anschauliche Weise aufmerksam gemacht machen.
  • An vielen Stellen bemerkt man eine Überforderung von Einrichtungen, die gerne ihren Teil zur Inklusion beitragen möchten. Wie schreibt man Texte in Leichter Sprache? Wen kann ich ansprechen? Es wäre sinnvoll, Ansprechpartnern für Themen wie Leichte Sprache eine finanzielle Unterstützung zu bieten, um sich vorzustellen und für solche Themen unterstützend zur Seite stehen zu können.
  • Häufig sind Hemmschwellen in der Gesellschaft zu erkennen, wenn es um das Thema Behinderung geht. Es wäre sinnvoll, Möglichkeiten zu schaffen, bei denen sich Menschen mit und ohne Behinderung treffen können und Barrieren bei Freizeitangeboten abzubauen.
  • Es werden Dinge umgesetzt für Menschen mit Behinderung, die gut gemeint sind, aber nicht gut durchdacht wurden. Aufgrund dessen müssten mehr Menschen mit Behinderung in die Planung miteinbezogen werden, um die Möglichkeit zu erhalten, sich zu vertreten und um auf Barrieren, Schwierigkeiten und Möglichkeiten aus eigener Erfahrungen hinzuweisen.
  • Geld regiert die Welt. Finanzielle Anreize für die Umsetzung von Maßnahmen könnten die Motivation zur Veränderung erhöhen.

Sonnenblume:

1. Ausbau/ ausreichende Personalstruktur, mit Teamverständnis (alle tragen dazu bei) und dem Inklusionsverständnis der tätigen Mitarbeiter, entsprechende Fort und Weiterbildungen.
2. Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Gemeinschaft (Berührungsängste)
3. Einbeziehung der Menschen mit Beeinträchtigung als „Experten“ in die Überlegungen, Planungen und Maßnahmen
4. Sozialraumorientiertes arbeiten um Barrieren abzubauen. Bspw. parkende PKWs auf Gehwegen, unerreichbare Regale in Supermärkten….
5. Krankenkassen sollten mehr und nicht nur die einfachsten (günstigsten) Hilfsmittel übernehmen. Bspw. kann die Selbstbedienung an den oberen Regalen mit Hilfe eines höhenverstellbaren Rollstuhls gelingen.

BS schreibt:

1) Die personelle Ausstattung: 

Wie auch in vielen anderen Bereichen der Sozialen Arbeit ist eine gute personelle Ausstattung notwendig, um effizient und vor allem Klientenzentriert agieren zu können. An dieser Stelle ist ebenso eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten Grundvoraussetzung (Bsp. Schule à Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern, Sozialarbeitern, Inklusionshelfern etc.)

2) Inklusion aktiv in der Praxis umsetzen: 

Mit einer guten personellen Ausstattung ist es möglich, beispielsweise Kinder mit aber auch ohne Behinderungen gemeinsam in einer Klasse (und nicht auf unterschiedlichen, separaten Schulen) zu unterrichten oder in einer Kitagruppe zu betreuen – dies sollte auch das Ziel sein. Natürlich gibt es heutzutage auch schon einige Einrichtungen, welche diesen Ansatz verfolgen. In meinen Augen jedoch viel zu wenige.

Diese Idee bezieht sich nicht nur auf den Bereich der Bildungseinrichtungen, sondern z.B. auch auf die spätere Arbeitswelt. 

3) Offene Thematisierung / verstärkte Sensibilisierung:

… durch mehr Öffentlichkeitsarbeit, mehr Aufklärung oder auch durch die verstärkte Thematisierung in Bildungseinrichtungen wie z.B. KiTas und / oder Schulen. Ebenso natürlich durch die praktische Umsetzung durch die gemeinsame Betreuung und Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen von klein auf.

4) Ausbau der Barrierefreiheit:

Wie sieht es diesbezüglich mit unseren Bildungseinrichtungen aus? Mit den Innenstädten? Oder aber mit dem öffentlichen Nahverkehr? Welche Bereiche sind für Menschen mit einer Behinderung nicht ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar? Wie können Sie in ihrer Selbstständigkeit und Autonomie gestärkt werden? 

5) Vermehrt Begegnungsräume schaffen:

Leider ist es auch heutzutage so, dass Menschen mit Behinderungen oftmals in separaten Einrichtungen untergebracht werden (Bsp.: Förderschulen, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen etc.). Es sollten viel mehr Begegnungsräume geschafft werden, in Form von Projekten, Begegnungsstätten, verschiedenen Angeboten etc. um die Akzeptanz der Menschen zu fördern.  

Mar zum Thema: Planspiel UN-Behindertenrechtskonvention (5 Sofortmaßnahmen, wie man in Deutschland Inklusion nachhaltig umsetzen kann) 

  1. Die Thematik “Arbeit mit Menschen mit Behinderung” als festen Bestandteil in die Erzieherausbildung integrieren. Ich habe während meiner Ausbildung zur Erzieherin die Thematik nicht durchgenommen und leider keine Berührungspunkte gehabt. 
  1. Inklusion in Schulen bedeutet auch eine Aufstockung des Personals! 
  1. “Leichte Sprache” sollte zusätzlich in allen Institutionen des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens etabliert werden, um damit allen ein Recht auf Teilhabe zu ermöglichen. 
  1. Die Gebärdensprache, sowie eine unterstützende Kommunikation sollte präsenter werden und in allen wichtigen Bereichen unserer Gesellschaft zu einem festen Bestandteil werden. Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungsäußerung und Meinungsfreiheit und diese sollte auch gleichberechtigt ausgeübt werden können –> Information ist wichtiger Bestandteil von Teilhabe. 
  1. Mehr inklusive Arbeitsplätze schaffen. 

Systemwarnung schreibt zum :Planspiel UN-Behindertenrechtskonvention – Fünf Sofortmaßnahmen für nachhaltige Inklusion in Deutschland

1. Öffentlichkeitsarbeit: Es sollten mehr Veranstaltungen, Kampagnen und Projekte zum Thema Inklusion veranstaltet werden. Die Gesellschaft sollte im Alltag öfter auf eben diese Themen stoßen. 

2. Schulungen und Subventionen: Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer sollte uneingeschränkter Zugang zu Schulungen sowie Fort- und Weiterbildungen für gelingende Inklusion ermöglicht werden. Zudem sollten Arbeitgeber Subventionen für Inklusion erhalten, um zusätzlich einen finanziellen Reiz zu schaffen.

3. Aufklärung/Sensibilisierung in Bildungseinrichtungen: In Schulen und Kitas sollte Aufklärung/Sensibilisierung ein fester Bestandteil des Alltags werden. Zudem sollte nach und nach ein gänzlich inklusives Schul- und Kitasystem in Deutschland eingeführt werden.

4. Berücksichtigung von Expertenmeinungen: Menschen mit Beeinträchtigungen sollten als Expert*innen bei der Inklusionsdebatte einbezogen werden.

5. Umstrukturierung von öffentlichen Einrichtungen/Plätzen: Öffentliche Einrichtungen und Plätze sollten gänzlich barrierefrei gestaltet werden. Dazu gehören z.B. infrastrukturelle Maßnahmen, erleichterte Kommunikation oder das Beseitigen von sensorische Barrieren.

Gerbera: Fünf Sofortmaßnahmen zur Umsetzung von Inklusion in Deutschland:

  1.  Mehr Barrierefreiheit schaffen. Dies muss nicht im Sinne von Fortbewegungsmöglichkeiten geschehen, indem beispielsweise überall dort, wo es Treppen gibt, Aufzüge gebaut werden, sondern auch im sprachlichen Sinne. Im Alltag muss hierzu deutlich mehr mit Leichter Sprache gearbeitet werden, die aktuell noch nicht genügend Einsatz findet. Ebenfalls müssen Möglichkeiten geschaffen werden, sich entsprechende Texte vorlesen zu lassen, denn nur so können Informationen allen Interessierten zugänglich gemacht werden.
  2.  Mehr inklusive Angebote schaffen. Im Idealfall sollte sich gar nicht mehr die Frage stellen, ob beispielsweise eine Disco inklusiv geplant ist oder nicht, doch bis es soweit ist, ist es wichtig, bestehende Angebote mehr zu öffnen und dafür zu sorgen, dass Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam den Alltag erleben oder zumindest in diesem mehr Berührungspunkte miteinander haben.
  3. Stärkere politische Einbindung von Menschen mit Behinderung. Es wird viel zu häufig für Menschen mit Behinderung entschieden anstatt mit ihnen gemeinsam als sogenannte „Experten in eigener Sache“, weshalb es in Zukunft wichtig ist, Möglichkeiten zu schaffen, sie für sich selbst sprechen und entschieden zu lassen anstatt ihnen dies ständig abzunehmen.
  4. Stärkere Einbindung auch im alltäglichen Leben. Auch im Alltag muss dies mehr umgesetzt werden, sodass beispielsweise in ärztlichen Gesprächen der oder die Betroffene als Ansprechpartner gilt und nicht, wie es aktuell häufig der Fall ist, die Begleitperson. In solchen dürfen Menschen mit Behinderung keinesfalls übergangen werden, sondern müssen als das wahrgenommen werden, was sie sind: eigenständige, selbst denkende Menschen mit eigenem Willen und Bedürfnissen.
  5.  Mehr Arbeitsmöglichkeiten auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ schaffen. Menschen mit Behinderung muss die Möglichkeit gegeben werden, frei ihren Beruf nach eigenen Möglichkeiten und Wünschen wählen zu können. Hierzu müssen dauerhaft mehr Angebote auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ geschaffen werden anstatt dafür zu sorgen, dass alle Menschen mit Behinderung, unabhängig von eigenen Wünschen, direkt nach der Schule in einer Werkstatt den Berufsbildungsbereich besuchen und anschließend ihr restliches Leben in der Werkstatt verbringen (müssen).

Krstlaur: Nennen Sie 5 Sofortmaßnahmen, wie man Inklusion in Deutschland nachhaltig umsetzen kann. 

Ich denke, dass Aufklärung und generell eine Thematisierung in Bildungseinrichtungen wie Schulen eine starke Wirkung auf den Menschen hat. Man kann nie früh genug damit anfangen, auch im Kindesalter kann z.B. schon spielerisch in KiTas an das Thema herangeführt werden. 

Während des Studiums (z.B. zum Sozialpädagogen / Sozialarbeiter) und der Ausbildung (z.B. zum Erzieher) kommen Sonderpädagogische Inhalte meiner Meinung nach zu kurz. Ich finde, dass eine Einführung in dieses Arbeitsfeld verpflichtend sein sollte, da es sehr wahrscheinlich ist, dass Pädagogen während ihres Berufsleben mit Menschen mit Behinderungen in Kontakt kommen könnten. 

Eine weitere Sofortmaßnahme wäre die Möglichkeit bereits während des Studiums / der Ausbildung eine Fortbildung zum Inklusionshelfer absolvieren zu können. Dies beziehe ich nicht nur auf soziale Studiengänge sondern denke, dass auch Studenten anderer Fachrichtungen daran Interesse hätten. Viele Studierende sind auf einen Nebenjob angewiesen. Wenn an jeder Universität oder Hochschulreinrichtung eine derartige Fortbildung angeboten würde, gäbe es evtl. auf kurz oder lang keinen so großen Inklusionshelfer Mangel wie heutzutage. 

Ich empfinde es aus als durchaus wichtig, dass nicht nur Fachkräfte im Bereich der Inklusion ausgebildet werden. Etliches Personal verschiedener Arbeitsfelder kommen mit Personen mit Behinderungen in Berührung und sollten so geschult sein, dass sie ihnen den benötigten respektvollen Umgang gewährleisten können. 

Generell sollten allen Institutionen genügend Ansprechpartner als Experten zur Seite stehen. Viele Einrichtungen möchten den ersten Schritt in Richtung Inklusion gehen, wissen aber nicht wie bzw. an wen sie sich diesbezüglich wenden können. 

02 Behinderungsbegriffe

In der zweiten Lehreinheit geht es noch einmal um Begriffe gehen. Was meinen die Leute, wenn Sie den Begriff: „behindert“ verwenden? Welche Begriffe verwenden die Profis?

ICIDH und ICF


Tab 17 : ICIDH und ICF (WHO 2005)
ICIDHICF
Konzeptkein übergreifendes KonzeptKonzept der funktionalen Gesundheit
GrundmodellKrankheitsfolgenmodellbio-phsychosoziales Modell der Komponenten von Gesundheit
OrientierungDefizitorientiert: Es werden Behinderungen klassifiziert.Ressourcen und defizitorientiert:
Es werden Bereiche klassifiziert, in denen Behinderungen auftreten können.
Es können unmittelbar positive und negative Bilder der Funktionsfähigkeit erstellt werden.
Behinderungformaler Oberbegriff zu Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und (sozialen) Beeinträchtigungen: keine expolizite Bezugnahme auf Kontextfaktorenformaler Oberbegriff zu Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit unter expliziter Bezugnahme auf Kontextfaktoren
grundlegende Aspekte: Schädigung (impairment)



Fähigkeitsstörung(disability)






soziale Beeinträchtigung (handicap)



Körperfunktionen und -strukturen, Störungsbegriff Schädigung (Funktionsstörung, Strukturschaden)

Aktivitäten
Störungsbegriff: Beeinträchtigung der Aktivität




Partizipation (Teilhabe) und deren Beeinträchtigung definiert als Wechselwirkung zwischen dem gesundheitlichen Probken (ICD) einer Person und ihren Umweltfaktoren
Umweltfaktorenbleiben unberüccksichtigtUmweltfaktoren sind integraler Bestandteil des Konzepts und werden klassifiziert.
personenbezogene (persönliche) Faktorenwerden höchstens implizit berücksichtigtwerden explizit erwähnt, aber nicht klassifiziert
Anwendungsbereichnur im gesundheitlichen Bereich

Ramona:Arbeitsauftrag 2 – Definitionen

Begriff: Behinderung

„Das SGB IX definiert den Begriff der Behinderung als Ausgangspunkt für die Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (§ 2 Absatz 1 SGB IX). Menschen sind danach behindert, wenn sie eine körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigung haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung liegt dann vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die genannten Beeinträchtigungen angeboren, Folgen eines Unfalls oder einer Krankheit sind.“

Quelle: https://www.integrationsaemter de/Fachlexikon/Behinderung/77c355i/index.html

Begriff: Verhaltensstörung

„Unter einer Verhaltensstörung versteht man eine Regelübertretung, die vom Handelnden selbst oder von jemandem, der sich ihm gegenüber in einer Machtposition befindet, als störend und unangemessen beurteilt wird.“ (Havers, 1978, S. 24) 

Hensle unterscheidet, unter Berufung auf Havers, vier Gruppen von Verhaltensstörungen:

  1. „Verhaltensstörungen aggressiver Art“ oder „Aggressivität“. Dazu gehört eine überdurchschnittliche Häufigkeit von körperlichen und verbalen Aggressionen, außerdem Streiten, Frechheiten, Stören des Unterrichts, Ungehorsam, Zerstören von Gegenständen, Lärmen, Wutanfälle und Herumkommandieren anderer Kinder.
  2. Ebenso häufig findet man die >Verhaltensstörungen gehemmter Art= („gehemmtes Verhalten“): Sich-Zurückziehen, überempfindliche Reaktionen, Äußerungen von Angst und Minderwertigkeitsgefühle, häufiges Weinen.
  3. Die folgende Gruppe bildet „Verhaltensweisen, die für das Alter des Kindes als unangemessen gelten“ („unreifes Verhalten“); auf einer tieferen Altersstufe würden sie zum normalen Verhaltensinventar des Kindes gezählt werden. Beispiele sind Unaufmerksamkeit, Träumen, Passivität (bei Auseinandersetzungen), Masturbation, Kichern und Spielen während des Unterrichts.
  4. Als „Verhaltensstörung delinquenter Art“ („sozialisierte Delinquenz“) werden die Teilnahme an gemeinsamen Diebstählen, Kontakt zu anderen Delinquenten, Mitgliedschaft in Banden und häufiges Schulschwänzen zusammengefaßt. Diese Kategorie ließ sich vor allem unter straffällig gewordenen Jugendlichen und in Großstädten nachweisen. Die genannten Verhaltensmuster werden einerseits gewöhnlich in Gruppen ausgeübt, andererseits gewöhnlich durch Nachahmung und direkte Verstärkung erworben. Individuell-gewalttätige Formen der Delinquenz kündigen sich dagegen eher durch hohe Aggressivität an.“ (Hensle, 1994, S. 147)

Quelle: https://behinderung org/gesetze/verhaltensstoerung.htm

Begriff: Körperbehinderung

Körperbehinderung ist eine physiologische Einschränkung des menschlichen Körpers. Ein Mensch ist körperbehindert, wenn er infolge einer Schädigung des Bewegungssystems, einer organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit in seinem Verhalten beeinträchtigt ist. 

Quelle: https://www.myhandicap ch/gesundheit/koerperliche-behinderung/

Begriff: Sehbehinderung

Als sehbehindert gilt, wer trotz Korrektur (z.B. durch eine Brille), normale Sehfunktionswerte nicht erreicht und dessen Sehschärfe in der Ferne und / oder in der Nähe auf 1/3 (30%) bis 1/20 (5%) der Norm (100%) herabgesetzt ist. Das heißt, dass ein Sehbehinderter mit 1/20 Sehkraft aus 1m Entfernung das erkennen kann, was ein Normalsichtiger aus 20m Entfernung sieht. Ebenso können Gesichtsfeldausfälle von entsprechendem Schweregrad eine Sehbehinderung begründen.

Als hochgradig sehbehindert gilt, wer eine Herabsetzung auf 1/20 (5%) bis 1/50 (2%) der Norm (100%) aufweist. Diese Werte können mit einer Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr verbessert werden. In Deutschland leben etwa 155.000 blinde und ca. eine halbe Million hochgradig sehbehinderte Menschen.

  • Geringgradige Sehbehinderung: Sehschärfe von 30% bis 10% 
  • Wesentliche Sehbehinderung: Sehschärfe von 10% bis 5% 
  • Hochgradige Sehbehinderung: Sehschärfe von 5% bis 2% 
  • Blind: Sehschärfe unter 2% 

Quelle: https://www.bsv-wuerttemberg de/infothek/14-infothek/68-auge.html

BS schreibt: Körperliche Behinderung

Unter einer körperlichen Behinderung versteht man eine physiologische Einschränkung. Durch eine Schädigung des Bewegungssystems, einer organischen Schädigung oder durch eine chronische Krankheit kann ein Mensch mit einer körperlichen Behinderung in seinem Verhalten beeinträchtigt sein.

Quelle: https://www.myhandicap.ch/gesundheit/koerperliche-behinderung/ (Aufgerufen am 12.10.2020)

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Geistige Behinderung

„Geistige Behinderung bedeutet eine signifikant verringerte Fähigkeit, neue oder komplexe Informationen zu verstehen und neue Fähigkeiten zu erlernen und anzuwenden (beeinträchtigte Intelligenz). Dadurch verringert sich die Fähigkeit, ein unabhängiges Leben zu führen (beeinträchtigte soziale Kompetenz).“ (WHO 2010)

Quelle: https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/mental-health/news/news/2010/15/childrens-right-to-family-life/definition-intellectual-disability (Aufgerufen am 11.10.2020)

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Sehbehinderung

Man spricht von einer Sehbehinderung, wenn ein Mensch trotz Korrektur mit Hilfe einer Brille oder Kontaktlinsen eine normale Sehfunktion nicht erreicht und auf dem besseren Auge die Sehschärfe weniger als 1/3 – 1/50 beträgt.

Man spricht von einer hochgradigen Sehbehinderung, wenn auf dem besseren Auge eine Sehschärfe von weniger als 1/20- 1/50 vorhanden ist.

Gesetzlich als blind werden Menschen angesehen, die eine noch geringe Sehstärke vorweisen. 

Quelle: https://www.sehbehinderung.de/index.php?menuid=27&reporeid=46&getlang=de (Aufgerufen am 12.10.2020)

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Hörbehinderung

Wenn eine Beeinträchtigung des Hörvermögens vorliegt, so spricht man von einer Hörbehinderung. Eine Hörbehinderung kann sowohl angeboren sein, oder aber auch erst im Laufe des Lebens, z.B. bedingt durchs Alter, erworben werden. Dauerhafte Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit sowie auch eine Hörminderung stellen Formen der Hörbehinderung dar.

Quelle: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/behinderung/taubheit (Aufgerufen am 11.10.2020)

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Lernbehinderung

Kinder und Jugendliche gelten als lernbehindert, wenn ihr Lern- und Leistungsvermögen stark von der Altersnorm abweichen. Oftmals benötigen diese Kinder / Jugendlichen ergänzende, sonderpädagogische Förderung.

Quelle: https://www.integrationsaemter.de/Fachlexikon/77c3630i1p/index.html# (Aufgerufen am 12.10.2020)

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Verhaltensstörung

Nach Havers lautet die Definition von Verhaltensstörung:

„Unter einer Verhaltensstörung versteht man eine Regelübertretung, die vom Handelnden selbst oder von jemandem, der sich ihm gegenüber in einer Machtposition befindet, als störend und unangemessen beurteilt wird.“ (Havers, 1978, S. 24)

Quelle: https://behinderung.org/gesetze/verhaltensstoerung.htm  (Aufgerufen am 11.10.2020)

Die Diagnose „Verhaltensstörung“ muss klinisch gestellt werden. Als Verhaltensstörung werden anhaltende/ wiederkehrendes Verhaltensmuster beschrieben, durch die die Rechte anderer oder aber auch soziale Regeln verletzt werden.

Quelle: https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/p%C3%A4diatrie/psychiatrische-st%C3%B6rungen-im-kindes-und-jugendalter/verhaltensst%C3%B6rung (Aufgerufen am 12.10.2020)

Glauca schreibt:

Behinderung

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist.“ (§2 Abs. 1 SGB IX)

Schwerbehinderung

Eine Person gilt als schwerbehindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist und wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegt. (§2 Abs. 1 und 2 SGB IX)

Geistige Behinderung laut WHO

Geistige Behinderung bedeutet eine signifikant verringerte Fähigkeit, neue oder komplexe Informationen zu verstehen und neue Fähigkeiten zu erlernen und anzuwenden (beeinträchtigte Intelligenz). Dadurch verringert sich die Fähigkeit, ein unabhängiges Leben zu führen (beeinträchtigte soziale Kompetenz).

Ableism

Zu deutsch Behindertenfeindlichkeit, benennt die Diskriminierung gegenüber Menschen mit einer Behinderung. Der Ableismus geht von einem physischen Standard des Menschen aus, den eine behinderte Person nicht leisten kann. Der behinderte Mensch ist demzufolge „minderwertig“. Auf sozialer Ebene bedeutet es, dass Menschen mit Behinderung als ausgeschlossen und unsichtbar gelten.

Sehbehinderung (Berufsverband der Augenärzte in Österreich und Deutschland)

•Sehbehinderung: bis zu einer maximalen Sehschärfe von 0,3 auf dem besseren Auge •hochgradige Sehbehinderung: bis zu einer maximalen Sehschärfe von 0,05 auf dem besseren Auge
•Blindheit: bis zu einer maximalen Sehschärfe von 0,02 auf dem besseren Auge

• Einschränkund des Gesichtsfeldes auf weniger als 5 Grad
•Amaurose: keinerlei Lichtwahrnehmung und optische Reizverarbeitung mehr vorhanden

Psychische Störung

Eine psychische Störung ist ein Zustandsbild, das durch krankheitswertige Veränderungen des Erlebens und Verhaltensgekennzeichnet ist. Es kann mit Abweichungen der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens oder auch des Selbstbildes einhergehen. Psychische Störungen sind typischerweise mit deutlichem persönlichem Leidensdruck oder Belastungen und Problemen in mehreren Lebensbereichen verbunden.

(Michael Gazzaniga u. a. (Hrsg.): Psychologie. 1. Auflage. Weinheim 2018, S. 803. )

Erdberrminze:

Körperbehinderung:„Als körperbehindert wird eine Person bezeichnet, die infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungssystem, einer anderen organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit so in ihren Verhaltensmöglichkeiten beeinträchtigt ist, dass die Selbstverwirklichung in sozialer Interaktion erschwert ist.“
Quelle: LEYENDECKER, Christoph (2005): Motorische Behinderungen. Grundlagen, Zusammenhänge und Förderungsmöglichkeiten. Stuttgart: Kohlhammer. S. 21.

Sehbehinderung:
„Blindheit Blind ist, wem das Augenlicht vollständig fehlt, oder wer auf dem besseren Auge oder beidäugig eine Sehschärfe von nicht mehr als 0,02 (1/50) besitzt (Teil A.6.a der Anlage zu § 2 VersMedVO). Blindheit kann aber auch bei einer besseren Sehschärfe, eventuell sogar bei einer normalen Sehschärfe, vorliegen, wenn zum Beispiel das Gesichtsfeld beeinträchtigt ist. Eine der Herabsetzung der Sehschärfe auf 1/50 oder weniger gleichzusetzende Sehschädigung liegt nach der VersMedVO insbesondere vor:

  • a) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wenn bei einer Sehschärfe von 0,033 (1/30) oder weniger die Grenze des Restgesichtsfeldes in keiner Richtung mehr als 30 Grad vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
  • b) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wenn bei einer Sehschärfe von 0,05 (1/20) oder weniger die Grenze des Restgesichtsfeldes in keiner Richtung mehr als 15 Grad vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
  • c) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wenn bei einer Sehschärfe von 0,1 (1/10) oder weniger die Grenze des Restgesichtsfeldes in keiner Richtung mehr als 7,5 Grad vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
  • d) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes auch bei normaler Sehschärfe, wenn die Grenze der Gesichtsfeldinsel in keiner Richtung mehr als 5 Grad vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
  • e) bei großen Ausfällen im zentralen Gesichtsfeldbereich, wenn die Sehschärfe nicht mehr als 0,1 (1/10) beträgt und im 50-Grad-Gesichtsfeld unterhalb des horizontalen Meridians mehr als die Hälfte ausgefallen ist,
  • f) bei einseitigen Gesichtsfeldausfällen mit Verlust des zentralen Sehens beiderseits, wenn die Sehschärfe nicht mehr als 0,1 (1/10) beträgt und das erhaltene Gesichtsfeld in der Horizontalen nicht mehr als 30 Grad Durchmesser besitzt,
  • g) bei beiderseitigen Ausfällen mit Verlust des zentralen Sehens beiderseits, wenn die Sehschärfe nicht mehr als 0,1 (1/10) beträgt und das erhaltene binokulare Gesichtsfeld in der Horizontalen nicht mehr als 30 Grad Durchmesser besitzt.

Blindheit im Sinne des Schwerbehindertenrechts und damit im Falle der Zuerkennung des Merkzeichens „Bl“ ist unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des BSG (Urteil vom 24.10.2019 – B 9 SB 1/18 R) beschränkt auf Störungen des Sehapparats einschließlich der Sehrinde. Wer demgegenüber sehen, die visuellen Reize aber aufgrund einer Hirnschädigung nicht interpretieren kann, ist nicht blind. Ein (weitergehender) Blindheitsbegriff, der auch das „Nichtsehenkönnen“ aufgrund von Hirnschädigungen einbezieht, kann unter Umständen bei der Beurteilung eines Anspruchs auf Landesblindengeld zur Anwendung gelangen (vgl. für das Bayerische Landesblindengeld BSG, Urteil vom 14.06.2018 – B 9 BL 1/17 R).

Hochgradige Sehbehinderung: Als hochgradig sehbehindert gilt, wer nicht mehr als 0,05 (1/20) sieht oder bei wem gleichartige Störungen des Sehvermögens vorliegen. Auch für die Anerkennung einer hochgradigen Sehbehinderung sind neben der Sehschärfe also andere Beeinträchtigungen, wie etwa ein eingeschränktes Gesichtsfeld, zu berücksichtigen. Es ist damit zu prüfen, ob allein wegen der Sehminderung ein GdB von 100 vorliegt, jedoch noch keine Blindheit im Sinne des Gesetzes anerkannt wird.

Wesentliche Sehbehinderung: Als wesentlich sehbehindert gilt, wessen Sehschärfe nicht mehr als 0,3 beträgt oder bei wem eine andere Störung der Sehfunktion von entsprechendem Schweregrad vorliegt (§ 1 VO zu § 60 SGB XII). Im Übrigen gibt es hierzu keine verbindlichen Vorgaben.“

Quelle: DEUTSCHER BLINDEN- UND SEHBEHINDERTENVERBAND E.V. (2019): Definition von Blindheit, Sehbehinderung und hochgradiger Sehbehinderung. In: Ratgeber Recht für blinde und sehbehinderte Menschen. Überarbeitete Auflage. <https://www.bsvsb.org/index.php/definition-sehbehindert.html> – Aufgerufen am 14.10.2020.

Verhaltensstörungen

„Gravierende Probleme im emotional-sozialen Bereich werden aus Sicht des klinisch-psychologischen Paradigmas als psychische Störungen und Verhaltensstörungen definiert und je nach Indikation speziellen Behandlungsmaßnahmen zugewiesen.“ Quelle: WILLMANN, Marc (2020): Emotional-soziale Schwierigkeiten und Verhaltensstörungen, Weinheim: Beltz Juventa, S.1. „Verhaltensstörungen stellen sich mit einer Vielzahl von Erscheinungsformen in individuell außerordentlich unterschiedlichen Erscheinungsbildern dar. Die Erscheinungsformen werden von verschiedenen wissenschaftstheoretischen Standpunkten aus entweder als Symptome verstanden, d.h. als Merkmale für eine ursächlich wirkende intrasomatische oder intrapsychische Krankheit, Schädigung oder Störung, oder sie gelten als die Störung selbst. Nach letzterer Auffassung ist nicht von Symptomen, sondern von unerwünschtem Verhalten in verschiedenen Erscheinungsformen zu sprechen.“ 
Quelle: MYSCHKER, Norbert (2009): Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Erscheinungsformen – Ursachen – Hilfreiche Maßnahmen. Stuttgart: Kohlhammer, S. 59.

Minnie Mouse: Im SGB IX findet man eine Definition für den Begriff der Behinderung welche wie folgt lautet: Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet de/sgb_9_2018/__2.html#:~:text=(1)%20Menschen%20mit%20Behinderungen%20sind,als%20sechs%20Monate%20hindern%20k%C3%B6nnen.

In der oben beschriebenen Definition werden unter anderem die körperlichen Beeinträchtigungen genannt. Eine Körperbehinderung ist die physiologische Einschränkung des menschlichen Körpers. Dies meint, man hat eine körperliche Behinderung, wenn man infolge einer Schädigung, eines Unfalls, des Bewegungssystems, einer organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit in seinem Verhalten beeinträchtigt ist.
Körperliche Beeinträchtigungen können sehr vielfältig sein. Eine Allergie zählt genauso dazu, wie beispielsweise eine Lähmung in einem Körperteil.
Quelle: https://www.myhandicap ch/gesundheit/koerperliche-behinderung/

Eine seelische Behinderung (auch psychische Behinderung) lässt sich oftmals nur schwer erkennen, da es oft keine sichtbaren Zeichen gibt. Eine psychische Behinderung ist eine gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe eines Menschen. Sie betrifft nicht messbare Dimensionen wie Fühlen, Handeln, Wahrnehmung oder Orientierung.
Die Diagnosen im klinischen Bereich orientieren sich häufig an der Beschreibung des Zustandes und des Verlaufs der Erkrankung.
Unter den Bereich der seelischen Behinderung fallen unter anderem beispielsweise auch wahnhafte Störungen, bei welcher die Wahrnehmung oft sehr eingeschränkt ist und Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Bei diesen bilden sich Verhaltensmuster, welche sich bei den betroffenen Person starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen.
Gerade bei dieser Art der Behinderung haben noch viele der Betroffenen Schwierigkeiten zu ihrer Behinderung zu stehen und sie zu benennen. Steht bei den einen die Angst vor Stigmatisierung im Vordergrund, so sind andere oft nicht in der Lage ihre Situation hinreichend diesbezüglich zu verstehen.
Quelle: https://www.integrationsaemter de/Fachlexikon/77c387i1p/index.html#

Bei der geistigen Behinderung gibt es keine fest umschriebenen Eigenschaften um sie klar zu definieren. Gibt es auf der einen Seite Menschen mit geistiger Behinderung, die ihren Alltag weitestgehend allein bestreiten, so gibt es auf der anderen Seite welche, die bei täglich wiederkehrenden Aufgaben Hilfe anderer benötigen.
Das zentrale Merkmal einer geistigen Behinderung ist jedoch die Lernbeeinträchtigung, meist hervorgerufen durch eine Hirnschädigung oder eine Hirnfunktionsstörung. Diese Beeinträchtigung äußert sich beispielsweise im frühkindlichen Alter als deutliche Entwicklungsverzögerung. Diese betrifft alle Bereiche, in denen das Kind etwas lernt.
Quelle: https://www.integrationsaemter de/Fachlexikon/Geistige-Behinderung/77c450i1p/index.html

LeBe

In Ergänzung zu den Beiträgen meiner Kommiliton_innen:

„Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung“ (ICIDH 1 und ICIDH 2, International Classification of Functioning, Disability and Health) der WHO: 

In dieser Klassifikation erfolgte eine Einstufung nicht mehr durch die Orientierung an Defiziten, stattdessen lag das „Ziel der Teilhabe an den verschiedenen Lebensbereichen“ im Fokus. „Die WHO unterschied damals „impairment“ (Schädigung), „disability“ (Funktionseinschränkung) und „handicap“ (soziale Beeinträchtigung). In der Fassung aus dem Jahr 2005 […] wurde das Wort ‚handicap‘ nicht mehr verwendet, sondern die Formulierung „Beeinträchtigung der Teilhabe an der Gesellschaft“ gewählt.“

Quelle:

Behinderungsdefinition WHO. https://www.imhplus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=11&Itemid=196&ang=de – aufgerufen am 16.10.2020.

Die drei Begriffen der WHO:

  1. „impairment (Schädigung)
     = Mängel oder Abnormitäten der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers
  2. disability (Beeinträchtigung)
     = Funktionsbeeinträchtigung oder -mängel aufgrund von Schädigungen, die typische Alltagssituationen behindern oder unmöglich machen
  3. handicap [Beeinträchtigung der Teilhabe an der Gesellschaft] 
     = Nachteile für eine Person aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung“ 

Quelle: Definition der WHOhttps://behinderung.org/gesetze/definition-behinderung.htm – aufgerufen am 16.10.2020.

Drei Kategorien von Behinderung: 

  1. körperliche Behinderung: „eine physiologische Einschränkung des menschlichen Körpers“, Schädigung des Bewegungssystems, organischen Schädigung oder chronischen Krankheit
  2. geistige Behinderung: „signifikant verringerte Fähigkeit, neue oder komplexe Informationen zu verstehen und neue Fähigkeiten zu erlernen und anzuwenden (beeinträchtigte Intelligenz)“
  3. seelische oder psychische Behinderung: „Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe eines Menschen aufgrund einer psychischen Störung oder deren möglichen Folgen.“ (z.B. Depressionen, Burnout)

Quellen:

Cornelius, Verena (2013): Arten der Behinderunghttps://www.vdk.de/ov-laufachtal/ID139627?dscc=essenc – aufgerufen am 16.10.2020.

Körperbehinderunghttps://www.myhandicap.ch/gesundheit/geistige-behinderung/ – aufgerufen am 16.10.2020.

WHO: Definition des Begriffs „geistige Behinderung“https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/mental-health/news/news/2010/15/childrens-right-to-family-life/definition-intellectual-disability – aufgerufen am 16.10.2020.

Psychische Behinderung. https://www.myhandicap.ch/gesundheit/psychische-behinderung/ – aufgerufen am 16.10.2020.

Weitere Aufzählungen nach demSozialverband VdK – Ortsverband Laufachtal

„Mobilitätseinschränkung:

  • Lähmung
  • Gehbehinderung
  • Fehlende Gliedmaße
  • Kleinwuchs

Fehlende Sinne: 

  • Sehbeschränkte Menschen
  • Blinde Menschen
  • Hörgeschädigte Menschen
  • Gehörlose Menschen

Chronische Erkrankungen: 

  • Ernährungsunverträglichkeit
  • Dialysepatienten
  • Diabetes
  • Schmerzpatienten
  • etc.

Besondere Persönlichkeiten: 

  • Geistige Behinderungen (Verstehensschwierigkeiten, Verzögerung bei geistiger Entwicklungen)
  • Psychische Erkrankungen und seelische Behinderung (Neurosen, Depressionen, Psychosen, Boarderline)
  • Schwerst- und Mehrfachbehinderungen
  • Autismus“

Quelle: Cornelius, Verena (2013): Arten der Behinderunghttps://www.vdk.de/ov-laufachtal/ID139627?dscc=essenc – aufgerufen am 16.10.2020.

LeBe: In Ergänzung zu den Beiträgen meiner Kommiliton_innen:

„Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung“ (ICIDH 1 und ICIDH 2, International Classification of Functioning, Disability and Health) der WHO: 

In dieser Klassifikation erfolgte eine Einstufung nicht mehr durch die Orientierung an Defiziten, stattdessen lag das „Ziel der Teilhabe an den verschiedenen Lebensbereichen“ im Fokus. „Die WHO unterschied damals „impairment“ (Schädigung), „disability“ (Funktionseinschränkung) und „handicap“ (soziale Beeinträchtigung). In der Fassung aus dem Jahr 2005 […] wurde das Wort ‚handicap‘ nicht mehr verwendet, sondern die Formulierung „Beeinträchtigung der Teilhabe an der Gesellschaft“ gewählt.“

Quelle:

Behinderungsdefinition WHO. https://www.imhplus de/index.php?option=com_content&view=article&id=11&Itemid=196&ang=de – aufgerufen am 16.10.2020.

Die drei Begriffen der WHO:

  1. „impairment (Schädigung)
     = Mängel oder Abnormitäten der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers
  2. disability (Beeinträchtigung)
     = Funktionsbeeinträchtigung oder -mängel aufgrund von Schädigungen, die typische Alltagssituationen behindern oder unmöglich machen
  3. handicap [Beeinträchtigung der Teilhabe an der Gesellschaft] 
     = Nachteile für eine Person aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung“ 

Quelle: Definition der WHOhttps://behinderung org/gesetze/definition-behinderung.htm – aufgerufen am 16.10.2020.

Drei Kategorien von Behinderung: 

  1. körperliche Behinderung: „eine physiologische Einschränkung des menschlichen Körpers“, Schädigung des Bewegungssystems, organischen Schädigung oder chronischen Krankheit
  2. geistige Behinderung: „signifikant verringerte Fähigkeit, neue oder komplexe Informationen zu verstehen und neue Fähigkeiten zu erlernen und anzuwenden (beeinträchtigte Intelligenz)“
  3. seelische oder psychische Behinderung: „Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe eines Menschen aufgrund einer psychischen Störung oder deren möglichen Folgen.“ (z.B. Depressionen, Burnout)

Quellen:

Cornelius, Verena (2013): Arten der Behinderunghttps://www.vdk de/ov-laufachtal/ID139627?dscc=essenc – aufgerufen am 16.10.2020.

Körperbehinderunghttps://www.myhandicap ch/gesundheit/geistige-behinderung/ – aufgerufen am 16.10.2020.

WHO: Definition des Begriffs „geistige Behinderung“https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/mental-health/news/news/2010/15/childrens-right-to-family-life/definition-intellectual-disability – aufgerufen am 16.10.2020.

Psychische Behinderung. https://www.myhandicap ch/gesundheit/psychische-behinderung/ – aufgerufen am 16.10.2020.

Weitere Aufzählungen nach demSozialverband VdK – Ortsverband Laufachtal

„Mobilitätseinschränkung:

  • Lähmung
  • Gehbehinderung
  • Fehlende Gliedmaße
  • Kleinwuchs

Fehlende Sinne: 

  • Sehbeschränkte Menschen
  • Blinde Menschen
  • Hörgeschädigte Menschen
  • Gehörlose Menschen

Chronische Erkrankungen: 

  • Ernährungsunverträglichkeit
  • Dialysepatienten
  • Diabetes
  • Schmerzpatienten
  • etc.

Besondere Persönlichkeiten: 

  • Geistige Behinderungen (Verstehensschwierigkeiten, Verzögerung bei geistiger Entwicklungen)
  • Psychische Erkrankungen und seelische Behinderung (Neurosen, Depressionen, Psychosen, Boarderline)
  • Schwerst- und Mehrfachbehinderungen
  • Autismus“

Quelle: Cornelius, Verena (2013): Arten der Behinderunghttps://www.vdk de/ov-laufachtal/ID139627?dscc=essenc – aufgerufen am 16.10.2020.

Sonnenblume schreibt: Begriff Behinderung nach dem SGB 9: Hält die körperliche Funktion, die geistige Fähigkeit oder die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate an und ist für das Lebensalter untypisch und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt, spricht man von Behinderung.
https://www.studentenwerke de/de/content/behinderung-%E2%80%93-gesetzliche-definitionen -aufgerufen am 18.10.-

Es kann sich bei der Behinderung um ein angeborenes oder erworbenes Gesundheitsproblem handeln und gemeint sind die Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Ist ein Mensch in seinen alltäglichen Aktivitäten und am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt, gilt er als behindert.Quelle: https://insieme ch/geistige-behinderung/definitionen/ -aufgerufen am 18.10.2020-

Bei Beeinträchtigungen im kognitiven Bereich spricht man von einer geistigen Behinderung, die Einfluss auf die Entwicklung, des Lernverhaltens aber auch die Einschätzung von Situationen meint. Sie können genetisch bedingt, angeboren (z.B. Sauerstoffunterversorgung während der Geburt) sein oder durch einen Unfall verursacht werden.
Quelle: https://insieme ch/geistige-behinderung/definitionen/ -aufgerufen am 18.10.2020-

Es gibt verschiedene Formen die das Lern und Leistungsverhalten langfristig erschweren und fallen unter den Begriff der Lernbehinderung. Altersgerechte Wissens und Fähigkeitsentwicklung sind unter Umständen nicht möglich. Sie wird auch als Intelligenzminderung bezeichnet und können Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen besonders erschweren.
Quelle: https://www.talentplus.de/lexikon/Lex-Lernbehinderung/ -aufgerufen am 18.10.2020-https://inklusion.hypotheses.org/5171 -aufgerufen am 18.10.2020-

Körperbehinderung sind Schädigungen des Stütz- und Bewegungsapparats und anderen inneren oder äußeren Schädigungen. Körperbehinderung dient eigentlich nur als Ober- oder Sammelbegriff für sämtliche Erscheinungsformen und Schweregrade körperlicher Beeinträchtigungen 
Quelle: https://www.talentplus.de/lexikon/Lex-Koerperbehinderung/ -aufgerufen am 18.10.2020-
Hörbehinderung ist eng verknüpft mit der Ursache, dem Zeitpunkt des Eintretens, de Grad und dem Lebensumfeld. Hierzu zählen Gehörlose, spät ertaubte und schwerhörige Menschen. Es wird in leichtgradiger, mittelgradiger und hochgradiger Schwerhörigkeit unterschieden. Des Weiteren an Taubheit grenzend und Gehörlos. Die Übergänge zwischen Schwerhörigkeit und  Gehörlosigkeit  sind dabei fleißend.
Quelle: https://www.gesundheit.gv at/krankheiten/behinderung/taubheit -aufgerufen am 18.10.2020-https://www.talentplus.de/lexikon/Lex-Hoerbehinderung/ -aufgerufen am 18.10.2020-
Psychische Erkrankungen sind unsichtbar und medizinisch nicht immer messbar. Sind das Denken, Fühlen und die Wahrnehmungen und Handlungen über einen längeren Zeitraum verändert wird von psychischer Erkrankung gesprochen. Psychosen oder Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Angsstörungen oder Depressionen zählen unter anderem hierzu und sind die häufigste Ursachen von Arbeitsunfähigkeit.
Quelle: https://www.talentplus de/lexikon/Lex-Psychische-Erkrankungen/ -aufgerufen am 18.10.2020-https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/psychische-gesundheit-%E2%80%93-eine-%C3%BCbersicht/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen -aufgerufen am 18.10.2020

Exosklett: Die WHO geht bei Behinderung immer von 3 Begriffen aus:

impairment (Schädigung)

= Mängel oder Abnormitäten der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers

disability (Beeinträchtigung)

= Funktionsbeeinträchtigung oder -mängel aufgrund von Schädigungen, die typische Alltagssituationen behindern oder unmöglich machen

handicap (Behinderung)

= Nachteile für eine Person aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung 

WHO. https://www.imhplus de/index.php?option=com_content&view=article&id=11&Itemid=196&ang=de – aufgerufen am 20.10.2020.

Definition von Behinderung 

nach dem Bundessozialhilfegesetz (Bundessozialhilfegesetz (BSHG))

„eine nicht nur vorübergehende erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit, die auf 

dem Fehlen oder auf Funktionsstörungen von Gliedmaßen oder auf anderen Ursachen beruht…Weiterhin liegen Behinderungen bei einer nicht nur vorübergehenden

erheblichen Beeinträchtigung der Seh-, Hör-, und Sprachfähigkeit und bei einer erheblichen

Beeinträchtigung der geistigen oder seelischen Kräfte vor.“

https://behinderung org/gesetze/definition-behinderung.htm – aufgerufen am 20.10.2020

Der Begriff „geistige Behinderung“ in der Pädagogik

In der Pädagogik definierte die Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates 1973:

„geistig behindert ist, wer infolge einer organisch-genetischen oder anderweitigen Schädigung in seiner psychischen Gesamtentwicklung und seiner Lernfähigkeit so beeinträchtigt ist, daß er voraussichtlich lebenslanger sozialer und pädagogischer Hilfen bedarf. Mit den kognitiven Beeinträchtigungen gehen solche der sprachlichen, sozialen, emotionalen und der motorischen einher. Eine „untere Grenze“ sollte weder durch Angabe von IQ- Werten noch durch Aussprechen einer Bildungsunfähigkeit festgelegt werden, da grundsätzlich bei allen Menschen die Bildungsfähigkeit angenommen werden muß.

(Deutscher Bildungsrat, Empfehlung der Bildungskommission, 1973, S.13)

Lernbehinderung

„Lernbehinderung ist also kein feststehendes, defizitäres Persönlichkeitsmerkmal, das dem Individuum unabhängig von schulischen Rahmenbedingungen

und Leistungsanforderungen zukommt. Sie ist vielmehr eine schulorganisatorische, normabhängige und deswegen relative sowie relationale Bestimmungsgröße,

die von Lehrer zu Lehrer, von Schule zu Schule, von Ort zu Ort und von Kultur zu Kultur variiert.“ 

(Eberwein, Nr. 6 1996/97 S. 5) 

Mehrfachbehinderung

„Die Mehrfachbehinderung ist eigentlich das was an Behinderungen

in der Realität wirklich vorkommt. Eine klar abzugrenzende „einfache“ Behinderung ist eher selten, weil eine Grundbehinderung 

(Primärbehinderung) fast immer Folgebehinderungen (Sekundärbehinderungen) nach sich zieht.“ 

https://behinderung org/gesetze/mehrfachbehinderung.htm – aufgerufen am 20.10.2020

Sehbehinderung

„Als sehbehindert gilt, wer trotz Korrektur normale Sehfunktionswerte nicht erreicht. 

Man unterscheidet zwischen Sehbehinderten, deren Sehschärfe für die Ferne und/oder für die Nähe auf 1/3 bis 1/20 herabgesetzt 

ist oder die einen Gesichtsfeldausfall von entsprechendem Schweregrad aufweisen, und hochgradig Sehbehinderten mit einer Herabsetzung 

auf 1/20 bis 1/50 der Norm. Sehbehinderung kann auch durch nicht exakt meßbare Beeinträchtigung, wie hohe Blendungsempfindlichkeit

oder asthenopische Beschwerden, definiert sein. Die gemessenen Sehfunktionsdaten können nur Orientierungswerte für die Abgrenzung leifern.“

https://behinderung.org/gesetze/sehschaedigung htm – aufgerufen am 20.10.2020

Systemwarnung schreibt – Behinderung:

Gemäß § 2 Absatz 1 Satz 1 Neuntes Sozialgesetzbuch (SGB IX) versteht man unter Behinderung: “Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können”.

Quelle: https://www.behindertenrechtskonvention info/definition-von-behinderung-3121/

Körperliche Behinderung:

„Als körperbehindert wird ein Mensch bezeichnet, wenn er infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates oder einer anderen organischen Schädigung in seiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt ist.“

Quelle: HEDERICH, Ingeborg: Einführung in die Körperbehindertenpädagogik. München 1999. S.

Geistige Behinderung:

„Geistig behindert ist, wer infolge einer organisch-genetischen oder anderweitigen Schädigung in seiner psychischen Gesamtentwicklung und seiner Lernfähigkeit so beeinträchtigt ist, daß er voraussichtlich lebenslanger sozialer und pädagogischer Hilfen bedarf. Mit den kognitiven Beeinträchtigungen gehen solche der sprachlichen, sozialen, emotionalen und der motorischen einher. Eine „untere Grenze“ sollte weder durch Angabe von IQ- Werten noch durch Aussprechen einer Bildungsunfähigkeit festgelegt werden, da grundsätzlich bei allen Menschen die Bildungsfähigkeit angenommen werden muß.“

Quelle: Deutscher Bildungsrat, Empfehlung der Bildungskommission, 1973, S.13

Sinnesbehinderung:

„Von einer Sinnesbehinderung spricht man, wenn bei Menschen die Wahrnehmung ihres Hör-, Seh-, Tast- oder Riechsinns eingeschränkt ist und nicht durch Hilfsmittel ausgeglichen werden kann. In den meisten Fällen sind Hör- oder Sehvermögen betroffen. Das Spektrum der Sinnesbehinderungen umfasst leichtere Beeinträchtigungen der Sinne bis hin zum vollständigen Hör- oder Sehverlust.“

Quelle: file:///C:/Users/User/AppData/Local/Temp/KOFA_Akton_Mensch_Steckbrief_Sinnesbehinderung pdf

Psychische Störung:

„Häufige, intensive und lang andauernde Normabweichung des Erlebens, Befindens und Verhaltens deuten auf eine psychische Erkrankung hin. Diese Erkrankungen werden in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) als „Psychische Störungen und Verhaltensstörungen“ (ICD-10, Kap. V (F) beschrieben. Dort finden sich Krankheitsbilder wie Depression, manisch-depressive Erkrankungen, Angststörungen und Schizophrenien.“

Quelle: https://www.psyga info/psychische-gesundheit/psychisch-gesund-psychisch-krank

Gerbera:

Körperbehinderung:

„Eine Körperbehinderung ist – im allgemeinen Sprachgebrauch – eine überwindbare oder dauernde Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems oder einer anderen organischen Schädigung…“

Quelle: BLEIDICK, U. (1985): Handbuch der Sonderpädagogik Band I. S. 161

Gerbera: Verhaltensstörung:

„Unter einer Verhaltensstörung versteht man eine Regelübertretung, die vom Handelnden selbst oder von jemandem, der sich ihm gegenüber in einer Machtposition befindet, als störend und unangemessen beurteilt wird.“ (Havers, 1978, S. 24)

Hensle unterscheidet, unter Berufung auf Havers, vier Gruppen von Verhaltensstörungen:

1. „Verhaltensstörungen aggressiver Art“ oder „Aggressivität“. Dazu gehört eine überdurchschnittliche Häufigkeit von körperlichen und verbalen Aggressionen, außerdem Streiten, Frechheiten, Stören des Unterrichts, Ungehorsam, Zerstören von Gegenständen, Lärmen, Wutanfälle und Herumkommandieren anderer Kinder.

2. Ebenso häufig findet man die >Verhaltensstörungen gehemmter Art= („gehemmtes Verhalten“): Sich-Zurückziehen, überempfindliche Reaktionen, Äußerungen von Angst und Minderwertigkeitsgefühle, häufiges Weinen.

3. Die folgende Gruppe bildet „Verhaltensweisen, die für das Alter des Kindes als unangemessen gelten“ („unreifes Verhalten“); auf einer tieferen Altersstufe würden sie zum normalen Verhaltensinventar des Kindes gezählt werden. Beispiele sind Unaufmerksamkeit, Träumen, Passivität (bei Auseinandersetzungen), Masturbation, Kichern und Spielen während des Unterrichts.

4. Als „Verhaltensstörung delinquenter Art“ („sozialisierte Delinquenz“) werden die Teilnahme an gemeinsamen Diebstählen, Kontakt zu anderen Delinquenten, Mitgliedschaft in Banden und häufiges Schulschwänzen zusammengefaßt. Diese Kategorie ließ sich vor allem unter straffällig gewordenen Jugendlichen und in Großstädten nachweisen. Die genannten Verhaltensmuster werden einerseits gewöhnlich in Gruppen ausgeübt, andererseits gewöhnlich durch Nachahmung und direkte Verstärkung erworben. Individuell- gewalttätige Formen der Delinquenz kündigen sich dagegen eher durch hohe Aggressivität an.“ (Hensle, 1994, S. 147)

Quelle: https://behinderung org/gesetze/verhaltensstoerung.htm, aufgerufen am 16.10.2020.Hörbehinderung/Gehörlosigkeit:

Von einer Hörbehinderung spricht man bei einer Beeinträchtigung des Hörvermögens. Diese kann von Hörminderung über Schwerhörigkeit bis hin zu bleibender Gehörlosigkeit reichen. Beides kann angeboren oder im Lauf des Lebens erworben sein.
Visuelle Hilfen wie Lippenlesen können die Kommunikation erleichtern, übermitteln jedoch nur einen geringen Teil der eigentlichen Botschaft. Die Gebärdensprache ist in Österreich als eigenständige und vollwertige Sprache anerkannt.

Quelle: https://www.gesundheit.gv at/krankheiten/behinderung/taubheit, aufgerufen am 16.10.2020. Sehbehinderung:

Sehbehinderungen sind vielfältig und ihre Ausprägung und Folgebeeinträchtigungen sehr individuell. Menschen mit der gleichen Augenerkrankung und/oder einer gleichen Sehkraft haben zumeist einen individuellen Seheindruck (Wahrnehmung des Gesehenen) und kommen mit den Auswirkungen unterschiedlich gut zurecht; sie können unterschiedlich ihre eingeschränkten Seheindrücke verarbeiten (kompensieren) und bewältigen diese auch unterschiedlich gut (Bewältigungsstrategien).

• Als sehbehindert gilt nach medizinischer Messung (Augenarzt) wer trotz Korrektur mit

Brille oder Kontaktlinsen nicht die normale Sehfunktion erreicht und dessen Sehschärfe (Fachbegriff: „Visus“) auf dem besseren Auge weniger als ein Drittel (1/3; 0,3; 33%) bis 1/20 (0,05; 5%) liegt.

  • Hochgradig sehbehindert ist wer mit dem besseren Auge eine Sehschärfe von weniger als 1/20 bis zu 1/50 (0,02; 2%) erreicht.
  • Menschen mit geringeren Visus gelten gesetzlich als blind, auch wenn noch ein Restsehvermögen oder Lichtscheinwahrnehmung vorhanden ist.Durch weitere Beeinträchtigungen, wie Gesichtsfeldausfälle kann ein Mensch bei besserer Sehstärke einer der darunter liegenden Gruppen gleichgestellt sein.Quelle: https://www.sehbehinderung de/index.php?menuid=27&reporeid=46&getlang=de, aufegrufen am 16.10.2020

Was meinen Leute mit „behindert“?

Welche Begriffe verwenden Profis?

„Menschen gelten im sozialrechtlichen Sinne als behindert (§ 2 Absatz 1 SGB IX), wenn ihre körperlichen oder geistigen Fähigkeiten oder ihre seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend (das heißt länger als sechs Monate) von dem altersentsprechenden Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist. 

Auch wenn dies die offizielle Definition des Begriffs „behindert“ nach dem SGB IX ist, wird er jedoch oft in einem negativen Zusammenhang (z.B. als Schimpfwort) verwendet. 

Ich vermute, dass Profis generell „Menschen mit Behinderungen“ sagen würden. Je nach Behinderung wird hier dann weiter spezifiziert. 

Z.B.: „Gehörlose Menschen“. Ich finde es wichtig, dass Wort „Mensch“ zu nutzen, da der Mensch bei der Bezeichnung „Gehörloser“ auf das Merkmal reduziert wird, welches seine anderen Eigenschaften dominiert.

Quellen: 

https://www.talentplus de/lexikon/Lex-Behinderung/

https://www.leidmedien de/begriffe

Mar schreibt: Definition Behinderung: 

Eine allgemein anerkannte Definition von Behinderung gibt es nicht. Es lässt sich damit erklären, dass es sich um einen medizinischen, psychologischen, pädagogischen, soziologischen, sowie bildungs- und sozialpolitischen Terminus handelt, der in den Kontexten je nach seiner Verwendung unterschiedliche Funktionen hat. (vgl. Dederich, 2009 S. 15) 

Nach § 2 Abs. 1 SGB IX spricht man von einer Behinderung, wenn die körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Diese deutsche Gesetzesdefinition des Behindertenbegriffs beruht auf der Behindertenrechtsdefinition der Vereinten Nationen.  

Quellen: 

http://www.inklusion-gelingt de/behinderung-was-bedeutet-das.html und https://www.behindertenrechtskonvention info/definition-von-behinderung-3121/ (18.10.2020) 

Verhaltensstörung: 

In den unterschiedlichsten Lebenslagen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer wieder durch psychosoziale Handlungsweisen aufgefallen, die in ihrer personalen Welt nicht mehr als tolerierbar, sondern als unerwünscht, störend und herausfordernd angesehen worden sind. [..] Wurde im 19. Jh noch von Kinderfehlern gesprochen, sprach man zu späteren Zeiten von entwicklungsgestörten, entwicklungsgehemmten, entwicklungsgeschädigten, aber auch von erziehungsschwierigen, schwer erziehbaren bzw. Unerziehbaren, […] im Sozialgesetzbuch VIII wird von seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen gesprochen. (Störmer 2013, S.13) 

Heute definiert man eine Verhaltensstörung als kulturell unangemessenes Verhalten von einer Intensität, Häufigkeit und Dauer, dass die physische Sicherheit der Personen oder Anderer ernsthaft gefährdet ist, oder Verhalten, das gravierend die Nutzung von Einrichtungen der Gemeinschaft begrenzt oder dazu führt, dass der Zugang zu diesen verweigert wird.  

Im ICD10 steht, dass Verhaltensstörungen in Bezug auf Intelligenzminderung kodiert werden können. Es muss sich dabei um Verhaltensstörungen handeln, die Beobachtung oder Behandlung erfordern, wenn diese sich nicht auf eine andere psychische Störung beziehen. Verhaltensstörungen sind im ICD-10 also eine Ausschlussdiagnose. (Schanze 2007, S.145) 

Körperbehinderung 

Ist ein Oberbegriff für sämtliche Erscheinungsformen und Schweregrade körperlicher Beeinträchtigungen. Im Handbuch der Sonderpädagogik  Band I findet man dazu folgende Aussage: „Eine Körperbehinderung ist – im allgemeinen Sprachgebrauch – eine überwindbare oder dauernde Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems oder einer anderen organischen Schädigung…“ Die häufigsten Erscheinungsformen sind: Schädigungen des ZNS (Querschnittslähmung, Bewegungsstörungen, MS, usw.), Schädigungen des Skelettsystems (Verkrümmungen, Gelenkfehlstellungen, etc.),Fehlbildungen des Skelettsystems, Amputationen (durch Unfallschäden, Tumore, Gefäßerkrankungen), Muskelsystemerkrankungen (Muskelatrophie, Muskeldystrophie), Entzündliche Erkrankungen der Knochen und Gelenke.  

Quellen: https://behinderung org/gesetze/koerperbehinderung.htm (aufgerufen: 18.10.20) 

 
Gehörlosigkeit 

Aus medizinischer Perspektive wird Gehörlosigkeit über den Grad des Hörverlustes definiert: Gehörlos ist, wer im Bereich zwischen 125 und 250 Hz einen Hörverlust von mehr als 60 dB sowie im übrigen Frequenzbereich von mehr als 100 dB hat. Eine hochgradige Schwerhörigkeit liegt vor, wenn der mittlere Hörverlust zwischen 70 und 100 dB beträgt. Bei Hörverlusten zwischen 85 und 100 dB spricht man auch von „Resthörigkeit“ oder „an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit“. Aus Sicht der Gehörlosengemeinschaft, d.h. der Betroffenen selbst, wird Gehörlosigkeit nicht über fehlendes Hörvermögen definiert, sondern sprachlich und kulturell. Gehörlose sind Hörbehinderte, die vorzugsweise in Gebärdensprache kommunizieren und sich der Gebärdensprachgemeinschaft und ihrer reichen Kultur zugehörig fühlen. In den meisten Fällen ist die Gehörlosigkeit erworben und seltener vererbt. Vor der Geburt kann der Fötus aufgrund einer Viruserkrankung der Mutter (z.B. Röteln oder Toxoplasmose) oder durch Medikamente geschädigt worden sein. Während der Geburt können Sauerstoffmangel oder mechanische Geburtstraumen Gehörlosigkeit verursachen. Gründe für einen späteren Hörverlust sind häufig Gehirnhautentzündungen, Schädelbrüche, Virus-Infektionen wie Mumps oder Masern, chronische Mittelohrentzündungen oder bestimmte Medikamente. In vielen Fällen bleibt jedoch die Ursache der Gehörlosigkeit trotz des medizinischen Fortschritts unbekannt. 

 Quelle: https://www.gehoerlosen-bund de/faq/geh%C3%B6rlosigkeit (aufgerufen: 18.10.2020) 

 Mar: Definition Behinderung: 

Eine allgemein anerkannte Definition von Behinderung gibt es nicht. Es lässt sich damit erklären, dass es sich um einen medizinischen, psychologischen, pädagogischen, soziologischen, sowie bildungs- und sozialpolitischen Terminus handelt, der in den Kontexten je nach seiner Verwendung unterschiedliche Funktionen hat. (vgl. Dederich, 2009 S. 15) 

Nach § 2 Abs. 1 SGB IX spricht man von einer Behinderung, wenn die körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Diese deutsche Gesetzesdefinition des Behindertenbegriffs beruht auf der Behindertenrechtsdefinition der Vereinten Nationen.  

Quellen: 

http://www.inklusion-gelingt de/behinderung-was-bedeutet-das.html und https://www.behindertenrechtskonvention.info/definition-von-behinderung-3121/ (18.10.2020) 

Verhaltensstörung: 

In den unterschiedlichsten Lebenslagen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer wieder durch psychosoziale Handlungsweisen aufgefallen, die in ihrer personalen Welt nicht mehr als tolerierbar, sondern als unerwünscht, störend und herausfordernd angesehen worden sind. [..] Wurde im 19. Jh noch von Kinderfehlern gesprochen, sprach man zu späteren Zeiten von entwicklungsgestörten, entwicklungsgehemmten, entwicklungsgeschädigten, aber auch von erziehungsschwierigen, schwer erziehbaren bzw. Unerziehbaren, […] im Sozialgesetzbuch VIII wird von seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen gesprochen. (Störmer 2013, S.13) 

Heute definiert man eine Verhaltensstörung als kulturell unangemessenes Verhalten von einer Intensität, Häufigkeit und Dauer, dass die physische Sicherheit der Personen oder Anderer ernsthaft gefährdet ist, oder Verhalten, das gravierend die Nutzung von Einrichtungen der Gemeinschaft begrenzt oder dazu führt, dass der Zugang zu diesen verweigert wird.  

Im ICD10 steht, dass Verhaltensstörungen in Bezug auf Intelligenzminderung kodiert werden können. Es muss sich dabei um Verhaltensstörungen handeln, die Beobachtung oder Behandlung erfordern, wenn diese sich nicht auf eine andere psychische Störung beziehen. Verhaltensstörungen sind im ICD-10 also eine Ausschlussdiagnose. (Schanze 2007, S.145) 

Körperbehinderung 

Ist ein Oberbegriff für sämtliche Erscheinungsformen und Schweregrade körperlicher Beeinträchtigungen. Im Handbuch der Sonderpädagogik  Band I findet man dazu folgende Aussage: „Eine Körperbehinderung ist – im allgemeinen Sprachgebrauch – eine überwindbare oder dauernde Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems oder einer anderen organischen Schädigung…“ Die häufigsten Erscheinungsformen sind: Schädigungen des ZNS (Querschnittslähmung, Bewegungsstörungen, MS, usw.), Schädigungen des Skelettsystems (Verkrümmungen, Gelenkfehlstellungen, etc.),Fehlbildungen des Skelettsystems, Amputationen (durch Unfallschäden, Tumore, Gefäßerkrankungen), Muskelsystemerkrankungen (Muskelatrophie, Muskeldystrophie), Entzündliche Erkrankungen der Knochen und Gelenke.  

Quellen: https://behinderung org/gesetze/koerperbehinderung.htm (aufgerufen: 18.10.20) 

 
Gehörlosigkeit 

Aus medizinischer Perspektive wird Gehörlosigkeit über den Grad des Hörverlustes definiert: Gehörlos ist, wer im Bereich zwischen 125 und 250 Hz einen Hörverlust von mehr als 60 dB sowie im übrigen Frequenzbereich von mehr als 100 dB hat. Eine hochgradige Schwerhörigkeit liegt vor, wenn der mittlere Hörverlust zwischen 70 und 100 dB beträgt. Bei Hörverlusten zwischen 85 und 100 dB spricht man auch von „Resthörigkeit“ oder „an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit“. Aus Sicht der Gehörlosengemeinschaft, d.h. der Betroffenen selbst, wird Gehörlosigkeit nicht über fehlendes Hörvermögen definiert, sondern sprachlich und kulturell. Gehörlose sind Hörbehinderte, die vorzugsweise in Gebärdensprache kommunizieren und sich der Gebärdensprachgemeinschaft und ihrer reichen Kultur zugehörig fühlen. In den meisten Fällen ist die Gehörlosigkeit erworben und seltener vererbt. Vor der Geburt kann der Fötus aufgrund einer Viruserkrankung der Mutter (z.B. Röteln oder Toxoplasmose) oder durch Medikamente geschädigt worden sein. Während der Geburt können Sauerstoffmangel oder mechanische Geburtstraumen Gehörlosigkeit verursachen. Gründe für einen späteren Hörverlust sind häufig Gehirnhautentzündungen, Schädelbrüche, Virus-Infektionen wie Mumps oder Masern, chronische Mittelohrentzündungen oder bestimmte Medikamente. In vielen Fällen bleibt jedoch die Ursache der Gehörlosigkeit trotz des medizinischen Fortschritts unbekannt. 

 Quelle: https://www.gehoerlosen-bund de/faq/geh%C3%B6rlosigkeit (aufgerufen: 18.10.2020) 

(3) Die dritte Lehreinheit befasst sich mit dem Vergleich von Integration und Inklusion. Sie bezieht sich mit Georg Feuser dabei einerseits auf einen sehr bekannten Integrationspädagogen und Vertreter der Materialistischen Behindertenpädagogik. Und sie macht bekannt mit Positionen von Andreas Hinz.

Integration und Inklusion


Tab 1:
 Feuser (1999) : Integrative Pädagogik ist eine Allgemeine Pädagogik, in der
alle Kinder 
in Kooperation miteinander 
auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau 
mittels ihrer momentanen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen 
an und mit einem gemeinsamen Gegenstand 
spielen lernen und arbeiten 
Tab 18: Hinz, A.: Entwicklungswege zu einer Schule für alle mit Hilfe des Index für Inklusion. In: Z.f.H. 5/2004, 245-250
Praxis der IntegrationPraxis der Inklusion
Eingliederung von Kindern mit best. Bedarfen in die Allg.SchuleLeben und Lernen in der Allgemeinen Schule
Diff. System je nach SchädigungUmfassendes System für alle
Zwei Gruppen Theorie (mit / ohne sonderpäd. Förderbedarf)Theorie einer heterogenen Gruppe
Aufnahme von beh. KindernVeränd. d. Selbstverst. Schule
Individuumzentrierter AnsatzSystemischer Ansatz
Fixierung auf die inst. EbeneBeacht. d. em. soz. & unter. E. 
Ressourcen für K. mit Etikett.Ressourcen für Systeme
Individuelle Curricula f. EinzelneGem. & indivi. Lernen für alle
Förderpläne für beh. Kinderein individ. Curriculum für alle
Anliegen und Auftrag der Sonderpädagogik und SonderpädagoginnenGem. Planung & Reflexion aller Beteiligter, Anliegen & Auftrag der Schulp. & Schulpädagogen
Sonderpädagogik als Unterstützung für besondere KinderSonderpädagogik als Unterstützung von Klassen- lehrer, Klassen und Schulen
Ausweitung von Sonderpäda- gogik in die Schulen hineinVeränderung von Sonderpäda- gogik und Schulpädagogik
Kombination von (unveränd.) Schul- und SonderpädagogikSynthese von (veränderter) Schul- und Sonderpädagogik
Kontrolle durch ExpertinnenKoll. Problemlösen im Team

 Pama: Beeinträchtigte und nicht beeinträchtige Kinder und Jugendliche werden in der Praxis der Integration in zwei einheitliche Gruppen eingeteilt, und zwar in eine Gruppe mit und eine Gruppe ohne Beeinträchtigungsmerkmale, während die Inklusion eine Gruppe entwickelt, welche uneinheitlich also heterogen aufgebaut ist. Nach Georg Freuser arbeitet die Praxis der Integration nach dem individuumszentrierten Ansatz. Andreas Hinz spricht in der Praxis der Inklusion über den systematischen Ansatz. Auch bei den Förderplänen gibt es Unterschiede. In der Integrationspraxis werden Pläne gezielt für beeinträchtigte Kinder erstellt. In der Inklusionspraxis wird auch Curriculum erstellt – das ist ein Lehrplan oder Lehrprogramm, das auf einer Theorie des Lehrens und Lernens aufbaut. Bei einem Anliegen oder einem Auftrag, welcher sich auf die beeinträchtigen Kinder bezieht sind die Sonderpädagogen zuständig. Die gemeinsame Planung, Reflexion aller Beteiligten ist ein großer Punkt und auch bei einem Anliegen sind alle Schulpädagogen miteinzubeziehen. Die Sonderpädagogin unterstützt in der Integrationspraxis die beeinträchtigten Kinder bzw. Kinder mit besonderen Unterstützungsbedarf. In der Inklusionspraxis steht die Sonderpädagogin allen Beteiligten zur Verfügung sowohl als Unterstützung für die Klasse, Lehrer aber auch Schülerinnen und Schüler. Auch die Ausweitung der Sonderpädagogik wird in der Intergrationspraxis durchgeführt. Die Inklusionspädagogik zielt eher auf die Veränderung der Sonder- und Schulpädagogik aus. Die Kontrolle erfolgt in der Integrationspraxis durch Expertinnen wie den Sonderpädagogen. In der Inklusionspraxis erfolgt die als Team und wird von jedem wahrgenommen.

Die Unterschiede machen deutlich, dass Integration das Ziel der Eingliederung von Menschen in bestehende Systeme wie z.B. Schule verfolgt. Das Ziel der Inklusion ist, das System an die Menschen anzupassen. 

BS schreibt:

Georg Feuser (integrative Pädagogik):

  • Anspruch, Menschen / Kinder gemeinsam zu bilden und zu unterrichten
  • anknüpfend an ihrem aktuellen, individuellen Entwicklungsstand (Individuumszentrierter Ansatz)
  • Entwicklung von Fördermaßnahmen gezielt für beeinträchtigte Kinder, was zur Spaltung in zwei Gruppen führt (Kinder mit / und ohne besonderen Förderbedarf)
  • Sonderpädagogen/innen stehen hauptsächlich den beeinträchtigten Kindern zur Seite
  • INTREGRATION: Integration von beeinträchtigten Menschen in ein bestehendes System!
  • das Integrationsmodell nimmt bewusst Unterschiede wahr und setzt voraus, dass der Einzelne (oder eine „Minderheit“) sich in das bestehende System integriert

Andreas Hinz (Inklusion):

  • für eine Pädagogik der Vielfalt, bei der alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden, egal welche Merkmale diese vorweisen
  • keine gesonderten Fördermaßnahmen für Kinder mit Behinderungen, sondern ein gemeinsames, individuelles Lernen für alle (Theorie einer heterogenen Gruppe / Systemischer Ansatz)
  • Sonderpädagogen stehen allen Schüler/innen; Lehrer/innen; o.a. Beteiligten zur Verfügung
  • INKLUSION: Anpassung des Systems (z.B. des Schulsystems) an die Kinder und nicht andersherum!! 
  • Inklusion betrachtet Vielfalt als selbstverständlich, nach dem die Rahmenbedingungen so gestaltet werden müssen, dass jedem Teilhabe ermöglicht wird

Ramona: Der Begriff Integration teilt Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in zwei unterschiedliche Gruppen ein, wobei der Begriff der Inklusion Menschen mit und ohne Behinderung als eine Gruppe bezeichnet. Bei der Integration handelt es sich um einen individuumzentrierten Ansatz, bei der Inklusion um einen systemischen Ansatz. Die Pläne bezüglich der Förderung und Bildung sind unterschiedlich ausgelegt. In der Praxis der Integration gibt es spezielle Förderpläne für Kinder mit Behinderung, in der Praxis der Inklusion hingegen nicht, hier gibt es einen einheitlichen Weg, mit individuellen „Abzweigungen“, welche an die einzelnen Bedürfnisse der Kinder angepasst werden können. Die Inklusion verfolgt das Ziel der Eingliederung von Menschen mit und ohne Behinderung in bereits bestehende Systeme, wie Kindergarten, Schule, Berufsschule, etc. Die Integration verfolgt das Ziel, das bestehende System an die Menschen mit Beeinträchtigung anzupassen, wobei immer eine Sonderstellung für die Betroffenen entsteht.

Anmerkung Mand: Bitte beachten Sie genau, wie Feuser den Begriff Integration bestimmt. Wo genau steht etwas von individuumszentriert? Woran machen Sie fest, dass Feuser einer Zwei-Gruppen-Theorie anhängt? Wo steht etwas von besonderen Plänen (nur) für Kinder mit Behinderung? Wo steht, dass Feuser daran arbeitet, den behinderten Menschen an das System anzupassen?

Minnie Mouse: Arbeitsaufgabe zu den Themen Integration und Inklusion

Integrative Pädagogik nach Georg Feuser:
–    Integration umschreibt die Idee vom Erhalt/ der Wiederherstellung gemeinsamer Lebens- und Lernfelder für behinderte und nicht behinderte Menschen –> Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten aller Menschen
–    Integration sollte nicht teilbar sein (in integrations- und nicht integrationsfähig) die Kinder können voneinander profitieren –> alle Kinder gehören zu einer Integration
–    Der Unterricht bzw. die Förderung sollte Angebote auf unterschiedlichen Niveaus anbieten (orientiert an den individuellen Entwicklungsständen der Kinder) –> Pädagogen sollten in heterogenen Lerngruppen im Unterricht arbeiten, damit Kinder auf ihrem Entwicklungsniveau Aufgaben bekommen können –> zwar gibt es unterschiedliche Aufgaben, aber alle im gleichen Themenbereich

Inklusion nach der Idee von Andreas Hinz:
–    Unterscheidung in gute und schlechte Form der gemeinsamen Förderung von Menschen mit und ohne Behinderung
–    Schlechte Förderung: Defizit orientiert, Schulen verändern sich nicht – Konzentration auf Förderangebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf, sie etikettieren Kinder als behindert, es gibt individuelle Lehrpläne nur für behinderte Kinder und es gibt eigens zugeteilte Sonderpädagogen –> nach Hinz die Praxis der Integration
–    Gute Förderung: Kinder mit Behinderung sind von Anfang an mit in der allgemeinen Schule mit eingeplant, die Lerngruppen sind heterogen, die Schule hat einen anderen Blick (nicht mehr orientiert an Defiziten), es gibt einen Systemischer Ansatz, keine Etikettierung, Systeme sind von Anfang an so eingestellt, dass alle Kinder, egal mit welchem Hintergrund, die bestmögliche Förderung erhalten können – individualisierte Angebote für alle –> Praxis der Inklusion

Fuchs01: Meiner Meinung nach unterscheidet sich der Begriff der Integration nach Feuser, im Kern nur wenig von dem Begriff Inklusion nach Hinz. Beide hatten die gleiche Intention, Menschen die von der Gesellschaft exkludiert werden in diese einzugliedern.Dennoch sind einige Unterschiede zu erkennen. Feuser möchte die Kinder in die bestehende Gesellschaft integrieren während Hinz die Gesellschaft an die individuellen Fähigkeiten und Schwächen jedes einzelnen anpassen möchte. Feuser hat also erstmal die Grundlage geschaffen dass Kinder ob behindert oder nicht, zusammen lernen, leben und arbeiten sollen und dass Jeder auf seinem Niveau gefördert werden soll. Hinz hat auf diesem Prinzip aufgebaut und Verfeinerungen durchgeführt. z.B. nicht nur bloß die Aufnahme der Kinder sondern eine Umstrukturierung der Schulen.

Glauca: Integration
– sieht zwei Gruppen (mit und ohne Beeinträchtigung) und die Notwendigkeit die eine in die andere einzufügen
– Fokus liegt darauf, wie man Menschen mit Förderbedarf in ein System integrieren kann.
– ist ein individuumszentrierter Ansatz, der Menschen mit Förderbedarf durch individuelle Unterstützung (z.B. Integrationshelfer in Schulen) in die Gesellschaft einführt. Individuelles Lernen für alle, die mit dem „normalen“ Stand nicht mithalten können.
– Defizitorientiertes Verständnis des Individuums. Besteht überhaupt ein Bedarf zu Fördern? Gibt es Defizite?

Erdbeeerminze: Inklusion
– geht von einer einzigen Heterogenen Gruppe aus
– fokussiert sich darauf, wie ein System aufgestellt sein muss, um jedem Menschen gerecht zu werden.
– versteht sich als allgemeinpädagogischer Ansatz, der individuelle Förderung als Recht jedes Menschen sieht, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Individuelles Lernen für alle!
– Ressourcenorientiertes Verständnis des Individuums. Wie können wir jeden Menschen in seinen Stärken fördern?
Inklusion
– geht von einer einzigen Heterogenen Gruppe aus
– fokussiert sich darauf, wie ein System aufgestellt sein muss, um jedem Menschen gerecht zu werden.
– versteht sich als allgemeinpädagogischer Ansatz, der individuelle Förderung als Recht jedes Menschen sieht, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Individuelles Lernen für alle!
– Ressourcenorientiertes Verständnis des Individuums. Wie können wir jeden Menschen in seinen Stärken fördern?

Integrative Pädagogik nach Georg Feuser: 

Die Begriffsdefinition von „Integration“ nach G. Feuser umfasst die Idee des gemeinsamen Spielens und Lernens aller Kinder unabhängig einer eventuell gegebenen Behinderung, sodass alle von der Gemeinschaftlichkeit profitieren können. Nach dieser Begriffsdefinition von Integration ist es also nicht sinnvoll, Kinder entsprechend dem Maßstab integrativ bzw. nicht integrativ zu teilen und Kinder mit Behinderung in Sondereinrichtungen zu separieren. Dies erhebt den Anspruch an pädagogische Fachkräfte Kinder in heterogenen Lerngruppen speziell nach dem individuellen Entwicklungsniveau zu fördern. 

Inklusion nach Andreas Hinz:

Andreas Hinz unterschiedet zwei Formen der gemeinsamen Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung. Die eine Form benennt er als die schlechte Form und nutzt als Synonym dafür den Begriff „Integration“. Hiermit meint er eine Förderung, die dem individuumzentriertem Ansatz folgt und defizitorientiert ist. Kinder mit Behinderung werden eingegliedert in die Allgemeine Schule. Es wird in zwei Gruppen unterschieden: Kinder mit und Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Kinder mit einer Behinderung werden folglich als „behindert“ etikettiert. Nur für sie gibt es individuelle Lernpläne und die Unterstützung von eigens zugeteilten Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen.

Die andere Form, die A. Hinz beschreibt, ist die gute Form. Für diese nutzt er den Namen „Inklusion“. Sie umschreibt eine gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung in heterogenen Lerngruppen, die ganz selbstverständlich gemeinsam in der Allgemeinen Schule lernen und leben. Die Schule folgt dabei dem systemischen Ansatz und bietet individualisierte Angebote für alle an. Somit findet keine Etikettierung von Kindern mit Behinderung statt. 

Erdbeerkuchen: Integration bzw. Integrative Pädagogik nach Georg Feuser:

  • ist eine allgemeine Pädagogik 
  • kein Kind wird in einer Sondereinrichtung gefördert, sondern alle Kinder sollen in Kooperation miteinander spielen, lernen und arbeiten (auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau) – dadurch können Kinder voneinander profitieren
  • Es soll in heterogenen Gruppen gearbeitet werden, um auf individuellem Entwicklungsniveau profitieren zu können (Es gibt zwar unterschiedliche, individuelle Aufgaben je nach Entwicklungsstand, aber es wird zum gleichen Thema gearbeitet)
  • Feuser sagt: „Integration ist unteilbar.“ (das meint, dass nicht zwischen integrations- und nicht integrationsfähig unterschieden wird)
  • Es kann nicht gefordert werden, dass sich der behinderte Mensch der Gesellschaft anpassen muss, um integriert zu werden
  • Der Mensch muss Hilfen, die er beispielsweise zur Weiterentwicklung seiner geistigen und körperlichen Funktionen benötigt, in seinen natürlichen Lebenszusammenhängen erhalten, um ihm die Teilhabe an der Gesellschaft, sowie soziale Kontakte zu ermöglichen

Inklusion nach Andreas Hinz:

– setzt sich für seine Pädagogik der Vielfalt ein, bei der alle Kinder zusammen zur Schule gehen, egal welche Merkmale diese vorweisen

  • Unterscheidung in eine gute und eine schlechte Form gemeinsamer Förderung von Menschen mit und ohne Behinderung 

Schlechte Form: 

  • Defizitorientiert 
  • Konzentration auf Förderangebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf
  • Individuelle Lehrpläne extra für Kinder mit einer Behinderung
  • Job von Sonderpädagogen/Sonderpädagoginnen
  • > Integration als Synonym für die schlechte Förderung

Gute Form:

  • Kinder mit Behinderung sind von Beginn an in der allgemeinen Schule mit eingebunden 
  • Geht von vornherein davon aus, dass die Lerngruppen heterogen sind (umfassen also unterschiedliche Kinder)
  • Systemischer Ansatz 
  • Keine Etikettierung 
  • Individualisiere Angebote für alle Kinder 
  • > Inklusion als Synonym für die gute Förderung 

Exosklett:

Integrationnach George FeuserInklusion nach Andreas Hinz
Alle Kinder sollen mit ihrem individuellen Entwicklungsstand miteinander Lernen>Integration ist unteilbar (keine Sondereinrichtungen)Galle Kinder sollen in gemischten Lerngruppen lernen.Dabei sollen sie alle in ein System integriert werden.
Ist Gegner von SondereinrichtungenIst Gegner von Sondereinrichtungen
Die Umsetzung scheitert an begrenzten RessourcenDie Umsetzung scheitert an vorrangig politischer Motivation
Eine Fachkraft als Experte für die Kinder mit Behinderung (Sonderpädagoge) und eine Fachkraft für alle anderen Kinder unterrichten gemeinsam eine Klasse.Eine Fachkraft entwickelt für jeden Schüler individuell einen Lehrplan zu einem gemeinsamen Thema
Integration ist unteilbarMenschen die integriert werden, sollen nicht unterteilt werden (schwer behindert, verhaltensgestört)Inklusion ohne EtikettierungMenschen die inkludiert werden sollen, bekommen keinen „behindert“ Stempel aufgedrückt. Sie sollen als ein Teil des Systems verstanden werden.

Mar: Georg Feuser Integrative Pädagogik 

Feusers Definition von Integration umfasst das gemeinsame interagieren mit allen Kindern. Ein Unterscheiden zwischen Kindern mit und ohne Behinderung gibt es nicht. Er betont, dass kein Kind separiert in eine Sondereinrichtung gehen sollte. Durch verschiedene Methoden und Modelle im Schulalltag sollen pädagogische Fachkräfte in heterogenen Gruppen die Kinder individuell fördern. Ein Beispiel zur Umsetzung zeigt der Wochenplan. Dieser beinhaltet passende Angebote, die auf das Individuum abgestimmt werden und im jeweiligen Tempo erarbeitet werden können. 

Andreas Hinz: Inklusion 

Nach Andreas Hinz Definition, gibt es zwei Formen von gemeinsamer Förderung mit und ohne Behinderung, die es zu unterscheiden gilt. Die schlechte Form und die Gute Form.  

Die schlechte Form ist defizitorientiert. Das heißt, dass Beispielsweise die Schulen sich auf spezielle Förderangebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf konzentrieren sollen. Somit wird zwar auch Individuumszentriert gearbeitet, aber Etikettiert Kinder damit als “Behindert” und anders. 

Die Gute Form ähnelt, wie ich finde, der Integrativen Pädagogik nach Feuser. In der allgemeinen Schule soll mitgedacht werden und alle nach dem systemischen Ansatz in heterogenen Gruppen gefördert werden.

Sonnenblume : Unterscheidung der Begriffe nach Feuser und Hinz;
Feuser Integration:- Idee die Kinder/ Menschen in die bestehende Gesellschaft integrieren 
 Hinz Inklusion:- Anpassen der Gesellschaft an die individuellen Fähigkeiten und Schwächen jedes einzelnen. 
Bei  Feuser wird vom Individuum ausgegangen, beim Hinz wiederum von der Gesellschaft. Bereits bei Feuser war das Ziel, dass gemeinsam gelernt, gelebt und gearbeitet werden soll, wobei vom individuellen Entwicklungsstand aus gefördert werden soll. Hinz erweiterte dies, durch  z.B. nicht nur bloß die Aufnahme der Kinder sondern eine Umstrukturierung und Anpassung des Systems und der Schulen.

Mar: Georg Feuser: Integrative Pädagogik 

Feusers Definition von Integration umfasst das gemeinsame interagieren mit allen Kindern. Ein Unterscheiden zwischen Kindern mit und ohne Behinderung gibt es nicht. Er betont, dass kein Kind separiert in eine Sondereinrichtung gehen sollte. Durch verschiedene Methoden und Modelle im Schulalltag sollen pädagogische Fachkräfte in heterogenen Gruppen die Kinder individuell fördern. Ein Beispiel zur Umsetzung zeigt der Wochenplan. Dieser beinhaltet passende Angebote, die auf das Individuum abgestimmt werden und im jeweiligen Tempo erarbeitet werden können. 

Andreas Hinz: Inklusion 

Nach Andreas Hinz Definition, gibt es zwei Formen von gemeinsamer Förderung mit und ohne Behinderung, die es zu unterscheiden gilt. Die schlechte Form und die Gute Form.  

Die schlechte Form ist defizitorientiert. Das heißt, dass Beispielsweise die Schulen sich auf spezielle Förderangebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf konzentrieren sollen. Somit wird zwar auch Individuumszentriert gearbeitet, aber Etikettiert Kinder damit als “Behindert” und anders. 

Die Gute Form ähnelt, wie ich finde, der Integrativen Pädagogik nach Feuser. In der allgemeinen Schule soll mitgedacht werden und alle nach dem systemischen Ansatz in heterogenen Gruppen gefördert werden.

Systemwarnung: Vergleich der Begriffe ‚Integration‘ nach Georg Fauser und ‚Inklusion‘ nach Andreas Hinz

Meiner Ansicht nach, unterscheiden sich die Begriffe ‚Integration‘ nach Georg Fauser und ‚Inklusion‘ nach Andreas Hinz nur in wenigen Punkten. In einigen Punkten gibt es jedoch Übereinstimmungen bei der Begriffsbestimmung. 

So gehen Georg Fauser und Andreas Hinz beide von dem gemeinsamen Lernen aller Kinder aus. Dies meint das Lernen in einer heterogenen Gruppe, in der jeder von seinem Gegenüber profitieren und lernen kann. Die Kinder sollen mit einem gemeinsam Lehrplan oder an einem Themengebiet (Gegenstand) lernen. Zudem befürworten beide eine Veränderung der Schulpädagogik und des Schulsystems und somit keine Anpassung von ‚behinderten Menschen‘ an das bestehende System. 

Die historischen Wurzeln des Integrationsbericht werden in den HELIOS II Programmen wie folgt formuliert: „The term inclusion implies a positive process of building systems which from the beginning include all members of society and therefore, no individual is perceived as segregated. The term inclusion is a positive description of what is meant by the term integration.” (1996). Der Begriff ‚Inklusion‘ könnte demnach als Ziel begriffen werden, der durch den Prozess der Integration erreicht werden soll. 

Quellen:

Anmerkung Mand: Ich weiß nicht genau, was die Teilnehmer/*innen des Seminars in diese Richtung zieht. Aber Sie tun Feuser ganz bestimmt Unrecht, wenn Sie annehmen, dass er behinderte Menschen in die bestehende Gesellschaft eingliedern wollte (im Sinne von Assimilation). Der Mann ist wichtiger Vertreter der materialistischen Behindertenpädagogik. Und die wollen sicher nicht irgend jemanden in die bestehende Gesellschaft eingliedern. Die verstehen Behinderung als Ausdruck des kapitalistischen Ausbeutungssystems (z. B. die Analyse von Hilfsschülern als industrieller Reservearmee des Kapitalismus, wie Jantzen einstens formulierte) und arbeiten seit Jahrzehnten an Strategien, den Kapitalismus zu überwinden. Feuser denkt mit Sicherheit nicht daran, das Schulsystem zu bewahren & Behinderte anzupassen.

Die Behauptungen von Hinz fassen Sie ja richtig zusammen (Integration= defizitorientiert, will Behinderte an ein System anpassen usw.). Die entscheidende Frage ist allerdings: Kann Hinz seine Behauptungen belegen? Und treffen diese Behauptungen wirklich den Kern dessen, was Feuser als Integration bestimmt ?

(4) In der vierten Lerneinheit geht es um Stigmatisierung und Etikettierung. Wenn Menschen erkennbar anders sind als die Mehrheit, können sehr unangenehme Prozesse einsetzen. Goffman beschreibt dies als Stigmatisierung. Und diese Stigmatisierungsprozesse betreffen keineswegs nur Menschen mit Behinderungen. Ein ähnliches Konzept stammt von Howard S. Becker: Etikettierungen kommen dann zustande, wenn man gegen Regeln verstößt und an den Falschen gerät.

Stigma und Etikettierung

Tab 60: Symbolischer Interaktionismus
Die Rezeption des Symbolischen Interaktionismus beginnt in der BRD in den 70er Jahren, also in einer Phase, in der marxistische Positionen in ihrer Bedeutung abnehmen.
Wichtige Vertreter sind Herbert Blumer und Erving Goffman. Viele Autor/*innen des S.I. berufen sich zudem auf George Herbert Mead 
Der S.I. spielt in der Sozialen Arbeit bzw. in behindertenpädagogischen Disziplinen eine wichtige Rolle für das Verständnis und die Kritik von Sondereinrichtungen bzw. er hat einige Bedeutung in der frühen Psychiatriekritik.
Der S.I. wird u.a. auch deshalb zur wichtigen Bezugstheorie der neu entstehenden Integrationspädagogik, weil man glaubt, durch einen frühen und positiv besetzten Kontakt Stigmatisierungsvorgänge vermeiden zu können. 
Der S.I. hat vor allem in den 70er und 80er Jahren einigen Einfluss auf die wissenschaftliche Diskussion und Forschung genommen. Heute ist der Einfluss nur noch gering. 
Tabelle 61 Positionen von George Herbert Mead: Geist, Identität und Gesellschaft (zuerst englisch 1934)
Mead untersucht u.a. Interaktion und Verstehen unter Menschen.
Bekannt geworden ist Geist, Identität und Gesellschaft vor allem durch seine Thesen zur Identität und zum Fremdverstehen. Grundgedanke ist die Überlegung, dass Identität entsteht, indem man sich aus der Perspektive anderer wahrnimmt. Diesen Mechanismus nennt Mead „role-taking“, ein Konzept, das später von Piaget und Nachfolgern wieder aufgegriffen wird und in heutigen Zusamenhängen unter dem Bergriff theory of mind diskutiert wird.
Role-Tanking funktioniert bei Mead nicht nur in Bezug auf konkrete andere. Sondern Menschen können sich selbst auch aus der Perspektive von sozialen Gruppen wahrnehmen oder noch allgemeiner aus der Perspektive des „Verallgemeinerten anderen“. 
Identität umfasst dabei einerseits die tatsächlich gesprochenen Worte und Emotionen (Mead bezeichnet diesen Teil der Identität als „I“) und andererseits die organsierte Gruppe anderer (Mead prägt hierfür den Begriff „me“).
Tab 62: Blumer, Der methodologische Standort des S. I.
drei Prämissen:
1. Menschen handeln Dingen gegenüber auf der Grundlage von Bedeutungen, die diese Dinge für sie besitzen
2. Die Bedeutung der Dinge geht aus sozialer Interaktion hervor.
3. Bedeutungen ergeben sich für eine Person durch die Art und Weise, in der andere Menschen ihr gegenüber in Bezug auf dieses Ding handeln. Bedeutungen sind also soziale Produkte.
Tab 4: Identität & Stigma nach Goffman (1962)
virtuale soziale Identität als das, was andere von uns erwarten 
aktuale soziale Identität als das, was wir wirklich sind 
Stigmatisierung als Diskrepanz zwischen aktualer & virtualer sozialer Identität (bei diskreditierenden Erwartungen anderer) 
3 Arten von Stigmata: Abscheulichkeiten des Körpers, individuelle Charakterfehler, phylogenetische Stigmata (Rasse, Nation, Religion) 
Tab 5: Auswirkungen des Stigmas auf die Interaktion nach Goffman (1962)
Stimatisierte:
unsicher, weil sie spüren, dass das Stigma wahrgenommen wird 
Gefühl nicht zu wissen, was andere denken defensives Sichverkriechen oder feindselige Kontakte 
Normale: Antizipation der Probleme 
so tun, als gebe es das Stigma nicht 
so tun, als sei der Stigmatisierte ein Niemand 
Tab 59: Howard S. Becker (1963)
Abweichendes Verhalten setzt Regeln voraus, deren Verletzung abweichendes Verhalten konstituiert.
Diese Regeln werden durchgesetzt, wenn die Durchsetzer darin einen Vorteil sehen.
Die Durchsetzung/ das Aufzwingen von diesen Regeln basiert auf Macht und Stellung.
Etikettierung umfasst als Prozesseinen Verstoß gegen eine Regel
die (öffentliche) Definition dieses Regelverstoßes als abweichendes Verhalten
die Chancenreduzierung des Etikettierten
die Übernahme der Fremddefinition sowie
als Folge: eine deviante Karriere

Pama schreibt: Warum kriegen Integrationspädagogen bzw. Inklusionspädagogen die Hoffnung, dass eine gemeinsame Erziehung von Behinderten und nicht behinderten Kindern, dazu führen könnten, dass Stigmatisierung abnimmt?

Hypothese 1. 

Kinder im frühen Alter können nicht definieren, was eine Beeinträchtigung ist und erkennen diese auch nicht. Eine gemeinsame Erziehung könnte dazu führen, dass Kinder ohne Beeinträchtigung schon im frühen Alter lernen, dass eine Beeinträchtigung nichts Schlimmes oder Außergewöhnliches ist und Kinder mit Beeinträchtigung genau dieselben Wünsche, Ziele und Bedürfnisse haben wie sie selbst.

Hypothese 2.

Durch die tägliche Auseinandersetzung mit bestimmten Beeinträchtigungen, könnte es ja sein, dass die Kinder schon früh die Fähigkeit der Hilfsbereitschaft erlernen. Bsp.: Gemeinsame Mahlzeiten = Tisch decken/abräumen ; Tür aufhalten ; Hilfe beim gemeinsamen Spielen – Eine schwere Kiste tragen etc.

Hypothese 3.

Kinder, welche bereits im Kindergartenalter mit Beeinträchtigten Kindern aufgewachsen sind, nehmen diese Kinder/Menschen als ,,normal‘‘ und ganz ohne Vorurteile wahr. Denn das was uns im Leben begleitet und was wir kennen, nehmen wir nicht mehr als fremd war – Vorurteile sinken. 

Prolo: Meiner Meinung nach hegen Inklusionspädagogen die Hoffnung ,dass die Stigmatisierung der Menschen abnimmt, wenn man menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung gemeinsam Erzieht, durch die schon im Kinderalter nicht so große abgenzung zu anderen Menschen. Sollte diese Erziehung jedoch erst in einem Schulkinderalter geschenen ist meiner meinung nach die beste Chance Stigmata abzubauen schon verstrichen. Meiner Meinung nach sollte man schon in den kleinsten Gruppen in dem Kindergarten anfangen mit inklusiver Arbeit,da hier nicht so viel auf unterschiede und auch andere Merkmale geachtet wird. Leider bekommen die Kinder meistens die „normale“ Norm von zuhasue vorgeschrieben welche dann durch den Versuch von Inklusionspädagogen wieder rückgängig gemacht werden soll. Ob dieses Jedoch Vernünftig in den Jahren geschehen ist ist für mich leider nicht so einfach zu beurteilen, da für mich der Umgang in der Gesellschaft mit diesem Thema fehlt.

Sonnenblume: Hypothese 1: Durch die Berührung und Interaktion in den frühen Entwicklungsjahren nimmt die Stigmatisierung ab.
Hypothese 2: Die Unvoreingenommenheit der Kinder lässt zu, dass aus der gemeinsamen Entwicklung keine negativen Erwartungen entstehen- im Gegenteil, sich daraus eine „Normalität“ entwickelt.

Ramona: 1.Hypothese: Die Kinder werden gemeinsam „groß“, dabei spielen, lernen, essen und toben sie gemeinsam. Dies führt dazu, dass die Kinder sich als eine Gruppe wahrnehmen und alle gleichberechtigte Mitglieder in dieser Gruppe sind. 
Aus meiner Praxiserfahrung konnte ich mitnehmen, dass dies die Hilfsbereitschaft fördert und komme zu meiner zweiten Hypothese
2. Hypothese: Durch den gemeinsamen Alltag lernen die Kinder hilfsbereit gegenüber anderen Kindern zu sein, dabei ist es egal, ob das Kind eine Behinderung hat oder nicht. Die Kinder bemerken den Bedarf des anderen Kindes und wollen in den meisten Fällen bereitwillig helfen. Dieses Miteinander nehmen die Kinder mit in die Zukunft und Menschen mit Behinderung werden nicht „anders“ wahrgenommen. Sie gehören einfach mit dazu und es entstehen weniger Stigmatisierungen. 

BS:

1. Hypothese: Durch ein gemeinsames Aufwachsen von Menschen mit und ohne Behinderungen können zukünftige Stigmatisierungen und Vorurteile vorgebeugt werden. Diversität sollte als „Normalität“ angesehen und nicht als etwas „Unnormales“ betrachtet werden. 

2. Hypothese: Durch ein gemeinsames Aufwachsen können die Kinder in Ihrer Rücksichtnahme sowie Hilfsbereitschaft gestärkt werden. Dies gilt für die Kinder ohne aber auch für die mit Behinderung à wichtiger Aspekt in einer Gesellschaft, welche immer mehr zur Ellenbogengesellschaft wird !

Glauca: Hypothese 1:

Je älter ein Mensch ist, desto tiefer sind soziale Werte, Normen und Erwartungen verankert. Je früher Kinder also Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen kennen lernen, umso leichter fällt es ihnen ohne sozial gelernte Vorurteile und Stigmata in Kontakt zu treten. Sie lernen von klein auf, dass ein Mensch mit Beeinträchtigung nichts Außergewöhnliches ist und zur Gesellschaft dazu gehört.

Hypothese 2:

Durch den gemeinsamen Alltag stehen die Kinder auch gemeinsamen Aufgaben gegenüber. Das Lösen von Problemen und Bewältigen alltäglicher Schwierigkeiten als Gruppe sorg für ein starkes Wir-Gefühl und führt dazu, dass die Kinder den Menschen mit Beeinträchtigung als gleichwertigen Teil der Gruppe wahrnehmen.

Hypothese 3:

Das gemeinsame Aufwachsen beeinflusst nicht nur die Kinder, sie tragen ihre Erfahrungen auch nach Hause. Entstandene Freundschaften und gemeinsame Erlebnisse, von denen sie zuhause erzählen, konfrontiert auch die Eltern und das weitere soziale Umfeld der Kinder damit, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ein ganz normales Mitglied der Gruppe sein können. Auf gemeinsamen Festen und Elternabenden lernen die Erwachsenen, dass Kinder mit Beeinträchtigung eben einfach nur Kinder sind.

LeBe: Ich kann mich den Beiträgen meiner Kommiliton_innen nur anschließen. Stigmatisierung beginnt bei der Einstellung der Menschen. Schließlich sind Rassismus, Diskriminierung usw. meiner Meinung nach auch nicht angeboren, sondern werden anerzogen.

Wenn man also Kinder nun von Anfang an durch das zusammenspielen, lernen und leben genügend Kontaktpunkte gibt, erkennen diese, dass es keinen Unterschied macht, ob mit Behinderung oder ohne. Das Zusammenleben ist Normalität. Und genauso können sie es dann auch in ihrem weiteren Leben mitnehmen, umsetzen und weitergeben. Kinder sind in jungen Jahren noch ein „unbeschriebenes Blatt“ und es ist daher leichter ihnen Gemeinschaftlichkeit, Gleichbehandlung und Zusammenhalt beizubringen. Durch die Interaktion mit anderen Kindern (mit und ohne Beeinträchtigung), lernt man nicht nur das Zusammenleben, sondern auch Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, gegenseitiges Vertrauen und aufeinander Verlassen. Man hat ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl.  

Anmerkung Mand (an alle): Ok, nun gibt es ja eine Vielzahl von Institutionen mit gemeinsamen Lernen von Kindern & Jugendlichen mit und ohne Behinderung. Das müsste sich ja entsprechend positiv ausgewirkt haben. Glauben Sie wirklich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, Stigmatisierungen von Menchen mit Behinderungen verschwinden zu lassen?

Minnie Mouse: Warum hegen Integrationspädagogen/ Inklusionspädagogen die Hoffnung, dass eine gemeinsame Erziehung von Behinderten und nicht behinderten Kindern, dazu führen könnten, dass Stigmatisierung abnimmt?
Hypothesen:
Die Kinder werden schon früh mit der Thematik konfrontiert. Sie lernen gemeinsam mit- und voneinander. Somit wirkt man eventuell später auftretenden Berührungsängsten oder Vorurteilen entgegen.
Jüngere Kinder haben meist keinerlei Vorurteile anderen gegenüber, somit gehen sie ganz unvoreingenommen mit den Kindern in ihrer Gruppe/ Klasse um.

Antwort auf die gestellte Frage:
Ich denke, es gibt in vielen Institutionen bestimmt die richtigen und auch wichtigen Ansätze bezüglich gelungener gemeinsamer Arbeit. Kinder welche gemeinsam mit anderen Kindern mit und ohne Behinderung lernen werden mit Sicherheit offener dem Thema gegenüber stehen. Allerdings glaube ich trotzdem, dass trotz der Ansätze die Stigmatisierung nicht ganz ausbleiben wird. Um eine Stigmatisierung ganz verschwinden zu lassen müsste man das komplette Schulsystem anders auslegen und auch die Ausbildungsmöglichkeiten sowie die späteren Berufseinstiegschancen.
Wie in der Einheit in der letzten Woche schon angesprochen gibt es nach der Pädagogik von Georg Feuser den Anspruch, den Unterricht auf die unterschiedlichen Niveaus abzustimmen. Mit Sicherheit wird es auch hier Schulen geben, die diesen Ansatz für sich gut umsetzen, aber ich würde mal behaupten, dass es trotzdem in vielen Schulen noch Schwierigkeiten bezüglich der Umsetzung gibt. Damit angefangen, geht es in den weiterführenden Schulen sowie Ausbildungen weiter. Es wird ein gewisser Standard erwartet.
Ebenso bestehen bestimmte Stigma in der Gesellschaft, sowie vielleicht bei den Betroffenen selbst. Ich denke es gibt also viele Punkte in unserem Leben an denen man ansetzen und dort Einstellungen verändern müsste. Mit Sicherheit ist es ein guter Anfang bei den Kleineren in unserer Gesellschaft zu beginnen und diese zu sensibilisieren, jedoch um ganzheitlich an dem Thema zu arbeiten, müsste man umfassender mit der ganzen Gesellschaft anfangen.

Erdbeerminze: Hypothese: Die Intergations- und Inklusionspädagogiker*innen hegten die Hoffnung, dass durch frühe Kontakte Stigmatisierungen abnehmen. Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung sollte dazu führen, dass Kinder bereits im frühen Alter Erfahrungen mit Beeinträchtigungen sammeln. Sie sollten dadurch lernen, dass es bestimmte Hilfsmittel wie Rollstühle oder Blindenstöcke gibt und einander selbstverständlich helfen. So sollten Beeinträchtigungen ganz normal zum Leben dazu gehören und aufgrund dessen Stigmatisierungen abnehmen.

Exozkelett: Pädagogische Einrichtungen sollen besonders über Stigmata aufklären, sodass mehr Verständnis Empathie und Akzeptanz für jeden Menschen entwickelt werden kann.

Durch die gemeinsame Interaktion von Kindern mit und ohne behinderung können Gemeinsamkeiten entdeckt werden  (z.B das Interesse an Sport,Film,Musik…) 

Somit können Hindernisse und Barrieren überwunden werden.

krstlaur: Ich denke, dass es ein guter und wichtiger Ansatz ist bereits im jüngsten Kindesalter mit der Inklusion von Kindern mit Behinderungen zu beginnen. So lernen Kinder von klein auf, dass jeder Mensch anders ist und gewöhnen sich eher daran bzw. finden es evtl gar nicht erst „Außergewöhnlich“, wenn manche Kinder plötzliche Wutausbrüche oder ähnliches bekommen. Vielleicht lernen Sie sogar damit umzugehen und nicht zurückzuschrecken. Dies ist für beide Seiten wichtig. Kinder ohne Behinderungen lernen nicht zu urteilen und Kinder mit Behinderungen müssen keinen Vorurteilen begegnen und stehen nicht als Außenseiter da. 

Systemwarnung: Warum haben Integrationspädagog*innen bzw. Inklusionspädagog*innen die Hoffnung, dass eine gemeinsame Erziehung von ‚behinderten‘ und ‚nicht behinderten‘ Kindern, dazu führen könnten, dass Stigmatisierung abnimmt?

1. Hypothese:

‚Behinderte‘ und ‚nicht behinderte‘ Kinder können bei einer gemeinsamen Erziehung voneinander profitieren und lernen. So können sich Kinder, unabhängig ob ‚behindert‘ oder nicht, im Alltag unterstützten und gegenseitig helfen. Das gemeinsame Bewältigen von Aufgaben vermittelt, dass jedes Kind, ob ‚behindert‘ oder nicht ein wertvolles Mitglied der Gruppe ist. 

2. Hypothese:

Die gemeinsame Erziehung von ‚behinderten‘ und ‚nicht behinderten‘ Kindern beeinflusst nicht nur die Kinder selbst, sondern auch das Umfeld der Kinder. So werden Eltern und auch weitere soziale Kontakte mit Menschen mit ‚Behinderungen‘ konfrontiert und können aus diesen Begegnungen lernen.

3. Hypothese:

Das Norm- und Wertesystem von Kindern ist noch nicht umfassend von der Gesellschaft beeinflusst und festigt sich noch im Laufe ihrer Entwicklung. Eine gemeinsame Erziehung von ‚behinderten‘ und ‚nicht behinderten‘ Kindern begünstigt, dass Kinder keine Berührungsängste mit ‚Behinderungen‘ jeglicher Art haben. Somit könnte die Stigmatisierung im Erwachsenenalter abnehmen. 

Teil 2: Institutionen

Der zweite Teil des Seminars stellt Institutionen für Menschen mit Behinderungen vor. Strukturgebend ist das Lebensalter. Wir fangen also mit den Kleinen an.

(5) Kindertagesstätten für Kinder ohne und mit Behinderung

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass ich in der Blockwoche (9.-13.11.) keine neue Lerneinheit hochladen werde. Die sechste Lerneinheit wird voraussichtlich erst am 16.11. veröffentlicht.

Kitas
Tab 9: Didaktische Konzepte der Elementarpädagogik mit Bedeutung für integrativen Kitas laut Herm 2008 (zitiert nach Kreuzer 2008)
(1) Montessori-Pädagogik
Respekt gegenüber dem Selbstbildungsprozess des Kindes 
sensible Perioden (2-4 Jahre: Verfeinerung der Sinne) 
Aufgabe des Erziehers: die Kinder aufmerksam zu beobachten und ihnen bei Bedarf Hilfestellungen zu geben. 
Kritik an Montessoripädagogik: Übungscharakter mit den didaktischen Materialien, die Vernachlässigung des freien Spiels, der freien Bewegungsaktivitäten und der kindlichen Fantasie  (2) Reggiopädagogik (Loris Malaguzzi)Prinzip der Gemeinschaftlichkeit und gesellschaftspolitischen Orientierung “Pädagogik des Werdens“ (Dreier 1993, 57) 
Fünf Grundsätze der Reggio-Pädagogik laut Dreier (1993, 130):
Das Bild vom Kind als kompetentes, aktives und kreatives Wesen, mit einem angeborenen Forscherdrang  /  Ein ganzheitliches Verständnis von Entwicklung /  Erzieherinnen als  Begleiter der Kinder auf ihrem Weg des Forschens und Lernens / Die partnerschaftliche Einbeziehung der Eltern (Eltern werden als Experten ihrer Kinder) Fünftens: Die Arbeit in den Krippen und Kindergärten als Teil des sozialen und kulturellen Lebens des Gemeinwesens . 
Zentrale Elemente des pädagogischen Konzepts : Projektarbeit (Projekte entwickeln sich vorwiegend aus Spielhandlungen, Gesprächen oder aus Beobachtungen der Kinder. Sie werden zwar von den Erwachsenen durch Impulse erweitert oder akzentuiert, jedoch nicht gesteuert) / die Dokumentation (Handlungsprozesse und Kompetenzzuwächse aller Kinder werden auf vielfältige Weise dokumentiert, z. B.: „sprechenden Wände“, mit Kinderarbeiten, Fotos, Kinderäußerungen und Kurzkommentaren der Erzieherinnen) / der Raum als „dritter Erzieher“ soll Geborgenheit und eine Atmosphäre des Wohlfühlens vermitteln, aber auch zu zum Aktiv-Werden initiieren (charakteristisch:Spiegel, Verkleidezonen, Schattentheater, Projektoren und Leuchttische sowie Werkstätten und Ateliers, in denen Kinder selbsttätig aktiv werden).  
(3) Situationsansatz
Ziele laut Zimmer (1985): die Orientierung des Lernens an Lebenssituationen von Kindern, die Verbindung von sozialem und sachbezogenem Lernen, die Einrichtung altersgemischter Gruppen, die pädagogische Mitwirkung von Eltern und anderen Erwachsenen, ein dialogisches Verhältnis von Lehrenden und Lernenden,  die gemeinwesenorientierte Arbeit und die offene Planung und die Ausgestaltung des Kindergartens als Lebensraum Projektarbeit („Lernen in Zusammenhängen“) und der Begriff „Schlüsselsituation“ stehen im Zentrum.
(Schlüsselsituationen als Situationen aus der Erlebnis- und Erfahrungswelt, die für Kinder bedeutsam sind /  Projektthemen sollen, auf Schlüsselsituationen gründend, gemeinsam mit den Kindern ausgesucht und geplant werden). 
Soziales Lernen als zentraler Bezugspunkt des Lernens & Abgrenzung gegen instrumentelles und von sozialen Bezügen isoliertes Lernen abgrenzen.
Kritik Schäfer (2004): Schlüsselthemen für die Lebenswirklichkeit von Kindern nicht wirklich aus Nachfragen und Beobachtungen bei den einzelnen Kindern, sondern eher aus Expertenaussagen über „heutige Kindheit“ – also aus Erwachsenensicht – zustande. 

Pama: Kindertagesstätten für Kinder ohne und mit Behinderung

Ergebnis Planung:

Meine Woche startet mit einem gemeinsamen Sitzkreis. Ich starte erstmal mit einem kleinen Projekt, um zu schauen, ob und inwieweit die Kinder in der Lage sind dieses Projekt umzusetzen. Ich starte mit einer kleinen Malaufgabe. Jedes Kind bekommt ein Blatt Papier und soll ein Bild zu dem Satz ,,Mama bekommt ein Baby‘‘ malen. Es gibt kein richtig oder falsch. Die Kinder sollen ihre Fantasien frei im Lauf lassen und einfach drauf los malen. Ich als Erzieherin beobachte die Kinder und gebe ihnen bei Fragen Hilfestellung. Nachdem die Kinder fertig sind, stellen sie ihr Bild vor und versuchen zu erklären, was sie gemalt haben. In der Projektwoche sollen die Kinder anhand von Rollenspielen, lernen wie es sein könnte noch ein Geschwisterkind zu haben. Besonders für Einzelkinder könnte es Interessant werden, da diese sich in die Rolle der Geschwisterkinder versetzen können. Außerdem schauen wir uns ein Ultraschall-Bild genauer an und sprechen darüber, weshalb ein Ultraschallbild nicht so wie unsere Baby-Fotos aussehen. Es wird viel gemalt. Die Kinder sollen ihre Familie mit dem Geschwisterkind malen. Kinder, welche kein Geschwisterchen erwarten, malen ihre Familie. Am letzten Tag der Projektwoche lade ich Eltern zu einem ,,Wir malen gemeinsam – Tag!‘‘ ein. Es werden ,,Baby-Bäuche‘‘ angemalt, welche aus einem Luftballon und Gips von den Kindern entworfen wurden. Während meines Projekts habe ich die Lebenssituation der einzelnen Kinder individuell miteinbezogen. 

Die Orientierung an den Situationsansatz und der Reggio-Pädagogik hat einen Einfluss auf meine Gestaltung. Die Projektarbeit nahm entwickelte sich durch die kleine Malaufgabe am Anfang weiter. Da Kinder als ein kompetentes, aktives und kreatives Wesen mit einem Forscherdrang angesehen werden, habe ich mir überlegt, dass es nicht verkehrt wäre, sich mal ein Ultraschall-Foto genauer anzuschauen und darüber zu sprechen. Auch die partnerschaftliche Beziehung der Eltern habe ich in den ,,Wir malen gemeinsam – Tag!‘‘ miteinbezogen. Während des Projekts diente ich als die Begleiterin der Kinder auf ihrem Weg des Forschens und Lernens. Der Situationsansatz hat mein Projekt im Sinne der Orientierung an der Lebenssituation der Kinder beeinflusst. 

Ergebnis Überlegung:

Um meine Woche zum Thema ,,Mama bekommt ein Baby‘‘ gut planen zu können, würde ich mich an dem Situationsansatz und der Reggio-Pädagogik orientieren. In einer integrativen Einrichtung muss ich mich an die Bedürfnisse der Kinder richten, so kann ich mich bezüglich dessen an dem Situationsansatz orientieren, da sich die Orientierung des Lernens an der Lebenssituation der Kinder richtet. Dadurch, dass es viele Schwangere Mütter in der KiTa gibt, liegt die Orientierung an der Lebenssituation vor. 

krstlaur: Ich möchte mich „Pama“ anschließen – Die Idee den Kindern zunächst die Malaufgabe zu dem Satz „Mama bekommt ein Baby“ zu geben finde ich sehr gut. Ich würde den Kindern dabei auch nicht helfen und Ihnen freien Lauf lassen (außer natürlich, wenn sie Unterstützung benötigen). 

Ich würde die gesamte Woche auch viel mit Malprojekten zu dem Thema Familie verbringen sowie gemeinsam Lieder zu diesem Thema singen. 

An einem Tag würde ich die Eltern bzw. vor allem die werdenden Mütter einladen. Da Eifersucht bei neuen Geschwisterkindern ein großes Thema ist finde ich die Idee gut, etwas zu basteln was sowohl das neue Baby als auch das große Kind haben werden. Ich dachte z.B. daran, dass Mutter und Kind gemeinsam eine Schnullerkette aus Perlen für das Neugeborene basteln können. Aus den gleichen Perlen wird dann auch für das Kind etwas gebastelt, z.B. ein Armband. So fühlt sich das Kind nicht außen vor gelassen und hat schon eine Verbindung zu dem Baby.

Die Orientierung an dem Ansatz der Reggio-Pädagogik sowie des Situationsansatz hat eine Auswirkung auf die Gestaltung der Woche. Die Kinder werden während der Woche dazu motiviert mit kleinen Vorgaben („Malaufgabe zu einem bestimmten Satz“ / „Perlenkette“) etwas eigenes zu kreieren, und ihrer Kreativität dabei freien Lauf zu lassen. Die Eltern / Mütter werden für ein Projekt mit einbezogen, sollen den Kindern aber auch ihre Freiräume lassen.

 Minnie Mouse: Kindertagesstätten für Kinder ohne und mit Behinderung
Um in eine Projektwoche zu starten finde ich zu Beginn ein kleines Ratespiel immer ganz schön. Ich würde die Kinder mit kleinen Hinweisen langsam auf das Thema zuführen. Da das Thema Schwangerschaft in der Kita präsent ist und vielleicht auch einige der Kinder aus meiner Gruppe ein Geschwisterchen bekommen, werden die Kinder die Hinweise sicherlich schnell erkennen.
Ich würde mich mit den Kindern in einen Kreis setzen und die Hinweise in der Mitte auslegen. Folgende Dinge könnten dabei sein: ein Schnuller, ein Buch passend zu dem Thema, eine Puppe (BabyBorn etc.), ein Fläschchen, wenn in der Kita vorhanden eine Wiege… die Liste kann nach belieben weitergeführt werden. Ich würde mich allerdings auf einen Schnuller, ein Buch, eine Puppe und ein Fläschchen beschränken. Dann würde ich die Kinder erzählen lassen was sie da sehen und was man mit den Dingen machen kann. Nachdem wir uns ausgetauscht haben, frage ich die Kinder, ob sie eine Idee haben, welches Thema wir für unsere Projektwoche wohl haben werden. Falls die Kinder nicht von allein auf das Thema kommen würde ich ihnen Impulse und kleine Hilfestellungen geben. Weiter vertiefend in das Thema würde ich mit den Kindern eine Bilderbuchbetrachtung eines dem Thema entsprechenden Buches machen. Dort können sie sich erstmals mit dem Thema beschäftigen und einen Einblick erhalten. Nachdem wir thematisch eingestiegen sind würde ich mit den Kindern besprechen, was sie sich wünschen, was wir in dieser Woche alles an Angeboten machen sollten. Zum Schluss der Woche wird es ein Abschlussfest geben und auch dort sollen die Kinder mit überlegen, wie sie es sich vorstellen und was es dort alles geben soll.
Natürlich würde ich mir vorab einige Angebote überlegen, die den Kindern im Laufe der Woche angeboten werden. Sie können selbst entscheiden, welche sie davon wahrnehmen möchten und welche nicht. Die Ideen der Kinder würde ich mit meinen geplanten Angeboten abgleichen und sie entsprechend verändern. Ich würde ebenfalls viele kreative Angebote machen. Malen oder etwas basteln. Weiterhin, je nach Interesse würde ich vielleicht sogar ein kleines Theaterstück mit den Kindern einüben, welches dann auf dem Fest gezeigt wird. Um ein Bewegungsangebot miteinzubringen würde ich eventuell mit den Kindern ihre Beweglichkeit mit den „dicken“ Bäuchen testen. Ganz einfach einen Ball unter das Shirt stecken und schauen was man alles anders damit machen muss. Abschließend der Woche wird es dann ein Fest mit allen Eltern und Kindern geben. Auf diesem werden die Kunstwerke der vergangenen Woche ausgestellt, das Theaterstück gezeigt und Essen vorbereitet.
Orientieren würde ich mich an dem Situationsansatz und der Reggio-Pädagogik. Ehrlicherweise würde ich mich deutlich mehr an dem Situationsansatz orientieren weil mir persönlich die Reggio-Pädagogik nicht zu 100% gefällt. Ich arbeite selbst in einem Kindergarten und habe schon mit beiden Stilen arbeiten müssen, derzeit mit dem Situationsansatz mit welchen ich mich besser identifizieren kann. Ich würde aus der Situation heraus handeln, da viele der Eltern derzeit schwanger sind und die Kinder das Thema mitbekommen und somit sich damit beschäftigen. Reggio würde ich in der Art einbringen, dass die Kinder die Angebote mitgestalten dürfen und ich nur durch Impulse eingreife. Reggio beeinflusst meine Projektarbeit hier vielleicht indem die Kinder durch Reggio etwas mehr mitbestimmen dürfen, als ich es sonst eigentlich geplant hätte.

Glauca: Meine Woche zu dem Thema “Mama bekommt ein Baby” beginne ich mit einem Stuhlkreis und Berichten über das Wochenende. Da einige der Kinder bald ein Geschwisterkind erwarten fällt das Thema vermutlich von selbst auf Babys und Schwangerschaft, sollte das nicht der Fall sein leite ich mit gezielten Fragen an die Kinder das Thema ein.

Als nächstes lasse ich die Kinder Vermutungen darüber anstellen, wie es einem Baby im Bauch wohl ergeht. Hört es vielleicht etwas von draußen? Sieht das Baby etwas? Wie fühlt es sich wohl an, wenn Mama sich bewegt? Als sensorisches Spiel lasse ich die Kinder nachempfinden, wie es im Bauch wohl sein könnte. Wer möchte kann sich die Augen verbinden lassen, Ohrschützer aufsetzen um die Außengeräusche zu dämpfen und sich fest in eine Decke wickeln um die Enge im Bauch zu simulieren. Ganz mutige können sich auf eine Luftmatratze legen, die durch unterschiedlichen Druck zum Schwingen gebracht wird, um die Bewegungen der Mutter wahrzunehmen. Dieses sensorische Spiel eignet sich für alle Altersklassen ebenso wie für das Mädchen mit Trisomie in der Gruppe.

Im Gruppenraum habe ich zuvor unterschiedliche Materialien verteilt. Bereit liegen Malutensilien, Puppen, Kinderwagen, unterschiedliche Verkleidungen (Mama, Papa, Baby, Kind etc.). Damit lasse ich die Kinder zunächst frei spielen und beobachte was besondere Aufmerksamkeit erregt.

Finden die meisten Kinder ihre Freude am Malen wird das Projekt der Woche darauf ausgerichtet Wir gestallten eine Bilderwand zu dem Thema “Mama bekommt ein Baby”. Je nach Interesse und Möglichkeiten der Kinder findet sich dabei unterschiedliche Möglichkeiten mitzuwirken. Das freie Malen und Gestallten der Bilder, Ausmalbilder, unterschiedliche Farben und Utensilien und das Anordnen der Bilder an der Aufstellwand wäre Beispiele für die Möglichkeit der Kinder sich individuell einzubringen.

Sollten sich mehr Kinder für die Verkleidungen und Puppen interessieren fokussiert sich die Projektwoche auf unterschiedliche Rollenspiele. Gemeinsam stellen wir in Form von kleinen Sketchen Alltagssituationen nach, die einer Familie mit Baby begegnen können. So können die Kinder in unterschiedliche Rollen schlüpfen, mal Papa, Mama, großes Geschwisterkind oder Baby sein. In diesem Rahmen lässt sich auch die Frage “Wie gehe ich mit einem Baby um?” erarbeiten. Mit Hilfe der Puppen üben wir, je nach Möglichkeiten der Kinder, Dinge wie Wickeln und Tragen eines Babys. Für die jüngeren und motorisch unsichereren Kinder kann diese Übung auch angepasst werden indem geschaut wird wie man ein Baby anfassen darf. Darf ich es kräftig oder eher sanft berühren, den Kopf anfassen oder den Bauch streicheln.

Im Anschluss an die Projektwoche werden die Ergebnisse, die Bilderwand oder die Sketche, bei einem offenen Tag den Eltern und Interessierten vorgestellt. Um eine gemeinsame Aktivität mit den Eltern zu integrieren machen wir gemeinsam Babybrei aus unterschiedlichen Zutaten. Einerseits sehen die Kinder was das Bab nach einiger Zeit isst und andererseits können die Kinder eventuell einen Bezug zum Baby herstellen, ist das Geschwisterkind beispielsweise gerne Möhren kann es dem Baby bald selbst einen Möhrenbrei zubereiten. Bei der Zubereitung gibt es wieder unterschiedliche Aufgaben, die den individuellen Fähigkeiten der Kinder entsprechen. Die Kinder können schälen, schneiden, die Zutaten in den Topf oder den Mixer werfen oder Geräte ein und ausschalten. Anschließen werden den Kindern und Eltern abwechselnd die Augen verbunden und sie können versuchen zu erraten welchen Brei sie probieren.

Meine Woche orientiert sich an der Reggiopädagogik und dem Situationsansatz. Das erleben, wie es für ein Baby im Bauch wohl sein könnte, entspricht dem angeborenen Forscherdrang der Kinder. Durch die kreative Gestaltung beider vorgestellten Projekte wird dem Kind als aktives und kreatives Wesen entsprochen. Ich als Erzieherin nehme die Position einer Begleiterin ein und lasse die Kinder

ihre eigenen Ideen verwirklichen. Durch die offene Präsentation der Ergebnisse wird die KiTa zu einem Ort für Kunst und Kultur. Die Präsentation dient einerseits eben diesen sozialen und kulturellen Zweck und andererseits der Dokumentation. Durch das Aufgreifen des aktuellen Themas, da einige Kinder bald Familienzuwachs erwarten, orientiere ich mich an der Lebenssituation der Kinder. Die Eltern werden als Partner mit einbezogen.

BS: In der Projektwoche rund um das Thema „Mama bekommt ein Baby“ würde ich folgende Aspekte mit einbeziehen:

1.Kindgerechte Aufklärungsarbeit

Es gibt beispielsweise eine Reihe von Büchern, die sich mit der Thematik der Schwangerschaft kindgerecht auseinandersetzen. Durch eine Bilderbuchbetrachtung in einem Sitzkreis kann so den Kindern kindgerecht alles rund ums Thema Schwangerschaft nahegebracht werden und offene Fragen beantwortet werden. 

  • Buchbeispiel = „Ein Baby in Mamas Bauch“ von Anna Herzog 

2.Thematisierung von Eifersucht 

Wenn Kinder Geschwister bekommen, spielt das Thema Eifersucht eine große Rolle. Die Kinder haben oftmals das Gefühl, dass sich alles nur noch um das Ungeborene dreht und haben Angst, zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch hier bietet sich der Miteinbezug von kindgerechter Literatur an. In Form eines „Lesenachmittags“ könnten Bücher vorgestellt werden, die genau diese Thematik aufgreifen. Ebenso kann das Vorführen oder Besuchen von thematischen, kindgerechten Theaterstücken Abhilfe schaffen. 

  • Buchbeispiel = „Baby ist da“ von Danielle Graf und Katja Seide 

3.Vorfreude steigern:

Durch bestimmte Angebote kann die Vorfreude der Kinder auf das Neugeborene gesteigert werden. Beispielsweise durch Bastel- oder Kreativangebote, in denen etwas für das zukünftige Geschwisterkind erstellt wird. 

4.Gemeinsame Eltern- Kind- Aktionen in der Kita, um dem Kind das Gefühl zu geben, dass sich nicht nur noch alles um die Geburt und das zukünftige Geschwisterkind dreht. Die im 3. Aspekt angesprochenen Bastelangebote stellen einen passenden Anlass für eine gemeinsame Eltern-Kind-Aktion dar.

5.Dem Gesprächsbedarf der Kinder Raum geben

Beispielsweise durch einen angeleiteten Sitzkreis. In der Mitte könnten Utensilien liegen, welche auf eine Schwangerschaft oder auf ein Neugeborenes hindeuten = Windeln, eine Babypuppe, Schnuller… die Kinder können nun frei erzählen, was ihnen dazu einfällt. Die pädagogische Fachkraft kann durch gezieltes Nachfragen (Freust du dich auf das Geschwisterkind? Oder hast du irgendwo vor Angst? usw.) den weiteren Verlauf steuern. 

6.Ausstattung der Einrichtung mit thematischen Utensilien

Vor allem die Rollenspielecke würde ich mit thematisch passenden Utensilien wie zum Beispiel einer Babypuppe, mit einem Puppenwagen usw. ausstatten, falls diese noch nicht vorhanden sind. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich mit ihrer aktuellen Situation kindgerecht im Spiel auseinanderzusetzen.

Der Situationsansatz orientiert sich an den Lebenssituationen der Kinder. Dies ist gegeben, da das Thema Geschwisterkinder in der KiTa oftmals ein wichtiges Thema für Kinder dieser Alterspanne darstellt. Weitere Aspekte des Situationsansatzes stellt u.a. auch der Miteinbezug der Eltern, beispielsweise durch gemeinsame Bastelaktionen, dar. Außerdem findet das Projekt in der Großgruppe statt, sodass auch das soziale Lernen gewährleistet ist.

Nach dem Reggio-Pädagogik-Ansatz würde ich die Kinder selbst durch ihr Verhalten bestimmen lassen, ob überhaupt alle geplanten Aspekte und in welcher Reihenfolge und in welcher Intensität diese miteinbezogen werden. Den Verlauf des Projekts würde ich davon abhängig machen, in welchen Bereichen das meiste Interesse besteht. Schweifen die Gespräche oder die Spielanlässe der Kinder in eine andere Richtung ab, so würde ich mich an diesen orientieren.

Mar: Planung einer Projektwoche in der KiTa:

Einstieg: Als Einstieg zum Thema „Mama bekommt ein Baby“, würde ich die Woche mit einer kurzen Bilderbuchbetrachtung beginnen und anschließend die Kinder über das Buch sprechen und austauschen lassen. Um das Thema als Projekt laufen zu lassen, würde ich zur Festigung noch ein Angebot dazu anbieten. Beispielsweise mit Begrifflichkeiten und Bildern spielerisch arbeiten. (Memory, passend zum Thema)Durch den Austausch mit der Gruppe lässt sich situativ gemeinsam mit den Kindern die Projektwoche planen. (Ich habe mir im Vorfeld bereits mögliche Aktionen überlegt)Ich begleite und unterstütze die Kinder in ihren eigenen Denkprozessen. Ideen können anschließend z.B. auf einer Wandzeitung oder in einem Schema geordnet werden. Die Entscheidung des genauen Ablaufs hängt dann von der Zusammensetzung der Gruppe ab. (Alle sollen die Möglichkeit zur Teilhabe bekommen). Neben der kreativen Auseinandersetzung vor Ort, welche anhand verschiedener Methoden (Rollenspiele, Theater, Gemeinschaftsbilder, Sport-Bewegungsangebote usw.) durchgeführt werden kann, ist die Auseinandersetzung mit der Realität. Hierzu könnte man beispielsweise eine werdende Mama in die Gruppe einladen, die die Fragen der Kinder beantwortet. Ansätze der Reggiopädagogik, sowie der Situationsansatz kommen hier zum Einsatz. Durch die individuellen Angebote und Methoden, kann man zugleich von einer ganzheitlichen Förderung sprechen. Alle Sinne werden geschult, Erwerb und Aneignung von neuen Begrifflichkeiten, Ausbildung der Fantasie und Kreativität, Entwicklung der Selbstständigkeit und auch die Grob und Feinmotorik werden gefördert.Wichtig ist eine Regelmäßige Reflexionsrunde, die auch wieder kreativ gestaltet werden kann. Beispielsweise durch Spiele im Stuhlkreis, Bildlichen Darstellungen und gemeinsamen Austausch in der Gruppe. 

Sonnenblume: Als Einstieg in die Projektwoche mit dem Thema; „Mama bekommt ein Baby“ würde ich in einem gemeinsamen Sitzkreis eine Geschichte zu Thema verlesen, die ich gleichzeitig mit Bildern in der Mitte veranschaulichen werde. Im Anschluss erfolgt eine Mal Aufgabe, bei der die Kinder nach belieben ihre erweckten Vorstellungen und Ideen von Familie malen und im zweiten Schritt vorstellen dürfen. Aus diesen Bildern wird ein eigenes Bilderbuch zu diesem Thema zusammengestellt. In einer weiteren Einheit werden Themen bezogene Utensilien (Schnuller, Baby  Puppen, Fläschchen, Windeln und weiteres) in der Mitte ausgelegt und die Kinder dürfen sich daran frei bedienen un probieren. Gemeinsam wird die Funktion der einzelnen Utensilien besprochen, die die Kinder spielerisch herausfinden. Zum Abschluss der Projektwoche wird für die Eltern ein improvisiertes Theaterstück aufgeführt, für das durch die Übungen mit den Utensilien erste Ideen entstanden sind aber auch am Tage der Präsentation improvisiert wird, um den Kindern die Freiheit zu lassen. Die Erzieherin wird ebenfalls spielerisch den Rahmen vorgeben und bei Abweichungen zurück führen. Meine Woche orientiert sich sowohl an der Reggiopädagogik als auch dem Situationsansatz. Der Situationsansatz dient in meiner Projektwoche besonders der Orientierung. Durch die kreative Gestaltung wird dem Kind als aktives und kreatives Wesen entsprochen. Ich als Erzieherin nehme die Position einer Begleiterin ein und lasse die Kinder, besonders auch im Improvisationstheter ihre Vorstellungen selbst verwirklichen. 

6. Über die Verhältnisse in Förderschulen

Auch wenn viele Worte über die verheißungsvolle Zukunft der Inklusion verloren werden, ist der Alltag der meisten Kinder und Jugendlichen mit Behinderung während der Schulzeit von Förderschulen geprägt. Die Situation in den Förderschulen ist eigentlich weitgehend unverändert. Es gibt einige Verschiebungen in den Diagnosen, einige Förderschulen schließen, andere füllen sich. Aber insgesamt ist die Zahl der Förderschüler*innen weitgehend stabil. Und damit die Inklusion nicht zulasten der Förderschulzahlen geht, werden einfach immer mehr Kinder als behindert eingestuft.

Begrüßung

Über die Verhältnisse in den Förderschulen berichtet zunächst ein Referat.

Referat Schnug & Kubicka: Förderschulen

Die zum Referat zugehörige Präsentation können Sie hier herunterladen:

7. Armut und Migration als Auslöser für Überweisungen in die Förderschule

Wer sich das erste Mal mit Förderschulen befasst, denkt an Kinder im Rollstuhl oder vielleicht an Schüler*innen mit geistiger Behinderung. Das ist aber so nicht ganz richtig. Viele, sehr viele Förderschüler*innen sitzen nicht im Rollstuhl. Sie haben keinen Behindertenausweis. Und nachdem die Schulpflicht beendet ist, gelten sie auch nicht mehr als behindert. Sie haben als Schüler*in z. B.“sonderpädagosichen Förderbedarf im Bereich Lernen“ (Lernbehinderung). Oder sie haben „sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich emotionale und soziale Entwicklung „(Verhaltensstörung). In den entsprechenden Förderschulen finden sich vor allem Kinder aus armen Familien. Und viele Kinder stammen aus Familien mit Migrationsgeschichte.

Förderschulen als Schulen für Arme

Ramona: Wie viele Förderschüler gibt es in Essen?
Sekundarstufe 1: 4,9% (2018/2019)

Alle Stufen: 5,2% (2018/2019)

Wie viel Prozent der Schüler in Essen haben eine ausländische Staatsbürgerschaft?17,3% (2018/2019)
Quelle: Handbuch Bildung, Kultur, Freizeit 1987- 2019  Essener Statistik. Herausgeber Stadt Essen.

11,8% der Einwohner in Essen sind arbeitslos. (Quelle:Bundesagentur für Arbeit)

Lebe
Aufgabe: Zahlen in Oberhausen:

  • 3,81% (2017/2018) aller Schüler_innen sind in Oberhausen Förderschüler_innen. (Angaben ohne Rücksicht auf Grundschulen und Berufskollegs)
  • 2,31% (2017/2018) aller Schüler_innen besuchen eine Förderschule mit Schwerpunkt Lernen. Dabei ist anzumerken, dass es in Oberhausen zwei Förderschulen gibt: eine Förderschule für geistige Entwicklung und eine Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und emotionale und soziale Entwicklung.
  • Insgesamt gibt es 25.559 Schüler_innen in Oberhausen (Schulformen: Grundschule, Förderschule, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule, Gymnasium und Berufskolleg) davon haben 13% keine deutsche Staatsangehörigkeit.
  • 6,1% der Einwohner_innen in Oberhausen sind arbeitslos.

Quellen:

STADT OBERHAUSEN (Hrsg.) (2018): Kurzreport: Bildung. Schulen in Oberhausen. Zeitvergleich und Ergebnisse der aktuellen Schulstatistik 2017/2018. Oberhausen: Stadt Oberhausen. S. 4-7.

BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT (Hrsg.) (2020): Der Arbeitsmarkt im Juli in Oberhausen und Mülheim an der Ruhrarbeitsagentur de/vor-ort/oberhausen/content/1533741205579 – zuletzt aufgerufen am 24.11.2020

Krstlaur

Zahlen in Dinslaken

– 3,23% (2017/2018) der Schüler_innen in Dinslaken haben einen Förderbedarf. (Angaben beziehen sich auf Schüler_innen aller Dinslakener Grundschulen und den Schüler_innen der Sekundarstufe I der weiterführenden Schulen)
– 52,02% aller Schüler_innen haben den Förderschwerpunkt Lernen.
5,9% der Einwohner_innen in Dinslaken sind arbeitslos (Stand Dezember 2019).

Quellen: 

Agentur für Arbeit Wesel
https://www.kreis-wesel de/C1257D23004C5410/files/arbeitslosenstatistik_dezember_2019.pdf/$file/arbeitslosenstatistik_dezember_2019.pdf?OpenElement

Zum Stand der Inklusion an den Schulen in Trägerschaft der Stadt Dinslaken
https://docplayer org/134963770-Zum-stand-der-inklusion-an-den-schulen-in-traegerschaft-der-stadt-dinslaken.html

BS: Oberhausen

Förderschulen in Oberhausen: 3 Förderschulen

– Rheinische Förderschule Oberhausen (Förderschwerpunkt: Lernen)

– Herderschule (Förderschwerpunkt: Geistige Entwicklung)

– Schillerschule (Förderschwerpunkt: Geistige Entwicklung)

Anzahl der Förderschüler/innen in Oberhausen (Schuljahr 17/18): 3,81%  

Quelle:

https://www.oberhausen de/de/index/leben-in-oberhausen/kinder-und-jugendliche/kinder-und-jugendportal/bildung-und-arbeit/schulen/foerderschulen.php -aufgerufen am 23.11.2020.

___________________________________________________________________________

Anteil ausländischer Schüler/-innen an einer Förderschule:

„Den deutlichsten Sprung machte der Anteil der ausländischen Schüler/-innen an der Förderschule. In den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 bewegte sich der Anteil unter 10 Prozent, 2017/18 stieg der Anteil dann wieder auf 12,3 % an […]“.

Quelle:

https://media.pt-dlr.de/transferinitiative/Oberhausen_Stadt_Bildungsreport_2019.pdf – aufgerufen am 23.11.2020, S. 54f.

______________________________________________________________________

Aktuelle Arbeitslosenquote in Oberhausen:

Arbeitslosenzahl: 12.836 

Arbeitslosenquote (gegenüber Vormonat): 11,6% (+0,3 %)

Quelle:

arbeitsagentur de/vor-ort/oberhausen/content/1533741205579#:~:text=Im%20aktuellen%20Berichtsmonat%20stieg%20die,0%2C3%20%25%2DPunkte). – aufgerufen am 23.11.2020.Pam:

Pama: In Herne gibt es vier Förderschulen 

1. Schule an der Dorneburg (Schwerpunkt: Lernen)

2. Schule am Schwalbenweg (Schwerpunkt: Geistige Entwicklung)

3. Robert-Brauner-Schule (Schwerpunkt: Geistige Entwicklung)

4. Erich-Kästner-Schule (Schwerpunkt: Sprache/Lernen)

Anzahl der Förderschulen in Herne im Jahre 2014: 4,5%

Quelle: https://media.pt-dlr de/transferinitiative/Herne_Stadt_Bildungsbericht_2014.pdf

Anteil ausländischer Schüler/-innen an einer Förderschule:

Der Anteil beträgt 13,4%

Quelle: http://www.integrationsmonitoring.nrw de/integrationsberichterstattung_nrw/Integration_kommunal/Integrationsprofile/Integrationsprofile—Herne.pdf

Die aktuelle Arbeitslosenquote in Herne beträgt 11,7% 

statistik.arbeitsagentur de/Auswahl/raeumlicher-Geltungsbereich/SGB-II-Traeger/Nordrhein-Westfalen/32112-Herne-Stadt.html

Sonnenblume: 2018/19 gab 7 Förderschulen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Von insgesamt 31.493 SchülerInnen sind 1.015 SchülerInnen an Förderschulen.
18,3 % sind SchülerInnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Die Inklusionsquote ist von 40,4% 2013/14 auf 48,1% im Jahr 2018/19 gestiegen.

Quellen: Bildungsreport LK Ennepe-Ruhr-Ruhrkreis 2019, enkreis de (der Arbeitsmarkt im Dezember, Sozialbereich 2018)

8. Wie man aus Problemschüler*innen behinderte Schüler*innen macht

Wie wird man zum Förderschüler? Am Anfang steht ein Antrag. Dann wird diagnostiziert. Und zum Schluss entscheidet der Schulrat. Klingt auf den ersten Blick erst einmal vernünftig. Wenn man aber genauer hinschaut, dann versteht man, warum arme Städten viele Förderschüler haben.

Diagnose zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs


Tab 21: Variablen, die einen Einfluss auf den IQ haben – Befunde der kulturvergleichenden IQ-Forschung nach Mand 2012
Geschlecht
Alter
Einkommen
Wirtschaftliches Umfeld
Bildungsstand
Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit
Geschwister
Kriminalität
soziale Herkunft
Gesundheitsvariablen
ADHS
PTBS
Politische Orientierung
Regionale bzw. ethnische Herkunft

BS: Mögliche Vorgehensweisen:

– mit den Eltern und der Regelschule schauen, ob überhaupt vor Antragsstellung, wie vorgesehen, alle anderen Möglichkeiten der Schule zur Unterstützung des Kindes ausgeschöpft wurden (Welche Maßnahmen und in welchem Umfang…? Was hätte noch gemacht werden können? …)

– bevor das Kind auf eine Förderschule wechselt, ggf. über eine Zurückstufung des Kindes nachdenken + gestärkte Förderung an der Regelschule (Bsp. gezielte Förderung der deutschen Sprache durch Förderunterricht in Kleingruppen, Nachhilfe im schulischen bzw. außerschulischen Rahmen…usw.)

– wenn möglich, erneute Testung mit anderen IQ- und Rechtschreibtests, um einen Vergleich zu haben. Den IQ- Test zum Beispiel bei einem „neutralen“ Facharzt erneut durchführen lassen

– Letzte Möglichkeit: das Gutachten anfechten bzw. Widerspruch gegen das Urteil beim zuständigen Verwaltungsgericht einlegen (Anmerkung: In manchen Bundesländern gibt es, soweit ich weiß, gar kein Widerspruchsverfahren diesbezüglich!!!)

Pama

Ich bin nicht der Meinung, dass bei dem Grundschüler keine Lernbehinderung festzustellen ist. Unter einer Lernbehinderung würden die Noten in den anderen Fächern ebenso nicht ausreichend sein, um die nächsthöhere Klasse zu besuchen. Da der Grundschüler türkisch als Erstsprache besitzt und auch zu Hause höchstwahrscheinlich auf Türkisch kommuniziert, liegt das Problem einfach eher nur im Erwerb der neuen Sprachkenntnisse. Da der Junge Schwierigkeiten in der deutschen Sprache hat und der IQ-Test in der deutschen Sprache durchgeführt würde, denke ich, dass der Grundschüler vieles auch gar nicht verstanden hat und diesbezüglich raten musste und beim IQ-Test auch deshalb ein IQ von 84 herausgekommen ist. Außerdem haben noch weitere Faktoren wie z.B. Religion, Herkunft, Bildungsstand etc. einen Einfluss auf den IQ-Test. 

Mögliche Vorgehensweisen, um zu prüfen, ob bei dem Kind eine Lernbehinderung feststeht oder nicht:

1. Sind alle Möglichkeiten bezüglich der Sonderpädagogischen Unterstützung der Regelschule ausgeschöpft?

2. Ein gemeinsames Gespräch mit der Klassenlehrkraft und falls vorhanden auch mit der Sonderpädagogischen Fachkraft. 

3. Möglicherweise eine zusätzliche Gutachtenerstellung durch eine externe Person

4. IQ-Test in der Muttersprache?

Minnie Mouse: Ich denke man darf in dieser Situation nicht zu vorschnell Schlüsse ziehen. Da das Kind türkischer Herkunft ist, dies somit seine Erstsprache ist es mitunter nicht verwunderlich, dass sein Ergebnis generell etwas schlechter ausfällt. Was man mit in die Überlegung einbeziehen sollte – spricht dieses Kind zuhause überhaupt deutsch? Was für eine Sprache wird in seinem sozialen Umfeld gesprochen? Hat das Kind vielleicht nur den Kontakt mit der deutschen Sprache in der Schule? Weiterhin ist zu beachten, dass das Kind durch den geringen Kontakt zu der deutschen Sprache in genau diesem Fach einfach hinterher hängt, es der Schule aufgrund geringer Lehrkapazität allerdings nicht möglich ist, besonders auf den Jungen einzugehen.
Daher denke ich, dass noch weitere Tests, bzw. erneute in Betracht gezogen werden sollten. Unabhängig von den eventuellen Einflüssen ist es immer sinnvoll sich eine zweite Meinung einzuholen.
Ebenfalls würde ich den Eltern raten, sich mit dem/ der Klassenlehrer/in oder dem/der Deutschlehrer/in zusammenzusetzen und das Gespräch suchen. Vielleicht können die Eltern dort erfragen, wie sie ihren Sohn weitestgehend unterstützen können.
Außerdem könnte man außerschulische Angebote wie einen Deutschkurs, Nachhilfe oder extra Förderunterricht in Betracht ziehen.
Aber vor allem würde ich den Eltern raten, sich mit diesem Ergebnis nicht einfach zufrieden zu geben. Sondern es zu hinterfragen und sich vielleicht auch selbst ein bisschen Fachwissen anzueignen um mit der Situation besser umgehen und in die Zukunft sehen zu können.

Lebe

Aufgabe: Bewertung der Studie. Wie groß ist die Stichprobe? Was hat es mit der Stichprobe auf sich?

  • Studie bestehend aus 5 Teilstichproben
    1. Unterschiedliche Schultypen
    2. Unterschiedliche Bundesländer
  • Besonderheit: Förderschuluntersuchungen wurden im 7. Schuljahr und in den allgemeinen Schulen in 5. Schuljahr durchgeführt
  • Gesamtheit der Größe/des Umfangs der Befragten: 10.109 Schüler_innen
  • Verfahren der GewinnungKlumpenstichprobe
    1. Auffällig: Nur in Hamburg wurden Teilnehmer aus den allgemeinen Schulen ausgewählt

Bewertung:

Nach Untersuchung der Stichprobe, würde ich noch ein paar Anmerkungen machen. Obwohl in der Studie gesagt wurde, dass die zuvor erwähnten unterschiedlichen Schuljahrgänge kein Unterschied im Ergebnis bringen würden, bin ich der Meinung, dass es besser und unverfälschter gewesen wäre, hätte man die Teilnehmer_innen aus gleichen Schuljahren befragt. Außerdem geht es bei der Stichprobe um unterschiedliche Bundesländer, allerdings stammen die Zahlen der allgemeinen Schulen nur aus Hamburg. Des Weiteren ist die absolute Zahl der Schüler_innen von den allgemeinen Schulen fast um ein 9-faches höher als die absolute Zahl aller Befragten der Förderschulen (9.087 zu 1.022).

BS: Anmerkungen zu der Studie

  • Die Studie beruht auf 5 Teilstichproben / Klumpenstichproben (eingeschränkte Zufallsauswahl)
  • hierbei wurden verschiedene Schulformen aus unterschiedlichen Bundesländern begutachtet
  • Anzahl der befragten Schüler/-innen: 10.109 

Auffällig: die Untersuchungen an den Förderschulen wurden mit Schüler/-innen des 7. Schuljahres und die Untersuchungen an den allgemeinen Schulen mit Schüler-/innen des 5. Schuljahres durchgeführt

  • Sinn?? „Verfälschung“ der Ergebnisse hin zum „gewollten“ / „erwünschten“ Ergebnis?? Wären die Ergebnisse nicht aussagekräftiger, wenn alle Probanden dasselbe Schuljahr besuchen?
  • Und wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Untersuchungen in einem Bundesland durchzuführen anstatt bundesländerübergreifend??

9. Die neunte Lerneinheit wendet sich dem Thema Integrations- bzw. Inklusionsforschung zu.

Empirische Studien bewerten zu können, ist eine wichtige Fertigkeit in der sozialen Arbeit. In einigen Hochschulen wird dabei leider zu wenig Wert auf die Quantitative Forschung gelegt. Das ist bedauerlich, denn so geraten Studierende schnell in die Situation, dass Sie sich in wichtigen pädagogischen Fragen nicht eigenständig einen Überblick über den Stand der Forschung verschaffen können.

Eine der bedeutsamen Fragen der Inklusionforschung befasst sich mit der Suche nach Effektivitätsunterschieden zwischen Förderschulen und Schulen mit gemeinsamer Förderung von behinderten und nicht behinderten Kindern. Ob Schüler*innen in der Inklusion mehr lernen als in Förderschulen ist inzwischen Gegenstand einer Jahrzehnte währenden Debatte, in der beide Seiten die Diskussion mit empirischen Studien befeuern. Wie meistens ist es sinnvoll, etwas genauer hinzuschauen. Und in dieses Seminar befasst sich kritisch mit Studien beider Seiten.

Inklusionsforschung und die Bedeutung der Stichprobengewinnung

Sonnenblume: Die Studie umfasst 5 Teilstichproben aus unterschiedlichen Bundesländern, Schultypen und zweierlei Jahrgängen. Während bei den Regelschulen SchülerInnen der 5 Klasse befragt wurde, sind es bei den Förderschulen SchülerInnen aus dem 7. Jahrgang. Zwei der Stichproben an Förderschulen erfolgten 2004, während die dritte Stichprobe im Jahr 1999 erfolgte. Es wurden insgesamt 10.109 SchülerInnen befragt.
Neben der Tatsache das die Stichproben an Regelschulen neun Mal so viele SchülerInnen berücksichtigt als an Förderschulen, lässt die Tatsache der verschieden Jahrgänge eine Verfälschung des Ergebnisses vermuten. Des Weiteren lässt sich nicht erschließen warum die Stichprobe in verschieden Jahren stattgefunden hat, wobei die Stichprobe an Regelschulen um die acht Jahre vor den Förderschulen erfolgte.. Es wird von einer Stichprobe in unterschiedlichen Bundesländern gesprochen, die Auswertung betrifft aber ausschließlich Regelschulen in Hamburg, während die Förderschulen auch aus anderen Bundesländern berücksichtigt wurden. Meiner Meinung nach sind hier zu viele Abweichungen um ein korrektes Ergebnis erzielen zu können.

10. Schulische Inklusionsforschung und die Bedeutung der sozialen Herkunft

Man weiß inzwischen ziemlich genau, dass als behindert eingestufte Kinder in inklusiven Verhältnissen sich deutlich von Förderschulkindern unterscheiden. Die Unterschiede betreffen offenbar vor allem die soziale und kulturelle Herkunft. Das zeigt nicht nur, dass es in den Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs nicht besonders fair zugeht. Sondern das ist auch ein gewichtiges Problem für die Forschung. Wer Inklusionsschüler*innen und Förderschüler*innen vergleicht, vergleicht also möglicherweise Äpfel mit Birnen. Wenn also z. B. Kinder in Inklusionsschulen bessere Leistungen zeigen als Kinder in Förderschulen, weiß man nicht genau, ob das daran liegt, dass Mittelschichtseltern ihre Kinder in der Inklusion intensiver fördern als dies den von Armut und Migration betroffenen Familien der Förderschulkinder möglich ist, oder, ob hier ein Systemvorteil der inklusiven Schulen zu erkennen ist.

Welche Bedeutung die Kontrolle der sozialen Herkunft hat
Die Studie von Kocaj et al (2014)
Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in der Studie von Kocaj et al 2014
Cohens dSignifikanzniveau
IQ verbal0,80***
IQ räumlich0,49***
Sozialer Status0,36**
Höchster Bildungsabschluss in Familie0,40***
Gewünschter Schulabschluss Hauptschule-0,49***
voraussichtlicher Schulabschluss mindestens Realschule0,54***
Bücher zu Hause0,25***
d kleiner 0,2 = kein Effekt
d 0,2 bis kleiner 0,5 = geringer Effekt
d 0,5 bis kleiner 0,8 = moderater Effekt
ab d= 0,8 starker Effekt
**:entspricht Irrtums-wahrscheinlichkeit kleiner 1 %
*** entspricht Irrtums-wahrscheinlichkeit kleiner 0,1 %

Ramona:

Förderschule:
In der dritten Klasse liegen die Werte zwischen weit unterdurchschnittlich bis unterdurchschnittlich. In der vierten Klasse haben sich die Werte verbessert, liegen aber immer noch im Bereich weit unterdurchschnittlich bis unterdurchschnittlich.

Gemeinsamer Unterricht:
In der dritten Klasse sind die Werte im Bereich weit unterdurchschnittlich bis durchschnittlich. In der vierten Klasse haben sich die Werte gegenüber den Werten in der dritten Klasse verbessert. Hier liegen sie im Bereich von unterdurchschnittlich bis durchschnittlich.

Die Werte beim gemeinsamen Unterricht sind allgemein besser, als beim Unterricht in der Förderschule.

Schreiben:

Förderschule: In der dritten Klasse liegen die Werte im Bereich zwischen weit unterdurchschnittlich bis unterdurchschnittlich. In der vierten Klasse haben sich die Werte verbessert und liegen im Bereich von weit unterdurchschnittlich bis durchschnittlich.

Gemeinsamer Unterricht: In der dritten Klasse liegen hier die Werte im Bereich von Ende der Skala bei weit unterdurchschnittlich bis durchschnittlich. In der vierten Klasse liegen die Werte im Bereich von Mitte der Skala unterdurchschnittlich bis Ende der Skala durchschnittlich.
Die Werte haben sich in der vierten Klasse verbessert. Im Vergleich zu den Werten im Bereich der Förderschule, sind die Werte besser.

Das gemeinsame Lernen fördert den Austausch und die Schüler können sich gegenseitig unterstützen, ich denke daher kommen unter anderem die besseren Werte im Bereich des gemeinsamen Unterichts zustande.

Minie Mouse:

Lesen: 

Vergleich Förderschule:

In der dritten Klasse besonders auffallend ist, dass die Werte zwischen ganz weit unterdurchschnittlich und unterdurchschnittlich liegen. In der vierten Klasse sind die Werte etwas verbessert, jedoch liegen sie noch in dem weit unterdurchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Bereich.

Gemeinsamer Unterricht: 

Hier liegen die Werte im allgemeinen in einem etwas besseren Bereich, als die der Förderschule. Jedoch liegen die Werte auch hier in der dritten Klasse Mittig in einem weit unterdurchschnittlichen, unterdurchschnittlichen bis gerade rein in den durchschnittlichen Bereich. In der vierten Klasse gibt es ebenfalls eine Verbesserung. Hier beginnt der Balken in dem unterdurchschnittlichen Bereich und geht bis weit in den durchschnittlichen Bereich.

Was im Allgemeinen zu erkennen ist, dass die Werte der vierten gegenüber der dritten Klasse verbessert sind. Vergleichend zwischen der Förderschule und dem gemeinsamen Unterricht ist deutlich zu erkennen, dass die Werte des gemeinsamen Unterrichts deutlich besser sind, als die der Förderschule.

Daraus resultierend würde ich die Hypothese aufstellen, dass die Schüler mehr aus einem gemeinsamen Unterricht mitnehmen und dort bessere Leistungen zeigen.

Schreiben: 

Förderschule:

Die Werte der Förderschule in der dritten Klasse liegen im weit unterdurchschnittlichen bis weit in den unterdurchschnittlichen Bereich. Die Werte der vierten Klasse liegen wieder etwas über denen der dritten Klasse. Sie liegen im weit unterdurchschnittlichen über den unterdurchschnittlichen bis ein kleines Stück in den durchschnittlichen Bereich.

Gemeinsamer Unterricht: 

Die Werte der dritten Klasse liegen die Werte noch knapp in dem weit unterdurchschnittlichen Bereich, über den unterdurchschnittlichen Bereich bis weit in den durchschnittlichen Bereich. In der vierten Klasse liegen die Werte Mittig des unterdurchschnittlichen Bereiches, bis weit in den durchschnittlichen Bereich.

Auch hier ist wieder ein Unterschied zwischen der Förderschule und dem gemeinsamen Unterricht zu sehen. In dem Bereich Schreiben ist der Unterschied zwischen den beiden Bereichen sogar deutlicher als in dem Bereich Lesen.

Fakt ist, was man deutlich aus den Zahlen lesen kann, dass die Schüler im Allgemeinen eher bzw. oft im weit unterdurchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Bereich aufhalten. Jedoch ist auch zu erkennen, dass der gemeinsame Unterricht deutlich bessere Werte hervorbringt. Was im Umkehrschluss deuten lässt, dass der gemeinsame Unterricht die Kinder mehr bereichert und sie dort besser lesen und schreiben können.

Anmerkung Mand: Die Bielefelder Länggschnittstudie zeigt ziemlich deutlich, dass Förderschüler*innen und Schüler*innen im gemeinsamen Unterricht mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen starten. Und belastbare Informationen, dass dies angemessen berücksichtigt wird (Matching) liegen hier nicht vor. Es ist deshalb leider unklar, ob die gefundenen Unterschiede darauf zurückgehen, dass sich die Leseleistungen im Verlauf der Entwicklung beschleunigt verbessern (exponentieller Lernzuwachs), ob hier ggf. Unterschiede in der Unterstützung durch das Elternhaus sichtbar werden oder ob die Unterschiede damit zusammenhängen, dass die einen Kinder in der Förderschule unterrichtet werden und die anderen in der Regelschule.

11. Lerneinheit: Wohnen, Alter und Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen

Die 11. Lerneinheit befasst sich mit drei unterschiedlichen Themen. Dass sich diese in einer Lerneinheit befinden, hat weniger damit zu tun, dass es deutliche inhaltliche Bezüge gibt. Wesentlich ist vielmehr, dass die Referate eher gegen Ende des Semesters realisiert werden konnten.

Begrüßung

Referat Wohnen

Referat Alter

Referat Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen

12. Lerneinheit: Arbeit und ähnliche Dinge

Auch das Arbeiten findet für viele Menschen mit Behinderungen in Sonderinstitutionen statt – in sogenannten Werkstätten für behinderte Menschen. Es gibt zwar Ansätze und Modelle inklusiver Arbeit – etwa ermöglicht über Arbeitsassistenz oder im Rahmen von Inklusionsunternehmen. Aber derlei Angebote sind sehr selten.

Sucht man in den Fachdatenbanken nach Literatur zum Thema Inklusion im Arbeitsleben, so stößt man vergleichsweise schnell auf Publikationen, die mit der Bundesagentur für Arbeit oder den einschlägigen Landes- und Bundesministerien in Zusammenhang stehen. Die beschreiben dort in schönsten Worten die tollen Programme, die angeblich eine berufliche Inklusion vieler Menschen bewirkt haben sollen. Man muss allerdings wissen, dass diese Menschen mit Behinderungen nicht etwa mehrheitlich Absolventen der Förderschulen handelt oder dass Menschen aus den Werkstätten für behinderte Menschen in diese Programme wechseln. Denn die Bundesagentur sorgt schon in den Förderschulen dafür, dass diese Klienten gar nicht erst auf dem Arbeitsmarkt und damit in der Arbeitslosenstatistik landen. Wer ist dann in den Programmen? Das sind z. B. Menschen, die bereits im Arbeitsleben stehen und nach einem Unfall oder nach einer Erkrankung in diese Maßnahmen kommen.

In der 12. Lerneinheit befassen sich drei Referate mehr oder weniger mit dem Arbeitsleben.

Ein Referat befasst sich mit dem Bundesteilhabegesetz.

Referat BTHG

Ein Referat befasst sich mit der Berufseignungsdiagnostik.

Referat Berufseignungsdiagnostik

Ein Referat befasst sich explizit mit Werkstätten für behinderte Menschen.

Referat WfbM Teil1
Referat WfbM Teil2
Referat WfbM Teil3

3 Gedanken zu „Über die Arbeit in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen“

  1. 1. Den Zugang in Bus und Nahverkehr erleichtern. Nach wie vor ist nicht jeder Bahnhof Barriere frei. Förderbedürftige Menschen sollten überall, einen vereinfachten Zugang bekommen.
    2. Es sollte sich mehr mit dem Thema „Inklusion“ in Regelschulen beschäftigt werden. Sowohl Theoretisch (Mensch ist Mensch und wir sollten uns alle unterstützen) als auch Praktisch durch verschiedene Übungen (z.B 15 min Augenbedeckt durch die Schule laufen.
    Eventuell auch ein eigenes Fach anbieten, in dem sich über solche Thematiken besprochen wird oder der Erwerb der Gebärdensprache ermöglich wird.
    3. Die Beschäftigungsquote auf dem freien Markt erhöhen, als auch mehr Berufsmöglichkeiten für Menschen mit Förderbedarf entwickeln.
    4. Die Krankenkassen sollen mehr Ünterstützungsmöglichkeiten übernehmen (Tablets mit Sprachunterstützung, Brillen, Rollstühle usw…)
    5. Den Zugang zu Freizeitaktivitäten für Menschen mit Förderbedarf vereinfachen und allgemeiner Veröffentlichen um soziale Kontakte im Alltag leichter zu knüpfen (Katalog, Apps)

    Antworten
  2. Fünf Sofortmaßnahmen, wie man in Deutschland Inklusion nachhaltig umsetzen kann.
    1. Das Aufbauen eines Netzwerkes – passende Beratungs,- und Anlaufstellen etc.
    2. Eine gute Ausbildung/Weiterbildung und Förderung von Inklusionshelfern
    3. Frühe Aufklärung und ein offener Umgang über die Thematik – schon bereits in der Schule
    4. Menschen mit Behinderung sollten mehr in die Thematik der Umsetzung einbezogen werden.
    5. Veranstaltungen und Projekte anbieten

    Antworten
  3. Definition Behinderung:
    Menschen mit Behinderungen sind durch körperliche, seelische, geistige oder sensorische Beeinträchtigungen in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren in der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt. Bei einer geistigen Behinderung sind insbesondere die kognitiven und adaptiven Fähigkeiten betroffen. Personen mit Behinderungen sind besonders anfällig für körperliche Krankheiten, chronische Schmerzzustände und psychische Störungen. In der Behandlung von Menschen mit geistiger Behinderung sollte das biopsychosoziale Krankheitsmodell um die emotionale Entwicklungskomponente erweitert werden, um die individuell erwartbaren Verhaltensweisen als Ausgangspunkt zu kennen. Die Therapie findet nach denselben Grundsätzen wie bei Menschen ohne Behinderung statt, wobei neben medikamentösen auch pädagogisch-psychotherapeutische Methoden angewandt und das Lebensumfeld einbezogen werden sollten. Die individuellen, behinderungsbedingten Besonderheiten sind in der Praxisorganisation, der Kommunikation und der Behandlung zu berücksichtigen, um eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung zu ermöglichen.
    Quelle: https://link.springer com/chapter/10.1007/978-3-662-58314-2_44 (Aufgerufen am 12.10.20)

    Schwerbehinderung:
    Eine Person gilt als schwerbehindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen. Desweiteren wird auch gesagt, dass man schwerbehindert ist wenn man durch seine Teilhabe eingeschrenkt ist. Hierbei ist zu beachten, dass ein Behinderung von wenigstens 50 Prozent vorliegen. (§2 Abs. 1 und 2 SGB IX)

    Sehbehinderung:
    Eine Sehbehinderung ist nach einer medizinscher Messung, wer trotz Korrekturen keine normalen Sehfunktion auffweißt. Desweitern muss auch das bessere Auge zwischen ein drittel bis ein 20-stel.
    Eine Hochgradige sehbehinderung liegt vor, wenn das bessere Auge nur noch 1/20 bis 1/50 erreicht.
    Quelle: https://www.sehbehinderung de/index.php?menuid=27&reporeid=46&getlang=de (Aufgreufen am 12.10.20)

    Höhrbehinderung:

    Wenn eine Beeinträchtigung des Hörvermögens vorliegt, so spricht man von einer Hörbehinderung. Eine Hörbehinderung kann sowohl angeboren sein, oder aber auch erst im Laufe des Lebens. Dauerhafte Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit sowie auch eine Hörminderung stellen Formen der Hörbehinderung dar.
    Quelle: https://www.gesundheit.gv at/krankheiten/behinderung/taubheit (Aufgerufen am 12.20.20)

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