Diagnostik für die Elementarpädagogik

Dass Elementarpädagog/*innen etwas von Diagnostik verstehen ist wichtig. Deutlich wird dies im Bereich Sprachförderung. Denn Sprachförderung ist eine wichtige Aufgabe für Kindertagesstätten und Familienzentren. Und ohne geeignete diagnostische Instrumente ist nicht klar, welche Kinder besondere Bedarfe haben. Und es ist auch nicht klar, an welchen Schwerpunkten die Förderung ansetzen muss.

Nun gibt es (auch) im Bereich Diagnostik gute Angebote. Und es gibt auch schlechte Angebote. Wesentliches Lehrziel der Veranstaltung ist es entsprechend, die Studierende in die Lage zu versetzen, gute Testverfahren von schlechten Testverfahren zu unterscheiden. Besonders kompliziert ist das nicht. Man muss nur wissen, worauf man achten muss in den Testhandbüchern. Zweiter Schwerpunkt dieses Seminars ist eine begleitete Anwendung von diagnostischen Instrumenten der Sprachstandsdiagnostik.

Dieses Seminar umfasst eine Semesterwochenstunde und startet am 11.12.2020. Es baut auf dem Seminar „Übergang Kindergarten – Schule“ von Frau Prof. Franke-Meyer auf. Die Seminarsitzungen werden lediglich online angeboten. Dabei ist es nicht erforderlich, dass alle Teilnehmer/*innen gleichzeitig am Bildschirm sitzen. Sondern Sie finden in jeder Woche einen neuen podcast. Diese podcasts enthalten jeweils Vortragseinheiten und Aufgaben zum Thema. Sie sind gebeten, Ihre (kurzen) Beiträge mir als E-Mail-Anhang zukommen zu lassen. Nennen Sie mir einen Nickname, kann ich Ihren Beitrag auf dieser Homepage veröffentlichen. So können die anderen Teilnehmer/*innen des Seminars sehen, was Sie geantwortet haben. Im Optimalfall können so mehr oder weniger in Zeitlupe verlaufende Debatten entstehen.

Die Podcasts beziehen sich i. d. R. auf Tabellen und Abbildungen der Diagnostik-Materialsammlung (unter: Materialien für die Lehre).

Wie das Seminar funktioniert

Erster Teil: Wie Kinder lesen und schreiben lernen

Dass die Lese- bzw. Schreibentwicklung von Kindern nicht erst in der Schule beginnt, ist inzwischen keine neue Einsicht mehr. Viele Kinder können schon im Alter von zwei Jahren Wortbilder erlesen, also z. B. den Schriftzug von geschätzten Produkten entziffern (Fruchtzwerge, Nutella, Kinderschokolade usw.), wenn denn die Schrifttype verwendet wird, die auf der Originalverpackung zu finden ist. Die Wortschatzentwicklung beginnt im ersten Lebensjahr. Die phonologische Bewusstheit beginnt im mit vier oder fünf Jahren, manchmal sogar früher. Dies alles verweist aufs frühe Entwicklungsstufen der Lese-/ und Schreibentwicklung. Entsprechend ist es eigentlich unverzichtbar, dass ein elementarpädagogisches Studium eine intensive Auseinandersetzung mit Lese-/ und Schreibentwicklungsmodellen umfasst.

(01) Erste Sitzung: Zur Lese-/Schreibentwicklung monolingualer Kinder

(02) Zweite Sitzung: Zur Lese-/Schreibentwicklung bilingualer Kinder

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