Forschen über Inklusion

Lehrziele der Veranstaltung

Dieses Seminar richtet sich an Studierende des Modul Propädeutik. Studierende ab dem 2. Semester (alte BA-Studiengänge) können studiengangsübergreifend diese Veranstaltung belegen.

Für die neuen Studiengänge ist das leider etwas kompliziert. Denn einige Studiengänge haben sich entschieden, eigene Propädeutikmodule anzubieten. Für den Studiengang des neuen Studiengangs Soziale Arbeit ist das unkompliziert. Sie können diese Lehrveranstaltung ebenfalls belegen. Denn diese Veranstaltung ist im Studiengang Soziale Arbeit angesiedelt. Für die anderen neuen Studiengänge ist eine Anmeldung zur Prüfung leider nur dann möglich, wenn das Vorlesungsverzeichnis der EvH RWL dieses Seminar für Ihr Modul angezeigt.

Das Seminar verfolgt als Lehrziel, Studierende in die Lage zu versetzen:

(1) eine für eine Hausarbeit zu bewältigende Frage zu entwicklen

(2) sich in für das Thema geeigneten Fachdatenbanken nach nachvollziehbaren Auswahlkriterien eine angemessene Zahl an wissenschaftlichen Publikationen auswählen und – soweit dies unter Corona-Bedingungen möglich ist – diese auch zu beschaffen

(3) die Bedeutung wissenschaftlicher Veröffentlichungen einschätzen zu können (ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf empirischen Studien) und

(4) Reviews verfassen können.

Dies soll exemplarisch an ausgewählten Schwerpunkten der Inklusionsdebatte geübt werden.

Dieses Seminar funktioniert so:

Ursprünglich war das Inklusionsseminar als Präsenzveranstaltung geplant. Nun sind wir wieder auf das Online-Format eingeschränkt. Derlei z. B. mit Zoom als synchrone Veranstaltung anzubieten, erscheint mir aber nicht sinnvoll. Denn ein wichtiger Vorteil digitaler Lehre ist ja, dass man Veranstaltungen so organisieren kann, dass nicht alle zur gleichen Zeit die gleichen Dinge tun müssen. Und ich habe gute Erfahrungen mit asynchronen Veranstaltungen in der Propädeutik im letzten Semester gemacht. Die Hausarbeiten waren zwar nicht besser als in den Semestern zuvor. Aber sicher sind sie gleich gut gewesen.

Das Seminar hat drei Teile. Nach Einführungssitzung und theoretischer Einleitung beginnt der erste Teil der Veranstaltung, in dem es um Methoden der Literaturrecherche geht. Das ist im wesentlichen eine Kurzfassung des LV2-Programms meiner Propaedeutikveranstaltung des Sommersemesters. Ich wiederhole das in LV 3, weil es Studierende gibt, die die LV2 bei anderen Lehrenden belegt habe. Und ich weiß, dass Methoden der Literaturrecherche an dieser Hochschule selten gelehrt werden. Im zweiten Teil der Arbeit geht es um die Frage, wie man wissenschaftliche Studien bewertet. Das ist nicht ganz unwichtig für den dritten Teil der Veranstaltung: den eigentlichen thematischen Schwerpunkt. Denn das Seminar Forschen über Inklusion soll nämlich die eine von den Studierenden zu entwickelnden Fragestellung untersuchen. Vermutlich handelt es sich um eine kleine Theoriearbeit, die wir hier angehen. Im vergangenen Semester hat sich ein Seminar allerdings entschieden, Zusammenhänge zwischen Ausländeranteilen und Förderschulquoten in NRW zu berechnen. Solche Dinge würden vielleicht auch gehen.

Die drei Teile des Seminars sind wiederum in einzelne Lehreinheiten gegliedert. Diese Lehreinheiten können Sie – wie ursprünglich gedacht in drei Tagen abhandeln. Das geht. Und ich bin auch online. Aber grundsätzlich besteht die auch Möglichkeit, die Lehreinheiten im wöchentlichen Rhythmus anzugehen.

Dieses Seminar besteht aus podcasts, Aufgaben und der Kommunikation über diese beiden Ebenen. Die podcasts beziehen sich dabei auf Materialien, die Sie auf einer anderen Unterseite dieser Homepage finden (Materialien für die Lehre – vor allem: Forschungsmethoden-Materialsammlung). Sie hören sich also die Podcasts an und schauen sich dann z. B. die Tabellen und Abbildungen an, auf die ich in den Podcasts verweise. Tabellen und Abbildungen sind nummeriert. Diese Struktur verwende ich deshalb, weil ich die gleichen Materialien in verschiedenen Seminaren verwende.

Nun ist es möglich, dass Sie im vergangenen Semester bereits die LV2 des Propaedeutikmoduls bei mir belegt haben. Das ist schön für Sie. Denn das spart Ihnen Arbeit. Wenn Sie also bereits wissen, wie man ein Review schreibt bzw. wie man HBZ-Katalog und pubmed bedient, dann können Sie sich erhebliche Anteile dieses Seminars sparen. Macht ja nicht zwingend Sinn, sich immer wieder die gleichen podcasts anzuhören. Sie steigen dann direkt in den dritten Teil des Seminars ein.

Hausarbeit

Ihre Hausarbeit ist inhaltlich nicht auf das Thema Inklusion festgelegt. Nach meiner Auffassung können Sie Hausarbeiten in allen Bereichen schreiben, die Gegenstand von Seminaren an der EvH RWL sind, also nicht nur in Elementarpädagogik, Soziale Arbeit, Heilpädagogik, sondern auch in Soziologie, Psychologie, Medizin, Philosophie oder Theologie. Sie können sogar kunstwissenschaftliche oder literaturwissenschaftliche Hausarbeiten schreiben.

Sie haben mindestens zwei Optionen:

(1) Eine klassische Hausarbeit untersucht eine nicht allzu offensichtliche Frage in Auseinandersetzung mit dem Stand der Theoriediskussion und Forschung. Bitte sprechen Sie diese Fragestellung in jedem Fall mit mir ab. Wichtig ist, dass Sie im Rahmen Ihrer Hausarbeit nicht nur beschreiben und zusammenfassen, sondern auch analysieren und interpretieren. Eine gute Möglichkeit bieten hierzu Vergleiche (Vergleiche von Methoden, Vergleiche von Institutionen, Ländervergleiche, Vergleiche von Positionen in wissenschaftlichen Debatten).

(2) Eine förderdiagnostische Hausarbeit versucht herauszufinden, welche Angebote einer Ihrer Klienten benötigt, um in seiner/ihrer Entwicklung einen gewichtigen Schritt zu tun. Solche Hausarbeiten kann man für fast alle Klienten fast jeden Alters schreiben.

Bitte anonymisieren Sie die Arbeit, wenn Sie über Klienten oder Institutionen schreiben (in diagnostischen Hausarbeiten). D. h.: Alle Namen von Personen, Orten oder Instsitutionen müssen verändert werden.

Die Literatur sollten Sie nicht über Google finden oder sich an dem Bestand in einer Bibliothek Ihrer Wahl auswählen. Sondern Sie sollen auf eine nachvollziehbare Art und Weise die Literatur in Fachdatenbanken auswählen und erst in einem zweiten Schritt ermitteln, in welchen Bibliotheken Sie die betreffenden Zeitschriftenbeiträge oder Bücher finden können. Das ist nicht sehr kompliziert. Und wir werden das vielfach im Rahmen dieses Seminars üben. Für die Gestaltung des Literaturverzeichnisses bzw. für der Zitation im Text ziehe ich das Zitationssystem der American Psychiatrie Association vor. Sie können aber auch andere Zitationssysteme verwenden.

Es ist möglich, dass Sie sich aufgrund der Corona-Pandemie in der Beschaffung der Literatur noch in der Auswahl auf wenige Bibliotheken der Region beschränken müssen oder mehr Zeit für Fernleihe oder eine Ausleihe über subito einplanen müssen.

Die Hausarbeiten des Wintersemesters senden Sie mir bitte bis zum 15. Februar.
Bitte versehen Sie Ihre schriftlichen Arbeiten auf der Titelseite mit Ihrem Namen, Ihren Kontaktdaten (u. a. mit Ihrer Handy-Nummer, damit ich notfalls eine Bitte-melden-Sie-sich SMS versenden kann) und mit Ihrem Nickname (so Sie die Noten ab Anfang September bzw.  Anfang März auf meiner Homepage einsehen wollen). 

Die mir zugesandte Datei sollte mit Ihrem Namen benannt sein am besten als pdf abgespeichert sein. Bitte verwenden Sie als Dateinamen Ihren Nachnamen (z. B. Mueller.pdf, wenn Sie Müller heißen. Bitte verwenden Sie immer nur eine Datei pro Anlass (also  z. B. keine gesonderte Titel-Datei, keine gesonderte Literaturdatei, keine gesonderte Datei für einen Wunschzettel). Bitte vergessen Sie auch nicht die eidesstattliche Versicherung (ausdrucken, unterschreiben, einscannen/abfotografieren, einfügen). Der Umfang der schriftlichen Arbeiten ist abhängig von den Vorgaben des Modulhandbuchs. Dabei ist es möglich, den Umfang geringfügig zu überschreiten (5%). Unterschreiten dürfen Sie aber nicht. Es zählen dabei alle Zeichen, also auch Leerzeichen.  

EINLEITUNG / EINFÜHRUNG

(1) Erste Lehreinheit

(1) Begrüßung

(2) Vorstellung

(3) Wie das Seminar funktioniert

(4) Hausarbeiten in Propaedeutik

(5) Planspiel: Probleme für Deutschland wg Umgang mit der UN-Behindertenrechtskonvention

Fuchs 01 empfiehlt als Sofortmaßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention:

1)Kurse die das Zusammenleben von Behinderten und nicht Behinderten vereinfachen sind für jeden frei zugänglich und kostenlos. Z.B. Gebärdensprachkurse
2)In Schulen gibt es Fächer wie „Gesellschaft“ oder „soziales Miteinander“ in denen (unteranderem) über Themen wie Behinderung, Inklusion/Integration aufgeklärt wird. Zudem könnte diese Fach auch als Begegnungsstätte für Behinderte und nicht Behinderte genutzt werden.Auch Betriebe werden diesbezüglich regelmäßig Geschult. Ähnlich wie regelmäßige Sicherheitsbelehrungen oder Erste-Hilfe-Kurse.
3)Es werden mehr „einfache“ Ausbildungen für geistig Behinderte geschaffen. Z.B. Werkstatthelfer im Fachbereich Metall, Pflegehelfer, Sekreterhilfskraft usw. 
4)Betriebe die körperlich und/oder geistig Behinderte einstellen bekommen eine bestimmte Auszeichnung (Ein Kürzel oder ein Zeichen hinter dem Firmennamen o.ä.). So kann jeder sehen dass dieser Betrieb sich gegen Exklusion einsetzt. Zudem könnte dem Betrieb unter bestimmten Voraussetzungen Steuerermäßigungen zugesprochen werden.  
5)Freizeitaktivitäten die Behinderte und nicht Behinderte zusammenbringen. Dies könnte Berührungsängste beiseite räumen. Z.B. Musikvereine

Thoskar: Als erste möchte ich sagen, dass die Sanktionen schon mal helfen. Denn der Außenminister hat jetzt wohl verstanden, das in Deutschland Inklusion mehr Schein als Sein ist :D.

Um das Denken der Gesellschaft zu verändern, müssen wir in den Schulen und Kindergärten, Inklusion so leben, dass die nächste Generation die ja unsere Gesellschaft darstellt, Inklusion als „Normalität“ lebt und wahrnimmt.
Hier sind meine 5 Vorschläge zur Nachhaltigkeit der Inklusion
1. Es müssen mehr Gelder in die Schulen und Kindergärten fließen, um multiprofessionelle Teams einstellen zu können, um die Klassen und Gruppen kleiner und heterogener zu gestalten.
2.Die Ausbildung der Erzieher und Lehrer muss komplett überholt werden. In den Ausbildungen sollte Inklusion und deren Umsetzung ein primäres Fach sein.
3. Es sollten sofort Multiplikatoren in jedem Kindergarten und jeder Schule eingestellt werden, die den Blick der Fachkräfte auf das Kind und die Selbstreflexion der Fachkräfte schult. So kann auch bei den heutigen Fachkräften ein Wandel stattfinden im Umgang mit Kindern, den Blick auf die Kinder und ein Wandel ihren Prioritäten.
4.Das Schulsystem muss neu durchdacht werden, weg vom Leistungsgedanken und hin zum Gemeinschaftsgedanken. Der Frontalunterricht sollte abgeschafft werden und der Unterricht sollte sich mehr an den Interessen der Kinder orientieren.
5.Der Staat sollte den Menschen nicht mehr als Bruttosozialprodukt definieren, sondern als Mensch. So ändert sich auch das Menschenbild und sein augenscheinlicher Wert.

Wonderwall empfiehlt, nachhaltige Inklusion möglich zu machen:

  • Jeder Kindergarten, sowie jede Schule sollte Plätze für Kinder jeglicher Behinderungen haben.Kinder mit Behinderungen sollten Chance bekommen sich in Regelkindergärten,-Schulen mit Nicht behinderten Kindern in Kontakt treten zu können. Ziel dieser frühen Zusammenführung, von Kindern mit Behinderung, sowie mit Kindern ohne Behinderung, ist es eine Selbstverständlichkeit zu schaffen.
  • Auch Personal, welches nicht vom Fach ist, wie z.B. Erzieher oder Lehrer, sollten regelmäßig Schulungen besuchen in denen bspw. der Umgang mit Kindern verschiedenster Behinderungen erläutert werden soll.
  • Sollte es nicht möglich sein den Kontext mit der Sonder-,oder Förderschule aufzuheben, könnte eine Idee sein, regelmäßige Projekte zwischen MmB und Nicht behinderten Menschen einzuleiten.
  • Um auch in der Arbeitswelt eine Inklusion möglich zu machen, sollten Menschen mit Behinderungen nach ihren Stärken gefördert werden und z.B. als Begleitung oder Assistenz in einem normalen Berufsalltag teilnehmen zu können.
  • Um Stigmatisierungen aus dem Weg zu gehen, sollten Schüler in Regelschulen über verschiedene Behinderungen aufgeklärt werden. Sie sollten lernen und verstehen wieso ein Kind vielleicht so handelt, wie es handelt. Es soll ein Verständnis für Behinderungen entstehen.

Sonne empfiehlt als Sofortmaßnahmen:

1.) Eltern behinderter Kinder erhalten ab Geburt des Kindes das Sonderrecht, stellvertretend für ihr minderjähriges Kind an allen Wahlen teilnehmen zu dürfen

2.) In den Kindergärten und Schulen werden die Gruppen halbiert, das Personal und die finanziellen Mittel verdoppelt, Erzieher und Lehrer bilden Kompetenzteams mit pädagogischem Fachpersonal,gemeinsame Lernziele werden abgeschafft.Ausnahmslos alle Schüler werden in den gleichen Einrichtungen betreut. Die Einrichtung passt sich dem Bedarf der jeweiligen Schüler an. 

3.) Das Freikaufen der Betriebe, um nicht entsprechend der Quotenregelung Menschen mit Behinderung einstellen zu müssen, wird untersagt, stattdessen helfen Ausbildungscoaches  passend nach Bedarf des Betriebes und Fähigkeiten der Menschen mit Einschränkunge, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenzubringen.

4.) Alle Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung werden in die Mitte der Wohnviertel verlegt. Vereine, Quartiersentwickler und Ortsverbände übernehmen Patenschaften mit den Einrichtungen und Wohngruppen, um eine aktive Teilnahme und Mitgestaltung am Freizeit- und Gemeinschaftsleben zu ermöglichen.
5.) Barrierefreiheit ist zwingend für alle Ämter, Geschäfte, Einrichtungen und alle Arten der Kommunikation vorgeschrieben. Über ein Qualitätsmanagment wird der Ist-Zustand erhoben und mit dem Ampelsystem unterteilt.Einrichtungen, die lediglich mit einer roten oder gelben Einschätzung eingestuft werden, erhalten 1Jahr Zeit, die Missstände zu beheben, um grünes Licht für Barrierefreiheit vorweisen zu können.

Eine anonyme Studierende: 5 Vorschläge für ein inklusives Deutschland

Um eine vollständige Inklusion gewährleisten zu können wäre es neben den Sanktionen des Außenministers, welche durch das Kaffeeverbot eventuell auch, bereits an der Inklusion aktiv beteiligte Personen (Unschuldige) treffen könnte die breite Maße aufzuklären.

Dafür wäre es wichtig…

1.Bereits in den ersten gesellschaftlichen Einrichtungen, die Kinder besuchen Aufklärung und gelebte Integration zu betreiben. Inklusive Gruppen müssten mehr gefördert werden und den Kindern müsste altersgerecht erläutert werden, warum alle Kinder unterschiedlich sind und welche Vorteile dies mit sich bringt.

2.In Schulen jeder Art dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend Sonderpädagogen oder Integrationsassistenten vor Ort sind, um Integrative Klassen funktionieren zu lassen. Sowie Kinder und Jugendliche dazu zu ermutigen ihr bereits erworbenes Wissen an Kinder mit Lernbehinderung weiterzugeben und so ein gemeinschaftliches Lernen zu ermöglichen.

3.Erwachsene durch neue, kostenfreie Kurse, wie Blindenschrift oder Gebärdensprache offener für ein integratives Miteinander zu machen und sie im Umgang mit Behinderten Menschen sicherer zu machen.

4.Fachkräfte, wie Lehrer und Erzieher müssen regelmäßig im Umgang mit integrativen Kindern und Jugendlichen geschult werden und durch weiterführende Unterstützungsangebote ihre Sorgen und Probleme mit integrativen Maßnahmen hörbar machen können.

5.Auch die Politik muss integrativer werden. Das politische Bild von dem älteren Mann Anfang 60 im Schwarzen Anzug mit Hemd und Krawatte muss sich ändern. Die Politik muss dem Bürger Integration vorleben, so müssten zum Beispiel Abgeordnete mit körperlichen Behinderungen einen größeren Prozentsatz in Kabinetten ausmachen und interessierte Menschen, für die Posten der wissenschaftliche Mitarbeit, mit Behinderung dürfen nicht mehr ohne plausible Begründung abgelehnt werden.

Schließlich hat der Bundestag durch seine vollständige Barrierefreiheit bereits gezeigt, dass ein grundsätzlicher Wille zur Inklusion/Integration vorhanden ist, es ihm jedoch noch an kreativen Ideen fehlt ein inklusives Deutschland zu ermöglichen.

Jeder ist dafür verantwortlich Deutschland zu einer Hochburg der Integration zu machen und nicht der Ausgrenzung und des Hasses, wie es im Moment zu seien scheint.

Kaktus schlägt als Sofortmaßnahmen vor:

1. Förderschulen werden aufgelöst, denn Schüler und Schülerinnen mit oder ohne Behinderung werden zusammen in Schulen unterrichtet. Dafür werden Lehrer/innen, Erzieher/innen und Pädagogen/innen weiter ausgebildet um so mehr Personal in den Einrichtungen einzustellen, damit  jede/r Schüler/in mit oder ohne Beeinträchtigung optimal und Individuell gefördert wird. Ohne jeglichen Leistungsdruck. Auch im Kindergärten sollten Kinder mit und ohne Beeinträchtigung betreut werden, so schafft man von Anfang die Selbstverständlichkeit von verschiedenen Behinderungsarten. 
2. Das Bild von Behinderung in der Öffentlichkeit verbessern, in dem man Vorurteilen und Stigmata von Behinderung abschafft, um so mehr Raum für öffentliche Aufklärungsarbeit der verschiedenen Behinderungsarten ermöglicht. 
3. Öffentliche Verkehrsmittel und verschiedene Einrichtungen werden barrierefreier ausgearbeitet, um so denn Alltag von beeinträchtigten Menschen zu erleichtern. Gemeinschaftliche Projekte werden für Menschen mit und ohne Behinderung angeboten, somit wird der Begriff Behinderung immer Alltäglicher und selbstverständlicher. 
4. Bestimmte Hilfsmittel wie Z.B  zur Hilfe der Kommunikation oder Motorik werden kostenlos, sowie Individuell auf den Menschen mit Beeinträchtigung abgestimmt. Bestimmte Pädagogische Förderungen werden schneller bewilligt. 
5. Die Arbeitswelt muss einen besseren Zugang für Menschen mit einer Beeinträchtigung gewährleisten. Mehr Arbeitsplätze für Behinderte Menschen müssen geschafft werden, sowie mehr Auswahl bei Ausbildungsberufen.

Das sind die Vorschläge von Macki zur Umsetzung der UNBRK:

  1. Besser geschulte Lehrer und Erzieher (Pädagogen), die auch behinderte Kinder in der Regelschule unterrichten können. Dazu wäre aber auch ausreichendes Personal nötig. 
  2. Spielplätze so gestalten, dass auch Kinder mit Behinderungen, genauso wie nichtbehinderte Kinder am Alltag teilhaben können. Beispielsweise Schaukeln für Rollstuhlfahrer oder ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen (Anschnaller, Schaukeln mit Rücklehne, etc.).
  3. Spielgruppen oder Vereine in dem jedes Kind eine Chance hat teilzunehmen, unabhängig von einer Behinderung. Beispielweise in Babygruppen, Turnverein, Pfadfinder, Fußballverein etc.
  4. Gleiche Bezahlung für Menschen mit Behinderung, auch in Behindertenwerkstätten (d.h. Bezahlung nach Mindestlohn).
  5. Kinder sollten in Büchern oder Serien/Filmen bereits ein Bild davon bekommen, dass es Menschen mit Behinderung ein Teil der Gesellschaft sind und diese genauso wertvoll sind, wie nichtbehinderte Menschen. Das heißt Menschen mit Behinderung sollten auch in Kinderbüchern/Serien/Filmen/Hörspielen Hauptprotagonisten sein oder ein Teil einer Clique oder ähnlichem.

Kaffee 123 schlagt als Sofortmaßnahmen vor, um Inklusion nachhaltig umzusetzen:
Starken Fokus darauf legen, dass Inklusion grade in Regelschulen und Kindergärten mehr gefördert wird.
1) Regelschulen und Kindergärten sollten Ressourcen vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen um Kinder mit egal welcher Art von Beeinträchtigung angemessen zu fördern und in den Schulalltag zu integrieren, auch damit ein wichtiger Austausch zwischen Kindern mit und ohne Beeinträchtigung entstehen kann.
2) Lehrkräfte sollten zusätzlich mehrere Schulungen bekommen, damit sie jedes Kind gerecht fördern können und damit auch wissen wie sie Kinder richtig in die Klasse integrieren.
3) Entstigmatisierung von Menschen mit B. sollte (natürlich nicht nur in Schulen) gefördert werden. Die Lehrer*innen sollten die Thematik offen in der Klasse ansprechen und auch Fragen von Kindern beantworten. An Elternabenden sollte auch mit den Erwachsenen offen über das Thema gesprochen werden ( nicht nur mit den Eltern des beeinträchtigten Kindes) und Fragen beantwortet werden.
4) Freizeitangebote der Schulen, AG´s oder Vereine sollten es auch für Menschen mit Beeinträchtigung möglich machen an ihnen teilzunehmen.
5) Neue Fächer an Schulen beibringen, z.B Gebärdenkurse in den Hauptlehrplan aufnehmen.

Blümchen2000, Sunshine00 & Eisesscrew schlagen als Sofortmaßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor:

1. Frühstmögliche Begegnungen zwischen Kindern mit und ohne Behinderung ermöglichen um Berührungsängste nicht entstehen zu lassen. Zum Beispiel integrativer Kindergarten, integrative Krabbelgruppe usw. .

2. Wohngemeinschaften mit Menschen mit und ohne Behinderung, wo sich gegenseitig unterstützt wird und in einer Gemeinschaft zusammengelebt wird. Diese Wohnungen werden für nicht Behinderte im Gegenzug zu Hilfeleistungen vergünstigt angeboten. Ein Vorteil wäre das zum Beispiel für Studenten, die auf der Suche nach günstigem Wohnraum sein könnten. 

3. Kostenlose Schulungen, die regelmäßig, verpflichtend für alle Bürger, die im sozialen Bereich arbeiten,angeboten werden. Diese Schulungen können aber auch im Rahmen eines Schultages in einer Regelschule angeboten werden, oder beispielsweise als Fortbildungen in allen Bereichen angeboten werden.

4. Behinderungen sollten in allen Bereichen von Medien bis hin zum Arbeitsplatz nicht mehr als „Tabu“ gelten. Indem zum Beispiel mehr Werbekampagnen mit Menschen mit Behinderung gestartet werden. 

5. Ferienfreizeitangebote für jedes Alter und alle Menschen um gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Das bedeutet Angebote für Kinder bis zum hohen Alter sollen geschafften werden und durch staatliche Unterstützung zum Teil finanziert werden.

MuckefukkistkeineOption schlägt als Sofortmaßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor:

1.Beginn im Säuglings-und Kleinkindalter : Krabbelgruppe und Co. kostenlos, gemischt in Bezug auf Herkunft, sozialen Status und körperliche Beeinträchtigungen, z. B. gegliedert durch Geburtsdaten der Kinder. Spiele, Begrüßungsrituale in Form von Gesängen, Spielen, ect. In verschiedenen Sprachen und aus verschiedenen kulturellen Traditionen/Herkunftsländern, inklusive Gebärdensprache, TEACCH Elementen, unterstütze Kommunikation ect. Angeleitet durch geschultes Personal.

2. Sensibilisierung Jugendlicher im Politik, Sozialkunde, Religionsunterricht o. ä. für verschiedene Formen des menschlichen Seins durch direkten Austausch mit Jugendlichen, die körperlichen oder geistigen Förderbedarf haben. Hierzu z. B. gegenseitige Besuche in Schulen, Werkstätten, ect. Anbahnung von Praktika durch diese Kontakte. Durchführung mit der Haltung :,, Was ist schon normal, und wer definiert Normalität? „
3. Geschäfte des Vergnügunssektors,(z. B. Cafés) die gezielt Menschen unterschiedlicher Sexualität einstellen.
4.Durchmischung der Vorstandsebenen großer Firmen mit Firmenangehörigen aus jeder Hierachieschicht mit dem Ziel, dass alle Beteiligten in demokratischer Art und Weise, Entscheidungen, z. B. über ein Wahlrecht treffen können und jede Hierachieschicht im Ergebnis, durch den von ihr vorher gewählten Abgesandten, vertreten ist.
5.Regelmäßige Projekte, die verschiedene Generationen, Menschen mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen, etc. zusammenbringen. Das Ziel muss gemeinsam sein.
Z. B. Kreativer Malworkshop im Altenheim gemeinsam mit Bewohnern und Kindern, Entwicklung von medizinischen Hilfsmitteln durch Lehrlinge geeigneter Betriebe und Betroffener.

Krümel schreibt: Inklusion ist ein stetiger Prozess und zum jetzigen Zeitpunkt eine Utopie.
Was es allerdings an Maßnahmen geben könnte, auch wenn diese oft schwierig umzusetzen wären und eine jahrelange Vorausplanung benötigten, wären unter Anderem folgende:
1. Zu allererst müsste es mehr Berührungspunkte zwischen allen Menschen geben. Zwischen jung und alt, mit Behinderung/ Erkrankung und ohne Behinderung/Erkrankung, von nah und fern, aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, und so weiter. Denn oft ist es das Unbekannte, was einem entweder Angst macht oder wo man nicht richtig mit umzugehen weiß. Wenn es aber nun für jeden Menschen von Anfang an „normal“ ist, Kontakt zu Menschen zu haben, die vielleicht anders sind als man selbst/ eine andere Lebensführung haben, kann man die sozialen Barrieren überwinden und wird dem „Anderssein“ gegenüber offener und akzeptiert auch sich selbst in seiner Einzigartigkeit mehr.
2. Von den sozialen Barrieren mal abgesehen, gibt es auch noch mehr als genug objektive Hindernisse in Deutschland. Die Infrastruktur müsste weiter ausgebaut werden, die Wohnsituationen verbessert und die alltäglichen Hindernisse überwunden werden. Es müsste also ein deutlicher Schritt in die Barrierefreiheit getan werden, um überhaupt die, im ersten Punkt genannte Partizipation, also Teilhabe am (gesellschaftlichen) Leben, zu ermöglichen.
3. Die Bürokratie in Deutschland ist ein weiterer Punkt, der vielen zur Last wird. Oft werden vorhandene Ressourcen gar nicht genutzt, weil man nicht weiß, dass es sie gibt, oder weil es mit einem so hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist, den manche Menschen gar nicht bewältigen können.
4. Das Arbeitsangebot muss angepasst und erweitert werden. Trotz der rechtlichen Lage, dass Menschen mit Behinderungen oder aus anderen Kulturkreisen nicht mehr so einfach abgewiesen werden können, werden sie trotzdem noch oft als Last vom Arbeitgeber angesehen. Das muss sich ändern.
5. Der Zugang zu diversen (freizeitlichen) Angeboten sollte überarbeitet und barrierefrei gestaltet werden.

Justus Jonas schreibt: Folgende Maßnahmen würde ich zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention vorschlagen:
1.Ich würde eine Leaderchip-Kultur etablieren wollen. Das heißt für mich, dass Inklusion nicht nur Sache des jeweiligen Bundeslandes bleibt. Wie wird Inklusion tatsächlich umgesetzt und wie sieht es mit der Qualität der Umsetzung aus, das soll bundeslandübergreifend erfasst und beurteilt werden.
2.  Um auf lange Sicht starke Gefälle hinsichtlich der Umsetzung von Inklusion innerhalb einzelner Bundesländer abzubauen, möchte ich das Bildungsinstanzen von Kindergärten angefangen bis zur Hochschule in der Inklusionsumsetzung unterstützt und beraten werden. Dies kann durch Expertenteams, die multiprofessionell zusammengesetzt und in der Umsetzung von Inklusion bereits erfahren sind, gesichert werden.
3.  Ich will das angehende Lehrer innerhalb ihres Studiums auch hinsichtlich verschiedener Lernbehinderungen ausgebildet werden. Viele junge Lehrer wissen nicht, was zum Beispiel eine Legasthenie ist und welche Rahmenbedingungen es braucht um selbstständiges Arbeiten vielleicht doch ermöglichen zu können.
4. Ich will, dass sich die alte Haltung der Schulbildung ändert. Solange das Curriculum bleibt, wie es ist, werden sich die Rahmenbedingungen in der Schulinstanz nicht ändern. Menschen sollen in Bildungsinstanzen gemäß ihrer Begabungen, Persönlichkeit, in ihrer Kreativität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten gefördert und gefordert werden. Das Curriculum bietet einen viel zu engen strikten Rahmen an vorgegebenen Lernzielen in einer fest definierten Zeit. Jeder Mensch, der diesen Rahmen unfreiwillig sprengen muss, weil er eine Lernbehinderung hat, geistig oder körperlich behindert ist wird derzeit automatisch zu einer Gruppe separiert. Sie sind die, die anders sind. Die, die sich nicht normal entwickeln oder entwickeln werden. Das schafft einen Rahmen für Definitionen und Stigmatisierung. Das ist das genaue Gegenteil von Inklusion. Ich fordere ehrlich gemeinte Partizipation. Ich fordere, dass das Curriculum neu überarbeitet werden muss. Ich fordere mehr Lehrer und kleinere Klassen.
5)  Ich möchte, dass technische Hilfsmittel eine Selbstverständlichkeit werden. Spracherkennungssoftware für Legastheniker in Schulen, eine selbstverständliche Nutzungserlaubnis für Taschenrechner für Menschen mit Dyskalkulie, barrierefreie Wege innerhalb eines Schulgebäudes für Rollstuhlfahrer… .

Krümel schreibt: Inklusion ist ein stetiger Prozess und zum jetzigen Zeitpunkt eine Utopie.
Was es allerdings an Maßnahmen geben könnte, auch wenn diese oft schwierig umzusetzen wären und eine jahrelange Vorausplanung benötigten, wären unter Anderem folgende:
1. Zu allererst müsste es mehr Berührungspunkte zwischen allen Menschen geben. Zwischen jung und alt, mit Behinderung/ Erkrankung und ohne Behinderung/Erkrankung, von nah und fern, aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, und so weiter. Denn oft ist es das Unbekannte, was einem entweder Angst macht oder wo man nicht richtig mit umzugehen weiß. Wenn es aber nun für jeden Menschen von Anfang an „normal“ ist, Kontakt zu Menschen zu haben, die vielleicht anders sind als man selbst/ eine andere Lebensführung haben, kann man die sozialen Barrieren überwinden und wird dem „Anderssein“ gegenüber offener und akzeptiert auch sich selbst in seiner Einzigartigkeit mehr.
2. Von den sozialen Barrieren mal abgesehen, gibt es auch noch mehr als genug objektive Hindernisse in Deutschland. Die Infrastruktur müsste weiter ausgebaut werden, die Wohnsituationen verbessert und die alltäglichen Hindernisse überwunden werden. Es müsste also ein deutlicher Schritt in die Barrierefreiheit getan werden, um überhaupt die, im ersten Punkt genannte Partizipation, also Teilhabe am (gesellschaftlichen) Leben, zu ermöglichen.
3. Die Bürokratie in Deutschland ist ein weiterer Punkt, der vielen zur Last wird. Oft werden vorhandene Ressourcen gar nicht genutzt, weil man nicht weiß, dass es sie gibt, oder weil es mit einem so hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist, den manche Menschen gar nicht bewältigen können.
4. Das Arbeitsangebot muss angepasst und erweitert werden. Trotz der rechtlichen Lage, dass Menschen mit Behinderungen oder aus anderen Kulturkreisen nicht mehr so einfach abgewiesen werden können, werden sie trotzdem noch oft als Last vom Arbeitgeber angesehen. Das muss sich ändern.
5. Der Zugang zu diversen (freizeitlichen) Angeboten sollte überarbeitet und barrierefrei gestaltet werden.

2. Lehreinheit: Integration und Inklusion – eine Einführung

(1) Begrüßung

(2) Inklusion und Integration


Tab 1:
 Feuser (1999) : Integrative Pädagogik ist eine Allgemeine Pädagogik, in der
alle Kinder
in Kooperation miteinander
auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau
mittels ihrer momentanen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen
an und mit einem gemeinsamen Gegenstand
spielen lernen und arbeiten


Tab 18: Praxis der Inklusion und Integration: Hinz, A.: Entwicklungswege zu einer Schule für alle mit Hilfe des Index für Inklusion. In: Z.f.H. 5/2004, 245-250
Praxis der IntegrationPraxis der Inklusion
Eingliederung von Kindern mit best. Bedarfen in die Allg.SchuleLeben und Lernen in der Allgemeinen Schule
Diff. System je nach SchädigungUmfassendes System für alle
Zwei Gruppen Theorie (mit / ohne sonderpäd. Förderbedarf)Theorie einer heterogenen Gruppe
Aufnahme von beh. KindernVeränd. d. Selbstverst. Schule
Individuumzentrierter AnsatzSystemischer Ansatz
Fixierung auf die inst. EbeneBeacht. d. em. soz. & unter. E. 
Ressourcen für K. mit Etikett.Ressourcen für Systeme
Individuelle Curricula f. EinzelneGem. & indivi. Lernen für alle
Förderpläne für beh. Kinderein individ. Curriculum für alle
Anliegen und Auftrag der Sonderpädagogik und SonderpädagoginnenGem. Planung & Reflexion aller Beteiligter, Anliegen & Auftrag der Schulp. & Schulpädagogen
Sonderpädagogik als Unterstützung für besondere KinderSonderpädagogik als Unterstützung von Klassen- lehrer, Klassen und Schulen
Ausweitung von Sonderpäda- gogik in die Schulen hineinVeränderung von Sonderpäda- gogik und Schulpädagogik
Kombination von (unveränd.) Schul- und SonderpädagogikSynthese von (veränderter) Schul- und Sonderpädagogik
Kontrolle durch ExpertinnenKoll. Problemlösen im Team

Thoskar stellt fest: Feuser und Hinz haben ähnliche Auffassungen was die Heterogenität der Gruppe, dem kooperativen Lernen mit dem jeweiligen Entwicklungsniveau und ihren individuellen Kompetenzen angeht.
Hinz geht ins Besondere auf die Pädagogen bzw. Sonderpädagogen ein, er spricht von einer Veränderung dieser Disziplinen. Die Pädagogen sollten alle Kinder im Blick haben und auf ihre Bedürfnisse im Gruppenverband eingehen können.Es gibt nicht nur die Kinder mit emotional, sozialen Förderschwerpunkt oder die Kinder mit geistigen und körperlichen Förderschwerpunkt, sondern noch viele Kinder dazwischen. Jeder Pädagoge sollte dazu in der Lage sein alle Kinder mit zunehmen und seinen eigenen Blick zu reflektieren, dazu braucht es natürlich einen Wandel der Pädagogen bzw. der Pädagogik.

Wonderwall: Feuser legt vor allem Wert auf die gemeinsame Erziehung, Bildung und Unterrichtung von Menschen mit und ohne Behinderung. Für ihn ist das gemeinsame Zusammenleben und zusammen lernen ein wichtiger Bestandteil seiner Definition von Inklusion. Er möchte eine Einheit bilden. Auch für Hinz ist das Kollektiv in der Gruppe sehr von Bedeutung. Anders zu Feuser thematisiert Hinz noch einmal die Rolle der Sonderpädagogen, die für Ihn eine Bedeutende Rolle spielen. Diese sollten in jeder Institution vorhanden sein und Unterstützung für Lehrer oder Erzieher sein. Außerdem möchte er eine ausgewogene Aufteilung von Sonder- und Schulpädagogen. Schlussendlich kann man sagen, dass Hinz, sowie Feuser beide Wert auf ,,die Gruppe“ legen, denn durch die Gruppe, die es in Kindergärten oder Schulen gibt, wird eine Inklusion und Integration möglich.

Sonne: Zwischen dem Integrationsbegriff nach Feuser und dem Inklusionsbegriff von Hinz ist inhaltlich eigentlich kein Unterschied zu benennen. Feusers Idee, dass alle Kinder gemeinsam lernen sollen findet sich bei Hinz in dem Punkt „Leben und Lernen in der allgmeinen Schule“, sowie „umfassendes System“ wieder. Dass das gemeinsame Lernen in Kooperation und nicht in Gruppen separiert stattfinden soll, decken die Punkte „Theorie einer heterogenen Gruppe“ und „gemeinsames und indiduelles Lernen für alle“  bei Hinz ab.“Beachtung der sozialen und emotionalen Unterschiede“ bei Hinz beschreibt Feuser mit dem Verweis auf das jeweilige Entwicklungsniveau und die Kompetenzen des Kindes. Das Lernen am gemeinsamen Gegenstand wird bei Hinz erfüllt durch das“ individuelle Curriculum für alle“.

Hinz Beschreibung hat eine stärkere Gewichtung, zumindest in den vorliegenden Auflistungen, darauf, dass das System bereit sein sollte, Kinder unterschiedlicher Kompetenzen und Voraussetzungen zu betreuen und zu beschulen und dass es zum Selbstverständnis des Systems gehört, dieses Aufgabenspektrum zu erfüllen.Auch wenn Integration und Inklusion Ähnliches beschreiben, veranschaulicht mir der Begriff der Inklusion doch noch deutlicher, dass nicht eine Person in ein bestehendes System aufgenommen, also integriert wird, sondern dass die Bereitschaft und das Selbstverständnis eines Systems zugrunde liegen, für alle Menschen gemacht zu sein und diese einzuschließen.Vor einigen Jahren gab es beispielsweise Integrative Kindergärten, die behinderte Kinder mitbetreuten und die „normalen“ Kindergärten, die diese Betreuung nicht angeboten haben. Dies zeigt, dass nur ein bestimmter Teil der Einrichtungen es als seine Aufgabe sah, Kinder mit Einschränkungen zu betreuen, nicht aber das Betreuungssystem an sich.

Blümchen2000, Sunshine00 & Eisesscrew :

Feuser widmet sich der Integrationspädagogik, welche ein Teil der allgemeinen Pädagogik ist. Hierbei kooperieren alle Kinder und finden einen gemeinsamen Gegenstand, bzw. einen gleichen thematischen Schwerpunkt. Dabei wird jedes Kind, mit und ohne Behinderung, im Rahmen des Themas auf seinem individuellen Entwicklungsniveu gefördert. Das bedeutet, dass Regelschulen mit der Hilfe von besonderen Ressourcen jedes Kind individuell unterrichten können sollte. 

Hinz hingegen thematisiert die Inklusion, welche im Gegensatz zur Integration, die von ihm als schlecht diskreditiert wird, da sie defizitorientiert ist, eine ,,bessere“ Variate ist. Inklusion funktioniert nach Hinz ohne Etikettierung der Menschen mit und ohne Behinderung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung bei beiden Theoretikern im Vordergrund steht. 

Pio16: Feusers Begriff der Integration und Hinz Begriff der Inklusion

Feuser und Hinz teilen trotz der Unterschiedlichen Begriffe, die ihren Theorien zu Grunde liegen viele Gemeinsame Ansatzpunkte. Beide nehmen eine „Gemeinschaftliche“ Schule als Grundlage, in der Kinder mit und ohne Behinderung in gemischten Gruppen lernen und leben sollen. Jeder soll auf seinem individuellen Lernniveau abgeholt und entsprechend gefördert werden. Beide betonen auch, dass es zur Umsetzung solcher Konzepte nötig ist Ressourcen zu schaffen, sei es in Form von Lehrern und Sonderpädagogen oder ähnlichem.

Der größte Unterschied liegt bei Feuser und Hinz im verwendeten Begriff. Während Feuser den Begriff Integration seinen Ausführungen zugrunde legt, verwendet Hinz Inklusion für die Seinen und verwendet gleichzeitig den Begriff Integration als eine negative Adaption zum Umgang mit förderbedürftigen Kindern. Sie verwenden beide unterschiedliche Begriffe, beschreiben jedoch offensichtlich ein sehr ähnliches bis gleiches Konzept von schulischem Miteinander behinderter und nicht behinderter Kinder.

Elisa schlägt vor:
1 Begegnungspunkte zwischen Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen ohne Beeinträchtigung schaffen. In Form von Theaterprojekte, im Chor oder an Musikschulen. 
2 Barrierefreie Zugänge für alle öffentlichen Orte. ( Bahnhöfe, im Nah- und Fernverkehr, an Schulen…) 
3 Workshops und Schulungen die Antdiskriminierungsarbeit leisten in Kindertagesstätten, Schulen, Universitäten aber auch in Firmen für Mitarbeiter und Führungspositionen. Somit findet eine Sensibilisieren statt.  
4 Diversität muss in allen Bereichen sichtbar sein. Menschen mit Beeinträchtigungen werden von der Gesellschaft ausgegrenzt und separiert. Ihnen muss die Möglichkeit geboten werden, in allen Berufen sichtbar sein zu können. Ebenso muss sich diese Diversität, auch in Werbungen oder in Spielzeug widerspiegeln. Warum gibt es fast nur Weiße  Puppen? Es sollte mehr Puppen im Rollstuhl geben. Auch Kinder mit einer Beeinträchtigung wollen sich mit solchen alltäglichen Dingen identifizieren und empowern können. 
5 Es muss genügend geschultes Personal ausgebildet werden, damit es mehr Unterstützungsangebote für integrative Schulen geben kann. Eine Möglichkeit um den sozialen Bereich interessanter/ attraktiver zu machen, wäre es ein höheres Gehalt auszuzahlen.

Kaktus schreibt: Feuser pädagogische Ansatz ist, dass gemeinsames Unterrichten von nicht Behinderten und behinderten Kindern. So entstehen Heterogene Gruppe, die aus verschieden Individuen besteht und somit unterschiedlichen Förderungen von behinderten sowie nicht behinderten Kindern ermöglicht. Seine Definition von Integration richtete sich demnach in der Kooperation des gemeinsamen Bildens und Ehrziehung aus. Hinz ist die Bedeutung des gemeinsamen Bildens von Behinderten Kinder, sowie nicht behinderten Kindern ebenso wichtig. Hinz Pädagogischer Ansatz ist die Inklusion, die ohne jegliche Etikettierung und Stigmata von Kindern mit Behinderung und ohne funktionieren soll. Besonders wichtig für seinen Ansatz ist die Rolle der Sonderpädagogen, die für ihn das gemeinsame Lernen und Leben an allgemeinen Schulen ermöglichen sollten. Sonderpädagogen sollen demnach das gemeinsame und individuelle Lernen, sowie zu Unterschätzung in anderen Einrichtungen ermöglichen. Das Reflektieren sowie der Austausch mit anderen Fachkräften und Beteiligten der Einrichtung/Schulen ist Hinz wichtig, um so möglichst genaue Förderungen für das jeweilige Kind zu entwickeln.

Krümel schreibt zum Vergleich „Integration“ – Feuser  und „Inklusion“- Hinz:
Es gibt inhaltlich keinen klaren Unterschied der beiden Begriffe.
Integration nach Feuser, sowie Inklusion nach Hinz, heißt für beide die Aufnahme und
der gegenseitige Kontakt und die Kooperation aller Kinder.
Jedoch legt Hinz noch einen größeren Wert auf das gesamte System und macht auch Aufmerksam auf die Umwelt. Diese sollte bereits so ausgestattet sein (also durch genügend Ressourcen, ausreichend Sonderpädagogen und Lehrer, etc.), dass eine Inklusion möglich ist, also jedes Kind aufgenommen, akzeptiert und nach seinen individuellen Bedürfnissen gefördert werden kann.

Anni schreibt: 
Integration bedeutet für Hinz, Kinder mit Behinderung in eine Gruppe von nichtbehinderten Kindern miteinzubeziehen und ihre Weiterentwicklung mit der Ausstattung personenbezogener Ressourcen, individueller Förderung anzubieten. Hinz spricht sich dafür aus, dass behinderte Kinder in die Allgemeine Schule aufgenommen werden sollten, um mit den anderen nichtbehinderten Kindern gemeinsam in einer Klasse lernen zu können.
Nach Feuser sollte der Integrationsbegriff subjektiv gesehen werden, d.h. allen Kindern und Jugendlichen sollten die gleichen Chancen im Rahmen von Erziehung, Bildung und Unterricht gewährt werden. Dabei betont Feuser vor allem, dass alle Kinder in Kooperation miteinander, jedoch individuell auf ihr jeweiliges Entwicklungsniveau zugeschnitten lernen sollen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Ansätze von Feuser und Hinz nicht wirklich auseinander gehen. Beide halten es für sinnvoll Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in Kooperation miteinander in Schulen lernen zulassen.

Justus Jonas schreibt: Für Feuser gehören alle Kinder in den Prozess der Integration. Integration ist für Feuser nicht ausschließlich eine Pädagogik nur für behinderte Menschen, sondern sie ist vielmehr Teil der allgemeinen Pädagogik. Hier entsteht ein gemeinsamer dynamischer Prozess, indem alle Kinder Teil und auch Gestalter dieses Prozesses sind. Alle Kinder lernen gemeinsam, miteinander und voneinander. Eine Unterscheidung zwischen behinderte Kinder oder förderbedürftige Kinder findet nicht statt. Feuser vertritt ein ganzheitliches Menschenbild. Es orientiert sich vielmehr an den Stärken eines jeden Menschen, weniger aber an den Defiziten.

Hinz hingegen nimmt zuerst einmal eine Unterscheidung zwischen Integration und Inklusion vor. Hinz kritisiert die Praxis der Integration, da sie die Stigmatisierung behinderter Menschen durch beispielsweise individuell gestellte Förderpläne oder einer speziell nur für besondere Kinder zur Seite gestellten Sonderpädagogen erst fördere. Hingegen begrüßt Hinz die Praxis der Inklusion. In dieser werden die Stärken und Interessen, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten eines jeden Mitglieds einer Gruppengemeinschaft gesehen, berücksichtigt, gefordert und gefördert. Auch wenn Hinz den Begriff der Inklusion wählt und Feuser den Begriff der Integration, sehe ich Gemeinsamkeiten zwischen Feusers Sichtweise und der von Hinz. Beide Sichtweisen vertreten für mich das Recht eines jeden Menschen auf Vielfalt, Entfaltung, Entwicklung und Bildung. Jeder Mensch hat das Recht auf Schutz seines Selbstwertes.


ERSTER TEIL/Erster Tag: RECHERCHIEREN

Das Konzept dieser Veranstaltung ist ja u.a. auch darauf eingestellt, dass Studierende erstmalig bei mir eine Propaedeutikveranstaltung belegen. Die Studierenden, die das schon im letzten Semester gemacht haben, können sich den ersten Teil vielleicht noch einmal zur Wiederholung anhören oder sogar überspringen. Die anderen sollten in den ersten Teil durchaus Zeit investieren. Denn sie lernen hier, wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie eine Hausarbeit bei mir schreiben. Und das ist ja durchaus eine Option für Teilnehmer/innen meines Seminars. Darüber hinaus sind Recherchekenntnisse für den dritten Teil dieser Veranstaltung unverzichtbar.

(3) Die dritte Lehreinheit erklärt zunächst, wie man nicht recherchieren sollte: Googeln ist keine gute Idee. Und Sie sollten auch auf keinen Fall eine Katalogrecherche mit einer Datenbankrecherche verwechseln. Darüber hinaus wird erklärt, worauf man achten sollte, wenn man eine Fragestellung z. B. für eine Hausarbeit entwickelt.

Falsch recherchieren / eine Fragestellung entwickeln

Welche Vorschläge haben Sie also für Fragestellungen, die man im Rahmen einer Hausarbeit bearbeiten könnte?

Mögliche Fragestellungen für eine Hausarbeit:

– „Welche Wirkungsweisen (positive, sowie negative) kann die Tiergestützte Intervention (Therapie/Pädagogik/Coaching/Aktivität) bei Menschen mit Demenz/Depressionen haben und wie kann man diese ggf. erklären und verstehen?“

Suche bei Pubmed, Pedro, FIS, Pubpsych
Suchwörter: „animal assisted intervention“, „animal assisted therapy“, „animal assisted pedagogy“, „animal assisted coaching“, „animal assisted therapy dementia“, „animal assisted intervention dementia“, „animal assisted therapy depression“, „animal assisted intervention depression“

Die Frage kann natürlich spezifiziert werden, indem man sich bspw. Auf eine der Interventionstypen beschränkt und Demenz oder Depressionen (dies sind die Krankheitsbilder, über welche es in diesem Zusammenhang die meisten Studien gibt) wählt.
Leider ist die Methodenwahl vieler bereits vorhandener Studien schlecht gewählt und es gibt stets zu viele Variablen, was es schwierig macht, die Untersuchungsergebnisse guten Gewissens zu verwerten. Ein kritischer Blick auf die Studiendurchführung und Methodenwahl ist hier also bei fast jeder Studie notwendig.

  • „Worin bestehen Unterschiede in der Entwicklung von Kindern mit Behinderungen, wenn diese entweder von interdisziplinären Teams begleitet werden oder von nur ein bis zwei Fachleuten?“ Diese Frage ist nur ein erster Ansatz und Grundgedanke.
    Für mich spielt die interdisziplinäre Arbeit eine wichtige Rolle. Der stetige Austausch in interdisziplinären Teams kommt, meines Erachtens, häufig viel zu kurz. Es würden mich zum Einen die Entwicklungs- und Lernunterschiede der zu unterrichteten Kinder interessieren (natürlich könnte man auch hier noch spezifischer auf eine bestimmte Gruppe von Kindern mit bestimmten Behinderungen/Erkrankungen/etc. eingehen), sowie ebenfalls die unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen die Lehrpersonen/Pädagogen/Therapeuten/Ärzte/etc.

Suchwörter bei FIS und Pubmed: „Interprofessional learning“, „interdisciplinary education“, „interdisciplinary teaching“

Thoskar schreibt: Bisher habe ich noch keine gute Fragestellung gefunden. Mein Interesse liegt bei der Inklusion und da interessiert mich der Umgang mit der heterogenen Gruppe, gar nicht unbedingt der Umgang mit den Inklusionskindern. Denn hier stoßen viele Lehrer und Erzieher oft an ihre Grenzen. Vielleicht haben Sie einen Tipp für eine Fragestellung.

Mand: Sie können, Sie müssen aber nicht eine Hausarbeit im Bereich Inklusion schreiben. Sie interessieren sich ja zunächst einmal für innere Differenzierung/Individualisierung. Und Sie haben auch schon eine Hypothese: Sie glauben, dass viele Lehrer/innen und Erzieher/innen in diesem Bereich Probleme haben, vielleicht sogar überfordert sind. Das ist schon ziemlich präzise. Nun geht es darum festzustellen, wie die Publikationslage bzw. Forschungslage zu diesem Bereich aussieht. Das könnte also eine Fragestellung sein, wenn es denn ausreichend Literatur zu diesem Thema gibt.

Pio16: Fragestellung für eine Hausarbeit

Sozialbenachteiligte Kinder. Wie müssen Kindern gefördert werden, um soziale Ungleichheit zu verhindern?

Mand: Könnte sein, dass Sie Ihre Frage präzisieren müssen. Soziale Benachteiligung umfasst vermutlich eine heterogene Gruppe (Kinder aus von Armut betroffenen Familien, Kinder von Arbeitslosen, Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund usw.). Und Interventionsstrategien und -erfolgsaussichten unterscheiden sich beträchtlich. Hinzu kommt: Das Ziel, soziale Ungleichheit zu verhindern, ist zwar sicher ehrenhaft, aber in dieser Absolutheit vermutlich nicht ganz realistisch.

Sonne schlägt als Fragestellung vor: Hat sich die Zahl der Vorschulkinder mit festgestelltem Förderbedarf seit Einführung der Inklusion in NRW verändert? Haben  sich außerdem die zugrunde liegenden Diagnosen des Förderbedarfs verändert?

Mand: Das Problem ist: Bei Vorschulkindern wird kein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Wenn sie Schulinder nehmen braucht man anhand der einschlägigen Broschüren des MSW vermutlich drei Seiten für die Antwort. Und vor allem: Sie benötigen kaum Fachliteratur. Das ist nicht ganz so günstig für Hausarbeiten, in denen es ja darum geht nachzuweisen, dass man wissenschaftlich arbeiten kann. Es ist vermutlich sinnvoller, sich eine Form sonderpädagogischen Förderbedarfs auszusuchen, die in den Datenbanken gut untersucht ist (z. B. SPF im Bereich Emotionale und soziale Entwicklung, vulgo: Verhaltensstörungen). Und es empfiehlt sich vielleicht ein Vergleich von Bundesländern, die das Problem unterschiedlich angehen. Denn es ist ja wichtig, dass Sie analysieren. Und wenn man einen Vergleich angeht, dann ist das eine Form von Analyse.

Kaffee123
Ich habe mir die folgende Fragestellung überlegt  : Wie unterscheidet sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung zwischen Männern und Frauen?

Mand: Gendereffekte bei ADHS & Erklärungsmodelle hierfür könnten eine interessante Frage sein. Man muss in der Literatur schauen, ob das Thema ausreichend präzise ist.

Wonderwall: Meine erste Idee für eine Hausarbeit soll  Depressionen bei Kindern thematisieren. 
Vor allem Interessiert mich die Auswirkung von Depressionen auf die Schulleistungen bei Kindern. Eine mögliche Fragestellung könnte also sein: ,,Welche Auswirkungen haben Depressionen auf die Schulleistungen bei Kindern im Alter von 12 bis 18?“ Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Frage nicht zu spezifisch ist. 

Mand: Das weiß ich so ohne weiteres auch nicht. Das Thema Depression gehört zur Psychologie. Und es gibt auch medizinische Aspekte. Also läuft das auf pubpsych und pubmed hinaus. FIS würde ich rauslassen. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass Sie da auf Außenseiterpositionen & Spinner stoßen. Ich würde zunächst einmal schauen, was da überhaupt Thema ist in den Publikationen zum Thema Depression bei Kindern und dann eine Frage entwickeln. Mit etwas Glück gibt es eine Kontroverse, die Sie zum Gegenstand machen können. Bei Erwachsenen gab es ja z. B. eine längere Debatte über die Wirkung von Antidepressiva.

Können dementzielle Veränderungen durch therapeutische Angebote, mit besonderem Augenmerk auf ergotherapeutische Angebote, verlangsamt werden?

Mand: Das ist eine klare empirische Frage. Das Problem ist allerdings, dass es vermutlich durchaus von Belang ist, welche dementiere Erkrankung vorliegt. Und ein Vergleich ist vermutlich auch hier instruktiv – vielleicht mit den Effekten medikamentöser Therapie?

Krümel schlägt als Fragestellung vor: „Welche Wirkungsweisen (positive, sowie negative) kann die Tiergestützte Intervention (Therapie/Pädagogik/Coaching/Aktivität) bei Menschen mit Demenz/Depressionen haben und wie kann man diese ggf. erklären und verstehen?“
Suche bei Pubmed, Pedro, FIS, Pubpsych
Suchwörter: „animal assisted intervention“, „animal assisted therapy“, „animal assisted pedagogy“, „animal assisted coaching“, „animal assisted therapy dementia“, „animal assisted intervention dementia“, „animal assisted therapy depression“, „animal assisted intervention depression“
Die Frage kann natürlich spezifiziert werden, indem man sich bspw. Auf eine der Interventionstypen beschränkt und Demenz oder Depressionen (dies sind die Krankheitsbilder, über welche es in diesem Zusammenhang die meisten Studien gibt) wählt.
Leider ist die Methodenwahl vieler bereits vorhandener Studien schlecht gewählt und es gibt stets zu viele Variablen, was es schwierig macht, die Untersuchungsergebnisse guten Gewissens zu verwerten. Ein kritischer Blick auf die Studiendurchführung und Methodenwahl ist hier also bei fast jeder Studie notwendig.

Kommentar Mand: Ich verstehe, dass Sie sich für diese Frage interessieren. Das tun einige Studierende. Ich stimme zu, dass Sie präzisieren müssen (entweder Depression oder Demenz). Aber ich weiß auch, dass es nicht nur Methodenprobleme in den Studien zu Ihrem Wunschthema gibt, sondern klare Hinweise auf fakewissenschaftliche Positionen. D.h.: Sie müssen damit rechnen, dass Anhänger/*innen tiergestützter Interventionen in manipulativer Absicht Studien durchführen, auswerten und veröffentlichen. Ich vermute auch ernste Verstöße gegen Regeln guter wissenschaftlicher Arbeit. Sie bewegen sich bei diesem Thema also in einem Minenfeld und Sie brauchen wirklich ein gutes Verständnis von Forschungsmethoden, um nicht Spinnern auf den Leim zu gehen. Ihre Frage ist also sehr schwer, gerade zu Beginn Ihres Studiums. Ich rate deshalb von diesem Thema ab.

Justus Jonas: Eine vielleicht mögliche Fragestellung für meine Hausarbeit könnte wie folgt lauten: Erfahren Kinder mit diagnostizierter Legasthenie und einem Nachteilsausgleich tatsächlich gleiche Bildungschancen? Oder: Bildungschancengleichheit durch Nachteilsausgleich bei Kindern mit Legasthenie? Hier denke ich darüber nach Nachteilsausgleichregelungen zwischen den Bundesländern Bayern, Hamburg und NRW zu vergleichen. Denn dieser wird in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Aber evtl. wird der Schuh zu groß, den ich mir anziehen will?

Mand: Man kann durchaus darüber nachdenken, den Nachteilsausgleich in zwei Bundesländern zu vergleichen. Allerdings ist es wichtig, dass Sie hierzu über die Verordnungen hinaus auch Fachliteratur finden. Man muss sich zudem überlegen, woran man Benachteiligungen festmachen kann (Abiturquote, Studienabschlüsse o.ä.) und dies – so möglich – in den Vergleich einbeziehen. Dann hätte man ggf. einen Maßstab, ob die gewährten Nachteilsausgleiche wirken oder nicht. Ich denke, Sie sollten deshalb zunächst einmal in die Fachdatenbanken schauen (FIS und Pubpsych), was Sie da so finden.

(4) Die vierte Lehreinheit stellt das Vorgehen bei einer Datenbankrecherche vor. Gezeigt wird der Umgang mit pubmed, der Umgang mit pubpsych und der Umgang mit FIS-Bildung.

Kaktus schlägt als Frage vor:
Hat sich die Stigmatisierung und Vorurteilen von Kindern mit Migrationshintergrund durch dieFlüchtlingswelle 2015 an Förderschulen und Regelschulen verändert? 

Anmerkung Mand: Sie können sicher eine Arbeit zur Situation von Flüchtlingskindern in Förder- und Regelschulen schreiben. Ihre Frage unterstellt aber, dass es Stigmatisierungen und Vorurteile gibt und will hier Änderungen untersuchen. Dass Flüchtlingskinder in Schulen stigmatisiert werden oder Vorurteilen ausgesetzt sind, vermute ich ebenfalls. Aber es ist klüger, die Frage offen zu formulieren, also vielleicht in Richtung auf: Gibt es Hinweise auf Diskriminierungen und Stigmatisierungen von Flüchtlingskindern in deutschen Schulen?

Kaktus: Das Thema „Gibt es Hinweise auf Diskriminierungen und Stigmatisierungen von Flüchtlingskindern in deutschen Schulen?“ ist ein sehr umfangreiches Thema. Ich muss gestehen, dass ich auch nicht viel Literatur dazu finde. Da diese Fragestellung erstmal nur zu Übung einer Hausarbeit und deren richtiges erlernen der Ausarbeitung einer Hausarbeit dienen soll. Wollte ich fragen, ob ich mir noch eine andere Fragestellung aussuchen kann? Damit ich zum einen bessere Literatur finde und so anhand ihrer Fragen im Kurs besser üben kann. 
Eine Fragestellung die ich interessant finde, und wozu wir auch eine Sprachnachricht in ihrem Forum hatten, lautet :“Wäre es aus Pädagogischer Sicht von Vorteil, Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam zu beschulen? An Beispiel von Kindern mit schwere Mehrfachbehinderung?“ Oder ist dies noch zu allgemein? 

Mand: Na klar, können Sie auch anderen Fragen nachgehen. Beim Thema Integration/Inklusion von Kindern mit schweren Mehrfachbehinderungen können Sie zunächst einmal allgemein anfangen und ggf. später differenzieren, wenn Sie zu viel Literatur haben.

Macki schlägt als Thema vor: Wie wirkt sich der der Konsum digitaler Medien auf (Kindergarten)Kinder aus? Oder:Wie gestaltet/verändert sich Erziehung in Bezug auf digitale Medien?

Mand: Das sind erst einmal sehr allgemeine Fragestellungen. Mal sehen, ob sich das in Auseinandersetzung mit der Literatur noch präzisieren lässt.

Vierte Lehreinheit: Datenbankrecherche

Thoskar: Und ich habe noch eine Frage zur Recherche. Die Lerneinheit 4 hilft mir eigentlich nur die passenden Artikel zu einem Thema zu finden und Einheit 5 hilft mir dann bei der Suche dieser ausgewählten Texte. Ist das richtig?

Mand: Ja, im Prinzip ist das richtig. Sie sollen aber auch lernen, wie man die Suche dokumentiert. Denn es ist ja wichtig, dass ich das nachvollziehen kann, wie sie auf die dann letztlich verwendete Literatur kommen.

Pio16 berichtet von den Trefferzahlen zur Fragestellung „Benachteiligte Kinder“ / Bei Kombination: „Benachteiligte Kinder“ und „Förderung“; FIS Bildung: 11 frei verfügbare Publikationen (stand 28.09.2020) PubPsych: 1 frei verfügbare Publikation (Stand 28.09.2020)

Anmerkung Mand: 12 Treffer sind vielleicht ein bisschen wenig, wenn man eine Hausarbeit schreiben möchte – insbesondere vor dem Hintergrund dass das Label „sozial benachteiligt“ weit gefasst ist.

Kaffee123 berichtet von den Ergebnissen der Recherche zum Thema Gendereffekte & ADHS. FIS-Bildung: Ich habe die Schlagwörter ADHS und Geschlechterunterschied benutzt. Mir wurden 46 Ergebnisse angezeigt, wovon 15 online Verfügbar sind. PubPsych: Ich habe die Schlagwörter ADHS und Frauen benutzt. Mir wurden 67 Ergebnisse dafür angezeigt. Pubmed: Hier wurden mir leider keine sinnvolle Literatur angezeigt, die sich auf mein Thema bezieht. Ich habe vielleicht nicht die richtigen Schlagwörter benutzt oder sonst Etwas falsch gemacht.

Mand: Sie sollten zunächst einmal ausprobieren, wie die Ergebnisse bei anderen Suchbegriffen ausfallen. Wenn Sie z. B. nach Frauen suchen, geht es vermutlich überwiegend um Erwachsene mit ADHS. Und das ist ein ganz anderes Thema als z. B. ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Ich würde das nicht von vorn herein ausschließen. Und vermutlich ist es keine gute Idee, wenn Sie FIS mit einbeziehen. Ihr Thema ist eher ein psychologisch-medizinisches Thema, kein pädagogisches Thema. Bei FIS wird ziemlich viel Unfug in Sachen ADHS stehen. Haben Sie in Pubpsych mit englischen Suchbegriffen gesucht? Ich erhalte bei den Suchbegriffen „ADHD“ und „sex“ 3438 Treffer.

Thoskar berichtet von der Recherche in Sachen „Inklusion“ und „Individualisierung“ in der Pubpsych Datenbank 11 Treffer gelandet. In der Fis-Bildung Datenbank habe ich 156 Treffer bekommen.

Mand: Kann gut sein, dass die Psychos unter Individualisierung etwas anderes verstehen als Pädagogen/*innen. In FIS sieht die Trefferzahl ganz gut aus. Vermutlich müssen Sie aber viel aussortieren. Für bidok gilt vermutlich das gleiche. Hier handelt es sich aber um eine Volltextdatenbank. Und das ist unter Corona-Bedingungen erst einmal keine schlechte Idee.

Blümchen2000, Sunshine00 & Eisesscrew berichten von der Literaturrecherche zu Effekten von ergotherapeutischen Angeboten bei dementieren Veränderungen

Trefferquote (am 28.09.2020)

1. FIS-Bildung : Abfrage nach „Demenz Therapie“ hat 26 Treffer

2. pubmed :Abfrage nach „Demenz Therapie“ hat 17 Treffer

3. pubPsych: „Demenz Ergotherapie“ 76 Treffer

Anmerkung Mand: FIS ist vermutlich hier die falsche Datenbank. Pubpsych ist schon besser. Pubmed erfordert englische Suchbegriffe. Sie benötigen für Ihre Frage auch eine besondere Art von empirischen Untersuchungen, genau genommen Studien mit Versuchs- und Kontrollgruppe im Pretest-Posttest-Design. Das wird morgen Gegenstand des Seminars sein (Nachweis von Kausalität).

Wonderwall berichtet von den Datenbanktreffer in Sachen Depression bei Kindern: Auf der Suche nach passenden Publikationen über pubpsych gab es nur 4 Treffer. Also ziemlich ernüchtern. Bei pubmed gab es im Vergleich viel zu viel Literatur.

Anmerkung Mand: D.h. vermutlich, dass Ihr Thema in Deutschland kaum untersucht wird. Die vielen Datenbanktreffer in pubmed lassen sich vermutlich durch weitere Suchbegriffe und Einschränkungen des Publikationsszeitraums usw. passend machen. Sie haben also die Option die Suche in Deutschland auszuweiten (z. B. auf Depression bei Erwachsenen) oder die Suche im Bereich Medizin zu spezialisieren.

Kaktus. Ich habe zu meiner Fragestellung, die sie umformuliert haben, folgende Resultate erlangt. 
Diskriminierung Flüchtling Schulen“ 32 Treffer bei FIS- Bildung. 

Anmerkung Mand: Ich will nicht Ihre Frage formulieren. Betrachten Sie das als Empfehlung. Sie sollten aber ihre Recherche ausweiten. Interessant ist nämlich die Frage, woran man festmachen will, ob Flüchtlinge diskriminiert werden. Und auch in dieser Hinsicht sollten Sie recherchieren. Wichtig ist ja, dass Sie Kontroverses auch als kontrovers beschreiben. So vollkommen eindeutig ist die Sache ja nicht. Und wenn man nur nach Diskriminierungen sucht, bleiben möglicherweise die Beiträge unerkannt, die argumentieren, dass – sagen wir – die schlechten Schulleistungen oder die hohen Förderschulzahlen von Flüchtlingskindern vor allem damit zu tun haben, dass sie aus armen Familien kommen.

Kaktus: Zu diesem Thema (neues Thema: Integration/Inklusion von Kindern mit schweren Mehrfachbehinderungen) habe ich viel mehr Literatur erlangt. 289 Treffer bei der FIS-Bildung. Die Schlagwörter waren „Geistige Behinderung“, „Schule“ und „Kinder“

Literatur Beispiele:
SKLADNEY, Benjamin (2013): Von einer Schule für „Bildungsunfähige“ zu einer Schule für ALLE In: Pädagogik(Weinheim). 65, Frankfurt am Main, Leibniz – Institut für Bildungsforschen und Bildungsinformationen, s.9, 10-11. ISSN: 0933-422X 

SCHEER, David: SCHOLZ, Markus; RANK, Astrid: DONIE, Christian (2015): „Alle außer Aaron…“
Fallbezogene Selbstwirksamkeitserwartungen, Einstellungen und Überzeugungen zukünftiger Lehrkräfte im Kontext Inklusion.
In: Zeitschrift für Heilpädagogik: 66, 8, S. 388- 400. ISSN: 0513-9066 

Zu diesem Thema habe ich viel mehr Literatur erlangt. 289 Treffer bei der FIS-Bildung. Die Schlagwörter waren „Geistige Behinderung“, „Schule“ und „Kinder“

Literatur Beispiele:
SKLADNEY, Benjamin (2013): Von einer Schule für „Bildungsunfähige“ zu einer Schule für ALLE In: Pädagogik(Weinheim). 65, Frankfurt am Main, Leibniz – Institut für Bildungsforschen und Bildungsinformationen, s.9, 10-11. ISSN: 0933-422X 

SCHEER, David: SCHOLZ, Markus; RANK, Astrid: DONIE, Christian (2015): „Alle außer Aaron…“
Fallbezogene Selbstwirksamkeitserwartungen, Einstellungen und Überzeugungen zukünftiger Lehrkräfte im Kontext Inklusion.
In: Zeitschrift für Heilpädagogik: 66, 8, S. 388- 400. ISSN: 0513-9066 

EBERWEIN, Hans (Hrgs.); KNAUER, Sabine (Hrsg,) (2009): Handbuch Integrationspädagogik.
Kinder mit und ohne Beeinträchtigung lernen gemeinsam. 7., durchges. und neu ausgestatte Aufl. 
In: Weinheim u.a: Beltz(2009),  Frankfurt am Main, Leibniz – Institut für Bildungsforschen und Bildungsinformationen, S. 534: ISSN: 3-407-83167-6; 978-3-407-83167-5 

Kommentar Mand: Sie können natürlich in dieser Richtung recherchieren. Und ich will auch nicht allzu pingelig erscheinen (obwohl das für Forscher/*innen eine wichtige Tugend ist). Aber ich möchte doch darauf hinweisen, dass keineswegs alle Kinder mit geistiger Behinderung schwer mehrfach behindert sind. Und Sie recherchieren auch nicht allein in Richtung gemeinsamer Beschulung, sondern beziehen auch die Förderschulen mit ein. Das erklärt vielleicht die vielen Treffer. Die Bücher sind in bekannten Verlagen veröffentlicht. Und die Zeitschrift für Heilpädagogik ist die größte deutschsprachige heilpädagogische Zeitschrift (vielleicht mit der Einschränkung, dass eine Vereinszeitschrift von einem Förderschullehrerinteressenverband vermutlich eine besondere Vorstellung von Inklusion hat).

(5) In der fünften Lehreinheit geht es um die Frage, wie Sie Ihre Suche dokumentieren sollten

Thoskar: Was meinen Sie wie viele Quellen sollte man für eine Hausarbeit verwenden? Die Angabe aus wie vielen Quellen ich bei der Recherche wählen konnte, schreibe ich in die Literaturangabe?

Mand: Sie sollen immer alle zu Ihrer Frage passenden Datenbank-Treffer verwenden. Wenn das zu viel wird, müssen Sie die Auswahlkriterien einschränken (z. B. nicht mehr alles seit 2000 verwenden, sondern alles seit 2010; und wenn das noch immer zu viel ist: alles seit 2015 usw.). Informationen zu Suche, Suchdatum, Trefferzahlen und Auswahlstrategien gehören in die Einleitung.

(6) Die sechste Lerneinheit befasst sich mit der Frage, wie Sie herausfinden, in welcher Bibliothek Ihre Buchbeiträge oder Zeitschriften stehen.

Pio16 schlägt als Wunschliste zum Thema „Sozial benachteiligte Kinder“ vor:

Zeitschriften

LÖSER, Jessica/WERNING, Rolf (2008): Alle Kinder fördern? Möglichkeiten zur Verringerung des Schulversagens – eine internationale Perspektive. In: Lernende Schule: Für die Praxis pädagogischer Schulentwicklung, Nr. 41, Frankfurt am Main. Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, S. 8-11

Nächste verfügbare Ausgabe: Dortmund, Emil-Figge-Bibliothek (stand 28.09.2020)

SEITHE, Mechthild (2003): Benachteiligte sind keine Störer! Bildung – eine Chance für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. In: Thema Jugend: Zeitschrift für Jugendschutz und Erziehung / Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- Jugendschutz Nordrhein- Westfalen e.V., 2. Aufl.. Münster: Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V., S. 11-13

Nächste verfügbare Ausgabe: Essen, Universitätsbibliothek, Standort E10, Signatur 25 Z 254 (stand 28.09.2020)

Bücher
FISCHER, Christian (Hrsg.) (2013): Schule und Unterricht adaptiv gestalten.

Fördermöglichkeiten für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Münster: Waxmann Verlag Nächste verfügbare Ausgabe: Essen, Universitätsbibliothek, Standort E11, Signatur IKC6442

(stand 28.09.2020)

BERGER, Peter (Hrsg.)/ HANK, Karsten (Hrsg.)/ TÖLKE, Angelika (Hrsg.) (2011): Reproduktion von Ungleichheit durch Arbeit und Familie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

Nächste verfügbare Ausgabe: Essen, Universitätsbibliothek, Standort E13, Signatur ODW3355 (Stand 28.09.2020)

Anmerkungen Mand: Das entspricht zwar nicht hundertprozentig meinen Vorschlägen, aber das ist auch ok. Das hört sich ein wenig danach an, als würde es da doch um ziemlich unterschiedliche Inhalte handeln. Ein wichtiger Schwerpunkt ist wohl „Schule“. Die Zeitschriften sind eher unbekannte Publikationsorte. Die Buchverlage sind seriös und bekannt. Mein Vorschlag wäre normalerweise: Fragestellung präzisieren (vielleicht auf schulische Themen: Soziale Benachteiligung/Armut und Förderschule / Armut und Abitur bzw. Studium / Schule und Migration o.ä.).

Blümchen2000, Sunshine00 & Eisesscrew schlagen als Literatur in Sachen Effekte von Ergotherapie bei dementiellen Erkrankungen vor:

Trechtmann, Gero: Die Verbesserung der Situation dementiell erkrankter Menschen auf dem Prüfstand: Eine Vergleichstudie zu Therapieansätzen und Versorgungsstrukturen auf der Grundlage internationaler Forschungsergebnisse. erfasst von BASE-Bielefeld Academic Search Engine.

Reuster, Thomas; Jurjanz, Luisa; Schützwohl, Matthias; Holzhoff, Vera: Effektivität einer optimierten Ergotherapie bei Demenz im häuslichen Setting“. In: Zeitschrift für Gerontopsychologie und-psychatrie ISSN: 10116877

Gudrun Schaade:„Ergotherapie bei Demenzerkrankungen: Ein Förderprogramm“. ISBN-10: 9783642247828, Verlag: Springer

Voigt-Radloff, Sebastian; Schochat,Thomas; Heiß, H.W..: Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Ergotherapie bei Älteren. Teil 2: Evidenz bei priorisierten Krankheiten und Behinderungen“. In: „Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie“ ISSN: 09486704

Anmerkung Mand: Das hört sich erst einmal nicht schlecht an. Ob und bei welchen Publikationen Studien vorliegen, die den Regeln der Effektivitätsforschung folgen, können Sie dann am zweiten Tag prüfen.

Thoskar schreibt: Folgende Literatur enthält meine Wunschliste, zum Thema Inklusion, Individualisierung. Die Literatur habe ich ausgesucht mit dem Blick auf die Umsetzung der Inklusion und ihre Herausforderung bzw. Grenzen der Fachkräfte 
1.Przibilla, Bodo, Linderkamp,Friedrich, Krämer Philipp (2018),  Subjektive Definition von Lehrkräften zu Inklusion-eine explorative Studie in Empirische Sonderpädagogik,  Nr.10 S. 232-247
2. Brügelmann,Hans,2014, Der „Verschiedenheit der Köpfe“ gerecht werden-eine Aufgabe erst seit Einführung der Inklusion? In Lehren und Lernen Nr.40, S.62-65
3,Seitz, Simone; Finnern, Nina-Kathrin, Inklusion anschlussfähig machen-Inklusion als gemeinsame Herausforderung für Kindertageseinrichtungen und Grundschule in Inklusion und Übergang. Perspektiven der Vernetzung von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen  hg. v. Michael, Urban( 2015) S. 19-35 
4.Scheidt,Katja, Inklusion. Im Spannungsfeld von Individualisierung und Gemeinsamkeit. EInheitssachtitel: Praktiken und Orientierung inklusionserfahrener Lehrer/innen zur Zusammenführung von individualisiertem und gemeinsamen Lernen-ein Beitrag zur Inklusiven Didaktik. Dissertation, Universität Paderborn 2017

Anmerkung Mand: Ja, das kann man so machen. Insbesondere der erste Beitrag, vielleicht auch der 4. Beitrag verweist auf empirische Studien. Und die benötigen Sie ja. Mal sehen, was die so können.

Thoskar schreibt: So ganz verstehe ich das mit der Buch und Zeitschriftenausleihe noch nicht.
Ich habe doch nur einen Bibliotheksausweis für die evangelische Hochschule. Wie kann ich in den anderen Bibliotheken etwas ausleihen ohne Ausweis?
Ist es im Zuge der Corona Einschränkungen überhaupt möglich Bücher zu leihen?

Antwort Mand: In der wissenschaftlichen Arbeit ist es fast immer nicht möglich, sich auf Literatur aus einer Bibliothek zu beschränken. Deshalb lernen Sie in dieser Veranstaltung, wie man herausfindet, welches Buch wo steht bzw. welche Zeitschrift wo gehalten wird. Und ich habe irgendwie die Hoffnung, dass irgendwann wieder einigermaßen normale Verhältnisse einkehren. Wäre ja doof, wenn Sie dann nicht wüssten, wie das funktioniert.

Richtig: Sie verfügen derzeit nur über einen Ausweis der EvH RWL. Aber es ist unter normalen Bedingungen möglich und üblich, in anderen Bibliotheken die für Sie relevanten Passagen aus Monografien, Buchbeiträge oder Zeitschriftenbeiträge zu kopieren, zu scannen oder vielleicht auch abzufotografieren. Deshalb verfügen die meisten Bibliotheken ja über Räumlichkeiten und Gerätschaften, mit denen das möglich ist. Wenn Sie etwas Zeit mitbringen, könnten Sie auch das Instrument der Fernleihe bemühen (dafür müssten Sie aber irgendeine Bibliothek nutzen können) oder auf bezahlte Literaturbeschaffungsdienste zurückgreifen (z. B. subito).

Die derzeitigen Bedingungen sind aufgrund der Corona-Pandemie sehr heterogen. Die EvH Bib ist derzeit wohl in mehrfacher Hinsicht geschlossen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die ja wirklich nicht weit entfernte Zentralbibliothek der UB wohl nutzbar. Sie müssen sich allerdings einen Ausweis machen lassen. Ich habe am 29.9. kurz auf die Seite der UB geschaut (ub.uni-dortmund.de). Das sieht zumindest erst einmal so aus, als wäre eine Ausleihe derzeit möglich (mit Bibliotheksausweis und wenn Sie sich registrieren und anmelden). Und die UB Dortmund ist eine sehr große Bibliothek. Das wäre wirklich sehr hilfreich für Sie, diese Bibliothek nutzen zu können.

Wenn Sie die UB Dortmund nutzen wollen, müssen Sie sich vermutlich allerdings einen Ausweis machen lassen. Wenn ich die Infos auf der Homepage richtig verstehe, kostet das derzeit für ein Jahr 20 € (die EvH ist keine Hochschule in Trägerschaft des Landes NRW). Sie haben alternativ allerdings auch die Option, sich auf in den Datenbanken aufgeführte, frei verfügbare Literatur zu beschränken. Dies schränkt aber die Optionen bei der Themenfindung ggf. deutlich ein.

Thoskar: Wie und wo soll ich denn nach den Studien suchen? Es gibt sicherlich welche in meiner Recherche, aber auf die kann man meistens nicht zugreifen, da sie ja in irgendeiner Bibliothek stehen.

Mand: Ausgangspunkt ist ja eine Datenbankrecherche. Da finden Sie Studien und andere Veröffentlichungen, die bedeutsam für Ihr Thema sind. Ich vermute mal, das haben Sie sich angeschaut und Sie wollen sich zunächst einmal nicht auf online-verfügbare Literatur einschränken. Denn das könnte ein Problem für Ihre Frage sein. Sie wissen ja: Der HBZ-Katalog zeigt ja die Bibliotheken in NRW an und informiert auch darüber ob Fernleihe möglich ist. Und die Zeitschriftendatenbank sagt ihnen, in welcher Bibliothek in Deutschland die Zeitschriften stehen.

Wenn Sie einen Ausweis einer geöffneten Bibliothek haben und wissen, dass die Fernleihe funktioniert, können Sie sich die Bücher per Fernleihe bestellen. Bei Zeitschriften, die nicht in ihrer Bibliothek stehen, sind Sie auf Lieferdienste wie subito angewiesen (subito-doc.de). Ist zwar kostenpflichtig, aber vielleicht einfacher als durch die Lande zu fahren. Sie könnten bei Ihrem Thema ggf. auch bidok einbeziehen (bidok.uibk.ac.at). Hier handelt es sich um eine Volltextdatenbank. Sie bekommen also jeden Beitrag vollständig. Das Problem: Da sind auch einige weniger seriöse Beiträge bei.

Wonderwall schreibt: Wunschliste zum Thema Depression, Kinder, Schule:

– Reicher, Hannelore (2017) : Depressive Kinder und Jugendliche im Schulkontext: Gefühlswelten verstehen und soziale Ausgrenzungsrisiken verringern. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik. Hrsg von der Stiftung Schweizer Zentrum für Heil-, und Sonderpädagogik, Heft 2. 31-37 . Nächste verfügbare Auflage: Dortmund, Emil- Figge- Bibliothek (stand 28.09.2020)

 Melfsen, Siebke; Waltzia, Susanne (2013): Soziale Ängste und Schulangst: Entwicklungsrisiken erkennen und behandeln. 1. Auflage, Weinheim: Belz Nächste verfügbare Auflage: evangelische HS Rheinland- Westfalen- Lippe (stand 29.09.2020)

Schmidt, Maria; Wettzel, Antje (2016): Depressive Störungen und deren Auswirkungen auf die Schule.1. Auflage, München: GRIN Verlag Nächste verfügbare Auflage: (momentan leider nicht mehr als Fernleihe verfügbar)

Reichel, Alexander (2012): Depressionen im Kindes-, und Jugendalter: Entstehung und Umfang von Depressionen in deutschen Schulsystem

Kommentar Mand: Das liest sich alles eher als Hinweis auf Übersichtsarbeiten. Das kann man vermutlich als Einstieg in Ihr Thema verwenden. Sie benötigen aber ziemlich sicher auch empirische Arbeiten (über pubmed?)

Macki schlägt als Wunschliste zum Thema Auswirkungen digitaler Medienvor:

„Einführung in die Medienpädagogik. Aufwachsen im digitalen Zeitalter“, ISBN 978-3-658-23207-8-23208-5, Moser, Heinz, Wiesbaden: Springer VS (2019). Informationen zur Suche: Freitext: Medien, Erziehung Schlagwort: ErziehungSuchdatum: 29.09.20Trefferzahlen: 5Auswahlstrategien: nur deutsche Texte, Erscheinungsjahr: 2019

„Geschichte der Bildung und Erziehung. Medienentwicklung und Medienwandel.“SBN 3-8252-5036-9; 978-3-8252-5036-2 Caruso, MarceloPaderborn: Ferdinand Schöningh (2019). Informationen zur Suche: Freitext: Medien, Schlagwort: ErziehungSuchdatum: 29.09.20Trefferzahlen: 592Auswahlstrategien: nur deutsche Texte
„Die Medien der ganz Kleinen. Frühe Kindheit ohne Medien? Ideal und Wirklichkeit.“ ISSN: 0176-4918; 0341-6860Kübler, Hans-DieterIn: Medien + Erziehung, 54 (2010) 6, S. 3-14 ; Informationen zur Suche: Freitext: Medien, Schlagwörter: Erziehung, Medien, Suchdatum: 29.09.20
Trefferzahlen: 8, Auswahlstrategien: nur deutsche Texte; Zeitschrift: Medien und Erziehung; Jahr: 2010

Jugendliche Nutzung digitaler Medien und elterliche Medienerziehung – Ein Forschungsüberblick. ISSN 0032-7034; Jan Pfetsch, 2018. Informationen zur Suche: Freitext: Medienkonsum, Schlagwörter: Erziehung, Suchdatum: 29.09.20 Trefferzahlen: 59, Auswahlstrategien: nur deutsche Texte; Dokumententyp: Zeitschriftenaufsatz

Anmerkung Mand: Interessant für einen Einstieg finde ich vor allem Pfetsch (2018). Ein halbwegs aktuelles Review. Das ist ja schon einmal ein guter Start. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen Unrecht tue. Aber Ihre Suche erinnert mich an Recherchefehler vergangener Hausarbeiten. Ich will nicht unterstellen, dass Sie so gearbeitet haben. Aber zur Sicherheit formuliere ich noch einmal deutlich, was gefragt ist. Die Aufgabe besteht ja darin, mit nachvollziehbaren Suchbegriffen unter Angabe der Auswahlstrategien zu einer nachvollziehbaren Auswahl Ihrer Literatur zu gelangen. Das bedeutet: Ich muss in der Lage sein, die Suche zu wiederholen und mit ihren Angaben zu den gleichen Treffern zu gelangen. Ich würde mir also die Frage stellen, wie Sie von den 59 Treffern (in welcher Datenbank?) zu dem einen Aufsatz von Pfetsch gelangen. Dass der interessant ist, ist klar. Aber was ist mit den anderen 58 Treffern?

ZWEITER TEIL/ Zweiter Tag

Gegenstand des zweiten Teils des Seminars „Forschen über Inklusion“ sind Methoden, mit denen man feststellt, ob man es mit einer guten, bedeutenden empirischen Studie zu tun hat. Darüber hinaus werden einige wichtige statistische Kennwerte vorgestellt, die immer wieder in empirischen Untersuchungen eingesetzt werden.

(7) In der siebten Lerneinheit macht die Quellenbewertung den Anfang. Denn die Frage, ob eine empirische Studie in einer wichtigen oder unwichtigen Zeitschrift veröffentlicht ist, die Frage ob ein renomierter Verlag ein Buch veröffentlicht oder ob es ein Book-On-Demand-Verlag ist, kann wichtige Hinweise darauf vermitteln, wie man eine Studie bewerten muss.

Pio16 schreibt zum Thema Quantitative und Qualitative Studien bewerten:
Eine gute quantitative Studie: DREXLER, Sibylle Annemagret (2015): Resilienzförderung sozial benachteiligter Grundschulkinder durch das Mentorenprogramm Balu und Du. Eine Evaluationsstudie zu Lebensstilen und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. 

Anmerkung Mand: Sehe ich auch so. Pretest-Posttest, Versuchs- & Kontrollgruppe, Randomisierung. Vieles richtig gemacht auf den ersten Blick

Pia 16: Eine gute qualitative Studie
VACCARO, Eric (2015): Vernetztes Arbeiten als Strukturkomponente. Erfahrung mit dem Projkt „Schulmentoren – Hand in Hand für Starke Schulen“. ISSN: 0933-422X.

Anmerkung Mand: Finde ich nicht. In welcher Datenbank haben Sie diese Studie gefunden?

Thoskar schreibt: Ich habe aus 42 Literaturtreffern nur 1 Studie gefunden, auf die ich jetzt Zugriff habe. Die anderen Studien sind kostenpflichtig oder mit Fernleihe zu bekommen. Das ist ja doch sehr zeitaufwendig, jede issn oder isbn einzugeben und zu schauen, ob man auf diese dann zugreifen kann. Nach 3 Stunden nur ein Treffer, ich hoffe ich finde noch mehr zum Vergleich.

Antwort Mand: Sie haben Recht, das ist aufwendig. Das Problem ist: Wir sind hier im Ruhrgebiet und nicht z. B. am Grimmzentrum der HU Berlin. Dort poppen bereits in den Datenbank-Suchergebnissen haufenweise Links mit pdfs auf. Was meinen Sie, warum ich dem Grimm-Zentrum immer einen Besuch abstatte, wenn ich in Berlin bin. Den Bibliotheken hier fehlen die Mittel, in angemessenem Umfang digitale Medien zu kaufen. Vor Corona bedeutete dies: Sie müssen in einige Bibliotheken fahren, um sich die Literatur zu beschaffen. Jetzt bedeutet das: Sie benötigen ewig Zeit (Fernleihe, Literaturbeschaffungsdienste) oder Sie schränken sich auf Fragestellungen ein, zu denen haufenweise frei verfügbare Quellen zur Verfügung stehen. Das bedeutet also: Wir sind weitgehend abgehängt von der wissenschaftlichen Diskussion.

Thoskar: Hier schon mal eine Studie die ich als positiv bewerte. Bodo Przibilla, Friedrich Linderkamp & Philipp Krämer, Bergische Universität Wuppertal, Subjektive Definition von Lehrkräften zu Inklusion-eine explorative Studie in Sonderpädagogik 2018 Nr.3 S. 232-247. Diese Studie ist eine gute qualitative Studie, weil sie in einer renommierten Zeitschrift erschienen ist und weil sie eine lange Literaturliste bzw. viele Autorenverweise im Text vorweist.

Anmerkung Mand: Vielleicht erst einmal eine Begriffserläuterung: explorative Studien sind Erkundungsstudien. Es handelt sich also um erste Schritte in einem bislang wenig erforschten Feld. Sinn und Zweck von explorativen Studien ist es, Informationen zu beschaffen, die für die spätere, eingehende Erforschung des Themas von Bedeutung sein könnten. Die Merkmale: Publikationsort und umfangreiche Literaturliste sind eher in der Richtung zu werten, dass Studien, die derlei nicht machen als vermutlich unbedeutend einzustufen sind. Aber dass eine Studie in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurde und angemessene Literaturhinweise enthält, reicht für eine positive Einschätzung leider nicht aus.

Thoskar: In der folgenden Quelle handelt es sich, wie ich gestern schon sagte um eine gute quantitative Studie. Es gab Stichproben mit 1828 befragten Lehrern, bei der Auswertung wurden nur zufällige 10% der Befragten als Datengrundlage genutzt. Es wurde also eine Teilstichprobe gemacht (Bodo Przibilla, Friedrich Linderkamp & Philipp Krämer, Bergische Universität Wuppertal, Subjektive Definition von Lehrkräften zu Inklusion-eine explorative Studie in Sonderpädagogik 2018 Nr.3 S. 232-247, Stand 28.09.2020)

Mand (nach technischen Problemen): Ich stimme zu. Die Studie ist interessant. Es gibt aber Probleme mit der Stichprobe (Online-Befragung, Angaben zum vermutlich katastrophalen Rücklauf gibt es nicht). Sie können der Studie für Ihr Thema entnehmen, dass Individualisierung in Inklusionsdefinitionen von Lehrer/*innen eine Rolle spielen. Es ist aber nicht untersucht, ob dies eine Rolle dabei spielt, dass es Probleme bei der Umsetzung von Inklusion gibt.

siebte Lehreinheit: Quellenbewertung

(8) In der achten Lerneinheit geht es um die Bewertung der Stichprobe einer Untersuchung. Denn die Frage, wie viele Menschen befragt oder untersucht wurden, die Frage wie man die Teilnehmer/innen ausgewählt hat und wie viel Prozent der Menschen, die um eine Teilnahme an der Studie gebeten wurden auch tatsächlich teilnehmen ist von zentraler Bedeutung für die Bedeutung einer empirischen Studie.

Der podcast nimmt Bezug auf Tabelle 29 der Forschungsmethoden-Materialsammlung. Für die Bearbeitung der Aufgabe benötigen Sie den Forschungsbericht von Hans Wockens Studie „Andere Länder – andere Schüler“. Diesen Forschungsbericht finden Sie z. B. bei Startpage.de oder Sie können den Forschungsbericht zu der Studie mit dem Link unten in der Kurzbeschreibung der Studie Volltextdatenbank bidok herunterladen.

Sonne: Bei der LAUF-HH Studie handelt es sich um eine Totalerhebung, da alle 7.Klassen aller Förderschulen Hamburgs beteiligt waren. Da lediglich ein Schuljahr nicht an der Befragung teilgenommen hat, gilt die Studie vermutlich dennoch als repräsentativ.
Die Studie LAUF- NS ist eine anfallende Stichprobe, da die Auswahl der Förderschulen nicht zufällig war, sondern durch an dem Projekt beteiligte Studenten vorgenommen wurde. Die Schülerzahl ist auch bedeutend kleiner als die Schülerzahlen aus Hamburg und Brandenburg. Sie ist nicht repräsentativ.
Die Studie LAUF- BB ist auch keine Totalerhebung sondern erfolgt durch eine repräsentative Auswahl.Die Schülergruppe ist etwas kleiner als die der Hamburger Studie.
Da ich nicht sicher bin, ob ich alles verstanden habe folgende Fragen:
1.) Kann man eine Totalerhebung und eine repräsentative Erhebung miteinander vergleichen?
2.) Beziehen sich die Zahlen für die Schulformen Gymnasium , Real-und Hauptschule nur auf Hamburg?
3.) Es wird nicht extra erwähnt (oder ich habe es nicht gefunden), ob alle Schüler_innen und Eltern die Bögen auch bearbeitet haben?
4.) Kann ich beurteilen, ob die Gruppe der befragten Schüler_innen ausreichend groß ist, wenn ich die Gesamtzahl der Förderschüler_innen nicht kenne, wie bei der LAUF-NS?

Antwort Mand: Es ist richtig, dass Sie die Stichprobe der LAUFF-Studie von der niedersächsischen und der brandenburgischen Studie unterscheiden. LAUFF ist eine Totalerhebung bei akzeptablem Rücklauf und damit repräsentativ. Die Niedersachenstudie ist nicht repräsentativ. Es gibt aber auch Probleme bei der Brandenburger Studie. Da müssen Sie wirklich genau hinschauen.
Ad 1: Repräsentativität heißt Verallgemeinerungsfähigkeit. Und verallgemeinerungsfähig sind Studien, die mit Totalerhebungen oder Zufallsstichproben arbeiten und einen angemessenen Rücklauf haben.
Ad 2: Die Frage gebe ich mal weiter an die anderen Teilnehmer/innen
Ad 3: Wer den Rücklauf nicht präzise mitteilt, hat normalerweise ein Problem. Ich kenne die LAUFF-Studie allerdings aus einer anderen Veröffentlichung (in der Zeitschrift für Heilpädagogik) , und die Informationen dort sind ok.
Ad 4: Ja, denn der Stichprobenumfang sollte sich nach der Heterogenität der zu erforschenden Fragestellung und nicht aufgrund des Verhältnisses zur Grundgesamtheit errechnen.

Wonderwall: Zuerst einmal zu der LAUFF-Studie: 
Wie schon Sonne gesagt hat, handelt es sich bei der LAUFF- HH Studie um eine Totalerhebung, somit ist diese repräsentativ. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die beiden anderen Studien das nicht, da sie nur aus einer ,,Gruppe‘‘ gezogen wurden. Handelt es sich dann um eine Klumpenstichprobe? Dann müssten Klumpenstudien doch nie wirklich repräsentativ sein, oder? 

Mand: Klumpenstichproben liegen vor, wenn nicht Individuen, sondern größere Einheiten per Zufallszahlen ausgewählt werden. Entsprechend gebe ich die Frage an alle zurück: Ist das bei der Niedersachsen- bzw. Brandenburgstichprobe der Fall? Sie müssen wirklich sehr genau hinschauen.

Klumpenstichproben können repräsentativ sein. Das hängt ein wenig von der Struktur der Klumpen ab (z. B. von der Frage, wie unterschiedlich die Klumpen sind, und ob diese Unterschiede einen Einfluss auf das untersuchte Phänomen haben). Aber im Grundsatz haben Sie Recht. Klumpenstichproben sind weniger repräsentativ als Zufallsstichproben, in denen Individuen per Zufallszahlen ausgewählt werden.

Pio 16: Stichprobenbewertung der Studie „Andere Länder, Andere Schüler“ LAU Erhebung 1996
Größe: 13.099 SchülerInnen (531 Klassen, 190 Schulen)
Gewinnung: Schulleistungstest (Sprachverständnis, Leseverständnis, Rechtschreibwissen, Mathe, Informationsentnahme), Intelligenztest, Schülerfragebogen zur Schuleinstellung, Elternfragebogen für familiären Hintergrund, Hamburger Schreibprobe, Schreibanregung
Rücklauf: Alle Schüler der 5ten Klassen in Hamburgs staatlichen Schulen (ausgenommen Sonderschulen) mussten teilnehmen (100% Rücklauf)
Totalerhebung für Hamburgs staatliche Schulen
LAUF-HH Erhebung 1999 Größe: 513 SchülerInnen
Gewinnung: s.o. (allerdings 7te Klassen), Rücklauf: Freiwillige Teilnahme der Schulen, alle, bis auf eine teilgenommen,  Nahezu Totalerhebung
LAUF-NS
Größe: 94 SchülerInnen, Gewinnung: s.o., Rücklauf: Freiwillige Teilnahme bei LAUF, dadurch bei LAUF-NS geringe Teilnahme,  Klumpenstichprobe (nicht repräsentativ)

LAUF-B
Größe: 415 SchülerInnen
Gewinnung: s.o.
Rücklauf: Freiwillige Teilnahme bei LAUF
Klumpenstichprobe (nicht repräsentativ)

Anmerkung Mand: Ich hoffe, Sie nehmen mir nicht übel, wenn ich ein bisschen korrigiere. Sie befinden sich aber ja am Anfang des Studiums & steigen gerade erst in das Thema Forschungsmethoden ein. In dieser Situation ist es vollkommen in Ordnung, nicht gleich alles richtig zu machen. Vielleicht erst einmal zur Terminologie. Der Terminus „Gewinnung“ bezieht sich normalerweise auf die Art und Weise, wie man an seine Befragten kommt (also, ob man Zufallszahlen errechnet oder eine Totalerhebung macht usw.). Sie meinen vermutlich den Begriff „Erhebungsinstrumente“. Zweiter Punkt: Ich denke nicht, dass man von einem 100%igen Rücklauf ausgehen kann. Wo genau haben Sie diese Information her? Beim Rücklauf geht es ja darum, welcher Anteil der um eine Teilnahme an den Studien gebetenen Schüler/*innen tatsächlich teilgenommen hat. Dritter Punkt: Ich glaube auch nicht, dass die Stichproben in Niedersachsen und Brandenburg als Klumpenstichprobe gewertet werden können. Woran machen Sie das fest? Gibt es Hinweise darauf, dass die Schulen durch Berechnung von Zufallszahlen ausgewählt wurden?

Thoskar Die Studie ist eine Längsschnittstudie und ist somit auf einen Zeitraum begrenzt. Um eine gute Repräsentativität zu erreichen müsste in Folge mindestens eine zweite gleiche Studie durchgeführt werden. Und wie die Erhebung des IQs und der Förderschuljahre stattgefunden hat ist mir nicht ersichtlich geworden. Wenn diese Studie nur einmal durchgeführt wurde, wie kann man da einen Zusammenhang feststellen. Dafür hätte man am Schuleintritt schon einen IQ Test machen müssen.
Es fehlen auch Studien über Kontrollgruppen, diese hätte aus Kindern mit ähnlichen Vorrausetzungen in anderen Schulformen durchgeführt werden müssen.
Somit kann eine Kausalität im Hinblick auf Sonderschule und der Intelligenzentwicklung nicht hergestellt werden.

Mand: Sie haben Recht, Wochen hat die Schüler nicht zweimal untersucht. D.h. aber: Es handelt sich um eine Querschnittstudie, nicht, wie Sie (vermutlich versehentlich) schreiben, um eine Längsschnittstudie. Und richtig: Es gibt keine Kontrollgruppe. Aussagen über kausale Beziehungen sind also nicht möglich. Und zu behaupten: Förderschulbesuch macht dumm, zielt auf kausale Beziehungen ab. Ich vermute, Herr Wocken hat im Rahmen der Untersuchung einmalig gefragt: Wie viele Jahre bist du in der Förderschule? Kinder, die antworteten: Ich bin schon lange in der Förderschule hatten einen schwachen IQ. Und Kinder, die gerade erst in die Förderschule gewechselt sind, die schnitten deutlich besser ab. Ich denke: So muss man sich das vorstellen. Es gibt also mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Eine Option ist: Förderschulbesuch senkt den IQ. Und was wäre eine alternative Interpretation?

Sonne: Für die LAUF-BB wurde eine Vorauswahl getroffen und bestimmte regionale Kriterien wurden einbezogen. Die Auswahl erscheint mir spezifischer in Bezug auf das formulierte Ziel der Studie, herauszufinden, wie sich regionale Unterschiede in Lebensbedingungen, Lernvoraussetzungen und Schulleistungen bemerkbar machen.Zumindest erscheint sie mir damit eher Kriterien für eine Klumpenstudie zu erfüllen, als die LAUF-NS, da hier Schulen gewählt wurden, zu denen die an der Studie beteiligten persönlichen Bezug hatten und diese Schulen sind damit nicht zufällig, sondern anfallend gewählt.

Anmerkung Mand: Ja, kann ich verstehen, dass Sie die Brandenburg-Stichprobe so einschätzen. Der Autor ist ja interessiert an einer möglichst umfangreichen und positiven Rezeption seiner Studie. Also formuliert er einen Punkt, der die Aussagekraft seiner Studie schmälert so, dass man denkt: Alles in Ordnung. Ich fürchte, es ist aber nicht alles in Ordnung. An alle: Sie müssen da wirklich kritisch nachfragen: Wer hat ausgewählt? Was meinen Sie, welche Auswirkungen das hat, wenn dieser Akteur die teilnehmenden Schulen bestimmt?

Sonne: Die Studie in Brandenburg ist nicht von einer Universität, sondern vom Ministerium für Bildung in Auftrag gegeben worden, auch die Kontaktaufnahme mit den Schulen erfolgte über das Ministerium. Die Auswahl der Schulen wurde aufgrund schulstatistischer Daten getroffen.Hat dies Einfluss auf die Bewertung der Studie?

Antwort Mand: Na klar hat das eine Auswirkung auf die Stichprobe, wenn ein Schulministerium auswählt. Die überlegen sich ganz genau, welche Schulen teilnehmen sollen und welche besser nicht. Ich glaube nicht, dass da schulstatistische Daten tatsächlich von Bedeutung waren. Sie können davon ausgehen: Die kannten die LAUFF-Studie. Und die kennen Hans Wocken. Die haben sich ziemlich sicher genau überlegt, welche Schulen das Ergebnis stützen können, das sie politisch wollen. Ein bisschen weiß ich noch aus meiner Berliner Zeit. Ich tippe mal: Zum Untersuchungszeitpunkt war das Ministerium an einer möglichst weitgehenden Umsetzung von Integration/Inklusion interessiert. Wenn Sie im Bildungsministerium arbeiten würden und so denken täten, welche Schulen würden Sie auswählen? Ich denke, Studien, die eine Stichprobe verwenden, die auf eine nicht präzise benannte Auswahl irgendeines Ministeriums zurückgehen, sind mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht geeignet, ein angemessenes Bild von der Wirklichkeit zu abzubilden.

(9) In der neunten Lerneinheit werden das Arithmetische Mittel, der Median und die Standardabweichung vorgestellt. Der podcast bezieht sich hierbei auf Tabelle 5 der Diagnostik-Materialsammlung.

Sonne: Ich würde der Studie mit der niedrigeren Standardabweichung vertrauen. Eine hohe Standardabweichung deutet nach Ihrem Beispiel darauf hin, dass ein Wert die Aussagekraft des Arithmetischen Mittels verzerrt.
Für die Studie könnte man dann erwarten, dass zumindest sehr unterschiedliche Ergebnisse vorlagen, die einen guten Mittelwert erzeugt haben, der sich aber möglicherweise aus sehr gemischten Einzelergebnissen zusammensetzt.Eine niedrige Standardabweichung dagegen deutet auf homogene Ergebnisse hin.

Mand: Das kann man so sehen. Sehen die anderen das genauso?

Wonderwall: Ich würde die Studie nehmen, die die geringere Standardabweichung hat. Die Studie mit der höheren Abweichung muss dadurch nicht schlechter sein, dennoch ist der anderen mehr zu vertrauen, da die niedrige Abweichung einen ,,Ausreißer“ ausschließt.

(10) In der zehnten Lerneinheit werden Korrelationskoeffizienten vorgestellt. Korrelationen berechnet man dann, wenn man Zusammenhänge untersuchen will. Und das passiert in der Forschung doch vergleichsweise häufig.

Sie benötigen die Tabellen 43 und 44 und später die Tabellen 40, 41 und 42 sowie die Abbildungen 1a und 1 b der Diagnostik-Materialsammlung.

Pio16 nennt als Beispiel eines Korrelationskoeffizienten: SELIG, Jürgen (1986): EDV Management. Eine empirische Untersuchung der Entwicklung von Anwendungssystemen in deutschen Unternehmen. Berlin: Springer Verlag. Selig wiegt in seiner Arbeit dem Korrelationskoeffizienten wenig Aufmerksamkeit zu. Er erwähnt kurz, dass r=0,87 ist und dies seiner anfänglichen Erläuterung nach einem recht hohen Zusammenhang von Größe des Unternehmens und Größe der EDV-Abteilung bedeutet, jedoch verzichtet er bewusst auf eine grafische Darstellung.

Anmerkung Mand: Keine Ahnung, was untersucht wurde. Mir liegt das Buch nicht vor Aber r = 0,87 ist tatsächlich ein starker Zusammenhang. Gesucht waren Studien, die fälschlich von korrelativen Zusammenhängen auf kausale Zusammenhänge schließen.

Wonderwall: Ich fand über pubpsych eine Studie über Korrelationen zwischen klinischen Studienergebnissen basierend auf Symptomen, funktionellen Beeinträchtigungen und Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Vielleicht entspricht das etwas mehr dem Gesuchten, da die Korrelation nur als ,,mäßig“ beschrieben wird, falls ich das richtig verstanden habe (David R. Coghill, Alain Joseph, Vanja Sikirica, Mark Kosinski, Caleb Bliss, and Michael Huss: Correlations Between Clinical Trial Outcomes Based on Symptoms, Functional Impairments, and Quality of Life in Children and Adolescents With ADHD). 

Mand: Die finden einen Korrelationskoeffizient von 0,4. Also ist der Zusammenhang moderat. Das Problem ist aber, dass sie diese Korrelationen verwenden, um Aussagen über die Befunde eines klinischen Versuchs zu den Effekten von Methylphenidat zu machen. Und das ist zumindest mutig.

Sonne: Als Studie habe ich mir gewählt: MSGS – Mannheimer Schweregradschema für kinder- und jugendpsychiatrische Störungsbilder. (PSYNDEX Tests Abstract)     aus der Datenbank pubpsych nach der Stichwortsuche „Korrelationseffizient“. Untersucht wird der Zusammenhang zwischen Schweregrad einer psychischen Erkrankung und psychosozialer Belastung bzw. Alltags- und Sozialfunktionen.

Der Pearson Korrelationskoeffizient beträgt r=.21 – wird das gelesen wie der Zitationsstandard APA, also =21%??

Mand: Richtig: Die verwenden offenbar die APA-Schreibweise. Aber das heißt: Die Korrelation beträgt 0,21. Es liegt also ein schwacher Zusammenhang vor. Man kann Korrelationskoeffizienten in prozentuale Übereinstimmung umrechnen. Sie müssen den Korrelationskoeffizienten quadrieren und mit 100 multiplizieren. Also: 0,21 x 0,21 x 100 = 4,41 % Übereinstimmung. Sie sehen, das ist nicht sehr viel.

Sonne: n=100 verweist vermutlich auf einen Wert, den wir nicht besprochen haben, oder wofür steht die Abkürzung „n“ ?

Mand: N bedeutet normalerweise Stichprobenumfang, n verweist auf eine Teilstichprobe. n = 100 heißt also, dass hier 100 Menschen in der Stichprobe sind.

Sonne: p<.05 bedeutet eine Signifikanz von 5% , also besteht ein Zusammenhang, der aber schwächer ausfiel, als von den Autoren erwartet.

Mand: Richtig, p <.05 bedeutet, dass die Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner als 5 % liegt. Die gefundenen Zusammenhänge sind also mehr als zufällig. Das ist aber in der Tat nicht sehr schwer, signifikante Zusammenhänge zu ermitteln. In dieser Studie geht es um die Bewertung eines diagnostischen Instruments. Die wollen herausfinden, ob der Test misst, was er zu messen vorgibt (Validität). Sie vergleichen den Schwergrad der psychosozialen Belastungen mit den Werten im MSGS. Hier finden Sie nur eine schwache Korrelation.

D.h. z. B., dass Menschen, die schweren psychosozialen Belastungen ausgesetzt sind, im MSGS nicht zwingend hohe Werte. Das war eigentlich so nicht zu erwarten. Menschen, die schweren psychosozialen Belastungen ausgesetzt sind, sollten eigentlich auch deutliche Störungsbilder zeigen. Man kann also sagen: Das spricht nicht unbedingt für die Aussagekraft des MSGS.

Ob Korrelationen hier fahrlässig eingesetzt werden, kann man schlecht sagen. Es ist in der diagnostischen Arbeit zumindest üblich, Korrelationskoeffizenten zu verwenden, um zu entscheiden, ob die Testverfahren bestimmte Mindeststandards erfüllen.

(11) In der elften Lerneinheit geht es um Cohens Effektstärke. Cohens d wird sehr häufig eingesetzt, wenn man die Auswirkungen von Methoden untersuchen möchte und ist auch für Metaanalysen weitgehend unverzichtbar.

Sie benötigen für diese Lerneinheit Tabelle 28 (Formel) und Tabelle 34 (Beispielrechnung) der Forschungsmethoden-Materialseite. Darüber hinaus sollten Sie sich die Rangliste der Hattie-Studie herunterladen (visible-learning.org) sowie den Beitrag von Jürgen Walter „Einer flog über das Kuckucksnest oder welche Interventionsformen erbringen im sonderpädagogischen Feld welche Effekte“) Volltextlink verfügbar z. B. über Startpage.de.

Pia 16 zum Thema: Cohens Effektstärke in einer Studie berechnen: Mir war es nicht möglich eine Studie der Methodenforschung zu finden, in der Test- und Kontrollgruppenergebnisse für eine weitere Bearbeitung und das Errechnen der Cohens Effektstärke aufgeführt waren. Ich wäre hier noch um ein paar Tips dankbar, wie es möglich ist Studien zu finden, in denen man einen bestimmten methodischen Inhalt benötigt.

Antwort Mand: Das kann man machen indem man in der Freitextsuche in den Fachdatenbanken Begriffe verwendet, die auf eine empirische Studie verweisen (z. B. Stichprobe, Kontrollgruppe usw.). Gesucht ist eine Studie, in der Cohens d nicht berechnet wird, aber die Kennwerte veröffentlicht werden, die dies erlauben (also Arithmetisches Mittel und Standardabweichung für Versuchs- und Kontrollgruppe).

(12) In der zwölften Lerneinheit wird erklärt, wie man kausale Beziehungen nachweist. Das ist zwar etwas aufwendig. Aber eigentlich ist das nicht schwer zu verstehen, was man tun muss.

Sie benötigen zur Bearbeitung der Lerneinheit Tabelle 35 der Forschungsmethoden-Materialsammlung und noch einmal den Forschungsbericht von Hans Wocken „Andere Länder – andere Schüler“. In der Aufgabe geht es zunächst um eine Interpretation von Tabelle 3.1.4 (Dokumentseite: 37). Um die Frage bearbeiten zu können, werden Sie sich aber auch noch einmal die methodischen Merkmale der Studie anschauen müssen.

Pio016: Wocken sieht zunächst den Zusammenhang aller durch ihn angeführten Studien darin, dass der andauernde Besuch von Förderschulen zum Abfall von Intelligenz und auch der sinkenden Befähigung in anderen Bereichen des Schullebens führt. Das führt bei bloßem Betrachten der Studien dazu, dass die Meinung, Förderschulen würden nicht zur Förderung behinderter Kinder beitragen, bestätigt wird und sogar ein Trend dazu erkennbar ist, dass Förderschulen eine negative Auswirkung auf die Kinder haben. Wocken weist nunmehr einen kausalen Zusammenhang von Besuch der Förderschule und absteigenden geistigen Fähigkeiten nach. Er bestärkt dabei diesen Zusammenhang mit einigen Studien, so dass ein Widerspruch nahezu unsinnig erscheint. Was jedoch fehlt, ist die Angabe, wie repräsentativ die durch die Darstellung getroffene Aussage ist. Geht man also beispielsweise davon aus, dass die Zahlen der Brandenburger Förderschulen zugrunde liegen, muss gefragt werden, wie repräsentativ diese Darstellung ist und ob alle Förderschüler einbezogen wurden oder nur Stichprobenartig getestet wurde.

Anmerkung Mand: Richtig, es gibt Probleme mit der Repräsentativität. Wocken findet vergleichbare Zahlen aber auch in der Hamburger Stichprobe (Dies entnehme ich z. B. seinem Beitrag aus der hier nicht vorliegenden Zeitschrift für Heilpädagogik). Also trifft Ihre Kritik nur für die Niedersachsen- und die Brandenburgstudie zu. Es gibt aber eine andere Interpretation der Befunde, die ebenfalls plausibel ist. An alle: Bitte schauen Sie sich genau an, welche Bedingungen für den Nachweis von Kausalbeziehungen erfüllt sind. Handelt es sich um eine Längsschnittstudie? Gibt es Versuchs- und Kontrollgruppe? Wie muss man sich die Erhebung von IQ und Förderschulbesuchsjahren genau vorstellen

DRITTER TEIL / dritter Tag

Nun kommen wir zum eigentlichen thematischen Schwerpunkt des Seminars. Im Prinzip ist es das gleiche Vorgehen, das auch eingesetzt wird, wenn man eine Hausarbeit schreiben will. Wir brauchen eine präzise Frage. Wir müssen die Literatur sichten, ob die Online verfügbare Literatur zur Beantwortung dieser Frage ausreicht. Wir lesen dann einige Studien und entscheiden dann abschließend, was die Antwort auf diese Frage sein kann.

Die Kommunikation erfolgt zunächst per E-Mail. Bitte nennen Sie hierbei unbedingt Ihren Nickname. Ich veröffentliche dann Ihren Beitrag unter diesem Namen auf dieser Seite. Kann sein, dass das ggf. etwas dauert. Ich bin erstens nicht 24 h täglich online. Und es ist auch möglich, dass mich mehrere Anfragen gleichzeitig erreichen. Gerade zu Beginn der Vorlesungszeit werden einige der vermutlich mehreren hundert Studierenden, die Seminare bei mir belegen, Fragen haben. Auch die Antworten der anderen Studierenden können gelegentlich etwas dauern. Denn sehr wahrscheinlich sind nicht alle 40 Teilnehmer/innen dieses Seminars gleichzeitig online.

(13) Vorschläge für eine Fragestellung

Gesucht wird eine Frage aus dem Themenkreis „Inklusion“, die im Rahmen dieser Veranstaltung exemplarisch bearbeitet werden kann.

Thoskar: Meine Frage für dieses Seminar ist: Welche Auswirkung haben Inklusionhelfer in der Schule auf die Inklusionskinder?

Mand: Ok schauen Sie mal, was Sie in FIS und BIDOK so finden.

(14) Welche Studien finden Sie?

Bitte teilen Sie mir Suchbegriffe, Trefferzahlen und Auswahlkriterien mit.

Pio016: Fragestellung zum Thema Inklusion: Wie haben sich nach 11 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland die Schulen verändert?

Studien

Suchbegriffe: Inklusive Schulen FIS-Bildung: 110 Artikel online verfügbar PubPsych: 63 Artikel
Verwendbare Studien:

  1. LÜTJE-KLOSE, Birgit/ NEUMANN, Phillip/ GORGES, Julia/ WILD, Elke (2018): Die Bielefelder Längsschnittstudie zum Lernen in inklusiven und exklusiven Förderarrangements (BiLieF)Auswahlgrund: Bezug auf UN-BRK, Integration von Kindern mit SPF-Lernen im FokusErgebnis: Inklusiv Beschulte Kinder haben gleich hohes Wohlbefinden, wie exklusiv Beschulte, Leistungsvorsprung von Kindern in inklusiven Schulen, weite Streuung der Ergebnisse in Leistung und Wohlbefinden, Ressourcenmangel in inklusiven Schulen, Entwicklung eines gemeinschaftlichen Schulleitbild positiv, Kombination aus Lehrkräften und Sonderpädagogen im Kollegium wichtig,
  2. FICKERMANN, Detlef (2019): Bildungsforschung mit Daten der amtlichen StatistikAuswahlgrund: Kinder mit SPF im Fokus, Entwicklung der Dichte von unterschiedlichen Schultypen aufgeführtErgebnis: Förderschulrückgang um 26,8% durch 9. SchRÄG (schulische Inklusion), Kinder mit SPF werden nur gering weniger, Höhere Inklusion in NRW erkennbar, Mehr Schüler mit SPF an Regelschulen schließen auf vermehrte Testung, da Rückgang von Förderschülern nur marginal, starke Schwankungen regionaler Inklusionsquoten
  3. KLEMM, Klaus (2015): Inklusion in Deutschland. Daten und Fakten.Auswahlgrund: Inklusion und Exklusion gegenübergestellt, Förderschulentwicklung nach UN-BRK

Ergebnis: rechtliche Verankerung inklusivem Lernen, jährlicher Anstieg inklusiv beschulter Kinder um 2,6%, Ablehnung von SPF-Kindern muss gerechtfertigt werden, Viele Förderschulabgänger ohne Abschluss, 2013/14 wurden 31,4 der SPF-Kinder inklusiv unterrichtet,

  1. SCHNUCK, Karl Dieter/ RAUER (2018): EiBiSch – Evaluation inklusiver Bildung in Hamburgs Schulen. Quantitative und qualitative Ergebnisse.Auswahlgrund: Vergleichbarkeit mit BiLieF, inklusive Schulen im FokusErgebnis: passende Fortbildungen für Inklusion nötig, starke Teams, ausreichend Zeit nötig, Inklusion lässt alle Schüler profitieren, noch nicht etabliert
  2. HEIMLICH, Ulrich/ HAHLERT, Joachim/ LEGLEMANN, Reinhard/ FISCHER, Erhard (Hrsg.) (2016): Inklusives Schulsystem. Analysen, Befunde, Empfehlungen zum bayerischen Weg (B!S)Auswahlgrund: Aktuelles Bild der Inklusion in Regelschulen, Verteilung er SPF-KinderErgebnis: geringerer Förderbedarf von SPF-Kindern an Regelschulen, Schulen nicht auf komplexe Problematiken von SPF-Kindern vorbereitet, ausreichen Zeit und finanzielle Ressourcen für Inklusion notwendig, Ausbau von Vernetzung und Kooperation, Unterstützung durch Schulbegleiter wünschenswert,

(15) Ergebnisse der Studien

(16) Versuch einer Antwort

Pio016: Versuch einer Antwort

Inklusion im Bereich Schule hat in den letzten Jahren klare Fortschritte gemacht. Diese Fortschritte sind durch diverse Studien belegbar. Diese Studien zeigen jedoch auch einige Probleme auf, welche es in enger Zusammenarbeit aller am Schulleben beteiligten Personen zu beheben gilt. Dabei müssen besonders die Erfahrungen der Lehrkräfte im Umgang mit den Unterschiedlichsten Sonderpädagogischen Förderungsfeldern mit einbezogen werden.

In erster Linie muss jedoch durch die Politik ein realistisches Budget zur Verfügung gestellt werden, mit dem Inklusion realisiert werden kann. In diesem Budget muss neben barrierefreiem Ausbau und der Anschaffung von Material, auch der Zeitaufwand und mehr Personal beinhaltet sein.

Alle weiteren Schritte müssen durch Studien und stätige Kontrolle auf die positive Wirksamkeit für die Schüler mit Sonderpaedagogischem Förderbedarf kontrolliert werden.

Insgesamt ist Inklusion in Schulen sehr komplex und abhängig von der Mitwirkung aller am Schulleben Beteiligten.

Kommentar Mand: Ich denke, dass man auf Basis der online verfügbaren Literatur zu den hier vorgestellten Schlüssen kommen kann.

Ich persönlich sehe das allerdings anders. Denn die Diagnosen sonderpädagogischen Förderbedarfs steigen seit Jahren massiv. Es gibt also immer mehr als behindert eingestufte Kinder. Und die Diagnosen steigen genau in dem Umfang, der erforderlich ist, um sagen zu können, dass man sich um Inklusion bemüht, aber gleichzeitig die Förderschulen gut gefüllt erhalten lässt. Förderschulen erhalten, indem man immer mehr Kinder als „behindert“ etikettiert – ich kann das nicht sehen, dass das Fortschritte in Sachen Inklusion sein sollen.

Ist das ein Problem, dass Studierende meiner Veranstaltungen zu einer anderen Einschätzung gelangen als ich? Nein. In den bei mir eingereichten Hausarbeiten prüfe ich, ob Sie eine klare Frage haben (liegt hier vor), ob Sie nachvollziehbar in Fachdatenbanken recherchiert haben (das ist sicher möglich) und ob Sie überzeugend argumentieren (vermutlich ja). Wissenschaft entwickelt sich in der Diskussion unterschiedlicher Argumente. Der berühmte Wissenschaftstheoretiker Paul Feyerabend stellt sogar ziemlich überzeugend fest, dass wissenschaftlicher Fortschritte sich immer nur dann entwickelt haben, wenn etablierten Positionen widersprochen wird. Also widersprechen Sie! Glauben Sie nicht alles, was andere schreiben!

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