Diagnostik für die Elementarpädagogik

Dass Elementarpädagog/*innen etwas von Diagnostik verstehen ist wichtig. Deutlich wird dies im Bereich Sprachförderung. Denn Sprachförderung ist eine wichtige Aufgabe für Kindertagesstätten und Familienzentren. Und ohne geeignete diagnostische Instrumente ist nicht klar, welche Kinder besondere Bedarfe haben. Und es ist auch nicht klar, an welchen Schwerpunkten die Förderung ansetzen muss.

Nun gibt es (auch) im Bereich Diagnostik gute Angebote. Und es gibt auch schlechte Angebote. Wesentliches Lehrziel der Veranstaltung ist es entsprechend, die Studierende in die Lage zu versetzen, gute Testverfahren von schlechten Testverfahren zu unterscheiden. Besonders kompliziert ist das nicht. Man muss nur wissen, worauf man achten muss in den Testhandbüchern. Zweiter Schwerpunkt dieses Seminars ist eine begleitete Anwendung von diagnostischen Instrumenten der Sprachstandsdiagnostik.

Dieses Seminar umfasst eine Semesterwochenstunde und startet am 11.12.2020. Es baut auf dem Seminar „Übergang Kindergarten – Schule“ von Frau Prof. Franke-Meyer auf. Die Seminarsitzungen werden lediglich online angeboten. Dabei ist es nicht erforderlich, dass alle Teilnehmer/*innen gleichzeitig am Bildschirm sitzen. Sondern Sie finden in jeder Woche einen neuen podcast. Diese podcasts enthalten jeweils Vortragseinheiten und Aufgaben zum Thema. Sie sind gebeten, Ihre (kurzen) Beiträge mir als E-Mail-Anhang zukommen zu lassen. Nennen Sie mir einen Nickname, kann ich Ihren Beitrag auf dieser Homepage veröffentlichen. So können die anderen Teilnehmer/*innen des Seminars sehen, was Sie geantwortet haben. Im Optimalfall können so mehr oder weniger in Zeitlupe verlaufende Debatten entstehen.

Die Podcasts beziehen sich i. d. R. auf Tabellen und Abbildungen der Diagnostik-Materialsammlung (unter: Materialien für die Lehre).

Wie das Seminar funktioniert

Erster Teil: Wie Kinder lesen und schreiben lernen

Dass die Lese- bzw. Schreibentwicklung von Kindern nicht erst in der Schule beginnt, ist inzwischen keine neue Einsicht mehr. Viele Kinder können schon im Alter von zwei Jahren Wortbilder erlesen, also z. B. den Schriftzug von geschätzten Produkten entziffern (Fruchtzwerge, Nutella, Kinderschokolade usw.), wenn denn die Schrifttype verwendet wird, die auf der Originalverpackung zu finden ist. Die Wortschatzentwicklung beginnt im ersten Lebensjahr. Die phonologische Bewusstheit beginnt im mit vier oder fünf Jahren, manchmal sogar früher. Dies alles verweist aufs frühe Entwicklungsstufen der Lese-/ und Schreibentwicklung. Entsprechend ist es eigentlich unverzichtbar, dass ein elementarpädagogisches Studium eine intensive Auseinandersetzung mit Lese-/ und Schreibentwicklungsmodellen umfasst.

(01) Erste Sitzung: Zur Lese-/Schreibentwicklung monolingualer Kinder

Pinguin20:

Was kann das Kind?
Das Kind schreibt nach Gehör. Es schreibt einzelne Buchstaben aus dem Gehörten auf (Buchstabenreihe). Das Kind schreibt auch alle Buchstaben richtig auf. Wenn man sich die letzten vier Buchstaben des Beispiels anschaut, ergeben diese das Wort „nase“. An dieser Stelle stimmt die zeitliche Abfolge der Laute und Buchstaben überein. Es stellt sich nur die Frage ob es ein Zufall war oder vom Kind bewusst richtig geschrieben wurde. Ich würde anhand der Buchstaben vermuten, dass das Kind entweder auf die eigene Nase geflogen ist oder es bei einem anderen Kind beobachtet hat, da man in der ersten Zeile eine Ähnlichkeit zu „fliegt“ erkennen kann.

Was kann das Kind nicht?
Das Kind kann den Lautwert der einzelnen Buchstaben nicht angeben, wodurch auch keine Wortgrenzen erkennbar sind. Die Buchstaben sind einfach aneinander gereiht.

Mögliche Förderangebote?
Die Lernbereitschaft des Kindes weiter unterstützen und fördern. Zur Unterstützung dem Kind vorlesen, um die Abfolge von Lauten und Buchstaben zu verdeutlichen. Da das Alter des Kindes nicht bekannt ist: Wenn es sich um ein Vorschulkind handelt, wäre kein weiterer Förderbedarf nötig. Wenn sich das Kind jedoch schon im zweiten Halbjahr der ersten Klasse befände, müssten weitere Förderangebote hinzugezogen werden.

Pandabär9921: „Wie Kinder lesen und schreiben lernen“

  • Sehr viele Kinder entwickeln Probleme im Lesen und Schreiben (circa 10%)
    • Hälfte davon haben einen Migrationshintergrund 
    • Weitere Problemgruppe sind Schüler/Schülerinnen mit Sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich „Lernen“
  • Wortschatz kann Lese- und Schreibentwicklung vorhersagen 
  • Lesen bedeutet aus Buchstaben Laute abzuleiten, aus Lauten Wörter abzuleiten und dann Wörter zu erlesen und deren Bedeutung zu verstehen  
  • Wann beginnt das Lesen/das Schreiben? – Viele Kinder können schon im Alter von zwei Jahren Wortbilder erlesen 
  • Was kann das Kind? 

Vermutlich versucht das Kind nach Gehör zu schreiben, bedeutet, dass das Kind etwas laut ausspricht und versucht die Buchstaben danach aufzuschreiben oder das Kind versucht das Gesprochene von einer anderen Person so aufzuschreiben, wie es sich angehört hat. Deutlich wird, dass das Kind die Buchstaben bereits korrekt schreiben kann und das Wort „nase“ zu erkennen ist. Hier stimmen also die Abfolge der Laute und die Buchstaben überein. 

Was das Kind nun mit dieser Aneinanderreihung von Buchstaben sagen möchte, ist schwierig zu entschlüsseln. Es geht sicherlich um die eigene Nase oder vielleicht auch die Nase eines anderen. Es kann sein, dass sich das Kind die Nase verletzt hat, da man in der ersten Zeile eine Ähnlichkeit zu dem Wort „fliegt“ erahnen kann. 

  • Was kann das Kind nicht? 

Wie nun sicherlich bekannt, bedeutet Lesen aus Buchstaben Laute abzuleiten, aus Lauten Wörter abzuleiten und dann Wörter zu erlesen und deren Bedeutung zu verstehen. Dies kann man auch für diesen Fall nutzen. Das Kind hat Probleme dabei aus Buchstaben Laute abzuleiten. Die Buchstaben sind einfach aneinandergereiht und es fehlen die Lautwerte der einzelnen Buchstaben und damit auch die Wortgrenzen. 

  • Förderbedarf

Um genau sagen zu können, welcher Förderbedarf für das Kind sinnvoll wäre, müsste das Alter des Kindes bekannt sein. Handelt es sich um ein Vorschulkind, würde ich erstmal von einem Förderbedarf absehen, denn auf dieses Problem könnte man genauer in der Schule eingehen und könnte nach Besuch der ersten Klasse schon erledigt sein. Ist das Kind jedoch bereits in der Schule und weist immer noch diese oder ähnliche Probleme auf, müsste man über einen Förderbedarf nachdenken. 

Vieles Vorlesen könnte den Kindern schon im frühen Alter dabei helfen, schneller aus Buchstaben Laute abzuleiten und daraufhin aus Lauten Wörter ableiten zu können und das Schreiben von Wörtern zu erleichtern. 

Schlüssel13:

Fragen: 

  1. Was kann das Kind ? 
  2. Was kann das Kind nicht
  3. Förderbedarf ? 

Was kann das Kind und was nicht ? 

Das Kind schreibt nach Gehör eines anderen bzw. Versucht das aufzuschreiben, was er sich selbst sagt. Das Kind kann das gehörte nicht in einzelne Worte aufschreiben sondern es schreibt exakt die Buchstaben auf, die es raushört oder aber auch so wie das Kind es versteht. Das erkennt man daran, dass man das geschrieben nicht in Worte lesen kann. Seine einzelnen Buchstaben jedoch kann man sehr gut erkennen was zeigt, dass das Kind die Druckbuchstaben gut beherrscht

Wenn man dem Kind sagt, was es aufschreiben soll, ist darauf Acht zu geben, dass die Wörter so ausgesprochen werden, dass die Buchstaben des Wortes rauszuhören sind. Bei dem Wort „Nase“ ist dies ganz einfach, da jeder Buchstabe rauszuhören ist. Das kann das Kind indem es das richtig aufgeschrieben hat. Auch erkennt man das Wort „fliegt“. Das Kind schreibt: fligt. Das liegt daran , dass man bei der Aussprache des Wortes das „e“ nicht raushört. 

Förderbedarf oder Förderangebote? 

Ich denke, dass das Kind auf einem guten Weg ist und die Förderung eher als Unterstützung zu sehen ist. Da das Alter des Kindes unbekannt ist, gehe ich einfach mal davon aus, dass der Schreibversuch seinem Alter entsprechend „normal“ ist. Man muss also nicht expliziert eingreifen, weil das Kind etwas falsch macht, sonder es in seiner weiteren Entwicklung unterstützen. 

Es wäre eine Möglichkeit, mit dem Kind weiterhin zu üben. Seine „Fehler“ gemeinsam anzuschauen und diese zu erklären. Außerdem wäre es vom Vorteil dem Kind Bücher vorzulesen und Hörspiele anzuhören. 

Oompa Loompa 
Frage: Was kann das Kind? Antwort: In dem Schreibversuch des Kindes sind einzelne Buchstaben deutlich zu erkennen. Das Kind besitzt vermutlich schon die Fähigkeit aus dem Gesprochenem einzelne Buchstaben zu isolieren und und diese nach Gehör aufzuschreiben. Leider geht aus dem Versuch nicht hervor, ob das Kind den Satz eines Anderen nachschreibt oder einen eigenen Satz aufschreibt. 

Frage: Was kann das Kind nicht? Antwort: Der Schreibversuch ist schwer entzifferbar. Ich würde behaupten, die Wörter „Di“ = Die, „fligt“= fliegt, „Uwes“= Uwes (Name), „nase“= Nase herauszulesen. Die Wortgrenzen sind jedoch schwer erkennbar, da die einzlenen Buchstaben beziehungsweise Wörter aneinandergereiht sind. Das Kind hat demnach das Problem, die Laute der einzelnen Wörter abzuleiten und folglich Wortgrenzen zu setzen. 
Frage: Besteht ein möglicher Förderbedarf? Welche Förderangebote gäbe es? Antwort: Ob ein Förderbedarf besteht, ist in diesem Beispiel schwer ermittelbar, da das Alter des Kindes nicht aufgeführt wird. Ist das Kind jedoch ein „Schreibanfänger“ oder Vorschulkind, besteht kein Förderbedarf. Selbst in der ersten Klasse würde ich von einem Förderbedarf absehen, da den Kindern im Laufe dieses Schuljahres das Schreiben gelehrt wird. Ist das Kind jedoch schon in einer höheren Klasse, müsste es in seiner Schreibenteicklung gefördert werden.

Blume17: Was kann das Kind?

Das Kind schreibt nach dem was gesprochen wird. (Phonetisches schreiben)

Es schreibt nicht das komplette Wort auf, sondern die erhörten Buchstaben. Dabei ist zu erkennen das, dass Kind die Buchstaben korrekt aufschreibt und diese beherrscht.

Was kann das Kind nicht?

Das Kind kann die Worte noch nicht eingrenzen. Es reiht die gehörten Buchstaben aneinander. 

Möglicher Förderbedarf?

Das Alter des Kindes ist nicht bekannt, weshalb ein passender Förderbedarf nicht genau zu nennen ist. Das Kind scheint Lernbereit zu sein und das sollte durch gemeinsames üben gefördert und dadurch gestärkt werden. Regelmäßiges Vorlesen und eine klare und bewusste Aussprache können das Kind dabei unterstützen. 

Eule12:

Wie Kinder lesen und schreiben lernen

Was kann das Kind?

– Das Kind kennt die einzelnen Buchstaben und reiht diese so wie es gehört wird aneinander

Was kann das Kind nicht?

– Das Kind trennt die Wörter nicht, sondern schreibt die gehörten Buchstaben nacheinander auf

Möglicher Förderbedarf?

  • –  Übung macht den Meister
  • –  Durch Wiederholungen lernt das Kind die einzelnen Wörter zu trennen und zuverstehen
  • –  Ohne Altersangabe ist es schwierig, einen konkreten Förderbedarf zu nennen

F44: Was kann das Kind?

Das Kind besitzt bereits die Fähigkeit aus dem Gehör zu schreiben. Es kann einen Zusammenhang zwischen Lauten und Buchstaben herstellen und demnach aus dem Gehörten die Buchstaben herausfiltern, die es braucht, um die Wörter zu schreiben. Dies erkennt man zum Beispiel daran, dass es bei dem Wort „Di“ den Buchstaben „e“ weglässt, da es diesen nicht heraushören kann.

Was kann das Kind nicht?
Das Kind erkennt noch keine Wortgrenzen, sodass es keine Abstände zwischen den Wörtern lässt.

Förderbedarf

Aufgrund der fehlenden Angabe des Alters ist es schwierig herauszustellen, ob ein Förderbedarf vorliegt oder nicht. Jedoch kann in beiden Fällen Förderung der phonologischen Bewusstheit hilfreich sein, indem man beispielsweise mit dem Kind Reim-Spiele spielt oder Lieder mit Reimen singt. Bei der phonologischen Bewusstheit spielen auch Silben eine wichtige Rolle, da der Fokus nicht mehr auf der Bedeutung des Wortes liegt, sondern auf den Silben und Lauten. Dies kann zum Beispiel durch Klatschspiele fördern, in dem man die Silben der Wörter mitklatscht.

F44: Was kann das Kind?

Das Kind besitzt bereits die Fähigkeit aus dem Gehör zu schreiben. Es kann einen Zusammenhang zwischen Lauten und Buchstaben herstellen und demnach aus dem Gehörten die Buchstaben herausfiltern, die es braucht, um die Wörter zu schreiben. Dies erkennt man zum Beispiel daran, dass es bei dem Wort „Di“ den Buchstaben „e“ weglässt, da es diesen nicht heraushören kann.

Was kann das Kind nicht?
Das Kind erkennt noch keine Wortgrenzen, sodass es keine Abstände zwischen den Wörtern lässt.

Förderbedarf

Aufgrund der fehlenden Angabe des Alters ist es schwierig herauszustellen, ob ein Förderbedarf vorliegt oder nicht. Jedoch kann in beiden Fällen Förderung der phonologischen Bewusstheit hilfreich sein, indem man beispielsweise mit dem Kind Reim-Spiele spielt oder Lieder mit Reimen singt. Bei der phonologischen Bewusstheit spielen auch Silben eine wichtige Rolle, da der Fokus nicht mehr auf der Bedeutung des Wortes liegt, sondern auf den Silben und Lauten. Dies kann zum Beispiel durch Klatschspiele fördern, in dem man die Silben der Wörter mitklatscht.

(02) Zweite Sitzung: Zur Lese-/Schreibentwicklung bilingualer Kinder

Nun sind monolinguale Kinder in einigen Regionen Deutschlands schon lange nicht mehr der Regelfall. Dass Kinder mit zwei Sprachen aufwachsen, ist ein Massenphänomen. Entsprechend sollten sich Pädagogen*innen möglichst früh mit der Frage befassen, wie die Entwicklungsverläufe unter der Bedingung von Bilingualität aussehen und welche Lernbedürfnisse diese Kinder haben.

Literacy bei bilingualen Kindern

Abbildung 1: Was über den Schulerfolg von Kindern mit MIgrationsgeschichte entscheidet.

Zweiter Teil: Woran man gute und schlechte Testverfahren erkennt

Nun gibt es nicht ein Testverfahren, mit dem man den Sprachstand von Kindern erheben kann. Sondern es gibt eine Vielzahl von Testverfahren und Screeninginstrumenten, die behaupten derlei zu erheben. Das Problem: Im Bereich Diagnostik gibt es keine unabhängige Qualitätskontrolle, einen Test-TÜV o.ä. Sondern es gibt Verlage, die Testverfahren verkaufen wollen. Veraltete Testverfahren werden dann zu in der Praxis bewährten Tests erklärt. Wenn die Mindeststandards der Testdiagnostik nicht erreicht werden, behauptet man schnell, dass hier ein qualitatives und damit wertvolles Verfahren entwickelt wurde. Und das ist auch so, dass Schwächen geschwiegen werden. Zu diesen Schwächen gehört der Umgang mit Migration und Armut.

Bilingualität und Armut spielen beim Lesen und Schreiben eine wichtige Rolle. Entsprechend ist es sinnvoll, Verfahren einzusetzen, die mit diesen Kindern fair umgehen. Das Problem: Die meisten Verfahren sind keineswegs darauf ausgerichtet, fair mit Kindern aus von Armut und/oder Migration betroffenen Familien umzugehen. Sondern es geht vielfach eher darum, eine klar definierte Mehrheit von unauffälligen Kindern von einer kleinen Minderheit von auffälligen Kindern zu unterscheiden. Und diese auffälligen Kinder, das sind eben ziemlich häufig die Kinder der Armen oder die Kinder der Migrant*innen.

Fairness in der Sprachstandsdiagnostik

Tab 23: Empfehlungen des Bayrischen Landesjugendamts zur gutachterlichen Stellungnahme bei der Feststellung seelischer Behinderungen. 
www.blja.bayern.de/Textoffice/Gesetze/Textsammlung_SGB_VIII/TextOfficeSGBVIII_§_035a.htm Zugriff am 28.2.2007
1.1 Untersuchungen und Angaben zum „Klinisch-psychiatrischen Syndrom“ (Achse 1): Das Gutachten soll eine Angabe darüber enthalten, ob eine psychische Störung im Sinne eines „klinisch-psychiatrischen Syndroms“ vorliegt. Soweit es diagnostisch möglich ist, soll eine Aussage darüber erfolgen, in welcher Weise ggf. die psychische Störung im Zusammenhang mit einer Teilleistungsschwäche des Kindes oder Jugendlichen steht. …1.2 Zu den „umschriebenen Entwicklungsstörungen der schulischen Fertigkeiten“ (Achse 2,siehe Seite 3) … gehören u. a. die „Lese- und Rechtschreibstörung“ (Legasthenie) und die Rechenstörung (Dyskalkulie). … Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten sind als seelische Behinderung oder drohende seelische Behinderung zu werten, wenn zur Funktionsstörung ein soziales Integrationsrisiko hinzukommt, so daß die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen und seine Eingliederung in die Gesellschaft aller Voraussicht nach beeinträchtigt wird. … Im Gutachten sind die Verfahren und die Ergebnisse zu benennen, nach denen die Diagnose der Entwicklungsstörung des Lesens und Rechtschreibens bzw. der Rechenstörung oder anderer Teilleistungsschwächen festgestellt wurden. … Das Gutachten muß Angaben über das schulische/berufliche Versagen im Lesen und Rechtschreiben enthalten. Grundlage dafür sind z.B. schulische Stellungnahmen und Schulzeugnisse, mangelhafte und ungenügende Diktatnoten. … Der Prozentrang im Rechtschreib- bzw. Lesetest sollte < 10 % entsprechen. Aufgrund der Fehlerstreuung der Testverfahren ist dieser Prozentrang nicht als strikte obere Grenze, sondern als Richtwert zu verstehen, der im Rahmen der übrigen diagnostischen Befunde zu bewerten ist. …1.3 Angaben zum Intelligenzniveau (Achse 3):Unverzichtbar sind Angaben zur allgemeinen Intelligenzentwicklung. Dazu muß im Gutachten das angewandte Verfahren benannt werden. Als geeignete Verfahren bieten sich an: HAWIK-R, Kaufmann-Test, Adaptives-Intelligenzdiagnostikum (AID), CFT1 und CFT20. Liegen die Testwerte bei CFT1 bzw. CFT20 im unteren Durchschnittsbereich (IQ 85 bis 95), so empfiehlt es sich eine Überprüfung mit den Verfahren HAWIKR oder Kaufmann-Test bzw. AID, um eine allgemeine Intelligenzminderung auszuschließen. Nach den Kriterien von ICD-10 ist für die Feststellung der Entwicklungsstörung ein Intelligenzquotient > 70 vorauszusetzen.Das Gutachten muß eine Beurteilung darüber enthalten, inwieweit eine Diskrepanz zwischen der allgemeinen intellektuellen Begabung und dem Versagen im Lesen und Rechtschreiben bzw. im Rechnen besteht. ….1.4 Angaben zur Körperlichen Symptomatik“ (Achse 4 Das Gutachten muß eine Aussage darüber enthalten, daß eine neurologische Erkrankung (z.B. Epilepsie, Cerebralparese), Sinnesbehinderungen (vor allem im Bereich des Sehens und Hörens) sowie andere körperliche Beeinträchtigungen als Ursache für das Versagen im Lesen, Rechtschreiben bzw. Rechnen ausgeschlossen sind. …
1.5 Angaben zu „Aktuellen abnormen psychosozialen Umständen“ (Achse 5):Die gutachterliche Untersuchung soll die Kenntnis der psychosozialen Lebensumstände des betroffenen Kindes und Jugendlichen einschließen. … Ergänzend zu den Klassifikationskategorien, wie sie im Multiaxialen Klassifikationsschema der Achse 5 angeführt sind, muß überprüft sein, inwieweit eine schulische Förderung des Kindes erfolgt ist (spezielle Stützkurse seitens der Schule, Hausaufgabenhilfe, wesentliche Fehlzeiten usw.). Hilfreich ist eine Aussage darüber, aus welchen Gründen die familiären und innerschulischen Bemühungen nicht ausgereicht haben. Es ist zu verdeutlichen, daß eine außerschulische und außerfamiliäre Behandlung (z.B. „Legasthenietherapie“, „Rechentherapie“) erforderlich und geeignet ist, um die genannten Störungen und damit die (drohende) seelische Behinderung wirksam zu mildern und die soziale und schulische bzw. berufliche Eingliederung zu stützen.1.6 Angaben zur „Globalbeurteilung der psychosozialen Anpassung“ (Achse 6):Das Gutachten muß dazu Stellung nehmen, inwieweit die psychosoziale Anpassung des Kindes bzw. Jugendlichen zum Begutachtungszeitpunkt beeinträchtigt ist.

Pinguin 20:

Frage: Was treibt das Bayrische Landesjugendamt da und warum haben die so merkwürdige Vorschläge gemacht?

Das Bayrische Landesjugendamt schreibt, dass zur Feststellung einer seelischen Behinderung auf die Teilleistungsschwäche der Kinder geschaut werden soll. Dabei werden die Teilleistungsschwächen als Entwicklungsstörungen der schulischen Fertigkeiten umschrieben. Das bedeutet, dass Schwierigkeiten in Bereichen des Lesens und der Rechtschreibung als seelische Behinderung gewertet werden. Dazu kommt dann noch, dass die Kinder als Versager dargestellt werden. Die allgemeine Begabung des Kindes wird zusätzlich durch einen Intelligenztest getestet. Dabei wird festgestellt, ob die Teilleistungsschwäche die einzige Entwicklungsstörung des Kindes ist oder ob die Ursache des „Versagens“ bei der allgemeinen Intelligenzminderung liegt. Zur gutachterlichen Feststellung gehört auch die Untersuchung der Lebensumstände der Familie und der bereits getroffenen Fördermaßahmen. 

Zusammenfassend wird behauptet, dass Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche als Versagen dargestellt werden. Desweitern kann eine Entwicklungsstörung eine seelische Behinderung sowie ein Integrationsrisiko zur Folge haben, dem außerschulisch und außerfamiliär entgegengewirkt werden muss. 

Das führt meiner Meinung nach dazu, dass die Kinder stigmatisiert werden und nicht alle möglichen Ursachen der Lese- und Rechtschreibschwäche berücksichtigt werden. Desweiteren darf eine Schwäche nicht als Versagen gekennzeichnet werden, da die Kinder ja meist nichts dafür können und ihr bestmögliches geben. Dadurch darf die Schwäche auch nicht direkt als seelische Behinderung angesehen werden, sondern als Entwicklungsstörung. Dabei ist die seelische Behinderung nicht bei jedem Kind die Ursache, sondern sie kann auch als Folge der Schwäche eingetreten sein, wenn das Kind sich beispielsweise benachteiligt fühlt. Selbst wenn das Kind aufgrund einer Behinderung oder auch einer Krankheit eine Teilleistungsschwäche hat, ist es kein Versager und hat auch keine allgemeine Intelligenzminderung. Was bei der Nennung der Intelligenztests auch deutlich geworden ist, dass Kinder aufgrund der Lese- oder Rechtschreibschwäche auch Schwierigkeiten bei dem Test haben werden und aufgrund dessen vermutlich schlechter abschneiden, wenn es um sprachliche Aufgaben geht. Aus diesem Grund müsste der Fairness halber der Intelligenztest durch Ausgleichspunkte oder ähnliches auf Krankheiten oder auch Entwicklungsstörungen eingehen, um den Intelligenzquotienten richtig und fair einschätzen zu können. 

Pandabär 9921: In ihrer Stellungnahme schreibt das bayrische Landesjugendamt, dass psychische Störungen mit Teilleistungsschwächen des Kindes / des Jugendlichen im Zusammenhang stehen. Ebenso beschreiben Sie umschriebene Entwicklungsstörungen als eine (drohende) seelische Behinderung. Diese umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten zielen einerseits auf die sogenannte „Lese- und Rechtschreibschwäche“ in der Fachsprache Legasthenie genannt und andererseits auf die Rechenstörung, fachlich Dyskalkulie. Sehr bedauerlich finde ich, dass Aussagen des „Versagens“ getätigt werden. Die allgemeine Begabung des Kindes wird getestet, indem Intelligenteste durchgeführt werden wie das Verfahren HAWIKR oder der Kaufmann-Test. Anhand des Ergebnisses kann man schließlich ersehen, ob das Kind nur eine Teilleistungsschwäche als Entwicklungsstörung hat oder zusätzlich auch eine allgemeine Intelligenzminderung vorliegt. In das Testverfahren sollten die Familiären Lebensumstände des Kindes als auch bereits durchgeführte Förderung in Betracht gezogen werden. 

Festzuhalten ist also, dass Kinder, welche unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche leiden oder Schwierigkeiten beim Rechnen haben, als schulische/berufliche Versager betitelt werden. Diese sogenannten Entwicklungsstörungen sollten laut der Stellungnahme die Folge haben, dass Kinder unter einer seelischen Behinderung leiden und dazu ein Risiko zur Integration besteht. Um diesen Folgen entgegenzuwirken, sind außerschulische und außerfamiliäre Behandlungen erforderlich. 

Meiner Meinung nach, geht das Landesjugendamt aus Bayern nicht sinnvoll vor. Mögliche Ursachen für eine Lese- und Rechtschreibschwäche, sowie Rechenschwierigkeiten werden unzureichend thematisiert. Diese Schwierigkeit der Kinder lässt nicht direkt auf eine seelische Behinderung schließen und lässt es vor allem nicht zu, Kinder als Versager zu betiteln. Sicherlich kann man eine Lese-Rechtschreibschwäche als Entwicklungsstörung betrachten, jedoch ist diese Schwäche keine Folge auf eine seelische Behinderung. Zumal sollte man beachten, dass es auf dieser Welt Kinder gibt, die unter einer Behinderung leiden und dadurch auch Schwierigkeiten haben, den schulischen Inhalt zu erlernen, also eine Teilleistungsschwäche haben. Hierbei dann vom schulischen/beruflichen Versagen zu sprechen oder von einer allgemeinen Intelligenzminderung, ist meiner Ansicht nach nicht der richtigen Ansicht. Zum Schluss möchte ich auf die Fairness der Intelligenzteste eingehen.  Bei der Durchführung des Testes ist sicherlich bekannt, dass die Testperson unter einer Lese- und einer Rechtschreibschwäche leidet. Bei Leseaufgaben oder generellen Aufgaben aus dem Sprachbereich, wird die Testperson wahrscheinlich schlechter ausfallen. Somit sollten in solchen Testverfahren Krankheiten, Entwicklungsstörungen oder ähnliches miteinbezogen werden , um schlussendlich ein richtiges und faires Ergebnis mitteilen zu können, welches im Gutachten beachtete werden kann. 

Anmerkung Mand: Ich verstehe, dass Sie die Anweisungen als eher Defizit-orientiert verstehen. Das eigentliche Problem liegt aber auf einer anderen Ebene: Die wollen eine bestimmte Gruppe von Schüler*innen von der Förderung ausschließen: Kinder mit Migrationsgeschichte und Kinder aus von Armut betroffenen Familien. Letztlich kann man die damals veröffentlichten Anweisungen als Empfehlung verstehen, unfaire Testverfahren einzusetzen, wenn faire Testverfahren ergeben, dass der Versuch, diese Kinder in die Förderschulen abzuschieben, erfolgreich sein könnte. Ein Motiv gibt es auch: Die Förderschulen bezahlt das Land zu erheblichen Anteilen. Weniger Kinder mit Legasthenie bedeuten weniger Ausgaben für die Jugendämter. Je mehr schwache Schüler*innen mit Rechtschreibproblemen in die Förderschulen wechseln, desto weniger Geld müssen die Kommunen aufwenden.

Oompa Loompa: Was treibt Bayern? Warum geben die merkwürdige Vorschläge?

Das Bayrische Landesjugendamt empfiehlt, bei psychischen Störungen ein Gutachten auszustellen, in dem, soweit es möglich sei, enthalten ist, ob die psychische Erkrankung in Zusammenhang mit einer Teilleistungsschwäche eines Kindes steht. Die Teilleistungsschwächen umschreiben in diesem Kontext schulische Fertigkeiten, die zum Beispiel die Legasthenie oder Dyskalkulie umfassen.  Dem Landesjugendamt zu Folge, ist dieses „Versagen“ der schulischen Fertigkeiten als (drohende) seelische Behinderung zu werten, wenn dem Kind der Zugang zur Gesellschaft erschwert oder verwehrt wird. Des Weiteren seien Angaben zur allgemeinen Intelligenzentwicklung unverzichtbar, um eine allgemeine Intelligenzminderung auszuschließen. Mittels verschiedener Testverfahren, könne das Intelligenzniveau ermittelt werden. Zudem muss das Gutachten Aussagen über neurologische Krankheiten, Sinnesbehinderungen und anderer körperliche Beeinträchtigungen, die demnach kein Indikator für das „schulische Versagen“ darstellen. Folgend gibt das bayrische Landesjugendamt an, in dem Gutachten Angaben zu den Lebensumständen des betroffenen Kindes zu geben. Hilfreich sei hierbei eine Aussage über die Gründe des familiären und außerschulischen Versagens. Zuletzt müsse das Gutachten „dazu Stellung nehmen, inwieweit die psychosoziale Anpassung des Kindes bzw. Jugendlichen zum Begutachtungszeitpunkt beeinträchtigt ist.“

Ich sehe ein Problem in zwei Punkten. Zum einen finde ich es sehr leichtfertig, die mangelnden schulischen Fertigkeiten wie Legasthenie oder Dyskalkulie als Gründe für eine seelische Behinderung zurückzuführen. Ich denke, dass solche Störungen neuronale Ursachen haben oder auch schlichtweg von den Eltern in manchen Fällen weitergegeben wurden, da diese selbst Legastheniker sind. Nur weil die Kinder Probleme beim Lesen und  Erlenen der Lautunterscheidung und –zuordnung haben, sind sie nicht weniger intelligent beziehungsweise es mangelt bei ihnen nicht zwangsläufig an anderweitigem Wissen.

Zum anderen spielt in dieser Empfehlung, wie Herr Mand auch schrieb, die soziale Herkunft scheinbar eine wichtige Rolle. Dies wird beispielsweise in folgenden Sätzen betont:

„…Kenntnis der psychosozialen Lebensumstände des betroffenen Kindes und Jugendlichen einschließen.“ -> also durch soziale Gegebenheiten (z.B. Sprache, Kultur, Gesellschaft)

„…inwieweit eine schulische Förderung des Kindes erfolgt ist (spezielle Stützkurse seitens der Schule, Hausaufgabenhilfe, wesentliche Fehlzeiten usw.)“ -> Frage: inwieweit wird/wurde das Kind von seinen Eltern/Umfeld unterstützt/nicht unterstützt (Hierbei empfinde ich vor allem die Fehlzeiten als Signalwort! -> Ich finde, dass das den Eltern gegenüber vorwurfsvoll klingt, nach dem Motto: Ist es euch wichtig, dass euer Kind regelmäßig zur Schule geht oder sind  ein paar Fehlstunden nicht von großem Interesse?)

„Hilfreich ist eine Aussage darüber, aus welchen Gründen die familiären und innerschulischen Bemühungen nicht ausgereicht haben.“
Wie auch schon in dem Podcast gehört, werden so Kinder anderer Herkunft oder sozialer Unterschicht stigmatisiert.

Anmerkung Mand: Dass die seelische Behinderung ins Spiel kommt, hat nicht mit den Vorlieben des Landesjugendamts zu tun, sondern ist die Grundlage der Genehmigung von Legasthenietherapie. Die wird nämlich nicht etwa bezahlt, weil es Probleme im Lesen und Schreiben gibt. Sondern die wird bezahlt, weil die Erfahrung nicht lesen und schreiben zu können, bei normal intelligenten Kindern zu seelischen Behinderungen führen kann. Glückliche, normal intelligente Kinder mit gravierenden Lese-/Rechtschreibproblemen, bei denen keine seelische Behinderung zumindest droht, sind qua Definition keine Legastheniker. Weitere Infos finden Sie in Tabelle 13 und 14 der Diagnostikmaterialsammlung dieser Homepage (Materialien für die Lehre).

Schlüssel13

Vorschläge: Die erste Auffälligkeit in dem Artikel ist, dass immer wieder die Wörter „Versagen“ und „Begabung“ erscheinen. Die Wörter tauchen im fast jeden Punkt des Empfehlungsschreiben auf und werden mit der Lese- Rechtschreibstörung in Verbindung gebracht. Fraglich ist, wieso ein Kind laut dem Bayerischen Landesjugendamt versagt, weil es Probleme beim Lesen und Schreiben aufzeigt. Genauso fraglich ist es jedoch, dass ein Kind eine Begabung hat wenn es lesen oder schreiben kann. Es versteht sich, dass lesen und schreiben eine wichtige Vorraussetzung ist, jedoch ist der Maßstab den das Bayerische Landesjugendamt damit verbindet fraglich. Meiner Meinung nach ist es verwerflich ein Kind als Unbegabt oder Versager darzustellen, weil es eine Lese- Rechtschreibstörung aufweist. Andersrum finde ich es genauso verwerflich ein Kind mit Wörtern hoch zu stufen (In dem Falle „Begabung“). Eine weitere für mich nicht verständliche Aussage, findet sich im Punkt 1.2. Dort steht, dass Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten als seelische oder drohende seelische Behinderung zu werten ist, WENN ein Integrationsrisiko hinzukommt. Es ist zwar richtig, den Punkt des Integrationsrisikos in Betracht zu ziehen, jedoch sollte dies nicht der einzige Punkt sein  der in Betracht gezogen wird. Schließlich kann auch ein anderer Grund verantwortlich dafür sein, dass das Kind eine Entwicklungsstörung ausweist.

Punkt 1.3 Bestätigung dass das Wissen über das Fairnessproblem von Intelligenztestverfahren weit verbreitet ist: 

Im Punkt 1.3 des Bayerischen Landesjugendamtes werden mehrere Intelligenztestverfahren als Beispiel angeboten. Wie im dazugehörigen Podcast gehört, steht nirgendwo geschrieben ob ein Verfahren fair ist oder nicht. Dazu müsste man sich mit dem jeweiligen Verfahren auseinandersetzen. Da jedoch welche vom Landesjugendamt als Beispiel aufgeschrieben wurde, würden diese meist auch gewählt und nicht hinterfragt werden. Außerdem wird deutlich, dass man mehrer Verfahren anwenden muss um zu einem gezielten Ergebnis zu kommen, wenn die Testergebnisse im unteren Durchschnittsbereich liegen (IQ). Der Durchschnittsbereich kann jedoch schneller erreicht werden als gedacht, da die Testverfahren nicht richtig angepasst sind. 

6. und 7. Lerneinheit

In der sechsten und siebten Lerneinheit geht es um die Frage, was Sie bei einer Hausarbeit beachten sollten. Die Hausarbeiten sollen einen Umfang von 15 000 Zeichen haben. Hierzu zählen Leerzeichen und alle Arten von Anhängen.

Die Hausarbeiten erbitte ich als E-Mail-Anhang bis zum 15.2.2021 (spätester Eingang: 23.59 Uhr). Eine Papierfassung ist hier nicht notwendig. Bei Studierenden im dritten Versuch gelten aber andere Bedingungen. Sie erhalten eine Eingangsbestätigung, so Sie genügend Platz auf dem Account haben, um die entsprechende E-Mail empfangen zu können. Es ist also klug, im Vorfeld den EvH Spam aus dem Konto zu löschen, der normalerweise binnen kurzer Zeit Ihr Konto außer Funktion setzt. Ansonsten landet meine Antwort-Mail im Nirvana.

Bitte beachten Sie dabei folgende formale Vorgaben:

1. Bitte verwenden Sie nur eine Datei pro Hausarbeit. Keine Ahnung, warum einige Zeitgenoss*innen dazu übergehen, mir Ihre Hausarbeit in vielen Einzelstückchen zu kredenzen. Tun Sie das bitte nicht. Seien Sie sich in jedem Fall versichert: Ob auf der ersten Seite eine Seitenzahl steht oder nicht, ist mir vollkommen gleichgültig.

2. Bitte benennen Sie diese Datei mit Ihrem Nachnamen und nicht etwa mit HausarbeitMand.pdf o.ä.

3. Bitte verwenden Sie in jedem Fall als Dateiformat pdf. Denn ansonsten sehen meine Ausdrucke, die ich dann ans Prüfungsamt sende, merkwürdig aus.

4. Bitte vergessen Sie auch nicht die Versicherung an Eides statt (ausdrucken, unterschreiben, scannen, ins Dokument als Bild einfügen).

5. Auch wenn es in der Politik nun einige prominente Plagiator*innen gibt – bitte achten Sie darauf, dass Sie eigene Positionen klar und deutlich von den Positionen anderer trennen.

6. Als Zitationssystem bevorzuge ich den APA-Standard (einen Podcast hierzu finden Sie auf der Seite zu meinem Seminar „Forschen über Inklusion“). Das tue ich deshalb, weil es sich in meinem Metier sicher um den bedeutendsten Standard handelt. Wenn Sie unbedingt die Empfehlungen der EvH anwenden wollen, ist auch dies möglich.

7. So Sie Ihre eigene berufliche Praxis zum Gegenstand einer Hausarbeit machen wollen: Bitte anonymisieren Sie unbedingt alle Angaben (keine Klarnamen, keine Institutionen, keine Orte).

8. Wenn Sie mir einen Nickname mitteilen, veröffentliche ich die Noten vermutlich Anfang März unter Angaben des Nicknames auf meiner Homepage.

Ihre Hausarbeit kann unterschiedlich konzipiert sein. Inhaltlich sollte sich Ihre Hausarbeit auf das belegte Modul konzentrieren. Sie können eine klassische Hausarbeit schreiben (also strittige Frage formulieren, nachvollziehbar in Fachdatenbanken recherchieren, Veröffentlichungen zusammenfassen und interpretieren, Antwort formulieren). Sie können aber auch eine Hausarbeit auf Ihre eigene Praxis beziehen (also z. B.: Kind vorstellen, Informationen über Entwicklungsstand /wichtiges Problem des Kindes sammeln, nachvollziehbar in Fachdatenbanken zu geeigneten Fördermethoden recherchieren, Forschungsstand zusammenfassen und interpretieren, Fördermethoden empfehlen).

Mir ist klar, dass es schwierig sein kann, unter den derzeitigen Bedingungen an Literatur zu kommen. Sie können sich deshalb auf die Anteile der Fachdatenbanktreffer konzentrieren, die im Internet frei verfügbar sind. Sie können aus diesem Grund auch Literatur einbeziehen, die nicht mehr allzu frisch ist. Die Konzentration auf Datenbanktreffer, die im Internet frei verfügbar sind, kann allerdings dazu führen, dass Sie nicht ausreichend Literatur für das Thema finden, das Ihnen eigentlich vorschwebt.

Zunächst möchte ich einige Informationen zum Thema Hausarbeiten im Studiengang EP unterbringen.

Hausarbeiten in EP

Und dies sind die einschlägigen Podcasts aus der Veranstaltung „Forschen über Inklusion“.

Recherche in Fachdatenbanken

Dokumentation der Recherche in Hausarbeiten und Auswahl von Datenbanktreffern nach Genre

Literatur lokalisieren

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