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Norm und Abweichung
Arbeitsgruppe Frauenrollen im Rechtsextremismus (Charlotte Winkler, Katharina Ott, Kristina Kempkes, Maike Welde, Marie Klaiss, Melanier Grzella)

Frage:

Mit welchen Rollenerwartungen sind rechtsextreme Frauen konfrontiert?


Verwendete Datenbank /Suchbegriffe


Die Arbeitsgruppe verwendet die Kataloge der EvH Bibliothek und der Bibliothek der TU Dortmund. Ergänzend werden Internetquellen aufgenommen.

Ergebnisse


Das rechtsextremistische Weltbild sieht entsprechend der „natürlichen, biologischen Bestimmung“ für die Frau vor, dass diese sich hausfraulichen und mütterlichen Pflichten widmet. Sie hat innerhalb dieser Gemeinschaft die Reproduktionsrolle inne, um das deutsche Volk zu erhalten (Brück 2005, S. 35; Renz 1999, S. 13ff.). Die hierarchischen Strukturen stellen den Mann über die Frau (Werner 2009, S. 819).

Emanzipatorische Prozesse werden als Fehlentwicklung angesehen, welche die ersehnte Volksgemeinschaft bedrohen (Werner 2009, S. 130). Feministische und Gender-Mainstreaming-Bestrebungen werden abgelehnt (Renz 1999, S. 14f ).

Das harmlose Image der Frau wird von Parteien als Anwerbestrategie genutzt, um die Sympathien der Wählerschaft zu gewinnen und den Marktwert zu erhöhen (Renz 1999, S. 15 f).

Dieses Frauenbild steht nicht selten im Widerspruch zum Selbstbild der Frau in der rechten Szene. Ein Teil versteht sich als Anhängerschaft der traditionellen Ideologie, wohingegen andere (politische) Aktivistinnen der natürlichen, biologischen Rollenverteilung kritisch gegenüberstehen (vgl. Brück 2005, S. 36; Engel/ Menke 1995, S. 54; Renz 1999, S. 15f ). Sie fordern Gleichberechtigung, ohne eine Sonderbehandlung zu erwarten (Engel/ Menke 1995, S. 55 ). Gleichzeitig gehen die Frauen mit dem nationalistischen und rassistischen Gedankengut konform und vertreten die grundsätzliche Ideologie des Rechtsextremismus (Brück 2005, S. 30; S. 126; Werner 2009, S. 138).




Literatur

Brück, Brigitte (2005): Frauen und Rechtsradikalismus in Europa. Eine Studie zu Frauen in Führungspositionen rechtsradikaler Parteien in Deutschland, Frankreich und Italien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften/ GWV Fachverlag GmbH

Siller, Gertrud (1995): Wie entwickeln Frauen rechtsextremistische Orientierungen? Ein theoretischer Ansatz und empirische Befunde. In: Engel, Monika/ Menke, 

Barbara (Hrsg.): Weibliche Lebenswelten - gewaltlos? Analysen und Praxisbeiträge für die Mädchen- und Frauenarbeit im Bereich Rechtsextremismus, Rassismus, Gewalt. Münster: Agenda-Verlag, S. 44-61

Radvan, Heike (Hrsg.) Gender und Rechtsextremismusprävention. Eine Publikation des Projektes "Lola für Lulu - Frauen für Demokratie im Landkreis Ludwigslust".
2013 Berlin: Metropol-Verlag

Renz, Mariel (1999): „Lebenshüterin im Volkstum, Bewacherin und Spenderin ist die Frau“. Frauenbilder in rechtsextremen Ideologien. In: Informations- und Dokumentationsstelle gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeiten in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW) (Hrsg.):  Männer- oder Frauenthema? Rechtsextremismus im Vergleich. Düsseldorf: IDA-NRW (Materialien zum Rechtsextremismus; Bd. 2), S. 13-16

Winkler, Jürgen R. (Hrsg.) / Dorothee Werner.  Frauen und Rechtsextremismus. Die Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten – ein Paradox? 2009 Wiesbaden: Drewipunkt


Internetquellen:
Programm für Deutschland. Das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland (AfD) (2016): https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/01/ 2016-06-27_afd-grundsatzprogramm_web-version.pdf
(Zugriffsdatum: 07.04.2017)

Das Parteiprogramm der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Arbeit. Familie. Vaterland. (2010):https://medien.npd.de/dokumente/parteiprogramm.pdf
(Zugriffsdatum: 07.04.2017)

Programm der Partei DIE RECHTE: http://www.die-rechte.com/pdf/Parteiprogramm.pdf( Zugriffsdatum: 07.04.2017)