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Hadamar vor mehr als 60 Jahren: Immer wieder fahren speziell präparierten Busse in einen überdachten Garagenhof. In ihnen sitzen behinderte und psychisch kranke Menschen aus den Zwischenanstalten.

Das erste, was sie in der Tötungsanstalt zu sehen bekommen, ist ein Krankenraum. Dort stehen zwei Betten. Man verspricht, dass sich alle nach einer Untersuchung und nach dem Duschen hier ausruhen können. Doch dazu kommt es nicht.

Das Gas kommt durch die Haltegriffe an der Wand. Durch ein Guckloch beobachtet ein Arzt das Sterben, manchmal auch Besucher. Nach einer Stunde kann die Gaskammer gelüftet werden. Die Toten werden in Loren zu den Verbrennungsöfen transportiert.

 

Die Tötungsanstalt Hadamar

Ankunft am Bahnhof. Passanten, die wir nach dem Weg fragen, erzählen: "Ich war das schon einmal." ... "Da geh ich nie wieder hin." ... "Die sollen aufhören mit ihren Juden!" Die heutige Landesklinik liegt etwa einen Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ein Seiteneingang führt zu der Ausstellung. Sie ist in einigen Kellerräumen des Anstaltsgebäudes aus der Jahrhunderwende untergebracht, in Sichtweite des Stachelldrahtzauns der forensischen Psychiatrie.

Menschen, deren Leichen später seziert werden sollen, erhalten eine besondere Markierung. In Militärmantel gehüllt gehen alle gemeinsam in den Keller, in die als Dusche getarnte Gaskammer. In den ersten Monaten gehen sie nach Geschlechtern getrennt ins Gas.

Heute sind die Räume zum großen Teil renoviert. Nur wenig erinnert an den Krankenraum im Erdgeschoss. Im weitgehend im Orginalzustand erhaltenen Keller befinden sich die Gaskammer, der Sezierraum und der Gang zum Krematorium. Hier wurden über zehntausend Menschen binnen eines Jahres ermordert. Ein Ort des Schreckens