Testen und Fördern

Achtung: Diese Seite informiert über ein Seminar aus dem Wintersemester 20/21. Diese Unterlagen verbleiben zu Dokumentationszwecken auf dem Server.

Das Seminar Testen und Fördern richtet sich an Studierende des BA Heilpädagogik. Es befasst sich mit Grundlagen der Diagnostik (Modul 9 / LV1). Wichtiges Lehrziel ist es hierbei, die Studierenden in die Lage zu versetzen, gute und schlechte Testverfahren unterscheiden zu lernen. Das Seminar befasst sich vor allem mit der Intelligenzforschung. Wichtiger Grund hierfür ist, dass Studierende, die Intelligenztests bewerten können, in der Lage sind, auch andere diagnostische Verfahren zu bewerten. Weitere Schwerpunkte sind Sprachstandsdiagnostik und ggf. auch die Diagnose von Verhaltensstörungen.

Dieses Seminar befasst sich auch mit Methoden der Qualitativen Diagnostik (vor allem: Förderdiagnostik). Dabei wird die Auffassung vertreten, dass beide Testschulen – also die Testdiagnostik und die Förderdiagnostik wichtige Funktionen für die pädagogische Praxis haben. Testdiagnostische Verfahren sind z. B. bedeutsam für eine angemessene Verteilung von Mitteln. Und sie helfen dabei zu entscheiden, welches Problem bei einer Klientin bzw. bei einem Klienten vorliegt. Kenntnisse in der Testdiagnostik sind auch wichtig für die Kommunikation mit Vertretern anderen Disziplinen, also z. B. für die Zusammenarbeit mit Medizinern oder Psychologen. Eine wichtige Stärke qualitativer Verfahren liegt vor allem darin, dass man mit ihnen gut entscheiden kann, welche Schwerpunkte die konkrete Förderung in den nächsten Tagen nehmen sollte. In der diagnostischen Arbeit sind also beide Schulen bedeutsam.

Testverfahren zu bewerten erlernt man am besten, indem man dies tut (exemplarisches Lernen). Sie benötigen also einen Test, oder zumindest das Handbuch eines Tests. Dies kann ein Verfahren sein, das Sie aus Ihrer eigenen Arbeit kennen. Oder Sie verwenden das Handbuch des Allgemeinen Intelligenz Test. Das Handbuch des AIT kann man auf der Homepage von Dr. Satow kostenfrei herunterladen, nachdem man sich dort angemeldet hat.

Die podcasts dieses Seminars verwenden Tabellen und Abbildungen, die Sie in der Diagnostik-Material-Sammlung dieser Homepage finden.

Modulabschließende Prüfung dieses Seminars ist eine Klausur. In dieser Klausur finden Sie Fragen von jeder/m Lehrenden dieses Moduls. Die Fragen für das Seminar „Testen und Fördern“ beziehen sich auf zentrale Inhalte der Lehrveranstaltung. In der vorletzten Sitzung dieses Seminars lade ich eine Probeklausur hoch, die in vorangehenden Semestern einstens als Klausurfrage diente. In der letzten Sitzung erkläre ich, wie ich die Klausur auswerte und nenne die richtigen Lösungen.

Erste Sitzung: Einleitung

Begruessung
Vorstellung
Wie das Seminar funktioniert
Ihre Aufgabe: Erstellen Sie eine Anschaffungsempfehlung für die Erziehungsberatungsstelle Recklingkirchen

Maka1267: Bei der Recherche bin ich auf die Internetseite legakids net gestoßen. Auf dieser Internetseite gibt es eine Kategorie für Eltern, auf der sie sich über das Thema Legasthenie informieren. Sie können sich auch informieren was sie tun können. Außerdem gibt es eine Kategorie für Kinder, auf der können die Kinder Spiele spielen, zum Beispiel müssen sie Nomen, Adjektive und Verben suchen. Zudem gibt es Arbeitsblätter die dort kostenlos ausgedruckt werden können. Die Internetseite und auch die Arbeitsblätter sind sehr einfach und verständlich gestaltet, sodass Kinder die zweisprachig aufwachsen die Aufgaben ohne Probleme lösen können.

Klick223 schreibt: Zu Beginn meiner Recherche habe ich auf den digitalen Katalog der Universitätsbibliothek der TU Dortmund zurückgegriffen ub.uni-dortmund de). Unter dem Suchbegriff „Legasthenie Diagnostik“ wurden mehrere Bücher aufgelistet. 
Das Buch mit dem Titel „Lese-Rechtschreib-Schwäche und Legasthenie: Grundlagen, Diagnostik und Förderung“ (bestellbar über die Buchhandlung Thalia für 24,99€) von Prof. Ph. D. Gerheid Scheerer-Neumann (Expertin auf diesem Gebiet) erschien mir zunächst am geeignetsten, da ich der Meinung bin, dass ich als angehende Heilpädagogin genügend Hintergrundwissen über die Thematik benötige um Eltern in der Erziehungsberatungsstelle adäquat beraten und unterstützen zu können. Es veranschaulicht bereits im Inhaltsverzeichnis diverse Kenntnisse, welche die Lese- und Rechtschreibkompetenz beeinflussen. Beispiele hierfür sind: Basales Lesen, Leseflüssigkeit, Leseverständnis/Leseverstehen, Rechtschreiben. Unter jeder Kompetenz findet der Leser die `Entwicklung´ sowie `Probleme´, `Diagnose´ und `Förderung´ der zu erwerbenden Lese- und Rechtschreibkompetenz. Demnach wäre es als Standardwerk in der Beratungsstelle Recklingkirchen gedacht. Langfristig würde es sich anbieten aus jedem Kapitel ein Schaubild für Eltern erstellen, um Zusammenhänge und Faktoren einer Lese-Rechtschreib-Schwäche zu visualisieren, die wichtigsten Aussagen zu komprimieren und verständlich zu erklären. Ebenso wäre es wichtig, mittels medizinischer Untersuchungen (Pädaudiologie?) Störungen im auditiven Bereich ausschließen oder eben mit in außerschulische Förderungen einbeziehen zu können.
So ist Grundlagenwissen über die sog. `LRS´ von hoher Relevanz, um ein tieferes Verständnis für das Problem zu vermitteln ohne herabwürdigende Kommentare und Kurzsichtigkeit gegenüber Erziehungsberechtigten nach dem Motto „Wie soll Ihr Kind Lesen und Schreiben lernen, wenn Sie es nicht können?“. Das erste Beratungsgespräch sollte meiner Meinung nach stets einen Verlauf nach skizzieren können: Wie verlief die Sprachentwicklung des Kindes bisher? Traten Schwierigkeiten bereits im Kindergarten auf? Was gelingt dem Kind gut, worin hat es konkret Schwierigkeiten? Je nach „Schwerpunkt“ lassen sich außerschulische Fördermöglichkeiten ableiten, die unterstützend sein können.
Ebenso ist es von Bedeutung in Kontakt mit der Schule des Kindes zu treten, um (Heil-)Pädagogen nach Fördermöglichkeiten beim Lesen und Schreiben von Kindern mit sog. Migrationshintergrund zu fragen. Wie sehen Fördermöglichkeiten in der Schule aus? Gibt es sog. Förderklassen? Unterstützungsangebote? Welche Testverfahren werden angewandt? Werden überhaupt welche in Bezug auf die Problematik angewandt? (Falls nicht: Ist es möglich, dass eine solche Testung in der Beratungsstelle durchgeführt werden kann? Hierbei stieß ich bei meiner Recherche ebenso auf die Internetseite www.testzentrale de, welche Testbögen inkl. Auswertung der sog. Münsteraner Rechtschreibanalyse zur Verfügung stellt. Hiervon würde ich erstmal das erste Paket („10 Testbögen (inkl. Diagnose – Teststufe 1/2“ bestellbar über die Testzentrale für 112,15€) bestellen, um einen Überblick über die mögliche Verwendbarkeit zu erhalten und ggf. für Auswertung sowie Absprachen mit Eltern und Lehrern nutzen zu können. 

Zu guter Letzt habe ich viele Spiele in einer Heilpädagogischen Praxis während meines Praxissemesters kennengelernt, welche die Lernentwicklung von Kindern positiv beeinflussen. Hierfür hat der Hersteller HABA Lernspiele konzipiert, die genau darauf abzielen. Das Spiel „Ungeziffer“ bspw. (ab 6 J. – über den HABA Onlineshop für 5,95€ zu erwerben) lässt sich auf vielfältige Art und Weise einsetzen: Von der reinen Zahlenfolge (Anzahl der Käfer) bis zum Addieren von Käfern. Die Einsatzmöglichkeiten des Spiels können auf die zu erlernende Kompetenz im Bereich Rechnen mit Fantasie und Kreativität individuell angepasst werden. 


Maiglöckchen22:
Ich habe bisher kein passendes diagnostisches Instrument gefunden welches auf alle Anforderungen eingeht.Alle Testverfahren die ich gefunden habe erfüllen nur zum Teil die Anforderung. Die Schwierigkeit ist einen Test zu finden der auf die Muttersprache der bilingualen Kinder eingeht. Ich denke dass viele Kinder Wörter auf Deutsch nicht kennen oder Schwierigkeiten beim schreiben haben da in den Grundschulen oft nach Gehör geschrieben wird und sich die Aussprache in ihrer Muttersprache anders anhört.Deswegen hat aber nicht jedes Kind mit Migrationshintergrund sofort Legasthenie.Folgende Tests habe ich gefunden:Screemik 2 für 167,23€ bei  der Testzentrale erhältlich  ​​​​( geht auf die Erstsprachfähigkeit bei Kinder mit Migrationshintergrund ein), HSP1 + Hinweise zur Durchführung und Auswertung für 17,62€ bei der Testzentrale erhältlich   Testwörter und -sätze werden vorgelesen und mit Illustrationen veranschaulicht, was ich besonders für Kindern mit Migrationshintergrund als sinnvoll empfinde)
Ich habe viele Tests gefunden die sich zum Legasthenie testen eignen, wie z.B  BAKO 1-4 für 115lDas Problem ist bei diesen Tests ist, dass nicht auf biliguale Kinder eingegangen  wird.

IngoFlamingo:

AFS Angstfragebogen für Schüler (9-18 Jahre), Kosten: 480€ für den Test plus 152€ Auswertungsprogramm, zu finden bei Testzentrale de

Für Rechtschreibtests

Rechtschreibtest DRT 1-4 Klasse, 1. Klasse Kosten: 87 €, 2. Klasse Kosten 81€ , 3/4. Klasse Kosten 112€ zu finden bei Testzentrale de
Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test WRT, WRT 1+ Kosten 103€, WRT 2+ Kosten 103€, WRT 3+ Kosten 103€ zu finden bei Testzentrale de
SLS 1-4 Salzburger Lese-Screening für die Klassenstufen 1-4 Leider derzeit Vergriffen, zu finden bei Testzentrale
HSP 1-10 Hamburger Schreib-Probe 1-10 Kosten mit Handbuch 265,94€ zu finden bei Testzentrale

Für Lesetests

HAMLET 3-4 Hamburger Lesetest für 3 und 4 Klassen, HAMLEt 3-4 Kosten 110€, zu finden bei Testzentrale,
LRS Screening, Kosten 360€, zu finden bei Testzentrale ,
ELFE 1-6 Ein Leseverständnistest für Erst-bis Sechstklässler 20 Testhefte B Kosten 43€, 20 Testhefte A Kosten 41 zu finden bei Testzentrale
SLRT- II Lese- und Rechtschreibtest Test komplett Kosten 110€

DaJe1710:

Ich habe bei meiner Recherche auf der Internetseite: „www.legasthenietherapie-info de“ herausgefunden, dass es bisher keinen spezifischen Test zur diagnostischen Abklärung einer Legasthenie gibt. In der Regel besteht ein solcher Test aus einem Rechtschreibtest, einem Lesetest und einem Intelligenztest.
Als Rechtschreibtest würde ich den WRT 1+/2+/3+/4+ empfehlen. Dieser lässt sich auf testzentrale de für jeweils 103Euro erwerben. Ich empfehle diesen Test, da er im Grundschulalter einsetzbar ist, er innerhalb einer Unterrichtsstunde durchführbar ist und zudem spezielle Normen für Kinder mit anderer als deutscher Muttersprache beinhaltet.
Als Lesetest würde ich den ELFE 2 empfehlen. Er ist für die Klassen eins bis sieben einsetzbar und stellt eine differenzierte Diagnostik des Lesens dar. Er erfasst die Lesegenauigkeit, Leseflüssigkeit und Leseverständnisleistung auf Wort-, Satz, und Textebene. Die Bearbeitungsdauer ist bei der Standardversion mit rund 30 Minuten recht kurz und deshalb gut einsetzbar für Kinder im Grundschulalter. es gibt zudem noch Kurzversionen sowie eine Computerversion, welche eine kürzere Bearbeitungszeit beinhalten. Die Computerversion würde ggf. das Interesse und die Motivation einzelner Kinder wecken, diesen Test auch mit Freude durchzuführen. Außerdem floss in die  verschiedenen Datensätze unter anderem der Migrationshintergrund für die Normierung mit ein und ist somit passend für Recklingkirchen. Dieser Test kostet 145 Euro und kann ebenfalls auf testzentrale de gekauft werden.
Als Intelligenztest würde ich den SON-R 2-8 sowie SON-R 6-40 empfehlen. Da dieser ein nonverbaler Intelligenztest ist, ist dieser für Kinder geeignet, deren Muttersprache nicht deutsch ist und mit einem Migrationshintergrund. Durch einen Intelligenztest lässt sich feststellen, ob Schwierigkeiten in der Rechtschreibung oder im Lesen auf eine geminderte Intelligenz eines Kindes zurückzuführen ist. Die Durchführungsdauer beträgt auch hierbei weniger als eine Stunde. Die Tests kosten jeweils um die 1.500 Euro und sind auf testzentrale de zu erwerben.
Ich denke, dass die Anschaffung dieser genannten Tests eine gute Anschaffung für die Erziehungsberatungsstelle in Recklingkirchen zur diagnostischen Abklärung einer Legasthenie im Grundschulalter sein wird. 

Annie:  Kinder haben Probleme im Lesen und Schreiben in der Schule

 Legasthenie: Diskrepanz zwischen Intelligenz und Leserechtschreibleistung

 Altersgruppe: Grundschulalter (viele Schüler mit Migrationshintergrund – etwa die Hälfte sind bilingual)

Intelligenztests:

  • https://www.testzentrale de  SON-R 2½-7 Non-verbaler Intelligenztest für 1561 €
  • Verfahren eignet sich neben der allgemeinen Intelligenzdiagnostik vor allem für Kinder, die nicht Deutsch als Muttersprache beherrschen.
  • Testverfahren ist in englischer, dänischer, französischer, niederländischer, portugiesischer, rumänischer, slowakischer und tschechischer Sprache lieferbar
  • Zwischen 40 und 60 Minuten. Bei den jüngeren Kindern ist die Bearbeitungsdauer kürzer.
  • https://www.testzentrale de   SON-R 6-40 Non-verbaler Intelligenztest für 1529 €
  • Anwendung bietet sich bei Kindern an, die die Sprache des Untersuchers nicht oder nur unzureichend beherrschen.
  • Dauer: 50 Minuten
  • https://www.testzentrale de  SB5 Stanford-Binet Intelligence Scales – Fifth Edition für 1028 €
  • es zeigen sich für bestimmte Personengruppen (z.B. fremdsprachigem Hintergrund, Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten) erwartungskonforme Intelligenzprofile. Die Materialien sind auch für Kinder ansprechend gestaltet.
  • IQ-Screening ca. 15-20 Minuten, Nonverbaler IQ ca. 40-60 Minuten, Verbaler IQ ca. 40-60 Minuten, Gesamt-IQ ca. 80-120 Minuten

Lese-Rechtschreibtests:

  • k2-verlag de  SLRT-II – Lese- und Rechtschreibtest für 104 €
  • testzentrale de/  LRS-Screening Laute, Reime, Sprache – Würzburger Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten für 360 €
  • k2-verlag de  BISC Screening zur Früherkennung von LRS für 230 €
  • Der Nachteil dieser Testverfahren ist, dass diese nur auf Deutsch sind. Es könnte für die bilingualen Kindern möglicherweise zu Verständnisschwierigkeiten kommen, wenn sie z.B. deutsche Wörter nicht kennen.


Mariza schreibt: Mögliche diagnostische Instrumente für Kinder im Grundschulalter, um Legasthenie zu diagnostizieren (Viele Kinder wachsen bilingual auf).

Legasthenie: Diskrepanz zwischen Intelligenz und Lese- Rechtschreibleistung

Um möglichst passgenau die Kinder testen zu können, empfehle ich folgende Test anzuschaffen. Somit ist man bei der Testung breiter aufgestellt und kann auf die individuellen Ausgangslagen der Kinder besser eingehen.

Intelligenztests:

  • AID 3
    https://www.testzentrale.de/shop/adaptives-intelligenz-diagnostikum-3.html
    Zielgruppe: Kinder im Alter von 6,0-15,11 Jahren
    Kosten: 1.290€
  • THINK 1-4
    https://www.testzentrale.de/shop/test-zur-erfassung-der-intelligenz-im-grundschulalter.html
    Zielgruppe: Kinder der ersten bis vierten Grundschulklasse
    Kosten: 243€

Non-verbale Intelligenztests:

  • SON-R 2 ½-7
    testzentrale de
    Zielgruppe: Kinder im Alter von 2,6-7,11 Jahren, für die Testung von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen, Hörbeeinträchtigungen oder Intelligenzminderungen sowie von Kindern, die nicht Deutsch als Muttersprache beherrschen
    Kosten: 1.561€
  • SON-R 5½-17
    testzentrale de
    Zielgruppe: Kinder und Jugendliche im Alter von 5,6-17 Jahren, die in der verbalen Kommunikation behindert sind (z.B. gehörlose und schwerhörige Kinder) oder für ausländische Kinder, in deren Herkunftsfamilie nicht Deutsch gesprochen wird

Kosten: Der Test ist aktuell nicht bestellbar und wird schätzungsweise um die 1.500€ liegen

Lese- Rechtschreibtests:

  • DRT 1
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Ende der 1. Anfang der 2. Klasse
    Kosten: 87€
  • DRT 2
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Ende der 2. Anfang der 3. Klasse
    Kosten: 81€
  • DRT 3
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Ende der 3. Anfang der 4. Klasse
    Kosten: 81€
  • DRT 4
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Okt.-Jan. der 4. Klasse

Kosten: 86€

  • HSP 1-10

    Einsatzbereich: Mitte der 1. bis Ende der 10. Klasse

Mariza schreibt: Mögliche diagnostische Instrumente für Kinder im Grundschulalter, um Legasthenie zu diagnostizieren (Viele Kinder wachsen bilingual auf).

Legasthenie: Diskrepanz zwischen Intelligenz und Lese- Rechtschreibleistung

Um möglichst passgenau die Kinder testen zu können, empfehle ich folgende Test anzuschaffen. Somit ist man bei der Testung breiter aufgestellt und kann auf die individuellen Ausgangslagen der Kinder besser eingehen.

Intelligenztests:

  • AID 3 testzentrale de
    Zielgruppe: Kinder im Alter von 6,0-15,11 Jahren
    Kosten: 1.290€
  • THINK 1-4
    testzentrale de
    Zielgruppe: Kinder der ersten bis vierten Grundschulklasse
    Kosten: 243€

Non-verbale Intelligenztests:

  • SON-R 2 ½-7
    testzentrale de
    Zielgruppe: Kinder im Alter von 2,6-7,11 Jahren, für die Testung von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen, Hörbeeinträchtigungen oder Intelligenzminderungen sowie von Kindern, die nicht Deutsch als Muttersprache beherrschen
    Kosten: 1.561€
  • SON-R 5½-7
    testzentrale de
    Zielgruppe: Kinder und Jugendliche im Alter von 5,6-17 Jahren, die in der verbalen Kommunikation behindert sind (z.B. gehörlose und schwerhörige Kinder) oder für ausländische Kinder, in deren Herkunftsfamilie nicht Deutsch gesprochen wird

Kosten: Der Test ist aktuell nicht bestellbar und wird schätzungsweise um die 1.500€ liegen

Lese- Rechtschreibtests:

  • DRT 1
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Ende der 1. Anfang der 2. Klasse
    Kosten: 87€
  • DRT 2
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Ende der 2. Anfang der 3. Klasse
    Kosten: 81€
  • DRT 3
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Ende der 3. Anfang der 4. Klasse
    Kosten: 81€
  • DRT 4
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Okt.-Jan. der 4. Klasse. Kosten: 86€
  • HSP 1-10
    testzentrale de
    Einsatzbereich: Mitte der 1. bis Ende der 10. Klasse. Kosten: 279,24€

ChuFu schreibt:

Bei meiner Recherche ist mir als erstes aufgefallen, dass für eine Diagnose interdisziplinär gearbeitet werden sollte. Es sollte die psychische Verfassung des Kindes geklärt werden (z.B. Schulangst) ebenso wie organische Ursachen ausgeschlossen werden (Seh-/Hörstörungen, Hirn-Schädel-Trauma, evtl. Epilepsie). neurologen-und-psychiater-im-netz org/kinder-jugend-psychiatrie/erkrankungen/lese-rechtschreibstoerung-legasthenie/diagnostik/)
Ich habe aus der Liste an diagnostischen Instrumenten von folgendem Link verschiedene Tests ausgewählt: .kjp.med.uni-muenchen de/download/TestverfahrenzurDiagnostik1.pdf. Hier werden Rechtschreibtests, Lesetests und Intelligenztests übersichtlich vorgestellt und deren Validität, Reliabilität und Normierung dargestellt. Aus dieser Liste würde ich mich für die Rechtschreibtests DRT 2-4, die Lesetests SLRT und KNUSPEL-L und einen Intelligenztest mit sprachfreiem Teil (HAWIK-III: Handlungs-IQ) entscheiden. Ich gehe aber davon aus, dass die Erziehungsberatungsstelle bereits über Material zu Intelligenztests verfügt.
In meiner weiteren Recherche habe ich festgestellt, dass es von dem Test SLRT eine zweite weiterentwickelte Form gibt, welcher für mich für den Lesetest in Frage kommt, ebenso wie der Lesetest ELFE II. legasthenietherapie-info de/lesetest.html
Auf der Seite testzentrale de habe ich mich nach den Preisen für die verschiedenen Tests informiert.
DRT 2 und 3 kosten je 81€ in vollem Umfang und DRT4 kostet 86€. SLRT II kostet 111€ und ELFE II 145€ mit Zubehör. Von ELFE II ist allerdings auch eine digitale Version erhältlich, welche je nach Vorraussetzungen in der Erziehungsberatungsstelle bestellt werden können. Hier würde ich die Version mit Manual inkl. Instruktionskarte und USB-Stick für 200€ bestellen oder die Version mit den Lesespielen für 242€. Der Lesetest könnte dann je nach Budget und digitalen Vorraussetzungen ausgewählt werden. Dies sind meine Rechercheergebnisse.

Ich habe dazu erstmal noch eine kleine Ergänzung: Sie haben in der Aufgabenstellung auch Kinder mit Migrationshintergrund erwähnt und ich habe lange nach Tests gesucht, bei denen dies erwähnt oder berücksichtigt wird. Ich habe da einen Zusatz für den ELFE II Test gefunden, welcher für 19€ erworben werden kann k2-verlag de/vde/lernmittel/testmaterial-ratgeber-downloads/tests/lesen-lrs/elfe-ii-normen-fur-kinder-mit-migrationshintergrund.html). Von daher macht es wahrscheinlich Sinn diesen als Lesetest zu kaufen.

 anmuh: Anschaffungsempfehlung für die Erziehungsberatungsstelle Recklingkirchen

Zu Beginn meiner Aufgabe, habe ich im ICD-10 nachgelesen, was die Legasthenie definiert (Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien, Preis: 36,86€). Wenn bei einem Menschen, eine Legasthenie vorliegt, hat dieser Schwierigkeiten im Bereich Lesen und Rechtschreibung. Laut ICD-10 wird in zwei verschiedene Klassifikationen unterschieden, die F81.0 – Lese- und Rechtschreibstörung, diese zeichnet sich durch eine Beeinträchtigung der Lesefähigkeiten aus, und die F81.1 – Isolierte Rechtschreibstörung, hier hat der Mensch Probleme beim Buchstabieren und der akkuraten Wortschreibung. Nach weiterer Recherche im Internet, welche Testverfahren für Grundschulkinder geeignet sind, bin ich auf den ZLT-II – Zürcher Lesetest gestoßen (Preis: 113,42€, erhältlich bei spielundlern de). Dieser Test ist von Klasse 1.-8. und kann die Lesefertigkeit eines Kindes in sieben Untertests bestimmen. Dann bin ich auf den DRT-Test gestoßen, welcher die Rechtschreibung testet (www.testzentrale.de), diesen gibt es von Klasse 1.-4. (1. Klasse= 87€, 2. Klasse= 81€, 3.Klasse= 112€, 4. Klasse= 112€). Daraufhin habe ich mich informiert, mit welchen Mitteln, man Grundschulkinder mit Legasthenie unterstützen kann. Dabei bin ich auf die Internetseite „K2 Verlag Lernmittel Therapiemittel“ gestoßen (www.k2-verlag de), dies ist ein Anbieter, welcher verschiedene Fördermaterialen verkauft, unter anderem Lesehilfen und Rechtschreibförderungs- Materialien. Ein Beispiel für Materialen zur Leseunterstützung und Rechtschreibförderung sind das Lesefenster (17,50€), das Leselineal (9,90€), Linienhalter (19,80€), Doppolino Rechtschreibspiele (12,90€), Wortbaustein UNO (48,64€) und noch viele weitere Rechtschreibübungshefte.

Floyd schreibt im Folgenden meine Ergebnisse der Recherche:
Im Internet kursieren viele Websites die kostenlose Legasthenie- bzw. LRS-Test zum digitalen Download anbieten.Auf der Website www.schlaudino com/info/legastheniespiele-zum-herunterladen-und-ausdrucken.php bspw. werden einige Dateien zum freien Download angeboten. Diese zielen auf das Trainieren der LR-Kompetenz ab.Des Weiteren gibt es einige „Sets“ sowohl für den privaten als auch den schulischen Gebrauch. Diese sind nach Alter/Schulstufen gestaffelt und kosten je nach Stufe und Umfang 50-120€. Diese stehen dann ebenfalls zum digitalen Download bereit. 

spielundlern de/index.php/cPath/862_6924_6970 bietet einige Diagnostikinstrumente zur LRS.Eine kurze Auswahl:
LRS Früherkennung (Protokollbögen 19,37€; Komplettes Screening Tool 236,47€)
– Hamburger Leseprobe 54€
Rechtschreibtest 1-6. Klasse 118,77€
– Grundworschatz und Segmentierunstraining 4-8. Klasse 258,94€

Viele Buchhandlungen bieten ebenso Lern-und Übungsmaterialen an. So bieten unter anderem Weltbild und bücher de „Legasthenie leichter meistern“ für jeweils 18€ an.
Da viele Instrumente eher auf Rechtschreibung abzielen; somit also auf schriftbasis funktionieren, könnte es bei einigen Aufgaben zu Schwierigkeiten für Schüler mit Migrationshintergrund kommen

Zu Literatur bezüglich Legasthenie bin ich in der Universitätsbücherei Bochum durchaus fündig geworden. Es gibt viele Monographien zum Thema. Unteranderem:
„Legasthenie – LRS : Modelle, Diagnose, Therapie und Förderung ; mit 100 Übungsfragen“ – Klicpera, Christian. München [u.a.] Reinhardt 2013.Zu Legasthenie in Verbindung mit Migration gab es ebenfalls Material; dies aber nur über das eigene Rechnernetz der RUB einsehbar.
www.grin com/document/189165, einer freien Website zur Verbreitung von wissenschaftlichen Arbeiten habe ich „Lese-Rechtschreibstörung – Im Fokus: Migrantenkinder und deren Schwierigkeiten“ eine Seminararbeit aus dem Bereich  Pädagogik, Sprachwissenschaften gefunden. 13€ eBook /15€ gebundene Fassung

Sprosse schreibt: auf Grund der Tatsache das sich mehrere Eltern von Kindern mit einer Lese-, Rechtschreibschwäche bei uns gemeldet haben und wir noch Gelder für das Jahr übrighaben, würde ich Ihnen gerne Kaufempfehlungen für verschiedene diagnostische Instrumente zukommen lassen, die Legasthenie bei Grundschulkinder fürhzeitig erkennen lässt.
Zunächst würde ich den SLRT-II Lese-, Rechtschreibtest für 118,77€ empfehlen. Mit dem Test ist es möglich eine differenzierte Diagnose von Schwächen im Schriftspracherwerb zu erstellen. Er kann bei Kindern von der ersten bis zur sechsten Klasse angewendet werden. Bestellen können Sie den Test im Internet auf der Seite testzentrale de.
Desweiteren dient der DERET 1-2, Deutscher Rechtschreibtest für das erste und zweite Schuljahr und der DERET 3-4, für das dritte und vierte Schuljahr zur Diagnostik einer Legasthenie. Auch dieses
Testverfahren kann auf der Seite testzentrale de für jeweils 112,00€ erworben werden.
Zuletzt möchte ich Sie auf die Website legakids de aufmerksam machen. Hier ist es möglich verschiedene Lernmaterialien für Kinder mit einer Lese-, Rechtschreibschwäche herunterzuladen und auszudrucken. Die Lernmaterialien sind einfach gehalten, so dass auch Bilinguale Kinder sie bearbeiten können.
Mit den verschiedenen Testverfahren wird es möglich sein, Kinder die Probleme mit einer Lese-, Rechtschreibschwäche haben, schneller zu erkennen. Außerdem können mit den Tests direkt individuelle Förderpläne für die Kinder erstellt werden. Aus diesen Gründen würde ich Ihnen die Käufe sehr empfehlen!

Gummibär3 schreibt: Bei meiner Recherche bin ich auf ein Forum für Lehrer gestoßen, in dem sich über die Thematik LRS und dessen Testung besprochen wurde. Häufig wurde die Testung SLS und HSP genannt. Bei der SLS handelt es sich um eine Testmöglichkeit, zur basalen Lesefertigkeit. Die HSP ist die Hamburger – Schreib- Probe, bei der die Rechtschreibung von verschiedenen Stufen testet. Beide Testungen sind ausschließlich für den Schulgebrauch und beinhält keine separate Testung für Kinder mit Migrationshintergrund. Insgesamt war die Suche nach LRS Testung für Menschen die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, schwierig. Der K2 Verlag bietet ein Test Packet, das ELFE 2, für die Schulklassen aber auch für die Anwendung für Einzel Testungen und kann somit von Pädagogen außerhalb der Schule angewandt werden. Das Paket kostet ca. 154,00 Euro und für weitere 19,00 Euro kann ein Zusatzheft erworben werden, dass sich auf die Testung von Kindern mit Migrationshintergrund bezieht. In dem Heft wird berücksichtig, dass die Kinder kaum oder kein Deutsch sprechen. Die Zielgruppe bei ELFE 2 ist die 1 bis 4 Klasse. 
Durch die individuelle Anwendung und das Zusatzheft würde ich der Erziehungsberatungsstelle das ELFE 2 Paket empfehlen. Auch bei Fördermöglichkeiten wurden hauptsächlich Materialen beworben, die sich auf den Schulalltag bezieht und Kinder, die keine deutsch Kenntnisse besitzen nicht berücksichtig.
Bei meiner Recherche nach Fördermaterialen würde ich einzig  bei der Internetseite legakids net/eltern-lehrer/lernmaterialien/weitere-materialien fündig. Diese empfiehlt Material für die Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund. Der Mildenberger Verlag bietet verschiedene Übungsheft für Kinder im Grundschulalter an. Die Hefte,, Anschluss finden Deutsch‘‘ ,  ,,Willkommen in Deutschland‘‘ und ,,Inaigo‘‘ Die Kosten für die Anschaffung belaufen sich bei allen Exemplaren bei ca. 15,00 Euro.
Da die Materialien sich auf Kinder im Grundschulalter beziehen, empfand ich die ,,Story Box‘‘ von Backwinkel als angebracht. Diese wurde mir mehrfach bei der Suche nac Fördermaterialien angezeigt. In der Produktbeschreibung steht:,, Jede transparente Box ist gefüllt mit kleinen Gegenständen oder Figuren zu einer bestimmten Thematik. Ihre Schüler erforschen die Boxen. Wie von selbst werden die einzelnen Gegenstände benannt und kleine Geschichten erzählt.
Die 20 Boxen bieten verschiedenste Sprechanreize, die auch den sprachschwachen Kindern eine kreative Ebene bieten.‘‘ https://www.backwinkel de/story-box-mit-themenboxen.html

Mausi21 schreibt: Nach meiner Recherche im Bezug auf das Suchen und Finden von diagnostischen Instrumenten, um Legasthenie diagnostizieren zu können, las ich des Öfteren, dass die Diagnose von Ärzten, Psychologen oder Psychiatern durch Tests durchgeführt wird.

Lediglich im Bereich der Förderung traf ich unter anderem auf die technische Förderung durch den Anybook Audiostift, ein digitaler Vorlesestift. Dieser ist mit leichter Sprache ausgestattet und für Grundschulkinder geeignet.

Die leichte Sprache des Anybook Audiostifts ist hier besonders hilfreich für Kinder, die bilingual aufwuchsen und einen Migrationshintergrund haben.

Den Stift kann man auf www.webshoparea de/anybook für 87,63€ erwerben. Das passende Zubehör (Etui, Umhängeband und Prallschutz) kann man zusätzlich auf www.webshoparea de/deatil/index/aArticle/190 für 29,15€ erwerben.

Im Fall der Erziehungsberatungsstelle Recklingkirchen würde ich einen Vorschlag machen den Anybook Audiostift inklusive des Zubehörs 10x zu kaufen, um diesen zunächst zu testen.

Man wäre dann bei einem Endpreis von: 1.167,8€.

Ebenfalls bin ich auf die Galonska LRS-Box getroffen.

Die Box ist für die Klassen 2-6 geeignet und es können ein bis vier Spieler teilnehmen.

Die LRS-Box kann man auf https://www.prolog-shop de/shop/kindliche-sprachentwicklung-und-sprachentwicklungsstoerungen/lesenschreibenrechnen/schriftspracherwerblrs/6160/galonska-lrs-box für 68,14€ erwerben.

WizzardLizzard: Als Legasthenie wird die verminderte Fähigkeit zum Lesen und Schreiben betitelt, welche auch als Lese- Rechtschreibstörung bekannt ist.  Diese Minderung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Betroffene weniger Intelligent ist als andere. Nach dem ICD 10 (Internationale statische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) wird zwischen einer Lese- und Rechtschreibstörung (F81.0) und der isolierten Rechtschreibung (F81.1) unterschieden. Das Hauptmerkmal ist die Beeinträchtigung der Lesefähifkeit.

Diagnostische Instrumente: 

  • Standardisierte Rechtschreibtests

Diese Tests werden nach neusten Erkenntnissen der LRS-Forschung angepasst

(https://www.rechtschreibtest.de)

  • LRS-Screening

Laute, Reime, Sprache – Würzburger Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten 360,00€

  • frühe schriftsprachliche Fähigkeiten und linguistische Kompetenzen 
  • frühe schriftsprachliche Fähigkeiten werden anhand von zehn Untertests erfasst, welche in Skalenwerten gebildet werden 
  • linguistische Kompetenzen an vier Untertests 
  • interne Konsistenz (Omega total = .96)
  • Dauer: ca. 25min

(https://www.testzentrale de …)

  • SON-R 2 ½-7 1561,00€
  • sprachfreier Intelligenztest für Kinder von 2-6 und 7-11 Jahren
  • eignet sich für Intelligenzdiagnostik besonders bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen, Hörbeeinträchtigungen oder Intelligenzminderungen, sowie Kinder mit nicht Deutsch als Muttersprache
  • Bereiche: visumotorische und perzeptive Fähigkeiten, räumliches Verständnis, Erkennen von Ordnungsprinzipien, Fähigkeit zum abstrakten und konkreten Denken
  • sechs Untertests: Mosaike, Kategorien, Puzzles, Analogien, Situationen, Zeichenmuster (SON-IQ)
  • Referenzalter eines Kindes kann bestimmt werden
  • Besonderheiten: in mehreren Sprachen verfügbar
  • Dauer: ca. 40-60min

(https://www.testzentrale de …)


Kommentar Mand an alle Teilnehmer/*innen des Seminars :

Ich verstehe, wenn Teilnehmer/*innen des Seminars alle möglichen Websites vorschlagen. Der Markt ist tatsächlich groß. Das Problem: Da ist auch viel Unfug dabei.

Eine Recherche mit Google oder anderen personalisierten Suchmaschinen verschafft ja bekanntlich keinen seriösen Überblick. Sondern Google verwendet Ihre Suchen, Ihre Käufe und Ihre Besuche auf mit Google kooperierenden Homepages der letzten Jahre, um Ihnen das vorzuschlagen, was vermutlich Ihren Interessen und Neigungen entspricht. Und natürlich ist das so, dass die Verkäufer ihre Bücher, Testverfahren und Fördermaterialien freundlich beschreiben. Denn die wollen die ja an Sie verkaufen. Und einige Akteure haben vermutlich sogar Geld bezahlt, damit Sie auf deren Links klicken, und ihren Kram kaufen. Wenn Sie z. B. bislang im Internet Dinge getan haben, die Menschen tun, die anfällig sind für Außenseitermethoden, dann zeigt Ihnen Google Außenseitermethoden an. Das ist also ein echtes Problem.

Was ist das richtige Vorgehen? Ich würde die unter pubpsych de zusammengefassten Fachdatenbanken nutzen, wenn ich einen seriösen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Diskussion oder über Testverfahren in Sachen Legasthenie haben will. Denn pubpsych verwendet u.a. den psyndex. Und der Psyndex ist die deutschsprachige Standardfachdatenbank für alle psychologischen Fragen. Ich weiß, das sind keine Volltextdatenbanken. Aber seriöse Zeitschriften haben Ihren Preis.

Wenn Sie Medizinische Positionen interessieren empfehle ich pubmed (pubmed.ncbi.nlm.nih gov/advanced/). Ist englischsprachig. Aber – anders als pubpsych finden Sie hier eine Vielzahl von kostenfreien Texten.

Wenn Sie sich dafür interessieren sollten, wie das funktioniert mit der Datenbankrecherche, dann empfehle ich Ihnen die podcasts und Materialien von Forschung über Inklusion (auf dieser Homepage; vor allem: podcast 4 und 6). Und hier finden Sie auch Informationen über die hier empfohlenen Testverfahren, die über die Werbesprüche der Verkäufer hinaus gehen.

Apfle123: Da ich selber in der Grundschule mit LRS Diagnostiziert wurde und immer starke Probleme mit dem flüssigen Lesen oder der richtigen Rechtschreibung oder Grammatik hatte, hat mich persönlich zuerst der unterschied einer Legasthenie und der häufig verwendeten Abkürzung LRS für mich, die Lese-Rechtschreibschwäche, interessiert.
Dadurch stieß ich zu Anfang auf die Internetseite I.D.L (Institut für Diagnostik und Lerntraining) auf der Beschrieben wird, dass zur Diagnose einer Legasthenie umfangreiche test durchgeführt werden müssten. Dazu gehören Test zur Überprüfung der Lese- und Rechtschreibleistung, sowie auch ein Intelligenztest. 
Auf der Internetseite Neurologen und Psychiater im Netz beschreibt, dass die Diagnose nach einem bestimmten multiaxialen Diagnoseschema mit 6 Achsen mögliche wäre. Die 6 Achsen beinhalten alle verschiedene Aspekte:

  • Achse 1: Liegt eine psychische Erkrankung vor? 
  • Achse 2: Liegt eine umschriebene Entwicklungsstörung vor?
  • Achse 3: Wie hoch ist das Intelligenzniveau? 
  • Achse 4: Liegen nicht-psychische Erkrankungen vor? 
  • Achse 5: Gibt es aktuelle abnorme psychosoziale Umstände? 
  • Achse 6: Einschätzung, wie gut die psychosozialen Anpassung aktuell gelingt; Einschätzung wie sehr die Störung das Leben des Kindes beeinflusst.

Im Gespräch sollen die Psychiater den Entwicklungsstand des Kindes ermitteln in Bezug auf die schulischen Fertigkeiten.Eine erblich veranlagte Legasthenie soll ausgeschlossen werden. Von der Schule wird ein Bericht verlangt in dem festgehalten wird wie weit der Leistungsstand zur Lernentwicklung ist. 

 Anhand verschiedener standardisierter Testverfahren überprüft der Facharzt dann das Lesetempo, die Lesefehler und das Leseverständnis, das phonologische Bewusstsein sowie die Rechtschreibung. Weiter führt er einen Intelligenztest sowie Verfahren, die u.a. zur Erkennung einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung oder depressive Episoden oder einer Angststörung geeignet sind, durch. 

Wichtig ist es zudem, organische Gründe für die Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben wie z.B. Seh- und Hörstörung oder eine Epilepsie, als Ursache auszuschließen. Auch eine allgemeine Einschränkung der Lernfähigkeit, z.B. als Folge eines Hirn-Schädel-Traumas oder aufgrund einer verminderten Intelligenz, muss von einer Legasthenie abgegrenzt werden.
Aus allem was ich noch zu dem Thema gelesen habe würde ich mich nicht spezielle auf eine Art der Diagnostik festlegen, da keine genaue Art beschrieben wird.Feste Bestandteile der Diagnostik von Legasthenie sind auf jeden Fall Test zur Überprüfung der Lese- sowie auch Rechtschreibkenntnisse in allen Formen und ein Intelligenztest, der durchgeführt wird um den IQ und somit Die Interligenz des Kindes Zu bestimmen. 

(02) Normierung

In der zweiten Lehreinheit geht es darum, wie Vergleichswerte für Testverfahren entwickelt werden.

Über die Bewertung von Normierungsstichproben

Gänseblümchen: Ich fand es ziemlich schwierig, ein Beispiel für eine gute und eine schlechte Stichprobe zu finden – dementsprechend bin ich mir nicht sicher was mein Ergebnis betrifft.Es hören sich fast alle Beschreibungen der Erhebungen in meinen Augen „gut an“, was aber sicherlich nicht der Fall sein wird.Ein Beispiel für eine gute Stichprobe wäre, glaube ich, die Untersuchung zur „Bewegungserziehung in NRW – ErzieherInnenorientierungen im Vergleich „. Es handelt sich um eine Totalerhebung mit n= 41, einer Vergleichsgruppe und einer relativ hohen Rücklaufquote. Ein Beispiel für eine schlechte Stichprobe konnte ich nach langer Recherche einfach nicht finden bzw. habe ich keine als solche erkannt.

Kommentar Mand: Das Problem an der Studie ist wohl der Stichprobenumfang. 41 sind wirklich nicht viel. Genauere Aussagen sind so sicher nicht möglich.

IngoFlaming: Guten Morgen Herr Mand,

wie von Ihnen empfohlen habe ich meine Recherche auf der Seite fis-bildung de bezogen. Unter dem Stichpunkt Studie mit Stichprobe kamen viele Treffer. Ich fand es schwer, eine gute und eine schlechte Studie zu finden. Denn dafür muss man die Studien kaufen, um zu bemerken wie die Studie sich wirklich verhält. Das finde ich nicht so gut, da man eventuell Geld für etwas ausgibt, was einen nicht weiter bringt. Es gibt wohl kleine Inhaltsangaben, diese sind aber bestimmt positiv geschrieben, damit man die Studie kauft. Einen kleinen Einblick in die Studie wäre da ratsamer.Dennoch habe ich mir mühe gegeben und glaube das die Studie „Bildungdssprachliche Mittel. Eine Analyse von Schülertexten aus dem Sachunterricht der Primarstufe“ von Fornol, Sarah L. ganz gut wirkt. Es werden da 474 Texte von Schüler*innen untersucht. Der Wert liegt hier bei n=28.

Dann habe ich noch eine Studie gefunden, wo das Ergebnis von zwei Studien verglichen wird. Die Studie lautet „ Personalentwicklung in Kindertageseinrichtungen: Maßnahmen und Strategien von Trägern und Einrichtungen. Ergebnisse zweier empirischer Studien“ von Geiger, Kristina und Strehmel, Petra.

Kommentar Mand: Es ist unter Corona-Bedingungen vollkommen legitim, auf kostenpflichtige Angebote zu verzichten – zumindest gilt das für alle meine Seminare und auch für die von mir betreuten Abschlussarbeiten. Dass Verlage für die Publikation von wissenschaftlichen Texten Geld nehmen dürfen, ist allerdings nicht ganz unbedeutend für den Wissenschaftlichen Fortschritt. Denn Verlage investieren nur ungern in schlechte Texte – zumindest dann, wenn Sie von den Autor*innen kein Geld nehmen (sogenannte Druckkostenzuschüsse). Ein guter Verlag oder eine gute Zeitschrift ist also ein Hinweis auf hohe Qualität. Wenn alle alles umsonst veröffentlichen müssen, dürfte es ungeübten Zeitgenossen es noch schwerer fallen, Fakewissenschaften & Bullshit von guter Literatur zu unterscheiden.

Die Studie von Fornol drückt sich ziemlich kompliziert aus, wenn es darum geht, zu beschreiben, wie viele Aufsätze von Schulkindern in ihre Untersuchung eingehen. Entscheidend ist: Da steht nichts von Zufallsstichprobe oder Repräsentativität. Die Studie mixt ja Methoden der quantitativen & qualitativen Forschung. Aber nach Maßstäben der quantitativen Forschung ist das also keine besonders beeindruckende Studie. Die quantitative Studie von Geiger et al hat wohl ein ziemliches Rücklaufproblem. Auch nicht besonders beeindruckend.

ChFu: Bei meiner Suche nach Studien bin ich zu erst auf eine gute Stichprobe gestoßen. Der Titel lautet „Interprofessionelle Kooperation zwischen Lehrpersonen und Schulsozialarbeit – Die Rolle der subjektiven sozialen Belastung bei Lehrpersonen“ und diese Studie wurde von Ambord, Simone; Hostettler, Ueli; Brunner, Monique und Pfiffner, Reger verfasst. Hier ist der Wert n=1889.Für diese Studie habe ich mich entschieden, da sie eine hohe Anzahl an Teilnehmenden aufweist. Das Ergebnis dieser Studie war, dass ein „signifikanter Zusammenhang besteht zwischen der subjektiven sozialen Belastung der Lehrpersonen sowie der Funktion der Lehrpersonen und der Häufigkeit der Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit“. Ich denke, dass der Wert repräsentativ ist, da für dieses Ergebnis keine komplizierten Schichtungen notwendig sind und eine „einfache“ Untersuchung ausreicht. 

Eine wenig repräsentative Stichprobe habe ich unter dem Titel „Feedback mit eigenen Augen: Mobiles Eyetracking in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung“ entdeckt. Diese wurde von Cortnia, Kai S.; Müller, Katharina; Häusler, Janina; Stürmer, Kathleen; Seidel, Tina und Miller, Kevin F. durchgeführt. Hier gab es lediglich 23 Teilnehmende.Für diese Studie habe ich mich entschieden, da die Teilnehmeranzahl sehr niedrig ist. Hier wurde versucht, den visuelles Fokus der Lehrkräfte im Unterrichtsverlauf videographisch festzuhalten. Diese haben im Anschluss ihr Video kommentiert und das Ergebnis war, dass im Vergleich zu normalem Videofeedback ein höherer Bezug auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler lag. Aufgrund der Teilnehmerzahl ist diese Studie nur ein Anstoß und es könnten repräsentativere Studien folgen, welche den Nutzen dieser Art des Feedbacks im Vergleich zu normalen Videoaufnahmen für die Reflexion von Unterricht hat.

Anmerkung Mand: Die Analyse kann ich gut nachvollziehen. Allerdings halte ich den Rücklauf von knapp 54 % für einen kleinen Makel. Keine Ahnung welche Schweizer*innen es vorgezogen haben, nicht an der Untersuchung teilzunehmen.

Lotta052: Ich persönlich empfand es als sehr schwierig Studien mit wirklich guten Stichproben zu finden. Ein Beispiel, dass ich annähernd als gut empfinde ist die Studie zur Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen in kindheitspädagogischen Studiengängen von Müller Margaretha, Geiger Steffen, Schmidt-Hertha Bernhard und Fass Stefan.Die Stichprobe ist zwar mit N=28 sehr klein, allerdings ensteht die Größe aus einer Totalerhebung, also der Befragung aller Hochschulen eines bestimmten Studienganges. 
Als schlechtes Beispiel wähle ich die Studie „Der Einsatz des Youth Self Report (YSR/11-18) bei Heranwachsenden. Eine
faktorenanalytische Betrachtung im Kontext der Beruflichen Bildung“ von Holtmann, Sophie Clara; Kranert, Hans-Walter; Stein, Roland. Diese Studie hat zwar mit N=463 eine vergleichsweise große Stichprobe (trotzdem noch zu klein für das was erforscht werden soll), allerdings wurden die Teilnehmenden nicht zufällig ausgewählt, sondern Interessierte mussten sich bewerben.

Anmerkung Mand: Ich verstehe, dass die Aufgabe ungewohnt erscheint. Aber eigentlich sollten Sie unbedingt im Laufe Ihres Studiums zwischen guten und schlechten Studien unterscheiden lernen. Ohne diese Kulturtechnik sind Sie Manipulationsversuchen hilflos ausgesetzt. Und ich weiß auch, dass dieses Ziel in manchen Propädeutik-Veranstaltungen nicht 100prozentig im Fokus einiger Lehrenden steht.
Ihrer Argumentation bei der Bewertung der Studien kann ich nicht vollständig zustimmen. Eine Studie mit 28 Teilnehmern ist repräsentativ für diese 28 Teilnehmer/innen. Verallgemeinerungsfähige Aussagen sind nicht möglich.
Bei der Bewertung der YSR-Studie haben Sie eigentlich Recht. Ja: Ist nicht repräsentativ. Und ja: Als Normierungsstichprobe eigentlich zu klein. Aber Sie sollten berücksichtigen, dass in Normierungsstudien selten mit Zufallszahlen gearbeitet wird. Und es handelt sich ja um ein sehr weit verbreitetes Instrument, das nicht das erste Mal Gegenstand empirischer Studien wird.

Fabienne: Studie mit guter Stichprobe: „Gehst du Bahnhof oder bist du mit Auto?“ Wie aus einem sozialen Stil Berliner Umgangssprache wird: Eine Studie zur Ist-Situation an Berliner Schulen 2009 – 2010 von Diana Marossek, M.A.
Ziel: Abbild des Sprachgebrauchs an Berliner Schulen
Methode: Liste mit alle in Frage kommenden Schulen (Schultypen: Haupt-, Real-, Gesamtschule und Gymnasium); Schulen einzeln angeschrieben; In Stadtteilen, in denen es keine Freiwilligen gab, erneut Schulen kontaktiert, bis die Stichprobengröße samt Typenverteilung stimmte
 Gut, weil: Alle Schulleitungen hatten die Möglichkeit an der Studie teilzunehmen, keine weiterführende Schulform wurde ausgeschlossen. Es wurde darauf geachtet, dass möglichst alle Stadtteile teilnehmen und die Verteilung stimmig ist.

Studie mit schlechter Stichprobe: Akzeptanz und Umsetzung der Famulatur Allgemeinmedizin Eine qualitativ-quantitative Bestandsaufnahme unter Studierenden und Hausärzten von Kirsten Gottlob
Ziel: Hausärzte aus dem Raum Tübingen, Reutlingen und Rottenburg, die von der KV gelistet sind, erfassen
Methode: Arztsuche der KV BaWü als Grundlage, jeder 5. Arzt der Auflistung kontaktiert, zur Nachrekrutierung jeder zweite der Auflistung (76 kontaktiert, 17 Interesse)
Nicht gut, weil: Die Ärzte wurden nicht komplett zufällig ausgewählt. Die Ärzte wurden anhand einer vorgegebenen Zahl ausgewählt sowohl im Haupt-, als auch in Nachrückverfahren.
 Desweitern bin ich unsicher, ob die Größe der Gruppe der Befragten ausreichend ist.

Kommentar Mand: Ich stimme zu, die Diss von Gottlob ist wirklich ein wenig dünn. Das Problem liegt aber u.a. auch am Stichprobenumfang. Die Studie von Marossek habe ich – zumindest auf den ersten Blick – nicht als kostenfreies pdf gefunden. Entsprechend kann ich nur fragen: Mit welchem Stichprobenumfang arbeitet die Studie? Wie viele Schüler besuchen Schulen, die sich nicht an der Stichprobe beteiligen wollten (Rücklauf).

Chester 09: Ich fand es tatsächlich schwierig, eine gute bzw. schlechte Stichprobenstudie zu finden. Ich glaube jedoch, etwas gefunden zu haben. 
Und zwar bin ich auf eine Stichprobenstudie von Marlena Natalia Szczerba mit dem Titel „Bedingungen der Sprachentwicklung – Welche Rolle spielt dabei die soziale Kompetenz? Eine quantitative Analyse der Interdependenz von rezeptiven sprachlichen und sozialen Kompetenzen am Übergang in die Grundschule“ gestoßen. Ich fand diese deshalb gut, da Frau Szczerba deutlich dargestellt hat, was eine Stichprobenstudie bedeutet und wie diese durchgeführt wurde (vgl. S. 112-113). So wie es beschrieben wird, wurde bundesweit und mit mehreren Zufallsverfahren durchgeführt, um eine Bandbreite an verschiedenen Kindern im Übergang von Kindergarten zur Grundschule zu bekommen. Vielleicht irre ich mich auch, und es ist keine „gute“ Stichprobenstudie, aber durch die fundierten Aussagen und der detaillierten Beschreibung der stichprobenartigen Datenerhebung wirkt es auf mich wie eine gute. 
Bei einigen anderen Studien erschien es mir nicht so, dass auf die stichprobenartige Auswahl nicht detailliert bzw. gar nicht eingegangen wurde. 
Ein Beispiel für eine (nach meinem Empfinden) „schlechte“ Stichprobenstudie wäre die Studie von Ludger Wößmann, Philipp Lergetporer, Elisabeth Grewenig, Sarah Kersten und Katharina Werner „Denken Jugendliche anders über Bildungspolitik als Erwachsene?“. Dort wird bereits berichtet, dass sie Schwierigkeiten hatten, Jugendliche zur Teilnahme an der Studie zu finden, und deshalb gezielte Personen kontaktiert wurden zur Teilnahme daran. Zusätzlich schrieben sie noch Erwachsene ab einem Alter von 30 Jahren an, um zu befragen, ob sie Kinder in einem Alter zwischen 14 und 17 Jahren haben. Die Erwachsenen wurden wohl aus einer unabhängigen Bevölkerungsstichprobe entnommen, aber nur durch Zustimmung der Eltern durften diese erst mit den Jugendlichen in Kontakt treten, um sie zu befragen. Insgesamt wurden dann 1085 Jugendliche befragt (vgl. S. 32).
Ich kann mir natürlich vorstellen, dass es schwierig ist Jugendliche zu einer Teilnahme zu motivieren, jedoch hätte man vielleicht anonymere Wege finden können, um diese zu einer Befragung zu motivieren. Außerdem wird nicht klar das Verständnis einer Stichprobenstudie dargestellt, sodass man gar keine Einzelheiten erfährt. 

Kommentar Mand: Ich verstehe das, dass Ihnen die Bewertung von Stichproben schwer fällt. Aber das lernt man wirklich nur durch das Tun. Und hier sind Sie ja auf dem richtigen Weg. Wenn Sie das häufig tun, benötigen Sie nur wenige Minuten, dann können Sie die Bedeutung einer Studie einschätzen.
Bei der Diss von Szczerba (2018) liegen sie richtig. Das ist ein angemessenes Vorgehen.
Bei der Studie von Wößmann et al (2018) kann ich nicht genau beurteilen, in welchem Ausmaß Ihre Kritik zutrifft. Die Studie behauptet, repräsentativ zu sein und berichtet von einem einem angemessenen Erhebungsvorgehen. Dass sie (auch) Eltern befragen, um an Jugendliche zu gelangen, ist nicht das entscheidende Problem. Wenn die Elternstichprobe angemessen gezogen wurde und auch angemessen bei der Auswahl der Jugendlichen vorgegangen wurde (z. B. alle Jugendlichen befragen, zu denen eine Einwilligung vorliegt), dann ist das Vorgehen in Ordnung. Was die genau getan haben, sagen die aber nicht. Interessieren würde mich auch genauere Angaben zum Rücklauf. Und die finde ich nicht. Ifo ist allerdings ein seriöses Institut.

Mariza:

Aufgabe: Je ein Beispiel für eine gute und schlechte Stichprobe samt Begründung.
(Quelle:fis-bildung de) Titel: Die Nutzung von öffentlichen Spielplätzen und ihr Beitrag zur täglichen Bewegungsaktivität von Kindern im Grundschulalter.
Paralleltitel: The use of public playgrounds and its contribution to daily physical activity levels of children in primary school age. Mutz, Michael; Albrecht, Peggy; Müller, Johannes

N=150

Diese Studie arbeitet meiner Meinung nach mit einer „guten“ Stichprobe, da der befragte Personenkreis klar umrissen ist, in Form von Alter und Regionalität. Hinzu kommt, dass die Ergebnisse dieser Erhebung mit anderen Daten kombiniert werden, wie Aktivitätstagebüchern und Elternfragebögen, um ein repräsentatives Ergebnis liefern zu können.

Titel: Qualitative Metastudie zum Forschungsstand „Erwerbsminderungsrente“.
Mit besonderer Berücksichtigung der Arbeitsmarktintegration und Rückkehr ins Erwerbsleben.

Projektleiter: Hergesell, Jannis (Proj.leit.)

N=33.646

Diese Studie arbeitet meiner Meinung nach mit einer „schlechten“ Stichprobe. Zwar ist die Anzahl der Befragten sehr groß, doch in Relation mit der zu untersuchenden Gruppe, machen sie nur 20% aus, welches nicht unbedingt dafür spricht, dass die Ergebnisse als repräsentativ gelten können.

Kommentar Mand: Ich komme zu anderen Ergebnissen. Ich habe keinen kostenfreien Zugang zur Studie von Mutz et al (2020). Die Angaben im Abstrakt verweisen aber m. E. ziemlich deutlich auf eine anfallende Stichprobe. Regionale Stichprobe heiß vermutlich die haben sich irgendwelche Spielplätze irgendwo angeschaut. Eine Totalerhebung wäre: alle Spielplätze einer Region über den gesamten Öffnungszeitraum über eine nachvollziehbare Zeit von Tagen beobachten (sagen wir: Sommerferien). Eine Zufallsstichprobe könnte so aussehen, dass in per Zufallszahlen ausgewählten Spielplätzen 2 Stunden Beobachtungseinheiten aus der Summe aller Spielplätze einer Region ausgewählt wurden.

Bei Hergesell (2019) handelt es sich nicht um eine empirische Studie, sondern um eine bestimmte Form einer Übersichtsarbeit. Den Begriff „qualitativ“ verwendet der Autor wohl deshalb, weil die Literaturauswahl nicht nach nachvollziehbaren Kriterien durchgeführt wird. Der Stichprobenumfang kommt zustande, weil die Teilnehmer*innen der einbezogenen Studien addiert wurden. Dass ist zwar durchaus üblich. Aber nüchtern betrachtet eigentlich etwas irreführend. Denn es werden gute Stichproben und schlechte Stichproben addiert. Ihr Argument, dass sich die zu untersuchende Gruppe (die Grundgesamtheit wäre vermutlich der Fachbegriff) deutlich größer ausfalle, trägt dagegen nicht. Ob eine kleine, mittlere oder große Stichprobe vorliegt, hängt vor allem von der absoluten Größe der Stichprobe ab. Und um zu beurteilen, ob dies ausreicht, benötigt man zumindest die Standardabweichung.

Anmuh: Studie mit einer guten Stichprobe:  Die Studie „Mathematik-Gesamterhebung Rheinland-Pfalz: Kompetenzen, Unterrichtsmerkmale, Schulkontext (MARKUS)“ von Prof. Dr. Reinhold S. und Prof. Dr. Andreas Helmke ist eine Evaluationsstudie und erhob die Leistungen von Schülerinnen und Schüler der Klasse 8., im Unterrichtsfach Mathematik und erfasste unterrichts- und lernbezogene Merkmale, sowie schulischer und außerschulischer Kontextbedingungen in Rheinland-Pfalz. Ein Merkmal für eine gute Studie ist die Stichprobe, diese hat einen Wert von N=39.000, was sehr hoch ist. Dies liegt daran, dass dies eine Gesamterhebung von Rheinland-Pfalz ist, alle Schüler der Klassenstufe 8. in Rheinland-Pfalz wurden befragt. Das bedeutet die Stichprobe wurde mittels einer Total-Erhebung erfasst.

Mand: Ich habe eine Volltextversion auf die Schnelle nicht finden können. Aber wenn die Informationen korrekt sind: Der Stichprobenumfang ist sicher hoch. Und wenn alle Schüler der 8. Klasse erfasst wurden, handelt es sich um eine Totalerhebung. Mich würde aber der Rücklauf interessieren. Und irgendwie macht es mich misstrauisch, dass es genau 39.000 Schüler*innen sein sollen und nicht etwa 38996 o.ä. Aber wer weiß. Es gibt auch solche glatten Zahlen.

Maiglöckchen22 Bei der „guten“ Stichprobe : Mitbestimmung von Schüler/innen in der Schule. Eine repräsentative Befragung österreichischer Schüler/innen der Sekundarstufe II.Die Stichprobengröße beträgt n=4101 beziehungsweise umfasst die realisierte Stichprobe (45% der gezogenen Schulen) n= 127.Was ich an der Stichprobe außerdem gut finde ist die Unterscheidung der beiden Werte in der Tabelle. Es werden sowohl von der gezogenen als auch der realisierten Stichprobe die Ergebnisse gezeigt und nochmal in die einzelnen Schultypen und das Geschlecht unterteilt. Unter der Tabelle stehen außerdem noch welche Schulen ausgeschlossen wurden und das Fragebögen bei denen >50% unvollständig sind nicht berücksichtigt wurden.
Was mich persönlich noch irritiert das ein Korrelationswert von r=.3 angegeben wurde
Schlechte Stichprobe: Innere Differenzierung im Unterricht mit jugendlichen Asylsuchenden und Geflüchteten aus Sicht von LehrpersonenDie Anzahl der Stichproben ist mit insgesamt 16 Lehrpersonen die anhand von Leitfrageninterviews befragt wurden zu wenig.Außerdem wurden keine weiteren Angaben gemacht in dem Text.

Anmerkung Mand: Wenn ich das richtig verstehe, verweisen die Unterschiede zwischen gezogener und realisierte Stichprobe bei Gamsjäger & Wetzelhütter (2020) auf Rücklaufprobleme (nur 45 % der insgesamt 127 Schulen wollten offenbar teilnehmen). Das entwertet die Aussagekraft der Studie schon erheblich. Eine Korrelation von r=.3 ist die amerikanische Schreibweise von 0,3. Die Studie berichtet nur dann von Korrelationen, wenn sie mindestens einen Umfang von 0,3 erreichen. Das ist in Ordnung.

Bei der Studie von Kärner et al (2019) handelt es sich um eine qualitative Studie. Die Regeln für Stichproben sind hier anders, u.a. weil sehr aufwendige Erhebung- und Auswertungsverfahren zum Einsatz kommen. Man kann also nicht sagen: Alle qualitativen Studien sind schlecht, weil sie mit – im Vergleich zur quantitativen Forschung – kleinen Stichproben arbeiten. Die Autoren sprechen von einer explorativen Studie. Das bedeutet: Ein neues Forschungsfeld soll erkundet werden. Und in einem solchen Fall ist es eher ungewöhnlich, mit großen Stichproben zu arbeiten. Aber Sie haben Recht: Repräsentative Aussagen sind so sicher nicht möglich.

WizzardLizzard: Meine Recherchearbeiten auf der Website von fis-bildung waren meines Erachtens nach weniger erfolgreich als erhofft. Mir ist es wie meinen KommilitonInnen gegangen. Die Suche nach einer „schlechten“ Studie waren deutlich schwieriger bzw. nicht für mich erreichbar. Ich hoffe jedoch ein zufriedenstellendes Ergebnis ausgearbeitet zu haben. 

Kommen wir zur „schlechten“ Studie: 

Die Studie befasste sich mit dem Einfluss von körperlicher Bewegung auf die kognitiven Fähigkeiten. 

Hierzu hätte sich sicherlich auch was über die Suchmaschine „Google“ finden lassen, die Herausforderung aber auf fis-bildung etwas gescheites zu finden war mir wichtiger. 

Es wurden Schüler und Schülerinnen im Alter von 14-16 Jahren getestet. Die Anzahl der Testpersonen lag bei 321, welche wiederrum die Haupt-/ Realschule oder das Gymnasium besuchten.  Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass nur 273 davon Auswertbar waren und eine Leistungssteigerung bei den sowieso schon leistungsschwächeren Schülern festgestellt wurde.

Die Studie lief nur zwei Monate.

Fragen die ich mir stelle: Warum nur die. 14-16-Jährigen? Weshalb nur knapp über 300 SchülerInnen? Wo wurde die Studie durchgeführt? 

Name der Studie: Intermezzi körperlicher Aktivität zur Steigerung des Lernens in der Schule 

Leitung: Knecht, Stefan. beteiligte Wissenschaftler: Dutke, Stephan

Nun zu meiner „guten“ Studie“:

Hier wurde der Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit Zahlen und im Rechnen im Vorschul- und Grundschulalter […] getestet.

Anhand eines Fünf-Stufen-Entwicklungsmodells wurden grundlegende mathematische Kompetenzen bis hin zu einer Entwicklung eines relationalen Zahlenbegriff abgefragt. Es wurde eine Querschnittstudie mit Kindern im Alter von 4-9 Jahren durchgeführt (in mehreren Städten Deutschlands). Die Ermittlung einer Längsschnittstudie zeigt die Förderbarkeit der Kinder. In Aachen wurden sogar Hirntests durchgeführt um die Hirnaktivitäten während der Bearbeitung zu messen und zu dokumentieren.

1363 Kinder wurden einer der fünf Entwicklungskompetenzstufen zugeordnet, wovon 253 unterhalb des altersgemäßen Niveaus lagen. Mit dem angewandten MARKO-T Förderprogramm konnte diese starker Wissenswachstum erlangen, jedoch nur von kurzer Dauer, da die Regelmäßigkeit fehlte.

Die gesamte Studie lief insgesamt 3 Jahre und 6 Monate. 

Projektleiter war Willmes-von Kickeldey, Klaus; Leutner, Detlev

Warum ich diese Studie als zumindest bessere Studie empfinde liegt zum einen daran, dass sämtliche Vor- und Grundschulkinder der Städte getestet wurden (so lese ich es zumindest heraus) und zum anderen über einen sehr langen Zeitraum beobachtet wurde. Hinzu kommt, dass bei Möglichkeit Hirntests herangezogen worden sind, um die Wirkung der. angewandten Methoden zu verdeutlichen. 

Anmerkung Mand: Unter den genannten Angaben habe ich keine eindeutigen Hinweise auf die Intermezzi-Studie oder die Marko-T-Studie gefunden. Was die Intermezzi-Studie anbelangt, so kann man sagen: Was Sie berichten, ist nicht zwingend ein Hinweis auf eine schlechte Studie. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern die Gewinnung der Stichprobe. Und zwei Erhebungszeitpunkt im Abstand von zwei Monaten sind besser als eine Querschnittstudie. Ob die Evaluation der Marko-T-Methode überzeugend ausfällt, kann ich nicht beurteilen. Dass Hirntests durchgeführt wird, reicht sicher nicht als Hinweis auf eine gute Studie. Und ich kann nicht zuverlässig nachvollziehen, ob nun eine Längsschnitt oder Querschnittstudie oder gar beides durchgeführt wurde. Der Stichprobenumfang 1363 hört sich zumindest nicht schlecht an.

(03) Dritte Lehreinheit: Das Gütekriterium Normierung

Nachdem nun einigermaßen klar ist, wie das mit den Stichproben in der Forschung funktioniert, befasst sich die dritte Lehreinheit konkret mit der Bewertung von Normierungsstichproben von Testverfahren. Dazu braucht man etwas Erfahrung. Denn die Regeln der Stichprobengewinnung finden bei vielen Testverfahren nicht mehr allzu intensive Berücksichtigung, wenn es darum geht, einigermaßen kostengünstig zu einer Normierungsstichprobe zu gelangen. Das Bewerten von Normierungsstichproben erlernt man aber am besten, indem man Normierungsstichproben bewertet.

Sie benötigen hierzu ein Testhandbuch eines Testverfahrens. im Optmialfall haben Sie von Ihrer Arbeit her Zugang. Und sollte dies der Fall sein, verwenden Sie bitte auch dieses Testverfahren. Im podcast erhalten Sie auch Hinweise auf eine kostenfreie Quelle im Internet.

Normierungsstichproben von Testverfahren

Curley: Zu ihrer Aufgabe eine Normierungsstichprobe zu bewerten habe ich die Test und Skalendokumentation des AIT herangezogen. 

Hierbei war es mir nicht ganz klar was der Zweck der Stichprobenerhebung ist bzw. was diese Messen soll. Geht es um eine Festlegung eines Mittelwerts für die IQ-Skala oder um den Vergleich der Intelligenzleistung zwischen den einzelnen Personengruppe bzw. die Ausprägung der Intelligenz innerhalb der Personengruppen? Da ich eine Analyse zur Festlegung des Mittelwertes nicht finden konnte gehe ich vom zweiten aus.

Über verschiedene Onlineportale wurde im Jahr 2016 der AIT kostenlos angeboten. Insgesamt haben 10308 Personen den Test absolviert, nach Ausschluss von einigen Personen lag der abschließende Stichprobenumfang bei N: 8222. 

Den Stichprobenumfang von N:8222 halte ich für eine angemessene Stichprobengröße, da eine Stichprobengröße von über N:1000 für einen allgemeinen Test als angemessen gilt. Für Repräsentativ halte ich die Stichprobenerhebung dennoch nicht, da aus meiner Sicht weder eine Totalerhebung noch eine gelungene Zufallsstichprobe erhoben wurde.  Einer Zufallsstichprobe entspricht es nicht, weil nicht jeder Mensch der Bundesrepublik, aus unterschiedlichen Gründen den gleichen Zugang zu den Onlineportalen hat. So halte ich es für unwahrscheinlich das z.B. eine Repräsentative Menge von Menschen über 60 J, Menschen aus einem Bildungsarmen Umfeld und Menschen mit sprachlichen Barrieren hinzugezogen werden konnte. 

Die getesteten Personen wurden in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: Alter, Bildungsabschlüsse, Berufstätigkeit und Einkommen. Diese Gruppen wurden bezüglich der durchschnittlichen Intelligenz miteinander verglichen. Beim Alter stellte sich heraus das Menschen zwischen 20-30 Jahren die größte Intelligenzleistung aufzeigen. Diese Personengruppe (N:3017) war jedoch auch im Vergleich zu den anderen Altersgruppen um einiges Umfangreicher was eine Repräsentativität des Vergleiches in Frage stellt. Bei den Bildungsabschlüssen stellte sich heraus, dass Abiturienten die größte und Hauptschüler die geringste Intelligenzleistung ausweisen. Wieder ist auffällig das auch hier diese Personengruppe Abiturienten (N:3252) um einiges größer ist als die Gruppe der Hauptschüler (N:1062). In der Gruppe Berufstätigkeit sind die Studenten (N:1699) und Angestellte (N:2958) über repräsentativ und in der Gruppe Gehalt das monatliche Einkommen <1000€ (N:3489) und 1000-3000€ (N:2708).

Zum Vergleich der Intelligenzleistung zwischen den Gruppen, sollte die Menge an Personen innerhalb der Gruppen in der Stichprobe vorhanden sein, wie der Umfang dieser Gruppen im Verhältnis zur Allgemeinbevölkerung besteht.

Lotta052: Die Normierungsstichprobe des AIT bewerte ich hinsichtlich der Stichprobengröße (N=8222) und dem Alter der Normierung (2016) als ausreichend gut.
Die Stichprobengewinnung sehe ich allerdings etwas problematisch. Da der AIT lediglich auf Onlineportlen anbeoten wurde, enstpricht dies nach meinem Verständnis keiner Zufallsstichprobe, da nicht alle Menschen die gleiche Chance hatten an dem Test teilzunehmen. Diese ungleichen Chancen können durch unterschiedlichen Zugang zu entsprechend nötiger Technik oder Internet oder Kenntnissen dies bezüglich entstehen. Dadurch entsteht eine nicht repräsentative Stichprobe hinsichtlich der Altersverteilung und des Bildungsgrades im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, was wiederum zu nicht reräsentativen Ergebnissen der Normierung führt.

ChFu: Ich habe mich an dem von Ihnen angegebenen Intelligenztest orientiert. Die Zufallsstichprobe dazu wurde zwischen Mai und Dezember des Jahres 2016 auf verschiedenen Internetplattformen angeboten. Vor Beginn des Tests sollten die TeilnehmerInnen soziodemographische Daten wie Alter, Geschlecht, Beruf und Einkommen angeben und ebenfalls, ob sie diesen Test ernst nehmen. Es haben sich 10.308 Teilnehmende gefunden. Es wurden TeilnehmerInnen ausgeschlossen, wenn sie diesen Test zum wiederholten Male machen, nur ausprobieren möchten, unplausible Daten angegeben haben oder den Test vorzeitig abgebrochen haben. Dadurch gibt es einen Rücklauf von 2086 TeilnehmernInnen, was ca. 20% entspricht. Eine Datensatzmenge von letztlich 8222 TeilnehmernInnen wirkt auf mich jedoch sehr repräsentativ.
Bei den Auswertungen nach soziodemographischen Daten wird allerdings schnell klar, dass vermehrt jüngere TeilnehmerInnen mit hohem Schulabschluss und geringem Einkommen die Ergebnisse darstellen. Diese Menschengruppen sind also überrepräsentiert. Nun wird gesagt, dass dies in der Normierung berücksichtig wird. Allerdings stellt sich mir auch die Frage, wer die Angaben überprüft, da man diese übers Internet gut verfälschen kann. Bei dem hohen Datensatz denke ich jedoch, dass ausreichend TeilnehmerInnen wahrheitsgemäße angaben gemacht haben. 
Der hohe Datensatz spricht für eine gute Stichprobe. Aufgrund der Überrepräsentation von bestimmten Menschengruppen bin ich dennoch sehr unsicher, ob ich dies als eine gute oder schlechte Stichprobe bewerten sollte.Wenn ich mein Augenmerk hauptsächlich auf die Vergleiche zwischen den durchschnittlichen Ergebnissen der Skalen und den einzelnen soziodemographischen Angaben lege fällt mir auf, dass diese nicht repräsentativ sind. Wenn mehr jüngere als ältere Menschen teilgenommen haben, sind die durchschnittlichen Ergebnisse der Altersstufen nicht vergleichbar und somit würde ich nach langem überlegen sagen, dass es eher eine schlechte Stichprobe ist.

Löwenherz: Für die Aufgabe habe ich mir die Stichprobe des Allgemeinen Intelligenztestes angeschaut.Im Handbuch steht geschrieben, dass es sich um eine repräsentative Stichprobe handelt.Ich frage mich allerdings, ob man von einer Totalerhebung ausgehen kann, wenn der Test nur online durchgeführt werden konnte, und sich somit an die Personengruppe richtet, die überdas Wissen im Internet und die Mittel verfügen. Da heutzutage aber fast jeder ein Smartphone hat und im Internet aktiv ist, bin ich mir nicht sicher, obdie Gewinnung der Stichprobe nicht doch in Ordnung ist. Gut ist meiner Ansicht nach, dass der Test auf vielen Websites angeboten wurde und sich somit nicht nur an einer bestimmten Gruppe (z.B. Ärzte) richtet und manche Tests aufgrund mangelnder Ernsthaftigkeit aussortiert wurden. Gegen eine Repräsentativität spricht allerdings, dass die meisten Teilnehmer_innen junge Leute waren, mit einem guten Bildungsabschluss und Personengruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund fehlen (wenn da steht, dass dies allerdings bei der Normierung entsprechend berücksichtigt wurde, ist damit Stratifizierung gemeint?). Die Größe der Stichprobe halte ich für angemessen. 

Maiglöckchen22: Ich habe mir die Stichprobe des Allgemeinen Intelligenztestes angeguckt.Mir ist am Anfang direkt aufgefallen, dass es sich um einen Intelligenztest handelt der meistens online gemacht wird und für den deutschsprachigen Raum ist.Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. 
Für Menschen deren Muttersprache nicht Deutsch ist wird geraten die sprachfreien Sub-Tests Numerische Fähigkeiten und Räumlich-visuelles Denken zu machen zur Berechnung der Allgemeinen Intelligenz heranzuziehen. Das sind jedoch nur Einzelteile des Tests.Die gezogene Stichprobe beträgt n= 10308, die realisierte Stichprobe beträgt n= 8222 und der Rücklauf 2086. Die Menge des Rücklaufes empfinde ich als noch in Ordnung.Des Weiteren wurden ein paar Faktoren wie das Alter, die Schulbildung, die Berufstätigkeit und die Einkommensverteilung berücksichtigt. Auf den ersten Blick empfand ich die Zahlen als relativ genau, allerdings ist mir dann aufgefallen, dass oftmals eine Personengruppe überrepräsentiert war. So war beispielsweise die Anzahl der Studenten ziemlich hoch, was das Alter als auch die monatliche Einkommensverteilung beeinflusst.Insgesamt empfinde ich den Test als in Ordnung aber nicht außergewöhnlich gut.

Anmuh

M9 LV1 Testen und Fördern

Aufgabe 3 Normierungsstichprobe bewerten:

 Ich habe mir den Allgemeinen Intelligenztest angeschaut. Dieser Test wird online durchgeführt. Hierbei ist es fragwürdig, ob der Test wirklich repräsentativ ist, da jeder darauf zugreifen könnte und man nicht eine spezielle Gruppe untersucht. Eine Zufallsstichprobe ist es ebenfalls nicht, da nicht jeder die Möglichkeit besitzt, auf diesen Test zugreifen zu können. Die Stichprobe des Testes liegt bei 10308, der Rücklauf bei 8222. Ich bin mir nicht sicher ob dieser noch im angemessenen ist oder nicht. Wobei 8222 ja relativ hoch ist. 

(4) In der vierten Lerneinheit geht es um Objektivität. Dass Testverfahren objektiv sein sollen, leuchtet den meisten Laien sofort ein. Das Problem ist nur: Statistiker verstehen etwas anderes unter Objektivität als Laien. Und wenn man sich das so ganz genau anschaut, was da in den Handbüchern steht, dann merken aufmerksame Leser/*innen schnell, dass nicht allzu viele Testverfahren wirklich überzeugende Daten in Sachen Objektivität vorweisen können.

Objektivität

Dublin: Durchführungsobjektivität: Es gibt keine konkreten Angaben zur Durchführung. Nur, dass der AIT entweder am PC oder auf Papier durchgeführt werden kann und die Zeitangabe von 90 Minuten. Zum Beispiel zu den Gegebenheiten vor Ort oder dem Verhalten des Testleiters gibt es keine Angaben.

Auswertungsobjektivität: Ist teilweise vorhanden. Es gibt (mehrere) klar als richtig eingeordnete Antworten, alles andere wird als falsch gewertet. Allerdings gibt es Items bei denen auch Antworten die nicht als richtig festgelegt wurden, individuell richtig sein können. Wenn die Person, die den Test auswertet, sich dafür entscheidet auch für individuell richtige Antworten Punkte zu vergeben, ist die Auswertung nicht mehr objektiv.

Interpretationsobjektivität: Bei der puren Betrachtung des numerischen Ergebnisses gibt es klare Interpretationsvorgaben. Wenn die getestete Person allerdings auch in anderen Situationen betrachtet wird, können diese Interpretationen als unzutreffend angesehen werden.

Objektivität diagnostischer Konsequenz: Ist nicht gegeben. Aus dem AIT lassen sich keine klaren Konsequenzen ableiten.

Die Gesamtobjektivität ist also eher gering einzuschätzen.

Menschenskind schreibt: Ich habe den Zahlen-Symbol-Test der deutschen Version “Wechsler Intelligence Scale for children” in der vierten Auflage vorliegen.
Im Handbuch wird der Test erklärlich beschrieben. Benötigtes Material, Ablaufbeschreibungen, allgemeine Hinweise bis hin zur Bewertung gestalteten sich als objektiv. Mit Hilfe einer Schablone wird der Test am Ende ausgewertet. Die einzelnen Kinder haben eine bestimmte Zeitvorgabe Aufgaben zu lösen bei der die Zeit gemessen wird.

Ich denke die Auswertungsobjektivität ist größtenteils gegeben. Sicherlich liegt es in Betrachtung des Testleiters wie er/sie das Kind bewertet, z.B. die unterschiedliche Zeitnahme des Erreichen der Aufgaben. Antworten werden beispielsweise als richtig eingetragen auch wenn das Kind bei einer Aufgabe nicht die perfekte Zeichnung zu erkennen ist. Die Zeichnung sollte sich mit anderen ähneln, um die richtige Antwort zu erreichen. Somit gibt es bei der Aufgabenbearbeitung einen Zeitbonus, wenn das Kind die Antwort schnell erreicht.

Die Objektivität bei der Interpretation schätze ich als zutreffend ein, da die Antworten wenig Interpretationsspielraum geben. Somit ist die Einschätzung der gesamten Objektivität gegeben.

Frage Mand: Wurde die Durchführung- bzw. Auswertungsobjektivität gezielt untersucht?

Fabienne: Objektivitätsüberprüfung für den AIT von Dr. Satow

1. Durchführungsobjektivität

Es sind nur wenige Informationen zur Durchführung enthalten. Der Test kann entweder digital oder auf Papier ausgeführt werden. In der Testdokumentation ist eine Testdauer von 90 Minuten angegeben, wohin gegen in der online Version eine Dauer von 45 Minuten angegeben ist, was ich als sehr verwunderlich empfinde. Dadurch, dass der Test auch online frei verfügbar ist lassen sich keine vergleichbaren Durchführungsbedingungen schaffen. Privatpersonen werden den Test evtl. beispielsweise in Ruhe zu Hause ausfüllen oder während einer langen Bahnfahrt, weil sie sonst nichts zu tun haben.  

2. Auswertungsobjektivität

Die Auswertungsobjektivität würde ich hingegen als deutlich höher beschreiben, da aus der Testdokumentation für mich nur Fragen mit klaren Antworten hervor gehen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass dieselben Antworten zur gleichen Auswertung führen.

3. Interpretationsobjektivität

Die Ergebnisse werden numerisch eingeordnet, was eine klare Einteilung unterstützt. Ich konnte ich der Testdokumentation keine Angaben zu der Einteilung finden. Jedoch gibt es allgemeingültige Angaben zum IQ, hierfür müsste es dem Interpretierenden nur möglich sein den gFaktor in den IQ umzurechnen. Da ich erwarte, dass die Umrechnung von gFaktor zu IQ in dem Auswertungsbogen erläutert wird, würde ich die Interpretationsobjektivität als gut bewerten.

4. Objektivität der diagnostischen Konsequenzen

Hierzu konnte ich in dem vorliegenden Dokument ebenfalls keine Angaben finden.

Zusammenfassung

Alles in Allem würde ich die Objektivität von dem AIT als ausreichend bewerten. Die Auswertungsobjektivität und die Interpretationsobjektivität sind, meiner Einschätzung nach, gegeben. Zu der Objektivität der diagnostischen Konsequenzen konnte ich zwar keine Angaben in dem Dokument finden, jedoch kann aus dem IQ eine gewisse Konsequenz gezogen werden, auch wenn diese individuell auf die Gegebenheiten und das Individuum angepasst werden muss. Die Durchführungsobjektivität sehe ich als einen sehr kritischen Punkt, weshalb ich die Objektivität auch bloß als ausreichend und nicht als gut bewerte. Diese Objektivität ist vom Test an sich nicht gegeben und die Einrichtung selber müsste ein geeignetes Setting für die Testung finden.

Lotta052: Die Durchführungsobjektivität des AIT ist meiner Meinung nach sehr gut. Da der Test nur online bzw in Papierform durchzuführen ist und kein Testleiter präsent ist, sind die Durchführungsbedingungen absolut unabhängig vom Untersuchenden.Da kein Anleiter vorhanden ist, der genaue Vorgaben gibt und diese kontrolliert, können die Durchführungsbedindungen abhängig vom Probanden sehr unterschiedlich sein. Wenn dies einen Einfluss auf die Durchführungsobjektivität hat, ist diese entgegen meiner zuerst genannten Meinung nur sehr schwer zu bewerten, also eher schlecht.

Die Auswertungsobjektivität erscheint mir relativ gut, da lediglich Aufgaben zu erkennen sind, die klar ls richtig oder falsch zu bewerten sind. Allerdings habe ich keine Angaben hinsichtlich Anweisungen zur Auswertung gefunden. Da es sich um einen Onlinetest handelt, ist eine automatische Auswertung denkbar, die auf eine hohe Auswertungsobjektivität hinweist.
Durch die numerische Einteilung der Ergebnisse wird eine objektive Interpretation erleichtert. Ob diese auch wirklich gegeben ist, empfinde ich als schwer einzuschätzen.
Zur Objektivität der diagnostischen Konsequenzen lässt sich mithilfe der Testdokumentation keine Aussage treffen.

ChFu: Zur Bewertung der Objektivität habe ich den AIT herangezogen. Generell habe ich keine Hinweise zur Objektivität in der Testdokumentation gefunden, aber dazu lassen sich auch ohne diese Schlüsse ziehen. Ich beziehe mich hierbei ausschließlich auf die Online-Version, da ich kaum Angaben zur Papierversion gefunden habe.

Zur Durchführungsobjektivität lässt sich sagen, dass es durch die Online-Stichproben keinen Testführer gab. Diese Rolle hat das Handy oder der Laptop zum Beispiel übernommen. Online gibt es immer die gleichen Ansagen und für jeden die gleichen Bedingungen. Es gibt allerdings keine Standardisierungen, die das örtliche Umfeld der Testperson betreffen. Es gibt lediglich eine Zeitangabe, die online überprüft wird. Da das Umfeld der Testperson nicht kontrolliert ist und somit nicht bekannt ist, was für Einflüssen die Person ausgesetzt ist, ist die Durchführungsobjektivität stark eingeschränkt. 
Die Auswertungsobjektivität ist durch die Online-Auswertung klar definiert. Angaben werden hier immer gleich ausgewertet.
Genau so ist es mit der Interpretationsobjektivität. Die Interpretation der Auswertung wird nach Beenden des Tests deutlich erklärt und lässt wenig Spielraum. Die Objektivität ist bei diesem Teil also auch gegeben.
Durch die niedrige Durchführungsobjektivität ist allerdings fraglich, ob daraus diagnostische Konsequenzen gezogen werden sollten. Die Auswertung und Interpretation eines Tests hängt nämlich von der Durchführung ab. Deshalb würde ich schlussfolgern, dass keine ausreichende Objektivität besteht.

(5) In der fünften Lerneinheit werden einige Grundlagen gelegt, um in den nächsten Sitzungen das Thema Reliabilität angehen zu können. Hierzu ist es unerlässlich sich mit einigen statistischen Kennwerten auseinanderzusetzen. Nichts Kompliziertes. Aber ein bisschen Konzentration ist schon erforderlich.

Statistische Kennwerte: Arithmetisches Mittel, Median, Modalwert, Standardabweichung


(6) In der sechsten Lerneinheit wird erklärt, wie man Korrelationskoeffizienten errechnet. Ein gutes Verständnis dieses Kennwerts ist wichtig. Denn Reliabilitätskoeffizienten sind Korrelationskoeffizienten.

Korrelationen

ChFu: Eine empirische Studie, die mit Korrelationskoeffizienten arbeitet, lautet: „MSGS – Mannheimer Schweregradschema für kinder- und jugendpsychiatrische Störungsbilder“ von Blanz, B.; Schmidt, M.H.; Esser,G. und Niemeyer, J..Hier wurde einmal der Spearman-Korrelationskoeffizient und der Pearson-Korrelationskoeffizient berechnet.
Mit dem Spearman-Korrelationskoeffizienten wurde die Interraterreliabilität der Schweregradzuschreibungen des MSGS durch 78 anonymisierte Fallbeschreibungen bestimmt. Dieser Korrelationskoeffizient lag zwischen 6 Raterpaaren zwischen .70 und .82 und ist auf einem 1%-Niveau signifikant, was laut Verfasser eine akzeptable Interraterreliabilität darstellt. 
Der Pearson-Korrelationskoeffizient wurde für die Validität errechnet. Zwischen dem MSGS-Schweregrad und der Summe der psychosozialen Belastungen lag er bei r = .21 (n = 100; p < .05). Es ist zwar ein signifikater, aber doch weniger relevanter Zusammenhang.Zwischen MSGS-Schweregrad und Beeintraechtigungseinschaetzung der Alltags- und sozialen Funktionen ergab sich ein Pearson-Korrelationskoeffizient von r = .67 (n = 47; p < .05), was einen relevanteren Zusammenhang und eine gute Signifikanz darstellt.

Anmerkung Mand: Es geht wohl um die Bewertung eines diagnostischen Instruments. Nüchtern betrachtet kann man festhalten: Es ist erfreulich, dass die Objektivität untersucht wird. Der Stichprobenumfang und die ermittelte Übereinstimmung ist allerdings nicht vollständig überzeugend (.82 x .82 x 100 = 67%). Und die wohl auf den Bereich Reliabilität zielende Berechnung der Korrelation von MSGS-Schweregrad und Beeintraechtigungseinschaetzung der Alltags- und sozialen Funktionen überzeugt noch weniger. Sieht nicht danach aus, als wäre das Instrument wirklich zu empfehlen.

07 In der siebten Sitzung geht es um den Kennwert Effektstärke (Cohen´s d)

Cohens d ist ein wichtiger Kennwert, der einen Vergleich von zwei Variablen erlauben soll. Besonders bedeutend ist er in der evidenzbasierten Forschung. Aber er spielt auch in der Diagnostik eine Rolle.

Effektstärke

08 Die achte Sitzung des Seminars Testen und Fördern befasst sich mit der Bewertung von Reliabilität und Standardmessfehler.

Die Reliabilität bewerten zu können, ist eine wichtige Fertigkeit für Heilpädagogik*innen. Es gibt hierfür zwei wichtige Gründe. Erstens arbeiten viele Heilpädagogik*innen selbst in der Diagnostik. Und dies ist wirklich fahrlässig, wenn man nicht weiß, wann die Reliabilität ausreicht. Und zweitens sollten Heilpädagogik*innen verstehen können, was die Kolleg*innen in Förderschulen und Psychiatrie so betreiben.

Reliabilität und Standardmessfehler

ChFu: Die Aufgabe ist diesmal die Reliabilität in Verbindung mit dem Standardmessfehler zu bewerten.

Meinen Sie mit dem von uns untersuchten Verfahren den AIT zum Beispiel?
In dem Handbuch des AIT finde ich keinen Wert zum Standardmessfehler und zur Standardabweichung und auch keine ausreichenden Messwerte zur Berechnung von diesen. Alleine am Ende des Tests wird beschrieben, dass der Vertrauensintervall +/-5 beträgt. 
Es wurde in dem Handbuch Crohnbachs-Alpha berechnet. Es gibt vier Subskalen und zwei davon haben einen Wert von .80 und die zwei anderen .84. Für die übergeordnete Skala der Allgemeinen Intelligenz wurde ein Wert von .93 angegeben und aufgrund der Subskalenergebnisse finde ich diesen Wert sehr fragwürdig. Mir erschließt sich nicht, woher dieser kommt. 
Ich nutze diese Werte versuchsweise trotzdem einmal zur Berechnung eines Standardmessfehlers. Dazu nutze ich die Formel zur Intervallberechnung aus dem Kurs zu quantitativen Verfahren von Herrn Thiemann:
CL(93%)= 1,96 x SM = 5 SM = 5 / 1,96 = 2,55Der Standardmessfehler läge demnach bei 2,55

Zusammenfassend würde ich sagen: Wenn die angegebenen Werte an sich vertrauemswürdig wären, könnte man den Test als hochreliabel bewerten, da Crohnbachs-Alpha über 0.9 liegt und der Standardmessfehler und das Vertrauensintervall sehr niedrig sind. Allerdings sind die Werte für mich nicht nachvollziehbar, deshalb ist die Reliabilität für mich nicht bewertbar. 

Anmerkung Mand: Ja, richtig, Sie können auch den AIT bewerten. Dass Subskalen zu anderen Werten kommen als der Gesamtwert, ist durchaus möglich. Da könnte es eine ausgleichende Wirkung geben. Zudem gilt: Die Items sind ja nicht naturgegeben. Bei der Testentwicklung schmeisst man solange Items raus, fügt neue Items ein, oder dreht an der Reihenfolge bis der gewünschte Reliabilitäts-Wert erreicht ist. Und dies ist offenbar für den Gesamtwert gelungen, für die Subskalen nicht. Dies bedeutet: Man sollte die Subskalen nicht einzeln verwenden oder interpretieren. Zudem muss man auch beachten, dass hier nicht die Test-Reliabilität untersucht wurde. Aussagen über die Reliabilität basieren hier nur auf einer Untersuchung des Zusammenhangs von Testteilen. Wir wissen also nicht, ob der AIT so gestaltet ist, dass Weihnachten und Ostern die gleichen Testergebnisse ermittelt würden.

09 In der neunten Sitzung geht es um das Thema Validität

Ob die Test tatsächlich das messen, was sie zu messen vorgeben, ist eine wichtige, in den Testhandbüchern aber leider häufig nicht angemessen berücksichtigte Frage. Die Bedeutung des Themas Validität lässt sich z. B. daran ermessen, dass die prognostische Validität, also die langfristige Stabilität von Testergebnissen im diagnostischen Alltag vielfach unterstellt wird. Denn getestet werden Menschen mit Behinderungen eigentlich nur sehr selten – z. B. im Rahmen der Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs und dann im Rahmen der Berufseignungsdiagnostik. In der Zwischenzeit kann sich aber viel ändern – das zeigen zumindest einschlägige Studien zur Stabilität von Intelligenztestwerten.

Validität

10. Die zehnte Lerneinheit befasst sich mit der Diagnose sonderpädagogischen Förderbedarfs und den Befunden der kulturvergleichenden IQ-Forschung

Es lohnt sich durchaus, einen genaueren Blick auf den diagnostischen Alltag in Schulen zu werfen. Denn in Schulen werden Testverfahren eingesetzt, um aus Problemschülern behinderte Kinder zu machen. Dass Grundschullehrer*innen derlei Dinge tun, hat z. B. damit zu tun, dass sie Kinder in die Förderschulen abgeben wollen – z. B. aggressive, störende und vielleicht auch nicht so leistungsfähige Kinder. Manchmal hilft ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs auch dabei, Bewertungsstandards der Förderschulen für einige ausgewählte Kinder in die Regelschulen zu importieren.

Das Problem dabei: Es geht dabei ziemlich häufig nicht fair zu.

AOSF und Befunde der kulturvergleichenden IQ-Forschung

Tab 21: Variablen, die einen Einfluss auf den IQ haben – Befunde der kulturvergleichenden IQ-Forschung nach Mand 2012
Geschlecht
Alter
Einkommen
Wirtschaftliches Umfeld
Bildungsstand
Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit
Geschwister
Kriminalität
soziale Herkunft
Gesundheitsvariablen wie ADHS PTBS
Politische Orientierung
Regionale bzw. ethnische Herkunft
Tab 22: Der Einfluss von Testverfahren in kulturvergleichenden IQ Studien (Wicherts 2010) in Untersuchungen zum mittleren IQ in Subsaharastaaten Afrikas
K-ABC: IQ 73
WISC-R: IQ 75
Draw-A-Man: IQ 77,7
WAIS-R/WAIS III: IQ 79
CFT: IQ 86,7


Tab 23: Empfehlungen des Bayrischen Landesjugendamts zur gutachterlichen Stellungnahme bei der Feststellung seelischer Behinderungen. www.blja.bayern.de/Textoffice/Gesetze/Textsammlung_SGB_VIII/TextOfficeSGBVIII_§_035a.htm Zugriff am 28.2.2007
1.1 Untersuchungen und Angaben zum „Klinisch-psychiatrischen Syndrom“ (Achse 1): Das Gutachten soll eine Angabe darüber enthalten, ob eine psychische Störung im Sinne eines „klinisch-psychiatrischen Syndroms“ vorliegt. Soweit es diagnostisch möglich ist, soll eine Aussage darüber erfolgen, in welcher Weise ggf. die psychische Störung im Zusammenhang mit einer Teilleistungsschwäche des Kindes oder Jugendlichen steht. …1.2 Zu den „umschriebenen Entwicklungsstörungen der schulischen Fertigkeiten“ (Achse 2,siehe Seite 3) … gehören u. a. die „Lese- und Rechtschreibstörung“ (Legasthenie) und die Rechenstörung (Dyskalkulie). … Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten sind als seelische Behinderung oder drohende seelische Behinderung zu werten, wenn zur Funktionsstörung ein soziales Integrationsrisiko hinzukommt, so daß die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen und seine Eingliederung in die Gesellschaft aller Voraussicht nach beeinträchtigt wird. … Im Gutachten sind die Verfahren und die Ergebnisse zu benennen, nach denen die Diagnose der Entwicklungsstörung des Lesens und Rechtschreibens bzw. der Rechenstörung oder anderer Teilleistungsschwächen festgestellt wurden. … Das Gutachten muß Angaben über das schulische/berufliche Versagen im Lesen und Rechtschreiben enthalten. Grundlage dafür sind z.B. schulische Stellungnahmen und Schulzeugnisse, mangelhafte und ungenügende Diktatnoten. … Der Prozentrang im Rechtschreib- bzw. Lesetest sollte < 10 % entsprechen. Aufgrund der Fehlerstreuung der Testverfahren ist dieser Prozentrang nicht als strikte obere Grenze, sondern als Richtwert zu verstehen, der im Rahmen der übrigen diagnostischen Befunde zu bewerten ist. …1.3 Angaben zum Intelligenzniveau (Achse 3):Unverzichtbar sind Angaben zur allgemeinen Intelligenzentwicklung. Dazu muß im Gutachten das angewandte Verfahren benannt werden. Als geeignete Verfahren bieten sich an: HAWIK-R, Kaufmann-Test, Adaptives-Intelligenzdiagnostikum (AID), CFT1 und CFT20. Liegen die Testwerte bei CFT1 bzw. CFT20 im unteren Durchschnittsbereich (IQ 85 bis 95), so empfiehlt es sich eine Überprüfung mit den Verfahren HAWIKR oder Kaufmann-Test bzw. AID, um eine allgemeine Intelligenzminderung auszuschließen. Nach den Kriterien von ICD-10 ist für die Feststellung der Entwicklungsstörung ein Intelligenzquotient > 70 vorauszusetzen.Das Gutachten muß eine Beurteilung darüber enthalten, inwieweit eine Diskrepanz zwischen der allgemeinen intellektuellen Begabung und dem Versagen im Lesen und Rechtschreiben bzw. im Rechnen besteht. ….1.4 Angaben zur Körperlichen Symptomatik“ (Achse 4 Das Gutachten muß eine Aussage darüber enthalten, daß eine neurologische Erkrankung (z.B. Epilepsie, Cerebralparese), Sinnesbehinderungen (vor allem im Bereich des Sehens und Hörens) sowie andere körperliche Beeinträchtigungen als Ursache für das Versagen im Lesen, Rechtschreiben bzw. Rechnen ausgeschlossen sind. …
1.5 Angaben zu „Aktuellen abnormen psychosozialen Umständen“ (Achse 5):Die gutachterliche Untersuchung soll die Kenntnis der psychosozialen Lebensumstände des betroffenen Kindes und Jugendlichen einschließen. … Ergänzend zu den Klassifikationskategorien, wie sie im Multiaxialen Klassifikationsschema der Achse 5 angeführt sind, muß überprüft sein, inwieweit eine schulische Förderung des Kindes erfolgt ist (spezielle Stützkurse seitens der Schule, Hausaufgabenhilfe, wesentliche Fehlzeiten usw.). Hilfreich ist eine Aussage darüber, aus welchen Gründen die familiären und innerschulischen Bemühungen nicht ausgereicht haben. Es ist zu verdeutlichen, daß eine außerschulische und außerfamiliäre Behandlung (z.B. „Legasthenietherapie“, „Rechentherapie“) erforderlich und geeignet ist, um die genannten Störungen und damit die (drohende) seelische Behinderung wirksam zu mildern und die soziale und schulische bzw. berufliche Eingliederung zu stützen.1.6 Angaben zur „Globalbeurteilung der psychosozialen Anpassung“ (Achse 6):Das Gutachten muß dazu Stellung nehmen, inwieweit die psychosoziale Anpassung des Kindes bzw. Jugendlichen zum Begutachtungszeitpunkt beeinträchtigt ist.

ChFu: Das bayrische Landesjugendamt schlägt bei der dritten Achse des Multiaxialen Klassifikationsschema vor, einen zweiten Überprüfungstest zu machen, falls beim CFT ein Wert im niedrigen Durchschnittsbereich erreicht wird. Hierzu schlägt es die Intelligenztests HAWIKR oder Kaufmann-Test bzw. AID vor. Dadurch kann der Testausführende anhand des ersten Testdurchlaufes den zweiten Test anpassen, was entweder zum Vorteil oder zum Nachteil der zu testenden Person ausgelegt werden kann.
Der AID 2.2 zum Beispiel kann auch auf türkisch durchgeführt werden und als adaptiver Test genutzt werden. Beim KABC-II sehen die Autoren besondere stärken für Kinder ethnischer Minderheiten sowie Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen, allerdings werden die Gütekriterien als nicht ausreichend erfüllt bewertet (vgl. beide Tests https://www.fachportal-hochbegabung.de/intelligenz-tests/17.12.20). Der HAWIKR-Test ist schon etwas älter und da würde ich von einem Flynn-Effekt ausgehen. Daher ist dieser Test mittlerweile definitv ungeeignet. 
Ich denke, der AID 2.2 könnte als Alternativtest hilfreich sein, wenn die Befürchtung besteht, dass das Kind die Aufgaben aufgrund der Herkunft nicht versteht oder wenn man die Testaufgaben an das Leistungsniveau des Kindes anpassen möchte. Dadurch ist die Objektivität des Tests allerdings stark vom Testleiter abhängig. 
Damit gibt das bayrische Jugendamt den Gutachtern die Möglichkeit, die Tests und die Testergebnisse je nach Ziel anzupassen. Dadurch würde ich dieses Vorgehen als sehr unzuverlässig bewerten.

Anmerkung Mand : Der Text kann als Beleg gewertet werden, dass die Befunde der Kulturvergleichenden IQ-Forschung in der diagnostischen Praxis bekannt sind und auf sehr unerfreuliche Weise verwendet werden. Die Verantwortlichen des Bayrischen Landesjugendamts benennen auf indirektem Wege die Personengruppen, deren Legasthenieförderung man lieber nicht bezahlen möchte: die Kinder mit Migrationsgeschichte und die Kinder der Armen. Denn bei Testergebnissen aus fairen Tests, die am Rande der Normalität liegen, aufzufordern die Testung mit unfairen Verfahren zu wiederholen, das war auch schon damals ziemlich grenzwertig. Ziel der Übung ist offensichtlich, Mittel einzusparen, indem man schwache Rechtschreiber in die Förderschulen abschiebt.

11. Lerneinheit: Literacy

Die 11. Lerneinheit führt abschließend in den Bereich der Diagnose von Rechtschreibproblemen ein. Mit diesem Thema bezieht die Lehrveranstaltungen auch Überlegungen der Qualitativen Diagnostik ein. Grundgedanke der Förderdiagnostik ist es zu verstehen, an welchem Punkt der Entwicklung ein Kind/ein Jugendlicher steht und vor dem Hintergrund der bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen die passenden Hilfen und Fördermethoden bereit zu stellen. Dass es sinnvoll ist, hier Methoden einzusetzen, die nachweislich wirksam sind, dürfte die meisten Zeitgenossen nicht besonders überraschen. Dies erfordert allerdings gute Kenntnisse der Wirkungsforschung. Weil ich weiß, dass derlei nicht zwingend zu den Stärken von Studierenden der Heilpädagogik gehört, und weil sich bei einigen Studierenden auch nachweislich unwirksame Methoden erstaunlicher Beliebtheit erfreuen, möchte ich Sie im letzten Teil der Veranstaltung besonders nachdrücklich dazu einladen, sich intensiv mit dem Bereich Lese-/Rechtschreibförderung zu befassen.

Wie Kinder lesen und schreiben lernen

Dublin & Fabienne: Es fiel uns teilweise recht schwer zu beurteilen, was der Junge kann und was nicht, da wir uns nicht sicher waren was der Satz heißen soll. Weshalb wir uns ausgetauscht haben und unsere Vermutungen zusammengetragen haben.

Kann:- Satzanfang groß (es lässt sich noch erkennen, dass da vorher ein kleines d stand)
– Phonetisches Schreiben (vermutlich, wir sind uns jedoch nicht ganz sicher, was der Satz heißen soll, was das phonetische Schreiben für uns allerdings nicht komplett ausschließt)- vermutlich: Lautgetreue Wörter schreiben (z.B. Nase)
– Buchstaben richtig schreiben, es ist größtenteils erkennbar welche Buchstaben gemeint sind und bis auf das „D“ am Anfang sind auch alle richtig rum (Wir finden es verständlich, dass „D“ falsch rum geschrieben ist, da vorher „d“ dort stand und der Bauch von dem Buchstaben die Seite wechselt. Dies könnte den Jungen irritiert haben und schließt nicht aus, dass er „D“ sonst richtig schreibt.)

Eher nicht kann:
– Abstände zwischen den Wörtern lassen- Satz mit einem Punkt beenden- Rechtschreibung, vermutlich hier besonders eine ie-Schwäche zu sehen, eventuell auch groß und klein Schreibung

Fördermöglichkeiten:
– Abstand zwischen Wörtern: wenn ein Wort endet, soll er seinen Finger dahinter legen und erst neben dem Finger wieder anfangen zu schreiben (angelehnt an Abstandhalter) eventuell vorher den Satz sprechen um zu hören, wo Wörter enden- Satzzeichen: Arbeitsblätter zur Übung, um anzutrainieren die Satzzeichen zu verwenden- Rechtschreibung: durch diverse Übungen den persönlichen Wortbildspeicher füllen und durch Kommunikation und Korrektur die Regeln einüben und verinnerlichen- generell: schreiben, lesen, korrigieren & üben, üben, üben und dabei den Spaß nicht verlieren (persönliche Erfahrung aus der LRS Förderung in der Kindheit).

12. Lerneinheit: Lese-Schreib-Entwicklung bei bilingualen Kindern und Probeklausur

Die 12. Lerneinheit befasst sich mit der Lese-Schreib-Entwicklung bei bilingualen Kindern. Wer sich nicht ausreichend mit dem Forschungsstand befasst, kommt manchmal zu falschen Schlüssen. Einige Zeitgenossen*innen denken z. B., dass die Probleme um so drastischer ausfallen, je weiter die erste Sprache von der deutschen Sprache entfernt ist. Dies ist aber nicht richtig. Denn es sind z. B. nicht die Kinder der japanischen Gemeinde in Düsseldorf, die in Scharen zur Förderschule wechseln müssen. Und – anders als einige Anhänger*innen bilingualen Unterrichts denken, verhilft die Förderung in der ersten (nicht-deutschen) Sprache nicht zu besseren Kenntnissen der Mehrheitssprache. Ihnen dürfte auch die Probeklausur schwer fallen. Und, wer weiß, vielleicht finden sich Fragen aus diesem Zusammenhang auch in der richtigen Klausur. Es lohnt sich also wirklich, sich den letzten Podcast anzuhören.

Literacy und Bilingualität

In der heutigen Sitzung steht auch die Probeklausur an. Das funktioniert so: Sie bearbeiten die Klausur. Sie senden mir Ihre Ergebnisse aber nicht zu. Denn dies würde meine Korrekturen verdoppeln. Ich bin zwar vergleichsweise schnell. Aber ich erwarte etwa 110 Klausuren und ich meine mehr als 100 Hausarbeiten zur Korrektur im Wintersemester. Das reicht mir. Die Korrektur übernehmen Sie selbst – und zwar auf Basis der Infos, die ich im Rahmen der 13. Lerneinheit zur Verfügung stelle.

Probeklausur Diagnostik

Sie sollen zu einem Gutachten Stellung nehmen, das bei einem Kind mit syrischer Migrationsgeschichte feststellt, dass keine Legasthenie sondern Lernbehinderung vorliegt. 

Begutachtet wird ein syrisch-deutschsprachiger Junge im Alter von zehn Jahren und acht Monaten, der seit drei Jahren in Deutschland lebt. In dem Rechtschreibtest Hamburger Schreibprobe erreicht der Schüler lediglich einen Prozentrang von 4 (untersucht werden die Graphemtreffer, also in etwa der Anteil richtig geschriebener Buchstaben). Aus einem CFT 20-Gesamt-IQ in Höhe von 84 schließt das Gutachten auf einen Rückstand in der kognitiven Entwicklung. Das Gutachten berichtet zudem von Problemen im Wortschatz deutscher Sprache. Auch in Sachen Wortschatz greift die Kollegin auf den CFT zurück.  Denn der Intelligenztest CFT20 untersucht mit einer Synonymwörterliste auch den Wortschatz. Diesen Untertest führt die gutachtende Kollegin durch und stellt fest, dass der Junge lediglich einen Wortschatz-IQ von 80 erreicht. Sie interpretiert dies als Hinweis auf einen Rückstand der Sprachentwicklung. Schließlich habe der Junge ja bereits drei Jahre in deutschen Schulen verbracht. Und dies reiche erfahrungsgemäß aus, um ein angemessenes Sprachniveau zu erwerben. 

In den einschlägigen Verordnungen wird sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Lernen als schwerwiegendes, umfängliches und lang andauerndes Schulleistungsversagen definiert. Von Legasthenie geht die Fachdiskussion dagegen aus, wenn Lese/Rechtschreibleistungen diskrepant sind (Lesen bzw. Rechtschreiben müssen mindestens 1.5 Standardabweichungen schlechter ausfallen als man vom IQ her erwarten müsste; Infos in Tabelle 14 der Diagnostik-Materialsammlung) und nicht durch allgemeine Leistungsschwäche erklärt werden können. Hinzu kommen müssen Hinweise auf seelische Verletzungen (liegen aufgrund aufgrund traumatischer Fluchterfahrungen hier vor). Es gibt in der Diagnose von Legasthenie darüber hinaus noch Ausschlusskriterien  (z. B. Sehbehinderungen, spielen in diesem Beispiel aber keine Rolle).

Die Gutachterin stellt auf dieser Basis fest, dass Rechtschreibleistungen und Intelligenzentwicklungen nicht hinreichend diskrepant sind. Aufgrund der schwachen Leistungen in Rechtschreibung und in den Intelligenztests müsse entsprechend festgehalten werden, dass keine Legasthenie, sondern allgemeine Lernschwäche und damit sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Lernen vorliegt.

Fragen:

1. Stimmen Sie diesem Gutachten zu? 
2. Halten Sie die Auswahl der Erhebungsinstrumente für angemessen? 
3. Ist es Ihrer Meinung nach angemessen, aus den gefundenen Werten bzw. aus diesen diagnostischen Informationen die Schlussfolgerungen zu ziehen, die das Ihnen vorgelegte Gutachten zieht? Bitte begründen Sie Ihre Einschätzung.

13. Lerneinheit: Auswertung der Probeklausur

Wie die Probeklausur ausgewertet wird, erfahren Sie in meinem letzten Podcast für diese Veranstaltung. Ich wünsche gutes Gelingen bei Ihrer Klausur.

Auswertung Probeklausur

3 Gedanken zu „Testen und Fördern“

  1. Hallo Herr Mand,

    über das Recherchieren bin ich auf die Seite legasthenie.at gestoßen. Auf dieser Seite können Arbeitsblätter kostenlos heruntergeladen werden. Diese fördern die räumliche Wahrnehmung und Aufmerksamkeit der Kinder. Die Arbeitsblätter sind sehr einfach gehalten, sodass sich diese auch für Zweisprachigkeit der Kinder einsetzen lässt.
    Eventuell ist auch ein kreativer Umgang interessant. Indem beispielsweise Wortabkürzungen (z.B. hdl = had dich lieb) zum Tragen kommen. Mit den Kindern kann so kreativ am Schriftbild gearbeitet werden. Dazu können sie sich eigene Abkürzungen ausdenken. Auch bilingual ist dies möglich (z.B. idc = i don’t care).
    Zudem bin ich häufig über die Galonska LRS-Box gestolpert. Die Spielesammlung konzentriert sich auf die Verbesserung der Schreibweise und kann vielseitig ab der 2. Klasse eingesetzt werden.

    Antworten
  2. Guten morgen zusammen,

    über das deutsche Ärztblatt bin ich auf die Studie „Diagnostik und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung“ von Katharina Galuschka und Gerd Schulte-Körne gestoßen. Hier werden verschiedene Testverfahren zur Diagnose von Lese- und/oder Rechtschreibschwächen recherchiert und teilweise metaanalytisch ausgewertet. Abschließend wurde eine Empfehlung für verschiedene Testverfahren gegeben.
    Für das Grundschulalter von der 1-4 Klasse habe ich die „Würzburger Leise Leseprobe – Revision“ kurz WLLP-R ausgewählt.
    Hier wird die Leseleistung (Dekodier-/Lesegeschwindigkeit) mittels eines Speed-Tests (reine Bearbeitungszeit 5 min, mit Instruktion 15 min) erfasst. Einem geschriebenen Wort werden vier Bildalternativen gegenübergestellt, das passende Bild ist anzustreichen. Für jede Klassenstufe liegen 140 Parallelformen vor (180 für die 4. Klasse).
    Die Zuverlässigkeit des Test liegt laut der Testzentrale, nach der Erechnung des Korrelationskoeffizienten mittels der Retestmethode (Intervall von 14 Wochen) bei rtt = .76 (1. Klasse), rtt = .78 (2. Klasse), rtt = .82 (3. Klasse) und rtt = .80 (4. Klasse).
    Desweiteren besteht eine hohe Korrelation mit anderen Einzelverfahren zur Erfassung der Leseleistung (DLF 1-2 r, Bremer Lesetest r) und eine vorhandene Korrelation mit Lehrerurteil: r = .75 (1. Kl.), r = .58 (2. Kl.), r = .39 (3. Kl.), r = .56 (4. Kl.), sowie der Zensur im Fach Deutsch: r = .45 (3. Kl.), r = .43 (4. Kl.).
    Auf der Seite Testzentral de wird der komplette Test mit Manuel, Schablonensätzen, Testhäften etc. für 139 Euro (ohne Umsatzsteuer) angeboten.

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  3. Hallo Herr Mand,
    zunächst habe ich mich auf verschiedenen Homepages über Legasthenie informiert und konnte feststellen, dass zur ermittlung einer Legasthenie eine umfangreiche Diagnostik nötig ist, welche nicht durch ein einziges Testverfahren umgesetzt werden kann. Zunächst sollte ärztlich überprüft werden, ob das Kind physisch (sehen und hören) und psychisch gesund ist. Zur Differenzialdiagnostik gegenüber einer Lernbehinderung oder Intelligenzminderung sollte eine Intelligenztestung durchegführt werden (bspw. K-ABC – Kaufman Assessment Battery for Children für ca. 100€ auf spielundlern de). Des Weiteren sollte die Konzentration getestet werden (bspw. Conners 3 – Conners Skalen zu Aufmerksamkeit für ca. 300 € auf spielundlern de). Zur Abklärung der Legasthenie kann zum einen der SLRT II: Salzburger Lese-und Rechtschreibtest -Verfahren zur Differentialdiagnose von Störungen des Lesens und Schreibens für die 1. bis 4. Klassenstufe genutzt werden (ca. 118 € auf spielundlern de) und
    DRT 1-5: Diagnostischer Rechtschreibtest (ca. 30 pro Schuljahr) durchgeführt werden. Diese Testverfahren habe ich nach meiner Internetrecherche im Testverzeichnis der Testothek der EvH Bochum gefunden. Ein spezielles Testverfahren für Kinder mit Migrationshintergrund war für mich nicht zu finden. Ich denke nur durch eine differenzierte und ganzheitliche Diagnostik ist das Testergebnis so genau, dass Betroffenen Personen gut geholfen werden kann.

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